Vergangenheit der Freundin belastet mich sehr

    Hallo Leute,


    ich habe folgendes Problem, das mich sehr beschäftigt. Meine Freundin ist eine Arbeitskollegin. Weit vor meiner Zeit, hatte Sie ein Verhältnis mit einem Arbeitskollegin (sie hatte mit ihm Gefühle in Verbindung gebracht), mit welchem sie auch ihr 1. Mal hatte. Mit einem zweiten Arbeitskollegen aus der Gegenschicht hatte sie einen ONS.


    Bitte nicht falsch verstehen, sie sei jetzt die Arbeitsschlampe. Aus den beiden Fehlern hat sie gelernt, konnte mir jedoch nicht widerstehen und die Voraussetzung mit mir war nur eine Beziehung.


    Jetzt zum Eigentlichen Problem. Wir arbeiten alle am Band (ich bin gelernter Bürokaufmann). Die 2 Helden haben damals schön alles rumerzählt. Der Arbeitskollege, mit dem sie ihr 1. Mal hatte, ist in der gleichen Schicht, der andere in der Gegenschicht.


    Mit dem in der gleichen Schicht komme ich relativ gut klar, da das einer ist, mit dem man reden kann und er auch bereits mit mir gesprochen hat, dass er mich nicht provozieren würde. Der aus der Gegenschicht ist ein typischer "Kanake" (ich bin Türke, daher verwende ich mal den harten Begriff). Der arbeitet auch an der selben Linie und es könnte sein, dass ich mit ihm in der Nachtschicht zusammenarbeiten muss und ich den so einschätze, dass er gerne provozieren würde.


    Ich liebe meine Freundin und habe ihr auch offen gesagt, dass ich es nicht vergessen werde, aber versuchen werde, zu lernen, wie ich damit umzugehen habe. Ich habe im Gesamtbild gesehen, ziemlich Glück mit Ihr. Sie ist 26. und ich bin der 4. Mann in Ihrem Leben, was heutzutage schon sehr rar ist. Aber mich überkommen immer diese Gedanken, ich könnte provoziert werden, alle wissen, was sie sexuell macht etc. Ferner wird hinter unserem Rücken geredet. Obwohl mich die Meinung anderer nicht tangieren sollte, trifft es einen doch irgendwie. Besonders, wenn man die beiden täglich sieht.


    Mir ist klar, dass das ihre Vergangenheit ist. Sie war auch, als wir zusammengekommen sind, ehrlich und hat mir das persönlich noch mal gesagt (ich wusste es aber vorher schon). Das habe ich so akzeptiert, weil das Menschliche etc. wirklich passt. Ich bin mir auch im Klaren darüber, dass es hier viel um mein "Ego" geht und ich es besiegen will.


    Ich bin leider so weit, dass ich schon keine Lust mehr habe, arbeiten zu gehen. Da ich momentan Leiharbeiter bin, kann ich mich auch nicht versetzen lassen.


    Ich überlege auch, wieder in meinen alten Beruf zu wechseln, da ich sehr unterfordert bin, aber ob es sich lohnt, so einen Job aufzugeben? Es wäre wohl eher eine Flucht aus der Situation. Wie bereits erwähnt, bin ich gelernter Bürokaufmann mit einer abgeschlossenen Weiterbildung zum geprüften Wirtschaftsfachwirt. Ich bin jetzt nur am Band, weil es ein Konzern ist, bei dem ich für einen einfachen Job, gutes Geld verdiene und auch sehr viel Freizeit habe. Im Umkehrschluss ist das Niveau leider typisch Bandarbeiter. Diese Leiharbeit geht jetzt auch schon seit über 28 Monaten bei mir. Zufrieden bin ich also beruflich nicht gerade, da die prekäre Beschäftigung eine zusätzliche Belastung ist.


    Habt ihr mir Tipps, wie ich damit umgehen kann? Wie bereits erwähnt, ist die tägliche Begegnung mit den Typen - besonders dem aus der Gegenschicht - die Sache, welche es erschwert.


    Besten Dank im Voraus.

  • 74 Antworten

    Du sprichst hier von zwei unterschiedlichen Baustellen. Einmal die Beziehung zu deiner Freundin und andererseit über deine beruflichen Perspektiven.


    Ich schätze mal, dass die Arbeit daher gut bezahlt ist, da es sich um Schichtarbeit handelt? Das mag über eine gewisse Zeit gehen, aber auf Dauer ist es doch sehr anstrengend, mal Früh-, mal Spät-, mal Nachtschicht - das macht sich über die Jahre bemerkbar.


    Wenn du die Möglichkeit hast, wieder in deinem gelernten Beruf Fuß zu fassen und du auch Spaß daran hast, warum denn nicht?

    Zitat

    Ich habe im Gesamtbild gesehen, ziemlich Glück mit Ihr. Sie ist 26. und ich bin der 4. Mann in Ihrem Leben, was heutzutage schon sehr rar ist. Aber mich überkommen immer diese Gedanken, ich könnte provoziert werden

    Dich überkommen die Gedanken, dass du provoziert werden KÖNNTEST? Lass das doch sein. Du musst dich doch auch nicht provozieren lassen - bleib cool. Du hast jetzt diese Frau an deiner Seite - freu dich doch einfach darüber.

    Erstmal danke für eure Antwort.

    @ sicklittlemonkey

    Zitat

    Wieso waren das Fehler? Und was hat sie daraus gelernt? Offensichtlich nicht, nichts mehr mit jemandem aus der Firma anzufangen

    Fehler im Sinne von bindungsfreien Verhältnissen. Wie gesagt, sie war ehrlich und hat gesagt, dass sie es sich bei mir sehr lange überlegt hat, aber irgendwie war das Interesse stärker. Und es kam nur eine Beziehung oder nichts in Frage. Streng gesehen war die Bezeichnung Arbeitskollege von mir auch falsch gewählt, da ich Leiharbeiter bin und einen anderen Arbeitgeber habe.

    @ Teeliebling

    Du hast recht mit dieser Schichterei. Die strengt mich mittlerweile körperlich zusätzlich an, da ich keinen passenden Schlafrhythmus habe. Ich wurde leider zweimal wegen der schlechten Auftragslage gekündigt. Seit dem habe ich Angst, mich in kleinen Firmen zu bewerben und in mittelständische Unternehmen oder Konzerne kommt man so leicht nicht rein. Da ist zwar sowas auch nicht sicher, aber es gibt einem das Gefühl der Sicherheit. Ich halte aber mittlerweile Ausschau, da ich tatsächlich jemand bin, der mit dem Kopf arbeiten muss und nicht stupide montieren kann - nicht auf Dauer.

    Zitat

    Du musst dich doch auch nicht provozieren lassen - bleib cool. Du hast jetzt diese Frau an deiner Seite - freu dich doch einfach darüber.

    Ich freue mich wirklich, da sie einfach ein super Mensch ist. Es funktioniert leider nur kurz mit dem Gedanken "bleib cool". Zudem hinzu kommt, dass ich ständig daran erinnert werde, wenn ich mit ihr schlafe und bei ihr zu Hause bin - das waren die beiden auch.


    In der Pause treffen wir uns und da geht es mir auch gut. Mit ihr kann ich auch offen über alles reden und sie versucht auch zu helfen.


    Ich bin leider generell ein Mensch, der viel denkt und sich zu viele Gedanken um sein Umfeld macht. Letztendlich sind das weder meine Freunde, noch meine Familie, daher darf mich deren Meinung etc. nicht tangieren. Denn die wichtigen Menschen stehen hinter mir und geben mir den ähnlichen Rat. Nur besteht hier leider der Unterschied zwischen Theorie und Praxis.


    Ist eine blöde und falsche Einstellung, ich weiß. Daher freue ich mich über Tipps. Es war am Anfang schlimmer und ich hoffe, dass das mit der Zeit auch etwas besser werden wird.

    @ sicklittlemonkey

    Ich sehe sie absolut nicht als beschädigt. Dieses südländische Temperament habe ich abgelegt. Zumal ich weiß, dass über die Hälfte da an der Linie Ihre Frau/Freundin betrügt.


    Mich belastet hauptsächlich der Gedanke, es könnte etwas passieren. Manchmal ehrlicherweise auch, wieso hat sie sich bei dem Zweiten nicht zurückgehalten. Er war zu der Zeit verlobt, hat es meiner Freundin allerdings nicht gesagt, da sie sonst nie was mit ihm angefangen hätte.

    Zitat

    Aber mich überkommen immer diese Gedanken, ich könnte provoziert werden, alle wissen, was sie sexuell macht etc. Ferner wird hinter unserem Rücken geredet.

    Das sagt über eure Beziehung ja sehr wenig aus. Vielmehr über euer Arbeitsklima.


    Du akzeptierst, dass deine Freundin schon andere Männer hatten. Das ist schon mal ein guter Anfang, denn Frauen und Männer springen für gewöhnlich nicht aus dem Kloster in die Ehe. Vielleicht hast du ja auch deine Vorgeschichten.


    Dass ein Kollege das rumerzählt ist nicht gerade respektvoll und ich vermute, dass bei euch kein rücksichtsvoller kollegialer Umgang herrscht, sondern es auch durchaus rauer zugeht. Das wird dann aber bei vielen Themen so sein - nicht nur bei dem, was deine Freundin betrifft.


    Zum "provozieren" gehören übrigens immer zwei. Einer, der provoziert, ein anderer, der sich provozieren lässt. Erstens ist noch nichts passiert - du hast lediglich Befürchtungen. Wenn es aber doch dazu kommt, sollte eine Frau nie zum Streitpunkt solcher Albernheiten werden. Wenn du darauf reagierst, verschaffst du dem Kollegen ein Erfolgserlebnis. Wenn du dich nicht provozieren lässt, wird es ihm auch schnell langweilig werden.

    Ach ja und ich weiß sie sehr zu schätzen, da ich Muslim bin und sie vor einigen Jahren die Zeugen verlassen hat. Sie sieht das Menschliche in einem und keine Herkunft/Religion. Das steht uns bisher auch nicht im Weg.

    @ Comran

    Du hast recht. Diese WENNs sind generell mein Problem und die muss ich loswerden und abwarten. Vielleicht wird auch nichts passieren. Was das Arbeitsklima angeht, hast du leider recht. Es ist das typische Band-Niveau.


    Meine Vorgeschichte ist, dass sie meine erste Freundin ist und ich sonst auch vorher kein GV hatte. Ich war ein extrem schüchterner und das hat sich leider bis zum Alter von 33 gezogen. Sie hat auch den ersten Schritt gemacht, sonst hätte ich das nie bemerkt - wahrscheinlich bin ich da talentfrei, was das angeht. Vielleicht bin ich unbewusst auch noch etwas überfordert mit der Situation, dass ich kein Singel mehr bin :-).

    Zitat

    Mich belastet hauptsächlich der Gedanke, es könnte etwas passieren.

    ? Was soll passieren?

    Zitat

    Manchmal ehrlicherweise auch, wieso hat sie sich bei dem Zweiten nicht zurückgehalten.

    Wieso findest du, dass sie sich hätte zurückhalten sollen? Von der Verlobung wusste sie ja nichtmal was.

    Das Passieren bezieht sich immer aufs Provozieren :-).

    @ sicklittlemonkey

    Weil der Zweite ein Trottel ist (ist meine persönliche Meinung und die wurde von vielen, die ihn länger kennen, bestätigt). Da war sie leider auch nicht geschickt. Er hat es nach dem ONS auch weiterhin bei ihr probiert, aber da hat sie zum Glück dann abgeblockt, da sie das mit der Verlobung hinterher erfahren hat.


    Mir ist klar, dass diese Gedanken schwachsinnig sind, aber sie beherrschen mich leider im Moment öfter (nicht immer) und ich diese loswerden will. Und ich liebe sie wirklich und weiß sie auch zu schätzen. All das ist mein persönliches Problem. Sie kriegt auch wenig mit, was gesprochen wird, da sich keiner traut. Ich kriege es leider mit, da es beim Mann einfacher zu sein scheint.

    Zitat

    Weil der Zweite ein Trottel ist

    Sie fand das offensichtlich nicht, oder fand ihn genug heiss, um das zu ignorieren. Wieso wirfst du ihr das jetzt vor? Es war nun wirklich ihre ganz eigene Entscheidung.


    Ich finds gut, dass du merkst, dass es dein Problem ist und die Gedanken schwachsinnig sind. Mir hilft bei sowas meistens, irgendwie rauszufinden, was denn der grundlegende Gedanke ist, den ich ändern will. An was hängt sich all der Schwachsinn auf? Was in deiner Konstellation schadet dir tatsächlich? Irgendwelche Provokationen sind ja nur ein Problem, wenn sie etwas ansprechen, was dich tatsächlich stört...

    Provozieren in Bezug auf, dass diese Person Sex mit meiner Freundin hatte. Ich weiß, dass er gerne mit seiner Fremdgeherei rumprahlt.


    Um es mal im Bandjargon zu sagen: "Ich habe deine/seine Freundin geknallt".


    Entweder direkt betroffen oder indirekt. Vielleicht wird so etwas auch gar nicht passieren. Und genau diese Gedanken will ich loswerden. WENN es doch zu sowas kommen sollte, kann ich immer noch zum Vorgesetzten gehen. Bis dahin will ich nicht mehr daran denken ...

    Zitat

    Um es mal im Bandjargon zu sagen: "Ich habe deine/seine Freundin geknallt".

    Mal abgesehen, dass sie zu dem Zeitpunkt gar nicht deine Freundin war, stimmt es ja. Wieso ist das soo schlimm? Also ich versteh schon, dass es nervt, wenn jemand damit rumprahlt, aber er sagt ja grundsátzlich nichts absolut furchtbares.

    @ sicklittlemonkey

    Ich denke, dass ich zu viel Wert auf die Meinung anderer (am Band) oder was diese denken könnten, lege. Wie vorher beschrieben, sind die meisten nichtmal treu und können besser mit ihrer Bigamie umgehen, als ich mit sowas Schwachsinnigem.


    Denn deren Bigamie ist ein ernstes Problem, die Gedanken die ich habe nur meins und kein wirkliches.


    Es tut gut, hier mal alles aufzuschreiben. Jetzt wird mir erst klar, was für schwachsinnige Gedanken ich habe und dass diese nichtmal annähernd der Rede wert sind.


    Ich muss generell lernen, nicht hypothetisch zu denken, sondern auf die Situationen warten, falls sich etwas ergeben sollte. Das Problem hatte ich schon immer. Auch beispielsweise, wenn ich eine weite Strecke fahren musste, stellte ich mir die Fragen wie z. B. wird alles gut gehen? Wie fahre ich am besten? Was ist wenn ich mich verfahre?

    @ sicklittlemonkey

    Ich denke, dass ich zu viel Wert auf die Meinung anderer (am Band) oder was diese denken könnten, lege. Wie vorher beschrieben, sind die meisten nichtmal treu und können besser mit ihrer Bigamie umgehen, als ich mit sowas Schwachsinnigem.


    Denn deren Bigamie ist ein ernstes Problem, die Gedanken die ich habe nur meins und kein wirkliches.


    Es tut gut, hier mal alles aufzuschreiben. Jetzt wird mir erst klar, was für schwachsinnige Gedanken ich habe und dass diese nichtmal annähernd der Rede wert sind.


    Ich muss generell lernen, nicht hypothetisch zu denken, sondern auf die Situationen warten, falls sich etwas ergeben sollte. Das Problem hatte ich schon immer. Auch beispielsweise, wenn ich eine weite Strecke fahren musste, stellte ich mir die Fragen wie z. B. wird alles gut gehen? Wie fahre ich am besten? Was ist wenn ich mich verfahre?

    Zitat

    Ich muss generell lernen, nicht hypothetisch zu denken, sondern auf die Situationen warten, falls sich etwas ergeben sollte.

    Ja, das kenn ich. Manchmal muss man sich zwingen, einfach mit nachdenken aufzuhören und sich zu sagen, dass es schon klappen wird, und dass man sich um die Probleme kümmern wird, falls sie tatsächlich auftreten. Vorallem bei Sachen, die man sowieso nicht im vorherein lösen kann.

    Zitat

    Es tut gut, hier mal alles aufzuschreiben

    :)^ :)^

    Ich sage ja, Ihre Vergangenheit habe ich akzeptiert, da sie menschlich einfach super ist und - wie du richtigerweise erwähnt hast - alles vor meiner Zeit war. Hätte ich sie zu der Zeit schon gekannt, wäre ich die Beziehung nicht eingegangen.


    Nur der Umgang mit den Geschehnissen bereitet mir noch Probleme, welche ich auf jeden Fall lösen will. Dafür ist sie mir zu viel wert. Vielleicht liegt es daran, dass ich den Zweiten so gut wie gar nicht persönlich kenne, aber ich habe mich über ihn erkundigt. Der Erste, mit dem Sie was hatte, hat auch Größe gezeigt und mit mir geredet. Seit dem weiß ich damit umzugehen. Freunde werden wir zwar nicht, aber die Unannehmlichkeiten sind weg.