Trotz einiger Enttäuschung einen Neuanfang, warum so schwer?!

    Glück in der Liebe hatte ich bislang leider nicht ganz so viel. Mit meinen Exmann war ich mehr als 10jahre verheiratet, alles war erstmal perfekt. Doch wir waren jung und unerfahren. Früh Kinder bekommen sich in laufe der Jahre sehr verändert. Somit entschlossen wir uns uns zu trennen, was ich bis heute nicht bereue. Das sind nun schon mehr als 10 Jahre, seitdem hatte ich eine kurze Affäre, die fürchterlich endete. Beide verliebt, er hat sich getrennt und kam mit seinen Gefühlen nicht mehr klar.


    Ein Beziehung von 2 Jahren, die ich nachdem ich erfahren habe das er mich mit 2 weiteren betrügt, beendet habe. Dann lief er mir 2Jahre hinterher und stalkte mich. NachDem ich mit einer einstweiligen Verfügung gedroht habe, hörte er auf. Das ist JETZT knapp ein Jahr her.


    Nun zu meinem Problem, in meinen Freundeskreis gibt es einen Mann den ich schon seit Jahren kenne. Habe mich aber nie für ihn interessiert da ich ihn in eine Schublade gesteckt hsbe, wo er nicht rein gehört. Vor 1,5 Jahre haben wir uns das erste mal unterhalten und mich sehr gut mit ihn verstehe. Seitdem möchte ich ihn näher kennen lernen, aber ich spürte meine Blockade. Ich war noch nicht so weit. Seit einem Monat denke ich aber ständig an und würde ihn das gerne sagen. Oder ihn näher kennen lernen, nur traue ich mich nicht anzufangen. Aus Angst einen Fehler zu machen, ich Weiss er mag mich aber ist da mehr !?


    Ich verstehe mich nicht, sonst von ich sehr offen aber wenn es um einen Mann geht schüchtern . Wie kann ich das nur ÄNDERN?


    trennen. Was ich bis hEuter nicht bereue

  • 5 Antworten
    Zitat

    Ich verstehe mich nicht, sonst von ich sehr offen aber wenn es um einen Mann geht schüchtern. Wie kann ich das nur ÄNDERN?

    Meine Erklärung dazu ist folgende:


    Die von dir geschilderten Erfahrungen haben dazu geführt, dass du "Beziehung" mit Ängsten verbindest. Das machst du natürlich nicht bewusst, das geht automatisch. Die Ängste sind im Verborgenen einfach da und dann, wenn eine Beziehung sich konkret anbahnen könnte, treten sie sichtbar an die Oberfläche. Das passiert vielen, die Frage ist nur, wie man dann damit umgeht.


    Es gibt immer verschiedene Möglichkeiten, mit solchen Ängsten umzugehen. Man kann in die Vermeidung gehen, man kann in die Verhinderung gehen oder man kann sie anschauen und sich bewusst mit ihnen auseinander setzen. Das versuchst du gerade zaghaft.


    In deinem konkreten Fall bist du gerade in der Vermeidung, willst aber da heraus. Und dabei kann dir immer ein worst-case-Szenario helfen. Die konkrete Vorstellung also, welcher Handlungsspielraum dir bleibt, wenn auch diese Beziehung nicht deinen Erwartungen entspricht oder zu einer Enttäuschung führt.


    Meine ganz einfache Antwort darauf wäre: Dann beende ich sie! Ein gesunder Mensch wie du (was ich einfach mal unterstelle) hat alles "an Bord", um die Probleme, die aus einer misslungenen Beziehung entstehen können, so zu bewältigen, dass er/sie danach wiederein normales Leben führen kann. Genau das hast du ja bereits mehrfach bewiesen. Zusätzlich hast du durch deine Erfahrungen aber auch einen "Schatz" gewonnen, einen "Erfahrungsschatz", der dir zeigt, welche Fehler du zwar gemacht hattest, jetzt aber nicht mehr machen musst. Wenn du zum Beispiel die Signale erkennst, die dir sagen: "Das beende ich lieber!" und wenn du das alles "an Bord" hast, dann hast du eine so genannte "Bewältigungsgewissheit" in dir. Die Gewissheit, dass das, was schlimmstenfalls passieren kann, vorn dir bewältigt werden kann. Wenn diese Erkenntnis dann aber gereift und vorhanden ist, gibt es keinen Grund mehr, eine Beziehung zu vermeiden. Man kann sie wagen, sich trauen, ins Wasser springen, denn man kann ja schwimmen.


    Interessanterweise verläuft eine Beziehung, die mit dieser Gewissheit im Rücken begonnen wird, meist völlig anders, als die Beziehungen in denen die bekannten Vokabeln verwendet werden "Erst mal keine Bindung eingehen, ich habe noch nicht verarbeitet, ich möchte mich noch nicht festlegen, ich möchte erst mal etwas Unverbindliches" und all diese Variationen über ein bekanntes Thema.


    Wer also trotz der Ängste, aber mit einer aus Einsicht gewonnenen "Bewältigungsgewissheit" in eine neue Beziehung geht, kann auch von Anfang an aus dieser Beziehung die Vorteile ziehen, die Aufwertung, die Anerkennung, die Nähe und die Seelenverwandtschaft – all das also, was die Hormonproduktion in Gang setzt und zur Verliebtheit führt. Was dann kommt, wird sich zeigen. Aber das, was man dabei an Schönem erlebt, kann einem niemand mehr nehmen. Auch wenn es nach einem kürzeren Zeitraum wieder enden sollte, als man es sich wünschen würde.


    Auf den Punkt gebracht: "Kannst du schwimmen?" Wenn ja: "Warum springst du dann nicht ins Wasser?"

    Unglaublich gut geschrieben, ich danke dir. Deine Worte sind wahr, trotz mieser Erfahrung hab ich weiter gemacht. Hab zwar etwas länger gebraucht, aber es ging. Nun ist die Angst da, weil ich Gestalkt wurde. Das war echt hart.


    Und dennoch bin ich an den Punkt wo ich will .. ..ihn näher kennenlernen, meine Gefühle ausleben möchte. Habe bislang nur noch nie von meinerseits aus anfangen :=o

    Da geht es um zwei unterschiedliche Dinge, die nicht miteinander zusammen hängen. Daurm geh sie auch getrennt voneinander an, wenn du kannst.

    Zitat

    Deine Worte sind wahr, trotz mieser Erfahrung hab ich weiter gemacht. Hab zwar etwas länger gebraucht, aber es ging. Nun ist die Angst da, weil ich Gestalkt wurde. Das war echt hart.

    Ich kann kaum nachempfinden, welche enormen Ängste sich bilden, wenn man Stalkingopfer ist. Darum nehme ich das auch sehr ernst. Das ist worst case, schlimmer geht es kaum. Aber wenn ich dich richtig verstehe, hast du ja sogar DAS überwunden und hinter dir gelassen. Das könnte also deine Bewältigungsgewissheit auf ganz besondere Weise stärken. Du kannst bewältigen, was in Beziehungen schief laufen kann. Du kannst damit umgehen, du kannst danach wieder ein normales Leben führen. Also musst du keine Angst vor einer neuen Beziehung haben. Und die Wahrscheinlichkeit, dass sie weniger dramatisch verläuft oder auch glücklich wird, besteht ja nun mal auch.

    Zitat

    Und dennoch bin ich an den Punkt wo ich will .. ..ihn näher kennenlernen, meine Gefühle ausleben möchte. Habe bislang nur noch nie von meinerseits aus anfangen

    Dann fang doch damit an, genau das für dich zu formulieren und auf die Agende zu setzen: "Ich will ihn näher kennen lernen, ich will meinen Gefühlen folgen!" das ist das Ziel. Was sind die Schritte?


    Auch wenn es das erste Mal ist, es kann doch nicht so schwierig sein, einem Mann, den du magst und von dem du weißt, dass er auch dich mag, genau das zu sagen: "Ich will dich näher kennen lernen. Ich bin neugierig auf dich, ich finde dich anziehend!" Was ist daran schwierig oder gar unmöglich?

    Eigentlich gar nichts, bin schon immer schüchtern gegenüber Männer gewesen. Genau dann fehlen mir die Worte, wenn ich in seiner Nähe bin. Daher hab ich mir auch schon oft überlegt ihn zu schreiben ":/ Ansonsten bin ich zwar gegenüber neuen Situationen oder Menschen erstmal zurückhaltend, aber mit der Zeit komm ich aus mir raus.