Klar leiden Kinder auch, wenn Eltern sich streiten und zusammenbleiben, obwohl es nicht mehr geht.


    Aber von ständigem Streit in Annas Ehe war ja nie die Rede...eher nur von ihrem Gefühl, es reiche ihr nicht mehr in der Ehe... und dem sich neu verlieben.


    Also seine Schuld, was man den Kindern antut, wenn man es eben nicht hinkriegt den Kindern eine Trennung der Eltern zu ersparen, sollte man schon ehrlich sehen und es nicht verklären oder schön reden.

    Zitat

    positive emotionale Bindung kann nie zu eng sein

    Wenn sie so wirkt, dass sie abhängig machend (von den Eltern) wirkt und die Entwicklung von Eigenständigkeit/Selbstständigkeit behindert, sehr wohl. Eine zu enge emotionale Bindung (oder Abhängigkeit) an die Eltern kann auch spätere Partnerbeziehungen erschweren.

    ich bin da bei wintersonne, eine gute emotionale Bindung gibt den Kindern genau das was sie brauchen um sich später mutig abnabeln zu können.


    Und auch ich habe aus Basils Schilderungen nicht gelesen, dass Anna eine Ehe führte, die den Kindern irgendeinen Schaden zugefügt hätte, eher im Gegenteil.

    Anna fehlt definitiv was, aber ich glaube nicht, dass es den Kindenr ebenso geht, oder dass die Kinder zu Hause leiden.

    Zitat

    Indem ich von ihr verlangen würde, dass sie sich von ihrem Mann trennt um mit Kind und Kegel zu mir zu kommen, würde ich ihr ein Leben mit mir versprechen. Und dieses Versprechen könnte ich nicht halten.

    Was hat sich in dir geändert Basil, seitdem du dies geschrieben hast?

    Zitat

    eine gute emotionale Bindung gibt den Kindern genau das was sie brauchen

    Ich dachte, dass es rübergekommen wäre, das es nicht gegen eine gute emotionale Bindung ging, sondern um ein zuviel davon.

    sensibelmann

    Zitat

    Ich wünsche dir und Anna viel Spaß im weiteren Leben- versaue es nicht ...

    Danke, das ist ein Wort unter Männern. Ich werde alles tun, es nicht zu versauen.

    Leo-404

    Ich gebe zu, ich weiß nicht richtig, wie ich mit deinem Beitrag umgehen soll. Ist es deine Erfahrung mit Frauen, ist es dein Rückschluss, bist du ein einfacher Mann, der sich mit wenig glücklich gibt und ein Mehr an Erwartung mit Unentschlossenheit verwechselt oder hast du tatsächlich Frauen getroffen, die dir vermittelt haben, dass sie nicht wissen was sie wollen? Oder willst du provozieren?


    Ich jedenfalls habe nicht die Erfahrung gemacht, dass Frauen grundsätzlich nicht wissen, was sie wollen. Und die Tatsache, dass Anna eine Entscheidung getroffen hat, auch wenn diese bei einigen auf Unverständnis trifft, zeigt doch, dass sie sehr wohl weiß, was sie will.

    Zitat

    Ja, jede Frau würde sich einen erfolgreichen, gutaussehenden Top-Manager mit einem 20 cm Schniedel wünschen, der zu Hause einen liebevollen Familienvater gibt, sie regelmäßig ausführt und immer wieder mit seinem tollen Humor beeindruckt.

    In vieler Sicht hatte Anna so einen. Die Sache mit den 20 cm kann ich nicht beurteilen.


    Aber was ist, wenn dass was der Partner will nicht mehr mit dem passt, was die Partnerin will. Was, wenn beide wissen, was sie wollen, sich jedoch das Erstrebte so weit voneinander entfernt, dass es nichts Gemeinsames mehr hat?

    LadyMadonna & wintersonne & Süntje

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    Eine Trennung der Eltern tut den Kindern weh, sie kann Schaden verursachen (auch wenn die Erwachsenen gut damit umgehen und nicht zusätzlich weitere Fehler machen) und die Folgen für die Kinder sich schön zu reden, halte ich für unrealistisch.

    Dass eine Trennung der Eltern nicht ohne Spuren an den Kindern vorbei geht, das weise ich nicht von der Hand. Dass aber Kinder allein durch eine Scheidung Schaden nehmen, dass diese Spuren negativ sind bestreite ich. Das wäre viel zu einfach! Es klingt für mich auch oft nach einem letzten hilflosen Versuch den Partner am Gehen zu hindern – nach dem Motte "Denk doch an die Kinder".


    Ich habe oft besonders bei Frauen erlebt, dass sie einen gehenden Mann mit diesem letzten verzweifelten Argument emotional erpressen wollten bei ihnen zu bleiben.


    Nochmal: Eine Scheidung allein macht keine für das Leben traumatisierten Kinder. Was einen nachteiligen Einfluss auf die weitere psychische Entwicklung der Kinder macht, ist der Umgang der Eltern in dieser Zeit miteinander und mit den Kindern.


    Werden in die Sache, in die Themen und die Krisen hineingezogen, wird ihnen vermittelt, dass sie ein Teil davon sind, werden sie vielleicht sogar als Ehepartnerlicher Machtkämpfe benutzt oder im eigenen Schmerz vergessen, dann nehmen Kinder Schaden. Kinder nehmen auch Schaden, wenn man das andere Elternteil schlecht redet oder die Kinder durch sie überfordernde Erklärungen und Schilderungen der Problematik versucht zum Verständnis für das entsprechende Elternteil zu bewegen.


    Meiner Meinung nach, ist es wichtig, Kindern in dieser Situation Stabilität zu vermitteln. Eine Familie positioniert sich neu. Das ist nicht einfach. Aber immer müssen die Kinder das Gefühl haben, dass es zwar anders aber stabil ist und dass der Elternteil, der nun nicht mehr jeden Tag greifbar ist, trotzdem da ist, weder weg noch ausgeschlossen oder an Status für die Kinder verloren hat.


    Dafür braucht es stabile Erwachsene, und ich glaube, das sind wir.


    Scheidung A ist nicht wie Scheidung B.


    Und erst recht ist es nicht so, dass das gleiche Ereignis auf unterschiedliche Menschen denselben Einfluss hat.


    Wir haben viel darüber geredet, auch Anna hat mit ihrem Mann darüber geredet, auch schon bevor eine Scheidung präsent war.


    Ich halte uns nicht für oberflächlich im Umgang mit der Situation – im Gegenteil.

    Zitat

    Vielleicht gehst Du in Deiner sehr positiven Sichtweise von Deinem momentanen Glücksgefühl aus.

    Vielleicht ist das so. Vielleicht machen wir das.


    Momentan lasse ich viel auf mich zukommen, rede viel mit Anna, richte mich nach ihr – was mir leicht fällt, denn ihre Art mit der Sache umzugehen ist auch meine Art.


    Pragmatisch, abgrenzend und mit Maß und Ziel.


    Vielleicht bin ich auch optimistisch, weil es gut läuft.


    Ich kann gut mit den Kindern reden, besonders das größere der beiden Kinder ist sehr freundlich und ich denke, sie vertraut darauf, dass ich wahr bin wenn ich ihr sage, dass ich ihren Papa nicht ersetzen kann oder will und ihn ihr weder verbiete und es auch nicht so ist, dass ich ihn nicht mag. Wir hatten dieses Gespräch vor ein paar Tagen und es war gut, freundschaftlich. I


    Ich glaube, ihr war wichtig, zu wissen, dass es ihren Vater noch immer für sie gibt, wie sie ihn kennt und ich nichts dagegen unternehmen will.


    Bei dem jüngeren der Kinder habe ich das Gefühl, dass er mich nicht als Konkurrent zu seinem Vater wahrnimmt. Er einfach um die nun doch vorhandene räumliche Trennung trauert. Aber das wird sich zeigen, ich bleibe wachsam und intuitiv.

    Zitat

    Aber von ständigem Streit in Annas Ehe war ja nie die Rede...eher nur von ihrem Gefühl, es reiche ihr nicht mehr in der Ehe... und dem sich neu verlieben. Also seine Schuld, was man den Kindern antut, wenn man es eben nicht hinkriegt den Kindern eine Trennung der Eltern zu ersparen, sollte man schon ehrlich sehen und es nicht verklären oder schön reden.

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    Anna fehlt definitiv was, aber ich glaube nicht, dass es den Kindenr ebenso geht, oder dass die Kinder zu Hause leiden.

    Wer redet schön? Wir haben Ansichten, die vielleicht nicht in das Scheidungs-Trauma-Drama passen, dass hier prophezeit wird und das wohl auch so erwartet wird. Es ist Schwarzmalerei, was ihr betreibt. Und das ist weder mein noch Annas Wesen.


    Muss eine Frau geschlagen und wirklich schlecht behandelt werden, um das Recht zu haben, sich zu trennen? Muss eine Ehe tatsächlich im Streit auseinander gehen? Ist Streit und schlecht behandelt werde wirklich der einzig legitime Grund für eine Trennung?


    Kann es nicht sein, dass zwei Menschen, die so viele Gemeinsamkeiten hatten, dass sie eine Zukunft hatten, sich in knapp 20 Jahren so entwickeln, dass die Dinge, die sie nun priorisieren nicht mehr miteinander vereinbar sind.


    Bei Anna und ihrem Mann ist es so, dass die Dinge, die sie vor 20 wollten, dieselben waren und erreicht sind. Aber die Dinge, die sie für die nächsten 20 Jahre wollen, nicht dieselben sind und wohl auch nicht in einen Einklang gebracht werden können. Es wurde versucht. Und er fängt an, es einzusehen.


    Aber egal, ich kämpfe hier nicht für Absolution für Annas Tat, ich denke nur, dass es in dieser Hinsicht keine Legitimität und kein Schema F gibt.

    Zitat

    Anna fehlt definitiv was, aber ich glaube nicht, dass es den Kindenr ebenso geht, oder dass die Kinder zu Hause leiden.

    Richtig.


    Und genau das sehe ich als Vorteil für das weitere Verhältnis der Kinder zu den leiblichen Eltern bzw. zum Vater.

    Süntje

    Zitat
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    Indem ich von ihr verlangen würde, dass sie sich von ihrem Mann trennt um mit Kind und Kegel zu mir zu kommen, würde ich ihr ein Leben mit mir versprechen. Und dieses Versprechen könnte ich nicht halten.

    Was hat sich in dir geändert Basil, seitdem du dies geschrieben hast?

    Nun, viele Gespräche.


    Indem ich immer und immer wieder gesagt habe, dass ich mit ihr leben will haben wir, auch wenn sie abgeneigt war, einfach darüber geredet. Und ich habe gemerkt, dass ich das eigentlich kann, dass sie nicht nur mit mir zusammen ist, um ein paar aufregende Stunden zu verbringen. Ich merkte, dass ich mehr wert bin, ihr mehr wert bin, als ein Mann fürs Bett.


    Auch ich habe sie besser kennengelernt im letzten Jahr. Ich merkte, dass sie keine Frau ist, die jeden Tag einen Mann braucht, der zu Hause ist. Dass es nicht ihre Definition einer guten Beziehung ist, jeden Abend im selben Bett einzuschlafen. Romantisch ist es, ja. Aber nicht ausschlaggebend.


    Ich merkte, auch sie braucht keinen Sonnenschein für ein schönes Wochenende. Es waren so Kleinigkeiten.


    Diese unglaublich aufzehrende Zeit, in der mit jedem Schritt, den ich in sie tat sie zwei nach hinten ging, es war eine Zeit des auch mich Kennenlernens und des Erfahrens, dass ich eben nicht für eine Beziehung völlig unbrauchbar bin. Ich muss halt nur die richtige Frau finden, und das ist sie. Es ging nur darum, sie zu überzeugen.


    Als ich das schrieb Süntje, meinte ich, dass Frauen die selbstbewusst und so tough sind, dass sie einen Alltag und ein Auskommen komplett allein meistern können, jemanden wie mich gern in ihrem Leben haben – als Mann für gewisse Stunden und ohne Verpflichtung, aber nicht für eine Beziehung und dass Frauen, die eine feste Beziehung wollen, einen Mann wollen, der jeden Abend zu Hause ist und der sich um sie kümmert, auf sie aufpasst, sie bevormundend beschützt und an die Hand nimmt so einen wie mich vielleicht interessant finden, vielleicht begehrenswert, aber wenn sie sehen, was es bedeutet doch den Finanzbeamten nehmen.

    Zitat

    Ich merkte, dass sie keine Frau ist, die jeden Tag einen Mann braucht, der zu Hause ist.

    Ich würde mich da nicht allzusehr auf Worte verlassen, Nähe schafft Bindung- das schon aus rein biologischen (neurologischen, hormonellen) Gründen. Die Gründe dafür,warum eine Frau vorgibt, nicht jeden Tag den Mann zu brauchen, können sehr vielfältig sein, müssen aber nicht in jedem Fall die tatsächlichen Bedürfnisse wiederspiegeln.


    Fremdgeaktivitäten nehmen mit der Trennungsdauer und Trennungshäufigkeit der Partner zu. (klar kann auch Nähe fehlen, wenn beide sich regelmäßig in derselben Wohnung aufhalten). Ich wäre an deiner Stelle vorsichtig wenn es um das Herumreisen geht.

    sensibelmann

    Ich verstehe, was du sagst.


    Die Zeiten, in denen ich drei Wochen in Lateinamerika war, 1 Woche zu Hause unter Druck entspannt habe um dann für 4 Wochen nach China zu fliegen um mich danach auf die Zeit in Europa vorzubereiten, sind vorbei. Ich reise nicht mehr so viel. Manche Dinge müssen aber sein, immerhin habe ich noch einen Vertrag in Russland für ein paar Jahre und den erfülle ich, denn die Konventionalstrafe wäre ungut. Und andere Sachen reizen mich einfach, gerade habe ich Sommerintensivkurs geleitet, das macht Spaß junge Talente zu sichten und zu trainieren und das Potential zu sehen. Und darum bin ich geworden, was ich bin. Und ich habe eine Rolle angenommen, dessen Proben aber in Moskau sind, nicht ständig aber geballt. Mittlerweile habe ich auch, was meine Probezeiten betrifft, ein gewichtiges Mitspracherecht. Ich nehme mir mit meiner Erfahrung, meinem Stand als führender Solist und der Hauptrolle einfach heraus zu sagen, wann ich in Moskau probe und wann in Deutschland. Dann muss meine Tanzpartnerin kommen. Und die anderen müssen sich um mich arrangieren. Das macht es einfacher, das lässt uns mehr zusammen sein und planen.


    Bei den letzten Proben in Moskau hat Anna mich ein paar Tage begleitet, was ich unglaublich toll und inspirierend fand. Und die andere Zeit habe ich ihr einfach Liebesgrüße aus Moskau geschickt. ;-)


    Wenn das neue Semester beginnt, bin ich wieder viel zu Hause, da gehe ich morgens aus dem Haus und bin am abends auch zu Hause.


    Ich denke, ich bin kein Exot, ich denke, es gibt viel Männer, die nicht jeden Tag zu Hause sind und es funktioniert.


    Aber ich danke für den Hinweis, ich werde achtsam sein und sehen, wie es sich zwischen Anna und mir einlebt und welchen Rhythmus wir finden.

    Zitat

    Ich merkte, dass ich mehr wert bin, ihr mehr wert bin, als ein Mann fürs Bett.

    das ist ein schöner Satz @:)


    Und ich wünsche euch, dass es funktioniert und eure Liebe Bestand hat, auch wenn viele Dinge jetzt völlig anders werden. :)*

    Ja Süntje, ich weiß. Ich freue mich, und die letzten drei Jahre haben mich auch gut vorbereitet.


    Natürlich sind wir bewusst, dass es nun nicht mehr nur um uns geht. Aber genau gibt auch Perspektive und der Beziehung Struktur.


    Ich freue mich auf das, was kommt.

    Zitat

    immerhin habe ich noch einen Vertrag in Russland

    Naja, vielleicht gelingt es ja (wenn Anna Lust und Zeit dazu hat) Anna öfter mal dorthin mitzunehmen.

    Zitat

    Bei den letzten Proben in Moskau hat Anna mich ein paar Tage begleitet, was ich unglaublich toll und inspirierend fand.

    Genau so.

    Zitat

    ich denke, es gibt viel Männer, die nicht jeden Tag zu Hause sind und es funktioniert

    Naja, das ist relativ. Überproportional häufig funktioniert es nicht. Deswegen würde ich das nicht so leichtfertig sehen- aber offenbar siehst du das ja mittlerweile auch etwas kritischer (verliere nicht aus den Augen, dass Liebesgrüße per Computer kein Kuscheln, kein Drücken, kein Küssen, ... und damit kein Körperkontakt, kein Riechen, ... ist)

    Ich freue mich auch für euch.


    Ich finde diese Spekulationen, dass die Beziehung ja doch nicht funktionieren und scheitern könnte, irgendwie sinnlos.


    Für keine Beziehung gibt es eine Garantie, egal unter welchen Umständen diese entstanden ist.


    Und woher soll man es wissen, wenn man es nicht versucht?


    Ich wünsche euch alles Gute.