Verwirrt; Trennung verarbeiten

    Hallo zusammen!


    Schon mal vorneweg, die Trennung schmerzt, aber ich werde es überleben und bin mir dessen auch bewusst. Möchte hier aber gerne einfach ein paar Denkanstöße sammeln und andere Meinungen zu diesem Thema hören, weil ich in der Vergangenheit auch die Erfahrung gemacht habe, dass hier viele sehr liebe Menschen mit mehr Erfahrung unterwegs sind. Vielleicht lässt es sich so auch leichter verarbeiten. Also wer möchte, herzlich willkommen! @:)


    Folgendes: Ich bin im Juli von einer 9-monatigen Reise aus Südamerika zurückgekommen, habe mich dort verliebt und auch 3 Monate mit diesem Mann zusammengewohnt. Eigentlich war es klar, dass dieser Zustand irgendwann enden wird und er hat sich auch immer gegen eine Fernbeziehung ausgesprochen. Irgendwie hat sich der Kontakt aber doch immer wieder entwickelt, sodass wir die letzten 3 Monate über Skype eine Fernbeziehung führten. Kein besonders angenehmer Zustand, aber durch die Aussicht auf ein Wiedersehen habe ich es bis jetzt gut überstanden. Geplant war, dass ich im Jänner wieder rüberfliege und auch 6 Monate dort bleibe - er meinte auch, er zahlt mir die Hälfte des Fluges und er wartet bis dahin auf mich.


    Vor einigen Tagen plötzlich die Ansage, das alles hätte keinen Sinn. Wir können sowieso nicht länger als ein paar Monate zusammenbleiben und er fühle sich schon seit Monaten schlecht mit der Distanz. Auf meine Reaktion, dass ich mir schon vorstellen könnte auch dort zu leben, war er kurz überrascht, reagierte dann aber wieder mit dieser Aussichtslosigkeit und dass das sowieso alles gar nicht funktionieren kann. Er wird heuer 40, ist also 18 Jahre älter als ich, aber bis jetzt war das alles kein Problem. Vor einem Jahr hat er seinen Job gekündigt, alles hinter sich gelassen und nun den Versuch unternommen, eine eigene Firma zu gründen. Anscheinend funktioniert das alles nicht so, wie er es sich gewünscht hätte, das Geld wird weniger und er sucht nun nach einem Job, egal wo.("Man kann nicht nur von Liebe leben"). Deswegen kann er mir nichts mehr versprechen, weil er gar nicht wisse, wo er im Jänner sein wird. Er fühlt sich nicht mehr wie er selbst, da er keine unabhängigen Entscheidungen treffen kann und möchte im Moment einfach gerne alleine sein. Dazu kommt, dass er plötzlich keine Gefühle mehr für mich hat, obwohl er mir 2 Wochen vorher noch sagte, ich solle das Flugticket kaufen (was ich dank komischem Gefühl nicht getan habe). Er meint, wir ersparen uns viele Fehler, wenn wir das Ganze gar nicht erst versuchen.


    Nun, ich akzeptiere diese Entscheidung und lasse ihn in Ruhe. Womöglich hat er sogar Recht damit, dass wir uns einiges an Ärger ersparen. Aber so plötzlich? Was geht in einem Menschen vor, dass er von einem Tag auf den anderen alles hinwirft? Ein solch rascher Sinneswandel klingt eher nach einer anderen Frau, was er aber verneint hat.


    Ich sehe auch die Möglichkeiten, die sich für mich dadurch ergeben; ich kann wieder eine andere Richtung einschlagen, bin nicht an meine Flugpläne gebunden,.. aber trotzdem schmerzt es natürlich.


    Hat jemand von euch schon mal so etwas erlebt? Woran kann es liegen, dass plötzlich nichts mehr Bedeutung hat? Kann man wirklich plötzlich die Gefühle für jemanden verlieren? (die Distanz hat bei mir auch einiges verändert, aber dennoch wollte ich es versuchen und er meinte immer, sobald ich wieder dort wäre, würde alles schon gut gehen). Er hat das ganze Thema so kühl und rational abgehandelt, als wolle er es möglichst schnell hinter sich bringen.


    Vielleicht kann ja jemand von euch Licht ins Dunkel bringen, bin momentan noch etwas verwirrt. Dass eine Trennung meist recht schmerzhaft ist und ich nun ein bisschen in der Luft hänge, ist ja normal. Auch, weil sich meine Pläne nach dieser Reise gerichtet haben und nun ist alles plötzlich anders. Aber so ist das wohl meistens.


    Leben ist das was passiert, während du damit beschäftigt bist, andere Pläne zu machen.


    Würde mich über einige Perspektiven freuen. :-)

  • 26 Antworten

    Eine glückliche Beziehung ist ein großer Ruhepol in einem hektischen Leben. Die Hektik bzw. den Stress im Leben hat der gute Mann ja nun offenbar, mit seiner erfolglosen Selbständigkeit. Er ist 40, also mitten im Leben und sucht vielleicht etwas festes, eine Frau zum gemeinsam alt werden. und dann kommt da eine flippige junge 2 jährige voller Flausen im Kopf, die durch diese Konstellation der großen Entfernung alles ist, nur keine ruhige Konstante in seinem Leben.


    Irgendwie wird er in der sich anbahnenden Beziehung mehr Problem als Gewinn gesehen haben.

    Muss nicht unbedingt sein, so wie du schreibst, scheint sich gerade seine ganze Lebensplanung in Rauch aufgelöst zu haben. Auch so etwas kann dafür Sorgen, dass man von jetzt auf gleich Schluss macht, aus ganz verschiedenen Gründen. Du schreibst, er ist 18 Jahre älter, vielleicht hat er Angst davor, dass du ihn jetzt, wo er dir "nichts mehr bieten" kann ohnehin Schluss machst, also kommt er dir zuvor. Ja, blöd, aber Männer ticken so.


    Oder er will wirklich unabhängig was neues aufbauen, was viel Zeit und Kraft kostet und einer Beziehung nicht gerade zuträglich ist.

    Zitat

    und dann kommt da eine flippige junge 2 jährige

    Vielleicht steht er einfach nicht auf Kinder? :_D ;-D


    Ne, mal im Ernst, ich finde die Erklärung von Vampy77 am plausibelsten, vielleicht auch, weil ich in einer ähnlichen Lebenssituation stecke. Ich bin auch 40, stehe generell auf Frauen um die 25+ und habe auch die Gedanken, dass ich nichts bieten kann, ausser Liebe.


    Ich wünsche dir viel Kraft bei der Verarbeitung, durch die enorme Entfernung wird es aber sicher leichter.

    Ich denke, dass er schon etwas länger über eine Trennung nach gedacht hat. Wahrscheinlich war das bei ihm ein schleichender Prozess und nun ist es eben raus, dass er nicht mehr möchte. Ob er jemand anderes kennen gelernt hat, kann hier niemand ahnen, ich denke aber mal, dass es an der Ferne und der gescheiterten beruflichen Existenz liegt, ein bisschen vielleicht an dem Alter.


    Dein Text ließt sich ziemlich reflektiert und nicht sehr aufgewühlt. Du hast damit gerechnet oder? Ich hoffe, dass du gut abschließen kannst und dich in ein paar Wochen oder Monaten nicht wieder zu einer Fernbeziehung hinreißen lässt. :)*

    Danke für die vielen Antworten!

    Braunesledersofa

    Ich war nicht wirklich darauf gefasst, habe ja immerhin schon geplant, nächstes Jahr wieder zu ihm zu fliegen und meine Pläne danach ausgerichtet. Schade, dass er es nun doch nicht versuchen möchte. Aufgewühlte Momente gibt es auch, besonders morgens, wenn ich wieder erst die Motivation finden soll, den Tag zu überstehen. Aber ich habe einfach die Erfahrung gemacht, dass nach einer Trennung auch wieder etwas Neues kommt, auch wenn es noch so unwahrscheinlich scheinen mag. Auf diese Hoffnung baue ich und wer weiß, wozu es gut ist.. Außerdem: wozu eine Beziehung führen, wenn es nicht beide von sich aus wollen? Wenn er für seine Entwicklung nun alleine sein möchte, was kann ich ihm schon sagen? Soll er ruhig machen.

    Vampy77 u. Schwarz666

    Ich habe auch eher das Gefühl gehabt, dass irgendwas nicht ganz stimmt, es war einfach so plötzlich. Einen Tag vorher schreiben wir noch normal und alles in Ordnung und am nächsten Tag ist alles aus. Er meinte auch, er habe erst am vorigen Tag den Entschluss gefasst, dass es für ihn so nicht mehr geht. Außerdem meinte er noch, er wisse nicht, ob es vielleicht anders gelaufen wäre, wenn ich doch noch länger dort bei ihm geblieben wäre (war auch eine Zeit lang eine Option, habe mich aber dagegen entschieden, weil ich hier einige Dinge zu erledigen hatte).


    Danke jedenfalls auch allen anderen für eure Antworten; natürlich kann hier niemand beurteilen, ob er eine andere hat, ich würde nur gerne wissen, ob er mir in dieser Hinsicht etwas vorgemacht hat - sonst ergibt dieser rasche Sinneswandel nicht so richtig Sinn für mich.. Vor allem die Kälte, mit der er das ganze Thema abgehandelt hat ("Und mehr habe ich dir nicht mehr zu sagen"). Bei unserem vorletzten Gespräch habe ich ihm noch gesagt, dass es mir ein bisschen Angst macht, wieder zurückzufliegen, aber er meinte, es wird schon alles gut, sobald ich wieder bei ihm bin. Soviel dazu..

    Hach, heute ist einer dieser miesen Tage, wo ich nur heulen könnte.. Frage mich die ganze Zeit, ob es an der großen Distanz gescheitert ist, denn dann hätte ich ja etwas daran ändern können.. Er meinte mal, er wäre gerne so wie sein Kollege, der immer nur sehr kurzweilige Geschichten hat, dann hätte er weniger zu leiden gehabt. Mir hat er aber nie gezeigt, dass er unter der Distanz so sehr leidet, weil er angeblich mit niemandem darüber sprechen wollte.


    Ich weiß, das sollte gerade nicht meine Priorität sein, was er denkt und sagt, aber mich beschäftigen diese Dinge und sobald ich in der Früh aufwache, beginnt das Gedankenkarussell von Neuem. Schlafe schlecht und schon bevor ich richtig wach bin, weiß ich, dass ich lieber noch einfach weiterschlafen würde in diesem ruhigen, unbeschwerten Zustand..


    Ich kann es einfach noch nicht richtig nachvollziehen. Könnte mir vorstellen, dort zu leben und als ich ihm das bei unserem letzten Gespräch gesagt habe, war er kurz echt erstaunt, meinte dann aber "Und was willst du arbeiten?" ... "Nein, das funktioniert so alles nicht."


    In Wirklichkeit bringt es wohl nichts, jetzt noch darüber zu grübeln, was gewesen wäre, aber es fällt mir so schwer, das alles nachzuvollziehen. Wenn er eine andere Frau hätte, bilde ich mir ein, ich könnte damit leichter abschließen, was wohl auch nur bedingt so eintreffen würde..


    Den Punkt mit seinem Alter kann ich nicht ganz nachvollziehen. Warum sollte er das Gefühl haben, er hätte mir nichts zu bieten? Wenn ich mich dazu entschließe, mit ihm zusammenzusein. Und dass man mit 22 noch andere Lebensansichten hat, kann ich mir schon vorstellen, aber ob daran eine Beziehung automatisch scheitert, weiß ich nicht so recht. Wir haben des Öfteren (mehr im Spaß) darüber gesprochen, wie es wohl wäre, Kinder zu haben und ich könnte mir das durchaus vorstellen - inwieweit meine Weltansicht nun naiv ist, kann ich selbst schwer beurteilen. Jedenfalls denke ich, dass eine Beziehung mit großem Altersunterschied sehr wohl funktionieren kann, solange die Ansichten nicht zu verschieden sind und viele gemeinsame verbindende Dinge vorhanden sind.


    Bin froh, dass ich mir das hier von der Seele schreiben kann - das bremst das gedankliche Rad ein bisschen. Vielleicht könnt ihr mir noch ein bisschen helfen, die Sache zu verstehen. Danke jedenfalls für's Durchlesen, alleine das Schreiben hilft schon ungemein. @:)

    Anders gefragt: Sehr ihr noch Chancen, dass das wieder etwas werden könnte?


    (Haha, soviel zu "Ich akzeptiere seine Entscheidung und lasse ihn in Ruhe"..)


    Habe einfach irgendwie das Gefühl, ich hätte nicht eindeutig genug kommuniziert, dass es für mich nicht nur ein langwieriges Hin und Her ist sondern ich sehr wohl zu ihm ziehen könnte..

    Kann Deine Traurigkeit verstehen, wenn etwas das intensiv und schön entstanden ist so abrupt endet. Ich kann mir aber schon vorstellen, dass sich ein Mann mit 40 plus andere Gedanken macht als Du mit 22, die noch unbedarfter das leichte und lockere im Leben sieht. Die Hürden und Probleme eher lösen und bei Seite schaffen will. Das ist die Art der Jugend, die will stürmen und das Leben erobern, ohne die großen Wenn's und Aber's, die aus der "Erwachsenenwelt" so oft dazwischen grätscht.


    Was ich mir schon als Grund vorstellen kann für den plötzlichen Rückzug, dass es die Angst ist, neben seinem gerade nicht so erfolgreich verlaufenden Leben noch die Verantwortung für eine junge Frau zu übernehmen, die natürlich hofft das der Mann das Ruder des Lebens fest in der Hand hat. Die ihre Wünsche und Hoffnungen für eine Beziehung hat, und diese an das Leben zu zweit bindet.

    Zitat

    Vor einem Jahr hat er seinen Job gekündigt, alles hinter sich gelassen und nun den Versuch unternommen, eine eigene Firma zu gründen. Anscheinend funktioniert das alles nicht so, wie er es sich gewünscht hätte, das Geld wird weniger und er sucht nun nach einem Job, egal wo.

    In seinem Land gibt es diese soziale Absicherung wie in unserem Land nicht, und man muss sich sehr zeitnah kümmern, um nicht völlig zu stranden. Wenn er nun erst mal nur für sich den Existenzkampf führen muss, der im Moment gerade super mies und schleppend läuft, macht das Angst, einer jungen und hoffnungsvollen dynamischen jungen Frau falsche Hoffnungen in Sachen Zukunft zu machen. Südamerika ist von hier aus nun mal das andere Stück Erde und man kann dort nicht mal eben mit fast nix an Vorbereitung eine eigene Existenz aufbauen. Und für zwei Menschen reicht offenbar seine Energie und die Einkünfte im Moment nicht.


    Mir scheint verständlich, jetzt wo er nicht mal selbst für sich weiß, wie die nächsten Wochen und Monate aussehen werden, ob er häufiger umziehen muss in Sachen Arbeit o.ä. die Mitverantwortung für Dich zu haben.


    Möglich, dass er gerade in einer großen Depristimmung ist, und noch nicht weiß, wie sein Morgen aussieht. In so einer Situation ist man froh (mir würde es auch so gehen), wenn man seine Entscheidungen und Risiken erst mal nur für sich selbst tragen und aushalten muss. Das deutet sich für mich auch in seiner Frage an, "was Du dort vor Ort arbeiten willst".


    Aus Verliebtheit und der damit verbundenen Euphorie neigt man schnell dazu alle Hürden und Risiken auszublenden, die auf einen zustürmen können, wenn es nicht nach Plan läuft. Das würde ich nun erst mal nicht einzig auf die Entfernung und die noch junge Beziehung die ihr hattet reduzieren, und auch nicht auf den Altersunterschied.


    Ihm ist, wie es scheint im Moment die Verantwortung zu groß, Dich in eine ungewisse Zukunft mit fehlenden Perspektiven reinzuziehen und hat das Ganze dann lieber gleich komplett gecancelt, vielleicht auch, um den Schmerz darüber nicht lange fühlen zu müssen.


    Natürlich, ist auch das nur Spekulation, vielleicht ist ihm das alles zu wenig als Basis und die Angst schwingt mit, Du könntest wieder aus seinem Leben gehen mit einem Flug ans andere Ende der Welt, wenn Du die Schwierigkeiten vor Ort eben nicht aushälst. An eine andere Frau die so blitzschnell in seinem Leben aufgetaucht ist, glaube ich eher nicht.

    Liebe DiedosismachtdasGift


    Danke für deine ausführliche Antwort! Ich tu mir einfach schwer, die Situation emotional für mich einzuordnen. Dass er wahrscheinlich sehr überlastet ist und gerade gar nicht weiß wohin in seinem Leben, kann ich mir gut vorstellen und auch nachvollziehen. Er hat mir auch gesagt, nachdem ich wieder zu ihm nach Peru zurückgekehrt bin, hat er wieder seine Pläne verändert und eigentlich fühlt er sich so, als würde er gerade seine Entscheidungen nicht mehr für sich selbst treffen. Das ist alles für mich nachvollziehbar und wenn er aus welchem Grund auch immer gerade keine Perspektiven für diese Beziehung sieht, muss ich das wohl oder übel akzeptieren.


    Jedoch kommt mir dieser Wandel der Gefühle - plötzlich liebt er mich nicht mehr - sehr komisch vor. So eine drastische Erkenntnis kommt doch eher, wenn man einen direkten Vergleich zB in Form einer anderen tollen Frau hat, oder? Oder kann diese Gefühlslosigkeit auch begünstigt durch die Distanz und den großen Stress so abrupt auftreten?


    Und ich gehe nun mal davon aus, dass du auch schon über dieses "Jugendalter" hinaus bist. ;-) Ist es wirklich so, dass "man" (natürlich individuell abhängig, aber so allgemein) irgendwann nicht mehr so viel Aufwand betreibt und viele Dinge einfach hinnimmt wie sie sind? Ich habe bei ihm auch oft diese "Akzeptanz" gegenüber fixen Gegebenheiten festgestellt, aber diese Sinnlosigkeit und Negativität war nie so stark dabei.


    Der Punkt ist, ich möchte gerne verstehen, was hier auf einmal passiert ist und ob es nicht vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt doch eine Chance für uns geben könnte. Mir kommt momentan oft der Gedanke, ich hätte ihm nicht genug gezeigt, wie ernst es mir ist. Dieser Mensch liegt mir wirklich sehr am Herzen. Mir fallen Dinge ein, die ich gesagt habe und fühle mich so, als hätte er das falsch auffassen können. ZB. meinte mal eine Bekannte, die selbst ausgewandert ist, man solle sich das gut überlegen, für welchen Mann man die eigene Heimat verlässt, und ob derjenige Mann das auch wirklich wert ist. Ich hab ihm das in einem anderen Zusammenhang gesagt, nämlich insofern, dass wir natürlich noch etwas Zeit brauchen würden, um zu sehen, ob das auf Dauer überhaupt Bestand hat; aber womöglich hat er das persönlich gegen sich aufgefasst.. Kann ich mich auch erinnern, dass er mal meinte, ich würde doch nur mit ihm spielen. Nach unserer ersten Kennenlernphase waren wir nur befreundet und ich bin 3 Monate nach Chile gegangen, bevor ich beschlossen habe, wieder nach Peru zurückzukehren, wollte ihn einfach wiedersehen! Ein gemeinsamer Bekannter hat mir dann mitgeteilt, dass er anscheinend an dem Tag, als ich abreiste in einer Bar geweint hat. Emotionen dergleichen hat er mir nie gegenüber gezeigt. Außerdem wer er es, der darauf bestand, ich solle zurück nach Europa gehen und studieren; meine Möglichkeiten nutzen. (was ich ihm sehr hoch anrechne!)


    Kurz gesagt: ich verstehe so ziemlich jeden Grund, der hier gegen eine Beziehung sprechen könnte, nur die ganz plötzlich verflogene Liebe verstehe ich nicht. Und möchte das irgendwie emotional für mich einordnen können, ob hier wirklich schon alles verloren ist..

    Zitat

    Jedoch kommt mir dieser Wandel der Gefühle - plötzlich liebt er mich nicht mehr - sehr komisch vor. So eine drastische Erkenntnis kommt doch eher, wenn man einen direkten Vergleich zB in Form einer anderen tollen Frau hat, oder? Oder kann diese Gefühlslosigkeit auch begünstigt durch die Distanz und den großen Stress so abrupt auftreten?

    Das kann so sein, aber muss es nicht. Jemand, der mit viel Elan ein für sein Leben wichtiges Projekt angeht, dass sich nicht erfolgreich umsetzen lässt, fällt u.U. erst mal in ein Loch. Hat er doch Zeit, Kraft und Geld in seine beruflichen Ziele gesteckt. Es gibt Menschentypen, die lassen sich davon nicht so leicht aus der Bahn werfen, Motto nun erst recht und wollen den Erfolg egal wie.


    Andere wiederum bekommen Selbstzweifel und suchen erst mal für sich Zerstreuung, Ablenkung oder canceln dann erst mal alles was sie an sonstigen Plänen hatten. Ich kann gut nachvollziehen, dass er in dieser Situation nicht noch die Verantwortung für eine noch nicht stabil gewachsene Beziehung für eine junge Frau übernehmen mag. Wann er diesen Entschluss für sich gefasst hat, weißt Du nicht. Er kann auch erst mal aus eigener Unsicherheit Dir gegenüber weiter gemacht haben, wie gehabt und dennoch schon den Entschluss gefasst haben, dass er nicht weiter invenstieren will in eure Beziehung.


    Es mag durchaus noch weiterhin Gefühle für Dich geben, und dennoch können die Skrupel überwiegen, wenn er weiß das er Dir keine sichere Existenz bieten kann, wenn Du wieder in sein Land zurück kehrst. Das ist manchmal eine Mentalitätsfrage, gelegentlich auch eine Egoeinstellung einer Frau ein sicheres Zuhause bieten zu müssen.


    Es kann auch ein Liebesdienst sein, eine potentielle Beziehung zu beenden, wenn die Umsetzung für eine weitere Planung auf zu tönerden Füßen steht, und daran zu scheitern droht.


    Wobei ich das jetzt alles nicht zu hoch hängen will. Es kann auch schlicht weg sein, dass sein Leben andere Prioritäten gewonnen hat und er den Kopf nicht zusätzlich mit eigenen emotionalen Verstrickungen belasten will. Es ist schwierig das als neutral Fremder von außen zu beurteilen, weil nur Du seine Persönlichkeit aus eigenem Erleben kennst.


    Er weiß wie er Dich erreichen kann, und wenn er seinen Entschluss neu überdenken sollte, wird er einen Weg finden das Trennungsanliegen zu korrigieren.


    Bis dahin versuche es zu akzeptieren was er Dir gesagt hat, er ist 40 und somit ein Mann der wissen sollte, was er sich zutrauen kann oder nicht.

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    Ein gemeinsamer Bekannter hat mir dann mitgeteilt, dass er anscheinend an dem Tag, als ich abreiste in einer Bar geweint hat. Emotionen dergleichen hat er mir nie gegenüber gezeigt. Außerdem wer er es, der darauf bestand, ich solle zurück nach Europa gehen und studieren; meine Möglichkeiten nutzen. (was ich ihm sehr hoch anrechne!)

    Er hat gezeigt, dass er sich indirekt für Dein Leben verantwortlich zeigt, in dem er Dir Deinen Weg nicht verbauen wollte. Ob die Tränen an dem Abend wirklich Dir als Person gegolten haben, weiß auch der Bekannte nicht, wenn er es nicht explizit selbst ausgesprochen hat. Das können auch andere Gründe gewesen sein. Aber ich verstehe, wenn Du arg verliebt bist, und viel mehr für euch erhoffst hast, dass jeder Strohhalm zählt an den sich geklammert wird.

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    Dazu kommt, dass er plötzlich keine Gefühle mehr für mich hat, obwohl er mir 2 Wochen vorher noch sagte, ich solle das Flugticket kaufen (was ich dank komischem Gefühl nicht getan habe). Er meint, wir ersparen uns viele Fehler, wenn wir das Ganze gar nicht erst versuchen.

    Hier ist doch unterschwellig schon eine Art von "Vorentscheidung" gefallen, auch bei Dir haben sich die Gefühle durch die längere räumliche Distanz verändert und in irgendeiner Form abgeschwächt. Dieses komische Gefühl des Zweifels kommt nicht irgendwo her, sondern hat meist eine Grundlage. Wusste er, dass Du das Flugticket nicht gekauft hast?

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    Mir fallen Dinge ein, die ich gesagt habe und fühle mich so, als hätte er das falsch auffassen können. ZB. meinte mal eine Bekannte, die selbst ausgewandert ist, man solle sich das gut überlegen, für welchen Mann man die eigene Heimat verlässt, und ob derjenige Mann das auch wirklich wert ist. Ich hab ihm das in einem anderen Zusammenhang gesagt, nämlich insofern, dass wir natürlich noch etwas Zeit brauchen würden, um zu sehen, ob das auf Dauer überhaupt Bestand hat; aber womöglich hat er das persönlich gegen sich aufgefasst.

    Es ist möglich, dass ihn solche Aussagen selbst zum nachdenken gebracht hat. Worte wirken manchmal nach und lösen erst später eine Reaktion aus. Aber auch das ist im Grunde Spekulation, wie Deine Gedanken auch. Man kann nur mit Fakten und Informationen planen, die man kennt. Diese hast Du von ihm erhalten und es ist Deine Entscheidung, ob Du dies so für Dich akzeptieren kannst oder nicht. Oder ob Du noch einen letzten Versuch starten willst, im Versuch seine Entscheidung umzustimmen.


    Eure kurze Kennenlernzeit, dazu seine unsichere berufliche Situation, die große Entfernung kann durchaus dazu beigetragen haben, ursprüngliche Pläne wider der eigenen Gefühle spontan über den Haufen zu werfen. Was genau seine Entscheidung ausgemacht hast, wird nur er allein wissen. Es ist schade, dass er den für sich einfachen Weg gehen will. Aber er ist alt genug, um das für sich entscheiden zu dürfen. :)_


    Ich drücke Dir die Daumen, dass es Dir zunehmender gelingt sein Nein für ein Weiter eurer Beziehungsanbahnung zu verarbeiten und Dir gelingt es für Dich zu akzeptieren.

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    Ob die Tränen an dem Abend wirklich Dir als Person gegolten haben, weiß auch der Bekannte nicht, wenn er es nicht explizit selbst ausgesprochen hat. Das können auch andere Gründe gewesen sein.

    Welche Gründe denn z.B.? Ist eine ernstgemeinte Frage. Und ja, ich finde mich wieder in diesem Klammern an jeden Strohhalm; ein meinen Augen hätte aus dieser Bekanntschaft eine schöne Beziehung entstehen können und ich wäre auch bereit gewesen, meine Heimat zu verlassen und zu ihm zu ziehen. Dass er es nun nicht so sieht, überrascht und verletzt mich zugleich, deswegen suche ich wohl Erklärungsversuche etc..

    Zitat

    Hier ist doch unterschwellig schon eine Art von "Vorentscheidung" gefallen, auch bei Dir haben sich die Gefühle durch die längere räumliche Distanz verändert und in irgendeiner Form abgeschwächt. Dieses komische Gefühl des Zweifels kommt nicht irgendwo her, sondern hat meist eine Grundlage. Wusste er, dass Du das Flugticket nicht gekauft hast?

    War haben nach dem Flugticket-Gespräch fast 2 Wochen keinen Kontakt gehabt. Ich habe ihm gesagt, er solle sich doch auch mal melden, was er dann eben nach 2 Wochen in sehr normaler und netter Form getan hat - ich habe mich gefreut! Zwei Tage später führten wir ein Skype-Gespräch, ich sah ihm sofort an, dass irgendetwas seltsam war, er fragt mich, ob ich das Flugticket gekauft hätte und ich sagte, das Angebot wäre schon vorüber gewesen. Danach war dann eben Schluss.

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    Diese hast Du von ihm erhalten und es ist Deine Entscheidung, ob Du dies so für Dich akzeptieren kannst oder nicht. Oder ob Du noch einen letzten Versuch starten willst, im Versuch seine Entscheidung umzustimmen.

    Wie könnte denn so ein Versuch aussehen? Deswegen versuche ich ja zu klären, weshalb plötzlich diese drastische Entscheidung. Sollte es wirklich an mangelnder Entscheidungskraft meinerseits gelegen haben, könnte ich jederzeit einen Flug buchen und ihm damit zeigen, dass es eben nicht nur "zum Spaß" war. Habe aber das Gefühl, dass er sich dadurch überfallen fühlen würde, gerade in der jetzigen beruflichen Situation. Wir hatten schon mal vor 2 Monaten ein ähnliches Gespräch, wo er meinte, er müsse mal alleine sein; ich habe ihm einige Tage danach noch ein Mail geschrieben und signalisiert, dass er sich ruhig seine Zeit nehmen soll für seine damaligen Geschäftspläne und wir würden schon sehen, was die Zukunft bringt. Bis dahin können wir ja weiterhin unser eigenes Leben führen. Habe ich daraufhin in Ruhe gelassen, aber er meldete sich wieder bei mir, fragte sogar nach einiger Zeit, was das denn jetzt wäre und dass wir natürlich schon als Paar weitermachen könnten. Genau diese Entscheidung, mich wieder zu kontaktieren, hat er nun als Fehler bezeichnet. Er meinte aber, er wisse nicht, was in der Zukunft noch passieren könnte.


    Deswegen möchte ich mich ihm nicht aufdrängen, wenn er eigentlich nicht mehr möchte. Aber gleichzeitig habe ich eben diese Angst, nicht genügend Sicherheit über meine Entscheidung signalisiert zu haben.


    Tut mir leid, dass ich hier trotz so guter Antworten noch alles hin und herwälze. Aber dieser Mann gefällt mir wirklich gut und ich bin noch immer recht durch den Wind..


    Danke euch :)_

    Würdet ihr in meiner Situation noch einen Versuch wagen, ihm klarzumachen, dass ich gerne ein paar Schritte auf ihn zukommen könnte? Oder treibt ihn das noch mehr von mir weg, wenn er sowieso schon beruflich überlastet ist und nicht mal mehr weiß, wie seine Gefühle für mich sind?