Die Seherin

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    in der "verbotenen zeit" waren die gestohlenen stunden, der sex, die nächtlichen gespräche von etwas geprägt, was durchaus mit dieser "verbotenen situation" zu tun hatte. da war neben all der sehnsucht, dem schlechten gewissen, der eile usw. schon auch ein prickel, eine gewisse faszination da.

    Vielleicht ist das etwas, das Anna an der Liaison mit mir reizt. Ein interessanter Gedanke. Vielleicht hat sie noch mehr Angst vor Langeweile, voll Tristes und Alltag als ich es habe.

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    dieses seltsam zerrissene gefühl (positive gemeinsame erlebnisse waren irgendwie ganz besonders positiv) ist natürlich weg gewesen, als wir dann da standen, uns lieben durften, zusammen sein durften, den alltag miteinander leben...!

    Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass anfangs eine Erleichterung da war, ihr doch auch froh gewesen seid, ein Risiko und weniger zu haben und nun nicht mehr erwischt werden könnt.


    Doch fehlt es irgendwann?


    Ich hatte bei deinem Post, in dem du on der Veränderung zu einer normalen und alltäglichen Beziehung sofort wieder ein doch ungutes Gefühl, ich redete mir ein, du wünschtest dir die Heimlichkeit zurück. Wahrscheinlich habe ich das aber lediglich projiziert, denn später klang es nicht mehr danach.

    Antonio

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    Lieber Basil, ich finde es toll, dass Du Dich hier nach laengerer "Sendepause" wieder gemeldet hast. Viele sammeln erst Ratschlaege und diskutieren heftig, bevor sie ploetzlich verschwinden, vielleicht sogar gaenzlich aus dem Forum.

    Ich danke dir auch, dass du dich wieder in die Diskussion einbringt. Ich erinnere mich deiner Beiträge gut.


    Nun, hätte es nicht eine Kertwende gegeben und würde die Funkstille zwischen nur und Anna noch bestehen, dann hätte ich sicher nicht mehr geschrieben. Aber sie ist ja, nach einer von mir erzwungenen Pause, präsenter denn je.

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    Falls Du glaeubig sein solltest, kannst Du es auch als goettliche Fuegung ansehen, dass Ihr Euch wieder begegnet seid.

    Nun, ich bin zwar fest davon überzeugt, dass es keine Atheisten in den Schützengräben dieser Welt gibt aber ich bezweifle, dass Gott einer solch sündigen Affäre behilflich ist. ;-)

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    Schade ist nur, dass es noch den gehoernten Ehemann von Deiner Anna gibt, der zu dem ganzen Treiben vielleicht eine ganz andere Meinung haben duerfte.

    Ich bin mir sehr sicher, dass er das hat. Aber es steht mir nicht zu ihn nach seiner Meinung zu fragen.

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    Habt Ihr Euch dazu schon einmal Gedanken gemacht, Anna und Du? Und wie sehr belastet Euch diese Vorstellung?

    Ich habe dieses Gewissen abgelegt und ausgeblendet. Es belastet mich nicht. Ist sie bei ihr, gehört sie mir. Ist sie bei ihm, habe ich damit kein Problem.


    Nachdem sie ein paar Jahre schon so lebt, scheint sie sich arrangiert zu haben, einen Weg gefunden zu haben.


    Schlafende Hunde werde ich nicht wecken.


    Es ist aber auch nicht so, dass ich nicht auch schon die Idee gehabt hätte, ihm eine Information zukommen zu lassen - in der Hoffnung dass sein Entsetzen sie mir überlässt. Aber das würde mein Gewissen sicher enorm belasten.

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    Doch fehlt es irgendwann?


    Ich hatte bei deinem Post, in dem du on der Veränderung zu einer normalen und alltäglichen Beziehung sofort wieder ein doch ungutes Gefühl, ich redete mir ein, du wünschtest dir die Heimlichkeit zurück. Wahrscheinlich habe ich das aber lediglich projiziert, denn später klang es nicht mehr danach.

    oh nein... das hat nie gefehlt :-D im gegenteil... wir waren am anfang ganz "demütig" und fast schon misstrauisch, weil es einfach zu schön war, um wahr zu sein.


    prickeln tut es immer noch ganz gewaltig zwischen uns beiden (und es sind jetzt auch schon wieder über 9 jahre, die wir zusammenleben!)! das heimliche fehlt mir null - außerdem bin ich aus dem alter für so einen scheiß raus ;-D

    Ich möchte hier kurz die umstrittene Vaterrolle ansprechen und Basil in dieser Sache zumindest ein wenig verteidigen. Es gibt Berufe, die es einem nicht ermöglichen, ständig zuhause zu sein. Mein Mann war auch bei vielen Geburtstagen und bei der Einschulung aus beruflichen Gründen nicht dabei. Trotzdem hat er ein sehr gutes Verhältnis zu seinen Kindern und ist ein verlässlicher Vater. Wenn er etwas verspricht, dann hält er es zu 100 %.


    Einige haben Basil als Vater m.E. zu schnell vorverurteilt.


    Zur Beziehung zu Anna kann ich nur meinen Eindruck hier lassen. Ich glaube dir wirklich, dass du sie sehr liebst und dass du mit ihr wahrscheinlich auch eine glückliche Beziehung haben könntest. Trotzdem weißt du es nicht, ob dich nicht eines Tages ihre Zahnpastatube nervt. Genau die Tatsache, dass du sie nicht ganz hast, macht euer Verhältnis so magisch und besonders. Ich denke, dass du Künstler bist oder einen ähnlichen Beruf hast. Ich selbst bin Autorin und weiß, dass kreative Menschen zur Dramatik leiden. Das kenne ich auch von mir. Und ich kann auch nachvollziehen, wie schön und wunderbar die Zeit mit dieser Frau für dich ist.


    Dennoch würde ich an deiner Stelle irgendwann eine Entscheidung treffen. Du hast keine andere Beziehung - sie schon. Es steht die Frage im Raum, ob du nicht wertvolle Lebenzeit und - qualität vergeudest. Immerhin steht dir Anna für eine Beziehung zu einer anderen Frau vollkommen im Weg.


    Sie wird nie ganz dir gehören. Wie lange willst du in dieser Situation noch leben? Oder, wie lange wird dieser für dich nocht erträglich sein? Romantik, Hochgefühle, Prickeln, Magie - all das rinnt dir wie Sand durch die Finger. Du selbst hast außer Erinnerungen nicht, das bleibt.


    :)*

    Bazil


    Mal ein paar, recht persönliche, Gedanken die ich so beim (Nach)Lesen der letzten Seiten habe.


    Du wirkst auf mich in gewisser Weise faszinierend, schillernd, intelligent - Du bist sicher real ein Mensch, der auf eine charmante und zusätzlich anziehend arrogante Weise auf andere Menschen wirkt - kann das sein?


    Und ja, der Begriff fiel schon: Du bist auch im realen Leben und nicht nur auf der Bühne ein Dramatiker. Du brauchst das. Egal woher das nun kommen mag (ob nun aufgrund Deines Berufes oder Du den Beruf gerade deswegen gewählt hast, hängt sicher irgendwie zusammen, aber wie gesagt, das ist ja sekundär).


    Da Du Dich ja nun recht genau beschrieben hast:


    Ich kann natürlich nicht sagen, wie ich Dir wirklich real gegenüber fühlen würde - allerdings kann ich Dir Eines sagen: Ich könnte mich sicher nie so in Dich verlieben, eine Nähe so zulassen, dass es für mich eine glückliche oder auch nur befriedigende Beziehung ergeben könnte. Soweit würde ich es gar nicht kommen lassen. Weil ich wüßte, dass Du das "Drama" immer brauchen würdest. Es wurde ja schon angesprochen: Du brauchst das "Unerreichbare/Unberechenbare/Unkontrollierbare".


    Du sprichst zwar von "Augenhöhe" auf der Du sein willst mit einer Partnerin, mit Anna, doch diese bezieht sich nicht auf das Gesamte, sondern auf bestimmte Dinge die Du erwartest oder gar forderst. Sie soll so und so sein - dann passt es. Eine Frau an Deiner Seite muß mit Dir mithalten können und zwar zu Deinen Bedingungen.


    Jetzt magst Du denken: Ist mir doch egal, ob sich irgendeine olle Isabell aus einem doofen Forum in mich verlieben würde oder nicht ;-D - klar ist das egal (zudem bin ich glücklich vergeben ;-)).


    Worauf ich hinaus will ist Folgendes:


    Dass ich mir vorstellen kann (muß natürlich nicht so sein), dass Anna sich aus ähnlichen Gründen so verhält, so distanziert bleibt und ja, sich vielleicht auch deswegen von ihrem Mann nicht trennt. Weil sie Angst hat, dass sie dann für Dich uninteressant wird.


    Ich glaube, das ist in vielen Beziehungen so, die aus einer außerehelichen Affäre entstanden sind - weil einfach das Drama daraus verschwindet, denn überall schleicht sich Alltag ein. Die Kunst ist es, trotz des Alltags die Liebe und Leidenschaft zu erhalten (Die Seherin *:) @:) ). Und ein solcher Alltag muß nicht an einem sich zufrieden geben mit dem Hausfrauendasein scheitern, sondern Alltag stellt sich überall irgendwann ein wenn Menschen eng zusammenleben - egal wie sie letztendlich leben. Selbst wenn Ihr dieselben Interessen habt, Euch Beide in "Deiner" Welt bewegt, sie das größte Interesse daran hat, mit Dir herumziehen würde - irgendwann kommt der Alltag, denn auch das ist ein Alltag. Weil es irgendwann nichts Besonderes mehr ist.


    Und ich habe das Gefühl, dass Du genau das nicht erkennst.

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    etzt magst Du denken: Ist mir doch egal, ob sich irgendeine olle Isabell aus einem doofen Forum in mich verlieben würde oder nicht ;-D - klar ist das egal

    Ich finde das ehrlich gesagt auch egal - schon in der Theorie ;-) Männer dieses Typs (wie auch Männer von anderem, spezifischem Typ) wirken auf bestimmte Frauen ausgesprochen faszinierend, bestimmte andere Frauen können diesen Typ nicht ab, und zwar ganz egal ob es um eine reine Sexbeziehung, eine Liebesaffaire, eine feste Beziehung oder sonstwas geht. Und für Anna trifft offensichtlich das erstere zu; selbst wenn sie es "vernünftig" findet, bei ihrer Familie zu bleiben, kann sie doch nicht von ihm lassen. Und ich finde, Basil erkennt ganz genau was Sache ist. Klar lebt gerade eine Beziehung mit so einem Mann von extremen Höhen und Tiefen, von Distanz und Nähe usw. Deswegen werden die beiden es auch so lassen wie es ist. Warum auch sollten sie es ändern? So wie Basil sich beschreibt, ist er kein Mensch des Alltags, und auch Anna sucht wohl genau das - noch einen Menschen für den Alltag oder einen anderen Menschen für den Alltag scheint sie nicht zu brauchen.

    CoteSauvage


    Sehe ich auch so.


    Der Punkt ist nur, dass ich schon das Gefühl habe, dass Basil etwas an der Ebene der Beziehung ändern möchte. Eben eine "feste" Beziehung, ein zueinander Stehen wünscht.


    Darauf wollte ich hinaus.

    Alles das, was man nicht haben kann, begehrt man um so mehr.


    Sofern man es dann doch bekommt wird es ganz schnell alltäglich.


    Und plötzlich ist er weg, der Wolke7Glorienschein.


    Ich spreche aus Erfahrung !

    Straw_Berry

    Zitat

    dass kreative Menschen zur Dramatik leiden

    Zuweilen auch das! ;-)

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    Ich möchte hier kurz die umstrittene Vaterrolle ansprechen und Basil in dieser Sache zumindest ein wenig verteidigen. Es gibt Berufe, die es einem nicht ermöglichen, ständig zuhause zu sein. Mein Mann war auch bei vielen Geburtstagen und bei der Einschulung aus beruflichen Gründen nicht dabei. Trotzdem hat er ein sehr gutes Verhältnis zu seinen Kindern und ist ein verlässlicher Vater. Wenn er etwas verspricht, dann hält er es zu 100 %.


    Einige haben Basil als Vater m.E. zu schnell vorverurteilt.

    Ich lasse mir meine persönliche Vaterrolle nicht umstreiten. Und schon gar nicht, von Menschen, die mich nicht kennen. Und erst Recht nicht von Menschen, die, auch wenn ich mich noch so erkläre, ihr voreingenommenes Bild von mir nicht neu zeichnen können oder wollen. Und das traf auf die meisten zu, die hier mich als Vater z.T. sogar "disqualifiziert" haben.


    M.E.n. zeichnet sich ein Vater nicht dadurch aus, wie viele Stunden am Tag er zu Hause ist. Dann müsste nämlich jeder Vater ohne Arbeit eine erstklassiger Vater sein …. Und das lasse ich jetzt so stehen!


    Aber Danke für den Beistand!

    Zitat

    Dennoch würde ich an deiner Stelle irgendwann eine Entscheidung treffen.

    Aber die habe ich getroffen.


    Ich bin sehr glücklich mit dem, was ich habe, würde jederzeit gern mehr von ihr haben, kämpfe mit Geduld und sehr bedacht um dieses Mehr und möchte auf keinen Fall weniger.

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    Du hast keine andere Beziehung - sie schon. Es steht die Frage im Raum, ob du nicht wertvolle Lebenzeit und - qualität vergeudest. Immerhin steht dir Anna für eine Beziehung zu einer anderen Frau vollkommen im Weg.

    Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass eine andere Frau mir so viel bedeuten könnte, wie Anna. Ich war ja fast 8 Monate ohne Anna und ich habe in dieser Zeit andere, tolle und interessante Frauen kennen gelernt. Mit einigen habe ich auch den Versuch einer Beziehung gewagt, doch das alles war nicht annähernd so schön wie mit Anna. Es war sehr unvollkommen und es fühlte sich nicht richtig an. Es ist nicht so, dass ich diese Frauen mit Anna verglichen habe. Aber das Gefühlsleben, der Kopf, die spüren doch, ob es ist, wie man es kennt und wie man es gern hätte. Und da kann man nicht mit Vernunft sagen, dass das ja eine andere Frau, eine andere Situation und eine andere Beziehung ist und die Sache mit Annas zwar schön aber vorbei ist. Ich jedenfalls kann das nicht.


    Ich hatte Feuer erlebt und das war alles nur lauwarm.


    Ich fände es auch ungerecht dieser neuen Frau gegenüber wenn mein Leben mit einer früheren Liebe eigentlich erfüllter wäre.


    Nein, an diesem Punkt, dass ich mich von Anna abwende um offen für Neues zu sein, bin ich noch nicht. Wende ich mich ab, verschließe ich mich und werde taub für Zuneigung. So ist es im Moment.

    Zitat

    Romantik, Hochgefühle, Prickeln, Magie - all das rinnt dir wie Sand durch die Finger. Du selbst hast außer Erinnerungen nicht, das bleibt.

    Was sonst wäre denn wertvoll außer Erinnerung? Was macht eine Beziehung, Liaison oder auch eine Affäre wirklich irgendwann wertvoll?


    Ist es der Ehering den man verlieren kann? Ist es eine Uhr, die sie mir zum 25. Hochzeitstag schenkt und die mir nicht gefällt ich sie aber trage, weil sie von ihr ist? Oder ist es das erste gemeinsam gekaufte Sofa, das irgendwann auf dem Sperrmüll landet?


    Erinnerungen, liebe Strw_Berry, sind im Grunde doch das Wertvollste, das wir haben. Sie kann man nicht verlieren, sie kann man nicht nehmen und sie gehören keinem außer uns. Und sie sind gemacht aus vielen wundervollen Momenten in denen wir sehr glücklich waren – egal in welcher Beziehungskonstellation.

    Isabell

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    Du wirkst auf mich in gewisser Weise faszinierend, schillernd, intelligent - Du bist sicher real ein Mensch, der auf eine charmante und zusätzlich anziehend arrogante Weise auf andere Menschen wirkt - kann das sein?

    Jetzt muss ich etwas lachen.


    Schillernd gefällt mir am besten, trifft aber am wenigsten zu. Vielleicht auf der Bühne, aber da bin ich eine Rolle. Im echten Leben bzw. sobald ich die Bühne verlasse, bin ich sehr geerdet, bescheiden und gebe eigentlich gar nichts auf Glamour und Schillerei. Dann nehme ich die Kontaktlinsen raus, setze meine Brille auf, zieh mir eine Jeans, irgendein T-Shirt und ein paar Sneakers an, schnappe meine Angel und dann starre ich Stunden auf das Wasser und freue mich, dass über den Vogelgesang. Ich bin ein geerdeter und auch bescheidener Mensch. Ich brauche kein Designersofa, keinen Porsche (ich habe nicht mal ein Auto ;-)). Das Einzige, was ich mir gönne ist eine zu große Wohnung für eine Person und gutes Essen.


    Nein, schillernd trifft es nicht.


    Intelligent, ja. Charmant durchaus. Arrogant – ja – kann ich werden. Ob das anziehend wirkt, kann gut möglich sein, davon bin ich sogar überzeugt. Gedanken habe ich mir darüber noch nie gemacht. Ich weiß halt was ich kann, was ich können muss, wer ich bin und lasse mir ungern in meinen Job reden bzw. akzeptiere ich nicht weniger, auch von andern nicht und erst recht nicht von mir.


    Aber schillernd – das hat mir gefallen :-D


    Du müsstest mich echt sehen, Bühne und privat – ich wette, der Gedanke, dass das zwei unterschiedlich Männer sind, schliche sich in deinen Kopf.


    Und das ist auch gut und gewollt so.

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    Du sprichst zwar von "Augenhöhe" auf der Du sein willst mit einer Partnerin, mit Anna, doch diese bezieht sich nicht auf das Gesamte, sondern auf bestimmte Dinge die Du erwartest oder gar forderst.

    Jeder Mensch hat Erwartungen an einen potentiellen Partner. Seien sie körperlicher oder charakterlicher Natur, jeder zeichnet das Idealbild, das natürlich nur mit Kompromissen zu erreichen ist. Kein Mensch sagt, dass es ihm vollkommen egal ist, wie der Mensch, mit dem man das Leben teilen mag, sein soll. JEDER hat Erwartungen und Forderungen an den Partner.

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    Sie soll so und so sein - dann passt es. Eine Frau an Deiner Seite muß mit Dir mithalten können und zwar zu Deinen Bedingungen.

    Ja natürlich ist dem so. Natürlich muss sie das Leben mit mir im selben Schritttempo nehmen wollen. Das klingt aber, als ob sie sich mir anpassen soll. Nein, sie muss eine Frau sein, deren eigenes Tempo, deren Art leben zu wollen mit mir, meinem Tempo und dem Leben, das ich mir geschaffen habe, im Einklang ist bzw. es eine Ergänzung ist - es muss zusammen passen, es muss sich gegenseitig Kraft und Erholung geben.


    Eine Frau muss zu mir passen – nicht sich mir anpassen! Davon, liebe Isabell, gibt es wahrlich genügen. Und glaub mir, sie sind vielleicht bequem und machen keinen Ärger, aber sie sind Sterbens langweilig!


    Aber sicher hat auch Anna ihre Bedingungen an mich – sonst wäre doch ich längst sehr uninteressant für sie geworden – sonst würde sie das alles, auch das Risiko in Hinsicht auf ihre Ehe, nicht in Kauf nehmen.

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    Jetzt magst Du denken: Ist mir doch egal, ob sich irgendeine olle Isabell aus einem doofen Forum in mich verlieben würde oder nicht - klar ist das egal (zudem bin ich glücklich vergeben ).

    Sehr schön, wenn du glücklich vergeben bist. Dann frage ich dich, ob dein Partner Eigenschaften hat, die dir, solltest du aus irgendeinem Grund in der Misere sein, einen neuen Partner suchen zu müssen, so wichtig sind, dass sie für dich essentiell für dein Interesse an einer Partnerschaft sind. Oder wäre es dir egal, wie der neue tickt?


    Werden die Ansprüche an den Partner oder die Partnerin mit einem gewissen Alter und einer gewissen Erfahrung nicht sogar noch feiner definiert, noch ausgefeilter und noch enger bemessen als wir sie hatten, als wir 20 Jahre alt waren?


    Bei mir ist das jedenfalls so. Mit 20 waren mir andere Dinge an einem Mädchen wichtig als sie es heute, wo ich 40 bin, an einer Frau sind. Die Jahre, die Erfahrung und der Umgang mit Frauen hat mich lernen lassen, wie eine Frau sein muss, damit die Beziehung eine langfristige Chance hat.


    Ich weiß, was ich gar nicht möchte und ich weiß aber auch, worüber ich hinweg sehen kann.

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    Dass ich mir vorstellen kann (muß natürlich nicht so sein), dass Anna sich aus ähnlichen Gründen so verhält, so distanziert bleibt und ja, sich vielleicht auch deswegen von ihrem Mann nicht trennt. Weil sie Angst hat, dass sie dann für Dich uninteressant wird.

    Ja, die Vermutung habe ich auch schon.

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    Die Kunst ist es, trotz des Alltags die Liebe und Leidenschaft zu erhalten

    Und genau das will ich doch auch, und ich bin mir sicher, dass wir das schaffen. Und sie sollte mich so gut kennen, dass sie weiß, dass ich nie undramatisch werde und es auch mit dem Alltag leidenschaftlich bleibt. Hallo? Ich habe mein halbes Leben hn sie vergeudet – ich muss viel nachholen an Liebe, Erotik, Drama und Leben mit ihr. ;-)


    Aber sie ist diejenige, die noch mehr Angst vor Alltag und Langerweil hat, als ich sie habe und deshalb das Abenteuer Affäre nicht aufgibt. Es ist für sie vollkommen nebensächlich, was ich beruflich mache und in welcher Welt ich mich bewege. Darum geht es ihr nicht. Sie sagt, es geht ihr um mich, um meine Art, sie möchte mich in ihrem Leben habe aber für Alltag wäre ich zu schade, zu kostbar, dafür wäre das, was wir haben zu schade.


    Vielleicht ist es auch nur ein nette Art zu sagen, dass ich, so wie ich bin, für eine Beziehung mit Alltag nicht geschaffen bin, ihr im echten Leben kein Partner auf Augenhöhe sein kann.


    Dieser Punkt wurde hier ja auch schon angesprochen und irgendwie schließt sich der ein oder andere Kreis.


    Aber ich möchte dem, was sie sagt, im Moment mehr Glauben schenken, als dem, was mein Kopf sagt, was sie mit dem, das sie tatsächlich sagt, meinen könnte.

    CoteSauvage

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    Ich finde das ehrlich gesagt auch egal - schon in der Theorie Männer dieses Typs (wie auch Männer von anderem, spezifischem Typ) wirken auf bestimmte Frauen ausgesprochen faszinierend, bestimmte andere Frauen können diesen Typ nicht ab, und zwar ganz egal ob es um eine reine Sexbeziehung, eine Liebesaffaire, eine feste Beziehung oder sonstwas geht.

    Das trifft auf jeden Menschen zu, nicht nur auf "Männer meines Typs".


    Menschen sind wie Farben! Bei Farben ist es ähnlich, manchen können eine bestimmte Farbe nicht ertragen, anderen ist sie egal und für wiederum andere ist sie das Tollste, Schönste und Beste, das es gibt und man möchte sich nur damit umgeben.


    Und ich möchte gar nicht der Typ Mann sein, der allen gefällt.


    Ihr beide Isabell u. CoteSauvage habt Recht. Ich habe es oben schon geschrieben.


    Sehr gern hätte ich mehr, aber ich bin auch absolut glücklich wie es ist. Ändern würde ich an dieser Beziehung nur etwas, wenn mehr daraus wird.


    Anna und ich haben ein wunderbares Wochenende verbracht. Ich konnte mich an einiges heran tasten und mit ihr bereden.


    An dieser Stelle einen Gruß an Seltendreist @:) *:) @:)


    Und Anna hat eigentlich das gesagt:

    Zitat

    So wie Basil sich beschreibt, ist er kein Mensch des Alltags, und auch Anna sucht wohl genau das - noch einen Menschen für den Alltag oder einen anderen Menschen für den Alltag scheint sie nicht zu brauchen.

    Natürlich nicht so pragmatisch nüchtern. ;-)


    Und es ist okay.


    Ich bin in der Position, dass ich eigentlich nach ihren Regeln spielen muss wenn ich mit ihr spielen will. Außer, ich will das Spiel beenden, das kann ich natürlich zu jeder Zeit. Aber das möchte ich nicht denn es macht mir Spaß und es tut mir gut und es passt in mein Leben. Und ich will diese Frau in meinem Leben. Wie auch immer.


    Natürlich hadere ich ab und an damit und komme an Punkte, gern nachts zwischen 2 und 4 Uhr, an denen ich wahnsinnig werde vor Liebe und vor Aussichtslosigkeit. Aber, das ist sicher Teil des Stückes.

    Zitat

    Sie sagt, es geht ihr um mich, um meine Art, sie möchte mich in ihrem Leben habe aber für Alltag wäre ich zu schade, zu kostbar, dafür wäre das, was wir haben zu schade.

    Da hat sich die Anna ja eine aeusserst bequeme Position zurecht gelegt.


    Sie zieht die Strippen bei euch, und dir bleibt die Zuschauer-Position, du nimmt was du kriegen kannst, lechzt nach den Brocken, die sie dir hinschmeisst, hättest gerne mehr, bist aber meilenweit entfernt von einer Position, aus der sich Forderungen oder Erwartungen stellen liessen (also doch irgendwie in einer stinknormal-typischen Affären Position).


    Ich wage zu behaupten, dass das, was hier als "Dramatik" zusammengefasst wurde, der Kitt eurer Beziehung ist. Und genau das macht eure Verbindung so wunderbar und so tragisch. Und ein klassisches Happy End wird dadurch unmöglich.


    Ich wünsche dir die Kraft, das so lange auszuhalten, wie es dich glücklich macht, und die Klarsicht, den Moment zu erkennen, in dem sich das aendert.

    Dorfnixe

    Zitat

    Da hat sich die Anna ja eine aeusserst bequeme Position zurecht gelegt.

    Und wenn es einfach nur die Wahrheit ist? Wenn sie einfach nur ehrlich war?


    Warum gibt es eigentlich an allem, dass nicht in das eingefahrene und erwartete Schema F passt, etwas rumzuunken?


    Ich habe sie gefragt und sie hat mir eine Antwort gegeben. Punkt. Das hat nichts damit zu tun, dass sie sich eine bequeme Position zulegt.


    Mir war es als Antwort sehr erklärend, passend und ich habe mich darin gefunden.

    Zitat

    Ich wünsche dir die Kraft, das so lange auszuhalten, wie es dich glücklich macht, und die Klarsicht, den Moment zu erkennen, in dem sich das aendert.

    Ja, momentan macht es mich glücklich. Und ich werde keinen Gedanken daran verschwenden, was irgendwann man vielleicht eventuell sein könnte. Das möchte ich nicht mehr. Das treibt einen in einen Wahnsinn. Ich möchte dem Teufel nicht schon entgegen rennen.


    Ist es soweit, werde ich sehen und dann meinem Befinden entsprechend und der Situation abhängig handeln.


    Nur bis dahin möchte ich eigentlich keine Schwarzmalerei.

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    Warum gibt es eigentlich an allem, dass nicht in das eingefahrene und erwartete Schema F passt, etwas rumzuunken?


    Ich habe sie gefragt und sie hat mir eine Antwort gegeben. Punkt. Das hat nichts damit zu tun, dass sie sich eine bequeme Position zulegt.

    Du, es war gar nicht meine Absicht, rumzuunken. Und es war auch nicht meine Absicht, Annas Aussage oder dein Vertrauen in diese zu bewerten. Okay, das "zurecht gelegt" lässt es wohl sarkastisch klingen, war aber nicht so gemeint.


    Nichtsdestotrotz ist das eine für sie bequeme Position.


    Wer sagt denn, dass die Wahrheit immer unbequem sein muss? @:)

    Vielleicht ist es aber gar nicht so schlecht, dem Teufel wenigstens ab und zu einen Blick zuzuwerfen.


    Das hat weniger etwas mit dem klassischen Schema F zu tun, sondern vielmehr damit, dass die meisten Affären (insb. für die/den Geliebten) früher oder später ohne "Happy End" enden, auch wenn ich dir Gegenteiliges wünschen würde.


    Ich finde, Dorfnixe hat es sehr gut aus den Punkt gebracht. Dass Anna sich schon einmal gegen eure Beziehung und für ihren Mann entschieden hat, kann ein zweites Mal passieren, auch wenn du das nicht hören magst und gerne verdrängst.


    Aber vielleicht ist eine Enttäuschung (wie du sie ja schonmal erleben musstest) nicht allzu schwer zu verkraften, wenn sie nicht ganz überraschend über einen herfällt.