Trennung nach anstrengender Beziehung

    Hallo,


    ich war viele Jahre nicht mehr aktiv und habe immer nur still mitgelesen aber nun bin ich auf Hilfe angewiesen.


    Ich war bis Ende 2014 in einer achtjährigen Beziehung, die besonders zum Schluss alles andere als schön war. Wir hatten kein Sex mehr und lebten nur noch nebeneinander her und ich habe den Absprung einfach nicht geschafft. Bis zu dem Tag als ich mich in einen Kollegen verliebte. Auch er war in einer unglücklichen Beziehung und wir haben beide unsere Beziehungen beendet und sind kurz darauf zusammen gekommen.


    Es war eine turbulente Anfangszeit. Viele Schmetterlinge aber jeder hat auch noch seine alte Beziehung verarbeitet.


    Es folgten zwei Umzüge (erst mal jeder in sein eigenes Reich, nach 8 Monaten in eine gemeinsame Wohnung.)


    Zwischendurch gab es schon immer wieder mal ein paar Probleme. Ich kam mit der ganzen Situation nicht richtig zurecht und habe mich immer allein gefüllt wenn er zb ein komplettes WE weg fuhr und sich nicht meldete. Erst auf Nachfrage von mir wie es ihm geht.


    Ich muss dazu schreiben, dass er starke psychische Probleme hatte vor meiner Zeit. Er hatte einen Nervenzusammenbruch, ADHS und war auch schon mal in einer Klinik.


    Die Anfangszeit war wirklich super aber nach und nach hat er sich immer mal wieder zurückgezogen , so dass ich nie wusste woran ich bin. Er meinte er sei so und das kann er nicht ändern. Er ist sehr rational. Ich emotional.Das gab immer Reibungspnkte.


    Er ist der Meinung, dass es die perfekte Beziehungen gibt ohne Streit und will einfach nur seine Ruhe haben.


    Je mehr er sich zurück zog umso mehr klammerte ich.


    Es lief eine zeitlang wieder richtig super und dann bekam ich zwei Bandscheibenvorfälle und der letzte im April war sehr heftig dass ich Wochen brauchte um mich zu erholen.


    Das alles hat uns irgendwie kaputt gemacht. Wir konnten nichts mehr unternehmen. Ich war sehr mit mir beschäftigt und er war zwar da für mich aber ich musste mich immer entschuldigen für diese Situation weil ich merkte er kommt damit nicht zurecht.


    Ich konnte auch kein Sport machen bzw ein Hobby ausüben in dieser Zeit.


    Irgendwann meinte er ich würde nur noch zu Hause sein und er hatte immer ein schlechtes Gewissen mal wegzugehen.


    Er ist ein total begeisteter Zocker und hing oft am PC. Eigentlich jeden Abend. Das gab auch manchmal Reibungspunkte aber nie wirklich schlimm.


    Er sagte mir immer dass er mich liebt. Wir wollten sogar eine Famile gründen.


    Kurzum: am Dienstag abend machte er ohne Vorwarnung Schluss.


    Er hat nie über Probleme gesprochen aufgrund seiner Krankheit und alles kam für mich sehr plötzlich.


    Es hat mir den Boden unter den Füssen weggezogen und ich habe bis heute versucht um ihn zum kämpfen. Er ist zu einem Kumpel gezogen und kam heute nochmal zum Reden vorbei.


    Er war so kalt.


    Es kamen Dinge wie: er mag nicht wie ich Auto fahre, Fahrrad fahre... Er weiss nicht ob alles an ihm hängen geblieben wäre wenn wir ein Kind bekommen hätten und er müsste dann nachts aufstehen. (Ich hatte einmal mit Ohropax geschlafen und den Postboten nicht gehört. )


    Ich weiss gerade echt nicht was ich machen soll. Er kommt nicht mehr zurück. Das hat er sehr deutlich gemacht. Er hat alle seine Beziehungen so beendet.


    Ich bin nur so traurig, wütend, entsetzt. Vermisse ihn und unsere Zeit. Meine Seifenblase ist geplatzt weil ich echt Zukunftspläne mit ihm hatte.


    Er hat mir sie letzten Wochen sehr viel vorgespielt laut seiner Aussage.


    Ich weiss dass es eigentl nicht gepasst hat. Ich habe aber auch Fehler gemacht und nun muss ich darüber hinwegkommen.


    Nur wie?


    Ich glaube ich werde jetzt mal schlafen gehen. Ich schreibe ziemlich wirr. Ich hoffe ihr könnt es trotzdem verstehen und mir irgendwie helfen.


    Ach ja. Wir arbeiten nicht mehr zusammen. Ich habe den Job gewechselt weil es uns auch nicht gut getan hat.


    Danke fürs Lesen

  • 301 Antworten

    Da gibt es kein "Wie", das regelt sich mit der Zeit meistens von alleine. Es ist jetzt ja noch ganz frisch, da ist klar, dass du keinen klaren Gedanken fassen kannst und ihm nur hinterhertrauerst. Ändern kann man das auch nicht, nur durchstehen, es wird besser.

    Zitat

    Kurzum: am Dienstag abend machte er ohne Vorwarnung Schluss.


    Er hat nie über Probleme gesprochen aufgrund seiner Krankheit und alles kam für mich sehr plötzlich.

    Schon beim lesen deiner Zeilen und ohne deine Beziehung genauer zu kennen, merkt man aber eigentlich, dass es nicht stimmt. Es gab durchaus Vorwarnungen. Vielleicht war dir der Ernst der Lage nicht bewusst oder er hat ihn runtergespielt, spielt keine Rolle, aber Rund lief es laut deiner Beziehung auch nicht wirklich und ein paar Dinge scheint ihr ja in der Zeit doch angesprochen zu haben. In ein paar Wochen wird dir wahrscheinlich klarer, dass es lange gekriselt hat.

    Ja im Nachhinein gab es diese Verwarnungen. Ich habe immer versucht dagegen zu steuern und ich habe versucht unangenehme Dinge zu klären und danach abzuhaken.


    Wenn der andere aber mauert, so tut als ob alles (wieder) ok ist und dir was vormacht, hat man so gut wie keine Chance.


    Er ist immer an den PC geflüchtet.


    Er sagt selbst von sich er sei beziehungsfähig. Alle seine Beziehungen haben so geendet und auch nach einem ähnlichen Zeitpunkt.


    Ich komme damit nicht zurecht, dass er lieber was vorgespielt hat und die Schuld immer nur bei anderen sieht.


    Ich bin sehr gekränkt weil die letzen Tage vor dem Ende war eigentl alles ok. Er nahm meine Hand, drückte mich, küsste mich. Liebte mich. Sagte wir schaffen es. Ich dachte es geht berauf.


    Und nun stellt sich das als Lüge raus. Einfach unfassbar.


    Er sagte auch, dass er nie um eine Frau kämpfen wird. Selbst wenn er verlassen wird und eigentlich glücklich ist. Er ist rational und würde das zwar schade finden aber aktzeptieren.

    Naja, ob er jetzt generell beziehungsunfähig oder beziehungsfähig ist, weiß man nicht. Vielleicht nichtmal er selbst. Vielleicht ist er es nicht, vielleicht war einfach noch nicht die Richtige dabei.


    Klar käme es einem als frisch Verlassene/r recht, wenn man sich sagen kann, dass es einfach daran lag, dass er generell beziehungsunfähig ist. Letztlich ändert es aber nichts daran, dass ihr beide nicht ausreichend zusammenfinden konntet. Dabei sollte es auch nicht um Schuld gehen, also zumindest dir nicht.


    Wenn er immer anderen die Schuld gibt, kannst du ja froh sein, ihn los zu sein ;-D ;-)

    Zitat

    Und nun stellt sich das als Lüge raus. Einfach unfassbar.

    Vielleicht hat er es selbst bis zum Ende geglaubt oder sich eingeredet, bis es dann endgültig bei ihm gekracht hat und er das nicht mehr aufrecht erhalten konnte. Das muss nicht eine Lüge (im Sinne von bösartig, vorsätzlich, wider besseren Wissens) gewesen sein.

    Zitat

    Er sagte auch, dass er nie um eine Frau kämpfen wird.

    Naja, wenn man sich ansieht, wie lange ihr schon eure Konflikte hatte, ist er aber auch keiner, der sofort die Biege macht. Ewiges "Kämpfen" kann auch schnell einfach Verbissenheit werden, da ist es manchmal besser, es einfach zu lassen. Ich persönlich bin auch niemand, der menschliche Beziehungen wegen überwindbaren Dingen beendet. Aber wenn ich merke, dass wird nix mehr, dann wird es auch nicht künstlich in die Länge gezogen.


    Wenn es nicht passt, dann ist das traurig, aber nichts, weshalb du dich gekränkt fühlen musst. Es heißt ja nicht, dass du schlecht oder falsch bist.

    Nein das heisst es nicht und so fühle ich mich auch nicht.


    Ich denke auch, dass er für sich gekämpft hat und es nicht bösartig gemeint hat.


    Ich kann ihm nur nicht verzeihen, dass er Dinge nie offen anspricht und ich absolut keine Chance hatte.


    Sowas macht er nie. Er hatte deswegen schon in der Kindheit Probleme weil er ein sehr in sich gekehrter Mensch ist. Deshbalb war er auch lange in der Klink.


    Wir wussten das beide und haben versprochen daran zu arbeiten um sowas wie jetzt zu vermeiden aber wenn jmd so ist (er sagt immer er lebt in sejner eigenen Welt und weiss dass er nicht "normal" ist) kann man leider nicht viel machen.


    Ich habe mich oft verstellt aus Angst dass er nicht belastbar ist.


    Naja. Er wird am Samstag ein paar Dinge holen und wohnt erst mal bei seinem Kumpel. Es ist schon erstaunlich, dass alles genau so abläuft wie bei seiner Ex vorletztes Jahr.


    Es tut einfach nur weh

    Zitat

    Es ist schon erstaunlich, dass alles genau so abläuft wie bei seiner Ex vorletztes Jahr.

    Was meinst du damit genau?


    Trennen - zum Kumpel ziehen - nochmal reden - Sachen abholen - ist das nicht ein ziemlich normaler Trennungsablauf, mehr oder weniger bei allen Leuten?

    Ja wenn man es so betrachtet schon.


    Aber es lief damals ganz genau so ab. Er beschliesst für dich das ganze zu beenden und Sie muss sich um alles weitere kümmern und sitzt so lange in der Wohnung fest. Ich glaube aber es geht mir nicht um diesen Ablauf sondern eher darum, dass er nicht bereit ist dem anderen eine Chance zu geben. Dass er von vornerein so gemauert hat. Dass er mich genauso abserviert wie sie. Sie hat auch versucht um ihn zu kämpfen so wie ich es tat. Es ging um die gleichen Dinge.


    Ich weiss auch nicht genau.

    Wenn es so ist, dass er sich unbegründet eingeengt fphlt, dann ist das wahrscheinlich ein so tiefes Problem, dass er gar nicht ohne weiteres die Chance hätte, anderen eine Chance zu geben. Das ist ja dann kein "kein Bock", der kann nicht anders. Also schon, vielleicht mit Therapie oder sonstwas, aber offenbar schwerer als andere Leute.


    Wenn du das bei seiner Ex auch so beobachtet hast, dass er weggerannt ist wegen Bindungsproblemen, sie mit allem sitzen gelassen hat und sie sich drum kümmern dürfte etc etc - warum hast du das nicht auch auf dich zukommen sehen? Rosarote Brille wahrscheinlich?

    Ja das alles trifft es auf den Punkt. Er kann nicht anders. Er weiss es auch und steht dazu. Was das betrifft ist er immer ziemlich offen mit seiner Psyche umgegangen.


    Er hatte Therapie und meint er braucht jetzt keine mehr.


    Es hat wohl lange gedauert, bis er da war wo er heute ist. Wahrscheinlich trennt er sich auch deshalb immer, weil er die Befürchtung hat wieder einen Nervenzusammenbruch zu bekommen.


    Ich habe es auf mich zukommen sehen bzw. hatte immer Angst davor. Wir haben auch viel darüber gesprochen und er hat mir versprochen immer offen zu sein. Das konnte er halt leider doch nicht :-(


    Das hat ihn wohl auch eingeengt. Dieses Rücksicht nehmen auf mich.


    Ich hatte wohl gehofft, dass es bei mir anders wird. Gerade weil er am Anfang so anders war. So offen und liebevoll. Es ist als ob ich mit zwei Menschen zusammen gewesen bin. Also von seiner Persönlichkeit her

    Mir fällt gerade noch ein, dass er Dinge und Kleinigkeiten immer sehr gut speichern kann und analysiert es bis aufs Kleinste.


    Wenn er z.B. mal was vor hatte und ich erst mal nicht gleich begeistert war oder reagiert habe wie er es gerne gehabt hätte dann hat er es gar nicht mehr gemacht. Gar nie mehr.


    Er hat gedacht wenn ich was nicht gut finde hängt der Haussegen gleich schief und da er keinen Streit, Diskissionen oder sowas nicht ab kann hat er lieber immer klein beigegeben.


    Solche Dinge hat er mir nun vorgehalten

    Zitat

    Er hatte Therapie und meint er braucht jetzt keine mehr.


    Es hat wohl lange gedauert, bis er da war wo er heute ist. Wahrscheinlich trennt er sich auch deshalb immer, weil er die Befürchtung hat wieder einen Nervenzusammenbruch zu bekommen.

    Naja, dann braucht er offenbar doch noch eine. Zwingt ihn zwar keiner, Beziehungen einzugehen, aber dass er das tut (sich also durchaus danach sehnt und kein kompletter Einzelgänger ist) obwohl er mit Nähe auf Dauer nicht umgehen kann, spricht ja doch eine deutliche Sprache. Allerdings ist das ja seine Sache, er kann auch weiter leiden und da seine Freundinnen mit reinziehen, wenn er meint....


    Sowas bessert sich in der Regel nicht von alleine, nur weil die Partnerin eine neue ist. Insofern hast du dich - ohne dir das vorhalten zu wollen - ziemlich verschätzt, wenn du dachtest, bei dir wäre alles anders. Ist es bei charakterilichen Sachen oder bei psychischen Problemen selten, da sie ja nicht personenbezogen sind.

    Ich denke auch, dass er vielleicht nochmal eine machen sollte. Aber leider sieht er die Probleme nicht bei sich selbst und dass WIR versagt haben sondern ausschließlich bei mir.


    Er denkt, dass es irgendwo jemanden gibt für ihn, der so ist wie er. Er will die perfekte Beziehung. Ohne Stress, Kompromisse usw.


    Jemand der immer alles gut findet was er macht.


    Ich glaube deshalb verkriecht er sich auch immer in seine Online- und Rollenspiele.


    Da muss man sich nicht mit der Realität auseinandersetzen.


    Ja da hast du natürlich Recht. Ich dachte ich könnte eine normale Beziehung mit ihm führen.


    Ich weiss, dass ich selbst auch viele Fehler gemacht habe, aber ich habe gelernt, dass man darüber sprechen muss, dass eine Beziehung Arbeit ist und man nicht gleich wegläuft sobald es mal eine Krise gibt. Das alles hat er nie gelernt und ist ihm zu anstrengend.


    Wir haben gestern nochmal geschrieben und es ist echt krass, was er für Ansichten hat. Ich hätte nie gedacht, dass man so emotionslos sein kann.


    Je mehr ich versuche ihm auch mal meine Sichtweise zu erklären, je mehr ich ihn davon überzeugen wollte, dass wir das schaffen wenn wir daran arbeiten umso mehr drängt ihn das weg von mir.


    Er hat deutlich geschrieben, dass er nicht mehr zurück kommt.


    Diese Art wie er nun mit mir umgeht ist echt schwer zu verkraften für mich.


    Er wird heute kommen und seinen PC und seine Klamotten holen. Ich habe irgendwje Angst davor. Einerseits möchte ich das nicht mitbekommen weil es mich kaputt macht. Andererseits möchte ich ihn sehen und nochmal mit ihm reden :-(