Unerfüllte Fantasien/ Neigungen in der Partnerschaft

    Buongiorno,


    beim Durchstöbern des Forums bin ich auf jenen Uraltfaden gestoßen klick (muss mir langweilig sein...).


    Unabhängig davon, ob diese Geschichte nun glaubwürdig ist oder nicht, frage ich mich, ob es das wert ist, aufgrund unerfüllter Wünsche seine Beziehung zu verraten.


    Es gibt definitiv noch viele Dinge, die ich gerne erleben möchte und von denen ich weiß, dass es mit meiner Partnerin mit nahezu hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit nicht möglich ist. Aber sollte man sein Verlangen da nicht hinten anstellen?


    Wird man es später, wenn es dem Ende zugeht, nicht bereuen?


    Ein reger Gedankenaustausch hierzu würde mich sehr freuen.

  • 27 Antworten

    hinter dem rücken des anderen etwas ausleben, weil der partner es ablehnt, halte ich für feige und selbstgerecht.


    und grundsätzlich finde ich es sehr schwierig, eine monogame beziehung zu leben, wenn im bett so eine diskrepanz besteht, was vorlieben und wünsche angeht.


    ich habe es selbst schon erlebt, dass es in einer beziehung im bett nicht passte mit den vorlieben. nach einigen jahren war dieses "naja, man kann ja nicht alles haben" nicht mehr laut genug und die unzufriedenheit nahm überhand, was zur trennung führte.


    daraus hab ich mitgenommen: passt es im bett nicht, ist die beziehung gescheitert. da ehrlich einen strich drunter zu ziehen, finde ich deutlich fairer, als sich hinter dem rücken des anderen auszuleben.


    wenn die konstellation so ist, dass eine öffnung der beziehung möglich ist, wäre das dann wohl durchaus ein gangbarer weg bei dem alle beteiligten auf ihre kosten kommen ohne, dass eine parei hintergangen wird.

    Zitat

    mein schlechtes Gewissen hätte bis zum letzten Moment beinahe alles scheitern lassen.

    Hätte, hätte, Fahrradkette.


    Es gibt wohl eher selten Menschen, deren all ihre Phantasien erfüllt werden. Das funktioniert alleine schon der Komplexität des Gehirns wegen nicht. Der Faden hier dient dann doch wohl eher dem unbefriedigtem Duktus des Voyeurs.

    Zitat

    Es gibt definitiv noch viele Dinge, die ich gerne erleben möchte und von denen ich weiß, dass es mit meiner Partnerin mit nahezu hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit nicht möglich ist. Aber sollte man sein Verlangen da nicht hinten anstellen?

    Da muss man halt schauen, wie wichtig es einem ist, was man damit anfängt, wenn es mit dem Partner zusammen eben nicht geht, und wie der Partner dazu steht, dass es da Dinge gibt, die man selbst super findet und die für ihn nichts sind.
    Für mich käme es nicht infrage, eine Beziehung mit jemandem anzufangen, der sexuell ganz anders gepolt ist als ich. Mir ist Sex sehr wichtig, und ich glaube, langfristig ginge es nicht gut, wenn ich da einen großen Teil meiner Bedürfnisse sozusagen privat auslagern müsste. Wahrscheinlich nicht mal mittelfristig.

    Zitat

    Es gibt wohl eher selten Menschen, deren all ihre Phantasien erfüllt werden.

    Es gibt ja aber einen Unterschied zwischen expliziten Phantasien und generell sehr unterschiedlicher sexueller Offenheit oder auch grundsätzlicher sexueller Ausrichtung. Ich mag es gern sehr hart. Das heißt keinesfalls, dass ich mir zwingend jemanden suchen müsste, der da genauso gepolt ist wie ich, aber ich könnte mit einem sexuell sehr sanften Mann langfristig nicht viel anfangen. Gelegentlich: Na klar, gern. Aber für mich ist wichtig, dass mein Partner auch viele Varianten mag und tragen kann, dass er sich nicht erschreckt, wenn ich das Ruder in die Hand nehme (also - das sollte jetzt überhaupt nicht anzüglich klingen ;-D ), dass manchmal auch er aus eigenem Antrieb den Ton angibt und mich härter anfasst, ohne viel zu fragen, dass wir zusammen viele Spielarten mögen und auskosten. Eine Freundin hat einen neuen Freund, der immerimmerimmer dasselbe macht, immer dieselbe Tour, der variiert GAR nicht und will auch nicht, das käme für mich nicht infrage. Und das ist ja nur vom stärkeren Trieb zum weniger starken Trieb runterzurechnen, also so, dass der mit dem stärkeren Trieb sagt, nee, so nicht, und der andere sagt, ochmimimi ... beispielsweise würde ich bei jemandem, der pro Tag dreimal ausgiebig vögeln will, auch sagen: Alter, schön für dich, funktioniert für mich aber nicht, ich hab auch noch anderes zu tun.
    Es läuft immer auf die Frage hinaus: Haut es für beide miteinander hin?


    Die Frage ist also weniger, welche "Phantasien" erfüllt werden, sondern eher: Sind unsere sexuellen Bedürfnisse miteinander vereinbar, sodass beide zufrieden sind?

    Mir geht es wie hag-tysja


    Ich habe mich auch schon 2 mal von Beziehungen getrennt, weil es im Bett nicht harmonierte. Das ist für mich wie 50% der Beziehung. Da nützt die Harmonie allein bei den anderen 50% nicht viel. Und ewig Wünsche hinten an stellen geht nur gut, bis man seine eigene Endlichkeit verinnerlicht. Das kommt dann so ab 45....


    Fies ist nur, wenn man einen Partner hat, der jedes Gespräch gleich abblockt. Das alleine wäre für mich schon ein Grund zur Trennung. Denn so besteht nie die Chance einer Veränderung. Ich sehe das ja auch immer wieder mal im Bekannten/Freundeskreis. Unerfüllte Partnerschaften. Keine wagt den ersten Schritt. Bei eingefahrenen Beziehungen ist es noch schwieriger ür einen der Partner den ersten Schritt zum Aufbrechen der verkrusteten Parnterschaft zu machen.

    Das mit der eigenen Endlichkeit wird mir immer mehr bewusst, auch wenn es bis zur 45 noch ein paar Jährchen sind (allerdings nicht mehr viel). Grundsätzlich kann ich mich eigentlich nicht großartig beschweren, aber da gibt es halt einige Sachen, die ich doch allzu gerne noch erleben möchte.


    Hinter dem Rücken ist feige, zweifelsohne. Ich habe nur Angst, dass irgendwann der Punkt erreicht ist, an dem ich sage, das kann es noch nicht gewesen sein. Aber es ist doch ultraegoistisch so zu denken. Ich meine, wenn sonst alles passt, warum dann so eine Sehnsucht nach dem Unerfüllten?

    siehe shojos beitrag:

    Zitat

    Es gibt ja aber einen Unterschied zwischen expliziten Phantasien und generell sehr unterschiedlicher sexueller Offenheit oder auch grundsätzlicher sexueller Ausrichtung.

    das erstere ist eine spannende phantasie. macht vielleicht neugierig, aber die welt geht nicht unter, wenn es eben eine bleibt.


    das zweitere ist die offenheit und die grundsätzliche ausrichtung.


    es ist an dir, abzuwägen, wohin du deine "möchte ich gern mal erleben" sachen einordnest.


    bedürfnisse sind immer irgendwie egoistisch, deswegen ja - und da schließe ich mich shojo an - ist es sauschwer, wenn es in dem punkt so große differenzen gibt. da ist unzufriedenheit vorprogrammiert.

    Zitat

    bedürfnisse sind immer irgendwie egoistisch, deswegen ja - und da schließe ich mich shojo an - ist es sauschwer, wenn es in dem punkt so große differenzen gibt. da ist unzufriedenheit vorprogrammiert.

    Japp. Und deswegen sind Vorwürfe da auch so doof, also dieses "nur wegen Sex willst du dich trennen, was bist du denn für ein Charakterschwein" oder auch, anders herum: "wenn du ihn/sie lieben würdest, dann hättest du ja auch Lust, deinen Partner glücklich zu machen". Es kann unheimlich traurig sein, wenn es nicht passt, und schwer zu akzeptieren, wenn man sich sehr gern hat. Ich verstehe, wenn viele es dann trotzdem versuchen, und manchmal lässt sich ja auch wirklich ein Weg finden, mit dem beide ganz gut klarkommen. Dann ist vielleicht nicht alles super, aber doch insgesamt okay, und andere Aspekte der Beziehung gleichen das aus. Ich glaube aber, das funktioniert eben vor allem dann, wenn Sex beiden Beteiligten nicht so wahnsinnig wichtig ist. Das gibt es ja durchaus.

    Irgendwie habe ich diesen Thread eröffnet, weil mich der von mir im Eingangsbeitrag erwähnte gelinde gesagt schockiert hat (unabhängig davon, dass ich ihn für frei erfunden halte). Nichts desto trotz erkenne ich da leichte Parallelen zu mir und eben das macht mir Angst. Was ist, wenn mein Hirn das ganze wirklich falsch einordnet?


    Ach, sinnlose Gedankengänge wenn man grad krank im Bett liegt und nix besseres zu tun hat...

    besser als es shojo auf den punkt bringen konnte, wie es mir mit solchen gedanken geht, kann man das gar nicht :)_


    was mich manchmal ein wenig... hmmm... nachdenklich zurücklässt, ist dieses "da muss man reden, reden, reden..." ":/


    klar gibt es gewisse veränderungen, umstände, situationen, in denen reden sinn macht, aber ich selber empfinde es schon oft als zeichen der inkompatibilität, wenn man ständig über etwas reden muss, was ich einfach nur ausleben will.

    ja sicher sollte man aussprechen, welche wünsche man hat, was man gern ausprobieren möchte.


    das ist dann ein gespräch, in dem man - das setze ich bei einer erwachsenen partnerschaft voraus - ohne vorwürfe, abwertungen oder beleidigungen den wunsch ausspricht, bedenken bespricht und am ende steht ein ja oder nein oder ja unter bedingungen.


    das immer wieder hervorholen und wieder und wieder und wieder durchkauen macht das ganze dann schwer, verbissen und für keine seite angenehm. denn eigentlich steht mit dem ersten austausch ja schon fest, ob es für beide seiten passt, den wunsch auszuleben.

    ein nein bringt dich in die position, zu entscheiden, wie du damit umgehen willst - akzeptieren oder klar kommunizieren, dass deiser anteil für dich so massiv ist, dass eine beziehung auf dauer nicht glücklich auslebbar ist.


    keine option ist, nach dem nein immer und immer wieder wie ein quengelndes kind mit dem thema anzufangen und zu hoffen, dass irgendwann ein ja draus wird. das ist nämlich für alle beteiligten frustrierend und nervig und macht viel kaputt.