Verliebtheit als Dauerzustand

    Mir ist letztens mal klar geworden, dass ich mich immer wirklich immer seit dem zarten Alter von 7 Jahren in einem Verliebtheitszustand befinde.


    Beziehungen hatte ich auch. Meine Verliebtheit endete immer automatisch mit Beginn einer neuen, eine Abwesenheit dieses Gefühls kenne ich gar nicht.


    Wie ist das bei Euch so?


    Bin an einer Diskussion interessiert, wie sich das anfühlt und warum das so ist.


    Liebe Grüße

  • 32 Antworten

    Interessant. Also bei mir fing das zwar 2, 3 Jahre später an, aber im Prinzip - ja, allermeist wird bei mir eine Verliebtheit von der nächsten abgelöst. Nicht-verliebte Phasen sind bei mir selten und halten dann auch nur wenige Wochen an. Schlimm finde ich das aber nicht. Leidest du denn darunter?

    Achso... warum das so ist... Hormone, Fortpflanzungswunsch... Irgendwie sowas, würde ich annehmen ^^. Wenn es mit dem Einen nicht mehr klappt, ist es ja sinnvoll, sofort den Nächsten ins Auge zu fassen. Beziehungen stärken ja auch das soziale Netz. Und unsere Vorfahren nahmen es unter Umständen mit der sexuellen Treue auch nicht so genau. Keine Ahnung, wie da der aktuelle Stand der Forschung ist, ob das Sozialverhalten unserer Vorfahren da eher den Bonobos ähnelte, die mit romantischen Regungen und Sex ihre Bindungen untereinander definieren und stärken - oder anderen Affenarten, bei denen sich z.B. nur bestimmte Affen miteinander paaren dürfen.


    Und wie sich das anfühlt? Also für mich ist es manchmal anstrengend, die meiste Zeit über aber schön x:) . Am Liebsten empfinde ich so für meinen Partner oder aber für völlig unerreichbare Menschen. Schwierig finde ich es nur, wenn die Verliebtheit im direkten Umfeld stattfindet und dann nicht erwidert wird.

    @ Cinnamon4

    Nein, ich leide da nicht drunter.


    Klar, das mit dem Fortpflanzungsinstinkt ist der Grund aber trotzdem frage ich mich, warum war ich jetzt bspsw schon in 10 Menschen verliebt und andere erst in 2. Haben die nicht genug Menschen gefunden, die gentechnisch zusammen passen?


    Was meinst du mit unerreichbare Menschen?

    Zitat

    Klar, das mit dem Fortpflanzungsinstinkt ist der Grund aber trotzdem frage ich mich, warum war ich jetzt bspsw schon in 10 Menschen verliebt und andere erst in 2.

    Hm... Das ist eine gute Frage. Ich erkläre mir das so: Manche Menschen weinen doch auch viel schneller und leichter als andere, oder? Und manche Menschen brauchen schon einen Lottogewinn, um einen Luftsprung zu machen, anderen reicht auch ne Steuerrückzahlung und wieder andere freuen sich so derbe über nen gefundenen Cent. Vermutlich ist bei manchen die Schwelle höher, bei anderen niedriger, um eine große Sympathie als Verliebtheit wahrzunehmen.

    Zitat

    Haben die nicht genug Menschen gefunden, die gentechnisch zusammen passen?

    Würde ich jetzt nicht denken. Ich war zumindest auch schon in Menschen verknallt, die ich noch nie gerochen habe ;-D .

    Zitat

    Was meinst du mit unerreichbare Menschen?

    Sowas wie Flimstars :-x . Das ist so ne schöne, harmlose Schwärmerei. Oder Figuren aus Romanen oder sowas.

    Zum Thema Genetik:


    Es gibt ja auch Verliebtheit, die nicht erwidert wird. Mit Genetik hat das nicht immer was zu tun, schätze ich, sonst dürfte es sowas wie unerwiderte Liebe ja nicht geben. Vermutlich ist das eher was Richtung trial and error: Umso öfter man sich verliebt, umso wahrscheinlicher ist es, dass es auch mal erwidert wird.

    Hmm, schlimm ist es nicht wirklich, vermutlich auch nicht ungewöhnlich. Als ich jünger war habe ich mich auch rasch "verliebt"(Hormone?) oft ging es tatsächlich in einander über.


    Die Frage wäre halt, ob die neue Verliebtheit die alte Beziehung nicht nur ablöst sondern auflöst, also ein Grund für die Trennung ist.


    Prinzipiell kann es in langen Bezirhungen einfach schwierig werden, weil es sehr normal ist, dass der erste Hormonsturm und Gefühlssturm nach ein paar Jahren einfach nachlässt und Alltag einkehrt. Dann ist natürlich auch die Gefahr groß, dass man sich neu verliebt und neu anfängt. Das ist prinzipiell ja auch nicht schlimm, wenn es für einen selbst okay ist, wird vermutlich auch nicht selten so praktiziert, nur ist es vielleicht, wenn z.b. Kinder mit dranhängen viel komplizierter.

    Zitat

    Klar, das mit dem Fortpflanzungsinstinkt ist der Grund aber trotzdem frage ich mich, warum war ich jetzt bspsw schon in 10 Menschen verliebt und andere erst in 2. Haben die nicht genug Menschen gefunden, die gentechnisch zusammen passen?

    Kommt ja auch drauf an, was man unter Verliebtheit versteht.

    Zitat

    Die Frage wäre halt, ob die neue Verliebtheit die alte Beziehung nicht nur ablöst sondern auflöst, also ein Grund für die Trennung ist.

    Das würde mich auch interessieren!


    Sind deine Beziehungen dann zu Ende, weil du nicht mehr oder in jemand neuen verliebt bist?

    @ Polarfuchs

    Und wie erklärst du dir das?

    @ Thats the Way it is

    Ja, wunderschön. Ich kenne jetzt auch viele Seiten der Verliebtheit: die heimliche Schwärmerei, die unerwiderte Liebe, die langjährige gegenseitige Liebe...

    @ Cinnamon4

    Mh, dass die Schwelle bei mir niedriger ist als bei anderen um Sympathie als Liebe wahrzunehmen. Nee, das glaube ich nicht, denn Sympathie war gerade früher auch nicht zwangsläufig groß gegeben :-Dich könnte mir aber vorstellen, dass mein Körper den Zustand der Verliebtheit mittlerweile "braucht" und gewöhnt ist und sich ein Automatismus entwickelt. Naja ob das für immer so bleibt steht ja auf einem anderen Blatt, denn ich bin erst Ende 20.

    @ Harukies

    Verstehe was du meinst, aber immer wenn ich mich während einer Beziehung bei verliebt habe, war in der Beziehung etwas anderes problematisch. Das alles alles super ist und man sich dann neu verliebt ist für mich unvorstellbar.

    @ BlackSwan

    Eine Beziehung hab ich beendet weil ich neu verliebt war und das obwohl keine Beziehung aus der Neu-Verliebtheit entstehen sollte, war das ein k.o Kriterium für mich. Im Nachhinein ist mir aber klar geworden, dass etwas elementares in der Beziehung fehlte, weswegen eine andere Verliebtheit erst entstehen konnte.


    Das zweite Mal habe ich jahrelang mit der Entscheidung gerungen...wegen der Liebe. Aber da hab ich es trotz der Liebe aus ganz anderen Gründen beendet.

    @ mnef

    Ich verstehe darunter diese kribbelige Gefühl und ständige Denken an die Person. Dabei muss es nicht super erst sein, klar wenn man die Person evt. nicht mal richtig kennt.


    Aber dieser Zustand ist bei mir Vorraussetzung für eine Beziehung und auch für Sex.


    Was verstehst du denn darunter?

    Zitat

    Mh, dass die Schwelle bei mir niedriger ist als bei anderen um Sympathie als Liebe wahrzunehmen.

    Mh, dann nenne es halt nicht Sympathie sondern "Glücksfunke", "Der-ist-ja-lecker"-Gedanke oder sonst etwas ;-) . Oder sind dir deine LIs etwa nicht sympathisch @:) ?


    Dass du süchtig nach dem Gefühl bist, glaube ich eher nicht.

    Zitat

    Ich verstehe darunter diese kribbelige Gefühl und ständige Denken an die Person. Dabei muss es nicht super erst sein, klar wenn man die Person evt. nicht mal richtig kennt.


    Aber dieser Zustand ist bei mir Vorraussetzung für eine Beziehung und auch für Sex.


    Was verstehst du denn darunter?

    Bei mir ists dann glaub ich schon ernster, wenn ich von Verliebtkeit spreche.


    Ständig irgendeinen "Crush" zu haben kenne ich auch ;-D

    Ich denke, es kommt hier wirklich sehr stark darauf an, wie ihr Verliebtsein definiert. Im wissenschaftlichen Sinne ist das nämlich ein Zustand, in dem einerseits vermehrt Dopamin ausgeschüttet wird (vgl. Sucht) und andererseits der Serotoninspiegel sinkt (vgl. Zwangserkrankungen) = man ist quasi süchtig nach dieser Person und muss zwanghaft an diese denken. Zudem konnten Forscher feststellen, dass Bereiche im Gehirn, die mit rationalen Denken in Verbindung gebracht werden, weniger aktiv sind.


    So ein Zustand ist sicherlich sehr schön, aber dauerhaft wohl nicht erstrebenswert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ihr wirklich diesen meint, zumal er normalerweise nach einigen Monaten verschwindet und ggf. einem Zustand der Liebe weicht - oder auch der Ernüchterung.

    Zitat

    Im wissenschaftlichen Sinne ist das nämlich ein Zustand, in dem einerseits vermehrt Dopamin ausgeschüttet wird (vgl. Sucht) und andererseits der Serotoninspiegel sinkt (vgl. Zwangserkrankungen) = man ist quasi süchtig nach dieser Person und muss zwanghaft an diese denken. Zudem konnten Forscher feststellen, dass Bereiche im Gehirn, die mit rationalen Denken in Verbindung gebracht werden, weniger aktiv sind.

    Können Ärzte das behandeln?