TwisterSister

    Zitat

    weiß diese Anna eigentlich, wie Du seit der Trennung fühlst? Hast Du ihr das mal mitgeteilt? Oder wähnt sie sich in der Annahme, dass diese Freundeskiste für Dich ebenso okay und entspannt ist, wie es für sie zu sein schein?

    Nein, sie weiß es von mir nicht. Ich habe bist jetzt, aus Angst sie ganz zu verlieren, noch nicht den Mut gehabt ihr das alles zu beichten. Ich möchte nicht, dass sie sich schlecht fühlt oder gar verantwortlich. Sie ist ein sehr einfühlsamer Mensch. Sie weiß natürlich, dass es mir nach der Trennung nicht gut ging. Aber jetzt, nach 7 Monaten, geht sie wahrscheinlich davon aus, dass ich über sie hinweg bin. Ich bin ja auch ein guter Schauspieler. 

    Zitat

    Wenn ihr Euch verabredet, geht das dann immer und ausschließlich von ihr aus oder ist das, wie das bei Freunden halt ist, ein Mit- und Füreinander. Mir scheint, als wartest Du Tag ein Tag aus darauf, zur Audienz vorgelassen zu werden.

    Das ist geht mal von mir und mal von ihr aus. So habe ich sie z.B. gestern für kommenden Samstag zum Essen eingeladen und sie hat zugesagt.

    NotMichaelCaine

    Zitat

    Vielleicht ist Anna Deine Möglichkeit andere Formen von Liebe zu ergründen.

    Die da wären?


    Klingt, als denkst du dabei an etwas Bestimmtes.

    Dorfnixe

    Das Übliche: Zeit, Ablenkung, Arbeit, räumliche Distanz, sie mir schlecht reden, sie mir ausreden, sie mir nicht zu haben reden, andere Frauen kennenlernen ect.

    Alouette

    Zitat

    Du kannst weitermachen wie bisher, Dich ab und an mit Anna platonisch treffen, und ansonsten nichts ändern. Wird es Dir dadurch besser gehen? Du schreibst selbst, dass die Antwort wohl "nein" lautet.

    Diese Treffen sind wunderschön aber auch eine Gefühlsachterbahn. Sobald ich weiß, wann ich sie wo treffen werde, freue ich mich riesig. Ich male mir unserer Treffen aus, was sie wohl tragen wird, kann sie fast schon riechen und lebe sie schon Tage vorher. Dann lächle ich, und die Welt ist wundervoll. Und danach, nach dem Abschied falle ich in ein Vakuum. Dann ist vieles grau, eintönig und so schrecklich gewöhnlich. Natürlich machen mir bestimmte Dinge dann noch immer Spaß (Beruf, Freunde, Sport, Angeln) , aber es ist alles gewöhnlich. Und dieses von Treffen zu Treffen hangeln und dabei eine Sturm an Gefühlsauf und Gefühlsab zu erleben, nein, das möchte ich eigentlich nicht mehr.

    Zitat

    - Du kannst versuchen, um sie "zu kämpfen". Wie soll das aussehen, dieses "Kämpfen"? … Fändest Du es fair, sie von ihrem Entschluss, bei ihrem Mann und ihrer Familie zu bleiben, abzubringen? Du schreibst, dass Du sie sehr liebst, aber nimmst Du sie auch ernst? Nimmst Du ihre Entscheidung ernst? Traust Du ihr erwachsene Entschlussfähigkeit zu?

    Alouette, mir ist noch nie eine Frau begegnet, die so in Augenhöhe mit mir war. Ja, ich nehme sie Ernst. Ihre Meinung hat für mich sehr viel Gewicht.


    Und genau DESWEGEN nehme ich ihr die Trennung nicht als wirklich gewollt ab und unterstelle eine reine Vernunfthandlung entgegen aller Gefühle. Natürlich akzeptiere ich sie. Dieser Entschluss sich von mir zu trennen kam aber so aus dem Nichts, so plötzlich, schnell und ohne eine mich betreffende Erklärung. Und das ist jetzt nicht gemeint, dass ich das Zentrum Allem bin. Aber ich war 50% dieser Beziehung und war plötzlich der Dritte, der, "an dem es ja nicht liegt" aber der den Brocken, dem man ihm im Vorrüberrennen hinschmeißt ohne Wiederrede schlucken muss.


    Natürlich ist das Argument Ehemann, Kinder, Familie ect. ein Argument, das ehrwürdig ist und dem man eigentlich schon aus Anstand nichts entgegen setzen kann. Aber diese Art – es ist nicht Anna. Gerade eben liegt sie noch nach einem wunderbaren Wochenende an einem wunderschönen Ort in meinen Armen und ist ganz wehmütig, dass das Wochenende schon wieder vorbei ist und nicht mal 24 Stunden später steht sie in meinem Wohnzimmer und konfrontiert mich mit der Sachlichkeit einer Pressesprecherin mit der Trennung. Ohne Streit, ohne Emotionen. Weißt du, so, wie wir uns geliebt haben, so haben wir auch gestritten. Und da, da wo es darauf ankommt sich gegenseitig zu konfrontieren – nichts. Sachlichkeit, kurz und knapp und auf und davon. Ein 10 Minuten Akt. Ich akzeptiere ihre Entscheidung, ich traue ihr diese Entscheidung zu aber die Art, wie sie mir diesen Entschluss unterbreitet hat, nehme ich ihr nicht ab. Und deswegen zweifle ich auch an der Ernsthaftigkeit dieses Entschlusses und darum ist für mich kämpfen oder hinterfragen und ihr dabei in die Augen sehen die Option der ersten Wahl. Beharrt sie darauf, hat sie noch immer keine Erklärung in dessen Vehemenz ich sie erkenne, werde ich ihr meinen Entschluss des Kontaktabbruches meines wegen mitteilen. Erkenne ich sie in ihrer Erklärung des Entschlusses kann ich mich abfinden und finde einen Weg ohne sie.

    Zitat

    Entschuldige die harten Worte, aber das war im Grunde ja eine doppelte Entscheidung; für ihren Mann und gegen Dich.

    Das war mir sehr wohl auch schon vorher bewusst.


    Aber auch deswegen hätte ich mehr von ihr erwartet.

    Antonio Vivaldi (wundervoller Nick im Übrigen)

    Zitat

    Welches Lebensmodell strebst Du denn an? Welche Rolle soll eine Frau in Deinem Leben einnehmen?

    Ich wünsche mir eine Frau an meiner Seite, die mir eine Partnerin ist. Ich würde gern mit ihr auf dem Land, im Grünen, an einem See leben. Um nochmal Vater zu werden fühle ich mich zu alt. Abgeneigt bin ich aber nicht.


    Ich möchte Vertrauen, Verständnis, dass man sich gegenseitig antreibt und beieinander zur Ruhe kommt. Ich möchte eine Partnerschaft, wo man gern nach Hause kommt und in der man weiß, dass dort der Platz ist. Mir ist eine Frau wichtig, die selbständig ist, kein Zuckerpüppchen ist, die auch einen eigenen Lebensbereich hat und auch Dinge mag, die ich mag.


    Ich möchte eine Frau, die zu mir gehört mit der ich diskutieren, mit der ich streiten und lachen kann.


    Ich will quasi das, was die meisten möchten.


    Und natürlich ist mir das wichtig, was zwischen Paaren passiert, wenn sie allein sind und der Alltag plötzlich unwichtig wird. Das ist mir sehr wichtig. Ich liebe Sex, ich liebe den Körper einer Frau und ich liebe es, ihr das auch ausgiebig zu verdeutlichen. Und ich brauche eine Frau, die es schafft, die in der Lage ist - optisch als auch vom Wesen her - dieses Verlangen in mir immer wieder zu wecken und von der ich weiß, dass auch ich es in ihr wecke. Eine Partnerschaft, in der das nicht mehr vorhanden ist, wäre für ich dem Ende geweiht. Ich bin mir jetzt schon sicher, dass das neuer Zündstoff für den ein oder anderen ist. Dass das natürlich nicht das oft gebrauchte "Alles" ist, sehe ich auch so, s. den Absatz davor. Aber es ist so, mir ist es wichtig. Und Anna war das auch wichtig, das weiß ich aus guter Erfahrung.

    Zitat

    Und was hast Du fuer die Zeit nach Deiner Tanzkarriere geplant? Wie viele Jahre wirst Du noch durch die Welt als Solotaenzer ziehen koennen bzw. wollen?

    Nun, ich denke auf der Bühne möchte ich nicht mehr so lange stehen. Mit 40 gehöre ich da zum sehr alten Eisen. Es ist aber nicht nur der Anspruch an den Körper, der seinen Tribut zollt, es sind auch die Kollegen, die vermehrt immer jünger, zum Teil sehr jung, sind und die Tatsache, dass ich mich außerhalb des Tanzsaales nicht mehr wohl, kaum noch zugehörig fühle. Ich werde aber auch nicht in den Hintergrund bzw. zu meinem Alter entsprechenden Rollen wechseln. Ich gehe ganz. Deswegen werde ich nach der aktiven Zeit zum Unterrichten wechseln. Das mache ich jetzt auch schon in der Compagnie und als Gastdozent an der Akademie. Momentan habilitiere ich. Ich habe also einen beruflichen Plan.


    Wo ich dann unterrichte, das entscheidet mein Privatleben und natürlich die Akademien und Universitäten. Da würde ich mich, gäbe es eine, gern nach einer Frau richten.

    Zitat

    Koenntest Du nicht vielleicht einmal reflektieren, was Dich an Deiner Ehefrau bzw. an der Mutter Deines Sohnes stoert und was umgekehrt Dich einst an ihr so fasziniert hat?

    Als erstes einmal, stören tut mich gar nichts an ihr. Wir haben uns schlicht und ergreifend auseinander gelebt. Nein, so kann man es eigentlich auch nicht sagen. Wir wurden irgendwann ein so perfekt eingespieltes, so organisiert, abgesprochen, so gute Freunde, dass jegliche Leidenschaft weg war. Wir waren uns immer einig – selbst wenn es ums Abendessen ging.


    Wir haben uns sehr früh noch im Studium kennen gelernt. Wir hatten einige Kurse zusammen. Sie hat mir natürlich optisch gefallen, sie hatte einen intelligenten, scharfsinnigen Humor, war spontan, voller Lebensmut, spritzig und nahm viele Dinge nicht so ernst. Sie war selbständig, mutig und unabhängig. Im Laufe der Zeit, sie blieb in St. Petersburg, wechselte relativ schnell von der Bühne zum Journalismus, ich blieb auf der Bühne, lebte dann irgendwann jeder sein Leben. Sie hatte ihren Job, ihre Bekanntschaften, sie organisierte sich ohne mich. Ich stieß alle paar Wochen in diese Welt, lebte mit ihr im Gleichschritt mit und war dann wieder weg.


    Wie gesagt, wir hatten uns genau diese Leben ausgesucht. Wir wussten beide, was es bedeutet.


    Ich schätze sie noch immer als intelligente, selbstbewusste und treue Freundin, lese ihre Artikel ebenso, wie sie meine Auftritte besucht. Ich teile ihren Humor und natürlich einen Sohn mit ihr.


    Aber nein, ehe die Frage kommt, da sind nicht die Art der Gefühle, die für mich zu einem Beziehungsneustart gereichen. Und bei ihr auch nicht.

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    Sie hat ja eine bemerkenswerte Langmut Dir und Deinem Beruf gegenueber, was gerade mich an ihr faszinieren wuerde

    Es ist bemerkenswert und faszinierend. Und dafür bin ich ihr dankbar. Wie gesagt, ihr Vorteil war, dass sie das Geschäft kennt, über ein immenses Fachwissen verfügt und somit ganz genau wusste, worauf sie sich einlässt und in welche Richtung ich mich entwickeln wollte und es auch tat. Sie hat es getan, mich immer unterstützt und gepusht weil sie wusste, dass ich meinen Traum lebe. Dafür bin ich ihr auch dankbar. Aber für mich ist diese Langmut, wie du es sehr treffend nennst, die Basis für eine Freundschaft aber nicht für eine Partnerschaft. Es wäre mir zu öde, zu bekannt, zu sehr wissen, was man hat. Für mich zählt das alles auch zu einer Partnerschaft, es ist die Basis für eine langfristige Partnerschaft. Aber mir ist auch Leidenschaft, Anziehung, eine Frau, die mit mir streitet, die mich überrascht, mit der ich Sex haben will – sofort, hier, jetzt, schnell – wichtig. Und nicht nur am Anfang einer Beziehung, sondern auch noch nach Jahren. Und das war bei meiner Ex Frau nicht vorhanden. Es ist die reinste Harmonie.

    Zitat

    Mich hat das nur darin weiter bestaerkt, mich mit meiner Ehefrau abzugeben, und zwar so eng und ausschliesslich wie nur moeglich.

    Das klingt aber sehr erzwungen. Da bekomme ich schon beim Lesen Beklemmungen. Genau wie Paare, die immer mittwochs aus gehen um "Paar zu sein". Käme für mich nicht (mehr) in Frage.

    Zitat

    Da koennte eine noch so goettliche Loverin wie Deine Anna daher kommen, es wuerde mir jedenfalls das ganz Besondere an ihr fehlen, naemlich dass sie nicht meine Ehefrau ist.

    Glaub mir, ich hätte Anna gern zur Ehefrau. Ich würde sofort ja sagen.

    Zitat

    wirkst Du allein bezogen auf die Zeit "nach Anna" (gerade einmal einige Monate) nicht wie ein treuer Hausmann, sondern eher wie ein kleiner Steppenwolf,

    :-D So fühle ich mich schon mein halbes Leben lang! ;-)

    Zitat

    der durchaus kein Problem damit hat, mit der einen oder anderen Dame "die Zeit zu ueberbruecken"

    Auch damit hatte ich mein halbes Leben kein Problem. Viele Monate unterwegs, immer mit den gleichen Leuten, hübschen Frauen zusammen, Bühnentage können lang und Hotelnächte einsam sein.

    Zitat

    was auch dadurch nicht gemindert wird, dass dummerweise so eine "Goettin" wie Anna nicht dabei war - waere auch ziemlich unwahrscheinlich gewesen.

    Ja, dummerweise. Mich hat in der Zeit keine andere interessiert. Angebote gab es natürlich immer in der Zeit mit Anna schlief ich, wenn nicht mit ihr, immer allein.


    Antonio, vielen Dank für deine Fragen!

    Zitat

    Und genau DESWEGEN nehme ich ihr die Trennung nicht als wirklich gewollt ab und unterstelle eine reine Vernunfthandlung entgegen aller Gefühle. Natürlich akzeptiere ich sie.

    dir wird auch nichts bleiben, als es zu akzeptieren (wobei akzeptanz ja die gefühle nicht verändert!). und ich kenne das durchaus, dass man eine entscheidung komplett gegen seine eigenen gefühle trifft, weil die lebenssituation (momentan) einfach keine alternative zulässt.

    Zitat

    Dieser Entschluss sich von mir zu trennen kam aber so aus dem Nichts, so plötzlich, schnell und ohne eine mich betreffende Erklärung.

    für dich wahrscheinlich schon, aber ich bin überzeugt, dass das bei anna ein langer und schmerzhafter prozess war.

    Zitat

    Und das ist jetzt nicht gemeint, dass ich das Zentrum Allem bin. Aber ich war 50% dieser Beziehung und war plötzlich der Dritte, der, "an dem es ja nicht liegt" aber der den Brocken, dem man ihm im Vorrüberrennen hinschmeißt ohne Wiederrede schlucken muss.

    welche erklärungen würden dir denn helfen? gäbe es da überhaupt irgendetwas hilfreiches?

    Zitat

    Natürlich ist das Argument Ehemann, Kinder, Familie ect. ein Argument, das ehrwürdig ist und dem man eigentlich schon aus Anstand nichts entgegen setzen kann. Aber diese Art – es ist nicht Anna.

    es gibt aber anscheinend genau diese beiden annas! die mutter und ehefrau (die eine sehr starke präsenz hat) und die unbeschwerte, leidenschaftliche dir zugewandte anna (die die ehefrau und mutter vielleicht auch dann gerne mal vergessen möchte).


    ich war selber schon in dieser anna-situation (wobei mein basil auch verheirateter vater war) und kenne diese zerissenheit, aus der man nur herauskommt, wenn man eine knallharte entscheidung für sich trifft - was ich damals nicht getan habe.

    Basil, wo ich gedanklich nicht mitkomme, ist Deine Weigerung, Anna den Entschluss zur Trennung "als gewollt abzunehmen". Du schriebst:

    Zitat

    Doch Anna ist verheiratet, sie lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in einem schönen Haus mit Garten am Rande eines Ortes, der 1 Autostunde von der Stadt, in er ich lebe, entfernt ist. Hat dort einen Job, Freunde, Familie. Sie ist eine Mutter, eine Ehefrau, eine Freundin, eine Nachbarin. Und ich habe darin keinen Platz, denn da ist ja ihr Mann, den sie liebt, den sie nicht verlassen will weil sie mit ihm leben will und wegen dem und des Lebens mit ihm, sie die Beziehung zu mir vor 7 Monaten beendet hat. Er hätte, ihrer Aussage nach, den Betrug nicht verdient da er ein toller Mann wäre, was ich auch nicht bezweifle. Und mit ihm hätte sie ein Leben von dem sie nicht wisse, ob sie es mit mir, wenn die Euphorie des Anfangs erstmal vorbei ist, je haben wird.

    Zitat

    Aber diese Art – es ist nicht Anna. Gerade eben liegt sie noch nach einem wunderbaren Wochenende an einem wunderschönen Ort in meinen Armen und ist ganz wehmütig, dass das Wochenende schon wieder vorbei ist und nicht mal 24 Stunden später steht sie in meinem Wohnzimmer und konfrontiert mich mit der Sachlichkeit einer Pressesprecherin mit der Trennung. Ohne Streit, ohne Emotionen. Weißt du, so, wie wir uns geliebt haben, so haben wir auch gestritten. Und da, da wo es darauf ankommt sich gegenseitig zu konfrontieren – nichts. Sachlichkeit, kurz und knapp und auf und davon. Ein 10 Minuten Akt.

    Wie hätte Anna Dir denn ihre Entscheidung mitteilen müssen, damit Du ihr die Trennung als "gewollt" abnimmst? Wie hätte sie sich verhalten müssen, damit Du ihr glauben kannst, dass sie zu 100% hinter ihrem Entschluss steht? Welche Gründe könntest Du verstehen und akzeptieren?


    Für Dich sieht es aus wie der "einfache Weg". Vielleicht ist es das ja auch, wer weiss, aber das heisst ja nicht, dass dieser Weg leichtfertig, unüberlegt, aus einer Laune (oder rein dem schlechten Gewissen) heraus gewählt wurde.


    Anna hat Dir gesagt, dass


    - sie ihren Mann liebt


    - sie ihn nicht verlassen will, weil sie mit ihm leben will


    - sie sich nicht wohl damit fühlt, ihn zu betrügen (er hat den "Betrug nicht verdient da er ein toller Mann wäre")


    - sie das Leben mit ihrem Mann sehr schätzt und nicht weiss, ob ein Leben mit Dir irgendwann mal den gleichen Wert haben kann ("mit ihm hätte sie ein Leben von dem sie nicht wisse, ob sie es mit mir, wenn die Euphorie des Anfangs erstmal vorbei ist, je haben wird")


    Ausserdem hat Anna Kinder mit diesem Mann.


    Basil, wir Menschen ticken alle unterschiedlich. Was für die einen unvorstellbar ist, ist für andere ganz normal. Ich könnte mir gar nicht vorstellen, nicht bei der Einschulung meines Sohnes oder bei seinen Geburtstagen anwesend zu sein, für Dich und Deine Familie stellt das überhaupt kein Problem dar. Für Dich ist es gut auszuhalten, dass Deine Familie (wenn Du Deine Frau noch dazuzählst) weit weg von Dir lebt, ich hätte unter solchen Voraussetzungen gar nicht erst eine Familie gegründet, weil ein solches Modell für mich total abwegig wäre. (Nochmal, ich will Dich und Euer Modell hier gar nicht be-/verurteilen.) In bestimmten Fragen hat jeder andere Prioritäten, sogar wenn wir uns ansonsten recht ähnlich zu sein scheinen. Anna räumt offensichtlich ihrem Ehemann und ihren Kindern Priorität ein. Für sie ist es vielleicht nicht vorstellbar, von ihren Kindern getrennt zu leben. Oder die Kinder von ihrem Vater zu trennen. Sie liebt ihren Mann vielleicht auf eine andere Weise als Dich, aber das muss ja keine geringere oder "schlechtere" Liebe sein. Sie liebt mit Sicherheit ihre Kinder (und will ihnen vielleicht keine Trennung zumuten). Wo fehlen Dir bei all dem denn bloss die Emotionen? Für mich sind die wenigen Beweggründe, die Du von ihr schilderst, schon randvoll mit Emotionen. Nur eben, und da hakt es wohl, mit Emotionen, die nicht Dich betreffen.


    Dass es Dich geschockt hat, dass sie Dir ihre Entscheidung so kühl vor den Latz geknallt hat, kann ich gut verstehen. Und auch, dass es danach schwerfällt, das Ganze zu glauben. Aber ich denke, dass es gar nicht darauf ankommt, ob Du ihr glaubst oder nicht, ob sie Dir ihren Entschluss so mitgeteilt hat, wie Du es von ihr erwartet hättest oder nicht, ob Du ihr das Ganze "als gewollt abnimmst" oder nicht. Versetz Dich doch mal in ihre Situation: Sie ist (oder war), anders als Du, der Du die Distanz zu Deiner Familie gut aushalten kannst, offenbar emotional zwischen Ehemann und Familie einerseits und ihrem Geliebten andererseits hin- und hergerissen. Ihn liebt sie, Dich liebte sie auch, aber verschiedene (durchaus emotionale!) Gründe führten dazu, dass sie dieses Doppelleben nicht mehr weiterführen konnte oder wollte. Sie musste sich also entscheiden und hat erkannt, dass ihr Mann und Kinder wichtiger waren und sind als eine ungewisse Zukunft mit Dir. Das musste sie Dir als dem Mann, den sie eben auch liebt, mitteilen. Ist sicherlich Typsache, aber ich denke, ich würde auch versuchen, das Ganze so undramatisch wie möglich über die Bühne zu bringen; nicht, um Dich zu verletzen; nicht, weil ich das mal eben auf die Schnelle erledigen will; nicht, weil ich mir selbst nicht sicher bin und deshalb einfach so schnell wie möglich Tatsachen schaffen will, sondern vielmehr, weil es mich natürlich auch schmerzt. Aber dass es schmerzt, muss nicht heissen, dass die Entscheidung auf wackeligen Füssen steht. Es gibt Situationen, da fühlt sich keine Entscheidung zu 100% "richtig" an. Aber eine der beiden Optionen kann "weniger falsch" sein als die andere, auf den ersten Blick und im allgemeinen Gefühlswirrwarr mögen Vernunftsgründe überwiegen, aber auch eine solche Erkenntnis und Entscheidung ist wichtig und ernstzunehmen und kann sich langfristig als die "richtigere" herausstellen.

    Zitat

    Ich nehme ihr nicht ab, dass ihr das mehr, das bei uns irgendwann entstand, nicht fehlt. Warum, dass kann ich hier schlecht beschreiben, es ist ihr Blick, ihre Gesten, die Worte und die Nachrichten, die ich von ihr bekomme. Sie dichter bei mir steht als bei anderen und dass es ihr peinlich zu sein schein allein mit mir in einem Aufzug zu stehen.

    Dass Anna das Zusammensein mit Dir immer noch sehr geniesst, ist doch auch unter der Annahme, dass sie ihre Entscheidung als richtig ansieht, gut vorstellbar. Zum Teil mögen es "Zeichen" sein, die Du gerne sehen willst, aber zum Teil sind sicher ihr "Blick, ihre Gesten, die Worte und die Nachrichten" für Dich tatsächlich anders als für andere Männer, immerhin hat sie Dich geliebt (oder liebt Dich auf eine bestimmte Weise vielleicht immer noch). Das heisst doch aber nicht automatisch, dass sie sich in Wirklichkeit ein Leben mit Dir wünscht. Ich habe auch einen anderen "Blick" für Männer, mit denen ich mal zusammen war und mit denen ich immer noch befreundet bin, als für rein platonische Freunde, denen ich nie emotional und körperlich näher gekommen bin als auf reiner Freundschaftsebene. Das ist doch ganz normal und hat auch nicht unbedingt was mit "Warmhalten" oder so zu tun.


    Basil, am Anfang schriebst Du

    Zitat
    Zitat

    Möchtest du denn so - platonisch - weitermachen?

    Natürlich! Ich mag sie ja und genieße die Zeit mit ihr. Natürlich wäre es gelogen, wenn ich sagen würde, dass ich nur platonisch mit ihr weiter machen, weil sie eine gute Freundin, die geistreich und kritische ist, attraktiv, interessant, klug und mit der die Zeit so schön ist und wie im Flug vergeht. Natürlich hege ich noch bestimmt Hoffnungen.

    Nun bist Du bei

    Zitat

    Und dieses von Treffen zu Treffen hangeln und dabei eine Sturm an Gefühlsauf und Gefühlsab zu erleben, nein, das möchte ich eigentlich nicht mehr.

    Gibts da für Dich eine Entwicklung? Bringt Dir dieser Faden was?

    hallo lieber basil *:)


    ach mensch. wenn ich deine worte so lese und vor allem deinen eingangspost, dann setzt es mich zurück in meine (tief vergrabene) vergangenheit, wo auch ich eine anna gehabt habe {:(


    den fiebersmilie hab ich dazugesetzt, weil es mir in dieser zeit so gegangen ist. man ist irgendwie krank - crank - ver-rückt - einfach völlig neben der spur.


    ich habe mich damals auch in solche theatralischen texte (das meine ich jetzt keineswegs vorwurfsvoll) "geschmissen" - habe geschwelgt, mich melancholisch darin gesuhlt, geschmachtet bis zum geht nicht mehr und bin eine ewigkeit mit gefühlten tausend Seufzern durch die gegend gestolpert %:| %:|


    auf der einen seite hatte dieses gefühl etwas wunderbares und auf der anderen seite glaubt mal daran zu krepieren ;-)


    ich kann dich wirklich gut verstehen.


    und auch ich habe in der zeit dinge gemacht auf die ich im nachhinein, absolut nicht stolz bin (bei dir die Einschulung von deinem sohn :-| ) aber das weißt du ja selbst, da muss ich dir nicht den kopf waschen ;-)


    nur, deinem kopf würde eine Abkühlung absolut gut tun. wenn ich da an mich denke, oh mann!! ich war echt eine gefangene in dieser zeit. völlig neben der spur!


    ich möchte dich einfach nur ein bisschen warnen. mach unbedingt einen Schlussstrich!! diese platonische sache wird für dich nicht funktionieren, wenn ich dir das so einfach sagen darf, obwohl ich dich nicht kenne. (ein gefühl und dein text)


    bei mir war es eine therapeutin, die mir schlussendlich geholfen hat. oder mich wieder auf einen geraden weg geschubst hat.


    ich war zwar wegen etwas anderem dort, habe mich dann aber dazu entschlossen ihr davon zu erzählen und heute bin ich froh drum.


    ich wünsche dir alles gute und hoffe das du dich von anna lösen kannst!


    :)*

    Zitat

    und darum ist für mich kämpfen oder hinterfragen und ihr dabei in die Augen sehen die Option der ersten Wahl

    Ich trefft Euch doch offensichtlich nahezu regelmässig? Hast Du ihr denn in die Augen gesehen und sie klar gefragt, was genau hinter ihrer Entscheidung steht? Dann hättest Du doch die Erklärung aus erster Hand? Oder scheust Du Dich vor ihrer Antwort / Reaktion?


    Ansonsten begründet sich Dein Hinterfragen doch ausschließlich auf Deutungen und Interpretationen, Deine eigenen, die von uns hier, vielleicht noch Freunde? Und da bist Du eben leider nicht neutral. Der Mensch neigt dazu, sich Dinge hinzudrehen, wie es ihm besser gefällt. Natürlich findest Du für alles eine entsprechende Erklärung, die Deine Hoffnung noch nährt, aber das begründet auch Deinen momentaner Schwebezustand.


    Vielleicht braucht es für den Anfang gar kein Schlechtreden, andere Ablenkung oder was Du bisher so versucht hast? Vielleicht wäre der allererste Schritt dahin, Dir selbst hart und deutlich klar zu machen, dass (warum auch immer), ihre Entscheidung gegen Dich ist. Sie will keine weitergehende Beziehung mit Dir. Das ist etwas, das Du beginnen solltest zu akzeptieren. Betrachte sie als mündige Erwachsene, die eine Entscheidung getroffen hat.


    Aus welchen Gründen oder was für sie tiefer dahintersteckt, muss sie Dir nicht erklären und sollte für dich auch nicht Priorität haben. Du kannst sie danach fragen, aber was sie Dir erzählen möchte oder nicht, ist wiederum ihre Entscheidung. Auch wenn Du es nicht verstehst, solltest Du den Status Quo respektieren. Mehr gibt es für Dich nicht, und ich bezweifel, dass es mit "Kämpfen" zu ändern ist. Das kann man (meiner Meinung nach) nur dann, wenn das Gegenüber einräumt, dass es etwas zu erkämpfen/beweisen/was auch immer gibt.


    Natürlich kannst Du die Hoffnung weiterhin nähren durch Kontakt und Treffen, aber dann wird es eben doch genauso weitergehen wie bisher. Wenn Dich dieser Zustand aber belastet, solltest Du den stetigen Kontakt mal kritisch hinterfragen. Du kannst keine Veränderung Deines Gefühlszustandes erwarten, wenn Du rein gar nichts änderst.

    Basil75

    Zitat

    Aber ist es dir gelungen diese Gefühle einfach so zu ignorieren und zur Tagesordnung, einem nüchternen Leben über zu gehen?

    Es ist mir gelungen, als mir sowohl rational als auch emotional (was gedauert hat!) klar wurde, dass diese hochtrabenden Gefühle zu einem grossen Teil Produkt dieser speziellen Konstellation waren. Es war eine Alltagsflucht, die paradoxerweise den Wunsch nach totaler Symbiose geweckt hat, eine Fantasiewelt, die sich entzaubert hätte, hätten wir uns voll und ganz haben können. Ich hatte mich vor allem in diese grosse Sehnsucht verliebt, die mich so schön von dem banalen Alltag abgelenkt hatte. War ein schmerzhafter Prozess.

    Zitat

    Dieser Entschluss sich von mir zu trennen kam aber so aus dem Nichts, so plötzlich, schnell und ohne eine mich betreffende Erklärung.

    Ich verstehe nicht ganz, wieso es für dich aus dem "Nichts" kam: Dass es sich nicht um eine hochoffizielle, stabile Beziehung gehandelt hat, sondern "nur" um eine heimliche Affäre, muss dir doch bewusst gewesen sein... hat dir Anna je versprochen, ihre Familie zu verlassen? Hattet ihr konkrete Pläne?

    Zitat

    Aber ich war 50% dieser Beziehung und war plötzlich der Dritte, der, "an dem es ja nicht liegt" aber der den Brocken, dem man ihm im Vorrüberrennen hinschmeißt ohne Wiederrede schlucken muss.

    Du warst 50% einer Liebesaffäre und in ihrem Leben somit zu jedem Zeitpunkt der (heimliche) Dritte. Es hat sich für dich nicht so angefühlt, das hat die Liebesaffäre so schön gemacht. Dafür leidest du jetzt umso mehr...

    Zitat

    Ich hatte mich vor allem in diese grosse Sehnsucht verliebt, die mich so schön von dem banalen Alltag abgelenkt hatte. War ein schmerzhafter Prozess.

    kann ich für meine geschichte voll und ganz unterschreiben! war bei mir absolut genauso %:|

    Und wie naiv kann man sein, dass man das für ein exklusives Gefühl innerhalb der "eigenen Geschichte" hält? Verliebt in die Liebe, verliebt in das Gefühl, verlaufen in die Illusion, dass der Alltag mit dieser Person soooo ganz anders wäre....


    Eine Affaire ist immer eine Ausnahmesituation, die rein gar nichts mit dem Alltag einer wahrhaften Beziehung zu tun hat. Ich finde absolut nichts verwerflich an Affairen und kenne das selber sehr genau, habe aber kein Verständnis für Leute, die sich cool genug dafür halten und im Verlauf dann eine Art "verhängnisvolle Affaire" daraus machen.


    Meine Frage wäre an dieser Stelle: Um was genau geht es eigentlich hier?

    Zitat

    Und wie naiv kann man sein…

    Ja klar ist man in so einer situation naiv! %-|


    Und wie du selber schreibst: es ist eine ausnahmesituation!


    Der eine bleibt am boden, der andere hebt ab.


    Jeder mensch ist/reagiert verschieden.


    und das hat meiner meinung nach nichts mit "cool sein" zu tun. ;-)


    Ich kann nur für mich sprechen, ich hab mich in dieser zeit überhaupt nicht cool gefunden. Ich war im wahrsten sinne einfach eine zeit lang nicht ich selbst. Ich war ver-rückt. Keines wegs ein zustand den man hochleben lassen sollte. aber es gibt halt situationen im leben, da ist man so derartig darin gefangen das man dinge tut, denkt, fühlt die man im normalfall wahrscheinlich auch völlig bescheuert findet.

    Zitat

    Meine Frage wäre an dieser Stelle: Um was genau geht es eigentlich hier?

    Das ist eine gute frage.


    Basil, korrigiere mich wenn ich damit falsch liege, ich kann nur sagen wie es mir damals gegangen ist und ich denke dir geht es ähnlich:


    es geht "nur" um dieses gefühl, dieses schwelgen und hoffen – völlig irrsinnige gedankenwelten, dass es ja doch anders ist, als das, was ja eigentlich zu 100% auf dem tisch liegt.


    Er liebt ja schon fast fanatisch. Ist momentan gefangen und möchte nicht loslassen.


    Und so geht es doch hunderttausend menschen, wenn man liebeskummer hat.


    Ist doch nicht so schwer zu verstehen.


    Na gut, wenn man sich schon icelady nennt, dann kann man sowas vielleicht nur schwer nachvollziehen – sorry für diesen seitenhieb! ]:D :=o ;-)


    Nein ernsthaft. Es ist sicherlich keine erstrebenswertes benehmen, oder leben in dem sich basil momentan befindet.


    Ich sehe es halt so, dass er zur zeit einfach nur seinen herzschmerz ein bisschen loswerden will. Und das hat er hier getan. Zugegeben in einer sehr träumerischen art und weise. Aber das ist halt sein momentaner gemütszustand. Und aus dem rauszukommen, dass muss er eh ganz alleine schaffen. Hier will er sicherlich nur ein bisschen aufgefangen werden. Bestimmt auch den kopf gewaschen bekommen, aber deswegen muss man ihn nicht so dermaßen angreifen und runterputzen, wie es manche hier machen.


    Meine güte, er ist verliebt – verdammt unglücklich. Da kanns schon mal passieren, dass man den kopf verliert. AUCH wenn er schon 40 jahre alt ist. Das kann einem mit 70 auch noch passieren und wenn man dann auch noch eher sensibel ist…

    Die Seherin

    Zitat

    für dich wahrscheinlich schon, aber ich bin überzeugt, dass das bei anna ein langer und schmerzhafter Prozess war.

    Vielleicht bin ich auch desillusioniert, weil sie sich im Laufe dieses Prozesses mir nicht anvertraut hat. Sie hat sich über mich auseinander gesetzt aber nicht mit mir. Und es kränkt und schmerzt mich deshalb weil wir uns immer miteinander, mit unseren Meinungen, unseren Charakteren, Sorgen, Ängsten und auch mit Freuden, auseinander gesetzt haben, uns davon erzählt haben und alles immer ehrlich war. Aber so blieb ich gänzlich chancenlos.

    Zitat

    welche erklärungen würden dir denn helfen? gäbe es da überhaupt irgendetwas hilfreiches?

    Ja, und zwar etwas, das im Bezug zu mir steht.


    Sie hat die Beziehung wegen mir mit mir begonnen. Das hat sie immer gesagt. Sie hat immer gesagt, sie ist nicht wegen ihres Mannes bei mir sondern wegen mir. Sie hat ihren Mann mit mir betrogen. Ich bin der Mann, der ihr etwas gegeben hat, dass sie dazu gebracht hat ihren Mann zu hintergehen. Eine Begründung, die mit mir - mit uns zu tun hat gepaart mit dem Entschluss bei ihrem Mann zu bleiben hätte mir einiges erspart und hätte es mir vielleicht leichter gemacht einen Schlussstrich zu ziehen.

    Zitat

    es gibt aber anscheinend genau diese beiden annas! die mutter und ehefrau (die eine sehr starke präsenz hat) und die unbeschwerte, leidenschaftliche dir zugewandte anna (die die ehefrau und mutter vielleicht auch dann gerne mal vergessen möchte).

    Ich hätte sie beide gern gewollt. Und das weiß sie.

    Zitat

    ich war selber schon in dieser anna-situation (wobei mein basil auch verheirateter vater war) und kenne diese zerissenheit, aus der man nur herauskommt, wenn man eine knallharte entscheidung für sich trifft - was ich damals nicht getan habe.

    Und was ist passiert, als du diese Entscheidung nicht getroffen hast?

    Alouette

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    Gibts da für Dich eine Entwicklung? Bringt Dir dieser Faden was?

    Ja, sehr. Einige dieser Antworten hier geben mir sehr viel Stoff zum Denken. Auch in Richtungen, die mir bis Dato verschlossen waren, die ich nicht gesehen oder kategorisch abgelehnt habe. Die privaten Nachrichten, die ich in meinem Postfach haben, sind sehr nett und hilfreich und sprechen sehr viel Mut zu.


    Ich gebe es zu, dass ich es sehr anstrengend und auch ermüdend und auch zeitaufwendig finde aber ich muss mich damit auseinander setzen. Es hat mich auch dahin gebracht, dass ich mal ganz offen mit ausgewählten Personen in meinem Umfeld rede, mit Leuten, die mich kennen und die ein größeres Blickfeld auf mich und die Situation haben. Gestern Abend habe ich 3 Stunden mit meiner Schwester telefoniert. Sie war erschüttert zu welchen Gefühlen ich im Stande bin, sagt aber auch, dass letzten Endes nur ein Kontaktabbruch mich (uns?) weiter bringt.

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    Nochmal, ich will Dich und Euer Modell hier gar nicht be-/verurteilen

    Dir nehme ich das auch ab.

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    Für mich sind die wenigen Beweggründe, die Du von ihr schilderst, schon randvoll mit Emotionen. Nur eben, und da hakt es wohl, mit Emotionen, die nicht Dich betreffen.

    Ja, das gebe ich zu. Da hätte ich etwas erwartet, das uns betrifft und nicht eine dritte Person, die bis dahin überhaupt nie das Thema war, außen vor war, totgeschwiegen wurde. Wie oben schon geschrieben: Sie hat die Beziehung wegen mir mit mir begonnen. Das hat sie immer gesagt. Sie hat immer gesagt, sie ist nicht wegen ihres Mannes bei mir sondern wegen mir. Sie hat ihren Mann mit mir betrogen. Ich bin der Mann, der ihr etwas gegeben hat, dass sie dazu gebracht hat ihren Mann zu hintergehen. Eine Begründung, die mit mir - mit uns zu tun hat gepaart mit dem Entschluss bei ihrem Mann zu bleiben hätte mir einiges erspart und hätte es mir vielleicht leichter gemacht einen Schlussstrich zu ziehen.

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    Ist sicherlich Typsache, aber ich denke, ich würde auch versuchen, das Ganze so undramatisch wie möglich über die Bühne zu bringen; nicht, um Dich zu verletzen; nicht, weil ich das mal eben auf die Schnelle erledigen will; nicht, weil ich mir selbst nicht sicher bin und deshalb einfach so schnell wie möglich Tatsachen schaffen will, sondern vielmehr, weil es mich natürlich auch schmerzt.

    Nein, das ist Pragmatismus. So möchte ich ein geliebtes aber in die Jahre gekommenes Auto verschrotten, von mir aus auch ein Haustier einschläfern. Aber ein Check and Go - ja, das ist typabhängig. Aber nicht Anna. Aber Alouette, es ist auch eine Erklärung die mir sehr hilft. Deine Antworten helfen mir. :-)

    Indovina

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    Hast Du ihr denn in die Augen gesehen und sie klar gefragt, was genau hinter ihrer Entscheidung steht? Dann hättest Du doch die Erklärung aus erster Hand? Oder scheust Du Dich vor ihrer Antwort / Reaktion?

    Das habe ich in den Tagen nach der Trennung getan. Ich habe sie gefragt und sie sagte immer nur das selbe, sie will ihren Mann nicht verlassen. Was sollte ich dagegen tun? Ich musste ihr das glauben. Irgendwann habe ich aufgehört und meine Gefühle ihr gegenüber nur sehr dosiert und kontrolliert gezeigt und nicht mehr gefragt.

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    Du kannst keine Veränderung Deines Gefühlszustandes erwarten, wenn Du rein gar nichts änderst.

    Ja, das ist mir in den letzten Tage klar geworden. Ich werde sie am Samstag treffen und den Kontakt dann beenden und ich hoffe sie fragt nach meinen Gründen! Was sie tun wird, hinnehmen wird sie es nicht so einfach.

    flo_eck

    Und dieser banale Alltag, aus dem du durch deine Liebe entflohen bist, war der in der Zeit, als du diese Parallelwelt hattest, nicht noch furchtbarer? Und wie hast due diesen Alltag empfunden, als es deine perfekte Fluchtwelt nicht mehr gab. Warst du in einer "Alltagspartnerschaft". Mich interessiert das, weil ich es mir schrecklich vorstelle wegen einer alltäglichen, langweiligen Welt eine Phantasiewelt mit Affäre, die ja letztendlich doch real existiert, zu erschaffen und dann in die reale Welt zurück zu kehren und so zu tun, als wäre alles gut.

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    Ich verstehe nicht ganz, wieso es für dich aus dem "Nichts" kam: Dass es sich nicht um eine hochoffizielle, stabile Beziehung gehandelt hat, sondern "nur" um eine heimliche Affäre, muss dir doch bewusst gewesen sein...

    Diese Beziehung ging 2 Jahre. Wir haben nicht einfach nur miteinander gevögelt, wir hatten ganze Wochenenden, Tage miteinander in denen wir miteinander gelebt haben, sie hat meine Freunde kennen gelernt, meinen Sohn! Wir haben uns nicht verkrochen, wir haben als Paar Partys besucht ect. Ich glaube langsam, ich war keine Affäre, ich war ihr Doppelleben in dem ich ihr Mann war. Und ich steigere mich da nicht rein. Das sind die Worte anderer die uns zusammen erlebt haben. Ich habe darüber immer gelacht. Jetzt vergeht mir so allmählich das Lachen.

    MicaSun

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    Basil, korrigiere mich wenn ich damit falsch liege, ich kann nur sagen wie es mir damals gegangen ist und ich denke dir geht es ähnlich:


    es geht "nur" um dieses gefühl, dieses schwelgen und hoffen – völlig irrsinnige gedankenwelten, dass es ja doch anders ist, als das, was ja eigentlich zu 100% auf dem tisch liegt.


    Er liebt ja schon fast fanatisch. Ist momentan gefangen und möchte nicht loslassen.

    Am Anfang des Fadens war es so, ja.


    Wie ist diese eine Textpassage eines Liedes: Ich könnte tagelang von dir erzählen ohne deinen Namen auch nur einmal zu nennen - oder so. Ja, so war es bis vor ein paar Tagen. Das ist auch noch immer so, aber ich merke, dass ich mir wieder wichtig werde und ich da raus muss. Da steh ich vor einem Berg da liegen Glassplitter auf dem Weg und ich trage keine Schuhe aber ich muss da drüber. So fühlt es sich gerade an.

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    Zugegeben in einer sehr träumerischen art und weise.

    Das ist ein grundsätzlicher Wesenszug von mir. Ein Fuß immer neben dem Kopf in den Wolken. :-) Der andere Fest auf dem Boden.

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    wenn er schon 40 jahre alt ist.

    Ich vergesse manchmal. ;-) Immerhin stehe ich noch nicht zum Abstauben im Regal. ;-)

    Antonio

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    40 ist doch noch so jung! :-D

    Ernsthaft, bis jetzt das beste Alter!

    Hallo, ich bin bis jetzt stille Mitleserin gewesen. Ein Kontaktabbruch ist das vernünftigste, was du tun kannst, ich wünsche dir viel Kraft für diese Entscheidung.


    Ich war selbst Teil einer Affäre und habe dafür meinen Freund hintergangen. Er hat er irgenwann herausgefunden und dann vor ein Ultimatum gestellt: Er oder die Affäre. Ich habe mich dann für ihn entschieden, zum Glück. (Wir heiraten nächstes Jahr und das Ganze ist vor 6 Jahren passiert) Hätte mein Freund keinen Kontaktabbruch verlangt, wäre ich ähnlich wie Anna vermutlich weiterhin mit der Affäre in Kontakt geblieben, eben nur freundschaftlich. Da meine Affäre sich in mich verliebt hatte (ich bin von etwas rein Sexuellem ausgegangen, aber die Nachrichten nach dem Kontaktabbruch haben mir etwas anderes gezeigt...) war das nicht einfach, dieser Abbruch. Ich habe nie geantwortet, irgendwann hat er meine Entscheidung verstanden und akzeptiert. Noch Jahre später hat er immer wieder bei mir über Facebook angefragt, aber ich bin weiterhin konsequent geblieben. (Ich hatte damals auch Gefühle für ihn...) Ihm habe ich damals lediglich mitgeteilt, dass ich mich für meinen Freund entscheide. Und das stimmte genau so, da gab es keine anderen Gründe. Er war perfekt, aber ich konnte nur eine Person in mein Leben schließen. Und da mir die damals bereits lange Zeit mit meinem Freund wichtiger war als das Jahr mit dem Anderen, war die Entscheidung eigentlich klar. Da damals einiges im Argen lag, haben wir an unserer Beziehung gearbeitet, und seitdem würde ich nicht einmal mehr einen Gedanken an ihn verschwenden. Meine kleine Geschichte soll dir einfach mal die andere Seite vor Augen führen und wieso so einfach Schluss geacht werden kann. Um dich zu schonen ist der Kontaktabbruch essentiell, und wenn sie dich weiter kontaktiert, musst du den Mut und die Kraft haben, die SMS / Nachricht direkt zu löschen und nicht darauf zu antworten. :)*

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    Diese Beziehung ging 2 Jahre. Wir haben nicht einfach nur miteinander gevögelt, wir hatten ganze Wochenenden, Tage miteinander in denen wir miteinander gelebt haben, sie hat meine Freunde kennen gelernt, meinen Sohn! Wir haben uns nicht verkrochen, wir haben als Paar Partys besucht ect. Ich glaube langsam, ich war keine Affäre, ich war ihr Doppelleben in dem ich ihr Mann war.

    Huihh!!! :-o - Das rueckt die ganze Geschichte von Dir, lieber Basil, fuer mein Gefuehl in ein ganz anderes Licht. Auf mich wirkte es bisher mehr als die heimliche Affaere, die bestenfalls stundenweise und hoechst geheim stattfindet, auch wenn, wie Du frueher schriebst, Deine Ehefrau in Petersburg von Anna wusste. Von Anna wissen, muss ja nicht heissen, von der besonderen Beziehung zu ihr zu wissen. - Da wuerde mich interessieren: Wie hast Du die Beziehung denn Deinem Sohn "verkauft"?


    Zum praktischen Teil: Sicherlich mag der komplette Schnitt eine wirkungsvolle Moeglichkeit sein, um Klarheit herzustellen. Ich finde ihn aber sehr brutal, was mich betrifft. Es kann auch anders gehen, mehr in der Weise, wie Du offenbar derzeit mit Anna umgehst, also als "Freundschaft mit besonderem Hintergrund". Mit meinen frueheren Freundinnen habe ich, soweit das moeglich war, dieses Modell verfolgt, und so habe ich eine Reihe von (weiblichen) Menschen gewonnen, mit denen mich besondere Gefuehle und Erlebnisse verbinden und an deren Leben ich in mittlerweile gehoeriger Distanz teilnehmen kann.


    Das Modell funktioniert auch bei meiner Ehefrau bisher sehr gut, deren letzter Partner mit ihr nach wie vor in gutem Kontakt steht und der jedes Jahr einige Male zu uns zu Besuch kommt, mit uns grillt oder kocht, schwatzt und uebernachtet. Sie hat fuer ihn auf jeden Fall noch Gefuehle, und er fuer sie auch, und das goenne ich beiden; da ihre Lebensmodelle und Ziele einer Partnerschaft aber allzu unterschiedlich waren, hatten sie sich schon im engeren partnerschaftlichen Sinne vor unserem Kennenlernen getrennt.


    Ich haette uebrigens keine Probleme, mit einer Anna, wenn ich eine solche haette, bei einem Treffen noch einmal ueber alles zu sprechen und ihr auch meine Gefuehle zu offenbaren, ohne mir dabei aber grossartige Hoffnungen auf einen Sinneswandel bei ihr zu machen.


    Was mich noch interessieren wuerde: Bist Du Dir eigentlich so ganz sicher, dass Deine Ehefrau Eure Ehe bzw. Beziehung so tot und feuerlos sieht, wie Du es gesagt hast? Du schriebst ja, dass Anna sich aufgeregt habe, als Du zwischendurch einmal mit Deiner Ehefrau geschlafen hast. Das spricht zumindest etwas dafuer, dass Deine Ehefrau noch nicht ganz "fertig" mit der Beziehung zu Dir war (oder ist?). Und - ganz ehrlich gesagt - erschliesst sich mir nicht ganz, warum Du einerseits ueber derartig traumhaft harmonische Verhaeltnisse mit ihr berichtest und andererseits gerade diese so lange waehrende und perfekt erscheinende Beziehung als langweilig und daher als zerstoerungswuerdig empfindest.


    Da Euer Sohn offenbar kein "Missgeschick" war, muss bei Dir doch in recht kurzer Zeit, also innerhalb von ca. 3 bis 4 Jahren, ein so unglaublicher Sinnes- und Empfindungswandel eingesetzt haben, dass Du ueberhaupt fuer (D)eine Anna empfaenglich warst. Gibt es denn besondere Gruende, dass sie, also Deine Ehefrau, offenbar so weit weg von Dir in Petersburg leben muss, zumal dann, wenn Du jetzt schon so sehr an Deiner Zeit nach dem aktiven Tanzen arbeitest und vielleicht schon bald die staendigen Weltreisen nicht mehr in diesem Masse wie bisher stattfinden werden?


    Uebrigens zu Deiner Sorge: Ich fuehle mich von meiner Ehefrau nicht eingeengt, keineswegs! ;-)

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    Ist sicherlich Typsache, aber ich denke, ich würde auch versuchen, das Ganze so undramatisch wie möglich über die Bühne zu bringen; nicht, um Dich zu verletzen; nicht, weil ich das mal eben auf die Schnelle erledigen will; nicht, weil ich mir selbst nicht sicher bin und deshalb einfach so schnell wie möglich Tatsachen schaffen will, sondern vielmehr, weil es mich natürlich auch schmerzt.

    Nein, das ist Pragmatismus. So möchte ich ein geliebtes aber in die Jahre gekommenes Auto verschrotten, von mir aus auch ein Haustier einschläfern. Aber ein Check and Go - ja, das ist typabhängig.

    Oh nein! Das nennt sich Selbstschutz und hat mit Pragmatismus rein gar nichts zu tun!


    Ansonsten freut es mich, dass Dir dieser Faden weiterhilft. Für Euer Treffen am Samstag wünsche ich Dir, dass es in dem Sinne "gut" verläuft, dass es für Dich zur Klärung beiträgt. Dazu wäre es sicher hilfreich, wenn Du Dich nicht darauf beschränkst:

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    ... und ich hoffe sie fragt nach meinen Gründen!

    Leg ihr doch einfach Deine Gründe dar, dann wird sie ihrerseits auch den Kontaktabbruch besser verstehen und akzeptieren können. Alles Gute!