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    Dennoch halte ich den Rat, die Pille abzusetzen und alles wird gut, für zu naiv.


    Denn wenn ich die Pille absetze, verschönert das noch lange nicht den Kerl. Die Alltagssorgen verschwinden dadurch auch nicht.

    d'accord

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    völlig verständlich, denn was immer präsent und verfügbar ist wird irgendwann eben langweilig. und das leben hat mehr zu bieten, als monotonie und langeweile. @:)


    Sapient

    so wie ich verstanden habe ist die Frau des TE eben NICHT immer präsent und verfügbar. Sie füllt die Mutterrolle aus, aber der Rolle der Ehefrau und Parnerin entzieht sie sich nach und nach.


    Gegen Monotonie und Langeweile ist doch der TE gerade dabei den Kampf aufzunehmen und er ist sich voll im Klaren, was für Konsequenzen Fremdgehen für seine Ehe haben könnte.


    Und dass die Beiden Partner bisher keine anderen Sexualpartner hatten, sollte keine Rolle spielen. Wenn erst "der Spieltrieb" wie die Seherin immer schreibt, geweckt ist, kann so manch braves Hausmütterchen zur experimentierfreudigen Geliebten mutieren. Es liegt immer an beiden was und wie sie das schöne Spiel "Mann und Frau" gestalten.

    @ Sapient *:)

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    - oder in der ehe ein gespräch suchen und ggf den rahmen "sexualität" öffnen. sprich, entweder gemeinsam oder im alleingang sexuelle abenteuer ausserhalb der ehe zulassen. dabei geht es nur um sex und nicht um liebe, denn lieben tun sie sich ja noch.

    auch bei deinem Ratschlag gilt es zu bedenken:

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    dummerweise liegen aber zwischen theorie und praxis WELTEN.

    Aber OK, wenn die jeweils Beteiligten sich darüber einig sind, könnte man auch diesen Weg beschreiten. Ich kenne ein einziges Paar von dem ich mit Gewissheit weiß, dass sie eine offene Beziehung führen. Und beide haben sich schon wiederholt in die "außerhäuslichen" Partner verliebt. Mit richtig Liebeskummer und Trennungsschmerz weil der Dritte im Bunde nach dem Sex kein Bedürfnis nach irgendeinem Kontakt hatte.

    so ganz unrecht hat unser sensible man nun nicht - auch, wenn er es immer sehr "schulmeisterlich" rüberlässt. sex ist nun mal nicht von der gesamtbeziehung loszulösen (in diesen fällen, wo es um sex innerhalb von beziehungen geht). lust hat zwar die hormonelle-körperliche komponente, aber das drum herum spielt schon auch eine rolle - und wohl nicht nur bei der frau! wenn meine partnerschaft nur lauwarm vor sich hindümpelt, frage ich mich schon, woher die rasende lust für orgiastischen sex (mit dem partner!!!) herkommen soll.


    deswgen ist es in meinen augen schon wichtig, dass die erotik im alltag, die selbstverständliche zärtlichkeit und die körperliche zugewandtheit gehegt und gepflegt werden müssen.

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    denn sehr viele, langjährige beziehungen gelangen irgendwann an den punkt, dass die sexuelle anziehungskraft aufeinander gen 0 tendiert

    da wirst du mir doch zustimmen, oder? ;-D

    Da müssen wir erst einmal ausdiskutieren, was "sehr viele" bedeutet (vielleicht in Prozent mit mindestens einer Nachkommastelle ;-D )


    Die Wechseljahre sind bei manchen ( :=o ) Frauen der einzige Automatismus, der zeitlich bedingt auftreten kann. Andere Probleme sind eher hausgemacht. Das fängt damit an, dass man für sexuelles Verlangen auch eine anhaltende Attraktivität bewahren muss. Natürlich nagt der Zahn der Zeit, aber das rechtfertigt keine Bierbäuche oder langweilige Altmütter-Kurzhaarschnitte. Man kann gepflegt altern und auch für das eigene Körpergefühl etwas tun. Der andere selbstverschuldete Faktor ist die Zeit. Man häuft Unsummen an Tätigkeiten auf, sei es für den Beruf, für die Hobbies, für die Kumpels oder für die banale mediale Ablenkung (Internet, TV, Games, Sofa). Zuneigung und Lust brauchen nun mal bewusste Zeit.


    Also bis auf die möglichen Auswirkungen der Wechseljahre (oder vergleichbare hormonelle Änderungen) sehe ich kein schuldloses Hineinrutschen in diese körperliche Langeweile. Oder die Beziehung ist einfach hinüber und man ist sein Gegenüber leid.

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    so wie ich verstanden habe ist die Frau des TE eben NICHT immer präsent und verfügbar. Sie füllt die Mutterrolle aus, aber der Rolle der Ehefrau und Parnerin entzieht sie sich nach und nach.

    hat jemand gesagt, dass es um die frau geht? ER ist immer verfügbar. möglicherweise ist ja SIE auch davon gelangweilt und würde insgeheim auch gerne mal etwas mit einem anderen mann erleben. warum soll nur er unter der monotonie leiden und die gedanken hegen, wie es wohl mit einer anderen wäre? hätte sie noch lust auf ihn, würde sie wohl mehr sex wollen. vielleicht hätte sie aber auch einfach lust auf jemand anderen.

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    vielleicht hätte sie aber auch einfach lust auf jemand anderen.

    Die Frage kann ich natürlich schwerlich beantworten, gestellt habe ich sie aber schon häufiger. Die Antwort ist aber immer (egal wie man die Frage formuliert) nein.

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    ER ist immer verfügbar.

    Geht so. Ich bin sehr oft auf Dienstreise.

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    wer möchte sowas auch gerne vor dem partner zugeben.

    Oder vor sich selbst.


    Manche Gedanken verdrängt man vielleicht lieber als sie zuzulassen. Das ist aber alles reine Spekulation.


    Etwas anderes:


    Nun zu Magdalena und Max. Magdalena und Max sind seit 17 Jahren verheiratet. Noch sieben Jahre, und sie feiern Silberhochzeit. Und nach weiteren 25 Jahren ist die goldene Hochzeit dran. Ich erwähne das mit der goldenen Hochzeit, weil Magdalena mir immer vorrechnet, wie lange es noch dauert bis dahin. Für Magdalena ist die goldene Hochzeit ein magisches Datum, nämlich der Tag, ab dem sie keinen, also gar keinen Sex mehr mit Max haben muss.


    Wenn die beiden goldene Hochzeit haben, wird Max 75 sein. Magdalena hat gelesen, dass beim Mann mit allerspätestens 75 der Sexualtrieb verschwunden ist. "Von da an sind wir 'ein schönes altes Paar'." Sie sagt, dass sie sich darauf freut.


    (http://www.welt.de/vermischtes/article120941642/Warum-Frauen-nicht-mit-ihren-Maennern-schlafen.html)

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    Für Magdalena ist die goldene Hochzeit ein magisches Datum, nämlich der Tag, ab dem sie keinen, also gar keinen Sex mehr mit Max haben muss.

    Vielleicht liegt das Problem auch darin, dass viele Beziehungen nach längerer Zeit des Zusammenseins zunehmend als Verpflichtung und nicht als Bereicherung erlebt und gesehen werden- deswegen wird sich oft das Ende der Beziehung nicht eingestanden, es wird "durchgehalten" auch des äußeren Scheins wegen (vor Verwandten, vor Freunden, vor Kollegen, ...).


    Damit eine Beziehung bereichernd ist, müssen die Partner sich aktiv umeinander und miteinander beschäftigen. Ich glaube auch, dass oft genug Liebe, Freundschaft, Sympathie und Gewohnheit in einen Topf geworfen werden. Für mich beginnt gemeinsame Liebe mit sexuellem Begehren der Partner aufeinander und hört damit auch auf- sicherlich kann man auch aus Freundschaft und Sympathie heraus wieder zur Liebe zurückfinden, wenn man das Begehren aufeinander neuentdeckt. Das bedarf aber Änderungen im Zusammenleben und den Willen dazu.


    Im Zeitungslink ist das so schön mit dem Party- und Alltagsmodus beschrieben.


    Wenn die Partner keine richtige Zeit mehr für das Für- und Miteinander finden, weil sie sich im Alltag von allen möglichen Dingen wie Arbeit, Kinder, Haushalt, Hausbau, Computer, Kumpels, ... die Zeit verbraten- man verliert sich aus den Augen, obwohl man sich täglich sieht, man hat eigentlich aber nicht mehr allzu viel miteinander zu tun, es entfremdet, da erstirbt doch gerade für die Frau die Lust- weil die Frau benötigt für ihre Lust eine zufriedene, frohe, beachtete Seele, Berührungen ... (Mann benötigt das oft weniger für seine sexuelle Lust). Und nur gelegentliche gemeinsame Zeiten gleichen das in der Regel nicht aus- auch gemeinsames Frühstück und Abendbrot oder Fernsehen oder Urlaub oder Sonntag nicht- das ist zuwenig- eben nicht alltäglich (Fernsehen empfinde ich da eher störend, weil man sich eher auf den Film denn auf den Partner konzentrieren kann). Wenn ich am Computer sitze und z.B. hier im Forum schreibe kann ich das problemlos unterbrechen, mich meiner Frau zuwenden und später weitermachen, beim Fernsehen wäre das wesentlich störender.


    Wunderbar für gemeinsame Zeit ohne weitere Störung empfinde ich gemeinsame Spaziergänge- das mache ich mit meiner Frau täglich oder eher nächtlich ... da hat man wirklich Zeit füreinander- zum Reden, zum Drücken, zum Küssen, zum Quatsch und Spaß machen, ....


    Was hat das nun mit dem Sex, mit der Libido der Frau zu tun? Ich glaube sehr viel - gerade wenn man sich schon lange kennt ...


    (das das wieder schulmeisterlich klingt ist mir egal- letzlich klingt das wohl so, weil ich weitgehend nur mein zusammenfassendes Fazit als Rat aufschreibe und zuwenig Illustration und Ausschmückung).

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    Hier haben wir auch das Problem mit fast allen Lösungsvorschläge: man kann nur an einer Lösung arbeiten, wenn es erst ein Problembewusstsein gibt.

    Und das soll andeuten, deine Frau hätte das Problem? Also wie ich es verstanden habe - hat sie keines, was sie bisher wahrnimmt. Du hast eines (sonst hättest du ja hier nicht geschrieben). Und du hast ein Bewusstsein dafür. Und du kannst dagegen auch was tun.


    Was hältst du denn von den Lösungsvorschlägen, die ich geschrieben habe?


    * die Filme - schon angeschaut/gezeigt?


    * Unsicherheit schaffen - ja, das bedeutet Risiken eingehen


    * Freiräume nehmen - die Antwort mit dem sinngemäßen "das müssen wir uns aber erlauben und sie will keine Freiräume, also darf ich auch nicht" ist doch Käse. Deine Geschäftsreisen sollten doch Gelegenheiten dafür bieten, locker in Kontakt mit anderen Menschen zu treten. Sympathien anderer zu testen, inwiefern sie dir entgegengebracht werden. Oder auch: deine Frau einzuladen und in einer Art Rollenspiel dich mal von deinem bisherigen Verhalten zu lösen. Zeig ihr doch mal andere Seiten von dir.


    * Bestätigung außerhalb der Beziehung suchen, bei anderen Aktivitäten. Und nicht von deiner Frau. Beispiele habe ich da ja auch genannt.

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    Wenn man weit mehr als die Hälfte seines Lebens zusammenlebt, ist man ein Teil voneinander geworden. Da gibt es keinen Schnitt, keinen Bruch, sondern es wäre eine Amputation. Man lässt sein Bein auch nicht direkt amputieren, wenn man Knieschmerzen hat.


    Und wenn man schon so verwachsen ist, grenzt Geschlechtsverkehr schon fast an Selbstbefriedigung.

    Auch wenn andere das für philosophisch hochwertig halten, ich finde das verklausulierten Unsinn. Daraus kann man deine Wünsche nicht direkt deuten. Und keine Konsequenz. Ich finde, du solltest mal weniger verkünstelt reden, und klarer sagen, was DIR wichtig ist.

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    tja, wie würde sie denn reagieren, wenn du ernsthaft sagst, dass du durchaus bereit bist, all diese lustigen möglichen komplikationen zu riskieren, weil die verlockender erscheinen, als der momentane zustand?

    Das hatten wir auch schon: zunächst entsetzt. Dann aber bald beruhigt und entspannt, weil sie es mir überhaupt nicht zutraut.

    Dann hält sie dich für einen Schlaffi? Für was hältst du dich denn selbst?

    Ich brauch mal wieder etwas Schreibtherapie; Vielleicht schreibt der eine oder andere wieder mit, damit ich nicht nur im Kreis schreibe.


    Wie geht es inzwischen? Viel hat sich nicht geändert Wir haben das Thema ein paar Mal besprochen, aber nicht mal das ist leicht. Aus Sicht meiner Frau leide ich an einer Störung. Die Störung, dass ich immer an Sex denke und immer Sex möchte und auch noch darüber reden will. Es hat sich aber in sofern etwas geändert, dass sie vor einiger Zeit noch dachte, es sei ausschließlich mein Problem, womit ich fertig werden muss. Jetzt ist ihr schon klar, dass es durchaus ihr Problem werden kann.


    Für alle, die erst hier einsteigen: meine Frau und ich haben wenig Sex, d.h. maximal 2 bis 3 mal im Monat, manchmal auch einen Monat nicht. Das war aber auch nie anders. So läuft es seitdem wir uns kennen. Ich glaube, ich habe immer gehofft, es ändert sich irgendwann, oder ich habe immer verstanden, warum es gerade auch nicht anders geht. Seit etwas einem Jahr, fängst es immer mehr an zu wurmen.