Verlassen - schwanke zwischen Hoffnung und Verzweiflung

    Hallo, das hier könnte nun etwas länger werden.



    Ich bin weiblich, mittlerweile 36 und hatte einen bescheuerten Start ins Leben. Psychisch krank, schlechtes Elternhaus. Ab 18 immer wieder in Therapie. Ich hatte mit 22 eine Beziehung, die 1,5 Jahre gehalten hat. Vor 8 Jahren hat sich meine zweite Partnerin nach 4,5 Jahren (und zwischenzeitlich zwei Trennungen) von mir getrennt. Ich habe ihr Jahre hinterher getrauert und war nicht bereit, erneut eine Beziehung einzugehen.



    Ab 2013 war ich nicht mehr stationär in Therapie und auch so habe ich meinen Weg ins Leben immer besser gefunden. Nach bestandener Umschulung 2015 einen Job gefunden. Dort geblieben und mich immer weiter hochgearbeitet. Keine Medikamente mehr. Ich habe ein sehr stabiles Umfeld, einen super Kontakt zu meiner Schwester. 2018 habe ich mich in einen verheirateten Arbeitskollegen verliebt und ihm das nie gesagt, da ich mich nicht in eine Ehe mit Kind einmischen wollte. Vor meinen Augen hat er sich dann aber nach 44 Ehejahren in eine Kollegin verliebt. Beide haben ihre Partner verlassen und sind zusammen gekommen. Beide haben mich als Vertrauensperson immer über den aktuellen Stand inklusive Sexgeschichten informiert. Darunter habe ich unendlich gelitten.



    Das war die Einführung. Eine weitere Kollegin, von der ich wusste, dass sie mit einer Frau zusammen ist, hat immer wieder Kontakt gesucht. Diesen wollte ich aber nicht, da mein Gefühl mir gesagt hat, dass sie irgendwie "komisch" ist. Als das mit meinen beiden Kollegen und ihrem halböffentlichen Liebesspiel jedoch auf dem Höhepunkt war, habe ich ihr doch mal geantwortet.



    Wir haben immer mehr geschrieben, ich habe mich eines nachts mit ihr getroffen, als sie eigentlich schon mit ihrer Partnerin im Bett lag. Sie war total betrunken und hat mich bis ins Morgengrauen zugequatscht mit irgendwas. Und ich habe mich total verliebt. Es stellte sich heraus, dass die Partnerschaft zwischen den beiden ohnehin ein wenig am brökeln war - sie verliebte sich auch. Und trennte sich nach circa einem Monat. In der Zeit ist zwischen uns nichts gelaufen (bis auf einen kleinen schriftlichen Ausrutscher), das würde ich mit meinem Gewissen auch nicht vereinbaren können. Die andere tat mir dennoch unendlich leid. Ich bin ein Mensch, der sich selber bis dahin für sehr sehr moralisch gehalten hat - und für eine Trennung gesorgt zu haben, irgendwie, hat mich sehr belastet. Die erste Zeit mit meiner Partnerin war wunderbar. Jedoch: sie hat weiterhin mit der Ex zusammen gewohnt, sogar in einem Bett geschlafen. Ich habe das erst mal so hingenommen, auch weil ich mich mitschuldig gefühlt habe. Die andere musste in Therapie, auch stationär. Wenn wir uns im Flur begegnet sind, hat mich mein schlechtes Gewissen beinahe umgebracht.



    Zumal ich angeblich nur eine gute Freundin war, da wäre niemand anders. Ein Kurzurlaub wurde als Urlaub unter Freunden inklusive Schwester verkauft. Angeblich hat meine Freundin bei einem Freund geschlafen, obwohl sie bei mir war. Hat sogar Bilder aus dessen Wohnung geschickt, wie ich nun erfuhr. Erst nach Monaten hat sie ihrer Ex gesagt, dass sie in mich verliebt ist. Ich das erwidere. Bis wir dann irgendwann zusammen gekommen sind (dabei waren wir zu dem Zeitpunkt schon Monate zusammen). Die Ex ist dann in die Wohnung nebenan (!) gezogen, meine Freundin musste sogar dem Vermieter bestätigen, dass das okay ist - und hat das auch getan. Die Ex konnte sich keine Küche leisten, also hat sie weiter die meiner Freundin mitgenutzt. Ebenso die Waschmaschine. Irgendwann hatte sie eine Küche, allerdings bis nun Karneval auch keine Waschmaschine.



    Ich habe das alles Monate hin genommen. Meine Freundin hat einen Freundeskreis in einem anderen Bundesland... mit diesen Freundinnen fährt sie jedes Jahr weg, dort geht es wohl auch "wilder" zu. Wir haben vorher besprochen, dass für mich Küssen auch fremdgehen ist. Nach ihrem Urlaub habe ich sie zwei Mal eindringlich gefragt, ob sie was getan hat, von dem sie weiß, dass mir das nicht passen würde. Sie hat beide Male verneint. Ein paar Tage später habe ich in einem Videozusammenschnitt ein Foto von einem Kuss gesehen zwischen einer Freundin und ihr. Das hat in mir extreme Verlassensängste ausgelöst. Dennoch hatten wir immer wieder auch sehr glückliche Tage, aber die Tage mit Diskussionen und Ängsten haben sich gemehrt. Häufiger Streitpunkt war die Tatsache, dass sie feiern gehen wollte, am liebsten alleine - und ich aber die Befürchtung hatte, dass sie wieder wen anders küsst. Ich habe ihr jedoch nie etwas verboten. Ich war teilweise unnormal eifersüchtig bei normalen Kollegen etc, hatte ich doch erlebt, wie sie ihre Ex über Monate angelogen hat.



    Jedoch habe ich immer wieder versucht ihr aufrichtig zu vertrauen. Da sie sich auch toll in meine Familie integriert hat, bei meinen Freunden etc. Viele gute Seiten hatte. Ein weiterer sehr großer Schatten war ihre Ex. Immer hat sie sie getroffen, wenn sie alleine zu Haus war. Das war angeblich ihr Päckchen, was sie tragen musste, obwohl sie da gar keine Lust drauf hatte. Sie sei für sich verantwortlich, auch weil diese aus einer ganz anderen Stadt für sie mitgezogen war. Ich hatte so oft ein schlechtes Gewissen. Wir haben nie zu dritt was gemacht. Allerdings hat es mir mit den Monaten immer weniger gepasst, dass die Ex noch bei ihr wäscht, einen Schlüssel hat, ihr Internet nutzt, immer da ist, wenn ich nicht da war. Der Name der beiden noch an der Tür stand. Das hat immer häufiger zu Streit geführt. Nie habe ich verlangt, dass sie den Kontakt abbricht. Nur, dass sie zeigt, dass die Wohnung nicht mehr das "Revier" der anderen ist. Kein Schlüssel, kein Waschen, kein Schild. Irgendwann hat die andere den Schlüssel angeblich von sich aus nach einer Meinungsverschiedenheit abgegeben. Das wurde mir dann als aus sich selbst heraus gewachsener Erfolg verkauft. Diese Sachen und das mit dem fremdgehen im Urlaub (für mich, meine Freundin hat bis zum Schluss behauptet, das sei kein fremdgehen gewesen - ich glaube ihr auch, dass das keine sexuelle Komponente hatte) hat meine Ängste immer mehr gesteigert.



    Da ich auch keinen Fortschritt gesehen habe. Letztendlich hatten wir letztens ein Streitgespräch, wo sie sagte, dass ich sie an der kurzen Leine halte und sie das verdient habe. Dabei finde ich das grauenvoll, ich habe immer wieder gewollt, dass sie auch ihre Leute trifft und mit ihnen zu Corona-Zeiten ihre Facebook-Trinkpartys macht etc. Ich wollte sie nie kontrollieren und einengen. Ich habe nur mehrmals darum gebeten, dass es mir sehr helfen würde, wenn ich sie ab und an fragen (mit Pech auch mehrmals am Tag) dürfe, ob ich mir wegen xyz Sorgen machen müsse. Einfach als Rückversicherung. Aber das hat sie jedes Mal unendlich getriggert und ihr das Gefühl gegeben, dass ich ihr gar nicht vertraue. Was ich aufrichtig versucht habe. Ich hatte auch Kontakt zu meinen ehemaligen Therapeuten und habe mich wieder auf Wartelisten setzen lassen, um meine Verlassenängste noch mal anzugehen. Medikamente hatte ich vorgeschlagen, das wollte sie nicht.



    Wir hatten einige Trennungsgespräche, sind aber immer zu dem Schluss gekommen, dass wir uns lieben. Bis zum Mittwoch vor zwei Wochen, da hat sie mich nach Hause geschickt und gesagt, sie kann das alles nicht mehr. Eine Woche später haben wir uns gesehen, sie hat immer gesagt, dass sie mich noch liebt. Und dass in ihrem Herzen kein Platz für jemand anderen ist. Sie einfach Zeit für sich braucht, um sich zu sortieren. Das Treffen und das Gespräch waren sehr schön, wir haben uns darauf den Samstag noch mal gesehen und einen wunderschönen Tag miteinander verbracht. Eigentlich lief alles darauf hin, dass wir wieder zusammen kommen. Allerdings sollte ich mich nicht dauernd bei ihr melden. Leider habe ich sie Montags gefragt, ob sie nachts nicht schlafen konnte, weil sie bei Instagram noch online war. Ich hatte so unendlich Sehnsucht und habe da und bei WA nach ihr geschaut, auch weil ich immer gehofft habe, dass sie sich mit einer baldigen Entscheidung meldet. Donnerstag wollte sie auf ihren Vorschlag hin bei mir schlafen und dann am Freitag von mir zu ihren Eltern fahren.

  • 45 Antworten

    Ich habe mich mega gefreut, alles aufgeräumt und am abend vorher ganz kurz - wie sonst immer als wir noch zusammen waren - mit ihr telefoniert und sie sagte, sie hat mich lieb und freut sich auf morgen. Und noch einen Herzchen-Smiley geschickt. Wie früher halt. Donnerstag stand sie dann vor meiner Tür - ohne Gepäck. Sie kann nicht bei mir schlafen, weiß nicht, was sie fühlt. Dass sie mich nicht warten lassen will und keinen Kontakt haben. Ich habe so weinen müssen und konnte das nicht glauben, habe mit ihr gesprochen und versucht zu erklären, dass ich das Gefühl habe, dass sie auf einem "Selbstzerstörungstrip" ist und sie alles von sich stößt, was ihr lieb ist. Dass ich an uns glaube. Irgendwann fragte ich, ob sie mittlerweile weiß, warum es sie nun so stört, ihre Ex dauernd zu hören und zu sehen. Da sagte sie, dass sie vielleicht noch oder wieder in sie verliebt ist. Das hat mich so dermaßen zerstört. Das war so oft Streitpunkt, immer wieder wurde mir versichert, dass da nichts mehr ist. Dass ich sie eher mit meinen Nachfragen dahin treibe (zum Schluss habe ich da aber eigentlich nichts mehr zu gesagt, mich nur geärgert, dass sie sie dauernd trifft).







    Dass sie uns Dienstag Abend verglichen hätte und sich so geärgert hätte, dass ich sie weiter kontrolliere bei Instagram etc (dabei habe ich sowas in unserer Beziehung nie getan, ich möchte, dass sich jeder Partner frei entwickeln kann - es stimmt aber auch, dass ich sehr gerne Sachen gemeinsam mache). Und sie sie vermisst und vielleicht noch oder wieder verliebt ist. DAS ist tatsächlich das schlimmste mögliche Szenario für mich gewesen. Da es auch immer hieß, dass da schon als ich "auf der Bildfläche" erschien kaum noch Gefühle waren. Dass es sein kann, dass sie sich da täuscht und sie nun ein paar Tage eine Auszeit braucht. Und keinen Kontakt will. Dass sie mich eigentlich noch mag, es leichter wäre zu sagen, dass es nicht so sei. Auf mein Bitten hin hat sie mich geküsst und den Kuss auch wiederholt, von sich aus.







    Seitdem bin ich komplett zerrissen und kann das alles nicht glauben. Weine den ganzen Tag und überlege, ob ich noch mal in die Klinik soll. Ich wünsche mir trotz allem, dass sie zurück kommt und merkt, dass sie MICH vermisst und noch liebt. Denn das hat sie an dem Samstag (unserem zweiten Treffen nach der Trennung) definitiv noch getan, das habe ich gesehen. Sie sagte, dass ihre Freunde verstehen können, dass meine Eifersucht ein Problem ist, da habe ich aber das Gefühl, dass die nur eine Seite der Geschichte kennen bzw. für die das mit dem Küssen unter Freunden ohnehin normal ist. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Ob es noch Hoffnung gibt.



    Nun heute habe ich den Fehler gemacht den Wunsch nach einer Kontaktpause zu ignorieren, weil ich es nicht länger ausgehalten habe. Die ursprüngliche Nachricht habe ich gelöscht und dann geschrieben, dass ich hoffe, dass sie gute Tage hat und ich es nicht länger ausgehalten habe. 30 Minuten später schrieb ich, dass ich nun Angst habe, dass sie sauer ist und ich alles kaputt gemacht habe. Darauf kam, dass sie darauf nichts antworten wird. Ich habe noch eine Nachricht (Frage nach Hoffnung) gestellt und gelöscht - und mich entschuldigt, dass ich ihre Bitte nicht erfüllt habe, es ginge mir einfach nicht gut.



    Nun ist meine Panik noch größer, dass es kein zurück gibt.

    Du treibst deine Freundin in der Tat weg. Und wie du merkst, hilft dir dein ständiges Nachfragen und Rückversichern überhaupt nicht.

    Du übergehst ihren Wunsch nach Ruhe. Ich kann nachvollziehen, dass es dich quält, aber sich ständig zu melden, entschuldigen und dann doch wieder rückversichern ist eben auch höchst manipulativ.


    Du zwingst sie dazu, zu reagieren. Aber fällt die Reaktion nicht so aus wie du wünschst, ist es auch nicht recht.


    Und: man muss nicht etwas aktiv verbieten, um den anderen einzuengen. Es reicht auch absolut unausstehlich zu sein, dass der andere Part etwas lieber sein lässt.

    Ja, ich verstehe deine Kritik hinsichtlich des Meldens. Ich habe das nun auch seit Freitag geschafft, mich nicht zu melden, meine Gedanken lieber für mich aufgeschrieben.

    Gerade der Punkt, dass ich manchmal denke, dass Kleinigkeiten/falsche Sätze von mir Dinge zum negativen wenden ist tatsächlich auch ein Punkt, mit dem ich früher Probleme hatte und der durch meine Ängste in der Beziehung wieder ein wenig aufgelebt ist.

    Ich leide da SEHR drunter, mich unbedingt melden zu wollen und "zu müssen".

    Was mir nicht gefällt ist allerdings der Part mit dem unausstehlich sein, ich weiß nicht, wie sich das beispielsweise äußern könnte, aber ich glaube, das spiegelt mich eigentlich nicht angemessen wieder.

    Nachtrag: beide Nachrichten hatte ich gelöscht, bevor sie gelesen wurden. Und: eigentlich lösche ich nie Nachrichten, das war auch immer unsere Abmachung, denn eigentlich bin ich der Meinung "was man gesagt hat, hat man gesagt". In dem Fall habe ich mich einfach für meine Schwäche geschämt und wollte sie nun gar nicht zu einer Antwort zwingen. Und habe die Frage deswegen gelöscht.

    Ich hätte nun nicht gewusst, wie ich das besser runterbrechen soll, um dieses Komplexe in der Beziehung zu beschreiben.

    KellyCline schrieb:

    Nachtrag: beide Nachrichten hatte ich gelöscht, bevor sie gelesen wurden. Und: eigentlich lösche ich nie Nachrichten, das war auch immer unsere Abmachung, denn eigentlich bin ich der Meinung "was man gesagt hat, hat man gesagt". In dem Fall habe ich mich einfach für meine Schwäche geschämt und wollte sie nun gar nicht zu einer Antwort zwingen. Und habe die Frage deswegen gelöscht.

    Das ändert nichts an dem Signal, dass du sendest. Sie weiß dadurch trotzdem, dass du wieder geschrieben hast. Was genau in der Nachricht stand ist nicht so wichtig. Die grobe Richtung kann sie sich denken, sie kennt dich ja.

    Ja, das hat mich auch wirklich sehr geärgert. Ich bin einfach schwach geworden. Nachtrag zu dem "Roman": ich habe damit verdeutlichen wollen, was zum Aufflammen meiner Ängste geführt hat. Während der Beziehung habe ich weder bei WA noch sonstwo einen Status kontrolliert, bin ans Handy gegangen oder ähnliches.

    KellyCline schrieb:

    Ich hatte auch Kontakt zu meinen ehemaligen Therapeuten und habe mich wieder auf Wartelisten setzen lassen, um meine Verlassenängste noch mal anzugehen. Medikamente hatte ich vorgeschlagen, das wollte sie nicht.

    Eifersucht würde ich nicht mit Medikamenten bekämpfen. Du hast einfach kein Vertrauen in deine Freundin, dass sie andere nicht küsst. Wie denn auch? Umso mehr versuchst du dich an sie zu hängen und natürlich ist das umso belastender für euch beide. Deine Eifersuchts zu schüren ändert allerdings nichts daran, dass sie ist, wie sie ist. Entweder, du willst diese lockere Beziehung führen, dann wirfst du deine Eifersucht über Bord oder die Beziehung wird immer ungesünder werden. Das klingt halt fürchterlich abhängig.

    KellyCline schrieb:

    Sie sagte, dass ihre Freunde verstehen können, dass meine Eifersucht ein Problem ist, da habe ich aber das Gefühl, dass die nur eine Seite der Geschichte kennen bzw. für die das mit dem Küssen unter Freunden ohnehin normal ist. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Ob es noch Hoffnung gibt.

    Nicht mehr klammern und aufhören eifersüchtig zu sein. Deine Eifersucht ändert nichts an ihren Gefühlen und hat auch nichts mit ihr zu tun, sondern mit deiner Abhängigkeit von ihr.

    KellyCline schrieb:

    Nun heute habe ich den Fehler gemacht den Wunsch nach einer Kontaktpause zu ignorieren, weil ich es nicht länger ausgehalten habe.

    Abhängigkeit pur.

    KellyCline schrieb:

    Seitdem bin ich komplett zerrissen und kann das alles nicht glauben. Weine den ganzen Tag und überlege, ob ich noch mal in die Klinik soll.

    Das ist sicher keine schlechte Idee. Es kann ja nicht sein, dass du wankst, nur weil deine Beziehung nicht so läuft, wie du es dir vorstellst.

    Da hast du Recht. Ich hatte anfangs mal mit ihr gesprochen, wie sie sich eine Beziehung vorstellt, ob sie eine offene Beziehung wünschen würde. Aber der von ihr gewünschte Konsens war, dass sie das NICHT will, sondern eine monogame Beziehung. Das klingt nun so, als hätte ich die ganze Zeit furchtbar geklammert etc. Sie sagte selber anfangs, dass sie absolut nicht auf Kritik klar kommt, insofern haben wir uns eigentlich immer so lange gut verstanden, bis ich was sagte.

    Meine Angst ist erst mit den Monaten "neben" der Ex so gewachsen. Da ich mir dafür so große Vorwürfe mache, habe ich das in meiner Erzählung auch in den Vordergrund gerückt. Anfangs habe ich ihr sehr vertraut und ihr auch ihre Zeit gelassen, obwohl sie noch neben der Ex geschlafen hat usw.

    Zitat

    Was mir nicht gefällt ist allerdings der Part mit dem unausstehlich sein, ich weiß nicht, wie sich das beispielsweise äußern könnte, aber ich glaube, das spiegelt mich eigentlich nicht angemessen wieder.

    Es war eher als Denkanstoß gedacht. Weil du so oft betont hast, dass du dies oder jenes doch gar nicht aktiv verbietest. Das mag so sein, bedeutet aber nicht, dass sie sich deshalb nicht doch eingeengt fühlen kann.


    Es stört dich z.B. wenn sie alleine weg gehen will, weil du Angst hast, dass sie (wieder) jemanden küsst. Dass sie darauf besteht (?) alleine weg gehen zu wollen, macht es natürlich nicht leichter. Aber du kündigst ja schon an, dass du Nachfragen willst. Immer wieder. Für nichts und wieder nichts. Also lässt sie gewisse Aktivitäten dann wohl lieber sein, was wiederum zu Unmut und Einengung führt.


    Kam es bisher wirklich nur ein mal vor, dass du sie darauf ansprichst wenn sie nachts länger online war? Vielleicht hat sie schlechte Erfahrungen in vorherigen Beziehung deshalb gemacht, und projiziert es auf dich?


    Wenn sie in dem Kuss keinen Seitensprung sieht, dann ist das so. Wenn ihr am Anfang der Beziehung die Rahmenbedingungen festgelegt habt, und sie diese übergeht, ist das natürlich ein Vertrauensbruch. Dass du das falsche Spiel mit der Exfreundin erlebt und mitgespielt hast, tut sein Übriges dazu. Vielleicht passt ihr doch nicht so gut zusammen, wie ihr es euch erhofft?
    Wie viel Vertrauen hast du denn überhaupt (noch) zu ihr?


    Du hast etwas geschrieben, das gelöscht und stattdessen was anderes geschrieben. Das macht es nicht besser. 30 Minuten später die nächste Nachfrage. Sie sagt, sie wird nicht antworten. Das übergehst du erneut mit einer weiteren Nachfrage, zum dritten Mal.

    Du willst unbedingt eine Reaktion haben.


    Ich sage nicht, dass es in Ordnung ist dich zu verletzen, ich möchte eher zum Nachdenken anregen, ob es wirklich sie ist, die dich wegstößt, oder ob du es bist, der sie wegtreibt. Oder beides zusammen?
    Und: wenn sie die Beziehung beenden will, Abstand will, dann solltest du das ernst nehmen und nicht sagen, sie sei ja bloß selbstzerstörerisch und deinen eigenen Anteil nicht sehen wollen.

    Wenn sie das mit dem Küssen so viel lockerer sieht, ist die Beziehung vielleicht auch einfach nicht gut für dich? Dann schütze dich selbst.

    Egal was du tust oder was passiert, du bist für dich selbst verantwortlich, niemand sonst. Solch eine 'Erkenntnis' kann befreiend sein.


    Ich finde es gut von dir, dass du eine erneute Therapie in Erwägung ziehst. Dass du an dir arbeiten willst. Mach es in erster Linie für dich selbst. Und alles andere fügt sich dann von alleine.


    Bei deinen Schilderungen musste ich an Konfuzius denken:

    "Was du liebst, lass frei. Kommt es zurück, gehört es dir - für immer."

    Tut mir leid, wenn es unangebracht erscheint.

    Melete schrieb:
    KellyCline schrieb:
    Seitdem bin ich komplett zerrissen und kann das alles nicht glauben. Weine den ganzen Tag und überlege, ob ich noch mal in die Klinik soll.

    Das ist sicher keine schlechte Idee. Es kann ja nicht sein, dass du wankst, nur weil deine Beziehung nicht so läuft, wie du es dir vorstellst.

    Ja, das überlege ich auch. Wie gesagt, ich war nun über viele Jahre sehr sehr stabil, wusste aber immer, dass Beziehungen meine Achillesferse sind. Ich habe mich einfach so unverhofft so schrecklich verliebt, dass ich es doch versucht habe.

    Monogamie bedeutet genau genommen erst mal nur, dass man nur einen Partner hat. (Im Gegensatz zur Polyamorie z.B.)

    Es heißt nicht, dass Küssen automatisch ein Seitensprung ist.