Trennung obwohl Herz zerreißt?

    Hallo an alle.


    Ich bin nun 11 Jahre mit meinem Freund zusammen, keine Kinder, wir wohnen in meinem Elternhaus.


    Seit langem fehlt mir Nähe in der Beziehung. Aufgrund von einigen Verheimlichungen - kein Betrug - ist es um das Vertrauen auch nicht gut bestellt.


    Es gab vor kurzem wieder einen Vorfall und in dem Moment fiel es wie Schuppen von den Augen. Er wird sich nicht ändern.


    Auch das Thema Hochzeit war bei uns schon problematisch, ich wollte schon, er meinte das kostet zu viel, wir müssen erst sparen. Tja ich spare, er gibt sein ganzes Geld für sich aus.


    Mir ist erst jetzt bewusst geworden, wie sehr mich das verletzt hat, vielleicht hab ich es mir immer schön geredet.


    Kurzum ich bin mir meiner Gefühle nicht sicher, denke an Trennung, doch der Gedanke zerreißt mich innerlich.


    Was bedeutet das nun? Doch noch genügend Gefühle vorhanden oder ist es einfach die Erkenntnis des Scheiterns, die so weh tut.


    Er weiss auch bescheid, kennt die Situation.


    Erst gestern kamen mir kurz vorm einschlafen die tränen, er hat's mit bekommen und kein Wort gesagt.


    Kein es tut mir leid, dass ich dich zu selbstverständlich nahm, dass ich zu egoistisch war, einfach nichts.


    Er sagt er liebt mich und ich bin seine Traumfrau, warum sagt er dann nichts wenn ich vor Verzweiflung neben ihm liege und weine.

  • 194 Antworten
    Zitat

    Er sagt er liebt mich und ich bin seine Traumfrau, warum sagt er dann nichts wenn ich vor Verzweiflung neben ihm liege und weine.

    Nun, das ist wahrlich ein ziemlicher Affront.


    Nun wissen wir ja nicht, was dem vorangegangen ist, das weißt nur Du. Grundsätzlich sind solche Fragen aber eine Sache, die nur Du beantworten kann. DU musst in Dich hineinhören, ob Du das Gefühl hast, dass er Dicht liebt. Da sind auch Sätze ala: "Ich liebe Dich!" relativ bedeutungslos, wenn keine Taten dahinter stehen.


    Grundsätzlich ist es doch so, dass Dein Anspruch an eine Beziehung von ihm nicht erfüllt wird. Punkt.


    Mehr, als ihm sagen was Dich stört, kannst Du nicht. Wenn er sich außerstande fühlt darauf zu reagieren, dann musst Du Dich fragen, ob Du Dich damit arrangieren kannst.

    Zitat

    Was bedeutet das nun? Doch noch genügend Gefühle vorhanden oder ist es einfach die Erkenntnis des Scheiterns, die so weh tut.

    Es ist beides möglich. 11 Jahre sind eine lange Zeit. Da wird er dir ja sicher nicht gleichgültig sein. Dazu kommt sicherlich die Wucht der Erkenntnis, dass es einfach nicht mehr klappt. Der Traum von der ewig währenden Beziehung ist geplatzt, man ist gescheitert, eine wichtige Bastion der letzten Jahre stürzt einfach in sich ein. Es wird wohl von allem ein bisschen sein.

    Zitat

    Er sagt er liebt mich und ich bin seine Traumfrau, warum sagt er dann nichts wenn ich vor Verzweiflung neben ihm liege und weine.

    Vielleicht Hilflosigkeit? Versteht er denn deine Probleme mit der Beziehung? Woran es für dich hakt? Wenn nicht ist es für ihn vielleicht schwer, dich zu trösten, wenn er gar nicht rafft, was der tiefere Grund ist.


    Ich wünsche dir alles Gute!

    Die Trennung ist ein schmerzhafter Schritt. Der Anfang ist sehr kraftaufwändig, wie alles, was man in Bewegung setzt, braucht es am Anfang die meiste Kraft. Wenn erst einmal alles ins Rollen kam, ist es leichter. Ich habe mich nach 20 Jahren getrennt. Es war die richtige Entscheidung. Du kann auch nochmal 11 Jahre warten ob sich etwas ändert. Rechne aus, wie alt du dann bist und ob du das möchtest.


    Ich wünsche Dir viel Kraft und den Mut und die Weitsicht zur richtigen Entscheidung.

    Zitat

    Was die Tränen betrifft : viele Männer sind da hilflos. Sie sehen die Freundin weinen und sind nicht in der Lage hier zu trösten.

    Naja, aber die Frage warum sie weint, sollte doch auch ein unempathischer Mann hinbekommen. ;-)

    Wie war denn das in den 11 Jahren zuvor? Tränen gibt's doch hier und da immer mal und dann merkt man doch schnell, ob man damit beim Partner gut aufgehoben ist? Rückblickend habe ich meine Frau recht oft im Arm gehabt und sie getröstet.


    An dem Punkt, wo man in dem Moment keinen Trost, keine Geborgenheit mehr erfährt, fragt man sich besser mal, ob man da richtig aufgehoben ist in der Beziehung. Ob das nun fehlende Empathie ganz allgemein ist oder fehlende Liebe Dir gegenüber.


    Und in 11 Jahren Beziehung sollte man irgendwann den Punkt finden, wo man seine Ziele im Leben gemeinsam formuliert und danach lebt. Das scheint mir bei Euch nicht der Fall zu sein. Wobei eine Hochzeitsfeier für mich irgendwie kein Lebensziel ist. Aber wenn es selbst daran scheitert, mal eine Weile für eine große Feier zu sparen... Wie läuft denn das mit den großen Zielen? Hausbau z.B., Kinder, was auch immer...

    Es ist eigentlich viel passiert in den letzten Jahren.


    Lügen weil er aus Bequemlichkeit nicht die Wahrheit sagen konnte, Alkohol wobei das besser wurde, ziemliche selbstzweifel seinerseits bei denen ich nicht helfen konnte, er hats dann an mir ausgelassen. Mein Wunsch nach Nähe und mehr Aktivitäten für uns, den ich klar ausgesprochen habe, es ist nur nichts passiert. Ich war nur selbstverständlich für ihn.


    Sicher ist er aktuell auch hilflos in der Situation, er sagt auch er bemüht sich nun wieder mehr. Nur mir fällt es schwer das zu glauben, weil ich viele Dinge schon so oft angesprochen habe, nur es hat sich nichts geändert.


    Ich weiß nur dass ich so absolut nicht weiter machen kann und will und dass ich mir sehr schwer tue ihm nun zu glauben.


    Vor allem warum muss man sich bemühen jemandem nicht als selbstverständlich zu sehen und mir Nähe und Aktivitäten einzuplanen, sollte das nicht automatisch so sein, das man das möchte..

    Mir geht's jetzt auch nicht um die Hochzeit das muss für mich nicht unbedingt sein. Es geht eher um die Botschaft dahinter, dass er nicht für etwas gemeinsames spart, sondern sein Geld bis ins Minus hinein ausgibt, weil ich ihm wenns drauf an kommt immer geholfen habe. Ich bin einfach enttäuscht, dass er so egoistisch ist oder handelt.


    Teilweise habe ich auch das Gefühl er erpresst mich emotional, er hat mit seinen Eltern gebrochen und sagt nun er hat nur mich. Zuerst dachte ich noch ja stimmt ich kann ihn nicht verlassen, doch nun steckte ich wieder zurück wenn ich so denke.


    Ich habe irgendwie Angst vor der Konsequenz der Entscheidung, was ist wenn eine Trennung falsch ist. Wenn ich auf hohem Niveau unzufrieden bin?

    Achja Hausbau ist kein Thema, wir leben in meinem Elternhaus, bauen laufend um. Finanziere ich....


    Kinder nun ja, ich dachte immer ich will keine, wegen Karriere usw, nun frage ich mich manchmal will ich aus diesem Grund keine oder weil ich weiß dass ich mich nicht auf ihn verlassen kann, sei es finanziell oder allgemein.

    Zitat

    Naja, aber die Frage warum sie weint, sollte doch auch ein unempathischer Mann hinbekommen.

    Nur wenn er auch die Antwort hören will. Hier scheint aber eine Konfliktscheu vorzuliegen, und deren Grund .. . - kann man nur vermuten. Eventuell riskiert er ja lieber ein Ende und wagt es nicht selbst auszusprechen?

    Zitat

    Ich habe irgendwie Angst vor der Konsequenz der Entscheidung, was ist wenn eine Trennung falsch ist. Wenn ich auf hohem Niveau unzufrieden bin?

    Es geht nicht um einen Job oder ein Auto, sondern um deine Lebensqualität, um dich und um deine Ansprüche. Du allein legst fest, welches Niveau deine Beziehung haben soll und entsprechend auch, wann das Niveau nicht mehr ausreicht. Für mich klingt es nicht nach einer glücklichen Partnerschaft auf Augenhöhe, von daher ist Trennung zumindest etwas, was man in Betracht ziehen sollte. Und zwar ausschließlich von dir ausgehend. Also nicht "kann ich ihm das antun? Er hat doch sonst niemanden, wie soll ich das bloß meinen Eltern erklären", sondern ganz knallhart "wie geht es mir, wenn ich bei ihm bleibe? Welche Vorstellungen habe ich von einer glücklichen Beziehung und kann er diese erfüllen? Unterstützt er mich in meinen Plänen, die ich für mein Leben noch habe bzw. trägt er diese mit?"

    Danke für eure Worte.


    Ihr habt recht, ich habe oft zurück gesteckt und nun denke ich wieder darüber nach.


    Gar nicht so einfach nur an mich zu denken....


    Stimmt Konflikte lösen ist nichts für ihn, er läuft eher davon als zu reden. Das zermürbt mich.


    Und ihr habt auch recht was meine Ansprüche angeht, ich will mehr als das was ich jetzt von ihm bekomme.


    Eine Trennung auf Zeit wäre eine Option, nur ich glaube dass das nur eine Umschreibung für eine eigentliche Trennung ist.

    Zitat

    Eine Trennung auf Zeit wäre eine Option, nur ich glaube dass das nur eine Umschreibung für eine eigentliche Trennung ist.

    Ja, nur nicht gleich so ein scharfer Schnitt. Manchmal fällt einem das langsame Abziehen des Pflasters von der Wunde ja leichter als mit einem heftigen Ruck ... gerade wenn man noch nicht sicher ist, kann eine vorläufige Trennung klären, was noch Klarung braucht: Man sieht, wie es ohne den anderen ist.

    Das sicher, es sagt sich leichter...


    Ich frag mich nur wie das gehen soll, wenn man zusammen wohnt... Ich habe erst eine Trennung hinter mir und das war ohne Zusammen wohnen.


    Weiß daher gar nicht so recht wie das in diesem Fall ablaufen kann...

    Wie das ablaufen soll? Nun, es ist dein Haus und er wird ausziehen!


    Was dein Partner braucht ist eine echte Krise, die ihn mit einem lauten Rums in sein eigenes Leben und in die Selbstverantwortung stellt. Er liegt bei dir im gemachten Nest, er wird versorgt, hat es (vermeintlich) sicher und bequem, warum also Anstrengungen auf sich nehmen. Ändert sich an diesen Umständen nichts wird er sich ebensowenig ändern.


    - Mach dir Gedanken, welche Ansprüche Du an dein Leben und an ihn hast.


    - Teil ihm das mit und stell ihm ein Ultimatum. Damit hast Du deine Position klargestellt. Jetzt kann er seine beziehen und sich überlegen, ob und wie weit er dir entgegen kommen will und kann.


    - Funktioniert das nicht, dann trenn dich auf Probe, aber wirf ihn raus. Er muss sich selbst bewegen, im wörtlichen Sinne einer eigenen Wohnung und eigener Finanzen, und im emotionalen Sinne als dass er sich mit deinen Bedürfnissen und seinem Verhalten dir gegenüber auseinander setzt.


    Das wird auch dir helfen, eine eigene selbstbewusste Position zu finden, sie zu benennen und auch dafür einzustehen. Es ist nämlich nicht nur so, dass er sich hängen lässt und seine Kohle raushaut, Du hast das selbst auch zugelassen.

    Wie das ablaufen soll? Nun, es ist dein Haus und er wird ausziehen!


    Was dein Partner braucht ist eine echte Krise, die ihn mit einem lauten Rums in sein eigenes Leben und in die Selbstverantwortung stellt. Er liegt bei dir im gemachten Nest, er wird versorgt, hat es (vermeintlich) sicher und bequem, warum also Anstrengungen auf sich nehmen. Ändert sich an diesen Umständen nichts wird er sich ebensowenig ändern.


    - Mach dir Gedanken, welche Ansprüche Du an dein Leben und an ihn hast.


    - Teil ihm das mit und stell ihm ein Ultimatum. Damit hast Du deine Position klargestellt. Jetzt kann er seine beziehen und sich überlegen, ob und wie weit er dir entgegen kommen will und kann.


    - Funktioniert das nicht, dann trenn dich auf Probe, aber wirf ihn raus. Er muss sich selbst bewegen, im wörtlichen Sinne einer eigenen Wohnung und eigener Finanzen, und im emotionalen Sinne als dass er sich mit deinen Bedürfnissen und seinem Verhalten dir gegenüber auseinander setzt.


    Das wird auch dir helfen, eine eigene selbstbewusste Position zu finden, sie zu benennen und auch dafür einzustehen. Es ist nämlich nicht nur so, dass er sich hängen lässt und seine Kohle raushaut, Du hast das selbst auch zugelassen.