• Verlassen - schwanke zwischen Hoffnung und Verzweiflung

    Hallo, das hier könnte nun etwas länger werden.Ich bin weiblich, mittlerweile 36 und hatte einen bescheuerten Start ins Leben. Psychisch krank, schlechtes Elternhaus. Ab 18 immer wieder in Therapie. Ich hatte mit 22 eine Beziehung, die 1,5 Jahre gehalten hat. Vor 8 Jahren hat sich meine zweite Partnerin nach 4,5 Jahren (und zwischenzeitlich zwei Trennungen)…
  • 48 Antworten

    (also grundsätzlich hast du hier in den meisten Punkten recht. Aber man muss nicht alles "gegen" KellyCline auslegen. Ihre Reaktionen sind in dieser Heftigkeit kontraproduktiv, aber kommen nun nicht wirklich aus dem Nichts. Ein paar Anlässe hat die Freundin durchaus geliefert, die die grundsätzliche Verlustangst von Kelly so richtig schön angefeuert haben)

    Las sich für mich nicht so. Es ging um offene Beziehung vs. Monogamie. Deshalb ja mein Einwand. Sie kann eine Freundin küssen und dennoch in einer monogamen Beziehung sein.


    Aber wenn ich es missverstanden habe, ist doch alles gut.

    KellyCline schrieb:

    Ja, das überlege ich auch. Wie gesagt, ich war nun über viele Jahre sehr sehr stabil, wusste aber immer, dass Beziehungen meine Achillesferse sind. Ich habe mich einfach so unverhofft so schrecklich verliebt, dass ich es doch versucht habe.

    Es ist schon etwas anderes, etwas im Kopf zu wissen oder etwas auch zu praktizieren. Also reagierst du, wenn die Beziehung nicht läuft wahrscheinlich mit alten Mustern, mit Eifersucht und Kontrolle. Verständlich, aber nichts, womit du dir etwas gutes tust und anstatt dich an sie zu hängen, muss die Sicherheit und das Vertrauen aus dir kommen.

    mnef schrieb:

    (also grundsätzlich hast du hier in den meisten Punkten recht. Aber man muss nicht alles "gegen" KellyCline auslegen. Ihre Reaktionen sind in dieser Heftigkeit kontraproduktiv, aber kommen nun nicht wirklich aus dem Nichts. Ein paar Anlässe hat die Freundin durchaus geliefert, die die grundsätzliche Verlustangst von Kelly so richtig schön angefeuert haben)

    Das stimmt und es tut mir leid, wenn es so rüberkommt, als würde ich alles gegen den/die TE auslegen. Das war nicht meine Intention. KellyCline

    garudych schrieb:

    Las sich für mich nicht so. Es ging um offene Beziehung vs. Monogamie. Deshalb ja mein Einwand. Sie kann eine Freundin küssen und dennoch in einer monogamen Beziehung sein.


    Aber wenn ich es missverstanden habe, ist doch alles gut.

    Es war abgesprochen, dass sie auch niemanden küsst, andersrum würde sie das auch nicht wollen. Zwei Monate vor diesem Kuss gab es schon mal so eine Situation, wo eine Freundin sie küsste - sie hat mir davon erzählt und dadurch war das okay für mich und ich habe es ihr nicht vorgehalten (auch wenn das ein erster Dämpfer war) - hätte sie mir bei dem zweiten Kuss davon erzählt, als ich nachgefragt habe, wäre ich auch enttäuscht gewesen. Aber es hätte mir nicht das Vertrauen genommen. Schlimm war für mich, dass ich angelogen wurde.

    Melete schrieb:
    KellyCline schrieb:

    Ja, das überlege ich auch. Wie gesagt, ich war nun über viele Jahre sehr sehr stabil, wusste aber immer, dass Beziehungen meine Achillesferse sind. Ich habe mich einfach so unverhofft so schrecklich verliebt, dass ich es doch versucht habe.

    Es ist schon etwas anderes, etwas im Kopf zu wissen oder etwas auch zu praktizieren. Also reagierst du, wenn die Beziehung nicht läuft wahrscheinlich mit alten Mustern, mit Eifersucht und Kontrolle. Verständlich, aber nichts, womit du dir etwas gutes tust und anstatt dich an sie zu hängen, muss die Sicherheit und das Vertrauen aus dir kommen.

    Ja potentiell reagiere ich da mit alten Mustern. Wie gesagt, ich wollte nie mehr eine Beziehung führen. Als bewusste Entscheidung. Ich habe vorher von meinen alten Problemen erzählt - und habe anfangs auch jede Menge vertrauen gehabt, wurd durch die 1,5 Küsse und die Sache mit der Ex immer schlimmer.

    Das verstehe ich sehr gut, dass du an der Lüge zu knabbern hast. Völlig berechtigt!


    Danke für deine Antworten. @:)


    Tut mir leid, dass ich keine besseren Ratschläge habe. Ich erkenne mein altes Ich in deinen Unsicherheiten und Ängsten wieder. Ich habe mich auch mal so verhalten wie du. Hoffnungsvoll auf Lebenszeichen gewartet, viel Nachfragerei und Reaktionen provozieren wollen, um vermeintliche Sicherheit zu gewinnen, ...

    Vielleicht noch ein kurzer Nachtrag, wieso ich es nicht ausgehalten habe mich zu melden. Pfingsten vor einem Jahr waren wir das erste Mal zu zweit in ihrer Hütte im Wald. Damals hatte ich schon circa einen Monat was mit ihr. Ihrer Exfreundin hat sie gesagt, sie fährt unter anderem mit mir und meiner Schwester dahin. Und dass sie niemand anderen hat - und hat die zuhause in der gemeinsamen Wohnung weinende Ex darum gebeten, sie ein paar Tage nicht anzuschreiben. Und dass sie das nun "andersrum" so sehr wiederholt, treibt mich einfach in den Wahnsinn.

    garudych schrieb:

    Das verstehe ich sehr gut, dass du an der Lüge zu knabbern hast. Völlig berechtigt!


    Danke für deine Antworten. @:)


    Tut mir leid, dass ich keine besseren Ratschläge habe. Ich erkenne mein altes Ich in deinen Unsicherheiten und Ängsten wieder. Ich habe mich auch mal so verhalten wie du. Hoffnungsvoll auf Lebenszeichen gewartet, viel Nachfragerei und Reaktionen provozieren wollen, um vermeintliche Sicherheit zu gewinnen, ...

    Wie bist du heute? Wie bist du daraus gekommen?

    Der Witz ist, dass ich mir eigentlich tatsächlich zutraue, es mit ihr noch einmal "neu" anzugehen und zu versuchen die Verbitterung etc "auf Null" zu setzen, zwar mit medikamentöser Unterstützung etc, aber dennoch. Ich habe schon oft gezeigt, wie sehr ich mich ändern kann (vom arbeitslosen, kettenrauchenden, irgendwiealkoholabhängigen Etwas zu mir jetzt - ich rauche seit Jahren nicht, trinke seit 1,5 Jahren nicht einen Tropfen Alkohol, ich habe mich immer weiter hochgearbeitet und einen guten Job) - und sie wäre mir das Wert. Um so enttäuschter war ich Donnerstag. Und jeder Tag nun macht es mir schwerer, meine Vorsätze was mein Verhalten angeht ihr ggü umzusetzen.

    Denn grundsätzlich habt ihr schon recht und ich bin froh, das noch mal neutral formuliert zu lesen: ich sollte ihr, wenn wir zusammen sind, auch vertrauen und sie "gehen" lassen - weil eine Beziehung andernfalls auch keinen Spaß macht. Ich darf mir dennoch nicht alles gefallen lassen. Ich hoffe einfach, dass es noch nicht zu spät ist und versuche nun, mich nicht weiter zu melden.

    Sie hatte gesagt, dass sie sich vorstellen kann, dass sie sich nur einbildet, in ihre Ex verliebt zu sein, weil sie das auch gar nicht will (die Ex hat sich auch einige abgefahrene Nummern erlaubt, nun letztens erst den Festnetzvertrag geändert und verlängert usw.).

    Es fällt mir einfach so schwer, das auszuhalten und abzuwarten, da ich wirklich trotz allem sehr verliebt bin.

    KellyCline schrieb:

    Und dass sie das nun "andersrum" so sehr wiederholt, treibt mich einfach in den Wahnsinn.

    Verständlich. Das ist so das grundsätzliche Problem mit Tricksereien. Solange du in der Situation warst, "die Neue" zu sein, während "die Alte" angelogen wurde, war es halbwegs ok. Hat aber eben den Stachel gesetzt, dass du jetzt nicht vergessen kannst, wozu sie grundsätzlich imstande ist. Klar erinnerst du dich jetzt daran und fragst dich, um du dieses Jahr in der Rolle der Belogenen bist, wie es letztes Jahr die Ex war.
    Wirklich schwierig, weil ihr beide nachvollziehbare Punkte habt.
    Ich will nicht ausschließen, dass die Zeit das noch regeln kann. Aber kurzfristig rosarot wird das ziemlich sicher nicht. Also wenn du es wirklich noch willst (also wirklich wirklich, nicht nur, weil Trennung immer scheiße ist), musste du auch zu ner längeren harten Zeit bereit sein.

    Bei euch treffen eben auch zwei Extreme aufeinander. Du sehr unsicher und ängstlich, willst Dinge klären und hältst die Unwissenheit kaum aus.
    Sie eher konfliktscheu, will dann nichtmal angeschrieben werden, erzählt jeder Frau erstmal das, womit sie ihre Ruhe weitestgehend hat, auch wenn es gelogen ist.
    Heißt eine Person, die viel Sicherheit braucht, liebt hier eine, die wenig Sicherheit gibt. Keine gute Mischung.

    mnef schrieb:
    KellyCline schrieb:

    Und dass sie das nun "andersrum" so sehr wiederholt, treibt mich einfach in den Wahnsinn.

    Verständlich. Das ist so das grundsätzliche Problem mit Tricksereien. Solange du in der Situation warst, "die Neue" zu sein, während "die Alte" angelogen wurde, war es halbwegs ok. Hat aber eben den Stachel gesetzt, dass du jetzt nicht vergessen kannst, wozu sie grundsätzlich imstande ist. Klar erinnerst du dich jetzt daran und fragst dich, um du dieses Jahr in der Rolle der Belogenen bist, wie es letztes Jahr die Ex war.
    Wirklich schwierig, weil ihr beide nachvollziehbare Punkte habt.
    Ich will nicht ausschließen, dass die Zeit das noch regeln kann. Aber kurzfristig rosarot wird das ziemlich sicher nicht. Also wenn du es wirklich noch willst (also wirklich wirklich, nicht nur, weil Trennung immer scheiße ist), musste du auch zu ner längeren harten Zeit bereit sein.

    Tatsächlich hat mir das mit dem "die Neue" sein auch sehr zu schaffen gemacht, was ich meiner Freundin gegenüber auch immer mal angesprochen habe. Ich hatte immer wieder ein sehr schlechtes Gewissen und hätte mich am liebsten mal entschuldigt, allerdings ist mir auch klar, dass ihr das überhaupt nichts gebracht hätte. Das schlechte Gewissen hat es mir aber auch manchmal in der Wohnung (bei mir hatte ich das Gefühl nicht) schwer gemacht, unbeschwert die Beziehung zu genießen (gerade durch so Sachen wie "der Name steht da noch", die Küche wird genutzt, einmal stand die Ex mit Handwerkern bei uns im Schlafzimmer, einmal einfach so in der Küche).

    Wenn sich meine Ex wieder für sie entscheidet, kann ich ja ohnehin nichts machen. Andernfalls wäre ich bereit, es wirklich wirklich zu versuchen.

    mnef schrieb:


    Heißt eine Person, die viel Sicherheit braucht, liebt hier eine, die wenig Sicherheit gibt. Keine gute Mischung.

    Das trifft es wie die Faust aufs Auge und macht mich sehr traurig. Ich weiß, dass ich lernen kann, auch mit weniger Sicherheit umzugehen - aber ein wenig mehr Initiative von ihr habe ich mir schon gewünscht und würde ich mir auch wünschen.