• Vater hatte offenbar zweifelhafte Neigungen

    Ich habe diesen Beitrag jetzt schon x mal angefangen zu schreiben und dann doch wieder verworfen, weil ich hin und her gerissen bin, aber ich will jetzt doch mal versuchen, meine Gedanken mit eurer Unterstützung zu ordnen, weil es mir einfach keine Ruhe lässt. Mein Vater ist vor knapp 10 Jahren verstorben und ich vermisse ihn immer noch sehr. Wir hatten…
  • 140 Antworten
    CoteSauvage schrieb:
    mnef schrieb:

    Und wenn du dann unerwartet verstirbst und deine Angehörigen es finden?

    Ich glaub du hast mich missverstanden (oder ich dich). Ich meinte "ich an Stelle der TE" und nicht "ich an Stelle des Vaters/ "Täters". Natürlich hebe ich alle meine Sachen auf, die mir wichtig sind und werfe nichts weg für den Fall dass ich unerwartet sterbe. Wenn ich unerwartet sterbe, ist mir eh alles wurscht ;-)


    mnef schrieb:

    muss man auch überlegen, ob das wirklich sein Material war oder womöglich wiederum aus dem Nachlass bereits anderer Verstorbener stammt (Geschwister, Eltern vom Vater der TE oder die Schwiegereltern? Irgendwer, dessen Nachlass man aufgehoben hat).

    Naja, wenn ich was finde, was mein Vater aufgehoben hat, geh ich schon zunächst mal davon aus, dass das auf irgendeine Art "sein" Zeug ist. Dass das wiederum aus einem Nachlass anderer stammt würde ich jetzt eher für unwahrscheinlich halten.

    Doch, ich hatte es schon genau so verstanden. Und das war mein Punkt. Deine Erben würden dann denken, es wäre dein Material und du würdest auf sowas stehen.

    Wenn es der Vater der TE vielleicht so gehandhabt hat, wäre es bei ihm genauso. Nicht sein Material, sondern aufgehoben, was er irgendwann mal bei Opa Willi oder Onkel Gerhard nach dessen Tod fand.

    Wieso findest du das unwahrscheinlich, wenn du es doch selbst genauso tun würdest (aufbewahren)?

    Zitat

    Naja, wenn ich was finde, was mein Vater aufgehoben hat, geh ich schon zunächst mal davon aus, dass das auf irgendeine Art "sein" Zeug ist.

    Aber du hast doch geschrieben, dass du so einen Fund aufheben würdest.
    Das würde aber bedeuten, dass wer es bei dir findet, denkst es wäre deins weil du so eine Vorliebe hattest.

    wintersonne 01 schrieb:

    Dazu fällt mir nur ein, dass man eben nicht in Privatkram anderer Leute rumschnüfflen solln. Sonst erfährt mn eben Dinge, die man gar nicht wissen möchte.


    Fremde Briefe lesen oder im Handy rumschnüffeln ist eben nicht i.O:


    Also unter Schnüffel verstehe ich etwas anderes, als einen Nachlass zu sortieren. Ich habe die Sachen schließlich geerbt und kann nichts dafür, wenn sich darunter auch solches Material befindet. Oder soll man als Erbe etwa alles ungesehen wegwerfen?


    Ich sag mal so, wenn ich in seinem Nachttischschrank ein Buch mit dem Titel "meine geilen Sexfantasien" gefunden hätte, dann hätte ich DAS aus Respekt tatsächlich ungelesen vernichtet, weil ich der Meinung gewesen wäre, dass es mich nichts angeht. Das Material ist mir aber unerwartet neben ganz normalen Familienerinnerungen in die Hände gefallen. Was hat das mit Schnüffeln zu tun?


    wintersonne 01 schrieb:

    Ih kann dir nur raten, nimm das, was du erlebst hast, so wie er für dich war .... alle Situationen noh mal anschauen, wenn da alles i.O: ist dann ist es auch i.O

    Na ja, damit macht man es sich m.E. ganz schön einfach. Ich meine, nur weil er sich nicht an mir vergriffen hat, kann ich nachdem, was ich gefunden habe, nicht einfach davon ausgehen, dass er sich anderen gegenüber genau so korrekt verhalten hat.


    mnef schrieb:

    Was denkst du denn, was passieren könnte?

    Selbst wenn es strafrechtlich relevant wäre, ist die Sache gegessen und niemand wird mehr was dafür passieren. Rechtlichen Rat einholen - wozu?

    Weil es, soweit ich weiß, sowas wie "Offizialdelikte" gibt, die von Amts wegen verfolgt werden, sobald es konkrete Anhaltspunkte gibt, auch wenn man die Sache nicht selbst zur Anzeige bringt.


    mnef schrieb:

    Es ist 50-60 Jahre her. Du wirst die Personen nicht ausfindig machen, die Polizei auch nicht.

    Da bin ich mir z.B. nicht so sicher, denn es könnte sich um u.a. um Verwandte handeln.


    mnef schrieb:

    Ich halte es für sehr wichtig, hier zu wissen, worum es überhaupt geht. Du musst nicht prüde sein, um eventuell Dinge überzubewerten, die nicht so furchtbar sind, dass sie deinen Vater in ein komisches Licht rücken

    Na ja, ich schrieb ja, dass es in meinen Augen um strafrechtlich relevante Dinge geht. Ich möchte es wie gesagt nicht allzu konkret machen, um meine Anonymität zu wahren und hier keine externen Ermittlungen heraufzubeschwören, denen ich mich dann nicht gewachsen fühle, aber es geht wirklich nicht nur um ein bisschen kuriose oder eklige Sexpraktiken, die mir persönlich unangenehm aufstoßen würden, sondern um etwas, wo ein breiter gesellschaftlicher Konsens dahingehend herrscht, dass es aufgrund der beteiligten Dritten einfach inakzeptabel ist.


    Madame Charenton schrieb:

    In diesem Fall ist das besonders bitter, sollte es durch diese Vorlieben Opfer geben würde ich persönlich nicht mehr schlafen können bevor das Material nicht der Polizei übergeben wurde. Es wieder in der Kiste verschwinden zu lassen und den Schleier des Vergessens darüber zu legen funktioniert so nicht, unbewusst wird es immer da sein, du hast da wohl die Büchse der Pandora geöffnet.

    Ja, da hast du wohl Recht, ich denke, darauf wird es hinaus laufen. Ist vielleicht ein bisschen feige, aber ich würde diese Verantwortung einfach gerne abgeben, um mir selbst am Ende nichts vorwerfen zu müssen.


    Ich hadere eigentlich nur noch, weil das natürlich familieninterne Folgen haben wird, ich denke da vor allem an meine Mutter, für die eine Welt zusammenbrechen dürfte.


    CoteSauvage schrieb:

    Ob du deine Mutter darauf ansprechen sollst, hast du gar nicht in Erwägung gezogen?

    Doch, das ist eigentlich eine der Fragen, die mir am meisten Bauchschmerzen bereitet. Aber du hast Recht, im Eingangsbeitrag habe ich die im Grunde gar nicht erwähnt, da habe ich wohl etwas den Faden verloren, weil mich die Sache ziemlich aufwühlt.


    Ja im Grunde frage ich mich das die ganze Zeit: soll ich es ihr erzählen oder gar zeigen. Sollen wir dann gemeinsam entscheiden, aber was wenn sie dann sagt "Lass es uns verbrennen!" - kann ich dann damit leben? Sie wird das Ansehen meines Vaters nicht in den Schmutz ziehen wollen, so wie ich sie kenne. Mir bricht es auch das Herz und deshalb habe ich dann auch hier gefragt, wie sinnvoll das Ganze 10 Jahre nach seinem Tod noch ist, aber mir lässt es, wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, sowieso keine Ruhe, deshalb ist "abhaken" eigentlich gar keine Option.


    Ich will nur auch keinen Schnellschuss wagen, weil ich davon ausgehe, dass man damit dann schon eine ziemliche Maschinerie in Gang setzt und ich überlege im Moment noch, ob ich der ganzen Sache wirklich gewachsen bin.


    CoteSauvage schrieb:

    War es denn etwas, wovon du auch betroffen hättest sein können oder vielleicht sogar warst, forscht du jetzt in deiner Vergangenheit nach Anzeichen?

    Ja. Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass ich nicht selbst davon betroffen war, aber mir stellen sich jetzt schon gewisse Frage und ich überlege, ob ich etwas verdrängt habe. Auch was den Rest der Familie angeht, ich habe z.B. relativ viele Cousinen und Cousins in der Verwandtschaft und da zermartere ich mir im Moment echt das Hirn, ob die betroffen gewesen sein könnten.


    CoteSauvage schrieb:

    Einen "rechtlichen" Rat bräuchte ich in diesem FAll nicht. Eher würde ich mich fragen, ob ich, wenn es andere Betroffene geben könnte, das Thema einfach so ruhen lassen sollte.

    Ja, das ist es auch, was mir keine Ruhe lässt.


    CoteSauvage schrieb:

    Ist denn ganz klar, dass das Material ist, das deinem Vater gehört hat, das er selber erstellt hat, und dass das definitiv das ist, was es für dich zu sein scheint?

    Ja.

    gato schrieb:

    Ich weiss auch nicht, was du erwartest. Wenn die Polizei sagt, sie kann nichts tun, kannst du das akzeptieren?

    Ja, das könnte ich dann schon akzeptieren. Es geht mir auch weniger darum, dass mein Vater posthum zum Schwerverbrecher erklärt wird. Ich habe ihn wie gesagt sehr geliebt und mir bricht das, was ich da (heraus)gefunden habe, ja selbst das Herz. Er war ein angesehener Mann und mir wäre es auch lieber, wenn ihn alle so in Erinnerung behalten könnten. Nur kann und darf es eigentlich nicht um ihn dabei gehen, denn er ist tot und kann nicht mehr darunter leiden. Wenn das Material aber das zeigt, wonach es für mich aussieht, dann kann es schon noch lebende Betroffene geben, die das vielleicht gerne geklärt hätten für sich.

    Graógramán schrieb:

    Naja. Angenommen es ginge hier um pornographisches Bildmaterial von Kindern, dann wäre jemandem etwas schlechtes angetan worden. Bilder im Kopf zu haben ist das eine. Fotografien oder Videos zu besitzen oder gar anzufertigen, das wäre (sofern es nicht um mündige Erwachsene geht!) durchaus etwas ganz anderes.

    klar keine Frage... aber der Täter wäre tot ... würde man die Kinder kennen , wären die jetzt Erwachsen und müssten es selber verarbeiten , ev. mit Theraapie...dafür hast du aber keine Antwort

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    Zitat

    Na ja, ich schrieb ja, dass es in meinen Augen um strafrechtlich relevante Dinge geht.

    möglicherweise strafrechtlich relevant hast du geschrieben?

    sentera schrieb:

    Bisher hast du relativ wenig von möglichen emotionalen Folgen für dich oder die restliche Verwandtschaft geschrieben. Es scheint mir deswegen so, dass dein Bauchgefühl eher für die „moralische Aufklärung“ ist und mögliche emotionale Folgen nicht ganz so sehr im Vordergrund stehen.


    Wenn dem so ist, dann überlege dir einmal ob du mit den möglichen negativen Folgen des Aufdeckens zurecht kämst.

    Das ist eigentlich der einzige Grund, der mich noch zweifeln/überlegen/abwarten lässt. Denn ja, von meinem moralischen Empfinden her und in Sachen Gerechtigkeit bin ich der Meinung, dass ich mit dem Zeug eigentlich schnurstracks zur Polizei gehen müsste. Aber ich bin eben auch nicht alleine auf der Welt und meine Entscheidung wird Folgen für die ganze Familie haben. Ich bin deshalb wirklich hin und her gerissen.

    Selbstverständlich weiß das ein Anwalt. Wir haben im Freundeskreis einen darauf spezialisierten Anwalt und der kann in dem Bereich sehr gut mögliche Folgen und Schritte aufzeigen. Und der muss sich den Kram teilweise auch angucken.


    Ich kann jetzt nicht genau herauslesen, welcher Beweggrund der entscheidende ist, nur muss man eben nicht als erstes zur Polizei marschieren für eine Einschätzung. Es können sich daraus natürlich weitere Schritte ergeben. Dessen muss man sich bewusst sein.

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    mnef schrieb:
    Zitat

    Na ja, ich schrieb ja, dass es in meinen Augen um strafrechtlich relevante Dinge geht.

    möglicherweise strafrechtlich relevant hast du geschrieben?

    Ja, weil ich kein Jurist bin und mich hier eigentlich bewusst vorsichtig ausdrücken wollte. Ich möchte nämlich nicht, dass morgen jemand an meine Tür klopft, nachdem der Betreiber meine IP rausgeben musste, weil ich sage, dass ich im Besitz von strafrechtlich relevantem Material bin %:| Von daher, richtig, möglicherweise strafrechtlich relevant.

    Abhaken. Vernichten.


    Dein Vater ist 10 Jahre tot. Das Material selber offensichtlich um ein Vielfaches älter. Selbst bei strafrechtlicher Relevanz dürften Dinge verjährt sein. Du kennst die Hintergründe nicht; er kann nichts mehr erklären.


    Was ist die alternative? Behalten? Der Polizei übergeben?


    Lass' die Dinge ruhen. Behalte ihn als den Menschen in Erinnerung, der er war. Verabeite für Dich, was Du da entdeckt hast.

    Mom I am a rich man schrieb:

    In den Kisten befanden sich zahlreiche Briefe,

    natürlich kann man eine Nachlass durchschauen , aber fremde Biefe oder Tagebücher würde ich nicht lesen.


    Klar komische Bilder sieht mn so auch beim durchgucken der Kisten ... echt schlecht für dich jetzt. Ich würde das Material auch der Polizei übergeben , die wird es zwar nicht mehr interessieren , aber so erleichterst du dein Gewissen.


    Deine Erinnerung an deinen Vater wird nun leider nie wieder unbelastet sein und das musst du nun für dich bearbeiten ...dein Vater in einem anderen Licht sehen, auf ihn wütend sein darfst du auch ...je nachdem was angemessen st an Hand des gefundenen . Schau aber, dass du nichts hineininterpretierst , was man im nachhinein nicht mehr genau feststellen kann .

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    Hallo Mom,

    nur mal kurz zum Thema "strafrechtlich relevant", damit du die gefundenen Sachen besser einordnen kannst:
    Wenn es wirklich um Bilder nackter Kinder gehen sollte, waren Zeitschriften mit diesen Bildern bis schätzungsweise Ende der 80iger/Anfang der 90iger (???) Jahre unter dem Oberbegriff "junge FKK-Freunde" o.ä. in jedem gutsortierten Sexshop erhältlich und fernab jeglicher strafrechtlicher Relevanz.

    Klar, keine regelrecht sexuellen Darstellungen, aber Kinder beim Sport, beim Baden usw.
    Von daher: solange es sich nicht um wirklich sexuelle Handlungen dreht:

    Bitte sicher entsorgen und möglichst aus dem Kopf löschen.
    Hoffe Dir weitergeholfen zu haben.
    Gruß
    rentier1000

    Mom I am a rich man schrieb:
    mnef schrieb:
    Zitat

    Na ja, ich schrieb ja, dass es in meinen Augen um strafrechtlich relevante Dinge geht.

    möglicherweise strafrechtlich relevant hast du geschrieben?

    Ja, weil ich kein Jurist bin und mich hier eigentlich bewusst vorsichtig ausdrücken wollte. Ich möchte nämlich nicht, dass morgen jemand an meine Tür klopft, nachdem der Betreiber meine IP rausgeben musste, weil ich sage, dass ich im Besitz von strafrechtlich relevantem Material bin %:| Von daher, richtig, möglicherweise strafrechtlich relevant.

    Ok. Aber das Szenario ist echt etwaa paranoid. ;-)

    Auch wenn möglicherweise Verwandte missbraucht wurden und auf den Fotos abgebildet sind? Einfach verheimlichen?

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    :)^

    Strafrechtlich wäre ein Missbrauch im Verwandtenkreis wohl verjährt. Verurteilt werden kann niemand mehr, da der Vater tot ist. Sich entschuldigen kann auch niemand mehr. Der/die TE ist nicht Täter, sondern zufällig in den Besitz des Materials gelangt. OB es sich überhaupt um Missbrauch handelt, ist anhand der Informationen eh nicht zu verurteilen. Ist da überhaupt jemand Bekanntes auf einem Foto?


    Und nach 50 oder mehr Jahren dürfte es für die Opfer auch nicht mehr viel ändern. Was wäre denn die Konstellation? Hypothetisch gedacht (weil nicht mal klar ist, ob es um Missbrauch im Familienkreis geht!!!): Opfer kennt Täter eh. Täter ist tot. Taten verjährt. Entschuldigung nicht möglich. Widergutmachung nicht möglich. Gerichtsverfahren nicht möglich. Einzige neue Entwicklung: Jemand Unschuldiges, der nichts mehr verhindern oder anzeigen kann, ist unfreiwillig Mitwissender geworden. Hilft einem hypothetischen Opfer genau wie?

    Zitat

    ich würde diese Verantwortung einfach gerne abgeben, um mir selbst am Ende nichts vorwerfen zu müssen.

    Ich finde deine Motivation bei der Sache etwas merkwürdig. So richtig um Aufklärung geht es dir doch nicht, oder? Ist dir klar, das wenn damit ein Stein ins Rollen gebracht wird, du ungeahnte Konsequenzen heraufbeschwören könntest? Deine Mutter muss sich rechtfertigen, was sie wusste, muss ihr Leben mit deinem Vater neu betrachten, mögliche Opfer erfahren neue Details, werden sich neue Fragen stellen und die Wahrheit werden sie trotzdem niemals erfahren. Du kannst damit viel zerstören, nur damit du dir nichts vorwerfen musst? Hat einen faden Beigeschmack.


    Letztendlich kommt es wohl auf die Menge an und was die Fotos wirklich beweisen, aber ich bezweifele, dass das so eindeutig ist, dass sie mehr Antworten liefern als Fragen bei allen Beteiligten aufwerfen.

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