TV-Dauerberieselung

    Hallo,


    Mit diesem Beitrag möchte ich quasi einen alten Faden[[http://www.med1.de/Forum/Beziehungen/669882/ ]] wieder beleben, da bei uns eine ähnliche Situation herrscht.


    Vorab wir sind seit 10 Jahren verheiratet und lieben einander, was mir aber tierisch auf den Senkel geht, ist sein Fernsehkonsum!


    JEDEN Abend läuft die Flimmerkiste wenn er von der Arbeit nach Hause kommt. Gut nach eigener Aussage braucht er das um runterzukommen. Da er einen 12 Stunden Job hat!


    Gut und "schön" :-/ , aber es beschränkt sich leider nicht nur darauf, sondern die Glotze läuft auch schon Mittags, wenn er Frei oder Urlaub hat. >:(


    Ich verziehe mich dann meistens in Richtung Küche, um in RUHE Mittag zu essen , da auch ich halbtags berufstätig bin. Zudem kann ich da die Tür zumachen um dem Geblubber auch akustisch zu entfliehen.


    Dann kümmere ich um meinen Kram, Haushalt und was so ansteht...Er bleibt meistens wie angewurzelt auf der Couch weiter in die "Röhre" guggend. Bevor jetzt die Schlaumeier hier kommen "lass ihn doch mithelfen" in Sachen Hausarbeit rührt er keinen Finger und er will das auch gar nicht! :-/


    Wir haben ein gemeinsames Hobby das aber leider auch sehr witterungsabhängig ist da outdoor! Und gerade bei schlechtem Wetter wie zur Zeit kriege ich ihn gar nicht vor die Türe :-o


    Mehrere Anläufe dahingehend diese Problematik mit ihm zu besprechen gIngen allesamt ins Leere, weil es sei ja mein Problem und es läge dann an mir Gegenvorschläge zu machen wobei ich es aber nicht einsehe, dass ich auf Dauer hier die "Entertainerin" gebe...


    Es muss doch möglich sein, daß er sich auch mal Gedanken darüber macht wie er den gemeinsamen Alltag neben dem Job mit mir gestalten möchte oder⁉


    Manchmal frage ich mich schon ist er mit mir oder dem Fernseher verheiratet?!


    Die ganze Situation belastet mich schon sehr und schlägt mir aufs Gemüt so sehr dass auch meine sexuelle Lust dahin ist... :-(


    Eure Meinungen bitte


    Danke :-)

  • 35 Antworten
    Zitat

    Weiß er, dass er damit die Partnerschaft gefährdet? Ich würde es ihm deutlich sagen

    Richtig, ich vermute das es ihm in den 10 Jahren noch nie richtig deutlich gesagt wurde.


    Grundsätzlich kann ich verstehen das man abends nach der Arbeit keine riesen Lust mehr auf Action hat und runter kommen will, das sowas aber auch im Urlaub und am Wochenende vorkommt ist in meinen Augen schon mehr ein Problem. Ok, bei dem Thema Haushalt kann man wieder geteilter Meinung sein, ich finde schon das derjenige der weniger arbeitet mehr Zuhause machen kann (was natürlich nicht heißt das der andere garnix zu tun braucht).


    Es wird jetzt halt schwierig das aufzuarbeiten was offenbar 10 Jahre lang nicht getan wurde aber ich würde hier schon sagen "Glotze aus und mal deutlich werden" denn wenn die Ehe wegen sowas beendet wird ist es mit nichten nur dein Problem sondern ganz schnell auch seins.

    Zitat

    Es muss doch möglich sein, daß er sich auch mal Gedanken darüber macht wie er den gemeinsamen Alltag neben dem Job mit mir gestalten möchte oder⁉

    Nach zehn Jahren? Wieso? ]:D


    Welche Alternativen bietest du ihm? Was hast du gegen das Fernsehen?

    Sarah76


    Du betonst zwar gleich zu Beginn Deines Eingangsthreads, dass ihr euch liebt, aber gleich danach kommt eine Auflistung von Problemen und Misständen, die eure Ehe offenbar seit langem belastet. Deine Wünsche und Vorstellungen so berechtigt sie sein mögen, werden sich nach diesen langen Jahren sehr schwer umsetzen lassen.


    Die Frage, welche sich mir stellt, wenn ich so eine Schilderung vom Ehealltag lese ist, wie kommt man als Paar in so eine destruktive und gelangweilte Beziehungsdynamik rein? Sicher, klar ist mir, dass sich irgendwann nach Standamt, eventuell Kirchgang, Kindergeburten usw. eine Alltagsstruktur heraus bildet, eine gewisse Routine sozusagen.


    Aber das muss doch nicht notwendiger Weise dazu führen, dass der TV zur "Ersatzpartnerin" wird, und Du zum "unsichtbaren Geist" innerhalb eurer Wohnung und innerhalb der Beziehung.


    So einen Alltag erarbeitet man sich zusammen, insofern sind die Vorwürfe an Deinen Partner zu einseitig und auch ein Stück weit fehlplatziert. Das was ihr zwei heute lebt, habt ihr beide zugelassen, und wie es scheint auch lange akzeptiert. Es reicht nicht, ein paar mal im Monat oder Jahr mal richtig sauer zu werden, ein Nörgelkonzert zu starten, um dann nahtlos so weiter zu machen.


    Natürlich ist ein Mann, der 12 Stunden am Tag ackert, wenn er heim kommt platt. Es kann dann sogar gut sein, wenn erst einmal Funk-und Sendestille herrscht, weil Körper- und Geist irgendwie auftanken müssen. Die Frage ist wie regeneriert ein Mensch am schnellsten und Besten. Hm, schwierig, weil jeder nach einem langen Arbeitstag andere Bedürfnisse dies bezüglich haben kann.

    Zitat

    Mehrere Anläufe dahingehend diese Problematik mit ihm zu besprechen gIngen allesamt ins Leere, weil es sei ja mein Problem und es läge dann an mir Gegenvorschläge zu machen wobei ich es aber nicht einsehe, dass ich auf Dauer hier die "Entertainerin" gebe...

    Wenn ihr auf dem Niveau all eure Beziehungsdiskussionen und Problemansätze bisher geführt bzw. angegangen seid, verwundert mich die Stagnation eurer Themen allerdings nicht.


    Wenn jeder von euch beiden darauf beharrt, Du bist unzufrieden und hast ein Problem, dann mach Du die Vorschläge - und jeder für sich beansprucht, nein ich nicht - Du lebst doch auch hier - joo, dann kann man die Anläufe eigentlich gleich unterlassen. Ohne konkrete Lösungsansätze, nur das runter spulen von Problemen, die im Verhalten des Partners liegen .....So wird das nichts. Wenn die Alternativangebote ausbleiben, Du selbst schreibst - sexuelle Lust auf so einen Kerl hab ich nicht usw. Da ist von vornherein klar, jeder bleibt auf seinem festen Standpunkt sitzen, SIE macht dies nicht, ER macht das nicht. Somit scheinen mir eure Probleme nicht wichtig genug zu sein.


    Warum redet ihr nicht über eure Wünsche, Sehnsüchte, Vorstellungen. Sind sie überhaupt in diesen Jahren überhaupt mal kommuniziert worden? Vor 10 Jahren wart ihr ein frisch verliebtes Paar, Mann und Frau die etwas zusammen aufbauen wollten. Wo ist das alles hin? Wann hat das miteinander reden, lachen und die lustvolle Zweisamkeit aufgehört?


    Um das was ihr euch zusammen erarbeitet habt neu zu beleben und die feste Alltagsstruktur aufzubrechen bedarf es zum einen eine gesunde Diskussionskultur, zum anderen auf beiden Seiten eine Bereitschaft zu Kompromissen. Stellt ihr beide fest, dass eure Liebe, die Du eingangs betonst dafür nicht genug Motiv und Anlass ist, braucht ihr damit allerdings gar nicht mehr anzufangen. Dann ist der Partner nur noch eine Funktion innerhalb der Beziehung geworden, darüber hinaus jedoch ein notwendiges nur noch ein Übel.


    Ich habe gestern hier im Forum bereits denselben Artikel als Link rein gesetzt.


    https://www.welt.de/icon/partnerschaft/article160108448/Zwei-Dinge-schuetzen-effektiv-vor-dem-Ende-der-Liebe.html


    Diesen solltet ihr zwei euch ohne TV zusammen durchlesen. Ob jeder für sich oder als Paar zusammen, entscheidet ihr. Diesen würden ich für euch zum Anlass nehmen, euch für ein Abendessen außerhalb eurer eigenen Wohnung zu verabreden. Nicht irgendwann, nicht irgendwie - sondern ganz konkret mit Termin.


    Ein schönes Lokal mit gutem Essen und angenehmer Atmosphäre, so ihr denn überhaupt wollt. Jeder macht sich für den anderen schön, bretzelt sich mal wieder richtig auf und bringt im Gepäck einen Zettel mit Gedanken für das Pro und Kontra eurer Beziehung mit, etwas womit ihr beide arbeiten könnt. Allerdings, bitte nur wenige Themen mit ganz konkreten Vorstellungen.


    Es wäre vermessen zu erwarten, dass ihr an einem Abend die Beziehungsdynamik und Probleme von 10 gemeinsamen Jahren durchgearbeitet und problemlösend geklärt bekommt. Es ist nur ein gemeinsamer Anfang, so ihr es noch wollt. Ob ihr dafür noch genug partnerschaftliche Gefühle, positive Energie und Engagement aufbringen wollt, könnte dieser Abend im Restaurant allerdings schon klar machen.


    Ein Weiter so, wollt ihr hoffentlich beide nicht. Wenn das klar geworden ist, kann man Stück für Stück beginnen zusammen Alternativen zu erarbeiten. Ob mit professioneller Hilfe, einem Ehe- oder Familiencoach oder ob ihr so gut kommuniziert, dass es allein klappt müsst ihr dann sehen.


    Es wird nicht um Schnellösungen gehen, aber es sollte um nachhaltige Konzepte gehen, die man mit neuen Alltagsstrukturen besetzt und der Konsequenz diese durchzuhalten. Das wäre mein erster Ansatz für euch, alles Weitere kann sich darauf aufbauen. Denkt darüber ehrlich und offen kommizierend nach und lasst gegenseitige Schuldzuweisungen dabei raus, die führen zu GAR NICHTS positivem, an keiner Stelle.

    Netter Versuch, aber Dir ist schon klar das eine Ehe mit gelebter Paarbindung ein Gemeinschaftsprojekt ist?


    Im Umkehrschluss bedeutet es nämlich, wenn der Ehemann auch los scheppert: "Es hat Dich 10 Jahre nicht gestört, was hier abgeht und ich will meine Ruhe nach dem 12 Stundentag im Job, der TV tut Dir nix. Ich gehe nicht fremd, ich bin daheim und Du bist auf die Art meiner sicher" dann haben die zwei den Pokal für Erfolglosigkeit bereits gewonnen, was ihre Beziehung angeht.


    Du solltest Dich mit Parcelsus und seiner "Schule" doch noch einmal etwas genauer ;-) auseinandersetzen, um das Prinzip dahinter besser zu verstehen.

    Schwierig finde ich eines: Du hast dir das lange lange so mit angesehen, nun möchtest du eine Veränderung. Er soll etwas unternehmen, die Freizeit mit dir gestalten, der Fernseher soll ausbleiben.


    Gleichzeitig sagst du aber auch, dass du ihm keinerlei Vorschläge liefern willst, weil du nicht die Entertainerin sein willst.


    Wundert es dich nun wirklich, dass er dann sagt "Dann halt nicht!"?


    Ich verstehe seinen Standpunkt da schon, er ist mit seiner Freizeitgestaltung ja anscheinend zufrieden. Warum soll er also quasi für dich den Entertainer spielen, weil du unzufrieden bist?


    Was würdest du denn gern machen? Wie wünschst du dir eure gemeinsame Freizeit?


    Und wie reagiert er, wenn du ihm mal konkret etwas vorschlägst?

    Ich finde auch, dass du selber konkrete Vorschläge für die Freizeitgestaltung machen solltest.


    Zumindest am Anfang, bis der TV nicht mehr so selbstverständlich ist.


    Was würdest du denn gerne mit deinem Mann machen?


    Wobei ich es echt verstehe, dass man nach einem 12 Stunden Arbeitstag keinen Bock mehr auf große Action hat.


    Aber fürs Wochenende könnt ihr euch ja immer schon ein paar Tage vorher überlegen, was ihr unternehmen könntet.


    Bei Schlechtwetter mal in eine Therme fahren oder was trinken gehen oder was besichtigen.


    Bei Schönwetter Ausflüge oder an den See fahren oder spazieren gehen, Eis essen.....


    Aber redet GEMEINSAM drüber, was euch Spaß machen würde.

    Niemand ist der Entertainer des anderen.


    Vorschläge und Ideen sollten von euch beiden kommen.


    Aber anfangs wohl eher von dir, weil du dir die Veränderung wünscht.


    Fange klein an:


    Bitte um abends eine halbe Stunde gemeinsam.


    Setzt euch mit einem Glas Wein in die Küche und plaudert.


    Zum Beispiel über Ideen, was ihr gerne unternehmen würdet.

    Zitat

    Du solltest Dich mit Parcelsus und seiner "Schule" doch noch einmal etwas genauer ;-) auseinandersetzen, um das Prinzip dahinter besser zu verstehen.

    Es muss 'Paracelsus' heißen. Obgleich ich eher ein Fan von Parmenides bin, wenn es um klare Worte geht. Und klare Worte sind bei einem TV-Junkie, wie dem Partner der TE, gut angebracht. Also meiner Meinung nach.

    Hm an klaren Worten wird es denke ich nicht gefehlt haben, und sorry, das T9 schafft durchaus mal Rechtschreibfehler, vor allem bei Eigennamen.


    Die TE hat es selbst geschrieben, dass es bereits viele verbale Anläufe gab. Also weiß ihr Ehemann bereits worum es ihr geht. Hier geht es darum, ob es noch um das Gefühl der Liebe oder der reinen WG-Gewohnheit geht. Das wird ein Paukenschlag auf den Küchentisch aber kaum schlüssig klären können. :(v


    Vielleicht geben Dir länger zurückliegende Threads der TE etwas mehr Weitblick in die Gesamtproblematik. Ich habe mir etwas Konkretes dabei gedacht, als ich meinen Entwurf beschrieb, wie beide den bestehenden Konflikt angehen können.

    Hallo vielen Dank für Eure bisher so zahlreichen Stellungnahmen und Beiträge


    ja das ist mir schon klar, das auch ich ein Stückweit aus mir rauskommen sollte, schwieriges Thema, da über mich selbst reden mir unheimlich schwer fällt, daran muss ich arbeiten - ok. ":/


    Hier wurde auch von Alternativen anbieten gesprochen - ja früher sind wir des öfteren auch mal gemeinsam Schwimmen/Saunieren gegangen, aber auch das ist irgendwie auch mangels Interesse seinerseits eingeschlafen. Selbst wenn ich ihm heute damit um die Ecke komme, ist er nicht gerade begeistert. Ich kann mir das auch nicht erklären. ???


    Gut, als wir uns kennen- und lieben gelernt haben, war er rank und schlank heute sieht er mir zeitweise aus, wie "schwanger" was aber z.T auch an meiner guten Küche liegt.


    Dazu muss ich weiter ausführen, das er auch nicht ganz gesund ist, er hat eine Krankheit - Morbus Bechterew - dabei versteift die WS in einigen Teilen und er bekommt einen "Buckel" was einen bereits bestehenden Bauch natürlich noch weiter "hervor hebt"


    Ich weiß nicht, ob er sich deswegen schämt oder es ihm einfach "genug" ist ?! Da diese Erkrankung auch mit Schmerzen verbunden sein kann :-/ . Er sagt zwar, er möchte sich davon nicht "beherrschen" lassen, doch nehme ich mal an, ist es auch ein Stückweit Grund, für seine ich sag mal "trantütigkeit" auf der Couch mit TV-Berieselung.


    Ich habe ihn gestern doch tatsächlich mal für 2 Stunden zum gemeinsamen Einkauf bewegen können, aber kaum wieder zu Hause, ging dasselbe "Spielchen" mit Dauer-TV weiter ! Gut draußen schiffte es in Strömen, was ja auch nicht unbedingt zu "Hyper-Aktivitäten" einlud. %-|


    Hier wurde schon gefragt was ich gegen Fernsehen habe ?


    Mir fehlt irgendwie das Verständnis dafür wie man sich stundenlang irgendwelchen "Mist" reinziehen kann ( Tiersendungen, Kochsendungen, Achtung Kontrolle etc... = scripted Reality ) ist es wirklich so unterhaltend andere dabei zuzuschauen, wie sie Mist verzapfen?


    Seine Arbeit bringt es leider auch mit sich, das dabei kaum Sozialkontakte entstehen, 12h arbeiten + 2h Pendeln mit dem Auto ist schon nicht einfach.


    Ich hätte ja nix dagegen, wenn er sich mal mit nem Kumpel ( wenn da einer wäre...) mal auf ein Bier etc...trifft, aber auch das passiert nicht. Da bleibe nur ich oder eben die Glotze was einerseits mich ja "ehrt" aber auch belastet.


    Da ich der Fixpunkt in unserer Beziehung bin, über die alles läuft oder eben auch nicht...egal ob Steuer, Geld, Auto etc...


    Ich sach immer ich darf alles - nur net ausfallen und/oder ernster erkranken ( Diabetes und div. Gelenkprobleme habe ich schon...) weil dann geht gar nix mehr zu Hause ( und in meinem Job). :-(


    Als kleinen "Fluchtpunkt" und um mal wieder andere Menschen kennen zu lernen, habe ich nun begonnen mich hier in unserer Stadt politisch zu engagieren. :-D


    Nur auch das scheint ihm "am Allerwertesten" vorbeizugehen. Da er sich kaum für (Kommunal-)Politik interessiert.


    Auch ist er nicht der "typ." Mann der sich für Sport oder wie bei Vielen Männern "Ihr heiliges Blächle" begeistern können. Was wiederum in mein Interessengebiet fällt, ich gehe regelmäßig ins Stadion und kann mich für alles begeistern was vier Räder und einen tollen Sound/Optik hat.


    Er ist irgendwie mehr ein "Denker" der sich für alles Technische oder Programmierungen "begeistern" kann.