Unglücklich verliebt

    Hallo zusammen,


    es ist schon etwas länger her, dass ich mal einen Beitrag gepostet habe, aber ich fühle mich momentan richtig schlecht und einen Psychologen aufsuchen möchte ich nicht. Ich habe vor 2 Jahren ein Studium in einer anderen Stadt angefangen (sprich bin umgezogen), weil ich gerne mal etwas anderes erleben wollte und mir dieses Bundesland aufgrund der Nähe des Meeres und auch allgemein sehr gut gefällt. Leider habe ich mich am Anfang nicht wohl gefühlt, weil ich nicht so richtig warm mit den Menschen werden konnte und mich „ausgegrenzt“ fühlte. Dieses Erlebnis habe ich leider schon häufiger gehabt, es fällt mir schwer mich zu öffnen und offen auf andere Menschen zuzugehen, dies habe ich eigentlich seitdem ich früher mal in der Schule gemobbt worden bin. Seitdem gehe ich auf Distanz, weil ich bei jedem Menschen denke, dass ich eigentlich nur Ballast bin. Zudem fühlte ich mich gesundheitlich angeschlagen und habe mich gefragt, warum ich immer so müde bin, obwohl meine Blutwerte laut Aussage der Ärzte in Ordnung sind/waren. Dies hat auch dazu geführt, dass ich nur von negativen Gedanken umgeben war und habe mich leider auf einer Bewertungsplattform negativ über das Studium ausgelassen. Dafür schäme ich mich bis heute und habe ein schlechtes Gewissen. Das Schlimmste für mich ist, dass ich einen Professor per E-Mail mit falschen Behauptungen/Unterstellungen zugespamt habe, was ich leider nicht mehr rückgängig machen kann. (Hierbei möchte ich nicht ins Detail gehen, da dies über die erlaubte Textlänge hinausgehen würde) Ich hatte Angst, dass ich bei ihm durchfalle, weil er eine große Erwartungshaltung hat und ich dachte, dass ich dieser nicht genügen kann. Dabei ist er für mich ein ganz besonderer Mensch und ich habe mich in ihn verliebt. Dies wollte ich nie so wirklich wahrhaben, dieses Gefühl hatte ich noch nie in meinem Leben und dies macht mich umso trauriger. Gegenüber Anderen habe ich immer gesagt, dass ich ihn hasse, weil ich dachte er verachtet mich. Leider habe ich in der Vergangenheit schon zu oft gelogen, ich habe mich nie getraut über meinen Schatten zu springen. Aber man kann einem Professor ja auch schwierig Gefühle offenbaren, vor allem wenn dies nicht auf Gegenseitigkeit beruht L. Ich war zwar zwischenzeitlich wieder zurück an den Hochschulstandort, habe mich aber nie mehr auf dem Campus blicken lassen, weil ich Angst hatte ihm dort zu begegnen und dass er mich auslacht (wegen der zuvor erwähnten Unterstellungen). Ich bin derzeit sehr depressiv, weil ich einfach nicht mehr weiter weiß. Ich hoffe einfach, dass es ihm gut geht und wünschte ich würde wenigstens ein Lebenszeichen von ihm erhalten bzw. dass er mir verzeiht. Ich habe ihn per E-Mail belästigt, dass er mich anrufen soll, aber dies hat er verständlicherweise nicht getan. Ich fühle mich im Moment einfach leer L.

  • 8 Antworten

    Also, deinen Professor solltest du mal so schnell wie möglich vergessen, das war noch nie eine gute Idee, vor allem wenn du ihn via E-Mail terrorisiert hast, was erwartest du dir denn da? Da würde ich dir auch nicht antworten.

    Dass es dir momentan so schlecht geht, tut mir Leid. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man sich ausgegrenzt fühlt, aber ich kann dir nur sagen, dass es überhaupt nichts Schlimmes ist, zum Psychologen zu gehen. Vor allem, weil du schon von dir aus sagst, dass du an einer Depression leidest. So was sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen und ich glaube, dass dir ein Therapeut da besser helfen kann, als ein Forum.

    Ich kann ihn aber nicht vergessen. Und es tut mir sehr leid, was ich ihm angetan habe, sprich, dass ich ihn per E-Mail belästigt habe. Das wollte ich nicht, es ist zwar schon einige Monate her, aber ich wünschte ich würde wenigstens die Chance bekommen, offen mit ihm zu sprechen, das würde mir viel helfen. Weil ich unglaubliche Schuldgefühle habe. Ich habe einen großen Fehler begangen, den ich nicht mehr rückgängig machen kann.

    Nun komm mal runter. Schlüpf mal in seine Rolle. Da bombardiert ihn eine Studentin, er fühlt sich wahrscheinlich gemobbt. Gott sei Dank kam lange Zeit nix mehr von ihr. Und nun will sie ein Gespräch? Der würde ich Pustekuchen sagen. Es ist alles gesagt, weil man nix hören will.


    Sorry, aber solche Sachen passieren Profs öfter mal, sie haben u. U. strikte Anweisungen, darauf zu reagieren. Rechtfertigungen sind erneuter Kontakt, wo man dann vielleicht auch

    gar nicht dazu kommt, irgendwas zu erklären.


    Nutze das mal, um mit dir selbst ins Reine zu kommen. Was auch immer du da erträumst, das wird nichts. Heute nicht, morgen nicht und in 10 Jahren auch nicht.


    Also lass es sein, geh zur Therapie, weil du ja offensichtlich immer eins nachsetzen mußt, bösartige Dinge dabei von dir gibst (so beschreibst du ja dein Handeln in der Vergangenheit).


    Mir scheinst du Aufmerksamkeit haben zu wollen, endlich, endlich, soll dich mal jemand wahrnehmen.


    Aber das tut man nur, wenn man charakterlich grundsätzlich solchen Schund unterläßt. Liebenswert heißt, man ist des Liebens wert. Davon bist du meilenweit entfernt.


    Hier wirst du auf keine Gegenliebe mehr stoßen, vergeudete Zeit.


    Mach eine Therapie, damit du mit dir selbst und anderen fair umgehst.

    Zitat

    weil du ja offensichtlich immer eins nachsetzen mußt, bösartige Dinge dabei von dir gibst

    das notorische lügen kommt noch dazu.

    gekoppelt mit depressiv und keinem selbstbewusstsein würde ich auch eine therapie anraten.

    Zitat

    und einen Psychologen aufsuchen möchte ich nicht

    Ich würde Dir aber raten, genau das zu tun, denn Du schreibst ja darüber, was Du alles nicht richtig gemacht hast, aber trotzdem hattest Du ja irgendwie den inneren Zwang das genauso zu tun.

    Egal ob es um die Belästigung oder das Lügen geht, Du hast es getan und kannst nicht einmal selber genau sagen warum und manövrierst Dich damit in eine Sackgasse, führst auch Dein Studium aus Angst nicht weiter.


    Da solltest Du schleunigst professionelle Hilfe suchen um dein "Mobbing-Trauma" von früher aufzuarbeiten ... und vermutlich noch mehr versteckte Gründe, die Du nur jetzt nicht sehen kannst.


    Und was die Verliebtheit angeht ... und Deinen Liebeskummer ...

    Zitat

    Ich hoffe einfach, dass es ihm gut geht

    Kann ich irgendwie nicht glauben, denn wenn die Verliebtheit nicht auf Gegenseitigkeit beruht, und Du nur das wollen würdest, dann weißt Du doch, dass es ihm gut geht, solange Du ihn in Frieden lässt.


    Zitat

    und wünschte ich würde wenigstens ein Lebenszeichen von ihm erhalten


    Auch das glaube ich nicht so richtig, ich denke ehr, dass Du Dir mehr erhoffst, denn ein Lebenszeichen bekämst Du, wenn Du Dein Studium weiterführst, dann siehst Du ihn ja.

    Aber dem gehst Du aus dem Weg, weil Du Dich schämst ... und gleichzeitig "versteckst " Dich dahinter, weil Du nicht sehen willst, dass es eben keine Hoffnung auf mehr gibt.


    Zitat

    bzw. dass er mir verzeiht.

    Warum ist das wichtig?

    Er wird das sicher als unreifes Gehabe abtun, und wenn Du ihn in Zukunft in Ruhe lässt und einfach Dein Studium weitermachst, dann wird er das irgendwann auch "ad acta legen" und vergessen ...

    Und vielleicht auch, in ein paar 10 Jahren, bei einem Jahrgangstreffen, herzhaft darüber lachen können.


    Zitat

    Ich hatte Angst, dass ich bei ihm durchfalle, weil er eine große Erwartungshaltung hat und ich dachte, dass ich dieser nicht genügen kann

    Durch entsprechende Leistung kannst Du jetzt mal punkten ... rein fachlich ... also ran ans Studium, und die Vergangenheit in einer Therapie aufarbeiten ...


    Du bist sicher nicht die Einzige, nicht die Erste und wirst sicher auch nicht die Letzte sein, die sich, wegen einer Verliebtheit, zum "Horst" macht.

    Die gute Nachricht ... das geht von alleine vorbei ...

    BenitaB. schrieb:

    Liebenswert heißt, man ist des Liebens wert. Davon bist du meilenweit entfernt.

    Naja, das finde ich nun doch ein wenig hart und sehr einseitig als Urteil. Die TE beschreibt hier nur einen Aspekt ihres Lebens und ihrer Persönlichkeit; wir alle wissen nicht, was sie sonst noch ausmacht. Wir wissen auch nicht, was konkret vorgefallen ist, schließlich schreibt die TE ja nichts im Detail dazu. "Bedrängen" klingt zunächst schlimm, das schon, aber auch dies ist ein dehnbarer Begriff, der auch viel der Subjektivität unterliegt.

    Zudem sehe ich bei ihr den Beginn einer kritischeren Reflexion ihres Verhaltens, selbst wenn es dabei viele Anteile geben mag, die egoistisch motiviert sein könnten.

    Insgesamt glaube ich jedoch nicht, dass es hilfreich ist, jemanden mit solch einer forschen Behauptung niederzuschmettern. Eher fördert es noch die Denke, dass es keine Hilfe gibt, nur Aburteilung. So wird die TE nie einen Therapeuten aufsuchen, weil sie fürchtet, er könnte ebenso reagieren.


    An die TE: Ich kann mir vorstellen, dass es für dich wichtig wäre, dieses Reflektieren voranzutreiben und offenbar hast du inzwischen das Bedürfnis darüber zu sprechen, wenn zunächst auch erst hier in Schriftform. Also gibt es wohl einen Leidensdruck, ob dieser nun selbstlos oder egoistisch motiviert ist.

    Dein nächster Schritt könnte sein, dich mündlich mitzuteilen, bei einer Person, die nicht in die Sache involviert ist und neutral/möglichst objektiv auf dich und was du gemacht hast, schaut und dir dabei hilft zu erkennen, weshalb du so reagiert hast. Da werden sicher auch deine Depressionen, das fehlende Selbstbewusstsein und deine Mobbing-Erfahrungen thematisiert und hinterfragt werden.

    Ich würde dir auch sehr zu einer Therapie raten. Manchmal fehlen einem selbst einfach die nötigen Impulse um voranzukommen, und ein Therapeut kann da behilflich sein.


    Zu der Sache mit dem Dozenten und deiner "Verliebtheit" (ich setze das in Klammern, weil ich nicht sicher bin, ob diese Zuneigung echt ist): Wenn es dir wahrhaftig so wichtig ist, dich bei ihm zu entschuldigen, dann tue dies doch mit einer schlichten, kurzen Mail, ohne die Forderung, dass er wiederum dazu Stellung nimmt. So weiß er, dass du inzwischen anders darüber denkst und auch du kannst die Sache vielleicht leichter abhaken.


    Steck nicht den Kopf in den Sand, sondern tu was, denn dieser "Konflikt" als Symptom (und auch Motivation, Dinge zu ändern) bietet sich dafür an. :)z