@ Mittern8cht,

    Nein, es geht nicht nur Dir so. ;-)


    Allerdings gehe ich da nicht ganz so hart ins Gericht mit ihm (von wegen "einfach gestrickt", etc.)


    Es macht ihn mmN einfach nur doch irgendwie menschlich/normal/männlich...es IST eben kein Buch der Fantasie, sondern eine Geschichte, die das Leben schreibt/schrieb! :-)


    Und ich muss immer bei Roger Cicero's "Fachmann in Sachen Anna" an basil denken. ;-D das Album läuft derzeit bei mir im Auto!

    Zitat

    Bei dieser Frau habe ich gemerkt, dass etwas in mir passiert ist, dass da noch was geht und ich offen sein kann für Neues.


    Das heißt nicht, dass wenn Anna heute Abend alles beendet ich aktiv was Neues suche. Es ist nur ein Gefühl für mich, dass andere Frauen mich interessieren

    Genau DAS habe ich gemeint. DAS ist ein wichtiges Zeichen für Dich!


    Deswegen schrieb ich weiter oben "unabhängig von dieser neuen Frau". ;-)


    Und ja, ich weiß, dass DU nie was von Anna's Freundin wolltest...aber auch genau dieses "Spiel, welches da aus dem Ruder gelaufen ist" gab mir ein anderes Bild von Dir, als zuvor angenommen. Also nicht bezogen auf die emotionale/liebende Ebene sondern eben auch auf die Menschliche... ;-)

    @ Juli2006:

    Stimmt...von PLÖTZLICH kann man hier wirklich nicht sprechen. Er kämpft ja schon soo lange... :-(


    Ach Gott, was das wohl für ein Ende nimmt!?

    Zitat

    Wäre diese Gesichte ein Buch würde ich trotz noch ausstehendem Ende an dieser Stelle das Buch enttäuscht zuschlagen und in meinem Bücherregal verschwinden lassen....

    Wir befinden uns aber nicht in einem Roman von Leo Tolstoi und Basil ist nicht Prinz Kuragin. Das ist das echte Leben und Basil ist naicht dazu da um uns zu unterhalten, sondern um etwas Klarheit zu bekommen.

    Zitat

    Sie soll es spüren wie es ist auf die Gunst zu warten.

    Das hält sie glaub ich ganz gut aus, so wie es beim letzten Schlußmachen gelaufen ist. Außerdem wärst Du doch jetzt sowieso nicht verfügbar für sie. Das weiß sie.

    Same here! :)^

    Ich finde, dass das was gerade passiert, einfach nur menschlich ist. Außerdem bekommen wir hier nur immer Bruchstücke mit, wenn auch ausführlicher, als in den meisten anderen Fäden o:)


    Trotzallem kann ich Basils Gedanken nachvollziehen :)z Das ist einfach ein innerer Schritt (der wirklich laaange dauern kann), des sich lösens von Anna. Und vielleicht muss sie auch feststellen, dass er nicht ewig da ist und man einen Menschen nicht ewig hinhalten kann.


    Sie muss vielleicht auch mal aus ihrer Komfortzone raus. Basil ist nämlich bereit die Komfortzone Rund um die Affaire zu verlassen. Bei ihr wäre es andersherum, sie müsste sich mehr drauf einlassen.


    Aber sich bewusst auf Schmerz einzulassen, ist nunmal nicht leicht.


    Aber immerhin wüsste sie, dass da noch jemand auf sie wartet, der sie auffangen würde.


    So, ich bin wieder eine stille Mitleserin o:)

    Zitat

    Und vielleicht muss sie auch feststellen, dass er nicht ewig da ist und man einen Menschen nicht ewig hinhalten kann.

    So wie Basil das beschrieben hat, hatte sie sich klar positioniert. Von Hinhalten kann keine Rede sein. Ich halte sie auch nicht für feige.

    Zitat

    Basil. Wie war der Abend?

    Nun, nicht einfach.


    Leider kam sie mit Verspätung weil sie aufgehalten wurde und ich glaube, sie sah mir schon im Gesicht an, was los ist. Vielleicht interpretiere ich das auch nur und es war einfach das Wissen, dass ich 3 Wochen nicht da sein werde.


    Ich hatte mir sehr gut überlegt, wie ich das alles sagen sollte, ohne ihr wieder das Gefühl zu geben, dass ich sie bedränge oder ihr die direkte "Entweder-oder" Frage stelle. Also habe ich erstmal sehr betont, dass ich sie nicht unter Druck setze, ich aber finale Antworten brauche weil ich so nicht mehr weiter machen kann. Ich habe ihr gesagt, wie ich für sie fühle und wie ich mich selbst fühle und was sich an meiner Sicht auf uns verändert hat, dass ich eben nicht mehr damit glücklich bin, eine Affäre mit ihr zu haben, dass sie mir zu viel bedeutet und sie, wenn sie bei mir ist, mich viel zu glücklich macht als dass ich weiter mit dem Wissen leben muss, dass sie nicht meine Frau ist. Ich habe noch vieles anderes gesagt und dass ich auch weiß, dass sie mich liebt aber es so für mich nicht weiter geht. Sie hat es sich alles sehr in Geduld angehört und ich spürte, dass sie sehr bewegt war.


    Es war ein emotionales aber ein Gespräch, was nicht eine Konfrontation war. Sie hat sich nicht komplett abgeschlossen wie sonst. Sie war auch sehr ruhig und betont und hat mir ganz offen und ohne Schonung von ihren Ängsten und Befürchtungen erzählt. So offen und ohne Schonung, dass sich schon der Gedanke bildete, dass sie mir eine Trennung damit leichter machten oder erklären will.


    Kurz gefasst: Sie sagte, ihre größte Angst ist die Enttäuschung ihres Ehemannes. Sie hat Angst davor, ihn zu verletzen, weil er in dem Bewusstsein lebt, dass alles in Ordnung ist. Und in ihrer gemeinsamen Welt siebt sie ihn auch, sie schätzt ihn als Ehemann, als Partner, als langjährigen Freund. Das, gebe ich zu, hat sehr wehgetan, weil ich gegen diese 17 Jahre zeitlich nur wenig halten kann. Es fühlte sich hilflos an. Es gibt keinen Streit, keine Nöte, es herrscht Harmonie. Seinen Teil der Ehe findet er vollkommen. Ebenso sehen die Familie, Bekannte, Freunde sie als ein Traumpaar. Eine Vorzeigefamilie. Sie hat Angst vor dem Entsetzen der anderen, weil ohne Umschweife wäre sie alleine verantwortlich für das Ende dieser Idylle. Keine würde sie fragen wieso. Es hätte als Konsequenz, dass sie weg ziehen und neu beginnen müsste und die Kinder mit. Sie wäre für so viel Schmerz schuldig und davor hat sie Angst.


    Jemand von euch sprach davon, dass sie ihre Komfortzone verlassen muss – das denke ich ist eine Hauptpunkt. Es ist ihr bewusst aber sie hat sehr Angst.


    Ich kann es ihr verstehen. Und sie hat mir wirklich so leidgetan weil sie hat bitterlich geweint und es fiel mir wirklich schwer ihr zu sagen, dass ihre Entscheidung über uns entscheidet.


    Mir tat es weh, dass ihre Angst sie von uns abhält. Ich bin doch da – und scheiß auf die Leute. Aber das habe ich für mich behalten – was hätte diese Floskel genutzt?


    Egal…wir konnten die Antworten oder die Lösung in dieser Nacht nicht finden.


    Aber sie ist auch nicht gegangen oder geflüchtet – sie ist bei mir geblieben und hat mich am nächsten Morgen zum Flughafen gebracht. Der Abschied war nicht so, dass ich das Gefühl hätte, ich würde sie nicht wieder sehen. Aber sicher bin ich mir auch nicht. Ich weiß nicht.


    Wir haben vereinbart, dass jeder von uns die drei Wochen der räumlichen Trennung nutzt, um sich Gedanken zu machen, wie es nun weiter gehen oder ob es enden muss. Ich habe auch um keinen Kontakt per Telefon, mail oder was auch immer gebeten weil ich selbst überdenken muss. Natürlich darf sie mich anrufen, wenn sie mich wirklich braucht, das ist klar. Aber keine Nachrichten a la "Guten Morgen mein Liebster!" oder so etwas. Es würde mir eine Beziehung zwischen uns illusionieren, die es seit Freitagnacht nicht mehr gibt.


    So ist jetzt momentan eine selbst auferlegte Stille zwischen uns. Ich weiß nicht, ob das richtig war. Denn ich habe nun das schlechte Gewissen, dass ich sie nun in ihrer Not alleine lasse. Es ist immer, am Ende denke ich, ich war unzulänglich.


    Mir ist nur wieder bewusst geworden, dass ich sie sehr liebe. Als neu zu bewundern habe ich ihre Art entdeckt, Dinge anzuhören und zu reagieren ohne schnippisch oder ablehnend zu werden.

    jeany

    Zitat

    Und ich muss immer bei Roger Cicero's "Fachmann in Sachen Anna" an basil denken.

    Ich kannte dieses Lied nicht und habe es, nachdem du es nanntest, angehört.


    Das ist ein Scheißlied und ich kann nicht aufhören es immer wieder zu hören.


    Nun, ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum!

    schilcher

    Hast du Tolstois "Krieg und Frieden" gelesen? Respekt!


    Aber zur Enttäuschung aller Fans der klassischen Russische Literatur gibt es das Werk "Krieg und Frieden" nicht. Vielmehr ist das Werk, wie wir es heute kennen, eine Zusammensetzung aus mehreren Werken. Wusstest du das?


    Aber das ist sehr über das Thema hinaus.

    Zitat

    Kurz gefasst: Sie sagte, ihre größte Angst ist die Enttäuschung ihres Ehemannes. Sie hat Angst davor, ihn zu verletzen, weil er in dem Bewusstsein lebt, dass alles in Ordnung ist. Und in ihrer gemeinsamen Welt siebt sie ihn auch, sie schätzt ihn als Ehemann, als Partner, als langjährigen Freund. Das, gebe ich zu, hat sehr wehgetan, weil ich gegen diese 17 Jahre zeitlich nur wenig halten kann. Es fühlte sich hilflos an. Es gibt keinen Streit, keine Nöte, es herrscht Harmonie. Seinen Teil der Ehe findet er vollkommen. Ebenso sehen die Familie, Bekannte, Freunde sie als ein Traumpaar. Eine Vorzeigefamilie. Sie hat Angst vor dem Entsetzen der anderen, weil ohne Umschweife wäre sie alleine verantwortlich für das Ende dieser Idylle. Keine würde sie fragen wieso. Es hätte als Konsequenz, dass sie weg ziehen und neu beginnen müsste und die Kinder mit. Sie wäre für so viel Schmerz schuldig und davor hat sie Angst.

    Das ist (für Dich leider) absolut nachvollziehbar!

    Ich kann alles nachvollziehen, außer das hier:

    Zitat

    Ebenso sehen die Familie, Bekannte, Freunde sie als ein Traumpaar. Eine Vorzeigefamilie. Sie hat Angst vor dem Entsetzen der anderen, weil ohne Umschweife wäre sie alleine verantwortlich für das Ende dieser Idylle. Keine würde sie fragen wieso.

    Ich mache doch mein persönliches Glück nicht von den Gedanken, Entsetzen, Empfindungen anderer anhängig.

    Zitat

    Ich mache doch mein persönliches Glück nicht von den Gedanken, Entsetzen, Empfindungen anderer anhängig.

    Hm, so einfach, glaube ich, ist es dann nicht. Ich denke, es ist leichter gesagt, dass man beim eigenen Glück nicht auf andere achten sollte.


    Aber was ist, Fiona, wenn diese anderen ein Teil des Glückes sind? So ist es in Annas Fall Ihre Freunde (sicher wären einige davon danach noch bei ihr), ihre Familie - auch die würden zu ihr halten. Doch hat sie Angst vor dem Urteil zu dem man sie nicht befragt. Sie wird immer die "Ehebrecherin" sein. Sie hat Angst vor dem "....egal was du getan hast - wir lieben dich trotzdem" - diese Jovialität ist ihr zuwider.

    Das mit dem Traumpaar ist ja deine Wortwahl, Basil. Ich lese einfach heraus, dass es ihr Leben ist, was sie sich bewahren will. Sie will keine so grundlegende Änderung, vielleicht auch in dem Wissen, dass auch ein geliebter Affärenmann mit der Zeit ein Alltagsmann wird und mit ihrem Mann weiß sie, dass es gut geht, was sie an ihm hat. Die Kinder kommen in deiner Schilderung sehr kurz nur vor, aber ich bin mir sicher, dass ein Herausreißen aus der Familie, die Trennung vom Vater, eine neue Umgebung einschließlich neuem Mann für sie ein großes Problem darstellt und auch eure Beziehung sehr belasten würde. Denkst du, nach so einer Trennnung wäre sie noch dieselbe Frau wie jetzt? Du hast von ihr nur einen Teilausschnitt, wenn auch einen faszinierenden.


    Komfortzone wird dieser Situation nicht gerecht, das klingt wie 5 Sternehotel gegen Vorstadtreihenhäuschen. So auf der Oberfläche läuft das nicht ab, eine lange und gute Beziehung, Familie, Freunde, Verwandte, das ist etwas anderes als Komfort.

    Zitat

    Ich denke, es ist leichter gesagt, dass man beim eigenen Glück nicht auf andere achten sollte.

    Ich meine nicht, dass man grundsätzlich nicht auf andere achten sollte. Ich kann es zum Beispiel zu 100% nachvollziehen, dass Anna ihren Mann nicht verletzen und verlieren will.


    Aber Menschen, die mich verurteilen, die die Situation nicht hinterfragen und in schlechten Zeiten nicht an meiner Seite zu finden sind - das sind keine Freunde, das sind Menschen, die überflüssigerweise irgendwie in mein Leben getreten sind. Gleiches gilt für Bekannte.

    Zitat

    Aber was ist, Fiona, wenn diese anderen ein Teil des Glückes sind?

    Bist du nicht auch Teil ihres Glückes?