Übergriffigkeit abstellen - aber wie?

    Hallo zusammen


    Es geht um meinen Pflegevater... er ist übergriffig und sexistisch - allerdings alles nur per Telefon, sitzt man ihm gegenüber, schweigt er.


    Am Telefon kommen Sachen wie :


    - für was brauchst du ne Kur/Reha wenn du doch nicht arbeiten gehst (mein Mann ist beruflich selbstständig wo ich mithelfe)


    - wenn ich für einige Tage zu Besuch bei ihm bin und meine Hygieneartikel im Bad liegen lasse, darunter meinen Rasierer, fragt er, WO ich mich denn überall rasiere weil ich einen Rasierer brauche >:(


    - wenn ich krank oder nach einer OP bin, und mein Mann mit ihm telefoniert, kommt sowas wie arm das er nicht sei weil er jetzt nicht "darf" :(v


    -wenn ich eine OP bekomme die gesundheitlich nicht optisch aber schon notwendig war - "warum bekommst du das"?


    -mein Auto über was gewitzelt wird, weil NUR Kleinwagen - (aber neu!)


    - über mein Leben lästert -"selber schuld - selbst ausgesucht" (erste Ehe) - obwohl er (meiner Meinung) nicht unschuldig dran ist das alles so kam wie es kam.


    Als seine Frau im sterben lag, jammerte er wie arm er nicht wäre und !! jetzt kommts!! wielange er schon Sex leben müsste :-o ehrlich ich hätte kotzen gehen können danach wäre mir in diesem Moment echt gewesen - was erzählt er MIR das, nicht nur das mich das nichts angeht und sein Problem ist. Solche Dinge von ihm zu wissen interessieren mich einfach nicht.


    All das führt mittlerweile dazu das ich mich massivst distanzierte, auch kaum mehr zu Besuch hin fahre. Wenn ich mal fahre, nehme ich mir zb. vor das und das sagen zu wollen, aber es kommt nicht mal ein Gespräch zustande weil er ein schweigender Mensch ist. Er redet nichts, und mit nichts meine ich nichts. Ausser eben am Telefon.


    Dabei habe ich so eine Wut im Bauch, und nicht nur das , ich bin mittlerweile so angewidert von ihm das ich das gar nicht in Worte fassen kann. Denn SO kenne ich ihn nicht. Für mich ist das einfach abartig SO ein Verhalten der Tochter gegenüber


    Dennoch überlege ich immer hin und her, wie und was ich sagen kann, kontern kann.


    Vorschläge?

  • 25 Antworten

    Man könnte das mal überprüfen, wenn er das auch möchte.


    Menschen mit Frontotempiraler Demenz verlieren ihre Hemmungen, werden teils sexistisch, triebhaft, gestörte Emotionen und gestörtes Sozialverhalten ( weil Stirn und Schläfnlappen betroffen sind), Persönlichkeitsveränderung usw

    Zitat

    Vorschläge?

    Ansonsten hilft nur das du es zusammen mit deinem Mann bei ihm ansprichst das du das so nicht mehr möchtest oder du musst den Kontakt weitesgehend reduzieren oder abbrechen.

    Zitat

    Dennoch überlege ich immer hin und her, wie und was ich sagen kann, kontern kann.


    Vorschläge?

    echt jetzt? er ist 75 und du wirst ihn nicht erziehen, verändern oder bessern können.


    ich schätze daher auch mal, dass du auch nicht grade 20 oder 30 sein wirst, sondern eher darüber hinaus. ab nem gewissen alter und ner gewissen reifestufe sollte man auch einfach sein leben leben können, wie man es für richtig hält - und leute die einem das nicht gönnen können aus dem leben verbannen.

    Zitat

    Dabei habe ich so eine Wut im Bauch, und nicht nur das , ich bin mittlerweile so angewidert von ihm das ich das gar nicht in Worte fassen kann. Denn SO kenne ich ihn nicht. Für mich ist das einfach abartig SO ein Verhalten der Tochter gegenüber

    das leben schenkt dir da eine gelegenheit, ihn schonmal stückchenweise los zu lassen. so, wie er früher war war er sicher nett, toll und liebevoll. versuche, ihn so in erinnerung zu behalten und trotzdem auch so zu akzeptieren, wie er jetzt ist. auch, wenn das eben mal bedeutet, dass du für eine weile auf distanz gehst.

    Ähm, mal eine einfache Frage:


    Hast du deinen Pflegevater mal darauf hingewiesen? ;-D


    Ich mein, du musst ja nicht warten, bis du ihn schweigend antriffst..... sondern kannst ja mal am Telefon nachfragen, was er sich dabei denkt, wie das bei dir ankommt und ob das seine Absicht ist?


    Andererseits liest es sich ein wenig, als wärst du gerade etwas empfindlich?


    Auf den Rasierer bezogen: "Ich rasiere mir die Achseln und die Beine, was denkst du denn, was ich sonst noch rasieren soll? Einen Bart habe ich als Frau nicht...?!"


    Und auf den fehlenden Sex bezogen, könnte man kontern, weshalb er jetzt denn nicht dürfe..... Der Pflegevater brauche sich keine Sorgen zu machen...... Solange Frau, trotz frischer OP noch vorhanden ist, muss Mann nicht verzichten (Sorry, vielleicht etwas primitiv, ABER nicht primitiver als die Andeutung des Pflegevaters! :-p ), den Rest kann er sich vorstellen, wie er will.....


    Und auf dein Leben lästern...... Wegen deiner ersten Ehe..... Ernsthaft jetzt? Und dann steigst du noch mit Grant darauf ein? Frag ihn (und dich bitte im Geheimen), ob er (und du) nichts besseres zu tun hat....


    Man liest anhand der Beispiele beinahe heraus, dass du gerade allgemein einen Grant gegen ihn hast und seine bloße Existenz dich schon aufregt.

    Hallo Frühlingskind5,


    lief eure Kommunikation schon immer so oder hat er sich erst mit dem Alter auf diese Weise verändert?


    Ich kann nachvollziehen, dass dich das beschriebene Verhalten ärgert und verletzt.


    Wenn er schon immer so war und das einfach ein Persönlichkeitszug ist, dann wirst du ihn nicht ändern aber dich selbst schützen können. Sag ihm doch, dass du dir Andeutungen von ihm verbittest, die sich auf dein Intimleben mit Partner, deine Körperpflege beziehen oder die Sticheleien sind, über Dinge aus deinem Leben, die du nicht mehr ändern kannst. Sein Leben wird wohl auch nicht vollkimmen ohne Fehler oder Dinge die er bereut verlaufen sein. Erkläre ihm, dass du Gespräche sofort abbrechen wirst, wenn er zuvor beschriebenes wieder sagt.


    Anerkennung von ihm scheint dir schon wichtig zu sein, denn ich denke, sonst hättest du den Faden hier nicht eröffnet und würdest den Kontakt abbrechen. Setze ihm Grenzen und dann kannst du den Kontakt unter bestimmten Bedingungen weiter pflegen und er weiß auch woran er ist. Du kannst ja auch verabreden, dass du ihn einmal vorwarnst, wenn er dich in Gesprächen verletzt. Vielleicht ist es ihm ja gar nicht richtig bewusst.


    Sollten die von dir beschriebenen Verhaltensweisen erst mit zunehmendem Lebensalter aufgetreten sein, dann würde ich ihn auch zum Besuch eines Arztes ermutigen. Verhaltensänderungen können auf Demenz oder andere Erkrankungen, Nebenwirkungen von Medikamenten hindeuten. Das wäre dann dringend abzuklären.

    @ Purpelike

    darauf hingewiesen nicht direkt nein. Ich bin mit über vierzig gerade in der Phase zu lernen zu sagen was ich und will was ich nicht will. Das meine Persönlichkeit so wurde, hat unter anderem mit ihm zu tun.


    Sie haben mich als Kind für ihre Zwecke missbraucht, mich aufgenommen um mich um das behinderte Kind von ihnen zu kümmern - wovon sie sich quasi eine Heilung/Besserung vom eigenen Kind erhofften. (hat er im übrigen selbst zugegeben das dass der Hintergrund war warum ich überhaupt aufgenommen wurde, denn eigentlich wollten sie kein Pflegekind)!!! Was bei mir natürlich viele Fragen hinterließ ich aber nach dieser Aussage so geschockt und verletzt war das ich eigentlich nichts mehr heraus brachte.


    Als Kind hat er sich NIE für mich interessiert. Außer Verbote, Prügel, Demütigung, Desinteresse, mich lächerlich machen und meinen Willen brechen gab es kaum was für mich. Womit ich auch zu dem komme was Strawberrycheck angesprochen hat. "Anerkennung", das gab es nie und gibt es auch heute nicht. Selbst im Erwachsenenalter hoffte ich noch immer darauf - sinnloser Weise wie man sieht. Und dazu die große Angst all das anzusprechen was mir angetan wurde.


    Jetzt fragen sich oft einige - warum hält man zu so wen Kontakt. Gute Frage, ich kann nur sagen, ich weis es nicht.


    Der Wunsch Eltern die einen lieben, respektieren, anerkennen und stolz sind, ist selbst im Erwachsenenalter noch da. Das mir das keineswegs gut tut weis ich auch, weshalb ich mich ja schon sehr distanziert habe!! Mein Pflegevater kapiert das aber nicht das dass wegen seinem Verhalten ist.


    Ich würde gern das Gespräch suchen, all das besprechen wollen - mit Wut im Bauch meinte ich genau das.... mein Leben bei ihnen, warum sie nicht sagten, nein wir wollen dieses Kind nicht stattdessen ihre eigenen Wünsche in den Vordergrund stellten. So werde ich auch heute noch von ihm behandelt wie es immer war - als jemand der nicht seine Erwartungen erfüllt, (siehe Aussagen oben) erfüllt hat früher...


    Viele Fragen die offen sind - und keine Antwort.

    Frühlingskind5,


    ich muss mal kurz rückfragen, ob ich das wirklich richtig verstanden habe. Also deine Pflegeeltern haben dir irgendwann zu verstehen gegeben, dass sie dich- ein gesundes Pflegekind- aufgenommen haben, um sich um ihr behindertes, leibliches Kind zu kümmern? Ist das in einem normalen Gespräch oder im Streit gesagt worden?


    War deine Pflegemutter dir zugewandter als dein Pflegevater? Manchmal gibt es das ja, dass ein Elternteil sich mehr ein zweites Kind wünscht als der andere...


    Wie ist dein Verhältnis zu deinem Pflegebruder bzw. der Pflegeschwester? Wie schwer ist die Behinderung? Musstest du mit pflegen oder ging es da mehr um Gesellschaft, Spielkameradin sein? ":/

    RICHTIG; genau so wurde es mir vor nicht all zu langer Zeit wortwörtlich gesagt.


    Mir zugewandter - eigentlich keiner von beiden, er war arbeiten und wenn zu Hause am schlafen bzw. genug Arbeit mit dem behinderten Kind und sie wollte mich nicht. (was sie mir auch im Erwachsenenalter mitteilte)


    Behinderung ist schwerstens, Autismus und Trisomie 21, nicht fähig zu sprechen.


    Verhältnis zum Pflegebruder - keines. Als Kind habe ich vielleicht verständlicherweise gehasst. Heute - emotionslos.


    Pflegen nein - mich mit ihm beschäftigen war die Aufgabe was sich auswirkte das ich als Kind isoliert war, niemand durfte zu mir kommen, ich aber ebenso nicht raus zu anderen. Beschäftigung war die Aufgabe, von dem sich die Pflegeeltern eben erhofften das ihr Kind das behinderte was davon lernt (von mir als gesunden Kind) und sich somit sein Zustand verbessern würde. :(v

    Frühlingskind5...


    Tut mir Leid, dass du das erleben musstest. Vielleicht wäre es gut, wenn du dir bei der Aufarbeitung deiner Kindheit therapeutische Unterstützung suchst. Wenn dein Wunsch nach Konfrontation und nach einem Abschluss so groß ist, aber du bei deinem Pflegevater auf taube Ohren stößt, dann wäre es vielleicht hilfreich, wenn du eine andere Form der Unterstützung hast, um deinen Frieden mit der Vergangenheit zu machen.


    Wenn du doch allein deinen Pflegevater konfrontieren willst, dann würde ich mir eine vertraute Person als emotionalen Beistand mitnehmen- aber eine Person, die sich nicht leicht provozieren lässt und in der Lage ist, sich auch zurück zu nehmen und passiv zu verhalten und dich dann, nach der Konfrontation aufzufangen. Die Situation soll ja nicht eskalieren. Könnte dein Partner das oder würde es ihm schwer fallen sich nicht einzumischen? Ist dein Pflegevater einfach nur ein muffeliger, unsympathischer Stoffel oder neigt er auch zu Aggression und Gewalt? Du sagst ja als Kind hat er dich geschlagen. Im letzteren Fall - bring dich nicht in Gefahr. :)*


    Möglicherweise ist ja eine Mediation in einer Beratungsstelle möglich, oder, falls du Therapie aufnimmst, später mit deinem zukünftigen Therapeuten in der Praxis. Das wäre dann auf neutralem Boden und von Fachpersonal moderiert und du wärst sicher. Aber natürlich kannst du deinen Pflegevater nicht dazu zwingen- nur einen Termin organisieren und um seine Teilnahme bitten.

    Ach Herr je, das sind natürlich ganz ganz andere Umstände, die deine Reaktionen und Gedanken absolut nachvollziehbar machen.


    Mein Tipp wäre der selbe gewesen, wie ihn strawberrycheck schon gegeben hat.

    Gewalt ging vorrangig von ihr aus, er profilierte sich durch "Desinteresse"


    Mein Partner will sich nicht einmischen - versteh ich aber auch, er bekam das Verhalten meiner Pflegeeltern mir gegenüber ebenso mit und kann sie deshalb - gelinde gesagt - nicht ausstehen. Tanten die das sehrwohl auch mitbekommen haben, wollten sich damals nicht einmischen - und auch heute nicht. Habe eine enge vertraute darauf angesprochen das es zb. Opferschutzbund gäbe ect. die einen unterstützen - darauf bekam ich als Antwort: "was bringt dir das außer das sich dann alle von dir abwenden werden". Toll - oder.


    In Therapie und Aufarbeitung bin ich natürlich, jedoch kommt in Bezug auf Pflegevater vorrangig "alter Mann wer weis wie er aufgewachsen ist" ??? Hä - soll ich etwa Verständnis für sein aufwachsen haben um sein Verhalten als Erwachsenen zu entschuldigen. So einfach seh ich das ganze nicht.


    Mich triggert sein Verhalten seine Aussagen von heute eben extremst weil es dasselbe ist wie früher - zwischen den Zeilen/Worten heißt es für mich - du bist minderwertig bringst nichts auf die Reihe - brauchst keine Reha, hast nur ein kleines Auto ect. wie im Eingangsbeitrag beschrieben. Mein Wunsch ihm all das an den Kopf zu knallen, ist mittlerweile eben enorm.

    Ohweia,


    ich denke, es wäre in der Tat das beste, wenn du für dich den Kontakt total abbrichst. Dir gibt das nichts.


    Moralisch bist du nicht verpflichtet, den Kontakt aufrecht zu erhalten und jeglicher Versuch, irgendeine Anerkennung zu bekommen geht ins Leere bzw. kommt völligst Negativ zurück.


    Ich glaube es wäre in der Tat besser gar keinen Kontakt zu haben, als schlechten Kontakt. -> Das wäre tatsächlich folgendes:


    "Ein Ende mit Schrecken (Der Schreck in Form von Hoffnung auf Anerkennung aufgeben), als ein Schrecken ohne Ende (Diesen Kontakt so weiterleben)."


    Und parallel wäre es eine Überlegung wert, ob du dir nicht einen Boxsack organisierst oder dich anderweitig sportlich "abreagierst" bzw. deine negative Energie in positive umwandelst?