@ Oluf *:)

    Ich finde als Einstieg zu einem offenen Gespräch, das gemeinsame Anschauen der von Soroman geposteten Links von Ann-Marlene Henning klasse.

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    In den letzten Jahren merke ich, dass Sex für mich immer wichtiger wird. Für meine Frau wird es aber immer unwichtiger. Wir haben jetzt maximal ein Mal pro Woche Sex (mehr hält sie für absolut übertrieben) und minimal einmal pro Monat (sie sieht auch ein das es dazugehört). Mir ist das aber echt zu wenig.

    Habt ihr darüber geredet? Wie steht sie zu deinem Bedürfnis, nach mehr und nach "mal anders"?

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    Und schließlich spielt dann noch mit (ist wohl auch typisch Midlife Crisis), dass ich auch mal als Mann begehrt werden möchte.

    Völlig legitim. Aber auch hier wieder die Frage an dich: hast du je gesagt, dass du dich nicht begehrt fühlst? Hast du je kommuniziert, wie wichtig es dir währe, als Mann wahrgenommen zu werden? Sprecht doch bitte mal darüber. Es könnte sein, dass es ihr umgekehrt genauso geht.


    :)* @:)

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    In seinen Gedanken ist auch Oluf frei. Und diese Freiheiten sollte er nutzen.

    Ich glaube schon, dass es Oluf darum geht, wirklich etwas zum "Anfassen" zu erleben. Er sehnt sich nach einer Frau mit Lust. Ansonsten könnte er sich ja auch ein einschlägiges Filmchen auf den PC laden und sich bei der Handübung vorstellen, dass diese nymphomane Dame im Film gerade mit ihm zugange sei. Das ist auch einfach, aber ob es ihm reicht?


    Wenn beide ihre Fantasie spielen lassen und sich vielleicht sogar anregend darüber unterhalten, wäre das schon wieder was ganz anderes.

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    Von so Swingergeschichten haben mir Fernsehbeiträge gereicht

    Da möchte ich gar nicht widersprechen ;-D . Ich kann dir aber versichern, dass diese Beiträge mit der Realität nicht viel gemein haben. Du kannst dir vorstellen, dass niveauvolle Swingerpaare kein besonderes Interesse daran haben, im RTL2-Voyeur-TV zu sehen zu sein, während sie in einer Fake-Szene mit verklemmten Dialogen durch die Gegend tappeln. Was du da zu sehen bekommst, ist eher eine billige Aufmerksamkeitsschiene. Das wahre Clubleben ist deutlich anregender und die Menschen dort haben im Schnitt wesentlich mehr Esprit als man bei solchen "Reportagen" vorgeführt bekommt.

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    Wenn ich mit meiner langjährigen Frau verhandle, wie ich real mit anderen Frauen zusammensein "darf".

    Es geht doch primär darum, was für die Partnerin tolerierbar ist. Das ist doch immer ein Gespräch wert, findest du nicht auch? Ich rede ja auch von der Ultima Ratio. Alle anderen Gespräche sollten sich darum drehen, wie sich die beiden wieder entgegenkommen können. Ansonsten ist das ein Thema, was durchaus auf den Tisch kann. Auch wenn es vielleicht gar nicht umgesetzt wird.

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    Da finde ich es besser, Freiräume in Form von Zeiten zu regeln

    Zeiträume sind eins. Wichtige Fragen sind aber auch: möchte ich wissen, mit wem der Partner zusammen ist? Darf es jemand aus dem persönlichen Umfeld sein, oder ist mir das zu peinlich? Wo kann ich es tolerieren?


    Ich war nicht auf den Charakter einer "Verhandlung" aus. Sondern auf einen offenen Austausch auch über eine solche pikante Alternative. Sie soll den Partner ja auch nicht übermäßig verletzen.

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    Ich finde, sehr viel Reiz liegt darin, durch die gegebenen Freiräume auch mal nicht mehr alles über den anderen zu wissen.

    Das hört sich irgendwie nach einem interessanten Ansatz an. Birgt aber natürlich auch viele Risiken und könnte auch der Anfang vom Ende sein.


    Freiräume sollte man sich aber nicht nehmen, sondern die müssten erst gemeinsam abgestochen werden. Wenn aber eine von beiden keine Freiräume haben möchte und auch sonst mit der Lage voll zufrieden ist, ist das nicht mal besprechbar.

    @ TE:

    Du wirst um ein paar unangenehme Fragen und noch unangenehmere Antworten nicht drum rum kommen. Und du wirst dich irgendwann mal fragen müssen, WAS DU WILLST. Das Leben ist nicht unendlich. Willst du so weiterleben? Nein? Dann wirst DU was ändern müssen. Das kann leider niemand für dich übernehmen.


    Ich glaube nicht, das solche Zustände wie bei dir sich ändern werden. Viel reden bringt bei wenig Sex meist nix. Irgendwann sind alle gefrustet, du bist der immergeile Bock und deine Frau eine frigide Zicke. Das Klima ist gründlich vergiftet, nur weil man unterschiedliche Bedürfnisse hat :°(


    Und JA, ich hatte diesen Fall genau so schon selbst. Ich habe mich für einen radikalen Schnitt entschieden. Ist am Anfang schwer...aber dann in jeder Hinsicht für alle Beteiligten eine Befreiung :)z !

    was ich in diesem "fall" ein wenig schwierig finde, dass der sex nicht schleichend weniger und lustloser geworden ist, sondern dass ihr beiden wohl von anfang an mit relativ wenig ganz zufrieden ward? da gibt es also kein leidenschaftliches und lustvolles liebesleben, was man wieder aufleben lassen könnte, sondern ihr müsstet einen weg finden, euer sexleben ganz neu zu starten?


    habe ich das richtig verstanden?

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    .....sondern ihr müsstet einen weg finden, euer sexleben ganz neu zu starten?

    oder einfach zu erweitern.


    Wenn ich so zurückdenke kam in meinem Liebesleben nach und nach immer mal was Neues und Aufregendes dazu. Manche Sachen waren lustvoll, manche eher nur "lustig". ;-D


    Das klappt natürlich nur, wenn die Akteure neugirig, experimentierfreudig und willig sind.

    @ Seherin

    Ja. Du hast das ganz richtig gelesen. Früher habe ich das selber teilweise auch wohl anders empfunden und teilweise gab es auch immer (wirklich objektiv) gute Gründe zu verzichten. Der Verzicht war bei mir aber immer mit der Gedanke, dass es vorübergehend ist. Irgendwann kann man das nachholen. Das wäre jetzt aber langsam an de Zeit.

    Bambiene

    das war bei mir schon auch so, aber eben nur, weil sowohl ich, als auch mann mann sehr leidenschaftliche, lustvolle und spieltriebgesteuerte menschen sind. klar, dass auch wir mal einen sexuellen durchhänger haben und uns hin und wieder zu sehr von der familie und dem alltag auffressen lassen - aber wir haben eine basis, auf die wir jederzeit zurückgreifen können.


    und eben diese basis scheint ja bei den beiden nie da gewesen zu sein? und deswegen habe ich das gefühl, dass die beiden eigentlich "zurück auf los" gehen müssten.

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    das gemeinsame Anschauen der von Soroman geposteten Links von Ann-Marlene Henning klasse.

    Ich hatte die Links nicht gesehen, aber Ann-Marlene Henning rockt - die Frau hat vieles richtig verstanden. "Make Love" haben wir uns auch als Paar ohne Probleme immer gerne angesehen, weil man nie genug wechselnde Perspektiven und Anregungen zu diesem Thema haben kann, um sich ein spannendes Leben im Bett zu erhalten.

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    und deswegen habe ich das gefühl, dass die beiden eigentlich "zurück auf los" gehen müssten.

    Dieses "zurück auf Los" hat uns den erfülltesten Sex unserer ganzen Beziehung geschenkt (wie ich gerne immer wieder zu diesem Thema hier im Forum erzähle). Runterfahren des Drucks, Einlassen auf bewusste zärtliche Zeiten, kein Zwang, dass es zu mehr kommen wird. Und wir haben gekuschelt, gestreichelt, geredet. Aber fast nie gevögelt. Wir waren damals Ende 20, als die Durststrecke kam. Seitdem ging es aufwärts und es gab Bereicherung um Bereicherung, weil wir uns anders verstanden haben und nicht das Schema weiterlebten, was in die Eintönigkeit führte.

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    Ich glaube schon, dass es Oluf darum geht, wirklich etwas zum "Anfassen" zu erleben.


    - Comran

    Ich habe den Eindruck, du überträgst das von dir? ;-)

    Für mich klingt dein Eingangsbeitrag aber so, dass zumindest für dich ein "alles bleibt wie es ist" der sichere Anfang vom Ende sei. Insofern liegt im Aufrechterhalten des Status Quo keine wirkliche Chance, in einer Veränderung aber schon eine. Und dann können beide ja schauen, was sie draus machen.

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    Freiräume sollte man sich aber nicht nehmen, sondern die müssten erst gemeinsam abgesprochen werden.

    Hier bin ich nicht deiner Meinung. Ich sehe es geradezu als Pflicht jedes Beziehungspartners an, sich selbst die kleinen Freiräume zu schaffen, die er/sie braucht. Denn sonst wird die Beziehung ja zum Gefängnis mit Anträgen auf Freigang, auf deren Genehmigung man warten muss. Nein, ich finde, Partner sollten gar nicht erst in die "Erlauben/Um Erlaubnis Fragen"-Position reinrutschen. Das kann man mit Kindern machen als autoritäre Erziehungsmethode, aber doch nicht mit Erwachsenen. Größere müssen sicherlich abgesprochen werden, gerade wenn es um die Aufsicht von Kindern geht. Oder um Haustiere.


    Oder wir meinen unterschiedliche Sachen mit dem Wort "Freiraum". Für mich bedeutet es: das Leben so erleben, wie ich es als Einzelperson wahrnehme. Und nicht als verklausuliertes Wort für zwingenden Sex mit anderen.

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    Wenn aber eine von beiden keine Freiräume haben möchte und auch sonst mit der Lage voll zufrieden ist, ist das nicht mal besprechbar.

    Wenn sie mit der Lage "voll zufrieden ist", obwohl du unglücklich in der Beziehung bist, wäre die Frage, ob deine Unzfriedenheit schon bei ihr angekommen ist.


    Sie sollte doch erkennen: also meine Güte, jede Minute als Klette an mir brauche ich den Oluf auch nicht. ;-) Das ist ja direkt mal erholsam, wenn Oluf Ausgang hat, er (meist) gut gelaunt wieder kommt, und auch sie mal was für sich machen kann. Oder es kann halt sein, du kommst zurück, bist die halbe Nacht durch die Stadt getippelt und der einzige Gedanke ist am Ende: "Du Frauke, ich bin so froh, dass du da bist!" Also: falls sie dann gerade da ist. ;-)

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    Warten wir's ab, bis er Zeit hat, sich detaillierter zu äußern

    Erst mal allen vielen Dank für das mitdenken. Ich muss das alles noch mal verarbeiten und schauen, wie es in unsere Situation nützlich sein kann. Jeder hat andere Erfahrungen und die sind nicht immer auf andere Situationen übertragbar. Dann überlege ich auch wie viele intime Details ich hier noch für die Ewigkeit festlege. Wenn es nicht zum Ziel führt eher nicht.


    Interessant fand ich die Feststellung von Seherin: es gibt ja viele Vorschläge, Foren und weiß ich was dazu, wie man sein Sexleben wiederbeleben kann, aber das ist hier genau genommen nicht das Thema. Sonst gab es ein paar mal die Frage, ob der Sex dann gut ist. Hey, woher soll ich das wissen? Vermutlich schon, aber einen Vergleich habe ich nicht.

    dann nimm für dich auch die frage mit (die du ja nicht hier beantworten musst, sondern dir selber), wieviel raum nimmt in deinen gedanken das thema "ich hatte immer nur die eine frau" ein und würde ein erfüllteres sexleben mit deiner frau dieses sehnsucht nach einem vergleich verdrängen?

    Genau das frage ich mich auch immer schon. Woher soll ich wissen ob er gut ist? Ich sage in meinem Fall ja. Aber wovon hängt das ab? Ist es, wenn ich das erreiche, was ich mir vorstelle? Wenn ja, woher kommen die Vorstellungen? Medien? Pornos? Vom hören sagen?


    Wenn ja dann vergleicht man doch. Und wenn man DIESE Vergleiche nicht hat, dann frühere Beziehungen. Wenn die auch nicht da sind, kann man ja nur auf die innere Stimme hören und sich fragen "Bin ich zufrieden?"


    Und dann muss man eben wieder reden. Vor allem, wenn man keine Erfahrungen hat, ist der Erwartungshorizont möglicherweise völlig verschieden, wenn das oben gesagte für beide gilt. Denn beide machen sich doch ein Bild oder haben eine Vorstellung was gut ist. Und welche gilt denn dann nun?

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    Und welche gilt denn dann nun?

    Es gilt die, die beide glücklich macht. Wenn nur einer / eine glücklich beim Sex ist, ists ganz plöt. Man kann sich da nämlich nicht jahrelang "zusammenreißen" ;-)


    Solang alle beide noch in ihrem kuschligen Ehesaft gemeinsam schmoren, ist immer alles heile Welt. Aber sobald einer mal Blut geleckt hat, fremdgegangen ist, ist Schluss mit luschtig. Dann merkt der (ich meine damit den TE) nämlich, das es auch eine Welt MIT Sex und Frauen, die ihn wirklich gern haben und wollen, gibt ]:D !