• Vater hatte offenbar zweifelhafte Neigungen

    Ich habe diesen Beitrag jetzt schon x mal angefangen zu schreiben und dann doch wieder verworfen, weil ich hin und her gerissen bin, aber ich will jetzt doch mal versuchen, meine Gedanken mit eurer Unterstützung zu ordnen, weil es mir einfach keine Ruhe lässt. Mein Vater ist vor knapp 10 Jahren verstorben und ich vermisse ihn immer noch sehr. Wir hatten…
  • 140 Antworten
    Mom I am a rich man schrieb:

    Ich sag mal so, wenn ich in seinem Nachttischschrank ein Buch mit dem Titel "meine geilen Sexfantasien" gefunden hätte, dann hätte ich DAS aus Respekt tatsächlich ungelesen vernichtet, weil ich der Meinung gewesen wäre, dass es mich nichts angeht.

    Das hätte ich deswegen ungelesen weggeworfen, weil es mich nicht interessiert hätte. Also nicht aus Respekt, sondern aus Desinteresse.


    Sunflower_73 schrieb:

    Behalte ihn als den Menschen in Erinnerung, der er war.

    Wie soll das denn gehen? Das Sehen der Bilder und die Gedanken, die einem da spontan durch den Kopf schießen, kann man doch nicht mehr rückgängig machen. Das stellt die ganzen kuscheligen Erinnerungen doch unabänderlich in Frage. Und was heißt überhaupt "wie er war"? Offenbar war er auch so wie sich aus diesem Material schließen lässt.

    Mom I am a rich man schrieb:

    Ich hadere eigentlich nur noch, weil das natürlich familieninterne Folgen haben wird, ich denke da vor allem an meine Mutter, für die eine Welt zusammenbrechen dürfte.

    Das finde ich den wesentlichen Punkt. Was heißt schon "nur"? Wenn ich sowas über meinen verstorbenen Vater entdeckt hätte und der Polizei übergeben hätte, die dann womöglich die Familie befragt, hätte das meine Mutter zerstört. Da muss man sich schon die Frage stellen, ob das Verhältnis Schaden - Nutzen auch nur einigermaßen akzeptabel ist. Deine Mutter wird das sicher zerstören, und auf der anderen Seite ist es extrem unwahrscheinlich, dass die Polizei etwas zutagefördert, das einem evtl Betroffenen weiterhilft. Was sollte die Polizei mit dem Material denn machen? Offenbar sind keine Verwandten von dir drauf, sonst wär die Sache für dich ja klar. Wie soll die Polizei dann irgendwelche potenziellen Opfer ermitteln?


    wintersonne 01 schrieb:

    Ich würde das Material auch der Polizei übergeben , die wird es zwar nicht mehr interessieren , aber so erleichterst du dein Gewissen.

    Ganz und gar nicht, damit leiert sie in ihrer Familie ein Riesen Ding an. Unabhängig davon dass die Mutter als ehemalige Partnerin dann noch ein härteres Kopfkino als die TE fahren wird: Das kann das Verhältnis der TE zu ihrer Familie, allen voran zu ihrer Mutter, zerstören. Und überleg mal, wer der Böse ist, wenn man jemanden drüber aufklärt, dass sein Partner fremdgeht ... Und etwas zu tun, nur um sein eigenes Gewissen zu erleichtern, das aber ansonsten keinen positiven Effekt hat, finde ich nicht richtig, das wäre mir als Antrieb zu wenig.

    Sunflower_73 schrieb:

    Abhaken. Vernichten.

    Puh. Ich nehme diesen Beitrag bzw. diese Worte jetzt mal stellvertretend für alle, die inhaltlich ähnliches ausgesagt haben. Abhaken, vernichten, das Thema ruhen lassen. Krass.


    Also das meine ich jetzt nicht vorwurfsvoll und ich danke für eure Einschätzung und offenen Worte. Ich hatte ja nach Meinungen und Input gefragt, aber ich bin irgendwie entsetzt. Das macht im Moment echt viel mit mir, wenn die Mehrheit hier schreibt, man solle einen solchen Fund vernichten und abhaken.


    Ich glaube, ich muss hier jetzt eine kurze Pause einlegen und nochmal in mich gehen. Denn mich wühlt das total auf. Zum einen der Fund und zum anderen die Reaktionen. Ich schrieb ja, dass ich selbst eine "Betroffene" bin, wenngleich ich mich an keinen Missbrauch durch meinen eigenen Vater erinnern kann. Aber ich habe als junge Frau sexuelle Gewalt erfahren, die ich nie zur Anzeige gebracht habe, weil es keine Zeugen gab und ich mir kaum Chancen vor Gericht ausgemalt habe. Wahrscheinlich triggert mich das deshalb gerade so stark, denn wenn ich mir vorstelle, dass es dazu doch irgendwelche Beweise von damals geben könnte und die irgendwer unter den Teppich kehrt, weil es 20 Jahre her ist... Es ist zwar nicht direkt vergleichbar, deshalb möchte ich da wie gesagt auch nix reinprojizieren, aber ich hätte nicht gedacht, dass die meisten einen solchen Fund wohl nicht publik machen würden.


    Kein Wunder, dass so viele Missbrauchsangelegenheiten dann nie aufgeklärt werden. Irgendwie enttäuscht mich das, auch wenn ich hier niemandem persönlich einen Vorwurf machen möchte. Ich hadere ja selbst, brauche also nicht den Moralapostel spielen. Mir geht's dabei aber tatsächlich noch am meisten um meine Mutter, die sehr darunter leiden würde. Im Moment überlege ich deshalb, ob ich die Sachen aufbewahre, bis sie auch nicht mehr lebt, aber damit nehme ich den heute 60-70jährigen Betroffenen wohl auch die Chance, dass die Sache noch ans Licht kommt.


    Na ja, wie gesagt, ich mache ich lieber mal kurz einen Break und sortiere mich neu.


    Danke aber für alle Beiträge!

    gato schrieb:

    Du kannst damit viel zerstören, nur damit du dir nichts vorwerfen musst? Hat einen faden Beigeschmack.

    finde ich nicht .... sie will durch ihr Schweigen nicht moralisch Mittäter werden ... aber das ist sie natürlich nicht ...aber selber in so einer Sache moralisch sauber handeln zu wollen finde ich überhaupt nicht, dass das einen faden Beigeschmack hat.

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    Sunflower_73 schrieb:

    Strafrechtlich wäre ein Missbrauch im Verwandtenkreis wohl verjährt. Verurteilt werden kann niemand mehr, da der Vater tot ist. Sich entschuldigen kann auch niemand mehr. Der/die TE ist nicht Täter, sondern zufällig in den Besitz des Materials gelangt. OB es sich überhaupt um Missbrauch handelt, ist anhand der Informationen eh nicht zu verurteilen. Ist da überhaupt jemand Bekanntes auf einem Foto?


    Und nach 50 oder mehr Jahren dürfte es für die Opfer auch nicht mehr viel ändern. Was wäre denn die Konstellation? Hypothetisch gedacht (weil nicht mal klar ist, ob es um Missbrauch im Familienkreis geht!!!): Opfer kennt Täter eh. Täter ist tot. Taten verjährt. Entschuldigung nicht möglich. Widergutmachung nicht möglich. Gerichtsverfahren nicht möglich. Einzige neue Entwicklung: Jemand Unschuldiges, der nichts mehr verhindern oder anzeigen kann, ist unfreiwillig Mitwissender geworden. Hilft einem hypothetischen Opfer genau wie?

    Das mit den Verwandten hat die TE ins Spiel gebracht.

    mich schockiert das auch etwas, bin aber diesbezüglich sensibilisiert da ich unter anderem mit Missbrauchs- und Gewaltopfern beruflich zu tun habe


    kenne auch im Freundeskreis eine Familie da wurde die Cousine von einem Familienangehörigen missbraucht und als es rauskam alles schön unter den Teppich gekehrt, die Cousine leidet heute noch, der Rest schweigt


    die Frage ist ob es eine Möglichkeit gibt deine Mutter da rauszuhalten, sehr schwierig, evtl ist juristische Beratung doch angebracht, je nachdem ob es sich um institutionellen Missbrauch/Gewalt/etc. handelt oder ob das auf den Bildern privat, im Familien/Bekanntenkreis entstanden ist könnte es auch im Sinne der Öffentlichkeit sein das aufzuklären

    wintersonne 01 schrieb:

    finde ich nicht .... sie will durch ihr Schweigen nicht moralisch Mittäter werden ... aber das ist sie natürlich nicht ...aber selber in so einer Sache moralisch sauber handeln zu wollen finde ich überhaupt nicht, dass das einen faden Beigeschmack hat.

    Du darfst das gerne anders sehen.


    CoteSauvage hat das gut formuliert:

    Zitat

    Da muss man sich schon die Frage stellen, ob das Verhältnis Schaden - Nutzen auch nur einigermaßen akzeptabel ist.

    Der Schaden wird grösser sein als der Nutzen. Es geht der TE hauptsächlich um den eigenen Nutzen und das hat für micheinen faden Beigeschmack.

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    gato

    Genau, deswegen darf/ sollte man durchaus solche Fragen stellen (dürfen)

    Zitat

    Und nach 50 oder mehr Jahren dürfte es für die Opfer auch nicht mehr viel ändern. Was wäre denn die Konstellation? Hypothetisch gedacht (weil nicht mal klar ist, ob es um Missbrauch im Familienkreis geht!!!): Opfer kennt Täter eh. Täter ist tot. Taten verjährt. Entschuldigung nicht möglich. Widergutmachung nicht möglich. Gerichtsverfahren nicht möglich. Einzige neue Entwicklung: Jemand Unschuldiges, der nichts mehr verhindern oder anzeigen kann, ist unfreiwillig Mitwissender geworden. Hilft einem hypothetischen Opfer genau wie?


    auch wenn es in so einem Thread "unpopulär" ist.


    Das ist eben ein sehr schwieriges Thema, wo sich nicht gleich ein "richtig" bzw "falsch" aufdrängt, zumal wir den Sachverhalt nicht mal genauer kennen.

    gato schrieb:

    Es geht der TE hauptsächlich um den eigenen Nutzen und das hat für micheinen faden Beigeschmack.

    was heißt denn , es geht ihr um ihren Nutzen ... was für einen Nutzen soll das denn sein.


    Die TE muss es irgendwie verarbeiten , für sich klar kriegen.


    Persönlich ist mir sowas auch schon passiert ... aber nicht Bilder, sondern Taten durch den Vater meiner Mutter . Als Kind war mir das nicht so klar ...ich sagte ihm, dass ich das nicht will und er hat es akzeptiert ...aber er hat mich angefasst an intimen Stellen und dass dies eine Unglaublichkeit war ist mir erst später bewusst geworden, als ih größer wurde. (naja so ganz stimmt das auch nicht, ich wusste es schon als Mädchen damals , habe aber geschwiegen)


    Da war mein Opa tot .... ich habe dann lange überlegt, ob ich es meiner Mutter erzähle, mich dann aber dafür entschieden es nicht zu tun. Es hätte an der Tatsache nichts geändert, ich habe es für mich verarbeitet und meiner Mutter wollte ich keinen Kummer machen , sie konnte ja nichts dafür, dass ihr Vater sih nicht ausreichend im Griff hatte.

    Ich habe beruflich auch mit Opfern zu tun, wöchentlich. Auch und gerade mit welchen, deren Missbrauch Jahrzehnte zurückreicht. Das sind tragische Schicksale, wo alles getan werden muss, damit die Betroffenen endlich einen Weg finden, mit den Erfahrungen zu leben. Unbeeinträchtigt, soweit das geht. Viele gerade aus der Generation tabuisieren den Missbrauch und es ist ein großes Geheimnis zwischen Opfer und Täter. Und oft wissen doch Menschen aus dem Umfeld Bescheid, die damals aus diversesten Gründen zugesehen, weggesehen, nicht gehandelt haben. Alles hohgradig traumatisierend.


    Aber dennoch Abhaken, denn:

    Die TE hat KEINERLEI Verantwortung für irgend etwas. Die Bilder scheinen älter zu sein, als sie es ist. Was ist da jetzt IHR Anteil? Man sollte mal weiter schauen als auf die Missbrauchsproblematik. Und da landet man ganz nüchtern bei der Tatsache, dass die TE NULL Verantwortung hat. Genau so, wie kein Opfer jemals Schuld hat am Missbrauch, hat die TE jetzt irgendeine Schuld oder Verantwortung. Wenn der Aspekt der Verjährung nicht wäre, könnte man weiterdenken. Aber dann vielleicht auch nicht ungefragt, sondern die Opfer einbeziehend. Ob sie überhaupt damit auf den Präsentierteller gezerrt werden wollen.

    Wenn es einen Verantwortlichen gibt, wäre es theoretisch der verstorbene Vater. Der nicht mehr belangt werden kann.


    Und mir ist klar, dass man solche Bilder nicht so einfach aus dem Kopf bekommt. Gerade deswegen formuliere ich ABHAKEN so drastisch-deutlich. Das wird für die TE selber mehr Aufwand bedeuten, aber sie hat KEINE Verantwortung. Und nochmals, ganz nüchtern: Welcher Schritt JETZT macht noch Sinn und könnte etwas bewirken? Ganz nüchtern, ganz realistisch? Und daraus ist eine naheliegende Konsequenz halt: Abhaken. Verarbeiten.


    Oder sich an etwas aufreiben, was nicht änderbar ist und womit man auf keiner Ebene irgend etwas zu tun hatte.

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    Mom I am a rich man schrieb:

    Im Moment überlege ich deshalb, ob ich die Sachen aufbewahre,

    du musst dir aber darüber klar sein, dass du dich damit vermutlich selbst strafbar machen würdest. ich habe zu diesem thema auf die schnelle nur informationen gefunden, bei denen es um digitale Bilder geht. jedoch ist der besitz in jedem fall strafbar, es sei denn jemand weiß nicht gar nicht, dass sich in einer bildsammlung kinderpornografisches material befindet oder hält es nur für möglich, dass sich darunter etwas derartiges befinden könnte.

    hier der link zu der seite:

    https://www.anwalt.de/rechtsti…beitsspeicher_035564.html


    du jedoch weißt ja definitiv davon, hast das material durchgesehen und die bilder angefasst, also auch deine fingerabdrücke darauf hinterlassen (auch wenn das jetzt erst einmal übertrieben erscheint) - wenn es also wirklich hart auf hart kommen würde, könntest du ernsthaft ärger bekommen, nehme ich mal an.


    in jedem falle würde ich mir anwaltlichen rat einholen, schon allein, um für dich die rechtlich sichere seite abzuchecken.

    going schrieb:

    wenn es also wirklich hart auf hart kommen würde, könntest du ernsthaft ärger bekommen, nehme ich mal an.


    in jedem falle würde ich mir anwaltlichen rat einholen, schon allein, um für dich die rechtlich sichere seite abzuchecken.

    Lasst doch mal die Kirche im Dorf! Was sollen diese Horrorszenarien? Die Kisten standen mehr als 10 Jahre bei der Mutter rum. Da kommt jetzt also wirklich jemand und zeigt die TE an, weil sie in einer geerbten Kiste 60 Jahre alte Fotos gefunden hat? Na klar.


    Der Tipp mit dem Anwalt ist nur aus einem Grund der beste: Wenn ihr moralisches Gewissen so wichtig ist, dann Sachlage prüfen lassen, ob sie damit überhaupt zur Polizei gehen sollte.

    Mom I am a rich man schrieb:

    Puh. Ich nehme diesen Beitrag bzw. diese Worte jetzt mal stellvertretend für alle, die inhaltlich ähnliches ausgesagt haben. Abhaken, vernichten, das Thema ruhen lassen. Krass.

    nimm dir die Pause.

    Ich habe eben bewusst nicht meine Meinung geschrieben, aber jetzt tue ich es doch: Mir geht es ähnlich wie dir. Ich kann nicht nachvollziehen, wieso so viele hier zu Ruhen lassen raten.
    Ich sehe sehr wohl einen Nutzen darin: Wahrheit ans Licht bringen und getanes Unrecht zumindest versuchen zu klären! Für dich und für die eventuell noch Lebenden. Und selbst wenn die Personen nicht mehr leben, wer sagt denn, dass die Kinder nicht unter den eventuellen Folgen eines elterlichen Traumas leiden mussten? Eventuell würde es für sie erklären, falls die Eltern komisch reagiert haben früher.


    Ja, es würde auch mein Weltbild zerstören, wenn ich schlimme Verbrechen von nahen Angehörige erfahren würde, aber ich habe es nicht getan. Und genau diesen Ansatz würde ich verfolgen: ich selbst habe nichts getan, die Mutter hat nichts getan und nichts gewusst.
    Die Gesellschaft muss darüber hinweg kommen, dass einzelne Verbrechen als Familienschande angesehen werden.

    Der Täter ist alleine für seine Taten verantwortlich.
    Und selbst das ist fraglich: wenn es um pädophile Neigungen geht, sind diese als Erkrankung anzusehen. In den 60ern kaum erforscht, geschweige denn sinnvoll therapiert worden.


    Ich würde es wissen wollen, wenn meinen Eltern Gewalt angetan wurde. Und selbst wenn ich es nie erfahren würde, weil keine Verbindung verstellbar wäre, ich wäre dankbar für jeden, der es versucht.

    Hast du eine verschwiegene Freundin, der du es erzählen kannst und die auf alle Fälle erstmal schweigen würde? Mit der du dich austauschen kannst und mit der du über deine Emotionen reden kannst, um dich zu ordnen?

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    gato schrieb:

    Lasst doch mal die Kirche im Dorf! Was sollen diese Horrorszenarien? Die Kisten standen mehr als 10 Jahre bei der Mutter rum. Da kommt jetzt also wirklich jemand und zeigt die TE an, weil sie in einer geerbten Kiste 60 Jahre alte Fotos gefunden hat? Na klar.

    jetzt sicherlich nicht - ich bezog mich auf ihr (angedachtes) vorhaben, die fotos zu hause aufzubewahren, bis ihre mutter verstorben ist - also eventuell jahrelang. das könnte sie (ungünstige umstände vorausgesetzt) tatsächlich in schwierigkeiten bringen.

    Sich mit der eigenen Familiengeschichte zu beschäftigen, ist völlig legitim, kein Schnüffeln.


    Strafrechtlich - wenn es um Kinderpornografie geht - ist das Aufbewahren ein Problem. Da wird niemand die Fingerabdrücke überprüfen, aber es wäre auch schlichtweg nicht okay gegenüber den abgebildeten Opfern, das in der Kiste zu lassen, und in dreißig Jahren zirkuliert das dann wer weiß wo. Wenn man damit zur Polizei oder auch erstmal zu einem Anwalt geht, ist das aber unproblematisch. Es gab mal einen Fall im Wiesbadener Stadtarchiv: https://archivalia.hypotheses.org/14953 - da haben die Archivare auch erst gedacht, es könnte strafrechtlich für sie ein Problem sein, aber das war es nicht. Nur: sie haben sich halt gemeldet.


    Jetzt wissen wir aber nicht, was das Material ist. War er nur Käufer oder Fotograf oder anderweitig Täter? Ist Teil der Geschichte eine bestimmte Institution, ein bestimmtes soziales Umfeld? War er Lehrer, Pfarrer, Hausmeister, Trainer, heimlicher Schwuler zu Zeiten des § 175? Schulen, wie im Wiesbadener Fall, neigen heute noch dazu, Missbrauch unter den Teppich zu kehren. Kirchen decken das unter schmerzhaftesten Debatten, unter Druck, mühsam auf, auch wenn die Täter schon tot sind. Aus den Sportvereinen hört man nichts. Die meisten Missbrauchsfälle gab (gibt?) es sicherlich in den Familien. Ist es okay, wenn Familien mit Familiengeheimnissen leben? Es kommt sehr auf die beteiligten Menschen an. Der Gedanke mit dem Rechtsanwalt scheint mir am besten. Vielleicht noch einen Familientherapeuten zur Beratung dazuholen.

    going schrieb:

    jetzt sicherlich nicht - ich bezog mich auf ihr (angedachtes) vorhaben, die fotos zu hause aufzubewahren, bis ihre mutter verstorben ist - also eventuell jahrelang. das könnte sie (ungünstige umstände vorausgesetzt) tatsächlich in schwierigkeiten bringen.

    ich korrigiere mich: das bloße verwahren, aber ungenutzt bleibender fotos, scheint nicht strafbar zu sein. das hatte ich überlesen.

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