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    Was hat eine möglicherweise unterschiedlich gelagerte Libido

    Naja, die unterschiedlich gelagerte Libido kann sehr unterschiedliche Ursachen haben- am schwierigsten sind medizinische Ursachen zu lösen- nicht selten laufen dabei eher hintergründige Ankündigungen des Körpers für andere schwerwiegendere Krankheiten ab (z.B. Probleme des Herz- Kreislaufes oder des Stoffwechsels)- da sollte man also schon genauer hinsehen- bei Nichtlösbarkeit nach Alternativen suchen, die dem Partner mit höherer Libido Befriedigung schafft. Unbefriedigte Menschen gelangen nicht selten in Frustration.




    Eine verringerte Libido kann auch auf Grund der Lebensweise (Ernährung, Bewegung, Stress, Medikamente) hervorgerufen werden (oft laufen da im Hintergrund auch andere organische/hormonelle Veränderungen mit ab, die der allgemeinen Gesundheit wenig dienlich sind). Diese Libidoprobleme halte ich für lösbar- dazu müsste es aber als eigenes Problem erkannt werden und ein Änderungswillen aufgebracht werden.


    Ein: "Das ist eben so" ändert nichts. Das mag zwar persönlich unproblematisch erscheinen, in einer Partnerschaft aber keineswegs.




    Lösbar halte ich auch eine verringerte Libido aufgrund psychischer Sachverhalte: Das kann eine (anerzogene) grundsätzlich negative Haltung zum Sex sein, das kann ein unsensibler oder wenig leidenschaftlicher/langweiliger Partner sein, das kann auch ein Partner auf Grund äußerlicher Veränderungen sein (dicker, faltiger), das kann durch Langeweile und Eintönigkeit im Alltagsleben mit bedingt sein.


    Auch hier kann man sich auf den Standpunkt stellen: "Das ist eben so". Wer hier nicht über die Partnerbeziehung reflektiert, wird vermutlich in vielen Fällen die Partnerbeziehung gefährden.


    Eine Sexualtherapie könnte hier helfen.


    Ich glaube nicht an eine große Rolle für die Libido in Folge genetischer Ursachen.

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    Natürlich ist es in gewisser Weise egoistisch, wenn jemand in einer Partnerschaft einseitig eine Entscheidung trifft, die auf beide Auswirkung hat.

    Wobei es sich bei dem Thema in viele Fällen m.E. gar nicht um eine Entscheidung handelt, die man treffen oder nicht treffen könnte. Ich kenne jedenfalls keine Frau, die einfach so beschlossen hätte, die Lust zu verlieren oder dem Partner den Sex absichtlich vor zu enthalten. Ich will nicht ausschließen, dass es Frauen gibt, die solche Machtspielchen spielen, aber wann immer ich mich mit anderen Frauen über das Thema Lustlosigkeit ausgetauscht habe, litten sie selbst darunter. Nicht auf dieselbe Art wie der Partner, eben weil ihnen selbst ja im Grunde nichts fehlte und es für sie deshalb tatsächlich am leichtesten wäre, fortan einfach auf Sex zu verzichten. Aber ich habe eigentlich keine kennengelernt, die schulterzuckend oder so trotzig wie von der TE hier dargestellt damit umgegangen wäre.


    Denn den meisten, die unter Lustlosigkeit leiden, ist durchaus bewusst, in welch schwieriges Fahrwasser sie ihre Beziehung damit bringen. Nur, was tun, wenn die Libido einfach nachlässt? Entgegen der Meinung vieler hier bin ich der Meinung, dass es dafür nicht immer konkrete Gründe gibt, an denen man "arbeiten" könnte. Und dann wird es wirklich schwierig, wenn man (frau) einen Partner hat, der egoistischerweise ;-) trotzdem weiterhin mit einem schlafen möchte.

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    Wie wäre denn "dicker, faltiger" aus Deiner Sicht lösbar? Durch Auswechseln in was Junges?

    OK- das "dicker" ist meistens änderbar (Ernährung, Bewegung- tut auch der Gesundheit gut), das "faltiger" ist wohl nur über Änderung von Haltung und Einstellung zum "Faltigersein" lösbar- erfordert Umdenken, das "Faltige" selbst ist eher nicht lösbar (chirurgische Straffung halte ich nicht für eine längerfristige Lösung, da die Falten ja nicht nur im Gesicht sichtbar werden).

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    OK- das "dicker" ist meistens änderbar (Ernährung, Bewegung- tut auch der Gesundheit gut), das "faltiger" ist wohl nur über Änderung von Haltung und Einstellung zum "Faltigersein" lösbar- erfordert Umdenken, das "Faltige" selbst ist eher nicht lösbar (chirurgische Straffung halte ich nicht für eine längerfristige Lösung, da die Falten ja nicht nur im Gesicht sichtbar werden).


    sensibelman

    Danke für die ernsthafte Antwort auf eine leicht frotzelnde Frage. Aber siehst Du das wirklich so, dass jemand, den man liebt und der dann Falten bekommt, so unattraktiv für einen werden kann, dass man gar keinen Sex mehr mit ihm haben möchte? Fände ich heavy..

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    Für Leute, die unter keinem Mangel an Verstand leiden muss es nicht erwähnt werden und bei allen anderen macht es keinen Sinn, weil die an ihren festgefahrenen Bildern und Klischees festhalten werden, ganz egal wie oft man sie darauf hinweist.

    Da sind wir da wo wir vorhin im anderen Thread schon waren, wir sind unterschiedlicher Ansichten. ;-) Natürlich kann man nie alle auf eine Haltung einschwören und einige werden andere Denkweisen immer pflegen, aber das ist ja auch wünschenswert! Wäre das Anders wäre eine Entwicklung wie die der Emanzipation ja gar nicht möglich. Vermutlich wäre die Menschheit längst ausgestorben.


    Ich bestehe da auf Genauigkeit weil nur dann überhaupt ein Prozess angestoßen der zu einem Gespräch führt und damit zu einem Denkprozess.


    sensibelman


    Sieh dir doch mal die beiden Filme, also Teil 1 und 2 an. Da gibt es eine evolutionäre Erklärung für den Lustabfall ohne das als gegeben und unabänderlich darzustellen, aber der Lustabfall, gerade der bei Frauen, wurde da endlich mal offen thematisiert und das auf Basis wissenschaftlicher Untersuchungen. Vielliecht kannst du damit mehr anfangen.

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    Natürlich ist es in gewisser Weise egoistisch, wenn jemand in einer Partnerschaft einseitig eine Entscheidung trifft, die auf beide Auswirkung hat.

    Aber das ist in einer Beziehung bei den allermeisten Entscheidungen der Fall. Also mal abgesehen von Liebes Einwand das man da nicht zwangsläufig eine Wahl hat, ist doch auch eine berufliche Entscheidung etwas das eine Beziehung von grund auf verändern kann. Die Frage ob Kinder oder nicht, ob umziehen oder nicht und soweiter. Und am Ende gibt es immer Grenzen dessen was man bereit ist für eine Beziehung auszuhalten, hinzunehmen oder ziehen zu lassen.


    Hier war das in Bezug auf den Beruf einmal sehr intensiv Thema. Er hatte einen (Jugend)traum und einen sehr sehr starken Drang dazu den zu verwirklichen, mit meinem Bild einer Familie war das aber nicht zu vereinbaren, durch lange Zeiten der Abwesenheit, häufigen Umzügen undsoweiter. Ich wusste wie sehr der Wunsch in ihm brennt, aber ich war nicht bereit mein Leben und das des Kindes zu 100% danach zu richten. Ich wäre nicht böse gewesen wenn er sich für den Traum entschieden hätte, sicher traurig, aber verstanden hätte ich es. Hat er zum Glück nicht, aber das war allein seine Entscheidung. Ich hab meine getroffen, er seine. Jeder selbstbestimmt.


    Wenn natürlich eine Trennung eine unfassbare Katatrophe wäre, das nicht Anzudenkende und es daher immer als Erpressung gewertet wird wenn man seine Haltung bewahrt, wie kann man dann eine Beziehung auf Augenhöhe führen?

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    Aber das ist in einer Beziehung bei den allermeisten Entscheidungen der Fall. Also mal abgesehen von Liebes Einwand das man da nicht zwangsläufig eine Wahl hat, ist doch auch eine berufliche Entscheidung etwas das eine Beziehung von grund auf verändern kann.

    Genau das war der Gedanke meines ersten Beitrages ;-)


    Und natürlich ist der Verlust der Libido keine Entscheidung. Der Entschluss, zu diesem Verlust insofern zu stehen, als dass man den Sex mit dem Partner einstellt ist jedoch eine Entscheidung (ich fürchte, nicht wenige "libidoverlustete" Frauen haben trotzdem weiterhin Sex und entsprechen somit dem Idealbild der TE). Egoismus wird ja meist negativ konnotiert, ist jedoch im Grunde auch etwas Gesundes.

    mir fehlen ja insgesamt die unterschiedlichen beziehungsphasen, durch die man geht, wegen der ganz unterschiedlichen einflüsse - klar, man kann sich mit ein wenig achtsamkeit und "demut" sehr positiv auf diese phasen einlassen, aber vielleicht gehört auch geduld, verständnis, vertrauen dazu?


    mich nervt, wenn häufig ganz schnell und ohne alle hintergründe zu kennen, nach "trenn dich, das wird nie mehr was! gerufen wird!

    Kann ich nicht nachvollziehen, ich lese hier zwar in den Überschriften gehäfut davon das der Mann klagt, bei mir verhält es sich jedenfalls nicht so.


    Das einzige was ich nachvollziehen konnte war eine Phase, nachdem ich mein Kind bekommen habe, da ging das erste Jahr vor lauter Stress nicht viel--es wäre sicher aber was gegangen, wenn man ein Wochenende weggefahren wäre, klar, aber das gab es nun mal nicht und da das Baby nicht einfach war als Schreikind mit diversen Problemchen und Dauereinschlafgeschunkele den Tag über, kann man sich vorstellen das man absolut platt Abends ist.


    Ansonsten kenne ich diese Art Lustlosigkeit nicht, ich begehre meinen Partner total und egal wieviele Jahre vergingen, für mich war es wundervoll ihm Lust zu bereiten und diese ebenso zu empfangen. Was gibt es schöneres?

    und ich kenne sehr unterschiedliche phasen der lust. bedingt durch meine hormonkurve, was im job los ist, was im familienverbund an hochs und tiefs passiert, wie nah mein mann und ich uns sind - und umgekehrt ist das auch nicht anders.


    allerdings ist das grundsätzliche begehren zwischen meinem mann und mir durchaus immer vorhanden.

    Und ich kenen viele Phasen bis hin zu Momenten wo mich jede einzelne Berühung anekelt. Ind er Schwangerschaft hätte ich von seinem Geruch brechen können und zu bestimmten Phasen des Zykluses muss ich schon wenn meine Kinder mich anfassen ein Lächeln mit Zwang halten.

    @ wave

    Hallo!


    Wenn eine Frau den Sex ablehnt,was sie dann tun sollte?


    Ganz klar hingucken: Was ist der Grund dafür?


    Eintönigkeit,Stress,Partner ist unerotisch geworden....?


    Hat man die Antwort,gemeinsam daran arbeiten.


    Es geht ja nicht um Schuldzuweisung,sondern um Ursachenforschung u Bekämpfung.


    Und mal ganz ehrlich,etwas völlig natürliches zu einer Paarbeziehung gehörendes einfach eigenständig zu canceln,das ist schlicht nicht ok.


    Umgekehrt gilt das genauso.


    Ein Beispiel: Wenn manche Männer nach Jahren "verschweinen", soll heißen ungepflegt sind,dann geht das genausowenig. Hygiene ist auch ein Grundbedürfnis. Sowohl ein müffelndes Gegenüber ist eine Beleidigung wie auch dauerhafte Sexablehnung.


    LG