Die Verfasserin des einleitenden Beitrages notiert:

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    Es gibt tatsächlich Frauen die das Sexleben (nahezu) völlig einstellen in einer Beziehung! Damit meine ich nicht eine klassische Flaute in besonders stressigen Phasen( Beruflich oder privat), sondern generell! Es gibt Frauen,die einfach sagen: Nö,Sex will/brauche ich nicht und somit gibt's keinen mehr! Auch hier ist nicht kurzzeitiger Lustmangel gemeint,sondern eine generelle Einstellung OHNE medizinische Ursachen. Ich finde das unfassbar! Erstens gehört Sex doch einfach dazu für beide Partner und zweitens wundern sich diese Frauen dann,wenn sich der Partner vor Sexmedien nahezu "wund rubbelt" oder gar zur "Seite schaut."

    Meiner Ansicht nach passen die oben notierten beiden Sätze auch auf diese Situation: der erste Satz auf die unmittelbar Beteiligten, der zweite Satz auf die mittelbar Beteiligten des Umfelds.

    @ Monika65

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    Wie könnte diese Lösung denn aussehen?

    Wenn ich dass wüsste, wäre ich hier nicht angemeldet. Wenn man den Sex in der Beziehung einseitig kündigt, sollte man sich irgendwie im klaren sein, dass es auch in vielerlei Hinsicht das Ende der Beziehung sein kann. Ob eine offene Beziehung funktionieren kann, bezweifle ich. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Mann (es geht ja in diesem Faden um Frauen, die nicht mehr wollen) eine Zweitfrau nur für den Sex findet, und mit dieser Frau dann nicht auch das Wochenende verbringen möchte, in Urlaub fahren möchte usw?


    Man sollte sich vielleicht überlegen, wie man die Beziehung (Ehe) ohne viel Scherben geordnet abwickelt. Das ist selten, ich kenne aber einen solchen Fall. Man kann ja weiterhin Freunde bleiben, aber man sollte sich dessen bewusst sein, dass mit dem Einstellen der Erotik, die Beziehung, wie sie mal war, vorbei ist.


    Das Problem scheint mir aber oft zu sein, dass der Partner der kein Sex mehr braucht, überhaupt nicht verstehen kann oder will, wie wichtig Sex/Leidenschaft/Begehrt werden, für den anderen ist. Bald betrübt das die allgemeine Stimmung, auch die freundschaftliche Liebe schmilzt dahin, es kommen Affären dazu, und das ganze Endet in einem fürchterlichen Scherbenhaufen.

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    Das Problem scheint mir aber oft zu sein, dass der Partner der kein Sex mehr braucht, überhaupt nicht verstehen kann oder will, wie wichtig Sex/Leidenschaft/Begehrt werden, für den anderen ist.

    Das ist schon verständlich. Hilft aber nichts, weil man es auch bei beistem Willen nicht erzwingen kann. Es geht einfach nicht.

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    Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Mann (es geht ja in diesem Faden um Frauen, die nicht mehr wollen) eine Zweitfrau nur für den Sex findet, und mit dieser Frau dann nicht auch das Wochenende verbringen möchte, in Urlaub fahren möchte usw?

    Es geht sicher nicht nur um den Mann, denn die gleiche Frau kann vielleicht bei einem anderen Mann Begehren entwickeln und ausleben. Es kann funktionieren, sage ich aus eigener Erfahrung. Ich sage ja nicht, dass es ideal ist, aber es kann eine Lösung sein. Eine andere fällt mir nicht ein, denn wenn man sich zu Sex selber zwingt, nur weil der Mann es braucht und will, wird man immer weniger Lust auf ihn haben bis hin zu abgestoßen sein. Ich wüsste nicht, inwieweit das der Ehe besser bekommen sollte, denn wie man sieht, ist der so "gedemütigte" Mann auch nicht zufrieden. Was denn noch? Wo soll die Leidenschaft denn herkommen, ein Flaschengeist, Magie?

    @ Monika65

    ich bin mir nicht ganz sicher, ob wir uns jetzt richtig verstehen. Nein, die Frau, die kein Sex mehr will, kann sich selbst wohl kaum zum Sex zwingen. Aber, wenigstens verstehen, dass der Partner darunter leidet und dass eventuell auch eine unkonventionelle Lösung her muss, dieses Verständnis könnte sie doch aufbringen, oder?

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    Das Problem scheint mir aber oft zu sein, dass der Partner der kein Sex mehr braucht, überhaupt nicht verstehen kann oder will, wie wichtig Sex/Leidenschaft/Begehrt werden, für den anderen ist. Bald betrübt das die allgemeine Stimmung, auch die freundschaftliche Liebe schmilzt dahin, es kommen Affären dazu, und das ganze Endet in einem fürchterlichen Scherbenhaufen.

    Die Alternative wäre sich hinsetzen und das ausreden.


    Wenn eine Frau von mir verlangt, dass ich akzeptiere, dass sie keinen Sex mehr möchte dann würde ich von ihr erwarten, dass sie akzeptiert, dass ich mir für diese Bedürfnisse eine Frau suche, die das mit mir teilt. Es wäre alternativlos. Ich will eine Partnerin, die eben so viel Spaß am Sex hat wie ich. Hat sie das nicht, dann wäre sie von Anfang an keine Partnerin für mich, stellt sich das im Laufe einer Beziehung heraus, dann bräuchte es eine Lösung. Und da sehe ich nur die Erfüllung der Lust mit einer anderen. Es setzt voraus, dass man das bespricht und es verlangt der Frau ein gewisses Standing, Selbstbewusstsein und Selbständigkeit ab, dies auch auszuhalten. Sie muss dir auch vertrauen, dass es wirklich nur beim Sex bleibt.


    Umgedreht wäre ich auch in der Lage, auszuhalten, wenn meine Partnerin sich für diese Bedürfnisse einen Mann sucht, der ihr das erfüllen kann.


    Man kann ja nicht jammern und betteln, bis sie ihm Sex gibt. Was soll das denn dann sein?


    Die Frau (oder der Mann) kann aber auch nicht erwarten, dass ich etwas einstelle, das mir Spaß macht nur weil sie es nicht mehr mag. Das ist dann auch sehr egoistisch.

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    Das Problem scheint mir aber oft zu sein, dass der Partner der kein Sex mehr braucht, überhaupt nicht verstehen kann oder will, wie wichtig Sex/Leidenschaft/Begehrt werden, für den anderen ist.

    Ich kann es ehrlich gesagt manchmal auch nicht verstehen, obwohl ich Sex sogar selbst gerne mag. Aber ich kann nicht verstehen, dass manche Menschen regelrecht abhängig von Sex sind, sich ein Leben ohne Sex überhaupt gar nicht vorstellen können und für Sex Beziehungen und Freundschaften "opfern" würden.

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    Wenn eine Frau von mir verlangt, dass ich akzeptiere, dass sie keinen Sex mehr möchte

    Der Entschluss wir meistens nicht von heute auf morgen kommen. Jedenfalls nicht bei meiner Frau. Es wird allmählich weniger, langweiliger, bis nichts mehr da ist. (Bei uns war nie viel da, aber meinen Fall haben wir in einem anderen faden schon diskutiert). Es ist irgendwie keine richtige "Entscheidung" der Frau. Sie hält das für den normalen Gang der Dinge, wenn man älter wird.

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    es verlangt der Frau ein gewisses Standing, Selbstbewusstsein und Selbständigkeit ab

    Und wenn genau das fehlt???? Jedenfalls in Bezug auf Lieber, Sex und Partnerschaft?

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    Sie muss dir auch vertrauen, dass es wirklich nur beim Sex bleibt.

    Da vertraue ich aber nicht mal mir selbst.

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    Die Frau (oder der Mann) kann aber auch nicht erwarten, dass ich etwas einstelle, das mir Spaß macht nur weil sie es nicht mehr mag. Das ist dann auch sehr egoistisch.

    Man hat es aber mit zwei komplett unterschiedliche Sichtweisen auf der gleichen Situation zu tun. Meine Frau (und viele andere) würden behaupten, der Mann wäre triebgesteuert, total egoistisch und würde wegen einen kleinen Spaß, eine Ehe zerstören, betrügen, Kinder und Familie vernachlässigen, usw.

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    Ich kann es ehrlich gesagt manchmal auch nicht verstehen, obwohl ich Sex sogar selbst gerne mag.

    Und wenn jetzt jemand kommt, und sagt, Du darfst nie wieder Sex haben? Und wenn Du dann irgendwann tatsächlich Monate lang keinen mehr hattest?

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    Wenn eine Frau von mir verlangt, dass ich akzeptiere, dass sie keinen Sex mehr möchte dann würde ich von ihr erwarten, dass sie akzeptiert, dass ich mir für diese Bedürfnisse eine Frau suche, die das mit mir teilt.


    ....


    Die Frau (oder der Mann) kann aber auch nicht erwarten, dass ich etwas einstelle, das mir Spaß macht nur weil sie es nicht mehr mag. Das ist dann auch sehr egoistisch.

    Sachen in die Richtung lese ich öfters bei dem Thema. Ich frage mich dann immer, wie das in eine Gesellschaft (oder auch nur in eine einzelne Beziehung) passt, in der sexuelle Exklusivität so unglaublich hoch gewichtet wird, wie es bei uns nunmal der Fall ist (Beziehungen, in denen das anders gehandhabt wird, klammere ich mal aus, da dort ja die Problematik in dieser Form gar nicht auftauchen wird.). Viele Menschen ertragen den Gedanken nicht, dass der Partner Sex mit jemand Anderem hat. Für mich erschliesst sich zwar nicht, warum das so ist, aber es ist für mich absolut unlogisch, warum dieses "nicht ertragen können" plötzlich weg sein sollte, nur weil man selber keinen Sex mehr will/braucht. Man verspricht sich ja wohl grundsätzlich körperliche Treue und nicht "treue, solang wir abundzu zusammen Sex haben". :-/ :-/ ":/

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    Und wenn jetzt jemand kommt, und sagt, Du darfst nie wieder Sex haben? Und wenn Du dann irgendwann tatsächlich Monate lang keinen mehr hattest?

    Ich hatte schon öfter Monate lang keinen Sex, sogar Jahre lang. Als ich Single war oder wenn es wegen räumlicher Trennung oder aus gesundheitlichen Gründen eben nicht möglich war. Und ich habe es überlebt, ziemlich gut sogar. ;-D


    Wenn ich ab sofort keinen Sex haben haben könnte? Naja, wäre für mich so ähnlich, als ob ich keine Schokolade mehr essen könnte. Ich würde es sicher hin und wieder vermissen und es irgendwie schade finden, weil es ja schon ein Genuss ist, den man gerne hat. Aber es wäre kein Weltuntergang für mich. Ich bin nicht süchtig oder abhängig. Wenn nicht, dann eben nicht. Das Leben bietet genug andere schöne Dinge, die ich stattdessen geniessen könnte.

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    in der sexuelle Exklusivität so unglaublich hoch gewichtet wird

    Ich glaube dass die sexuelle Exklusivität in keiner Gesellschaft so hoch gewichtet wurde wie in unserer. Während fremdgehen in der Generation meiner Großeltern noch ziemlich normal war (offiziell nicht, aber man hat halt weggesehen) ist es jetzt absolut verpönt: jetzt gibt es die alternative, die Beziehung zu beenden. Früher wurde die Beziehung irgendwie weitergeführt, weil Scheidung de facto unmöglich war.

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    Für mich erschliesst sich zwar nicht, warum das so ist, aber es ist für mich absolut unlogisch, warum dieses "nicht ertragen können" plötzlich weg sein sollte, nur weil man selber keinen Sex mehr will/braucht.

    Wenn ich jedes Jahr mit den Nachbarn Silvester feiere, wäre ich natürlich sauer, wenn er auf einmal jemand anderes einlädt und nicht mit mir feiern möchte. Wenn ich aber selber diese Feier nicht mehr möchte, dann werde ich es den Nachbarn doch nicht gleich verbieten zu feiern?


    Ich finde das eigentlich ziemlich interessant, was Du schreibst, da ich es nicht nachvollziehen kann, dass jemanden Sex einerseits total nichts mehr bedeutet (im Sinne von selber haben wollen) aber es gleichzeitig das wichtigste ist ,das es gibt und das einzige, das ich meinem Partner nicht erlaube mit jemand anderem zu machen.

    @ DieZauberfee

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    Ich hatte schon öfter Monate lang keinen Sex, sogar Jahre lang

    Das ist auch kein Problem, solange man die Hoffnung und Gewissheit hat, dass es sich eines Tages wieder ändert: wenn man Mitte 40 ist, und die Ehefrau verbietet einem den Sex, hat man diese Perspektive nicht mehr. Das heißt dann: es ist Schluss, das war es. Sex gibt es nie wieder.

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    Naja, wäre für mich so ähnlich, als ob ich keine Schokolade mehr essen

    So ähnlich sieht es meine Frau auch: Sex ist etwas nettes, dass man schon zwei oder drei mal im Jahr machen kann. Für mich sind Sex und Chocolade aber doch zwei unterschiedliche Dinge.

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    Wenn ich jedes Jahr mit den Nachbarn Silvester feiere, wäre ich natürlich sauer, wenn er auf einmal jemand anderes einlädt und nicht mit mir feiern möchte.

    Aber du wirst kaum vor der ersten gemeinsamen Silvesterfeier mit deinem Nachbarn ausmachen, dass er nie mehr mit jemandem anders feiern darf, oder? ;-) Und du wirst kaum sauer sein, wenn der Nachbar auch mal noch andere Leute zu der Party einlädt, oder?

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    Ich finde das eigentlich ziemlich interessant, was Du schreibst, da ich es nicht nachvollziehen kann, dass jemanden Sex einerseits total nichts mehr bedeutet (im Sinne von selber haben wollen) aber es gleichzeitig das wichtigste ist ,das es gibt und das einzige, das ich meinem Partner nicht erlaube mit jemand anderem zu machen.

    Für mich ist "mein Partner soll mit niemandem anders Sex haben" nicht logisch verknüpft mit "ich finde Sex toll". (Die Leute haben ja nicht erst Probleme mit dem Fremdgehen des Partners, wenn sie selber beim Sex zu kurz kommen. :-/ ) Die Bedeutung, die Sex-haben für einen selber hat, ist für mich daher etwas ganz anderes, als die Bedeutung vom "Sex, den der Partner mit Anderen hat".

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    Die Bedeutung, die Sex-haben für einen selber hat, ist für mich daher etwas ganz anderes, als die Bedeutung vom "Sex, den der Partner mit Anderen hat".

    Ja. So scheint es zu sein. Ist aber problematisch, wenn man selber keinen Sex mehr möchte, und der Partner deswegen auch keinen mehr bekommen kann. Abgesehen davon, ist es für mich schwer nachvollziehbar: es ist ja keine direkte Eifersucht.