Umzug und sehr unglücklich

    Hallo,


    wir (Mitte und Ende Vierzig) sind von einer Kleinstadt in Norddeutschland ins Ruhrgebiet umgezogen, nachdem mein Mann seinen Job verloren hatte. Hier in der Nähe wohnen seine Eltern, und wir hatten gedacht, es wäre schön, wieder etwas näher bei der Familie zu sein.

    Nun das Problem: Ich wollte von Anfang an auf keinen Fall in der Stadt selbst wohnen sondern irgendwo außerhalb, wo man gerade noch so eine Anbindung an die Öffis hat, wieder in einer Kleinstadt oder besser noch auf dem Land. Leider haben wir in der Zeit, die wir für die Wohnungssuche hatten, keine Wohnung gefunden. Also mußten wir Abstriche machen. Mehr und mehr, je länger es dauerte. Was dabei herausgekommen ist: Eine an sich ganz nette Wohnung, allerdings mit viel zu kleiner Küche und leider im 2.OG, was für mich und den Hund auf Dauer nicht ideal ist, vier unserer fünf Nachbarn sind konservative Türken, Kontakte sind nicht wirklich erwünscht, was mir zu schaffen macht, denn ich stamme ursprünglich aus einer eher ländlichen Gegend, wo man auf gute Nachbarschaft viel Wert gelegt hat, man hat zusammen gefeiert, im Garten gesessen, und den Schlüssel konnte man auch getrost hergeben, wenn man im Urlaub war. Hier im Haus ist es sehr laut, davor ziemlich dreckig. Und ähnlich verhält es sich mit der gesamten Stadt. Eine Stadt, an der ich verzweifele. [...] Nach unserem Umzug hierher, der enorm stressig war, habe ich direkt schlappgemacht und mir eine Lungenentzündung eingefangen und danach einen Nervenzusammenbruch erlitten, ich habe drei Tage nur geheult und irgendwann - für mich eigentlich undenkbar - habe ich meine Mutter angerufen und gesagt, ich habe einen großen Fehler gemacht...... Ich bin dann für ein paar Tage zu meiner Mutter nach Sachsen und habe gemerkt, wie unendlich gut mir das getan hat. Gar nicht mal, dass ich mich um nichts kümmern musste, sondern einfach die Zeit dort. Die Leute unkompliziert und nett, die Gegend so sehr vertraut, weil ich alles noch von früher kenne, die Natur wunderschön, ein paar Schritte, schon war man im Grünen, dem Hund hat's natürlich auch gefallen, den konnte ich auch mal ohne Leine laufen lassen. Als ich nach ein paar Tagen zurückbin, habe ich mit den Zähnen geknirscht und mir als erstes eine Flasche Bier reingedrückt, ich trinke normalerweise praktisch keinen Alkohol, aber Bier soll ja beruhigen. Mir war klar, wir müssen was ändern, hier geh ich kaputt. Entweder irgendwohin außerhalb ziehen, so dass er den Job weitermachen kann oder es wagen, ganz weg aus NRW zu gehen und nach Sachsen zu ziehen, in Dresden einen Job für ihn zu finden und auf dem Land zu leben, ich kenne mich dort ja bestens aus. Seine Eltern sind für uns beide eine Enttäuschung, denn ihnen ist es ganz offensichtlich egal, ob wir 40 oder 400km entfernt wohnen, seit sie beide im Vorruhestand sind, sind sie faul und noch träger geworden, gehen kaum noch aus dem Haus, und ein wöchentliches Telefonat genügt ihnen vollauf.


    Seine Einstellung zu unserer neuen Situation ist eine andere: Ihm gefällt es hier. Er stammt aus der Gegend, sein Job ist ein Traum, einer, den er bis zu Rente machen könnte, und wem gefällt das nicht. Das Geld ist gut, die Kollegen schätzen ihn, die Wohnung gefällt ihm auch, die Nachbarn sind ihm egal, und was draußen ist, auch. Er ist ein Mensch, der wenig braucht: Job, Wohnung, Kühlschrank, PC und Konsole - und eine glückliche Frau. Letzteres klappt nicht, das stresst ihn, obwohl ich mir einen Monat Mühe gegeben habe, alles normal aussehen zu lassen. Wir sind für ein Jahr an die Wohnung gebunden, meine Mutter meinte, danach können wir ja weiterschauen, und solange bietet sie mir an, einmal im Monat für ein paar Tage zu ihr zu kommen, auch ihr würde das guttun. Nun war ich letztens wieder bei ihr für vier Tage, als ich zurückkam, hat mich mein Mann "beäugt" und gemeint, ich wäre komisch. Eigentlich fand ich das nicht, denn bald ist Urlaub und wir können hier für drei Wochen weg. Jedenfalls hat er das immer wieder gesagt, aber als er dann anfing, mir das hier alles schönzureden, hatten wir einen Streit, denn er meint, ich wäre hysterisch und würde mich reinsteigern, und ich meine, dass es mehr gibt als Job und Wohnung und ich den Anspruch habe, mich auch dann noch wohlzufühlen, wenn ich einen Fuß vor die Türe setze. Nun - nach einem Monat Selbstbeherrschung meinerseits - sitze ich wieder hier und heule.


    Ich kann ja verstehen, dass er an dem Job hängt, er hasst Veränderungen, ich hasse Stillstand, vor allem dann, wenn er einen fertigmacht. Wir sind seit 20 Jahren verheiratet und ein normalerweise glückliches, harmonisches Paar. Was hier aber seit unserem Umzug abgeht, das ist schlimm. Ich kann verstehen, dass er sauer ist, weil wir so viel Zeit, Geld und Nerven in den Umzug investiert haben und nun gefällt es mir hier nicht. Aber ich kann es mir nicht schönreden. Er meint, wir wären ja schon paar Mal umgezogen (aber immer nur dann, wenn sein Job ohnehin weg war), und er möchte endlich ankommen und seine Ruhe haben. Das verstehe ich vollkommen, aber ich ertrage es nicht, dass das hier sein soll. Ich habe zum ersten Mal seit 20 Jahren Heimweh. Ein wahnsinniges Heimweh nach dem Ort, wo ich meine Jugend verbracht habe, wo ich jeden Stein kenne, jedes Haus. Wo viel Natur ist, die Leute sind umkompliziert und man ist unter seinesgleichen. Überall gibt es spontan einen netten Plausch, ich beneide meine Mutter um ihre Nachbarn und dass sie in so einer schönen Gegend wohnt, es ist ruhig, sauber und entspannt. Der Arbeitsmarkt dort ist allerdings ein Problem, daher sind viele Junge weggezogen, wie auch ich damals, aber die Zeiten haben sich geändert, und warum sollte mein Mann mit seiner Qualifikation und tonnenweise Berufserfahrung nicht eine gute Stelle dort bekommen können, andere schaffen es ja auch. Dresden liegt nicht so weit weg, und dort sollte man doch fündig werden.


    Wir stecken in einer Zwickmühle. Bislang wollten wir i.d.R. dasselbe, und ich brauche dringend eine Perspektive. Ich möchte meine Ehe erhalten, aber ich weiß, dass ich hier definitiv weg muß. Mein Gefühl ist, dass er dafür nichts tun wird und dass es an mir ist. Ich war zwar schon immer das Zugpferd, aber die momentane Situation überfordert mich absolut.


    Kennt jemand eine solche Situation? Wenn ja, was habt ihr gemacht?

  • 42 Antworten

    Liebe TE ...


    das ist echt eine bescheidene Situation. Gerad wenn man ein Alter hat, wo man ja nicht aller paar Monate umziehen will sondern eher sesshaft wird, sollten beide sich sehr wohl fühlen. Wenn einer Abstriche machen muss, bringt das wenig.


    Aber: Nach einem Umzug braucht es oft auch Zeit.

    Wir sind auch vor fast 3 Jahren umgezogen. Wir haben vorher in einer großen Hausgemeinschaft gelebt, fast jeden Abend zusammengesessen, gegrilllt, gequatscht, unsre Kinder gemeinsam gehütet ect. Es war total toll. Leider haben wir nur in einer 2-Raum-Wohnung zu viert gehaust. Die umliegenden größeren Wohnungen waren uns einfach zu teuer.

    Wir sind dann etwas außerhalb gezogen. Anfangs habe ich mich auch etwas einsam gefühlt. Es hat über ein Jahr gedauert bis wir mal die Nachbarn unter uns kennengelernt haben und uns hin und wieder mit ihnen verabreden.


    Wie ist es am neunen Wohnort um deine soz. Kontakte bestellt? Hast du denn keine Freunde/Kollegen mit denen du dich mal verabreden könntest?

    Vielleicht würde dir ein Hobby (Sportgruppe ect.) gut tuen um Kontakte zu knüpfen.

    Dann würdest du dich vielleicht auch besser fühlen.

    Kann dein Mann nicht hin und wieder Besuch einladen. Vielleicht ergibt sich daraus eine neue Freundschaft.



    Aber wenn es nicht besser wird und du nicht die nächsten 10 Jahre da wohnen willst, dann mache das deinem Mann begreiflich.

    Suche auch nach Wohnungsangeboten und halte sie ihm unter die Nase.


    Rede mit deinem Mann. Mache ihm klar wie schrecklich es für dich in der Gegend und in der Wohnung ist.

    Leider gibt es bei der Wohnungsknappheit oft kaum bessere Alternativen aber ich wünsche euch alles Gute.;-)

    Nun ja, aber in einem Jahr kann man doch umziehen, da ist genügend Zeit, sich in Ruhe umzusehen. Hast du jemals aktiv schon Bemühungen angestellt, dich mal umzugucken, in der Nähe, in Nachbarorten?


    Du träumst wie ein kleines Mädchen auf Klassenfahrt von der Heimat. Aber auch dort hat man sich das Umfeld erarbeiten müssen, du willst es dir nur einfach machen.


    Ich habe mit einigen Nationalitäten in einem Haus gewohnt. Manche haben auch erst ablehnend reagiert, aber mit der Zeit wurde das immer besser. Gerade diese Menschen pflegen doch meist eine großzügige Gastfreundschaft. Man muß vielleicht nur mal den Anfang machen...


    Du solltest deinem Mann klar signalisieren, dass du das eben bis zum Ende der Möglichkeit durchhalten wirst, aber gleichzeitig auch möchtest, dass du respektiert wirst, sonst geht u. U. die Ehe in die Brüche. Und immer zu Mami auf die Couch ist nicht erwachsenes Verhalten. Löst ja auch das Problem nicht.


    Umschauen, wo es besser gefallen würde im nahen Umkreis, aktiv werden, auch mal die Pobacken zusammenkneifen, es als vorübergehend ansehen, von kindlichem Gehabe Abschied nehmen, wenn der Mann in Sachsen eben nicht arbeiten kann....


    Und und die Schwiegereltern muß man sich ja auch nicht so unbedingt kümmern, wenn die nicht wollen oder können oder sonst was.


    Kontakte aufbauen, in Kurse bei der VHS gehen, in den Turnverein eintreten, in den Wochenblättern eine Anzeige aufgeben, beste Freundin gesucht....


    Jammer hilft rein nüschte, Aktivität schon....

    Thermoskanne schrieb:

    Was dabei herausgekommen ist: Eine an sich ganz nette Wohnung, allerdings mit viel zu kleiner Küche und leider im 2.OG, was für mich und den Hund auf Dauer nicht ideal ist, vier unserer fünf Nachbarn sind konservative Türken, Kontakte sind nicht wirklich erwünscht, was mir zu schaffen macht, denn ich stamme ursprünglich aus einer eher ländlichen Gegend, wo man auf gute Nachbarschaft viel Wert gelegt hat, man hat zusammen gefeiert, im

    Immerhin hast du eine nette Wohnung. Das ist doch ein guter Aufhänger.

    Zehn Jahre hatte ich im dritten Stock in einer kleinen Mansardenwohnung gelebt. Bis um Mitternacht hörten wir die Geräusche von der Kegelbahn des angrenzenden Wirtshauses. Insgesamt waren die Tage und die Nächte sehr laut.

    Für Hund Caesar war der dritte Stock kein Problem. Wie der Blitz war er unten.

    Mit Nachbarn nicht allzu stark verbandelt zu sein war eigentlich ganz angenehm.

    Kannst du nicht über deine Arbeit neue Leute kennenlernen? Oder zumindest nachfragen, ob die Kollegen Tipps haben, was man in dieser Stadt mal schönes unternehmen kann, wo die netten Ecken sind?


    Letzendlich wird es auf einen Kompromiss hinauslaufen. Guckt euch zusammen nach einer schöneren Wohnung um, jetzt seid ihr ja nicht unter Zeitdruck. Und ja, deine Sehnsucht nach deiner Heimat hört sich schon sehr nach Sentimentalität an.

    Guten Morgen,

    meine Arbeit sind Steuerangelegenheiten im Homeoffice, also habe ich keine Kollegen.


    Und ich muß zugeben, dass ich hier in der Stadt auch niemanden kennenlernen möchte, weil ich ja sowieso hier nicht bleiben will. Ich hatte mal so drei Frauen in meinem Alter getroffen, aber so wirklich war das nichts. Mit den Nachbarn läuft es so, dass man sich grüßt, und das war's dann. Dem Hund gehen sie tunlichst aus dem Weg, das ist wohl kulturell bedingt. Daher brauche ich wohl auch niemanden zu fragen, ob sie mal auf einen Kaffee kommen wollen. Ich beeile ich jedes Mal durchs Haus zu kommen um keinem zu begegnen, und wenn ich manchmal die Treppe hochkomme und mitbekomme, wie sich die türkischen Frauen unterhalten, sobald ich in die Nähe der Türe komme, wird sie zügig geschlossen. Sie bleiben lieber unter sich.


    Ein Stück Sentimentalität nach Vertrautem schwingt da sicher mit, allerdings hatte ich das 20 Jahre lang nicht, und ich glaube auch nicht, dass ich die Erste bin, die nach den "wilden Jahren" der Jugend dann doch wieder zurück zu den Wurzeln will. Das hat mich genau hier gepackt, wo ich mich unglaublich unwohl fühle, was ich vor allem auf die [Zuwanderer] zurückführe, [...]. Als ich den Wagen angemeldet habe, stand ich in einer Schlange von 19 Leuten, wovon gerade mal 4 mitteleuropäisch aussahen. Ich fühle mich hier wirklich fehl am Platz.

    Ursprünglich hatten wir ja im Umland gesucht, was sich in einem Ballungsgebiet schwierig gestaltet, weil wahrscheinlich jeder, der es irgendwie kann, versucht, aufs Land zu ziehen. In der Kürze der Zeit haben wir es jedenfalls nicht geschafft und mußten nehmen, was sich anbot. Jetzt sind wir für ein knappes Jahr an die Wohnung gebunden, und es bringt nichts, jetzt im Moment nach neuem Wohnraum zu suchen, wir können nicht für ein knappes Jahr zwei Mieten stemmen, wir sind noch vom Umzug abgebrannt. Frühestens im Herbst können wir mit der Wohnungssuche anfangen, wobei ich eben noch immer nicht weiß, ob ich überhaupt hier in der Gegend bleiben möchte, was natürlich für den Job meines Mannes besser wäre. "Mamis Couch" ist natürlich keine Lösung, weil es das Problem ja nicht löst, allerdings ist ein Aufenthalt in der Gegend dort für mich ein Kraftquell. Es nützt ja nichts, wenn man sich ein Jahr lang völlig fertig macht, dann ist auch keine Kraft mehr da für Veränderungen.


    Für ihn jedenfalls stellt sich alles deutlich entspannter dar, zum einen ist er den ganzen Tag weg, früh morgens im Bus stellt er natürlich keine [Zuwanderer] fest, auf Arbeit hat er überwiegend deutsche Kollegen, mit denen er sich normal unterhalten kann. Wenn ich tagsüber einkaufen gehe, sieht das ganz anders aus. Das schlimmste Erlebnis war, als ich wegen der Lungenentzündung zum Arzt musste. Ich kannte keinen und bin zum ersten besten. In der Anmeldung starker Akzent, im Wartezimmer kein einziger Deutscher, die Ärztin gebrochenes Deutsch, und was dann auf dem Röntgenbefund stand, schien ihr anfangs nicht ganz klar zu sein, auch ihrer ausländischen Kollegin nicht, ich habe später noch mal sicherheitshalber gegoogelt. Das EKG, was gefahren wurde, hat zu einer falschen Verdachtsdiagnose geführt (das hat sich später beim Kardiologen herausgestellt). Als sie mir Blut abnehmen wollten, bin ich fluchtartig aus der Praxis. Immerhin hat sie mir ein gutes Antibiotikum verschrieben, was mir geholfen hat. Mein Mann war später in einer anderen Praxis und meinte, er würde nicht verstehen, wo mein Problem wäre. Ich bin da zur Nachkontrolle ebenfalls hin, dort sah es deutlich besser aus, dort bleibe ich auch. Jedenfalls haben wir komplett unterschiedliche Wahrnehmungen. Wobei ich der Meinung bin, dass er weniger davon mitbekommt, und darüberhinaus setzt er andere Prioritäten. Ihm sind die Nachbarn schnuppe, solange sie einen nicht belästigen, ich würde gerne Kontakte pflegen so wie ich es von früher kenne, das ist hier allerdings nicht erwünscht. Er könnte das ganze Wochenende vor der Glotze sitzen und entspannen, mich zieht es raus, und das war schon der Fall, als wir beide noch voll berufstätig waren. Ich war immer der aktivere Part. Bislang haben wir auch immer einen Kompromiss schließen können, aber momentan kommt bei mir ein gewisser Groll auf, ich kann es nicht ändern. Ich werde jedenfalls nicht so wie seine Eltern enden, die fast nur zu Hause glucken. Meine Mutter meint auch, ich übertreibe, aber das lässt sich einfach sagen, wenn man in einer beschaulichen Gegend unter seinesgleichen wohnt, ein Gärtchen vor dem Haus hat, mit den Nachbarn grillt oder Kaffee trinkt und den Besuch hier in der Stadt wohl eher als Abenteuerurlaub ansieht.


    So vertreibe ich mir die Zeit mit Hausarbeit, arbeite im Homeoffice, nähe wie eine Wilde meine komplette Sommergarderobe, flüchte mit meinem Hund aus der Stadt, auch wenn der Tank ständig leer ist, bin entwurzelt, von Einsamkeit rede ich gar nicht, und ich grübele, wohin man am besten gehen sollte, ob man in NRW bleibt wegen dem Job, ob man jemals Wohnraum in einer schönen Umgebung findet, von wo man aus zur Arbeit kommt, die uns ja ernährt und wo auch ich mich gut aufgehoben fühle oder ob das nur ein fauler Kompromiss wäre, der einem irgendwann um die Ohren fliegt....

    Mensch, back mal einen Kuchen und bring ihn zu deinen tuerkischen Nachbarn. Stell' dich vor,


    zieh' die Schuhe aus und trinke Tee mit ihnen.


    Ich wohne auch im tiefsten Ruhrpott, komme aus der schoenen Pfalz und habe auch Heimweh


    nach der tollen Landschaft und den malerischen Doerfern an der Weinstrasse.


    Natuerlich bin ich mein Leben lang dort "dehaeeem".


    ABER, die "Pottler" sind tolle Menschen, wenn man offen fuer sie ist - und auch viele "mit


    Migrationshintergrund". Wir fuehlen uns pudelwohl, mitten in der Vielfalt - und wenn man


    will, kann man auch hier viele schoene Ecken entdecken. Wohlgemerkt, wenn man WILL!!!

    Du solltest schon schauen, dass du an deiner situation was ändern kannst. Diese starke abwehrhaltung ist momentan nicht sehr zielführend.

    Bist du immer schon so gewesen oder macht dir dieser ortswechsel so stark (traumatisch) zu schaffen?

    Du fühlst dich wohl sehr verloren.

    Schau, dass du etwas auf die beine kommst und wieder an deine stärken denkst. Die hast du doch? oder ist alles auf gedeih und verderb verloren für dich?


    Schau doch schonmal nach wohnungen/immobilien? Versuche anschluss zu finden. All die sachen halt, wenn man irgendwo neu ist?


    Du scheinst eher isoliert zu leben, da ist natürlich ein offenes leben gegensätzlich.


    Wenn es nicht mehr anders geht für dich, dann rede mit deinem mann und findet eine bessere lösung für euch.

    Zitat

    Mensch, back mal einen Kuchen und bring ihn zu deinen tuerkischen Nachbarn. Stell' dich vor,


    zieh' die Schuhe aus und trinke Tee mit ihnen.

    Das. Es wäre ein Anfang. Du verbuddelst dich sonst immer mehr in deiner Abwehrhaltung.


    Aber ich ahne auch, wohin hier die Reise geht.

    Es gibt auch im Ruhrgebiet sehr schöne Ecken, wo man die Natur nebenan hat und zusätzlich noch eine tolle Infrastruktur (was ja in Sachsen leider abseits der großen Städte eher ein Riesenproblem ist).

    Ich würde an Deiner Stelle schauen, ob Ihr nicht doch noch in ein anderes Viertel ziehen könnt, wo Du Dich vielleicht wohler fühlst. Das Ruhrgebiet besteht mit Sicherheit nicht nur aus sozialen Brennpunkten.

    Ich lebe auch im Ruhrgebiet und finde auch, dass es hier viele tollen Ecken gibt. Und gerade die Menschen im Ruhrgebiet sind sehr offen, umgänglich und halten zusammen. Ich lebe sehr gerne hier und will auch nicht mehr weg.


    Aber das braucht man dir eigentlich nicht erzählen, denn du sperrst dich mit aller Gewalt und willst es hier einfach nicht gut finden. Da wird’s auch nichts bringen wenn wir dir tausend Argumente liefern warum das Ruhrgebiet toll ist. Und wenn [Zuwanderung] für die tatsächlich so ein zentrales Problem ist, dass du sogar auf der Zulassungsstelle die Mitteleuropäer zählst, wirst du im Ruhrgebiet ohnehin nicht glücklich werden.

    [...]


    Klingt alles nicht besonders durchdacht: Ihr zieht irgendwo hin, obwohl dir hier zu viele Ausländer sind. Ihr zieht zu den Eltern, obwohl die euch nicht brauchen. Ihr zieht in ein Umfeld, in dem sich nur einer der Partner wohl fühlt...


    Ich denke, da bleibt nur, umziehen und das nächste Mal vorher überlegen, mit welchen Abstrichen man noch leben könnte und mit welchen nicht.

    Es gibt noch andere Leute mit denen man Kontakt knüpfen kann außer den direkten Nachbarn. Aber dazu muss man das wollen. In meinem Haus ist auch niemand der mich "anspricht", also mehr als grüßen und Pakete annehmen läuft halt nicht, aber in der ganzen Stadt? Na da sind Leute die genau mein Geschmack sind :). Aber wenn du dich entscheidest dort nicht glücklich zu werden, dann wirst du es. Und vieles ist auch Ansichtssache. Ich fände die größte Strafe meines Lebens wäre nach Sachsen aufs Land ziehen zu müssen, aber wenn ich dort wäre, würd ich mir halt Menschen suchen, auch wenn mir die gesamte Ex-DDR sehr, sehr fremd ist. In einer Großstadt wirst du nunmal auf hundert verschiedene Leute treffen und glaub mir, die fühlen sich alle erstmal fremd wenn sie wohin ziehen.