• Verliebt in meinen Kollegen

    Hallo Ihr Lieben da draußen, ich muss jetzt meine quälenden Gedanken hier loswerden und hoffe, dass Ihr mir Tipps, Ratschläge und Meinungen gebt. Ach, eigentlich weiß ich doch, dass das, was gerade beginnt das größte No-Go ist. Ich weiß auch überhaupt nicht, wie es anfangen konnte. Ich habe seit 8 Monaten einen neuen Arbeitskollegen. Wir arbeiten den…
  • 65 Antworten
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    Er sagte noch, dass mit mir doch irgendwas nicht stimmt. Und das war noch ein Schlag ins Gesicht, weil mein Ex mir sehr oft ins Gesicht geschrien hat, dass ich doch krank im Kopf sei... Damit werde ich nicht leben können.

    Dass er so drauf ist, hast du doch schon vor der Affaire gewusst, das sollte dich also nicht weiter wundern:

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    mir sagte er ganz direkt, dass ich unfähig bin sehr selbstbewusst aufzutreten und nicht in der Lage wäre Kollegen anzuleiten, nicht streng genug sei. Das schlimme ist, dass er, wenn ich genau in mich reinhöre, Recht hat. Aber ich könnte nicht damit leben immer und ständig den Spiegel vorgehalten zu kriegen. Ich habe mir mühevoll mein Selbstbewußtsein wieder aufgebaut nach dieser katastrophalen Ehe und er kommt und sagt mir direkt, dass das nix geworden ist... (...)


    als Geliebte könnte ich es eventuell als Spaß abtun und auf anderes den Fokus legen , aber als echte Beziehung könnte ich es nicht akzeptieren – es würde in mir zu Unwohlsein führen und dann ginge die Beziehung nicht gut.

    Dass du an deiner Lebensart und deinen Lebensgewohnheiten die Dinge bereits geändert hast, die ihn besonders stören, finde ich bedenklich.


    OK, du wolltest es ausprobieren, und das hast du getan. Aus meiner Sicht hat es eben nicht funktioniert, und ich würde da die Konsequenzen ziehen, denn ich an deiner Stelle hätte nun genug gesehen.


    Dein/ euer Problem ist halt, dass sich die spannende Affaire als ganz normaler Mann (aus seiner Sicht: ganz normale Frau) rausgestellt hat. Zudem ist er nur mit dir zusammengezogen, weil ihn seine Frau rausgeschmissen hat – auch ein denkbar ungünstiger Start für ein liebevolles Zusammenleben. Aus seiner Sicht hat er vermutlich durch hormonell bedingte Blödheit seine Familie verloren, und das macht ihm zu schaffen. Dass er weiterhin mit seiner Frau Kontakt hat, wundert mich auch nicht, ihr gegenüber hat er (zu Recht) ein schlechtes Gewissen, deswegen schraubt er ihr jetzt dankbar jede Glühbirne rein, wenn sie das von ihm will.


    Es ist Typsache, wie man mit so einer Erkenntnis nun umgeht. Die einen denken an Paartherapie, an Verharren in der unschönen Situation + Hoffen dass sich von selber irgendwas ändert, an den Versuch die Kommunikation zu verändern + Hoffen dass sich dadurch irgendwas ändert, an "Ich habs mir und ihm eingebrockt, jetzt muss ich auch dazu stehen selbst wenn ich mich unwohl fühle" usw. Ich finde, in deinem Alter sollte man eine gewisse Erfahrung haben, welche Handlungen zu welchem Erfolg führen können oder auch nicht, man hat schon Einiges erlebt und braucht gemachte Fehler nicht unbedingt zu wiederholen, man hat hoffentlich gelernt ohne Partner klarzukommen, und man hat auch nicht mehr so viel Zeit zu verlieren wie wenn man 20 J jünger wäre.

    Weißt du, karfield, in einem seid ihr Beiden euch ja sehr ähnlich: ihr lasst euch treiben und überlasst es gern anderen, Entscheidungen zu treffen. In der Anfangsphase eurer Affaire war es immer wieder so, dass du sagtest: "Ich lass' es mal laufen, ich guck' mal, was so passiert... und was passiert, hängt allein davon ab, was ER will oder tut."


    Er hingegen hat sich nicht bewusst und erwachsen für das Leben mit dir entschieden, weil das genau das war, was er wollte, sondern er hat es ebenfalls "mal einfach laufen gelassen", bis ein anderer (in diesem Fall seine Frau) eine Entscheidung getroffen hat. Beide habt ihr keinen klaren Blick dafür, was ihr eigentlich (vom Leben) wollt. Und sollte dieser klare Blick doch situationsbedingt mal aufflackern, habt ihr nicht die Stärke, ihm konsequent zu folgen.


    Willst du so weiter leben? Willst du weiterhin nur reagieren, statt auch mal zu agieren? Willst du latent unglücklich sein und jeden glücklicheren Moment dazu benutzen, dein Lebensbild schnell wieder ein bisschen freundlicher anzupinseln? Das ist ja nicht verboten, aber wahres Glück wirst du darin nicht finden - allenfalls eine gewisse temporäre Zufriedenheit.


    Oder willst du mehr?


    Dann achte auf die "klaren Blicke" und setz' deine Vorstellung von einem glücklichen Leben um. Auch dazu gehört "trial and error", aber es soll doch DEIN Weg sein, oder? @:)

    Liebe CoteSauvage, liebe Schwimmerin,


    aus Euren Antworten kann ich einiges entnehmen, was mir vielleicht hilft, meinen Weg zu finden.


    Hierrüber denke ich gerade genauer nach:

    Zitat

    Die einen denken an Paartherapie, an Verharren in der unschönen Situation + Hoffen dass sich von selber irgendwas ändert, an den Versuch die Kommunikation zu verändern + Hoffen dass sich dadurch irgendwas ändert, an "Ich habs mir und ihm eingebrockt, jetzt muss ich auch dazu stehen selbst wenn ich mich unwohl fühle"

    Obwohl ich genau weiß, dass ich nicht allein in diese Lage gerutscht bin, aber ich hatte großen Anteil dran. Zumindest hat sich der Gedanke festgesetzt. In unserem "Probehalbjahr" und auch noch danach hat er immer mal wieder gesagt, dass ich es in der Hand hätte, ich bräuchte nur zu sagen, dass ich die Reißleine ziehe und dann ist es ok. Er sagte auch mal, dass er es auf jeden Fall schaffen würde, seine Frau zu besänftigen und kleinbei zu geben, dass sie ihm verzeiht und er zurück kann, ich müsste nur die Entscheidung treffen. Das hatte mich ganz schön unter Druck gesetzt und Fragen in mir aufgeworfen, ob er denn gar nicht 100 % mit mir zusammen den Weg gehen will. Hatte ihn auch dazu gefragt, dem ist er ausgewichen und hat alles schön geredet. Ich war zu dem Zeitpunkt noch ziemlich hormongesteuert...


    Ach je, wenn ich daran denke, greife ich mir heute noch an den Kopf. Wie konnte es mir in meinem Alter passieren, dass der Hormonhaushalt derart die Oberhand gegen den Verstand gewinnen konnte... und schlimmer noch, wie konnte ich die vielen kleinen Hinweise verdrängen, die mir deutlich zeigten, dass aus dieser Affäre niemals eine stabile Beziehung werden konnte. Alles hatte sich in mir gesträubt, meine Freiheit aufzugeben und mit ihm zusammen zu ziehen.


    Selbst er war kurz vor der Entscheidung zur gemeinsamen Wohnung unsicher und hat noch am Tag vor der Unterzeichnung des Mietvertrages gezögert und gemeint, noch könnten wir zurück...


    Nein das ist alles andere als ein guter Start... :

    Zitat

    Zudem ist er nur mit dir zusammengezogen, weil ihn seine Frau rausgeschmissen hat – auch ein denkbar ungünstiger Start für ein liebevolles Zusammenleben.

    ... und noch aus vielen anderen Gründen. %-|


    Ja, natürlich komme ich völlig ohne einen Partner aus, darauf war ich so stolz, dass ich nach der Trennung vom Ex es soweit gebracht habe. Ich hatte so viele Ideen, habe soviel ausprobiert, getan, besorgt, gekümmert, erlebt und habe mich langsam großartig damit gefühlt. Dann kam er...


    Zum Glück arbeite ich nicht mehr direkt mit ihm zusammen. Es ergab sich die Gelegenheit vor unserem Zusammenzug, dass ich die Abteilung wechseln konnte. Denn darin waren wir uns einig, wir wollten nicht 24 Stunden täglich zusammen sein. Und ich muss sagen, wenn es um die Zeit als Kollegen geht und noch jetzt bei Gesprächen über die Firma, verstehen wir uns prima. Wir waren ein super Arbeitsteam. Das hätten wir mal bleiben sollen... >:(


    Liebe Schwimmerin, wie recht Du hast damit:

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    "Ich lass' es mal laufen, ich guck' mal, was so passiert... und was passiert, hängt allein davon ab, was ER will oder tut."

    und eigentlich stehe ich momentan immer noch da. Ich warte dass er etwas tut. Er ist seit 2 Tagen sehr zurückhaltend, nicht grummelig oder ärgerlich, sondern irgendwie abwartend oder nachdenklich. Auch die Nähe ist nicht da. Wenn ich mich an ihn lehne, weicht er nicht zurück, aber er ist nicht aktiv. Ich lass es inzwischen auch, versuche mich von seinem Körper zu entlieben... |-o . Es scheint, als wartet er auch, dass etwas passiert.


    Ich habe mir vorgenommen noch Silvester abzuwarten und dann im Januar ein klärendes Gespräch zu führen. Und bis dahin möcte ich mir alles genau zurecht legen, was ich sage, (oder ich schreibe alles auf? Ich kann nicht so gut spontan argumentieren, außerdem befürchte ich, dass er ausweichen wird)

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    Willst du so weiter leben? Willst du weiterhin nur reagieren, statt auch mal zu agieren? Willst du latent unglücklich sein und jeden glücklicheren Moment dazu benutzen, dein Lebensbild schnell wieder ein bisschen freundlicher anzupinseln?

    Nein!! In meinen "klaren Augenblicken" fühle ich mich stark und weiß den Weg: Ich möchte agieren, möchte mein Leben leben und bin sicher, mit ihm werde ich auf Dauer nicht glücklich!


    Und doch überkommt mich bei dem Gedanken zugehen eine Traurigkeit und Mitleid mit ihm. Es tut mir so leid für ihn, dass sich sein Wunsch nach einem anderen Leben als das was er vor mir führte nicht erfüllt hat. Er war definitiv nicht glücklich, hat sich quasi aufgegeben, gefügt. Was ich mitbekommen habe von Erzählungen ist, dass er ziemlich unter dem Pantoffel stand bei seiner Frau. Er ist so ein liebenswerter Mensch, er hat das eigentlich nicht verdient so unglücklich zu leben.


    Aber ich kann ihm auf Dauer nicht helfen, nicht, ohne mich nicht selbst aufzugeben. Das habe ich 25 Jahre getan, das möchte ich nie wieder.


    Darum steht mein Plan - ich werde gehen. :)z

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    Aus meiner Sicht hat es eben nicht funktioniert, und ich würde da die Konsequenzen ziehen, denn ich an deiner Stelle hätte nun genug gesehen.

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    Wie wäre ein Neuanfang für Dein Leben mit den Anfängen von 2016? Du hast nicht die Verantwortung für sein Leben, für DEINS allerdings schon!

    Jetzt brauche ich bloß noch einen klaren Moment, um ihm sehr erwachsen und möglichst nicht zu emotionsgeladen die Situation zu erklären. Hoffentlich läßt mich das Mitleid mit ihm nicht schwach werden.


    Habt Ihr Tipps, wie ich meinen Plan für mein Leben ihm erklären kann ohne umzukippen oder schwach zu werden, wenn er etwa enttäuscht ist und sagt, dass wir doch jetzt auf dem richtigen Weg sind? Ich glaube es nicht, aber weiß ich das? Und wie reagiere ich dann? Bin ich stark genug zu agieren und nicht nur zu reagieren?


    Ich denke weiter drüber nach. Freue mich wieder über jede Meinung und jegliche Gedanken von Euch. *:)


    viele Grüße

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    Obwohl ich genau weiß, dass ich nicht allein in diese Lage gerutscht bin, aber ich hatte großen Anteil dran.

    Na und, selbst wenn? Hältst du in deinem Leben sonst auch an allen Fehlentscheidungen fest?

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    In unserem "Probehalbjahr" und auch noch danach hat er immer mal wieder gesagt, dass ich es in der Hand hätte, ich bräuchte nur zu sagen, dass ich die Reißleine ziehe und dann ist es ok.

    Ja klar, immer schön dem anderen den Schwarzen Peter zuschieben.

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    Er sagte auch mal, dass er es auf jeden Fall schaffen würde, seine Frau zu besänftigen und kleinbei zu geben, dass sie ihm verzeiht und er zurück kann,

    So ein Schmarrn, er kann ja wohl nicht hellsehen. Außerdem denke ich dass er dir da was aufgetischt hat, denn lieber wäre es ihm sicher gewesen, sie hätte ihn nicht gleich rausgeschmissen. Er hat bestimmt schon damals versucht, sie zu besänftigen.

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    Ich warte dass er etwas tut.

    Da seid ihr euch anscheinend ähnlich. Er wäre wohl nicht mit dir zusammengezogen wenn ihn seine Frau nicht rausgeworfen hätte. Da werdet ihr beide wohl ewig weiterwarten.

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    Ich habe mir vorgenommen noch Silvester abzuwarten und dann im Januar ein klärendes Gespräch zu führen. Und bis dahin möcte ich mir alles genau zurecht legen, was ich sage, (oder ich schreibe alles auf? Ich kann nicht so gut spontan argumentieren, außerdem befürchte ich, dass er ausweichen wird)

    Überleg zuallererst was du dir von einem Gespräch erhoffst. Ein Gespräch hat nur einen Sinn, wenn es für deine Entscheidungsfindung notwendig ist und wenn es deiner Einschätzung nach ein Ergebnis bringen wird.

    Zitat

    Und doch überkommt mich bei dem Gedanken zugehen eine Traurigkeit und Mitleid mit ihm. Es tut mir so leid für ihn, dass sich sein Wunsch nach einem anderen Leben als das was er vor mir führte nicht erfüllt hat.

    Daran wird sich auch nichts ändern, wenn ihr zusammenbleibt. Wenn ihr euch trennt, hat hingehen jeder von euch eine weitere Chance.

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    Was ich mitbekommen habe von Erzählungen ist, dass er ziemlich unter dem Pantoffel stand bei seiner Frau. Er ist so ein liebenswerter Mensch, er hat das eigentlich nicht verdient so unglücklich zu leben.

    Das seh ich ehrlich gesagt anders. Wenn einer sich unter den Pantoffel eines anderen begibt, hat er genau das verdient, was daraus folgt.

    Zitat

    Jetzt brauche ich bloß noch einen klaren Moment, um ihm sehr erwachsen und möglichst nicht zu emotionsgeladen die Situation zu erklären. Hoffentlich läßt mich das Mitleid mit ihm nicht schwach werden.


    Habt Ihr Tipps, wie ich meinen Plan für mein Leben ihm erklären kann ohne umzukippen oder schwach zu werden, wenn er etwa enttäuscht ist und sagt, dass wir doch jetzt auf dem richtigen Weg sind? Ich glaube es nicht, aber weiß ich das? Und wie reagiere ich dann? Bin ich stark genug zu agieren und nicht nur zu reagieren?

    Ich sag dir was: So funktioniert das nicht. Nicht für dich. Du bist offenbar nicht der Mensch, der die Situation analysiert, eine Entscheidung trifft und diese dann konsequent umsetzt. Daher wird ein Gespräch zu nichts weiter führen als dass du dir darüber erneut klar wirst, dass du es so nicht schaffst, diese Geschichte zu beenden. Es bringt auch nichts, dir jetzt ein Drehbuch für ein solches Gespräch zu schreiben. Solange du nicht selber sicher bist, dass eine Trennung für dich das einzig Richtige ist - und das bist du derzeit nicht, das merkt man genau an deinem Hin und Herschwanken in deinen Beiträgen - brauchst du gar nicht versuchen, dich zu überwinden, diesen Schritt zu machen.


    Ich denke, du wirst diese Beziehung eher in einem Impuls beenden, wenn das Fass übergelaufen ist. Und das kann man nicht steuern. Das kommt einfach, wenn die Zeit reif ist. Dann wirst du ganz ruhig zu ihm sagen: "Weißt du was, das mit uns hat einfach keinen Sinn mehr." Und wenn das von selber aus dir rauskommt, wirst du es auch umsetzen können.

    Hallo CoteSauvage,


    danke für Deine Einschätzung. Hier wirst Du wohl vollkommen recht haben. Ich mache mir etwas vor. Wie Du schreibst, werde ich es nicht schaffen nach einem Drehbuch ein Gespräch zu führen. Das war schon immer so, dass ich mir im Kopf jegliche Situation vorstellte, durchspielte und mir ausmalte was danach passierte. Es kam immer anders. Da kann ich es tatsächlich bleiben lassen. Ich habe noch nie konsequent irgendetwas durchgezogen, mein ewiges Problem. Meist habe ich die Sache laufen lassen und immer nur reagiert. Sehr oft funktionierte das.


    Doch, einmal in meinem Leben habe ich etwas durchgezogen, nämlich mich nach 25 Jahren von meinem Ex zu trennen. Aber das kam nur, weil der Leidensdruck einfach zu groß war und es quasi um mein Selbst und fast auch um mein Leben ging. Da hatte ich mir auch alle Szenarien vorher zurecht gelegt, gedanklich durchgespielt und dann kam alles anders. Und in dem Moment habe ich einmal agiert, dabei ging es mir psychisch und daraus resultierend auch physisch so unglaublich schlecht, wie ich es vorher nie erlebt hatte.


    Ich hasse Konfrontationen, ich mag keine Konflikte, ich mag auch nichts entscheiden müssen...


    Du hast mich glaube ganz gut "analysiert":

    Zitat

    Du bist offenbar nicht der Mensch, der die Situation analysiert, eine Entscheidung trifft und diese dann konsequent umsetzt.

    Da gibt es so einige Problemchen und Baustellen in meinem Leben, für die ich noch keine Lösung habe. Und in so einer Situation rutsche ich in diese Sache hier - zu blöd. Ich ärgere mich sehr über mich selbst, nutzt mir natürlich gerade wenig.


    Im Kopf und vom Gefühl her weiß ich, dass ich diese Beziehung beenden werde. Nur keine Ahnung wie. So wie es gerade dahindümpelt, wird es noch ewig dauern bis das Fass überläuft. Nur bin ich keine 25 mehr und weiß eigentlich bis heute nicht was ich will im Leben, wer ich eigentlich bin und werde das hier in dieser Beziehung auch nicht herausfinden. Ich habe immer gedacht, kümmere ich mich erst mal um die anderen, und wenn richtig Zeit ist, dann bin ich mal dran. Es war nie Zeit.


    Mit 20 bin ich in die Beziehung "geraten" mit einem Mann der (ohne es jetzt näher auszuführen) ganz extrem Anzeichen einer narzistischen Persönlichkeitsstörung zeigte. Warum, wie und weshalb mir das passierte, ist hier egal. Das dauerte 25 Jahre um mich daraus zu lösen. In der Zeit war mein Ich fast "verschwunden". Dann war ich auch nicht allein, denn mein Sohn war bei mir und brauchte mich. Wieder keine Zeit, wieder raus geschoben mich um mich selbst zu kümmern. Jetzt ist der so langsam eigenständig und braucht mich nicht mehr, da rutsche ich in diese Sache. Und wieder habe ich das Gefühl, er braucht mich und ich muss da sein für ihn. Er brauchte mich, um das was in seiner festgefahrenen Ehe fehlte zu bekommen, vermutlich um sich mal wieder zu spüren, er brauchte mich dann, als seine Frau eine Entscheidung traf, er brauchte mich, diese Entscheidung seiner Frau emotional zu ertragen, brauchte mich finanziell...


    Und so sitze ich fest in dem Gefühl ständig "gebraucht" zu werden, gibt da noch andere Stellen...


    So langsam dämmert mir, dass ich nie Zeit haben werde, mich um mich zu kümmern, wenn ich nicht endlich ablegen kann, dass ich glaube gebraucht zu werden. Vielleicht ist das oft gar nicht der Fall...


    Naja, wie gesagt, meine "Problemchen".


    Dann schau ich mal wie ich hier weiter komme. Fühle mich gerade nicht wirklich erfolgreich in meinen Überlegungen, wie das hier weiter geht.


    Aber danke für Eure Gedanken, die haben mir doch ziemlich Erkenntnisse gebracht. Wie ich diese nutze - mal schauen. ":/


    Ich wünsche Euch allen einen guten Rutsch und einen guten Start ins neue Jahr.

    Karfield, du bist 44 Jahre alt. Du weißt doch, was Liebeskummer und Verliebtheit sind? Und Du weißt, wie sowas verläuft. Da fragst Du hier Leute, die vermutlich doppelt so jung sind wie Du? ;-D

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    Hier wirst Du wohl vollkommen recht haben.

    Könnte gut sein. Vorletzten Juli hatte ich ja auch Recht ;-)

    Zitat

    Da fragst Du hier Leute, die vermutlich doppelt so jung sind wie Du? ;-D

    Du bist ja süß :-@

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    Vorletzten Juli hatte ich ja auch Recht ;-)

    Jaja, das hattest Du wohl. :)z


    Wie sagt man so schön... Hätte ich mal auf Dich gehört.


    CoteSauvage, bleibst Du ein bisschen bei mir? Das fände ich beruhigend, auch wenn ich nun schon 46 bin. Bist Du etwa eine von den doppelt so jungen Leuten hier? *:)


    Das macht mir auch nichts aus, wenn jemand mit 23 mir einen klugen Rat geben kann. Es gibt sehr intelligente 23 jährige, von denen ich noch lernen kann.


    Übrigens bin ich in meiner Entscheidung heute ein kleinere Stück näher gekommen. Mein "gebrauchter Mann" war den ganzen Abend von allem war ich sagte und tat ziemlich genervt, warum auch immer, keine Ahnung.


    Liebe Grüße @:)

    Zitat

    Bist Du etwa eine von den doppelt so jungen Leuten hier? *:)

    Hattest du etwa diesen Eindruck ;-D ?

    Zitat

    Es gibt sehr intelligente 23 jährige, von denen ich noch lernen kann.

    Finde ich auch. Ich hab mich hier im Forum schon öfter gewundert, wie jung jemand ist, bei dem was/ wie er/sie schreibt.

    Zitat

    Übrigens bin ich in meiner Entscheidung heute ein kleinere Stück näher gekommen.

    Ach was ]:D

    Zitat

    Mein "gebrauchter Mann" war den ganzen Abend von allem war ich sagte und tat ziemlich genervt, warum auch immer, keine Ahnung.

    Wirklich keine Ahnung?


    Hat das einen bestimmten Grund warum du ihn jetzt als "gebraucht" bezeichnest? Sind wir doch alle, wenn wir schon mal 1 Beziehung hatten, und das hat für mich nichts Negatives, häufig sogar Positives.

    oteSauvage,


    das mit dem "doppelt so jung wie du" war auch eher ironisch gemeint. Den Eindruck, dass Du etwa halb so alt ( klingt doch viel besser ;-) ) seist wie ich, hatte ich natürlich nicht.

    Zitat

    Wirklich keine Ahnung?

    na gut, ist schon kalr warum. Aber in dem Moment gab es nicht wirklich einen offensichtlichen Grund. Ich nehme an, dass er im Kopf auch ständiges Gedankenkarussell hat, wie es weiter geht. Er möchte diese Situation so auch nicht mehr. Das merke ich. Und ich denke, dass er mit seiner Heimlichtuerei ein Ziel erreichen will. Er ist ja nicht dumm, eher äußerst feinfühlig.


    Ich denke, sein Ziel ist es schon mal den Weg zu seiner Frau zurück zu ebnen. Er könnte ja auch direkt das Gespräch mit mir suchen und sagen, dass er so nicht mehr leben will. Tut er nicht. Er wartet und arbeitet hintenrum am Zurück ins alte Leben, aus dem er nie wirklich weg oder befreit war.

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    Hat das einen bestimmten Grund warum du ihn jetzt als "gebraucht" bezeichnest? Sind wir doch alle, wenn wir schon mal 1 Beziehung hatten, und das hat für mich nichts Negatives, häufig sogar Positives.

    Na klar weiß ich, dass jeder "gebraucht" ist, der schon mal in einer Beziehung war, ich ja auch. Mir kam spontan nur diese Bezeichnung, nachdem mir klar wurde, dass er nie bereit war für ein Leben und Neuanfang mit mir. Er ist von der Frau alleingelassen worden, war da noch gar nicht bereit dazu und wusste keinen anderen Weg, als zu mir zu kommen. Er hat sich vermutlich nie die Gedanken drüber gemacht, allein sein Leben zu bestreiten. Denn ich hätte ja auch sagen können, nein, lass uns jeder allein leben und uns annähern. Wäre für mich sicher besser gewesen.


    Jedenfalls meinte ich damit, dass er quasi in "Gebrauch" ist und war ...ach, kann ich so genau nicht erklären. In dem Moment meinte ich es eher negativ, denn so ein bißchen Ärger kommt schon hoch, dass er mich dazu gebracht hat, nicht objektiv zu denken und zu entscheiden.


    Ach, das kommt auch wieder falsch an, ich bin ja selbst für meine Entscheidung verantwortlich, aber er wusste, dass ich schlecht nein sagen kann und nicht sehr sicher war in meiner Entscheidungsfindung. Es ging halt alles so schnell, nachdem seine Frau entschieden hatte.


    Auf jeden Fall kann es natürlich sehr positiv sein, wenn jemand schon Erfahrungen in Beziehungen gemacht hat und dadurch gefestigt ist.


    Na, wie auch immer. Ich wünsche Dir heute einen schönen Abend und einen guten Rutsch in ein schönes neues Jahr.


    Das gleiche für alle hier Forum.

    @ :) :)* *:)

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    Ich denke, sein Ziel ist es schon mal den Weg zu seiner Frau zurück zu ebnen.

    Meinst du wirklich? Hast du konkrete Anhaltspunkte dafür, das zu glauben? Nicht dass du dich jetzt analog zu seinen Heimlichkeiten (die ja auch einfach nur den Zweck haben können, seine Familie weiterhin zu sehen und dich durch Erzählungen davon nicht in Unruhe zu versetzen) in ein Gedankenkarrussell begibst.

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    Ich wünsche Dir heute einen schönen Abend und einen guten Rutsch in ein schönes neues Jahr.

    Wünsch ich dir auch!

    Hallo und ein gesundes neues Jahr an alle,


    bis jetzt, habe ich das Gefühl,denke ich nur in eine Richtung, was will er, was tut er und wie kann ich mit ihm umgehen. Heute kommt die Frage in mir auf: Was will ich denn? Will ich denn diese Beziehung so weiter leben? Wie kam sie zustande, was verdränge ich und warum habe ich unterschwellig Angst, dass es vorbei sein könnte? Obwohl ich das Gefühl habe, dass es mir besser gehen würde ohne ihn?


    Alles in allem war diese Beziehung zu keinem Zeitpunkt einfach nur richtig schön. Es gab irgendwie immer Punkte, die nicht gut waren und ich scheinbar verdrängt habe?


    Ich lechze danach geliebt zu werden, freue mich über jede kleine Geste von ihm, die mir zeigt, dass ich ihm viel bedeute, auch wenn danach Dinge passieren, die mir Unbehagen bereiten.


    Da stimmt doch was nicht. So kann ich diese Beziehung nicht objektiv beurteilen. Hat sie eine Chance besser zu werden? Kann es so werden, dass ich nicht mehr alles auf die Goldwaage lege was er tut oder kann ich aufhören genau zu beobachten was er tut um dann zu überlegen wie er was gemeint hat? Kann es dazu kommen, dass ich mich fallen lassen kann in der Beziehung und volles Vertrauen habe?


    Das ganze fing schon nicht gut an. Wenn ich hier den Anfang lese, war ich immer schon im Zweifel bzw. war nie das uneingeschränkte Verlangen da, mit ihm dauerhaft ein Leben zu leben.


    Und wenn ich genau über alles nachdenke, was in der letzten Zeit bis zum Zusammenziehen passiert ist, erkenne ich, dass ich mir vieles eingeredet habe. Ich wollte so unbedingt, dass es klappt - warum? Nur weil ich so ein großes körperliches Verlangen hatte / habe? Ich denke die reine Chemie zwischen uns stimmt, also ich meine echt nur das hormonelle, wir können uns gut "riechen". Ist das der Grund, warum ich alles Unbehagen ausgeblendet habe? Ich erinnere mich genau, als es dazu kam, dass er sich entscheiden musste wohin er geht, und die Idee aufkam, dass wir zusammen ziehen, weil er nicht allein sein wollte, weil es billiger wäre und weil wir es einfach zusammen probieren wollten. Bei dem Gedanken, dass ich dafür mein Reich, meine Freiheit, meine schwer erkämpfte Selbstbestimmung aufgeben oder einschränken muss, hatte ich ein Unwohlsein in mir. Ich war aber gefangen zwischen dem Wunsch ihn körperlich immer bei mir zuhaben und damals schon dem Gefühl, ihm helfen und beistehen zu müssen, weil er ja meinetwegen in diese Lage kam und dem Mitgefühl, dass er alles verliert was für ihn wichtig ist, wenn ich nein sage.


    Warum war das so? Ich bin alt genug es besser zu wissen, aber nein... keiner ist perfekt, aber hier bin ich sehenden Auges in die Falle gelaufen.


    Der gestrige Abend war schön, wir waren allein und es war einfach locker und schön. Auch heute ist alles gut und ruhig und so "normal".


    Irgendwie warte ich darauf, dass etwas passiert, was mir das "Recht" und die "Erlaubnis" gibt zu gehen. Wenn es so normal läuft, verdränge ich alles und sehe nur den Augenblick und genieße diese Normalität.


    Aber ich weiß, ich muss nicht warten um zu gehen. Ich habe jederzeit das Recht zu gehen. Damit es mir gut geht, muss ich für mich entscheiden. Noch "sammel" ich Argumente für mich, dass es mir auf jeden Fall besser geht ohne ihn. Es passiert das Übliche, der Kopf spielt einen Streich: die schönen Momente übertreffen in der Wertigkeit die nicht Schönen. Das macht es schwer.


    Ich lasse momentan gern alle meine Gedankengänge hier, das hilft mir besser, als wenn sie nur auf einen Zettel schreibe. Vielleicht hat ja auch ab und an jemand eine Meinung dazu, auch nicht schlimm, wenn nicht.


    einen schönen Abend Euch allen

    tja, wie zu erwarten, stecke ich nun fest im Gedankenkarussell. Aber wie könnte ich meine zwiespältigen Gefühle einfach übergehen? Is nich...


    Mir kam heute eine Erkenntnis, die mich jetzt sehr beschäftigt. Ich habe das Gefühl, dass ich einfach nur mit seiner Frau den Platz getauscht habe, nur dass die Defizite, die ihm in seiner Ehe fehlten und die zu der Affäre mit mir führten, jetzt durch mich aufgefüllt werden.


    Ich habe einfach einmal überlegt, was sich für mich im Vergleich zu meinem vorherigen Leben geändert hat - positiv geändert hat. Und ich habe überlegt, was sich für ihn geändert hat.


    Zu dreiviertel oder gar mehr besteht unsere Wohnung aus seinen Möbeln, also Möbel, aus dem Leben mit seiner Frau. Ich liege sogar in seinem Ehebett auf der Seite seiner Frau, zwar mit meiner eigenen Matratze, aber es ist alles seins. Klar, ich hatte in meiner kleinen Wohnung nicht viel (brauchte ich auch nicht), habe einiges dort gelassen, weil ja jetzt mein Sohn dort wohnt. Und mein Lebensgefährte wollte halt auch nicht alle Möbel wegschmeissen. Aber jeden Tag erinnert mich die Einrichtung an seine Ehe. Wohnstube: seine Schrankwand mit Foto seiner Eltern, sein Sofa, sein Tisch, seine Stereoanlage, sein Fernsehschrank, seine Pflanzen, seine gardinen, seine Bilder an der Wand. Teppich und TV sind von mir. Ich hätte gern die Wände ein bißchen gestaltet, bissl Farbe dran oder ein neues Bild oder bissl Regal oder so, halt was gemeinsames. Den Wunsch kennt er und fand es auch ok, aber "erst mal einziehen und dann in aller Ruhe was machen". Darauf werde ich bis zum Sankt Nimmerleinstag warten können. In der Schlafstube stehen 2 Kleiderschränke von ihm, voll mit seinen Sachen, hat er ziemlich viele. Ich hatte nie einen Kleiderschrank, nur hinter der Tür ein paar Haken. Ich konnte mir ewig keinen kaufen. Finanziell bedingt, habe ich auch nicht so viele Klamotten. Es war ein Kampf, ein minikleines Fleckchen in einem seiner Schränke zu bekommen. Ich habe nur eine Kommode und bekam den Vorschlag, auf einen Kleiderschrank für mich zu sparen.


    In der Küche stehen auch seine Küchenmöbel, obwohl wir uns etwas eigenes holen wollten, da es eine Einbauküche war. Er hat seinen Vermieter bequatscht, die alten Teile abzukaufen. So stehe ich jetzt in "seiner" Küche, sitze an seinem Tisch usw.


    Wir haben noch ein Arbeitszimmer, in dem ich etwa ein drittel für meinen Schreibtisch und meine Bücher und all meinen Kram habe. Der Rest ist mit seinen Sachen ausgefüllt.


    Nicht falsch verstehen, es ist ok, dass genug Möbel da sind und wir kaum etwas kaufen müssen, aber ich fühle mich einfach nicht wohl, es ist nicht "meins". Ich mag sehr gern Wohnung gestalten, bissl anmalen, bissl dekorieren, aber die Euphorie in unserer gemeinsamen Wohnung einfach ein bißchen was neues zu gestalten, wurde mir schnell genommen. Bei jeder meiner ideen guckte er kritisch und verschob es auf später.


    So wohne ich jetzt in der Wohnung seiner Ehe, ich kann es nicht anders ausdrücken. So kommt dieses Gefühl hoch, ihren Platz einzunehmen. Er hat auch schon geschafft, dass ich nun (siehe Beispiel weiter oben) sonntags früh und auch an anderen freien Tagen aufstehe, (auch wenn ich vielleicht gern noch bissl liegen würde und lesen oder Musik hören) Kaffee mache und ihn wecke, denn er schläft immer länger als ich.


    Für mich hat sich nur geändert, dass ich guten Sex habe und bissl weniger Geld monatlich brauche.


    Sonst sind die Veränderung für mich nicht positiv und ich fühle mich nicht gut damit.


    Der Wunsch, mal wieder allein zu sein, wird größer. Ich kann nicht tun, was ich möchte. Ständig bin ich in dem Miteinander gefangen. Das Miteinander sollte auch anders aussehen, wir hatten uns vieles so schön ausgemalt. Bis jetzt ist davon sehr selten etwas eingetreten.


    ...ich suche weiter nach Antworten und Gründen... warum suche ich nach Gründen? was für Gründe? um zu gehen? oder doch lieber bleiben? wird es anders?


    ???

    Was willst du jetzt hören?


    Du hast wenig Geld, für Kleider, Möbel usw. Da ist es halt vernünftig, dass er nicht seine Sachen wegwirft und für euch beide neue kauft, und warum brauchst du einen Platz in seinem Kleiderschrank, wenn dir für deine Klamotten bisher ein paar Haken genügt haben?


    Und daran

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    Er hat auch schon geschafft, dass ich nun (siehe Beispiel weiter oben) sonntags früh und auch an anderen freien Tagen aufstehe, (auch wenn ich vielleicht gern noch bissl liegen würde und lesen oder Musik hören) Kaffee mache und ihn wecke, denn er schläft immer länger als ich.

    bist du echt selber schuld, was anderes fällt mir dazu nicht mehr ein. Wieso weckst du ihn überhaupt? Es soll doch jeder so lange schlafen wie er will/ berufsbedingt kann.

    naja, das habe ich bissl erwartet. Das war nur ein Versuch zu erklären, warum ich mich unwohl fühle.


    Ist wohl missglückt. Natürlich könnte ich ihn auch schlafen lassen, aber er möchte immer gern mit mir frühstücken und nich so lange schlafen. Ich weiß dann nicht was ich tun soll, schlafen lassen, wecken oder was. Und mit diesem Gefühl geht es mir beschissen. Das kommt daher, dass ich aus einer Ehe komme, in der psychische und verbale Gewalt an der Tagesordnung waren. Daraus resultiert meine "Angst" etwas falsch zu machen.


    Ich muss mal noch länger drüber nachdenken...