Hier war ja bisschen was los...mal gucken ob ich das jetzt hier auf die Reihe bekomme sinnvoll zu antworten...Vielleicht bin ich bisschen empfindlich, aber ich finde den Ton, der hier teilweise schon wieder angeschlagen wird, recht provokativ und auch etwas verletzend.


    was den Chef angeht


    Ja, da war von beiden Seiten Interesse da. Ich weiß nicht mehr wie es damals anfing, aber es war schon so, dass wir unser dienstliches Verhältnis auch immer mehr privat machten - uns trafen, Zeit zusammen verbrachten, uns näher kennenlernten. Da mich meine Gefühle zu sehr haben zögern lassen, habe ich - bevor ich ihm irgendwie weh tat - gesagt, dass es wohl nix werden würde. Ich brauchte noch Zeit und wüsste auch nicht ob ich das Private und Dienstliche hätte trennen können. Seit dem sind wir auch wirklich professionell und dienstlich. Aber auch da wird mal geknufft - man muss dazu sagen, dass wir auch manchmal bis spät Nachts zusammen arbeiten und bei den Herren auch ordentlich Bier fließt. Auch beginnen unsere Dienstreisen manchmal am Wochenende und beinhalten viele Stunden gemeinsam im Auto, wo man sich dann echt gut unterhalten kann.

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    Bzw. willst du das wirklich nicht? Oder ist das eine Art und Weise wie du dein Selbstbewusstsein fütterst?


    In diesen genannten Fällen würde ich mir auch sorgen um meinen "noch" guten Ruf machen.


    Da ist man schnell als leicht zu haben deklariert.

    Ich finde diese "Behauptungen" ehrlich gesagt recht heftig. Es ist tatsächlich so, dass ich nicht sehr viele gute Freunde habe und mit dem einen oder anderen Kollegen hier doch ein sehr gutes Verhältnis habe. Ich füttere damit überhaupt nicht mein SElbstbewusstsein, denn - darum ja auch der Faden hier - mir ist es unangenehm, wenn die Herren sich darauf dann auch mehr einbilden. Ich suche wirklich nur jemanden zum reden, zum anlehnen, denn ich bin halt Single, alleinerziehend und habe auch wenig Möglichkeiten mal unter Leute zu kommen. Und mit den Kollegen verbringt man halt wirklich sehr viel Zeit.


    Ich bin weder leicht zu haben, noch mache ich mit irgendwelchen Kerlen rum. Das weiß auch jeder. Da gab es dann schon andere. Ich bin immerhin auch die, die zu späten Veranstaltungen früh ne Flocke macht und eh auch nix trinkt - was bei anderen definitiv nicht der FAll ist. Also darum geht es hier echt gar nicht.


    Und den Ex-Kollegen. Ich habe ihm klar und deutlich gesagt, dass ich mich niemals in eine Ehe drängen würde und auch keinerlei Interesse an Affären habe. Wenn überhaupt will ich mehr. Aber auch nicht von ihm. Er ist mir als Mensch wichtig und nicht fürs Bett!

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    Also du siehst ihn als Kumpel und aus heiterem Himmel sagt der zu dir "Du, ich hätte Bock auf Sex mit dir" oder wie soll man sich das vorstellen? Gabs da eine bestimmte Situation, die anders war als sonst?

    Und ja, das war tatsächlich so. Es gab NIE irgenwelche Situationen zwischen uns. Er war für mich wie ein großer Bruder, der mir sogar mal das Fleisch beim Abendessen geschnitten hat (ich konnte wegen einer Sehnenscheidenentzündung nicht). Und im betrunkenen Zustand kam dann diese Offenbarung.

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    Wenn du dich verstellen musst, um mit jemandem befreundet sein zu können, ist es kein wahrer Freund."

    Der Spruch gefällt mir sehr. Und nach diesem Lebe ich auch. Es muss doch möglich sein auch mal jemanden zu Umarmen oder sich durch nen Knuff in die Seite sich gegen gestänker zu wehren ohne das gleich als eine Einladung ins Bett zu verstehen. Aber vermutlich hast du Recht...Ich werde dann wohl auch hier mehr in die Distanz gehen müssen um genau solche Situationen zu vermeiden.

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    Aber vermutlich hast du Recht...Ich werde dann wohl auch hier mehr in die Distanz gehen müssen um genau solche Situationen zu vermeiden.

    Dazu kann man dir nur raten, zumindest wenn es um männliche Kollegen geht. Die allermeisten Menschen halten eben im Arbeitsbereich Distanz, manche trennen privat und beruflich strikt. Schon aus dem Grund kann deine Umgangsweise dann falsch verstanden werden.

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    was den Chef angeht


    Ja, da war von beiden Seiten Interesse da.

    Dann war der Chef doch kein gutes Beispiel, denn da hast du die richtigen Signale ("bin interessiert") gesendet. Dann wiederhole ich meine Frage, warum es der Chef dann kapiert hat, dass du dich doch dagegen entschieden hast, und die anderen kapieren nicht, dass du von Anfang an nicht interessiert bist.

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    bei den Herren auch ordentlich Bier fließt. (...) im betrunkenen Zustand kam dann diese Offenbarung.

    Das finde ich auch noch eine wichtige Information. Dich scheint es aber nicht zu stören, dass da - ich sags mal so wie ich es empfinde - gesoffen wird? Ich kann mir schon vorstellen, dass da schneller eine Atmosphäre entsteht, in der man es bei einer netten Kollegin einfach mal versucht. Noch dazu wenn es üblich ist, dass man sich "kumpelhaft" anfasst, denn dann fällt eine nicht so kumpelhaft gemeinte Berührung erst mal nicht so auf.

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    Wenn du dich verstellen musst, um mit jemandem befreundet sein zu können, ist es kein wahrer Freund."

    Der Spruch gefällt mir sehr. Und nach diesem Lebe ich auch. Es muss doch möglich sein auch mal jemanden zu Umarmen oder sich durch nen Knuff in die Seite sich gegen gestänker zu wehren ohne das gleich als eine Einladung ins Bett zu verstehen.

    In der Arbeit gehts aber in erster Linie um die Arbeit und nicht um Freundschaft. Du bist doch selber auf die Idee gekommen, dass du durch dein Verhalten in Situationen gerätst, in die du nicht geraten willst. Wenn das zutrifft musst du an deinem Verhalten eben etwas ändern. Wenn du das nicht willst, musst du "Missverständnisse" weiterhin in Kauf nehmen.

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    Dich scheint es aber nicht zu stören, dass da - ich sags mal so wie ich es empfinde - gesoffen wird?

    so blöd es klingt, aber das gehört bei mir leider auch zum Job dazu. Gesoffen wird nicht, aber beruflich gesehen gehört das tatsächlich mit zum Geschäft.

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    Dann wiederhole ich meine Frage, warum es der Chef dann kapiert hat, dass du dich doch dagegen entschieden hast, und die anderen kapieren nicht, dass du von Anfang an nicht interessiert bist.

    Ich hab mit ihm klar gesprochen. Wir hatten ja auch generell gesprochen ob das mit uns was werden könnte. Wir hatten uns Zeit genommen und auch privat Zeit verbracht. Ich habe ihm dann gesagt, dass ich das nicht schaffe dienstlich und privat zu krass zu trennen und da wir in der Firma auch ne unschöne Geschichte mit Vorsetztem und Angestellten hatten, wollte ich mir diese Aufmerksamkeit und alles nicht zumuten.

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    In der Arbeit gehts aber in erster Linie um die Arbeit und nicht um Freundschaft.

    Natrürlich. Nur hatten sich hier auch immer wieder viele Gelegenheiten ergeben auch mal privat zu quatschen. Aber ich muss halt lernen, dass auch das nicht einfach so geht.

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    so blöd es klingt, aber das gehört bei mir leider auch zum Job dazu.

    Nee das klingt nicht "blöd". Gibt es echt noch Metiers wo das dazugehört? Mich würde das halt extrem stören und es wundert mich auch weniger dass es dann auch mal zu unangenehmen Situationen kommt.

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    Ich hab mit ihm klar gesprochen. Wir hatten ja auch generell gesprochen ob das mit uns was werden könnte. Wir hatten uns Zeit genommen und auch privat Zeit verbracht. Ich habe ihm dann gesagt, dass ich das nicht schaffe dienstlich und privat zu krass zu trennen und da wir in der Firma auch ne unschöne Geschichte mit Vorsetztem und Angestellten hatten, wollte ich mir diese Aufmerksamkeit und alles nicht zumuten.

    Das klingt recht reflektiert, auf beiden Seiten. Ist dann schon was anderes als die eine oder andere spontane Situation.