Antonio

    Zitat

    Auf mich wirkte es bisher mehr als die heimliche Affaere, die bestenfalls stundenweise und hoechst geheim stattfindet,

    Mit Sicherheit war es für sie eine Heimlichkeit. Natürlich war es das für sie. Sie hat auch sehr oft gesagt, dass es für sie so schade ist, dass sie nicht über mich bzw. uns mit ihren Freundinnen reden kann während ich das sehr wohl kann. Sie hatte mir mal geschildert, wie ihr das bewusst wurde, als eine ihrer Freundinnen, die Single war, einen Mann kennen lernte und so von ihm und wie er so ist schwärmte, völlig im Glück. Und Anna saß daneben, schwieg still in ihr Weinglas und wurde so traurig weil sie sehr gern von mir erzählt hätte. Sie sagte, sie musste sich richtig Mühe geben, sich für ihre Freundin zu freuen und dies auf so kommentieren.


    Mir hat das, als sie es mir erzählte, sehr leid getan. Aber ich wollte sie tatsächlich in meinem Leben und nicht nur stundenweise im Bett, dafür war sie mir zu schade, zu wichtig, zu wertvoll. Da böten sich, wenn ich das wollte, einige andere an. Ich habe sie gefragt, ob ich zu viel Leben, zu viel Beziehung, zu viel Paar in diese "Affäre" bringe doch sagte nein, sie sagte es würde ihr gefallen, sie fühle sich wohl.

    Zitat

    Von Anna wissen, muss ja nicht heissen, von der besonderen Beziehung zu ihr zu wissen.

    Sie wusste, welche Rolle Anna in meinem Leben spielt. Ich war da immer offen.

    Zitat

    Da wuerde mich interessieren: Wie hast Du die Beziehung denn Deinem Sohn "verkauft"?

    Unser Sohn weiß ja, dass seine Eltern kein Paar mehr sind. Wir lassen ihn nicht in dem Glauben, dass sein Vater lediglich weit weg arbeitet. Ich habe ihm Anna als meine Freundin vorgestellt. Ich muss sie ja nicht vor meinem Sohn verheimlichen. Und da er nicht, wie andere Kinder, deren Eltern nicht zusammen leben, jedes 2. Wochenende bei mir ist, beschränkt sich das auf 2 oder 3 Treffen. Er fand sie sehr nett und hübsch! Aber nicht so hübsch wie seinen Mama! ;-)

    Zitat

    Es kann auch anders gehen, mehr in der Weise, wie Du offenbar derzeit mit Anna umgehst, also als "Freundschaft mit besonderem Hintergrund".

    Das wäre sicher ein erstrebsames Ziel. Ich weiß nur nicht, wie ich diese emotionale Distanz, wie du sie auch in einem späteren Absatz zwischen Dir und bestimmten Frauen bzw. zwischen deiner Frau und ihrem ehemaligen Freund, beschreibst, für mich schaffen soll. Ich befinde mich noch zu sehr in den Gefühlen für sie, erträume und erhoffe mir noch immer eine Exklusivität in ihrem Leben, die nicht auf Erinnerungen beruht sondern Erinnerungen schafft. Ich bin da nicht so weit und ich gebe zu, dass es im Moment kaum vorstellbar ist, dass ich ihr mal gegenüber sitze, sie anschaue, ein Schluck Wein trinke und völlig entspannt denke "War eine schöne Zeit damals! Wie geht es deinem Mann und deinen Kindern?"

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    Bist Du Dir eigentlich so ganz sicher, dass Deine Ehefrau Eure Ehe bzw. Beziehung so tot und feuerlos sieht, wie Du es gesagt hast?

    Ich bin mir sogar sehr sicher, dass dem nicht so ist. Meine Frau würde sicher einen 2. Versuch mit mir unternehmen.

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    Und - ganz ehrlich gesagt - erschliesst sich mir nicht ganz, warum Du einerseits ueber derartig traumhaft harmonische Verhaeltnisse mit ihr berichtest und andererseits gerade diese so lange waehrende und perfekt erscheinende Beziehung als langweilig und daher als zerstoerungswuerdig empfindest.

    Das ist so, dass die Harmonie, das sich gut kennen und das immense Vertrauen über etliche Jahre hinweg ist sehr wichtig für eine Beziehung. Meine Frau ist mir eine sehr gute Freundin und Vertraute geworden, auf ihr Urteil lege ich Wert und kann ich vertrauen. Diese Freundschaft ist gewachsen und jegliches sexuelles Interesse ist gewichen. Sie ist als Mensch wunderbar aber als weibliches Geschöpf reizt sie mich nicht (mehr).


    Als Freunde, Kollegen oder in einer WG wären wir untrennlich. Als Paar, das wäre mir zu öde weil, von meiner Seite her, keine sexuelle Spannung bzw. Anziehungskraft von ihr für mich ausgeht. Und wie schon gesagt, mir ist dieser Teil in einer Partnerschaft wichtig und für mich basiert dieser Teil nicht zwingend auf Vertrauen und Harmonie wie bei anderen.

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    Da Euer Sohn offenbar kein "Missgeschick" war, muss bei Dir doch in recht kurzer Zeit, also innerhalb von ca. 3 bis 4 Jahren, ein so unglaublicher Sinnes- und Empfindungswandel eingesetzt haben, dass Du ueberhaupt fuer (D)eine Anna empfaenglich warst.

    Nein, dieser Sinneswandel hat sicher schon vorher begonnen. Es ist ja ein längerer Prozess. Aber damals war unserer Ehe noch so, dass noch Leidenschaft im Spiel war und somit war ihr Wunsch nach einem Kind erfüllbar. ;-) Und danach sind ja nochmal über 5 Jahre vergangen, bis Anna kam. In 5 Jahren können Gefühle sich verändern und Menschen reifen und dann auch anders zueinander stehen.

    Zitat

    Gibt es denn besondere Gruende, dass sie, also Deine Ehefrau, offenbar so weit weg von Dir in Petersburg leben muss, zumal dann, wenn Du jetzt schon so sehr an Deiner Zeit nach dem aktiven Tanzen arbeitest und vielleicht schon bald die staendigen Weltreisen nicht mehr in diesem Masse wie bisher stattfinden werden?

    Meine Frau ist Russin. Sie lebt dort und ist Journalistin bei einer großen russischen Zeitung. Ebenso, wie ich eigentlich aus Novosibirsk stamme. (deswegen auch die sicher häufig zu findenden Grammatik- und Kommafehler - dafür an dieser Stelle eine Entschuldigung).


    Ich hatte aber, als ich Anna kennenlernte und merkte, wie meine Gefühle für sie sind, schon die Idee den nicht mehr so fernen ruhigeren Teil meiner Karriere hier in Deutschland zu beginnen und hier zu unterrichten. Ich hatte sogar ein Angebot aus Moskau, doch Anna hat mich damals auf sehr charmante Weise gebeten hier zu bleiben. Ich konnte ihr das nicht ausschlagen. Und das Angebot war gut und die Stadt gefällt mir.

    Zitat

    Uebrigens zu Deiner Sorge: Ich fuehle mich von meiner Ehefrau nicht eingeengt, keineswegs!

    Ich glaube es dir. Und wenn ihr zwei damit so sehr glücklich seid, dann ist das sehr schön.


    Mich erinnerte dein Satz nur an die Menschen, das meine ich jetzt nicht abwertend, jeder hat seine Wege, die sagen, dass Sexualität und Spontanität und das Verlangen aufeinander nach einer gewissen Zeit immer nachlassen und dann diese Stelle Vertrauen, gegenseitiges Verständnis und tiefe Liebe rücken und der Sex anders wird. Das mag sein.


    Aber ich stelle mir diese Form der Sexualität sehr langweilig und so berechenbar vor. Es ist schwer zu beschreiben für mich.

    Basil75

    Zitat

    Und dieser banale Alltag, aus dem du durch deine Liebe entflohen bist, war der in der Zeit, als du diese Parallelwelt hattest, nicht noch furchtbarer?

    Nein, aber er hat mir, und das ist mir heute peinlich, nicht genügt.

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    Und wie hast due diesen Alltag empfunden, als es deine perfekte Fluchtwelt nicht mehr gab. Warst du in einer "Alltagspartnerschaft". Mich interessiert das, weil ich es mir schrecklich vorstelle wegen einer alltäglichen, langweiligen Welt eine Phantasiewelt mit Affäre, die ja letztendlich doch real existiert, zu erschaffen und dann in die reale Welt zurück zu kehren und so zu tun, als wäre alles gut.

    Zum Zeitpunkt der Trennung hatte ich keine Alltagspartnerschaft mehr. Die Rückkehr in den Alltag ging mit einer grossen Enttäuschung einher – ich musste mir eingestehen, dass ich mich in dieser scheinbar grossen Liebe getäuscht hatte. Ich weiss nicht, ob ich mich mit Worten gut genug ausdrücken kann: Es gab eine Art Verschiebung des Banalen. Ich begriff plötzlich, dass nicht mein Alltag banal war, sondern diese Flucht in die Affäre. Klar hat die Affäre real existiert, und ich glaube, "meine" Anna und ich waren in gewisser Hinsicht auch gut füreinander. Aber ein grosser Teil dieses Gefühlrausches kam nicht wegen uns zwei grossartig zueinander gehörenden Individuen zustande, sondern wegen dieser speziellen Konstellation, dieser heimlichen, verbotenen Affäre. Und deshalb empfinde ich heute unsere Alltagsflucht nicht nur als schwach, sondern auch als ordinär und flach. Das einzugestehen war schmerzhaft.

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    Diese Beziehung ging 2 Jahre. Wir haben nicht einfach nur miteinander gevögelt, wir hatten ganze Wochenenden, Tage miteinander in denen wir miteinander gelebt haben, sie hat meine Freunde kennen gelernt, meinen Sohn! Wir haben uns nicht verkrochen, wir haben als Paar Partys besucht ect. Ich glaube langsam, ich war keine Affäre, ich war ihr Doppelleben in dem ich ihr Mann war. Und ich steigere mich da nicht rein. Das sind die Worte anderer die uns zusammen erlebt haben. Ich habe darüber immer gelacht. Jetzt vergeht mir so allmählich das Lachen.

    Hm, ok, ich verstehe. Meine Liebesaffäre dauerte doppelt so lang wie deine, auch wir verbrachten Wochenende miteinander, gingen sogar gemeinsam in die Ferien etc. Aber es gab bei uns auch einige Trennungen während dieser Zeit und deshalb wohl war mir die Brüchigkeit des Ganzen sehr bewusst. Ich kann gut nachvollziehen, dass du dich in diesem Doppelleben verloren hast, könnte mir jedoch vorstellen, dass deine Anna es anders empfunden als du. Du hast dich nicht verkrochen, aber sie, die nicht mal mit ihren Freundinnen über dich reden konnte, sehr wohl. Für sie war euer Doppelleben vermutlich sehr viel anstrengender als für dich. Vielleicht hat sie auch deshalb die Reissleine gezogen.

    Lieber Basil,


    ich bewundere Deine Deutsch-Kenntnisse - Du hast in mir den Eindruck eines gebildeten deutschen Muttersprachlers erweckt, obwohl ich nach der Information ueber das Tanzen und Petersburg auch eher gedacht haette, dass Du aus Russland stammen muesstest! Mein Kompliment! So verstehe ich auch die Bindung Deiner Frau an Petersburg, das ich uebrigens in diesem Sommer aus eigener Anschauung ein wenig kennenlernen konnte - wenn auch nur in kleinen Ausschnitten, dafuer aber bei heissem Sommerwetter und in Begleitung einer russischen Fremdenfuehrerin, die alle unsere Beduerfnisse perfekt erfuellte (nein: keine sexuellen sind gemeint! ;-) ).


    Nur deshalb, weil man mit demselben (Ehe-)Partner zusammen ist, muss die Sexualitaet wirklich nicht langweilig sein bzw. werden. Ich fuehle mich bei Deinen Worten und Befuerchtungen in alte "Angstmuster" aus meinen frueheren (Jugend)zeiten erinnert, als ich immer in Sorge war, es koenne mir spaeter einmal sexuell langweilig werden und ich muesste sehr sparsam mit Steigerungen umgehen, um mir weitere sexuelle Varianten fuer spaetere Jahre aufzuheben.


    Nein, man kann ruhig in einer Beziehung von Anfang an "Vollgas" geben, ist mittlerweile meine Ueberzeugung. Es haengt einfach von den beiden Partnern ab, ob es ihnen gelingt, die sexuelle Spannung zu wahren. Wenn beide davon ueberzeugt sind, genau den richtigen zu haben, ist das sicherlich eine solide Basis, um das gemeinsame Leben und damit zugleich das eigene, das einem nur einmal gegeben ist, so erfuellt wie moeglich auch in sexueller Hinsicht zu gestalten.


    Meine Frau konnte die Reise nach Petersburg z.B. leider wegen aeusserer Umstaende nicht mitmachen, so dass ich knapp 2 Wochen ohne sie unterwegs war. Sie sagte gerade gestern, dass sie in dieser Zeit gelitten habe "wie ein Hund", und fuer mich war es ganz aehnlich, obwohl die Reise objektiv wunderbar war. Ich moechte fast sagen, dass es uns wie Dir mit Deiner Anna ging, wenn auch mit der Erwartung eines positiven Endes - aber das beruehmte Kribbeln und die Freude auf das Wiedersehen mit dem anderen war da wie eh und je.


    Was Deine Ehefrau und die vielen, langen Zeiten der Abwesenheit betrifft, frage ich mich also, wie Du bzw. Ihr sie ueberstanden habt. Ein Modell koennte sein, dass man sich umso intensiver auf die Rueckkehr und das Wiedersehen freut, ein anderes, dass man so wenige intensivere Begegnungen hat, dass die Gemeinsamkeiten dahinschwinden. Hast Du Dir darueber schon Gedanken gemacht?


    Ein anderer Punkt betrifft noch Deine verschiedenen Aussagen ueber die Attraktivitaet bzw. Schoenheit Deiner Partnerin, die Dir offenbar wichtig ist - sehr gut nachvollziehbar, wenn auch ein durchaus nicht geringer Anspruch. :)_ Laut Deinen Aussagen ist Anna jedenfalls attraktiv, aber Dein Zwinkern ueber die Worte Deines Sohnes laesst mich ahnen, dass Deine Frau mindestens genauso schoen und attraktiv ist. Koennte es nicht sein, dass - wenn Anna sich fuer Dich entschieden haette - Du nicht auch irgendwann ihrer ueberdruessig geworden waerest und dass Dich ihre Schoenheit, die im Uebrigen auch irgendwann nachlassen duerfte, nicht mehr haette andere Frauen vergessen lassen koennen?


    Hat sich Anna derartige Gedanken vielleicht ueber Dich nicht auch gemacht und ist sie dabei - sei mir nicht boese - zu dem Schluss gekommen, dass eine Beziehung mit Dir in Zukunft problematisch sein kann und eine weitere Anna sie ersetzen wird, so dass sie am Ende ohne Ehemann und ohne Basil vor einem grossen Truemmerhaufen stehen wird?


    Oder sind es konkrete sexuelle Erlebnisse, die Dir Deine Ehefrau nicht geschenkt hat und die Du jetzt mit Anna erleben konntest? Ist sie, die Anna, mit Dir vielleicht weiter gegangen, als sie es eigentlich haette tun wollen, und steht dadurch mit sich selbst darueber im Konflikt, zu welchen sexuellen Techniken und Handlungen sie sich hat hinreissen lassen? Wenn sie sich fuer Dich entschieden haette, glaubst Du - falls die obigen Annahmen ungefaehr zutreffen - dass sie fuer immer mit Dir alle diese Spielarten bereitwillig fortgesetzt haette? - Wie oft lesen wir hier von Menschen, die Rat und eine Art Klagemauer suchen, weil ihre einst so erfuellende Sexualitaet mit dem Partner fast nicht mehr, gar nicht mehr oder nicht mehr in der urspruenglichen Vielfalt stattfindet!

    Hallo Basil

    Ich wollte schon länger schreiben, hatte aber zu viel um die Ohren.. aber jetzt:


    Mir kommt das sehr bekannt vor. Ich hatte bis Anfang des Jahres auch eine Affaire. Natürlich völlig andere Konstellation, aber die Empfindungen, die Du beschreibst hatte ich auch: Wenn wir zusammen waren - und bei uns waren es oft nur wenige Stunden - war es wie im Himmel, egal ob im Bett, Gespräche, Unternehmungen... Davor, wenn ich wusste wir teffen uns lange irrsinnige Vorfreude, danach riesiger Katzenjammer.


    Eine Achterbahnfahrt. Ein ständiger Thrill. Dadurch, daß die Treffen so selten und begrenzt waren, waren sie so unglaublich wertvoll für mich. Es war wie Drogen zu nehmen, wie wenn man sich Kokain reinzieht: Ein super-Hochgefühl gefolgt von völligem Absturz.


    Und er war derjenige, der bestimmen konnte, wann und wie lange.


    Ich war abhängig davon. Und mir kommt vor, daß es bei Dir und Anna auch so ist. - Verzeih, wenn ich mit meiner Einschätzung falsch liege! Dein Wohl hängt davon ab, wann Du sie das nächste mal siehst. Du hast glaub ich geschrieben, daß es Samstag so weit ist. Ich nehme an, Du fieberst diesem Tag entgegen, alles andere ist völlig unwichtig. Und nur mal angenommen, sie würde absagen (egal aus welchem Grund) - für Dich wäre es die absolute Katastrophe.


    Da sie die sexuelle Komponente rausgenommen hast, nimmst Du notgedrungen das was Du bekommen kannst: Gelegentliche Treffen, Gespräche etc. Aber Du hoffst immer, daß sie es sich nochmal überlegt. = Du leidest wie ein Hund


    Vielleicht wird sie es sich überlegen, vielleicht nicht. Aber derzeit hat sie die Zügel komplett in der Hand. Und Du hast gar nichts. Du bist wie ein Verdurstender, der von Anna ab und zu einen Tropfen Wasser bekommt, manchmal einen Schluck, aber nie genug. Glaub mir, ich weiß, wie sich das anfühlt, es ist die Hölle.


    Für Dich gibt es, nach meinem Empfinden, nicht viele Optionen:


    1. So weiter machen wie bisher, willst Du aber nicht, sonst würdest Du hier nicht schreiben


    2. Ihr Deine Gefühle offenbaren, um sie kämpfen. Das scheust Du, da Du Angst vor der Möglichkeit hast, daß sie diese nicht erwidert


    3. Dich rar machen und hoffen, daß sie auf Dich zu kommt. Erfordert Disziplin Deinerseits und birgt auch die Gefahr, daß sie nicht darauf anspringt


    4. Kontaktabbruch Deinerseits mit aller Konsequenz. Erfordert immense Disziplin, und wird sehr schwer - ist aber schaffbar. Für mich war es wie kalter Entzug.


    Ich wünsche Dir und Anna und Deiner Familie alles Gute!! Das Leben ist nicht planbar, und es verläuft nicht immer wie im Bilderbuch. Und die schönsten und aufregendsten Liebesgeschichten sind oft auch die tragischsten und traurigsten. :)*

    Zitat

    Und was ist passiert, als du diese Entscheidung nicht getroffen hast?

    ich hatte eine unglaublich zermürbende on-off beziehung mit diesem mann und letzendlich sind daran dann beide ehen zerbrochen. dass diese affäre und ich heute verheiratet und sehr glücklich miteinander sind, ist eine ganz andere geschichte, aber es waren immerhin fast 15 sehr sehr anstrengende und emotional aufreibende jahre, die wir uns bei knallharten entscheidungen (egal in welche richtung auch immer) hätten ersparen können!

    Ich danke für euer Nachrichten, Fragen und Hilfestellung.

    TwisterSister und die, die es interessiert

    Ja, ich hatte dieses letzte Treffen mit Anna. Nachdem ich mir vorgenommen hatte, sie an diesem Abend mit meinen Gefühlen und der daraus resultierenden Konsequenz des Kontaktabbruches zu konfrontieren, habe ich bewusst einen Termin gewählt ab dessen Folgetag ich wieder beruflich im Ausland sein würde - mit viel Arbeit und somit wenig Zeit zu Denken und Zweifeln.


    Ich war in den letzten Wochen in Asien und ja, ich war weit weg und habe alle Möglichkeiten der Kontaktaufnahme mit Anna gemieden. Aber gut ging es mir nicht.


    Ich habe mich mit ihr in einem Restaurant getroffen und wir haben unser Essen genossen, über viel geredet und gelacht. Wie eigentlich immer. Ich habe ihr dann, nachdem ich die Rechnung gezahlt hatte, gefragt, ob sie noch ein wenig Zeit hätte, da ich noch etwas mit ihr sprechen wollte, das ich nicht in einem Restaurant in Anwesenheit anderer Gäste und Obern besprechen will. Sie willigte ein aber ich spürte ein Unbehagen an ihr das mich dann für einen Moment ins Wanken brachte.


    Ich fragte sie dann, ob sie Lust hätte mit mir ein bisschen raus aus der Stadt zu fahren und wirkte irritiert aber willigte ein. Also fuhr ich mit ihr an einen See. Ich habe ein kleines Haus an diesem See, wir haben dort viele schöne Stunden verbracht.


    Ich habe ihr dort gesagt wie ich wirklich fühle, dass ich sie nach wie vor liebe, sie vermisse, es sich anfühlt, als hätte man mir einen Arm oder ein Bein amputiert seit dem sie weg ist. Ich habe ihr alles gesagt. Mir war wichtig, es ihr zu sagen. Mir lag nicht daran sie zu bitten zu mir zurück zu kehren. Hätte sie es gewollt, dann hätte sie es in diesem Moment getan. Denke ich denn ich war ehr ehrlich und sehr offen. Ich hatte mir zwar viel überlegt was ich wie sage aber als es dann so war, da kamen die Worte ganz anders.


    Ich wollte sie in den Arm nehmen doch sie wich zurück. Sie hat eigentlich nicht viel gesagt, sie hat nur auf meine Fragen geantwortet und sie hat geweint. Als sie nur schwieg und mich anschaute habe ihr dann gesagt, dass ich so nicht weiter machen kann und wenn sie mir keinen Platz in ihrem Leben lässt, dass ich nicht mehr zulassen kann, dass sie einen im meinem hat. Sie fragte dann, wie ich das meine und ich sagte ihr gerade aus, dass ich sie nun wieder nach Hause fahre und ich jeglichen Kontakt zu ihr abbrechen werde damit ich irgendwie aus dieser Sache raus komme und wieder anfange ein Leben, mein Leben, zu führen. Dann wollte sie mich in den Arm nehme und dann wich ich zurück. Ich konnte nicht mehr. Und dann wurde sie sehr wütend weil ich sie an diesen Ort gebracht hatte. An den Ort, wo alles begann brachte um sie aus meinem Leben zu streichen. Sie war so wütend, wie ich das hier, jetzt und so einfach tun könnte. Sie hat mir sogar eine Ohrfeige verpasst. Das hatte ich nicht erwartet. Aber es war der Punkt das Gespräch oder den Streit zu beenden. Ich habe sie dann zurück in die Stadt gefahren. Als wir an ihrem Auto standen ist sie wortlos ausgestiegen und gegangen.


    Danach ging es mir nicht gut. Ich bin dann nach Hause gefahren und habe sehr gezweifelt, ob das richtig war weil so schrecklich habe ich mich noch nie gefühlt. Ich war zu Hause und es war alles leer in mir. Ich wusste nicht, was ich mit tun sollte. Ich gebe zu, ich habe ständig auf mein Handy geschaut und meine Mails gecheckt. Wäre nur ein Satz, nur ein Wort von ihr gekommen, ich wäre sofort weich geworden und hätte alles zurück genommen. Aber es kam nicht. Anna blieb still. Ich habe seit dem diesen Abend wieder und wieder durchlebt und finde immer wieder Punkte an denen ich sie hätte einfach in den Arm nehmen müssen. Auch hätte ich sie nicht so ohne ein Wort aus meinem Auto aussteigen lassen sollen. Aber sich darum jetzt noch Gedanken zu machen ist eigentlich völlig zwecklos, nicht wahr.


    Am nächsten Morgen bin ich nach Peking geflogen und habe meinen Job gemacht, gegessen, geschlafen, meinen Job gemacht, gegessen, geschlafen.


    Das war es bis jetzt.


    Es fühlt sich noch immer furchtbar an. Die Wochenenden sind mit ein Graus, besonders jetzt, wo es draußen so dunkel wird und auch kalt. Eine Freundin von mir ist Psychiaterin, sie hat mich im Moment vorübergehend mit einem leichten den Schlaf fördernden und die Stimmung hebenden Medikament abgefedert und es beginnt langsam zu wirken.


    Dafür tanze ich im Moment umso besser!  Ich habe mein Leben lang immer die beste Bühnenleistung erbracht, wenn ich Liebeskummer hatte. Abartig…..


    Jetzt kann ich nur abwarten und daraufhin arbeiten, dass es besser wird und ich wieder einen Fuß in eine eigene und nicht durch Anna bestimmte Richtung finde.

    Antonio

    Zitat

    Nein, man kann ruhig in einer Beziehung von Anfang an "Vollgas" geben, ist mittlerweile meine Ueberzeugung. Es haengt einfach von den beiden Partnern ab, ob es ihnen gelingt, die sexuelle Spannung zu wahren.

    Genau, es hängt von beiden ab. Wenn meine Partnerin nicht mehr sexuell attraktiv für mich ist oder wenn ich sie sexuell nicht mehr anspreche dann kann die Beziehung noch so vertraut und noch so tief sein, dann ist einfach Ende im Bett. Ich kann mir für mich nicht vorstellen mit einer Frau den Sex zu haben, wenn die Partnerschaft nur auf sich gut kennen, Vertrauen und Verbindung besteht.


    Und aus diesem und auch anderen Gründen war meine Frau irgendwann nicht mehr die Partnerin mit der diese Spannung zu wahren war.


    Sexualität und sexuelle Anziehung ist etwas, an dem ich nicht arbeiten und das ich nicht suchen möchte. Es muss da sein, passieren.


    Sicher kann ich meine egoistische Lust, mein sexuelles Verlangen an vielen netten Frau erleichtern. Es gäbe genügend. Das ist für kaum einen Mann ein Problem. Und manchen Männern ist das auch genug. Aber ich bin so ein Mann nicht. Für mich ist Sex nicht einfach nur das Verlangen zu befriedigen und nach ein paar Minuten zum Orgasmus zu kommen um dann entspannt einzuschlafen. Für mich ist Sex mit einer Frau dem Körper einer Frau zu huldigen. Ich liebe den Körper einer Frau und die Lust, die eine Frau empfinden kann. Diese Lust zu steigern und sie dabei zu beobachten, die Veränderungen, die ihr Körper durchläuft zu beobachten, ihren Duft, der sich auch ändert, die Geräusche die sie von sich gibt, die Spannung, die ich in ihr aufbaue, das möchte ich über Stunden und immer wieder genießen. Das erregt mich. Dem werde ich nicht müde und da bin ich sehr einfallsreich. Es zu schaffen, diese Reaktionen ihres Körpers auszulösen und die Spannung zu steigern ist meine sexuelle Erfüllung.


    Aber auch dafür muss ich eine Frau gut kennen und ich muss an einem bestimmten Punkt des Kennenlernens spüren, dass sie dieses Bedürfnis in mir weckt. Ich muss aber sagen, dass ich sehr schnell merke, ob ich diese mit einer Frau erleben möchte. Möchte ich das nicht, gibt es auch nichts mehr zu arbeiten. Dann kann ich zwar mit ihr ins Bett gehen aber dann kann sie eigentlich nach 20 Minuten wieder nach Hause gehen weil ich fertig (mit ihr) bin. Und das ist für mich nur von kurzer und sehr oberflächlicher Befriedigung. Nichts, das ich dauerhaft anstreben würde.

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    Was Deine Ehefrau und die vielen, langen Zeiten der Abwesenheit betrifft, frage ich mich also, wie Du bzw. Ihr sie ueberstanden habt. Ein Modell koennte sein, dass man sich umso intensiver auf die Rueckkehr und das Wiedersehen freut, ein anderes, dass man so wenige intensivere Begegnungen hat, dass die Gemeinsamkeiten dahinschwinden. Hast Du Dir darueber schon Gedanken gemacht?

    In der Anfangszeit unserer Beziehung war es natürlich schon so, dass das Vermissen und die Sehnsucht groß waren und auch das Widersehen schön und sehr viel zu kurz. Wir taten, was alle Paare taten, telefonierten viel ect.


    Aber wie schon gesagt, war das ein Lebensplan und somit arrangierte man sich. Sie ging ihrem Beruf nach, war der Situation sehr gut angepasst da sie sie schnell angenommen hat und nicht eine Frau ist, die sich nach einem Mann grämt und ohne ihn nur halb ist. Sie hat ihr Leben gelebt, Kariere aufgebaut und einen Freundeskreis, ein soziales Leben.


    Vielleicht war es auch ein bisschen angenehm, sie war verheiratet, das Bankkonto war gut gefüllt und sie hatte keinen Mann da, dem die Wäsche gewaschen werden musste und dem das Essen gekocht werden musste. Und sie konnte einen Mann ihren Mann nennen, dessen Stand ihr sicher die ein oder andere Tür geöffnet hat.

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    Laut Deinen Aussagen ist Anna jedenfalls attraktiv, aber Dein Zwinkern ueber die Worte Deines Sohnes laesst mich ahnen, dass Deine Frau mindestens genauso schoen und attraktiv ist.

    Natürlich sind beides in meinen Augen attraktive Frauen. Aber als Sohn findet man die eigene Mutter doch immer am schönsten, nicht wahr? Daher das Zwinkern!

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    Koennte es nicht sein, dass - wenn Anna sich fuer Dich entschieden haette - Du nicht auch irgendwann ihrer ueberdruessig geworden waerest und dass Dich ihre Schoenheit, die im Uebrigen auch irgendwann nachlassen duerfte, nicht mehr haette andere Frauen vergessen lassen koennen?

    Also, zum einen ist für mich die Schönheit einer Frau nicht unbedingt Perfektion gemessen an einem Standard. Jeder Mensch hat einen Geschmack, bevorzugt gewisse körperliche Eigenschaften. Nur sehr wenige Menschen verlieben sich in ausnahmslos charakterliche Vorzüge. Ich weiß, es gibt es.


    Aber ich bevorzuge einen bestimmten Frauentyp, der mich einfach mehr anspricht als andere Frauentypen. Interessanter Weise hat sich dieser im Laufe der Zeit gewandelt. Das hat auch zur Folge, dass meine Ex Frau gar nicht mehr dem entspricht. Meine Ex Frau wäre eine Frau, nach der, wenn mir auf der Straße begegnet, ich mich nicht umdrehen würde.


    Und natürlich könnte es ein, dass ich auch einer Anna überdrüssig werde. Ebenso, wie ich ihr überdrüssig werden könnte. Das ist doch aber normal, entschuldige – aber wie illusorisch ist es einem anderen Menschen zu sagen: Ich werde dich immer lieben, du wirst die eine Einzige sein?


    Das Wort "für immer" ist doch eigentlich mehr gelogen und heuchlerischer als das Wort "niemals" schrecklich klingt, oder?


    Natürlich hätte auch ich nicht mit Sicherheit sagen können, ob das mit Anna und mir ewig hält. Natürlich hätte ich es ihr versprechen können aber wem nützt das? Das ist, als wenn ein Arzt seinem Patienten sagt "Sie werden nie an Krebs erkranken". Natürlich klingt das erstmal gut und man lehnt sich entspannt zurück. Aber ist es real?


    Zu einem anderen Menschen "für immer" zu sagen heuchelt eine Sicherheit vor.


    Aber Anna ist eine Frau, mit der ich zumindest ein gutes Gefühl hatte, ein Gefühl, das sich nicht auf rein äußerliche und sexuelle Erlebnisse beschränkte, nein, ich hatte Gefühle von Zukunft, von zu Hause und davon, dass ich gern erfahren hätte, wie es mit ihr in 10, 20 oder 30 Jahren wäre. Und das habe ich ihr auch sehr oft gesagt und gezeigt. Das Wort "für immer" habe ich aber immer vermieden.

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    Hat sich Anna derartige Gedanken vielleicht ueber Dich nicht auch gemacht und ist sie dabei - sei mir nicht boese - zu dem Schluss gekommen, dass eine Beziehung mit Dir in Zukunft problematisch sein kann und eine weitere Anna sie ersetzen wird, so dass sie am Ende ohne Ehemann und ohne Basil vor einem grossen Truemmerhaufen stehen wird?

    Ist das nicht in jeder Beziehung ein Risiko? Es ist doch das, woran man bauen muss, dass eine Beziehung entsteht, wo man nicht gleich bei der erstbesten attraktiven Frau bzw. dem nächsten gutaussehenden Mann den Partner oder die Partnerin vergisst. Tut man das, dann sollte man doch die Beziehung hinterfragen. Das war sicher auch der Grund, weswegen ich mich von meiner Frau getrennt habe. Die Beziehung zu ihr war so entfremdet, dass ich sie, als mit andere Frauen begegneten, in Frage gestellt habe. Und da komme ich zu dem, was ich mir wünsche, ich möchte eine stabile Partnerschaft mit einer Frau, bei der ich einen festen Platz habe und wo ich nicht nach dem Neuen, nach dem Besseren suche. Und für mich war Anna eben zu dieser Zeit diese Frau.

    Zitat

    Oder sind es konkrete sexuelle Erlebnisse, die Dir Deine Ehefrau nicht geschenkt hat und die Du jetzt mit Anna erleben konntest?

    Natürlich!

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    Ist sie, die Anna, mit Dir vielleicht weiter gegangen, als sie es eigentlich haette tun wollen, und steht dadurch mit sich selbst darueber im Konflikt, zu welchen sexuellen Techniken und Handlungen sie sich hat hinreissen lassen?

    Nein! Sie hat mir gesagt, dass ich ihr Dinge gebe, die sie bei ihrem Mann vermisst, seit Jahren vermisst hat und die mit ihm nicht vorstellbar wären, die sie mit ihm auch gar nicht erleben möchte. Ich habe sie bei unserem letzten Treffen genau dies gefragt und sie sagte mir, dass sie nichts mit mir getan hat, was zu weit ging oder das sie reut.

    Zitat

    Wenn sie sich fuer Dich entschieden haette, glaubst Du - falls die obigen Annahmen ungefaehr zutreffen - dass sie fuer immer mit Dir alle diese Spielarten bereitwillig fortgesetzt haette?

    Das weiß ich nicht. Wie schon gesagt, "für immer" ist unwahrscheinlicher als "niemals"! Man weiß nicht, was im Leben passiert. Aber ich denke, wenn wie bei Gesundheit geblieben wären und die Gefühle füreinander geblieben wären, dann kann ich mir nicht vorstellen, warum sie hätte plötzlich aufhören wollen. Und ich kann mir im Moment nichts Schöneres vorstellen, als sie auch in 10 Jahren noch zu genießen.


    Das Wort Spielarten amüsiert mich, Antonio! Es trifft sehr zu.

    Zitat

    Wie oft lesen wir hier von Menschen, die Rat und eine Art Klagemauer suchen, weil ihre einst so erfuellende Sexualitaet mit dem Partner fast nicht mehr, gar nicht mehr oder nicht mehr in der urspruenglichen Vielfalt stattfindet!

    Ja, das ist mir bekannt. Ich glaube, dem liegt viel Alltag und Langeweile im Leben zugrunde. Vielleicht fehlen diesen Leuten auch die Reibungspunkte. Und ich glaube, es sind Menschen, für die Sex auf Lust basiert. Für die Sex, also der reine Akt, ein Mittel ist um eine Lust zu befriedigen. Und für die der reine Akt des Sex der zentrale Kern des Liebeslebens ist und der Orgasmus das Ziel auf das man hin arbeitet. Lässt diese Lust nach oder empfindet man diese Lust bei seinem Partner nicht mehr, dann war es das mit dem Sex mit diesem Partner.

    Es war aber zu erwarten. Ich möchte es nicht zu negativ formulieren. Aber du hast bei ihr erst das volle Tableau wehmütiger Erinnerung abgerufen und sie dann, ohne dass sie vorgewarnt war, in dieser Anwallung von Gefühlen vor eine Entscheidung gestellt. Dass sie das als unfair empfand, ist nachvollziehbar. Das sollte dich nicht überrascht haben.

    Uomo3

    Zitat

    Das sollte dich nicht überrascht haben.

    Die Ohrfeige als Zeichen, dass sie empört ist, hat mich nicht überrascht. Es war mehr die Tatsache, dass sie zu körperlichen Tätlichkeiten fähig ist.

    Zitat

    Aber du hast bei ihr erst das volle Tableau wehmütiger Erinnerung abgerufen und sie dann, ohne dass sie vorgewarnt war, in dieser Anwallung von Gefühlen vor eine Entscheidung gestellt.

    Ja!


    Ernsthaft, ich habe sie mehrmals gefragt, wie sie denkt, was sie fühlt, wie es ihr geht, wenn ich ihr das alles sage. Und je weniger sie sagte, je unverbindlicher ihre Aussagen und Antworten wurden, desto mehr beherrschte mich das Gefühl es ihr so richtig zu geben, ihr jeden scheiß Tag der letzten Monate Heim zu zahlen, sie die Machtlosigkeit und das vor die Konsequenz gestellt zu werden, fühlen zu lassen. Ich wollte, dass sie sich auch mal ohne Ausweg fühlt und es hat mir ein Stück weit gut getan ihr gerade raus an den Kopf zu sagen, was sie mir angetan hat, wora sie Schuld ist. Ja, ich war in diesem Moment gern das arme Opfer und habe sie in die Rolle der Bösen gedrängt.


    Ich habe ihr auch gesagt, wie sehr ich sie liebe und das ich mir die Zeit an ihrer Seite zurück sehne, sie mir fehlt und und und..... Aber als ich merkte, dass es zwecklos ist, da fühlte ich mich so hilflos, dass ich sicher nicht fair geblieben bin und ihr auch ein Stück weit in vollem Bewusstsein weh getan habe.

    Zitat

    ... es hat mir ein Stück weit gut getan ihr gerade raus an den Kopf zu sagen, was sie mir angetan hat, wora sie Schuld ist.

    Dafür wird sie keinen Gedanken haben. Denn aus ihrer Sicht hat sie um der Affäre mit dir willen ihren Mann betrogen, ihre Ehe und Familie auf's Spiel gesetzt, ihre Rolle als vorbildliche Mutter im Stich gelassen. Dein Reden war also völlig sinnlos, weil sie es nicht verstehen kann. Oder auch nicht sinnlos. Denn jetzt hat sie Gewissheit, dass du die Eigenschaften hast, deretwegen sie ihren Mann nicht verlassen wollte.


    Es dürfte alles geklärt sein.

    Zitat

    Denn jetzt hat sie Gewissheit, dass du die Eigenschaften hast, deretwegen sie ihren Mann nicht verlassen wollte.

    Aber ganz offensichtlich habe ich auch Eigenschaften, deren wegen sie ihren Mann über viele Monate betrogen hat und die sie ganz offensichtlich vermisst hat und die letztendlich dazu geführt haben, dass sie mich nicht aus ihrem Leben streichen konnte und diese "Freundschaft" aufrecht gehalten hat, die, wie sie wusste ich nur eingegangen bin, um sie nicht gänzlich zu verlieren. Also sie hat schon bevor ich es ihr so deutlich gesagt habe in vollem Bewusstsein gehandelt und hatte durchaus Gedanken für das, was sie tut.

    Hallo Basil,


    danke fuer Deine langen Antworten! - Es tut mir leid, dass Eure Beziehung unter diesem unguenstigen Vorzeichen - naemlich ihrer noch bestehenden Bindung - stand.


    Ich denke, Du musst einfach die Zeit die Wunden heilen lassen. Ich wuerde an Deiner Stelle versuchen, mir eine neue Partnerin zu suchen und dabei nicht zu viel an schoene Erlebnisse mit Anna zu denken, sondern Dich auf die Vorzuege Deiner neuen Partnerin zu konzentrieren. Und akzeptiere auch, dass vielleicht nicht alles ganz perfekt sein wird - es kann doch trotzdem wunderbar mit ihr sein.


    Liebe Gruesse


    Antonio

    Ich möchte euch sagen, wie es nun ist.


    Nachdem ich den Kontakt zu Anna abgebrochen hatte, ging es mir nicht gut. Jeder Tag war voller Eintöne. Am Tag lenkte ich mich mit viel Arbeit ab, ich trieb exzessiv Sport doch sobald es Abend wurde und ich allein in meiner Wohnung war kämpfte ich jeden Tag mit dem Verlangen Anna eine Nachricht zu schreiben oder sie anzurufen.


    Ich empfand es als eine noch viel größere Hölle weil ich den Kontakt zu ihr beendet hatte, ich ihr weh getan hatte und ich es in der Hand hatte, besser gesagt, ich der Verursacher der Misere war, da ich ja bestimmt hatte, sie nicht mehr sehen zu wollen. Gelogen war es ja auch noch, ich wollte sie sehen - ständig - aber wie aus vielen Diskussionen lesbar, war es doch nicht gut für mich.


    Jetzt danach muss ich sagen, dass es mir langsam anfing besser zu gehen. Das wollte ich damals nicht sehen doch nach ein paar Wochen kam ich wieder zu mir. Und dann traf ich sie in der Stadt. Ich war einkaufen in einem Geschäft, das wir beide viel besuchen und da traf ich sie. Nun konnte ich natürlich nicht an ihr vorbei gehen, als würde ich sie nicht kennen.


    Das hätte ich als sehr unreif und auch frech empfunden. Und Anna schaute mich auch voller Erwartung an.


    Also begrüßte ich sie, sie umarmte mich sofort und wir redeten. Nicht lang, kurz aber sie beendete die Verabschiedung damit, dass sie mich vermisse und ich mich doch mal melden soll. Und somit war ich in der neuen Misere. Es lag noch schwerer in meinen Händen, ich hatte in der Hand mir zu geben, was mir so fehlte. Sie wollte das ich mich melde!


    Einige werden den Kopf schütteln aber ich habe es getan. Ich habe mich dann bei ihr gemeldet und wir haben uns wieder gesehen. Ich habe gedacht, dass ich mir halb treu bleibe, wenn ich sie wirklich nur als Freund treffe. Auch das ging nicht lange gut. Zu viel liegt zwischen uns.


    Jetzt bin ich wieder in dieser Beziehung - Affäre werde ich es nie nennen - und mir geht es gut.


    Es hat sich doch gelohnt ihr eine Zeit lang den Kontakt zu mir zu verwehren.