Vermisse meinen Mann nicht... :-(

    Ich muss das mal loswerden, weil ich nicht weiß, mit wem ich sonst darüber reden kann.


    Unsere Beziehung ist /war schon immer von Auf und Abs geprägt, in letzter Zeit mehr ab.


    Grob gesagt ist es seit unseren Kindern schlechter geworden, seit über einem Jahr haben wir gar keinen Sex mehr (davor war's auch nicht viel mehr... aber an mir lags angeblich nicht), mit der Zeit wurden auch die guten Gespräche weniger. Ich habe immer alles versucht. Allein geht es aber nicht.


    Dann kam die Diagnose Depression bei meinem Mann. Danach war hzwar mehr zu verstehen, aber sein Therapeut hat ihn immer tiefer versinken lassen (muss man leider so sagen). Wäre ich nicht dran geblieben, ginge es ihm heute nicht besser. Das zweite Mittel hat endlich angeschlagen. Mein Mann selbst hatte eigentlich schon aufgegeben, wollte auch die Familie und mich verlassen, weil er nicht mal den Kindern gegenüber noch etwas gefühlt hat.


    Als das Mittel anschlug, ging es ihm nach und nach besser. Im Moment hat er eine Auszeit genommen, ich bin mit unseren Kindern allein. (für ein paar Wochen). Ich finde das gut, er sollte sich finden, was verändern in seinem Leben. Er hat es nicht so einfach auf der Arbeit, seine Familie ist schwierig, dann kam unsere Sache noch dazu....


    Rückblickend hat er wohl schon Jahre an Depressionen gelitten, aber mit den Kindern wurde es heftiger. Meine offene und mitnehmende Art hat ihn mehrmals vorm ganz tiefen Fall bewahrt. Aber nun merke ich, dass das alles Spuren hinterlassen hat.


    Mir geht es so gut! Ich bin todmüde, klar. Aber alles allein machen zu können, ohne Rücksicht nehmen zu müssen – das ist so viel einfacher als vorher. Da war ich auch allein mit den Problemen, musste aber immer mitdenken für ihn, oft mitentscheiden (da sind finanzielle Sachen aus dem Ruder gelaufen, Freundschaften total versandet... da ging nix mehr bei ihm, nur noch die Arbeit). Anyway... wir kriegen nun Briefe, dass er uns vermisst. Ich müsste mich freuen. Im Dezember wollte er sich noch trennen! Aber ich freue mich nicht. Ich kann es nicht erwidern.


    Wenn ich gegenüberstelle, was mit Partner besser wäre: nur, dass mein Leben teilen könnte, Zärtlichkeiten teilen könnte, Sex hätte und jemanden, der mich auch unterstützt.


    ABER: all das hat mir mein Mann ja seit Jahren nicht gegeben. Statt dessen hat er sogar nachher die Kinder angeschauzt (aus blauem Himmel), war mir gegenüber aggressiv, und war eben depressiv.


    Was soll ich nur tun? Ich müsste ihn doch vermissen! Im Dezember habe ich tierisch gelitten, weil er sich getrennt hatte. Da habe ich ihn definitiv noch geliebt!!!! Dann habe ich ihn doch weiter unterstützt, weil er es sich gewünscht hat. Auch, weil wir eine Familie sind und die Kinder ihn lieben. Und nun? Nichts mehr da?


    :°(

  • 11 Antworten

    Es sind und waren harte Zeiten für dich und deine Kinder. Es ist vollkommen berechtigt, dass du dich deinem Mann derzeit nicht alzu positiv verbunden fühlst.


    Meine persönliche Meinung:


    Es ist jetzt vielleicht nicht an der Zeit, dich zu fragen, ob du ihn noch liebst oder vermissen solltest. Es ist jetzt an der Zeit, dass du deine Ruhe und Freiheit genießt und dich regenerierst.


    Gestehe dir deine Gefühl ruhig ein und gerate nicht in Panik. Was du empfindest ist doch absolut nachvollziehbar und menschlich. Du musst deinen Mann nicht permanent unendlich lieben und stark sein, obwohl euer Familiensystem aufgrund seiner Erkrankung derart angerissen ist. Es ist in Ordnung so und du wirst sehen, was sich entwickelt. Du wirst sehen, wie du deinem Mann gegenüber empfindest, wenn er wieder da ist und ob sich sein Zustand insofern verbessert hat, als dass du auch wieder einen Zugang zu deinen Gefühlen aufmachen kannst, ohne verletzt zu werden.


    Kopf hoch.

    Damit Du Dich nicht wunderst, dass hier sonst Keiner antwortet:


    Dem was Gehwegschäden gesagt hat gibt es eigentlich nichts mehr hinzuzufügen :)^.


    Du hast jahrelang unter höchster Anspannung gestanden, das geht nicht von heute auf Morgen weg, nur weil auch die Ursache "weg" ist. Eine Psyche will nicht nur gepflegt werden wenn sie krank ist, auch eine gesunde Psyche braucht Auszeiten. Und die hattest Du nicht.


    Lasse Dir selbst Zeit, regeniere Dich....ach siehst Du, ich sage schon fast dasselbe wie Gehwegschäden ;-).

    @ :) @:)

    Zitat

    Was soll ich nur tun? Ich müsste ihn doch vermissen! Im Dezember habe ich tierisch gelitten, weil er sich getrennt hatte. Da habe ich ihn definitiv noch geliebt!!!!

    Damals im Dezember stecktest du noch mittendrin, hast dich um deinen Mann gekümmert und warst gezwungen immer für ihn da zu sein. Jetzt scheint sich alles so weit beruhigt zu haben, dass du wieder mehr auf deine eigenen Gefühle schauen kannst (was du im Dezember noch nicht konntest).


    Es ist verständlich, dass es seine Spuren hinterlässt, wenn der Partner nie für einen da ist und er einen nur mehr belastet anstatt bereichert. Das er nichts dafür konnte, weil er krank war, ist eine andere Sache auf die die Liebe nicht immer Rücksicht nimmt.


    Du kannst dir jetzt überlegen, ob du eurer Beziehung eine Chance geben willst oder nicht. Möglicherweise verhält sich dein Mann jetzt ganz anders und dann kommen auch die Gefühle wieder.

    Ich denke, heute ist ein guter Tag, den Faden noch einmal hervor zu holen.


    Ich hatte gehofft, dass die Zeit eine Veränderung bringen würde. Statt dessen ging es mir immer besser. Unser Alltag hat sich eingespielt. Ich bin zwar immer mal wieder echt am Rand der Kräfte, aber eben nur körperlich – nicht mehr seelisch.


    Wir haben fast nie telefoniert, uns nur zwei mal kurz gesehen (weil die Kinder ein Wochenende bei ihm verbracht haben). Mein Herz hat nicht geschlagen (das hat es früher sogar nach nur zwei Tagen Trennung oder so). Ich habe nichts gefühlt.


    Und heute geht es mir nicht gut. Morgen sind wir wieder komplett, wie man so sagen würde. Aber eigentlich sind wir doch schon komplett. Ich weiß, ich müsste jetzt abwarten, wie die Dinge laufen, wenn er wieder hier ist. Ich habe an den kurzen Telefonaten gemerkt, dass sich gewaltig was getan hat. Aber leider bei mir nicht :-( Von mir aus, könnte es so bleiben, wie es jetzt ist (illusorisch). Ich mag gar nicht dran denken, an all die Pläne: Haus kaufen oder bauen, weg ziehen, einen Garten haben... und das alles gemeinsam. Die Angst davor lässt mich quasi erstarren. Vor allem, weil ich dann sagen muss, was Phase ist – oder? Muss ich das? Oder soll ich es erst mal laufen lassen? Und nur das Tempo rausnehmen? Aber was ist, wenn es nichts wird, und ich ihn dann mit der Trennung wieder in die Depressionen stürze? Und hört dieses Gefühl, verantwortlich für seinen seelischen Zustand zu sein, jemals auf? Ich kann ja sogar bei meinen Kindern besser loslassen... ":/


    Ich sitze hier gerade, die beiden Zwerge spielen miteinander... und morgen muss ich mich wieder umstellen, drauf einstellen... ich mag nicht dran denken. Ich habe eine dicken Kloss im Bauch und krieg ihn nicht weg. :-(

    Ich schreibe mir hier einfach mehr von der Seele.


    Es war komisch, ein letztes Mal, die Kleinen ins Bett zu bringen. Ich müsste jetzt eigentlich arbeiten, aber ich kann keinen klaren Gedanken fassen. Wie oft habe ich in den letzten Jahren eine unbedachte Sache gesagt, getan. All das hat mein Mann registriert, innerlich festgehalten wie ein Seismograph. Nichts davon konnte ich je löschen. Jeder blöde Moment (und war es nur die Unsicherheit voreinander) hat die nachfolgenden Momente geprägt. Es gab keinen Ausweg aus der verfahrenen Situation. Ich weiß nicht, wie ich den Druck loswerden soll, morgen das Richtige zu sagen, das Richtige zu tun. Was, wenn ich authentisch bleibe, und damit bei ihm wieder die Depression oder den Seismographen in Gang setze?


    Das Schuldgefühl erschlägt mich förmlich im Voraus.


    Alchemilla, die nicht einmal schlafen kann :°(


    Das ist doch so dämlich, ich war die letzten Wochen so stark und glücklich!

    Das einzig "Richtige" ist, innerlich ganz bei Dir zu bleiben, Deinen eigenen Seismographen zu verwenden, um endlich auf Deine innere Stimme zu hören, statt sie mit Schuldgefühlen etc. zu quälen und zu unterdrücken. @:)


    Für seine Depressionen und sonstigen Probleme ist Dein Partner selber verantwortlich/zuständig.

    Seine Reserven sind nun offenbar wieder aufgefüllt.


    Wie steht's mit Deinen? Für mich klingt's fast ein bisschen danach, dass nun Du in ungesunde Gegenden abrutschst...


    Die Beziehungssache würde ich ehrlich, aber langsam angehen lassen. Für grosse Umwälzungen ist wohl momentan nicht der richtige Zeitpunkt – in allem ;-)

    Nein, große Umwälzungen würde ich nicht vertragen. Und die Kinder schon gar nicht. Die haben sich eigentlich wieder gut gefangen. Immerhin war ihr Papa schon so weit, dass er ausziehen wollte und Wohnungen angesehen hat. Ich erinnere mich noch an diese eine Nacht, in der wir im Flur standen, im Grunde beide mit dem Rücken zur Wand, und er nur noch gehen wollte. Da öffnete sich hinter mir die Tür, meine Tochter kam raus, und hat gefragt, wohin der Papa gehen will. Und ich war nur am weinen.


    Es ist Ruhe eingekehrt. Und ich hätte gern noch länger Ruhe. Nur bitte ohne dass es mich zerfrisst. Ich denke, ich werde, wenn die Kinder wieder an den Papa gewöhnt sind, auch einmal gehen. Nur für ein paar Tage. Vielleicht auch, um zu sehen, wie es mir so ergangen ist, seit er wieder hier ist.


    Ich muss auch meine Reserven füllen. Im Moment war viel Kraft da, weil ich alles hinbekommen habe, der Erfolg hat mich getragen. Die Angst macht mich leer. Und es stimmt, ich muss eigentlich meinen eigenen Seismographen wieder aktivieren. Schwere Sache, das.

    Deine Ängste sind verständlich. Du hattest jetzt Abstand, konntest dich erholen.


    Warte ab, wie es wird, wenn er wieder bei euch ist. Anfangs wird er dir evtl. "fremd" sein, dass wird sich aber schnell legen. Ob du allerdings alles vergessen kannst was war, bezweifle ich.


    Entscheide für dich – es eilt nicht, wie es weitergehen soll.


    Ich selber hatte Situationen erlebt, von einem depressiven Mann, der sich leider nicht helfen lassen wollte. Dadurch verstehe ich dich aber nur allzu gut.


    Schau auf dich und deine Kinder. Wenn der Moment gekommen ist, wirst du dich richtig entscheiden.

    Zitat

    Und ich hätte gern noch länger Ruhe.

    kannst du deinem mann nicht genau das sagen!? dass du es wundervoll findest, dass es ihm schon so viel besser geht, du aber deine akkus noch auftanken muss und das besser kannst, wenn du dich nicht auch noch für ihn verantwortlich fühlst (auch, wenn du es nicht bist!)?

    Mach Dir nicht vorher schon tausende Gedanken. Schau einfach, was da jetzt auf Euch zukommt.


    Ihr habt Euch beide verändert, eigene Erfahrungen gesammelt, Euch entwickelt. Jetzt müsst Ihr Euch wieder kennenlernen, neu zueinanderfinden. Gebt Euch einfach die Zeit die es braucht.


    Und gesteht einander auch die Unsicherheiten ein. Ich denke nämlich, auch Dein Mann wird nicht einfach so von Null auf 100 wieder einsteigen können. Wenn er es versucht und es Dir aber zu schnell geht, Dich überfordert, dann setz ein Zeichen.


    Weißt du, wenn du so lange für alles die Verantwortung getragen hast, dann wird es auch brauchen, bis Du davon wieder was abegben kannst, mit gutem Gefühl abgeben und darauf vertrauend, dass ein gleichwertiger Partner da ist. Denn aufgrund seiner Krankheit war er das leider lange nicht.