• Verliebt in meinen Kollegen

    Hallo Ihr Lieben da draußen, ich muss jetzt meine quälenden Gedanken hier loswerden und hoffe, dass Ihr mir Tipps, Ratschläge und Meinungen gebt. Ach, eigentlich weiß ich doch, dass das, was gerade beginnt das größte No-Go ist. Ich weiß auch überhaupt nicht, wie es anfangen konnte. Ich habe seit 8 Monaten einen neuen Arbeitskollegen. Wir arbeiten den…
  • 65 Antworten

    Grüß dich Karfield,


    ich hatte bisher nur still mitgelesen. Und ich sah da den herzzerreißenden Versuch, nach einem herzhaften "A" unbedingt auch "B" sagen zu wollen. Man kann aber auch feststellen, dass A ein Irrtum war. und dann kann man aus dem Irrtum etwas lernen. Das ist aber nur eine Seit von dem, was ich mitgelesen habe. Die andere ist, dass ihr in der Anpassungsphase offensichtlich viele Störungen hattet, die dazu führten, dass es zwischen euch nicht so geklärt wurde, wie es nötig gewesen wäre. Das weitgehend kompromisslose Verhalten deines Partners hat ja Gründe. Und die könnten darin liegen, dass er sehr stark nach hinten ausgerichtet ist – also auf seine "Exfrau und Familie". Alles, was er dort an Gedanken, Gefühlen und Kraft investiert hat, kann bei euch gefehlt haben.

    Zitat

    Wir haben heute ein erstes Gespräch geführt. Wir sind uns dann erst einmal weinend in die Arme gefallen. Wir mögen uns , wissen aber beide dass wir keine Beziehung führen können.

    Dieses Gespräch hat mehr ausgelöst, als du zur Zeit sehen kannst. Es hat Blockaden gelöst, hat Tabus überschritten, die euch bisher daran gehindert haben, wirklich offen zueinander zu sein.


    Trennungsgespräche sind also oft die besten Gespräche, die Paare seit langem miteinander geführt haben. Denn man hat ja nichts mehr zu verlieren, es scheint schon alles verloren. Aber es kann noch einiges gewonnen werden, und wenn es nur die Tatsache ist, ohne Zorn auseinander zu gehen.

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    Ich fühle mich sehr erleichtert und er auch. Wir gehen wieder viel lockerer miteinander um. Wir sind uns einig, wir überstürzen nichts und sprechen heute abend in Ruhe darüber, wie wir nun weiter machen, da wir ja zusammen eine Wohnung haben, die erst Ende September gekündigt werden kann.

    Und nun klinke ich mich ein, weil es genau darum geht, wie diese Zeit aussehen wird. Ihr seid erst ein Vierteljahr zusammen und es lief verdammt schlecht. Was lässt euch hoffen, dass nun eine drei Mal so lange Zeit gut laufen wird? Und wenn das so ist, warum kann es dann nicht auch weiter gut laufen? Ihr habt noch gar nicht wirklich ausgetestet, wie ihr eure Beziehung optimal gestalten könntet. Du hast durch frühere Traumatisierungen sehr schnell nachgegeben, viel zu schnell, um in dem "hohen Alter" deines Partners bei ihm Veränderungen herbei führen zu können. Die Bewährung einer Beziehung beginnt nun mal erst nach den Hormonen.


    Wenn ihr aber das Zusammenleben doch nicht positiv gestalten und verändern könnt, kann dieses Dreivierteljahr zur Hölle werden. Und das muss unbedingt verhindert werden.


    Also kommt jetzt eine sehr spannende Zeit, in der anders als bisher, alles auf den Tisch muss, was bisher von (scheinbarer) Toleranz und Rücksichtnahme verdeckt wurde. Es muss ausgestanden, durchgestanden werden, es muss zu Klärungen geführt werden. Die Ich-Inseln werden viel größer, die Wir-Insel klein, aber deshalb nicht weniger interessant. Und wenn dann auf der "Wir-Insel" nur noch das ist, was euch gemeinsam Freude bereitet, werdet ihr vielleicht neu darüber nachdenken, ob die Trennung die einzige Möglichkeit ist.


    Das wird allerdings in dem Moment anders, in dem dein Partner sich – nach dem klärenden Gespräch mit dir – wieder seiner Familie und seiner Exfrau zuwendet. Ich gehe davon aus, dass er noch nicht geschieden ist. Wenn er also einen Freiraum hat, in dem er das kompensieren kann, was bei euch ausgetragen und geklärt werden müsste, wird es schwierig bei euch. Dann muss die Trennung evtl. forciert werden oder er zieht einfach aus.

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    Vielleicht hilft dieser Tread anderen bei der Überlegung, ob sich eine Affäre mit einem verheirateten Mann lohnt. Ich sage jetzt nein. Aber das ist meine Erfahrung. Ein bißchen dankbar bin ich aber auch, so einen tollen Menschen kennengelernt zu haben und das erlebt zu haben, was war.

    Mag sein. Denn man muss tatsächlich nicht jeden Fehler selber machen, um daraus zu lernen. Aber ich glaube eher nicht daran. Denn in der Hormonphase der Verliebtheit hat man viel Mut und viel Zuversicht. Und das ist gut so. und wenn man es nur ein wenig anders macht als ihr und zwischen Toleranz und Durchhaltevermögen unterscheiden kann, muss es ja auch keineswegs misslingen. Das kann ich aus eigenem Erleben unterschreiben.


    Ich halte es also für nahe liegender, aus den Fehlern zu lernen, die ihr in der Anpassung gemacht habt, als aus euerem (scheinbaren) Misslingen zu lernen, dass man es gar nicht erst versuchen sollte.


    Für dein Gespräch heute Abend wünsche ich dir viel Mut und Offenheit.


    Viele Grüße zurück

    @ Oldie49

    ich danke Dir für Deine Gedanken.

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    Dieses Gespräch hat mehr ausgelöst, als du zur Zeit sehen kannst. Es hat Blockaden gelöst, hat Tabus überschritten, die euch bisher daran gehindert haben, wirklich offen zueinander zu sein.

    das kann ich nach den Tagen danach sehr bestätigen. Wir hatten nach dieser "Offenbarung" eine sehr intensive Woche. Intensiv im Gedankenaustausch, aber auch intensiv in unserem Leben miteinander. Wir sind uns in den Tagen näher gekommen als in all der Zeit vorher. Wir sind uns einig, dass wir nie im Zorn auseinander gehen, dass wir die Achtung voreinander behalten.


    Ob das jetzt gut ist oder contraproduktiv möchte ich mir nicht eingestehen. Gestern haben wir uns wieder bestätigt, dass es besser ist, wenn jeder sein Leben lebt.


    Aber so wirklich ernst wird es nicht. Er bemüht sich unglaublich um mich, er ist momentan sehr aufmerksam, will das Beste für mich, tut alles für mich. Wir reden viel mehr miteinander, teilen unser Leben.

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    Ihr seid erst ein Vierteljahr zusammen und es lief verdammt schlecht. Was lässt euch hoffen, dass nun eine drei Mal so lange Zeit gut laufen wird? Und wenn das so ist, warum kann es dann nicht auch weiter gut laufen? Ihr habt noch gar nicht wirklich ausgetestet, wie ihr eure Beziehung optimal gestalten könntet.

    Das ist ein großes Problem, bei dem ich nicht weiß, wie ich es angehen soll. Wenn ich das anspreche, sagt er nur, dass ja noch Zeit ist und wir nichts überstürzen wollen.


    Ich sehe eine Gefahr darin, dass er jetzt wieder so ist wie zu Anfang. Ganz ehrlich ist es mir zu nah, aber irgendwie ist es natürlich auch wieder schön nach der Zeit seines kompletten Rückzuges. Ich kann ihn nicht konsequent zurückweisen, zu stark ist noch die Anziehung. Ich bin manchmal innerlich sehr verzweifelt darüber, dass wir in dieser Situation sind. Im Augenblick ist mein Drang weg zu wollen groß und da das nicht geht, bin ich sehr unruhig innerlich und schnell mal genervt.

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    Das wird allerdings in dem Moment anders, in dem dein Partner sich – nach dem klärenden Gespräch mit dir – wieder seiner Familie und seiner Exfrau zuwendet. Ich gehe davon aus, dass er noch nicht geschieden ist. Wenn er also einen Freiraum hat, in dem er das kompensieren kann, was bei euch ausgetragen und geklärt werden müsste, wird es schwierig bei euch.

    Genau so ist das. Momentan ist er mit seiner Frau unterwegs, da die Wohnung ihrer Oma aufgelöst werden muss wegen Heimeinlieferung. Somit ist er an dem Punkt mit dem Freiraum und dem Zuwenden zu seiner Familie. Nein, geschieden ist er nicht. Ich bin sicher, dass er sich seiner Frau wieder zuwenden wird. gestern sagte er mir, da ich ihn fragte, dass er eine Lösung für sich finden wird, auch wenn es erst mal vielleicht nicht die Beste für ihn ist. Und da ich weiß, dass er nicht allein leben will, wird er wohl zurück zu gehen. Seine Frau möchte ihn gern zurück.


    So wird es eine schwere Zeit für mich. Ich möchte mich emotional lösen - schwierig.


    Die Zeit, die wir nun aushalten müssen, wird länger sein, als die, die wir zusammen wohnen. Ich habe keine Vorstellung von dem was kommen wird. Ich kann nur hoffen, dass es eine Möglichkeit gibt eher raus zu kommen.

    Zitat

    Was lässt euch hoffen, dass nun eine drei Mal so lange Zeit gut laufen wird? Und wenn das so ist, warum kann es dann nicht auch weiter gut laufen? Ihr habt noch gar nicht wirklich ausgetestet, wie ihr eure Beziehung optimal gestalten könntet.

    Darauf habe ich keine Antworten. Ich kann nur an mir und mit mir arbeiten, damit ich weiß, was ich will und alles tun um das zu erreichen.


    ...und wieder brauche ich viel Kraft, um aus einem Leben raus zu kommen, was nicht meins ist und mir nicht gut tut. Die Bedingungen sind "besser", aber nicht weniger schwierig.


    viele Grüße

    Guten Tag Karfield,


    deine Schreibfrequenz ist gewöhnungsbedürftig und ich habe eher aus Zufall deine Antwort gesehen. Ich gehe nun darauf ein.

    Zitat

    das kann ich nach den Tagen danach sehr bestätigen. Wir hatten nach dieser "Offenbarung" eine sehr intensive Woche. Intensiv im Gedankenaustausch, aber auch intensiv in unserem Leben miteinander. Wir sind uns in den Tagen näher gekommen als in all der Zeit vorher. Wir sind uns einig, dass wir nie im Zorn auseinander gehen, dass wir die Achtung voreinander behalten.

    Gut, das entspricht bis hierhin auch meinen Erfahrungen. Aber es geht ja um mehr, um eine lange Zeitspanne. Ich rate dir, die ganze "Skala der Unmöglichkeiten" nicht als festgeschrieben anzusehen. Es ist immer mehr möglich, als es auf den ersten Blick scheint. Und viele "Unmöglichkeiten" entstehen aus Angst. Die meisten Ängste lassen sich bewältigen, wenn man dahinter schaut, woher sie kommen.


    Zum Beispiel könnte es doch möglich sein, früher einen Nachmieter zu suchen, wenn ihr feststellt, dass es euch nicht mehr gut tut, in einer erzwungenen Wohngemeinschaft zu leben. Erzwungenes wirkt sich immer negativ aus. Und um sich entscheiden zu können, muss es Alternativen geben. Wenn ihr also die MÖGLICHKEIT in Betracht zieht, einen Nachmieter zu suchen, könnt ihr euch trotzdem ENTSCHEIDEN, bis zu einer Deadline zusammen zu wohnen. Aber nur dann ist es eine Entscheidung, anderenfalls werden sich schnell die Aushalte- und Durchhaltesymptome einstellen. Und dann folgen Streit und Vorwürfe auf dem Fuß.

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    Ob das jetzt gut ist oder contraproduktiv möchte ich mir nicht eingestehen. Gestern haben wir uns wieder bestätigt, dass es besser ist, wenn jeder sein Leben lebt.

    Okay, das war wahrscheinlich und nahe liegend, vor allem vor dem Hintergrund der Tatsache, dass er sich offensichtlich alle Türen zurück in seine Ehe offen gehalten hat. Das wird sich mit großer Sicherheit schon die ganze Zeit auf eure Beziehung ausgewirkt haben.

    Zitat

    Aber so wirklich ernst wird es nicht. Er bemüht sich unglaublich um mich, er ist momentan sehr aufmerksam, will das Beste für mich, tut alles für mich. Wir reden viel mehr miteinander, teilen unser Leben.

    Gut, aber beobachte genau, wann das kippt und was dann zu tun wäre.

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    Ich sehe eine Gefahr darin, dass er jetzt wieder so ist wie zu Anfang. Ganz ehrlich ist es mir zu nah, aber irgendwie ist es natürlich auch wieder schön nach der Zeit seines kompletten Rückzuges. Ich kann ihn nicht konsequent zurückweisen, zu stark ist noch die Anziehung. Ich bin manchmal innerlich sehr verzweifelt darüber, dass wir in dieser Situation sind. Im Augenblick ist mein Drang weg zu wollen groß und da das nicht geht, bin ich sehr unruhig innerlich und schnell mal genervt.

    Okay, dann solltest du intensiv an der Aussage arbeiten "…und da das nicht geht". Denn solche Aussagen sind falsch. Es geht ganz sicher, nur müssen da Tabus gebrochen werden. Es ging auch nicht, dass ihr ein Paar wurdet, denn er war verheiratet. Da wurde auch ein Tabu gebrochen und es ging, obwohl es eigentlich nicht ging. Und nun geht es um Lebenszeit, um das, was zwischen euch doch noch zerstört werden könnte durch eine lange Aushaltezeit. Also muss eventuell etwas möglich gemacht werden, was du bisher für unmöglich hältst. Hört auf, euer Leben durch solche Scheintabus so zu gestalten, dass ihr beide nebeneinander als Opfer der Umstände lebt. Dann versucht nämlich jeder dem jeweils anderen klar zu machen, dass ER das größere Opfer ist oder bringt. Eine schreckliche Vorstellung.

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    Genau so ist das. Momentan ist er mit seiner Frau unterwegs, da die Wohnung ihrer Oma aufgelöst werden muss wegen Heimeinlieferung. Somit ist er an dem Punkt mit dem Freiraum und dem Zuwenden zu seiner Familie.

    Was zu erwarten war und letztlich auch bald zu seinem Auszug führen könnte. Redet doch auch darüber, auch das ist kein Tabu, auch wenn er fälschlicherweise glaubt, dich damit zu verletzen. In dem Zustand, in dem er sich aktuell befindet – also mit der großen Zuwendung zu seiner Frau – könnt ihr sowieso kein glückliches Paarleben mehr führen.

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    Nein, geschieden ist er nicht. Ich bin sicher, dass er sich seiner Frau wieder zuwenden wird. gestern sagte er mir, da ich ihn fragte, dass er eine Lösung für sich finden wird, auch wenn es erst mal vielleicht nicht die Beste für ihn ist. Und da ich weiß, dass er nicht allein leben will, wird er wohl zurück zu gehen. Seine Frau möchte ihn gern zurück.

    Dabei ist die Formulierung "wenn das vielleicht erst mal nicht die beste Lösung für ihn ist" mit Vorsicht anzuschauen. Wenn er das ernsthaft erwägt, wird und kann er dir gegenüber bezüglich seiner Gefühle (seiner Frau gegenüber) nicht mehr ehrlich sein. Einerseits, weil er dich nicht verletzen will. Andererseits aus Loyalität seiner Frau gegenüber.

    Zitat

    So wird es eine schwere Zeit für mich. Ich möchte mich emotional lösen - schwierig.

    Klar ist das schwierig, aber zunächst vor allem, weil du es noch nicht wirklich willst. Sobald du es wirklich willst, wird es erheblich leichter. Es geht also vor allem darum, herauszufinden, warum du es bisher nicht wirklich willst. Und wenn die Gründe erkannt sind, können sie unwichtiger werden und du freier dafür werden, diese Trennung nun auch von ganzem Herzen zu WOLLEN.


    Ich halte Letzteres für immens wichtig, denn anderenfalls rutscht du wieder in eine Opferrolle.

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    Die Zeit, die wir nun aushalten müssen, wird länger sein, als die, die wir zusammen wohnen. Ich habe keine Vorstellung von dem was kommen wird. Ich kann nur hoffen, dass es eine Möglichkeit gibt eher raus zu kommen.

    Da bin ich vollkommen sicher. Und auch dem Satz, dass du "keine Vorstellung von dem hast, was kommen wird" kann entgegen gearbeitet werden. Indem du dir klar machst, dass du das selber mitgestaltest und nicht dem ausgesetzt bist, was dein "Übergangspartner" entscheidet. Das ist also auch eine Frage der Ablösung und Distanz.

    Zitat

    ...und wieder brauche ich viel Kraft, um aus einem Leben raus zu kommen, was nicht meins ist und mir nicht gut tut. Die Bedingungen sind "besser", aber nicht weniger schwierig.

    Mein Rat dazu: Schaue auf das, was du in deinem bisherigen Leben schon bewältigt und gemeistert hast. Auch das wird nicht nur Zuckerschlecken gewesen sein. In der Rückschau auf das, was wir bewältigt haben, er zeugen wir eine "Bewältigungsgewissheit". Und wer die wirklich sein eigen nennen kann, dem kann nichts Ernsthaftes mehr passieren. Er weiß ja "Ich kann das, ich habe alles dabei, um solche Krisen zu bewältigen" Mach dich also möglichst auf die Suche nach dieser Gewissheit. Dann kannst du auch aufhören zu zweifeln. Und das wird sich unmittelbar auf das auswirken, was den Unterschied zwischen einem Opferdasein und selbstbestimmtem Handeln ausmacht.


    Wie immer kannst du mich auch gern per PN anschreiben.

    hallo, mir wurde geraten mir das hier durch zulesen.


    ich versuche mich gerade aus einer affäre zu verabschieden, die seit 20 monaten läuft. er will sich ja angeblich trennen von seiner frau, aber ....blabla....


    deine geschichte finde ich traurig.du hast viel aufgegeben u viel riskiert. so wie ich. ich hab mich verraten, soviel aufgegeben und wofür? für einen mann der feig ist, grose sprüche ablässt und nicht handelt.


    hast du vor eure beziehung weiter zuführen?

    @ Lavazza1981

    Hallo, auch ich kann sagen, meine Affäre ist in vielerlei Hinsicht feige, schwingt reden und doch handelt er nicht. Ist das eine Gemeinsamkeit von Männern, die sich trotz Ehe/fester Beziehung einer anderen zuwenden? Ja, das klingt verallgemeinernd, aber bei sehr vielen Berichten ist das ein Thema.


    Kannst Du denn aus meinen Berichten hier etwas mitnehmen? Oldie49 schrieb ja dazu:

    Zitat

    Denn man muss tatsächlich nicht jeden Fehler selber machen, um daraus zu lernen. Aber ich glaube eher nicht daran. Denn in der Hormonphase der Verliebtheit hat man viel Mut und viel Zuversicht. Und das ist gut so. und wenn man es nur ein wenig anders macht als ihr und zwischen Toleranz und Durchhaltevermögen unterscheiden kann, muss es ja auch keineswegs misslingen.

    Aber ich finde, 20 Monate sind für eine Affäre viel Zeit. Da kommt man an einen Punkt, ob nun zusammen lebend oder nicht, an dem diese große Verliebtheit und die Hormongeschichte beginnt in etwas anderes umzuschlagen - stabil oder endend.


    Bei mir ist es momentan so, dass die Beziehung irgendwie den Status "Affäre" nicht verliert, obwohl wir zusammen leben. Es ist alles etwas vielschichtig. Wenn ich jetzt antworte: nein, ich möchte die Beziehung nicht weiter führen, gibt es hier sicherlich Leser, die sofort sagen, nie und nimmer schafft sie es zu gehen...

    @ oldie49

    ich danke Dir für Deine ehrlichen Gedanken. Mir fällt es zunehmend schwerer hier die richtigen Worte zu finden für das, was ich denke, fühle. Daher kommen auch meine etwas zeitverzögerten Beiträge.Ich nehme gern Dein Angebot an.

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    Mein Rat dazu: Schaue auf das, was du in deinem bisherigen Leben schon bewältigt und gemeistert hast. Auch das wird nicht nur Zuckerschlecken gewesen sein. In der Rückschau auf das, was wir bewältigt haben, er zeugen wir eine "Bewältigungsgewissheit". Und wer die wirklich sein eigen nennen kann, dem kann nichts Ernsthaftes mehr passieren. Er weiß ja "Ich kann das, ich habe alles dabei, um solche Krisen zu bewältigen" Mach dich also möglichst auf die Suche nach dieser Gewissheit. Dann kannst du auch aufhören zu zweifeln. Und das wird sich unmittelbar auf das auswirken, was den Unterschied zwischen einem Opferdasein und selbstbestimmtem Handeln ausmacht.

    Das ist ein sehr wertvoller Rat. Ich werde es versuchen. Aber wie ich schon mal schrieb: meine Ratio ist sich dessen sehr bewusst, nur meine Emotio ist so übermächtig.


    Momentane Situation ist: Stillstand. Wir führen ein eheähnliches Leben mit dem Bewusstsein, uns "irgendwann" zu trennen. Da wir in der selben Firma arbeiten, gleiche Arbeitszeiten haben, fahren wir natürlich gemeinsam auf Arbeit, frühstücken vorher gemeinsam und machen alle Hausaltsdinge gemeinsam. Ab und an reden wir darüber, wie es dann mal "später" sein wird, wenn wir getrennt leben.


    Stillstand eben. Und so sehr mir seine Aufmerksamkeit wieder gefällt, so sehr spüre ich wie contrproduktiv das ist und wie falsch es ist.