Ihr beide versucht als Paar die Quadatur des Kreises. Eins bedingt das Andere, und am Ende steht die Erkenntnis, dass ihr zwei so nicht weiter machen könnt und auch nicht solltet.


    Zwischmenschlich seid ihr in alle Tücken und Abgründe gerutscht, die eure Basis Stück für Stück nicht nur ramponiert, sondern zerstört hat.


    Es bleibt festzuhalten, dass ihr von Anfang an den Fehler gemacht habt, mit alten Mitteln - "einfach irgendwie weiter machen", völlig neue Ergebnisse als Paar erwartet habt. Was nicht funktionieren kann.


    Siehe hier:

    Zitat

    Meiner Meinung nach ist die Affäre dadurch entstanden, dass mein Partner mich komplett vernachlässigt hat . Wir haben weder miteinander geschlafen, noch haben wir irgendwas gemeinsam unternommen etc. Er hat fast seine gesamte Zeit eingeigelt in der Wohnung verbracht, wenn wir mal verabredet waren (z.B. wollte er mich von der Arbeit abholen), dann hat er mich versetzt. Küsschen, kuscheln, streicheln, zusammen Arm in Arm TV schauen, all das war niemals vorhanden

    Bereits zum Zeitpunkt Deines ersten Ausbruchs gab es deutliche Alarmzeichen und Defizite, die ihr offenbar beide weder richtig thematisiert habt, noch in konsequente Verhaltensweisen in Sachen Paarleben eingebracht.


    Du hast einseitig versucht das für Dich Lebbare aufrecht zu erhalten, den Rest hast Du versucht zu kompensieren. (im Übrigen bis in die aktuelle Gegenswart hinein)

    Zitat

    Nun ist es so, dass wir beide sehr isoliert leben, eigentlich keine Kontakte (außer familiär) haben und uns mehr oder weniger nur auf uns selbst konzentrieren.

    Das ist offensichtlich eine Situation, die Du schwer aushalten kannst. Sicherlich auch deshalb bedingt, weil für eine eng gelebte Symbiose das Wichtigste fehlt, genug Reizquellen die es möglich machen nichts außerhalb der eigenen 4-Wände zu vermissen, sich selbstgenügend zufrieden und glücklich zu fühlen. Außer die gemeinsame Wohnung und die Illusion aus Gewohnheit zusammen zu bleiben, funktioniert bei euch recht wenig. Aber es fehlt auch die eigene Erfahrung von neuen Einflussfaktoren, weil ihr nur euch als langjährige Partner einer Beziehungskonstellation kennt.

    Zitat

    Sex gibt mir sowieso nichts, ich nutze Sex einfach nur dazu, um Leute an mich zu binden. Männer sind viel treuere Freunde, wenn sie scharf auf eine Frau sind. Ich setze den Sex also dazu ein, um mein fast unstillbares Bedürfnis nach sozialen Kontakten zu stillen.

    Bei Männern, um diese geht es Dir vordergründig, denen nicht super viel an tiefgründigen Emotionen liegt, weil man dafür Zeit, ein real aktives Kennenlernen und erkennbare Rahmenbedingungen benötigt, funktioniert das offenbar über die Onlinewelt sehr gut.


    Offenbar kannst Du Dich über sexuelle Begegnungen all der Zuwendung sicher sein, die Dir daheim verwehrt bleibt. Ich vermute zwischen Dir und Deinem Noch-Partner eine Divergenz zwischen Nähe und Distanz. Zudem wisst ihr offenbar außer euch in der vertrauten Umgebung (eigener Wohnung) außer in Krisenzeiten kaum etwas zu geben, dass eure Bedürfnisse stillen kann.


    Es scheint eure Krisen haben euch nicht weiter reifen lassen, sondern einfach aushalten lassen was passiert ist ohne daraus Konsequenzen für eure Leben zu ziehen.


    Ich wage sogar zu behaupten, dass Dein Freund, der Dich lange kennt eine Ahnung darüber hat, dass Sex für Dich nicht um seiner selbst Willen gemacht wird, sondern um über diese körperliche Schiene Zuwendung zu bekommen, die im emotionalen Bereich zwischen euch auf der Strecke geblieben ist.


    Zudem wird Dein Freund spüren, dass dieser Sex Dir keine innere Erfüllung bringt, obwohl er der Mann ist, der Dir Orgasmen ermöglicht. (welche bei anderen Männern nach eigener Aussage ausgeblieben sind)

    Zitat

    Für mich waren diese Spielchen einfach eine bequeme Methode meine eigenen Probleme zu verdrängen, ein wenig aus der Isolation rauszukommen und Kontakte aufzubauen, auch wenn die Kontakte eigentlich für den Hintern waren.

    Auch hier zeigen sich Kernbaustellen, die ihr unausgesprochen gelassen habt, und die wieder und wieder zu Deinen Ausbrüchen geführt haben.

    Zitat

    Dabei wäre es genau das was ich brauche. Ab und an ein wenig Zeit mit mir verbringen um mir darüber klar zu werden, was eigentlich in meinem Leben echt schief läuft.

    Das ist ein tiefmenschliches Bedürfnis, welches ich sehr gut nachvollziehen kann. Du bist damit nicht allein, und es ist enorm wichtig, dass Du diesem Bedürfnis nachgehen kannst.

    Zitat

    Ich bin total unselbstbewusst, halte nicht so viel von mir selbst und geh daher auch nie raus.

    Auch hier, Du bist Dir Deiner eigenen Baustellen bewusst, aber Du verharrst in ihnen und gehst den leichten Weg, lebst das was Du real in Deinem Leben vermisst online aus.


    Siehe hier, die Folge aus dem nicht beachten Deiner Bedürfnisse:

    Zitat

    Ich bin immer neidisch wenn meine Nachbarn hinterm Haus sitzen, quatschen und lachen und ich doofe Kuh allein in der Wohnung ohne Kontakte.

    Zitat

    Ich habe meinem Freund auch versprochen eine Therapie zu beginnen, um die Ursachen für meine Probleme herauszufinden.

    Beginne diese Therapie nicht für Deinen Freund, um zu retten, was vielleicht nicht mehr zu retten ist. Es sollte Dir als Mensch selbst wichtig sein, warum Du fast 20 Jahre in einer Dauerschleife menschlicher Ausbrüche und persönlichen Verzichts verharrt bleibst. Mir scheint Du hast Angst vor der Verantwortung DEIN Leben zu leben, und ziehst Deinen Noch-Partner dafür in ein Fass ohne Boden mit hinein.

    Zitat

    Gemeinsame Freunde sind schwierig, weil mein Freund den Drang dazu hat immer vorzugeben wer anders zu sein als er ist.

    Auch hierin sehe ich ein großes Problem, was eure Paarebene angeht. Wenn Du ganz ehrlich zu Dir selbst bist, ist Dein Noch-Freund eben nicht wirklich der Mann, den Du Dir an Deiner Seite wünschst. Aber Du hast auch nicht den Mut, Forderungen zu stellen, den Status Quo zwischen euch verändern könnte. Da Du Dich Deiner Selbst nicht sicher fühlst. (es hat etwas von zwei Menschen, einer blind, der andere taub, die einander nicht los lassen, weil sie ihren eigenen Sinnen nicht trauen)

    Zitat

    Nach außen ist er der perfekte Gentleman, er sieht überdurchschnittlich gut aus, hat perfekte Manieren, gibt vor ein seriöser, berufstätiger Mensch zu sein. Die Wahrheit ist aber eben die Wohnung im Mittelstandsviertel, die Arbeitslosigkeit und die "relative Normalität".

    Auch hier eine stumme Kritik von Deiner Seite aus, ein Zustand, den Du mitgetragen hast, obwohl Du es nicht gutheißt.

    Zitat

    Wie sollte ich potentiellen Freunden denn erklären, dass ich in einer Beziehung lebe, aber niemals meine Freunde mal mit heim bringen kann?

    Vermutlich auch ein Relikt aus jugendlichen Träumen, ein perfektes Bild nach außen zu leben, um den Schein wahren zu können.


    Hast Du mal die kritische Frage gestellt, warum ihr beide so ein Leben akzeptiert habt? Die eigene Unzufriedenheit, nichts anderes ist das Verhalten Deines Freundes, er hat resigniert überträgt er auf Dich. Macht Dich mit zum Sündenbock für ein Leben, dass er nicht wirklich leben will. Du wehrst Dich auf Deine Weise dagegen.

    Zitat

    Manchmal schläft er einfach 20 Stunden und solange er die Sicherheit hat, dass niemand ihm den Rang ablaufen könnte, als die wichtigste Person in meinem Leben, ist ihm auch relativ egal was ich tue und lasse.

    Wer kann so ein Leben wirklich mögen, in dem er nichts weiter erreicht hat? Sich nicht weiter entwickelt und mehr oder weniger den Tag an sich vorbei rauschen lässt. Wo soll da die Lust auf Gemeinsamkeit und erotischen Sex entstehen?

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    Schwere Einkäufe tragen? Meine Aufgabe. Schwere Mülltüten wegbringen? Meine Aufgabe.

    Wenn Du ehrlich bist, und bitte sei es mal, wenigstens Dir selbst gegenüber. Du hast keinen Respekt vor diesem Mann, der Dir Partner sein sollte - es jedoch nicht ist !

    Zitat

    Ich fühle mich unbegehrt, unsexy und abstoßend, ungeliebt, es macht mich traurig, mein ohnehin geringes Selbstvertrauen macht sich dann bemerkbar.

    Auch hier, es gibt eine Erkenntnis, welche ohne Konsequenz für eure Beziehung bleibt. Ihr haltet euch aus auf Teufel kommt raus. Mit einer auf Augenhöhe geführten Beziehung hat das alles nichts zu tun!


    Hier der Beweis solcher Rückschlüsse:

    Zitat

    Dann aber wiederum gab es Situationen, da hat er z.B. eine Kamera zu Hause versteckt als ich allein war, weil er sich relativ sicher war, ich würde masturbieren wenn er weg ist. Er hatte Recht. Das Video hatte er lange auf dem PC und sich befriedigt auf diesen Clip.

    Das ist mir der fast wichtigste Punkt in Deinem Posting:

    Zitat

    Ich bin halt Sex gegenüber relativ unempfindlich. Ich habe ein Erlebnis gehabt in der Jugend, da war ich 13. Da wurde ich von mehreren Typen vergewaltigt und das über Monate hinweg. Seitdem bedeutet mir Sex gar nichts mehr. Auch bei meinem Partner habe ich Sex nicht um des Sexes Willen gehabt, sondern um das unglaublich tolle Gefühl der Nähe.

    Mir geht Dein Schicksal nahe, weil ich nicht nur einmal diese verzweifelte Suche nach dem Selbst erlebt habe, von jungen Frauen mit so einem Erlebnis in der eigenen Vita.

    Ich gehe davon aus, dass dieses ERLEBNIS nie auf- und verarbeitet wurde. Es keine fachmännische Therapie gab. Du bist in Deinen Bedürfnissen dieses zerbrechliche 13 jährige Mädchen geblieben, dass nach Lebensinn und Vertrauen in Dich als Persönlichkeit sucht. Und an diesem Anspruch zerbrichst Du innerlich zunehmend.


    Aber Dein Freund konnte für Dich wenige Jahre nach diesen schlimmen Erlebnissen nicht heilen, was in Dir zerbrochen ist. Er wurde unbewusst zu Deinem Therapeuten, der das Vertrauen in Dir aufbauen sollte das nicht mehr da war. Das kann und wird nicht funktionieren. Ihr habt aus euch eine 'Schicksalsgemeinschaft' gemacht, aber kein lebendiges Paar, dass mit ehrlichen Gefühlen und Lebenwünschen in sich selbst angekommen ist.


    Es mag bitter sein, wenn ich Dir das jetzt schreibe. Aber Du musst aus dieser Beziehung raus, um erwachsen werden zu können. Das schafft ihr beide so, wie Du euer Leben hier beschrieben hast leider nicht. Auch Dein Freund muss in ein Leben, dass ihm Selbstachtung und ein gesundes Ego gibt. Gerade letzteres fehlt euch beiden sehr.


    Ihr bleibt sonst in diesem Teufelskreis aus Vorwürfen. Selbstbezichtigungen und Du kannst dieses 13 jährige Kind in Dir nicht los lassen, dass nach Vertrauen, Verbindlich- und Verlässlichkeit sucht. Den Beschützer, der erkennt was in Dir kaputt gegangen ist.


    Weiß Dein Noch-Freund von den Erlebnissen dieses körperlichen und seelischen Missbrauchs?


    Mach Deine Therapie, damit Du Deine Vergangenheit leichter los lassen kannst. Es ist wichtig für Deinen Weg, aber auch für seinen. So wie ihr jetzt zusammen lebt, kommt ihr aus dem Strudel eurer seelischen Verletzungen nicht raus.


    Dafür wünsche ich Dir viel Kraft, Konsequenz und Durchhaltevermögen. Dieser Weg wird kein leichter sein, aber ist nötig um Dir Halt und Selbstvertrauen zu geben. Dafür alles erdenklich Gute. :)* :)*

    @ sensibelman

    Wenn einer nicht oft Sex will hat er noch lange kein gestörtes Verhältnis zum Sex. Die TE dagegen brachte durch dieses bisher unverarbeitete Erlebnis ein gestörtes Verhältnis zum Sex mit in die Beziehung.


    Abgesehen davon bringt es der TE in jedem Fall mehr wenn sie bei sich selber ansetzt anstatt bei irgendeinem anderen. Wenn ihr Partner mitbekommt dass sie wirklich was ändern will könnte sich das sogar positiv auf dein Vertrauen auswirken.

    Zitat

    Na gut, das hört sich schon anders an als ich erst dachte. Aber was war mit der, der ihr eine Trennung vorgegaukelt habt und die du dann auch vor deinen Augen hast mit deinem Freund knutschen lassen. Hat die sich vorher wirklich so mies verhalten, dass sie das verdient hat?

    Naja, die Frau hat meiner anderen Arbeitskollegin eindeutig gesagt, dass sie mir den Freund ausspannen wird, koste es was es wolle. Das habe ich nur dummerweise mitbekommen, ich war im gleichen Lager, aber sie hat mich nicht gesehen. Zudem hat sie mich, bevor sie ihn kennengelernt hatte, permanent gemobbt, mir die Schuld für ihre Fehler in die Schuhe geschoben etc.

    Zitat

    Aber ich sehe dennoch das Fremdgehen auch mit bedingt durch das Verhalten des Freundes der TE- vor allem seiner Inaktivität, seiner fehlenden Leidenschaft für die Beziehung ...

    Ja, ich sehe es teilweise auch so, dass es sicherlich begünstigt wurde, dass ich "auf Abwege" ging, weil es eben so lief wie es war. Wobei ich halt auch sagen muss, dass mein Freund es gerade am Anfang unserer Beziehung nicht einfach mit mir hatte. Er hat mich quasi als traumatisiertes Mädel kennengelernt, er selbst hatte große Probleme, seine Mutter wurde lebensgefährlich krank, er war bereits in Therapie wegen einer sozialen Phobie etc. Nicht die besten Voraussetzungen, um ein Vergewaltigungsopfer mit "durchzuziehen".


    Ich sehe mich leider oft in der Position der "vernachlässigten", des "Opfers", aber manchmal denke ich eben auch darüber nach, dass er mich vielleicht nicht mal so ablehnt aus Boshaftigkeit oder weil ich ihm nichts bedeute, sondern aus eigenem, warum auch immer vorhandenem, Unvermögen Gefühle richtig auszudrücken. Warum soll nur ich das Recht auf Probleme haben und damit alles rechtfertigen.


    Bezüglich der Lebensweise:


    Mein Freund ist Vegetarier, Raucher, aber absoluter Nichttrinker. Wenig Sport.

    Zitat

    Bereits zum Zeitpunkt Deines ersten Ausbruchs gab es deutliche Alarmzeichen und Defizite, die ihr offenbar beide weder richtig thematisiert habt, noch in konsequente Verhaltensweisen in Sachen Paarleben eingebracht.


    Du hast einseitig versucht das für Dich Lebbare aufrecht zu erhalten, den Rest hast Du versucht zu kompensieren. (im Übrigen bis in die aktuelle Gegenswart hinein)

    Der Versuch zu "reden", war sicherlich da, auch die "Warnschüsse" meinerseits, aber ich glaube heute, dass ich das nicht richtig aufs Tablett gebracht habe. Und ich glaube auch, dass er es einfach nicht ernst genommen hat. Selbst wenn ich gesagt hätte: "Beachte mich oder ich betrüge dich", hätte er wahrscheinlich mit dem Kopf geschüttelt und geschmunzelt.


    Er kannte diese Form des Ausbruchs eben auch von mir nicht. Ein Jahr nachdem wir zusammen kamen, hat er mit mir Schluss gemacht. Wir sind zusammen wohnen geblieben, aber er hat mir zwei Jahre lang immer und immer wieder gesagt, dass er mich nicht liebt. Ich bin ihm täglich nachgelaufen, habe gebettelt, gefleht, geweint, hätte alles für ihn getan, aber es kam immer nur "Ich liebe Dich nicht mehr". Erst als ich zum ersten Mal auch nur den Hauch von Interesse für andere, männliche Wesen gezeigt habe, ist er mit der Wahrheit rausgerückt, dass er mich sehr wohl liebt, aber einfach nicht zu seinen Gefühlen stehen kann / konnte. Die zwei Jahre waren hart, wenn sie auch weit über 10 Jahre zurück liegen.

    Zitat

    Das ist offensichtlich eine Situation, die Du schwer aushalten kannst. Sicherlich auch deshalb bedingt, weil für eine eng gelebte Symbiose das Wichtigste fehlt, genug Reizquellen die es möglich machen nichts außerhalb der eigenen 4-Wände zu vermissen, sich selbstgenügend zufrieden und glücklich zu fühlen. Außer die gemeinsame Wohnung und die Illusion aus Gewohnheit zusammen zu bleiben, funktioniert bei euch recht wenig. Aber es fehlt auch die eigene Erfahrung von neuen Einflussfaktoren, weil ihr nur euch als langjährige Partner einer Beziehungskonstellation kennt.

    Es ist eben auch eine Form der Einöde, die sich breit macht. Es ist nicht so, dass mein Partner kein Interessanter Mensch ist. Er ist durchaus sehr redegewandt, intelligent und man kann sich mit ihm über nahezu jedes Thema gut unterhalten. Wenn er denn Lust auf Kommunikation hat. Dennoch kann man irgendwann nicht mehr über "neues" reden, wenn man nichts erlebt. Man hat sich nichts zu erzählen, es fehlt einfach der Input von Außen.

    Zitat

    Ich wage sogar zu behaupten, dass Dein Freund, der Dich lange kennt eine Ahnung darüber hat, dass Sex für Dich nicht um seiner selbst Willen gemacht wird, sondern um über diese körperliche Schiene Zuwendung zu bekommen, die im emotionalen Bereich zwischen euch auf der Strecke geblieben ist.

    Wir gehen diesbezüglich sehr offen miteinander um. Er weiß davon, ja. Er liest auch in diesem Faden mit, ich habe ihm gleich zu Beginn den Link gegeben, denn ich möchte nicht dass er das Gefühl hat, ich breite unsere Geschichte aus und er wird außen vor gelassen. Ich habe ihn auch gebeten ein Veto einzulegen, wenn ich etwas aus seiner Sicht falsch schildere, aber bislang ist das nicht passiert, bislang unterschreibt er alles von mir geschriebene.

    Zitat

    Das ist ein tiefmenschliches Bedürfnis, welches ich sehr gut nachvollziehen kann. Du bist damit nicht allein, und es ist enorm wichtig, dass Du diesem Bedürfnis nachgehen kannst.

    Ja, ich habe damit heute angefangen. Ich war heute mehrere Stunden allein für mich unterwegs. Ich habe sogar eine Kompromisslösung für das verständliche Misstrauen meines Freundes gefunden. Ich habe mein Handy mitgenommen, ihm aber den Akku dagelassen. So wusste er, ich telefoniere oder schreibe nicht mit anderen Kerlen, sondern nutze die Zeit dafür, wirklich einfach mit mir allein zu sein. Ehrlich gesagt war mir nach 2 Stunden stinklangweilig :-Daber ich habe es durchgehalten.

    Zitat

    Wenn Du ganz ehrlich zu Dir selbst bist, ist Dein Noch-Freund eben nicht wirklich der Mann, den Du Dir an Deiner Seite wünschst. Aber Du hast auch nicht den Mut, Forderungen zu stellen, den Status Quo zwischen euch verändern könnte. Da Du Dich Deiner Selbst nicht sicher fühlst. (es hat etwas von zwei Menschen, einer blind, der andere taub, die einander nicht los lassen, weil sie ihren eigenen Sinnen nicht trauen)

    Das ist nicht ganz richtig, jedenfalls empfinde ich das so. Mein Partner hat durchaus sehr viele Eigenschaften, die ich an ihm nicht missen wollen würde. Er ist der einzige Mensch, mit dem ich über ALLES reden kann, was mich bedrückt. Er verurteilt mich nicht weil ich eine Angststörung habe. Er hört zu, wenn ich ihn brauche, wenn ich wirklich in Not bin, ist er sofort für mich da. Allerdings würde ich mich, wenn ich mich einschätzen müsste, generell als Frau einschätzen, die gern ein bisschen "Geführt" wird. Aber um mich führen zu lassen, muss der Mann natürlich auch die Fähigkeit zum führen haben. Ich wünsche mir manchmal "schwach" sein zu können, nicht die Verantwortliche für Haushalt, Einkauf etc. zu sein. Nur ab und an mal. Ich geh eigentlich gern einkaufen oder so, aber hin und wieder mal ein Tag wo er sagt: "Schatz, ich mach das", das wäre einfach schön.


    In den letzten Wochen gab es einen solchen Tag sogar. Normal bin immer ich es, die früh zum Bäcker geht und das Frühstück holt. Bei ihm geht es schon aus dem Grund meist schwer, weil er "ungestyled" gar nicht auf die Straße geht. Wo wir wieder beim Stichwort: "Dinge vorgeben und immer die perfekte Fassade wahren", sind. An diesem einen Morgen war es aber anders. Ich wollte zum Bäcker gehen aber er sagte einfach: "Bleib liegen Maus, ich mach das". Er hat sich angezogen und ist gegangen. Ohne sein morgendliches Beautyritual, ohne stundenlang die Haare zu stylen etc. Ich weiß, das klingt total bescheuert wahrscheinlich, aber in dem Moment hat mein Freund auf mich wahnsinnig erotisch gewirkt.

    Zitat

    Ich gehe davon aus, dass dieses ERLEBNIS nie auf- und verarbeitet wurde. Es keine fachmännische Therapie gab. Du bist in Deinen Bedürfnissen dieses zerbrechliche 13 jährige Mädchen geblieben, dass nach Lebensinn und Vertrauen in Dich als Persönlichkeit sucht. Und an diesem Anspruch zerbrichst Du innerlich zunehmend.

    Nein, es gab diesbezüglich keine Therapie. Allerdings fühle ich diesbezüglich auch gar nichts. Ich bin innerlich wie tot wenn es um das Thema geht. Es bedrückt mich auch nicht. Ich weiß halt nur nicht, ob meine Art und Weise Sex als "nichts besonderes" zu sehen daher kommt. Mein erster Sex war Missbrauch, der erste, respektvolle Sex war der mit meinem Freund. Es ist beim Sex, wenn ich ihn nicht mit meinem Freund hatte, einfach so, als hätte ich eine Maske auf. Ich habe von all den Männern mit denen ich außerhalb der Beziehung geschlafen habe einstimmig gehört, ich sei der Hammer im Bett. So hingebungsvoll, so leidenschaftlich, so gut. Es ist schon fast erschreckend, ich hätte Schauspielerin werden sollen. Den Männern hat das "lustvolle" Stöhnen gereicht... Den Männern hat es gereicht dass ich Blowjobs wohl ganz gut kann und den Männern hat ein künstliches "Oh Du bist so gut, ja, tiefer" anscheinend den Rest gegeben.

    Dinge, die bei meinem Freund z.B. gar nicht funktionieren. Er merkt sofort wenn ich spiele. Ich habe ab und an mal den Orgasmus vorgetäuscht, weil ich ihn nicht enttäuschen konnte, aber aus gedanklichen Gründen oder auch aus Gründen von Medikamentennebenwirkungen (Antidepressiva) einfach nicht kommen konnte. Ich 9 von 10 Fällen hat er es gemerkt. Ich glaube, dass wenn ich mehr in der Lage wäre Sex tiefer zu fühlen, der Sex mit meinem Freund schon sehr sehr gut wäre. Weil er eben so stark auf die Bedürfnisse der Frau eingeht. Er ist einfühlsam, nähesuchend, zärtlich, es ist ein Gefühl als wäre er ein ganz anderer Mann. Wahrscheinlich einer der Grunde, warum ich am liebsten täglich mit ihm schlafen würde. Es gibt mir auch ein tiefes Gefühl der Befriedigung wenn er zum Orgasmus kommt, weil ich dann quasi vor meinen Augen sehe: "DAS habe ich geschafft, ICH habe ihn so angemacht, dass ER den Höhepunkt hatte". Manchmal hat mein Freund nur mich befriedigt, wollte dann aber nicht mit mir schlafen oder nicht, dass ich mich revanchiere. Er hat aber bis heute nie verstanden, warum das für mich ganz furchtbar war. Ich genieße die Orgasmen mit ihm, ich kann mich ihm hingeben, weil ich ihm vertraue. Aber ihn dann selbst nicht zu beglücken zerstört das Gefühl für mich vollkommen. Weil ich dann immer wieder denke: "Er fasst mich an, dort... er sieht mich nackt, er sieht mich kommen, aber er entwickelt dadurch keine Lust.... Ich bin einfach scheiße".

    Zitat

    Weiß Dein Noch-Freund von den Erlebnissen dieses körperlichen und seelischen Missbrauchs?

    Mein Freund weiß alles, ja. So detailliert wie nie jemand anderes zuvor. Ich habe mich ihm anvertraut noch bevor wir das erste Mal Sex hatten. Er hat mich nie gedrängt, mir alle Zeit dieser Welt gelassen, war immer rücksichtsvoll diesbezüglich.


    Ich möchte diese Beziehung nicht aufgeben. Außer er möchte es, aber auch dann würde mir die Akzeptanz schwer fallen. Wir haben Dinge miteinander erlebt, die andere nicht erleben. Auch positive Dinge, wenn das ganze hier auch wie eine einzige Katastrophe klingt. Ich denke eher sogar in die Richtung einer Paartherapie, parallel dazu, dass ich mein ganz eigenes Ding aufarbeiten muss. Die Jugend mit den Vergewaltigungen ist da nicht die einzige Baustelle, vom Alkoholismus meiner Mutter, bis zur Ablehnung durch meine Eltern und die erste, eigene Wohnung mit 15, weil mich niemand wollte, ist die volle Bandbreite dabei.


    Ich bin als Kind in eine Beziehung gegangen und auch wenn ich es teilweise geschafft habe in einzelnen Lebensbereichen zu reifen, erwacht in Notsituationen und wenn ich in die Enge getrieben bin immer wieder die Wut, der kindliche Trotz und das Bedürfnis" Ich will alles, jetzt, hier und wenn ich es nicht kriege werfe ich mich auf den Boden und schreie laut".

    Zitat

    Raucher, aber absoluter Nichttrinker. Wenig Sport.

    Rauchen und wenig Sport haben nicht selten eine verringerte Libido zur Folge.

    Zitat

    Wenn einer nicht oft Sex will hat er noch lange kein gestörtes Verhältnis zum Sex.

    Das alleine betrachtet hast du sicherlich recht. Aber im Zusammenhang mit seiner Beziehung halte ich es schon für "fragwürdig". Wenn er seine Freundin liebt und er seine auf mehr sexuelle Nähe orientierte Freundin so barsch abweist, halte ich es schon nicht für so normal. Da fehlt ein "Aufeinanderzugehen".

    hab mal das Eingangsposting gelesen.. uff.


    Ein paar Sätze die einen anspringen

    Zitat

    Schließlich hat er die Partnerin meiner Affäre über alles informierormiert

    Zitat

    Sex gibt mir sowieso nichts, ich nutze Sex einfach nur dazu, um Leute an mich zu binden.

    Zitat

    fast unstillbares Bedürfnis nach sozialen Kontakten

    Aber läuft doch mit euch ;-). Ich neige auch hier dazu, zu sagen, "Ihr seid einander gerechte Strafe".


    Ich frag mich aber was Dein Freund überhaupt mit Dir will.. wenn Du brav da bist, hat er gar kein Interesse; wenn Du abwanderst, dreht er am Rad.


    Irgendwie nehmt ihr euch gar nix, was "Gestörtheit" angeht. Aber bitte zeugt keine Kinder, die kriegen nen heftigen Knacks fürs ganze Leben.

    hab mal das Eingangsposting gelesen.. uff.


    Ein paar Sätze die einen anspringen

    Zitat

    Schließlich hat er die Partnerin meiner Affäre über alles informierormiert

    Zitat

    Sex gibt mir sowieso nichts, ich nutze Sex einfach nur dazu, um Leute an mich zu binden.

    Zitat

    fast unstillbares Bedürfnis nach sozialen Kontakten

    Aber läuft doch mit euch ;-). Ich neige auch hier dazu, zu sagen, "Ihr seid einander gerechte Strafe".


    Ich frag mich aber was Dein Freund überhaupt mit Dir will.. wenn Du brav da bist, hat er gar kein Interesse; wenn Du abwanderst, dreht er am Rad.


    Irgendwie nehmt ihr euch gar nix, was "Gestörtheit" angeht. Aber bitte zeugt keine Kinder, die kriegen nen heftigen Knacks fürs ganze Leben.