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    Aber mit allem Verlaub, gerade weil sie die Defizite einer Ehe nicht verstehen muss man sie als Kinder sehen. Das heißt, dass Kinder in dem Alter gar nicht in der Position sind, Schuldzuweisungen zu machen. Und wenn sie es doch tun, dann werde ich alles daran setzen ihre Mutter zu schützen, meinen Teil zu erklären, unterstützend zu wirken und sie, soweit mir möglich, da hindurch zu begleiten. Und so, wie ich Anna einschätze, ist sie als Frau so gefestigt, dass sie Anschuldigungen ihrer Kinder zum einen nicht zulässt und zum anderen aushält und sie da hindurch begleitet.

    Ich glaube in Bezug auf die Relevanz des Kinder-Themas liegst du falsch. Ich kann mich noch erinnern wie du über dein eigenes Kind (Sohn?) geschrieben hast. Das fand ich (und andere) ziemlich gefühlskalt und gleichgültig. In Bezug auf Annas Kinder liest du dich genauso. Von dem was in Kindern vorgeht scheinst du wenig Ahnung zu haben.

    Nun, ich ticke nicht pädozentriert, das stimmt. Das werde ich auch nie. Meiner Meinung nach ist das ohnehin ein nervige Unart! Aber das ist nicht das Thema!


    Aber ich glaube, so falsch liege ich nicht, wenn ich sage, dass Kinder nicht in der Lage sind eine solche Situation zu bewerten und man sie deshalb da durch begleiten muss, sich erwachsen positionieren muss und von ihrer kindlichen Meinung distanzieren muss. Das heißt nicht, dass man sie nicht ernst nehmen muss.


    Wenn ich mir früher, als Kind, angemaßt hätte über das Verhalten eines Erwachsenen zu urteilen, dann hätte ich von meinem Vater eine Tracht Prügel bekommen. Die Prügel heiße ich nicht gut, das ist Grund auf falsch - aber der Gedanke dahinter, dass Kinder nicht über das Verhalten von Erwachsenen zu urteilen haben, teile ich mit meinem Vater.


    Das ändert sich natürlich mit zunehmendem Alter der Kinder!


    Aber das ist wirklich nichts, worüber ich diskutiere!

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    Wenn ich mir früher, als Kind, angemaßt hätte über das Verhalten eines Erwachsenen zu urteilen, dann hätte ich von meinem Vater eine Tracht Prügel bekommen. Die Prügel heiße ich nicht gut, das ist Grund auf falsch - aber der Gedanke dahinter, dass Kinder nicht über das Verhalten von Erwachsenen zu urteilen haben, teile ich mit meinem Vater.

    Diese Art zu denken finde ich illusionär. Urteilen ist ein menschlicher Zug der in jedem - auch in Kindern - statt findet. Ständig. Es ist völlig egal ob Du findest das Kinder das nicht zu tun haben oder nicht. Er findet statt. Dein Vater hat Dir vielleicht mit Prügel abgewöhnt Dein Urteil in einem bestimmten Alter laut zu äussern, aber es war trotzdem vorhanden.


    Natürlich kann man Kinder so erziehen. Dass man ihnen den Mund verbietet und sie dazu bringt alles in sich reinzufressen. Das führt dann zu hübschen Neurosen und anderen Unsicherheiten.


    Oder man ergreift eine Gelegenheit wie diese wo Kinder vielleicht ein unbequemes Urteil aussprechen dazu Kindern zu zeigen, dass es nicht immer nur eine richtige oder falsche Lösung gibt und hält eben auch aus, wenn Kinder aus ihrem ureigensten Interesse heraus -nämlich der Angst das sichere Heim zu verlieren - eben sehr wohl ein Recht darauf haben das Verhalten von Erwachsenen scheisse zu finden.


    Es erfordert ein gutes vorleben der Eltern wie man mit schwer lösbaren Konflikten umgehen kann. Und eben auch, ein vorleben dessen, dass manchmal die eigenen Entscheidungen als erwachsener dazu führen, dass nicht alles rosarot und schön ist, sondern eben auch mal hässlich und vielleicht sogar tragisch. Den Umgang mit dem negativen gezeigt zu bekommen ist für Kinder genauso wichtig wie die heile Welt.

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    Wenn ich mir früher, als Kind, angemaßt hätte über das Verhalten eines Erwachsenen zu urteilen

    Als Kind hatte ich nicht alles ausgesprochen, aber durchaus mir meinen Teil gedacht (ja, meine Eltern konnten da auch sehr ungemütlich werden)- und ja, mein Vater war irgendwann fremdgegangen- ich fand das schon als Kind ein Arschverhalten, insbesondere, weil er meiner Mutter einen Haufen Hausarbeit und Kinderbetreuung aufgebürdet hatte und selbst chillte (und das für selbstverständlich nahm)- klar wurde meine Mutter über diese Situation sehr unzufrieden und schimpfte- mein Vater änderte die Situation nicht, sondern ergriff die Flucht zu einer anderen Frau ... meine Meinung hat sich diesbezüglich bis heute nicht geändert- insbesondere verachte ich Betrug, Verlogenheit, Rücksichtslosigkeit und fehlende Offenheit. Kinder sind nicht so doof, wie manche Eltern denken- mitunter registrieren sie innerfamiliäre Probleme wesentlich sensibler, als das Vater oder Mutter tun.

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    Kinder sind nicht so doof, wie manche Eltern denken- mitunter registrieren sie innerfamiliäre Probleme wesentlich sensibler, als das Vater oder Mutter tun.

    Ich habe nicht gesagt, das Kinder doof sind.


    Deswegen sage ich noch einmal: Kinder müssen durch die Situation begleitet werden, man muss ihnen natürlich den Raum geben, die Situation zu erleben und einzuordnen, was nicht heißen soll, dass sie über alles Bescheid wissen müssen. Natürlich beurteilen sie die Situation. Vielleicht habe ich mich da etwas unglücklich ausgedrückt.


    Sie sollen fühlen und einordnen, aber ich denke, dass man sich davon als Erwachsener nicht aus der Ruhe bringen lassen darf und es nicht "persönlich" nehmen darf. Es sind Kinder, und wie schon gesagt, sie können die Situation gar nicht adäquat einschätzen. Deswegen sehe ich den Part der Erwachsenen darin, die Gefühle der Kinder wahr zu nehmen, feinfühlig zu sein, egal was sie mir vorwerfen oder sagen, ihnen ruhig und erwachsen-distanziert aber offen und warmherzig zu begegnen.


    Wenn eines der Kinder zu mir sagen würde "Du sag mal - warum hast du meinem Papa die Mama weg genommen?", dann setze ich mich mit dem Kind hin und finde erklärende und tröstende Worte. Sagt aber das selbe Kind zu mir "Du Arsch, verpiss dich und lass deine Finger von meiner Mutter!" dann würde ich ihm ruhig sagen, dass es so mit mir nicht redet und mich wieder ansprechen darf, wenn der Ton sich geändert hat. Verständnis für Wut habe ich, aber ich muss mich in diese Art der Situation nicht hinein ziehen lassen.


    Aber zum einen glaube ich, dass das jetzt sehr hypothetisch wird.

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    Wenn ich mir früher, als Kind, angemaßt hätte über das Verhalten eines Erwachsenen zu urteilen, dann hätte ich von meinem Vater eine Tracht Prügel bekommen. Die Prügel heiße ich nicht gut, das ist Grund auf falsch - aber der Gedanke dahinter, dass Kinder nicht über das Verhalten von Erwachsenen zu urteilen haben, teile ich mit meinem Vater.

    Da bin ich zum Glück ganz anders erzogen. Meinen Eltern wäre auch nichts anderes übrig geblieben als zu akzeptieren, dass ich nun mal bestimmte Meinungen habe, denn ich hatte sie, ohne vorher um Erlaubnis zu fragen, und ich habe sie auch geäußert.

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    Aber das ist nicht das Thema! (...) Aber das ist wirklich nichts, worüber ich diskutiere!

    Tsts, so viele Ausrufungszeichen!


    Natürlich ist es deine Sache, was du in einem Forum mit Fremden diskutieren willst. Aber ob es dir passt oder nicht, Annas Kinder SIND Thema, Annas Thema, und deinen Zwecken ist deine Haltung (ihren) Kindern gegenüber nach meiner Einschätzung hinderlich.

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    Aber ob es dir passt oder nicht, Annas Kinder SIND Thema, Annas Thema, und deinen Zwecken ist deine Haltung (ihren) Kindern gegenüber nach meiner Einschätzung hinderlich.

    Ja, und genau deswegen werde ich, wenn es einmal so weit kommen sollte, auch mit ihr ausdiskutieren.


    Mir ist vollkommen klar, dass dies ein essentielles Thema zwischen ihr und mir werden wird und auch muss, wenn es denn wird.


    Aber nicht hier! Dafür ist die Situation zu sehr weit weg.

    Basil75


    Auch, wenn ich das Thema selbst aufgeworfen habe, um Dir die Relevanz aufzuzeigen, dass Anna's Kinder ein zentrales Thema zwischen euch sein wird. So bleibt vorerst eure Zweier-Beziehung das dominante Thema.


    Anna wird das Thema Kinder und reale Begegnung mit ihnen erst dann wieder ins Gespräch bringen, wenn klarer ist was die Entwicklung eurer Paar-Ebene betrifft.


    Nach meiner Erfahrung entwickeln sich viele Dinge eigenständig, ohne das man sie forciert beeinflussen könnte. Kinder haben einen gesunden Urinstinkt und erkennen schnell, wem sie vertrauen wollen und wer in ihren inneren Dunstkreis darf. Sie setzen oft viel schneller Grenzen, wenn man ihnen kein unterwürfig angepasstes Verhalten anerzogen hat.


    Ich bin sehr froh, dass sich Erziehungsmethoden wie Du sie erwähnt hast nicht mehr allgemein


    gültig in das neue Jahrtausend rüber gerettet haben, weil sie erwiesenermaßen Kinderseelen und die Eltern-Kind-Beziehung nachhaltig belasten.


    Aber ich habe Dich auch nicht so verstanden, dass diese für Dich heute noch akzeptabel sind.

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    Sie hat mich damals ermutigt, sogar gebeten zu bleiben, weil sie mich nicht aus ihrem Leben lassen wollte, ihre Worte waren, ich soll nicht zurück nach Russland gehen, weil sie sich in mich verliebt hätte und ich ihr sehr wichtig bin. Sie hat mich gebeten, der Stelle hier eine Chance zu geben. Sie erweckt nicht den Eindruck, dass sie mich zurück nach Sibirien wünscht, sie ist ein Teil dieser Entwicklung, eine Begleitung!

    Wieder einmal mehr fällt mir ihr unfaires, eogistisches Verhalten auf... :-(


    ??Auch wenn damals vllt. auch noch gar nicht so konkret klar war, wohin die Reise für Euch geht...ich find es einfach unmöglich so etwas von Jemandem zu verlangen bzw. darum zu beten zu bleiben. Zumal Du ja sagst, dass SIE damals auch ausschlaggebend für deinen Verbleib in Deutschland war.?? :-|

    ich finde das verhalten nicht mal unfair! Basil ist schon groß und kann ja für sich abwägen, wie er selber sich entscheidet... unfair wäre es nur gewesen, wenn sie ihm versprechungen gemacht hätte, damit er bleibt.

    Ich will hier nichts und niemanden verteidigen.

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    Wieder einmal mehr fällt mir ihr unfaires, eogistisches Verhalten auf... :-(

    Aber frisch verliebte Menschen sind in aller Regel in einem Ausnahmezustand und neigen aus ganz verständlichen Gründen zu egoistischem Verhalten, um die eigenen, aber auch die Bedürfnisse des jeweiligen Gegenübers zu beeinflussen. Das ist nicht in jedem Fall durchgängig positiv, aber hier schließe ich mich Die Seherin vollständig an:

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    ich finde das verhalten nicht mal unfair! Basil ist schon groß und kann ja für sich abwägen, wie er selber sich entscheidet... unfair wäre es nur gewesen, wenn sie ihm versprechungen gemacht hätte, damit er bleibt.

    Na klar...ich stimme Euch zu! :)z


    Aber gerade bei solch "schwerwiegenden" Entscheidungen würde ich NIEMALS (und ja, ich hatte die Situation auch schon und war auch sehr verliebt) Jemanden dazu überreden bzw. darum beten doch bitte zu bleiben, wenn ich nicht ernsthafte Absichten hätte, (in diesem Fall hier) ein gemeinsames Leben anzustreben.

    Gut, versprochen hat sie Nichts, nein...aber doch irgendwo Hoffnungen geschürt!


    Umso mehr verstehe ich basil, dass er da schlussendlich eine Entscheidung einfordert!

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    Umso mehr verstehe ich basil, dass er da schlussendlich eine Entscheidung einfordert!

    Daran arbeitet er doch gerade. Sie hätte auch schon früher getroffen werden können, sicher. Aber das ist wie bei anderen Dingen auch ein Reifeprozess, den man nur dann beschleunigt, wenn man in der Lage ist sehr konsequent zu sein. Und gerade das, ist in der Liebe manchmal so verdammt schwer. :-|

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    Und gerade das, ist in der Liebe manchmal so verdammt schwer. :-|

    :)z


    Es ist Basils Weg. Er wird ihn gehen. In seinem Tempo. Von außen ist es doch immer leicht. Aber wenn man mitten drin steckt sieht die Sache anders aus.

    Seherin

    Danke, dass Du das nochmal geschrieben hast, wie es bei Euch war! Ich kenne Deine Geschichte, aber ich wusste nicht mehr, dass Eure beiden Ursprungspartner sich letztendlich getrennt haben.