ich hab in der Verwandschaft evangikale Christen einer Freikirche, die sind genauso drauf.


    bei denen ist sogar ein Kuss vor der Ehe Tabu, jedes zweite Wort in der Predigt ist Liebe, auch die Kinder werden von klein auf diese Werte konditioniert und wirken damit sehr reif. Die leben ihre Religion, die Ehe ist immens wichtig und die kirchliche Gemeinde ist sehr eng organisiert, definiv nix für Einzelgänger.

    Zitat

    ich hab in der Verwandschaft evangikale Christen einer Freikirche, die sind genauso drauf.


    bei denen ist sogar ein Kuss vor der Ehe Tabu, jedes zweite Wort in der Predigt ist Liebe, auch die Kinder werden von klein auf diese Werte konditioniert und wirken damit sehr reif. Die leben ihre Religion, die Ehe ist immens wichtig und die kirchliche Gemeinde ist sehr eng organisiert, definiv nix für Einzelgänger.

    Interessant.


    Kriegen solche Männer aber auch einmal so eine "Krise" oder sind es brave Ehemänner, die nie ihre Ehefrauen betrügen ]:D

    @ Anna-Marie 1983

    Meines Erachtens ist das nicht nur eine Frage der Religiosität bzw. Mentalität im Allgemeinen, sondern hat auch der "handfesten" gesellschaftlichen Bedingungen. Klar wöllte ich auch nicht unsere 50er-Jahre-Verhältnisse zurück, aber in der Abkehr davon sind wir mittlerweile ganz weit über das Ziel hinausgeschossen. Unser Sozialstaat zerstört doch jeglichen familiären Zusammenhalt, weil jeder die Konsequenzen seines Handelns problemlos auf die Solidargemeinschaft abwälzen kann. Wieso sollte unter den Bedingungen noch jemand die Notwendigkeit sehen, sich mit jemand anderem eine eigentragfähige Beziehung aufzubauen? Und was die Unterschicht vorlebt, geht logischerweise nicht komplett spurlos an der Mehrheit der Bevölkerung vorbei, zumal sich da sowieso keine klare Grenze ziehen lässt.

    Zitat

    Kann aber auch bei mir mit der "Sorte" zu tun haben, die ich kennen gelernt habe (obere Mittelschicht Philly & Bosten). Die scheinen früh auf die Karriereschiene eingeeicht, voll davon überzeugt zu sein und die erste richtig heftige Krise über 30 zu schieben (zumindest was ich noch so über FB verfolge)

    .


    Auch interessant. Die Frage ist, wieso sich solche Männer dann doch so selten trennen...wenn ich in die ganzen befreundeten Familien meines Bruders schaue, gibt es da kaum Scheidungen.


    Lassen sie sich nicht scheiden, weil sie dann finanziell ruiniert sind (vor Allem wenn Kinder im Spiel sind) oder weil sie, aufgrund der Erziehung, daran glauben...vielleicht ist es ein wenig vom Beidem.

    Zitat

    Das mit dem unterschiedlich hohen Heiratsalter ist wohl einfach ein kulturelles Ding

    In der DDR z.B. war das durchschnittliche Heiratsalter wesentlich niedriger (ich selbst heiratete mit 24 Jahren, meine Frau war da gerade mal 21 Jahre alt- das war damals ziemlich normal). Die Gründe dafür sind vielfältig.

    Zitat

    Mich stellt sich einfach die Frage, ob die Ehen da wirklich glücklicher sind,

    (Zahlen näherungsweise von de.statista.com)


    Zahl der Ehescheidungen pro Jahr in Deutschland (vergangene Jahre): ca. 160.000 -170.000


    Zahl der Ehescheidungen pro Jahr in den USA: ca. 1.400.000


    Das bedeutet, dass relativ zur Bevölkerungszahl die Zahl der Ehescheidungen in den USA deutlich höher liegt (die Bevölkerung der USA ist ca. 4 mal so groß wie die Deutschlands)


    Ehen die nur deswegen bestehen bleiben, "weil es sich so gehört", sind selten glücklich- das hat eher etwas mit Hinnehmen der Situation und Ohnmacht zu tun, denn mit Glück.


    Nach Wikipedia werden die Scheidungsraten vor allem von folgenen Faktoren beeinflusst:


    -die bestehende Gesetzeslage, siehe auch Eherecht Familienrecht


    -Lebenserwartung


    -das Ausmaß an Mobilität und Anonymität in einer Gesellschaft


    -gesellschaftliche und individuelle Normen


    -wirtschaftliche Faktoren, die den entsprechenden Lebensunterhalt der Betroffenen nach einer Scheidung gewährleisten oder verhindern. Dabei nimmt in Krisenzeiten nicht nur die Scheidungsrate ab, sondern wird im Durchschnitt auch ein erhöhtes Maß an Zufriedenheit in den bestehenden Partnerschaften angegeben.

    Zitat

    Warum sollte es erstrebenswert sein, wenn die Familie da immer ein Wörtchen mitzureden hat?

    Weil diesen Menschen dann zum Beispiel die moralische und finanzielle Unterstützung der Familie und Freunde gesicherter erscheint, und das zu einem Zeitpunkt, wo erstmal selbst noch nicht allzu viel da ist, aber der Bedarf bereits groß sein kann. Und das junge Paar so nicht warten muss, bis es etwas zu erben gibt, wobei sie leer ausgehen könnten. Dazu kommen all die sozialen Kontakte in der Gemeinde, die sich mit einem konformen Verhalten leicht erhalten lassen, mit einem nicht-konformen hingegen zumindest auf eine Probe gestellt werden. Mal ganz platt gedacht. Und wer es so erlebt hat, dass bei den Eltern die Großeltern mitgeredet haben, kennt es auch aus der eigenen Familie nicht anders und es fühlt sich normal an. Dann höchstens von außen.


    Von jüdischen / jüdisch-orthodoxen Familien (um mal ein Beispiel herauszugreifen) gibt es über diesen Konflikt auch ganz unterhaltsame Filme. :-D


    Ich finde aber auch: die Verallgemeinerungen auf "deutsche und amerikanische Beziehungen/Ehen" bieten sich eher nicht an. Es würde die Vielfalt in jeder der beiden Gruppe zu kurz kommen lassen.

    Interessant wäre halt die Frage, ob diese Ehen aus den genannten möglichen Gründen "glücklich" sind...unabhängig davon, ob die Gründe moralisch gerechtfertigt sind oder nicht. Also ob sie die Ehe und das "Eheglück" begründen bzw. möglich machen und Scheidungen vermeiden.

    Aber wie will man Glück objektivieren - für manchen mag Glück bedeuten, sich in die vorgedachte, gesellschaftliche Rolle einzufügen und diese gut darzustellen. Andere mögen solche Grenzen ertragen, weil andere Aspekte an dieser Lebensgestaltung sie ausreichend glücklich machen (z.B. der Glaube, ein gottgefälliges Leben zu führen, die Kinder etc.). Ich glaueb nicht, dass Du über diese Art von Fragen und Vergleiche dem Rezept für eine glückliche Beziehung irgendwie näher kommst.

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    Auch interessant. Die Frage ist, wieso sich solche Männer dann doch so selten trennen...wenn ich in die ganzen befreundeten Familien meines Bruders schaue, gibt es da kaum Scheidungen.

    Und über wieviele Jahre schweifte da dein Blick? Das ist ja wichtig. Und nimmst du den gleichen Zeitraum als Vergleichsbasis für deine Stichprobe?

    Zitat

    Lassen sie sich nicht scheiden, weil sie dann finanziell ruiniert sind (vor Allem wenn Kinder im Spiel sind) oder weil sie, aufgrund der Erziehung, daran glauben...vielleicht ist es ein wenig vom Beidem.

    Frag doch da drüben selbst mal nach! Vielleicht lieben sie auch einfach ihre PartnerInnen immer noch so sehr. x:) Und durch geringe Single-Raten (zumindest in der Gemeinde, wenn alle verheiratet sind, bleiben wenig Singles übrig) und feste Prinzipien und Disziplin (mit anderen Verheirateten wird aus Prinzipgründen keine Partnerschaft erwogen) auch wenige aussichtsvolle Partneralternativen? Da gibt's also eine Menge mehr Möglichkeiten. ;-)

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    Mich stellt sich einfach die Frage, ob die Ehen da wirklich glücklicher sind, weil es von der Umgebung erwartet wird (auch, dass man sich fest bindet etc.) oder ob es Fassade ist.


    Anna-Marie 1983

    Mann kann nicht glücklicher sein, weil es von einem erwartet wird. Man kann dann nur so tun als ob.


    Vielleicht ist es dort ja wie ganz früher in Deutschland, als sich scheiden lassen noch schlecht angesehen war, oder es gar nicht möglich war, da blieb man mit Gewalt zusammen. Glück war das nicht.


    In Spanien war lange gar keine Scheidung möglich. Die sind bestimmt nicht glücklicher gewesen. Die kannten nichts anderes als auf Gedeih und Verderb zusammenzubleiben. Ich glaube aber nicht, dass dadurch die Liebe in den Beziehungen gewachsen ist. Es war wohl nur ein gewohntes Durchhalten.

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    Mann kann nicht glücklicher sein, weil es von einem erwartet wird. Man kann dann nur so tun als ob.

    Sehr vernünftige und richtige Aussage!

    Zitat

    Vielleicht ist es dort ja wie ganz früher in Deutschland, als sich scheiden lassen noch schlecht angesehen war, oder es gar nicht möglich war, da blieb man mit Gewalt zusammen

    Wobei sensibelman ja Statistiken gesucht hat, die nahe legen, dass die Scheidungsrate in den USA höher ist als hier:

    Zitat

    Das bedeutet, dass relativ zur Bevölkerungszahl die Zahl der Ehescheidungen in den USA deutlich höher liegt

    @ Anna-Marie 1983

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    Interessant wäre halt die Frage, ob diese Ehen aus den genannten möglichen Gründen "glücklich" sind...unabhängig davon, ob die Gründe moralisch gerechtfertigt sind oder nicht. Also ob sie die Ehe und das "Eheglück" begründen bzw. möglich machen und Scheidungen vermeiden.

    Über "glücklich" und "unglücklich" hat denke ich niemand die Deutungshoheit inne. Unser System ist aber auf jeden Fall leistungsfeindlich und widernatürlich, wenn man eine funktionale Gesellschaft als nachhaltigen Kreislauf versteht. Somit ist es nur eine Frage der Zeit, bis Darwin zuschlägt, und das wäre dann in der Tat "unglücklich" für Einige. Aber wie gesagt - man braucht keinesfalls ein starres, reaktionäres Beziehungs- oder Ehemodell, sondern einfach nur einen gesunden Mittelweg aus kollektiver und individueller Verantwortung.