Verzweifelt: Trennung mit Kindern wagen?

    ich bin momentan wirklich verzweifelt. ich wollte immer eine heile familie für meine kinder. mein mann ist leider sehr launisch und kann wegen kleinigkeiten ausflippen bzw. ist immer wieder kalt und abweisend zu mir, ohne erkennbaren grund. hinterher tut es ihm oft leid, aber das wiederholt sich seit jahren und ich merke, dass ich den glauben an unsere liebe verloren habe. er ist nicht mehr mein zufluchtsort. wenn ich irgendwo etwas von großer liebe sehe, höre oder lese, muss ich fast weinen, weil ich das gefühl habe, dass unsere beziéhung am ende ist.


    unsere kinder sind 4 und 8 und lieben den papa abgöttisch. wir haben ein gemeinsames haus mit gemeinsamen schulden, er arbeitet vollzeit, ich (wegen kindern und wiederkehrenden depressionen) nur teilzeit. ich habe keine finanziellen rücklagen. ich wollte eigentlich versuchen, noch ein paar jahre durchzuhalten, für die kinder, aber ich merke, dass ich mich eigentlich am liebsten trennen will. nur weiß ich nicht im geringsten, wie ich das anstellen soll. die kinder haben hier freunde, die schule etc. in diesem viertel sind die mieten sehr hoch. eine zusätzliche wohnung können wir uns eigentlich gar nicht leisten. ich habe überlegt, ob eine art trennung mit gemeinsamem haushalt funktionieren könnte, aber ehrlich gesagt will ich abstand zu ihm, denn ich ertrage seine stimmungen einfach nicht mehr.


    ich kann uns von meinem gehalt niemals ernähren. er ist berufsanfänger und verdient leider auch nicht besonders gut.


    ich sehe momentan weder finanziell noch emotional irgendwo land. ich liege nachts wach und könnt eden ganzen tag lang nur weinen.


    ich habe extreme angst, einen fehler zu machen, wenn ich den kindern die familie nehme. aber ich bin seit jahren unglücklich und hatte so lange gehofft, aber im moment sehe ich keine gemeinsame zukunft mehr.


    ich weiß einfach nicht, was ich tun soll.

  • 31 Antworten

    darüber geredet haben wir beim letzten großen streit im sommer, aber es ist nie dazu gekommen. sobald es wieder einigermaßen läuft, ist er einer therapie gegenüber nicht sehr aufgeschlossen. er sagt das nur, wenn er angst hat, mich zu verlieren.

    Na dann würd ich da mal Nägel mit Köpfen machen.


    Sag ihm, dass die Situation für dich unterträglich ist. Schilder ihm dein Problem und deine Gedanken dazu ruhig so wie oben. Sag ihm auch, dass du an einem Punkt bist, an dem du nicht nicht mehr vertrösten lässt. Wenn ihm was an eurer Ehe liegt, dann wird er die Therapie mit dir machen. Ich würd mich auch gleich auf die Suche nach einem Therapeuten machen....und - wenn möglich - auch gleich einen Termin für ein Erstgespräch vereinbaren.


    Und...so leid es mir tut, das zu sagen...du musst natürlich auch konsequent sein. Wenn er nicht mitzieht, geh. Vielleicht gibt es jemanden (Eltern?) bei dem du erstmal eine Weile mit den Kindern unterschlüpfen kannst? Dann kann er sich in Ruhe überlegen, was er will und er sieht, dass es dir ernst ist.

    Hast Du einen guten Kontakt zu Deinen Eltern und würde eine zeitlich begrenzte Trennung helfen, um Deine Gedanken ein wenig zu ordnen?


    Vielleicht kannst Du eine Weile mit den Kindern zu Deinen Eltern ziehen? Oder Dein Partner zu seinen?


    Mir fällt auch gerade nicht viel besseres ein - denke aber ihr bräuchtet mal eine räumliche und zeitliche Distanz zueinander, um klarer zu sehen, hmm? ":/

    Dir stehen für die Erziehung der Kinder auch Gelder von deinem Mann zu. Kenne mich da nicht gut aus - vielleicht lässt du dich beraten! Du musst die Kinder natürlich nicht alleine versorgen. Die Zeit, in der du eure Kinder aufgezogen hast, konntest du gar nicht so viel arbeiten. Und für diese Zeit steht dir selbstverständlich etwas zu.

    Falls wirklich nicht soviel Geld da sein sollte, kannst Du mal zum Amtsgericht tapern und dort um einen Beratungshilfeschein bitten.


    Wo Du genau hin musst, wird Dir der nette Wachmann am Tor verraten. Was Du genau vorlegen musst, wird der zuständige Rechtspfleger wissen.


    Mit dem Beratungshilfeschein könntest Du Dich dann bei einem Anwalt Deines Vertrauens über die rechtlichen Aspekte bei einer Trennung mit Kindern, Haus und Schulden beraten lassen. Das hilft Dir zwar nur äußerst bedingt bei den emotionalen Problemen weiter, die mit einer Trennung verbunden sein werden. Trotzdem ist eine gute Informationsgrundlage ein Mittel gegen Angst und eine informierte Entscheidung (in welche Richtung auch immer) ist immer vorzugswürdig.


    Übrigens wenn Du nicht vorhast dem Vater die Kinder zu entziehen, ist dieser ja immer noch da, nur dass die Eltern nicht mehr zusammen leben.


    Die Kinder meiner Freundin haben die Trennung der Eltern super verknustert, nachdem die Eltern aufgehört haben a. Probleme zu erwarten (haben die Kinds dann nämlich instinktiv geliefert) und b. die Situation als normal anzusehen, dann war sie es nämlich auch für die Kinder.

    Weshalb denkst du denn, die Kinder mitnehmen zu müssen? Du willst eine Veränderung für dich, und ich finde es sehr egoistisch, zu denken, die Kinder gehörten zu dir. Wenn eine Betreuung tagsüber sichergestellt werden kann, und der Lebensmittelpunkt der Kinder in eurem Haus ist, kannst du dich doch alleine in Ruhe um deine Zukunft kümmern.

    Da du zu Depressionen neigst…. Ist es denn ausgeschlossen, dass du aufgrund einer aktuellen Depression den Zustand deiner Beziehung negativer siehst, als es wirklich ist. Warst du beim Arzt? Nimmst du während der Depressionen Medikamente? Sind es wirklich Depressionen oder eher depressive Phasen?

    Zitat

    ich bin momentan wirklich verzweifelt. ich wollte immer eine heile familie für meine kinder. mein mann ist leider sehr launisch und kann wegen kleinigkeiten ausflippen bzw. ist immer wieder kalt und abweisend zu mir, ohne erkennbaren grund.

    Wie soll man das "Ausflippen" konkret verstehen? Gibt es Beschimpfungen, Vorwürfe? Oder gibt es auch Übergriffe? Übt er psychische oder physische Gewalt aus?

    Zitat

    hinterher tut es ihm oft leid

    Auch das solltest du genauer erklären. Wan finden diese "Reuephasen" statt und wodurch werden sie ausgelöst? Kommen sie von selber oder nachdem du dich gewehrt oder erklärt hast?

    Zitat

    muss ich fast weinen, weil ich das gefühl habe, dass unsere beziéhung am ende ist.

    Das ist ja auch ein Grund zum Weinen und tatschlich kann es sein, dass eure Beziehung am Ende ist. Aber das kann man bei diesen kurzen Hinweisen von außen natürlich nicht beurteilen.

    Zitat

    aber ich merke, dass ich mich eigentlich am liebsten trennen will. nur weiß ich nicht im geringsten, wie ich das anstellen soll.

    Wenn du dich irgendwann wirklich zu einer Trennung entscheidest, finden sich natürlich auch Wege, wie diese dann ablaufen kann. Es gibt immer Wege. Dazu muss man aber erst einmal im Kopf die vielen Möglichkeiten – auch di unangenehmen und scheinbar unmöglichen – durchspielen.

    Zitat

    ich habe überlegt, ob eine art trennung mit gemeinsamem haushalt funktionieren könnte, aber ehrlich gesagt will ich abstand zu ihm, denn ich ertrage seine stimmungen einfach nicht mehr.

    Eine Trennung im gemeinsamen Haushalt funktioniert nicht, wenn die Trennungsgründe gerade im Zusammenleben so gravierend auftreten. Was meinst du mit "Stimmungen"?

    Zitat

    ich sehe momentan weder finanziell noch emotional irgendwo land. ich liege nachts wach und könnt eden ganzen tag lang nur weinen.

    Das lässt aber auch auf eine Depression schließen, oder?

    Zitat

    ich habe extreme angst, einen fehler zu machen, wenn ich den kindern die familie nehme. aber ich bin seit jahren unglücklich und hatte so lange gehofft, aber im moment sehe ich keine gemeinsame zukunft mehr.

    Was sagt dein Mann, wenn du es ihm genauso sagst? Kennt er deine Gedanken? Kennt er deine seelische Not und die Auswirkungen seines "Ausflippens"?

    Zitat

    ich weiß einfach nicht, was ich tun soll.

    Wenn du dich wirklich ernsthaft mit dem Gedanken der Trennung beschäftigst und auch deinen Mann in diese Gedanken mit einbindest, dann wirst du in absehbarer Zeit wissen, was du tun kannst. Was du tun "SOLLST" wird dir niemand sagen. Dann würdest du ja einer Anweisung folgen. Es geht aber im Gegenteil darum, dass du einen eigenen Weg findest und das tust, was du tun WILLST. Nur dann gelingt eine Trennung.

    Es ist nicht ganz einfach aus dem Ärmel zu eurem Problem einen Rat zu geben. Ich sehe bei euch unterschiedliche Probleme, wobei nicht klar ist welche Situation welche negativ beeinflusst oder auslösen könnte.

    Zitat

    unsere kinder sind 4 und 8 und lieben den papa abgöttisch. wir haben ein gemeinsames haus mit gemeinsamen schulden, er arbeitet vollzeit, ich (wegen kindern und wiederkehrenden depressionen) nur teilzeit.

    Erst einmal wüsste ich gern euer Alter.


    Zum Thema Depression, wie äußert sich diese und warst Du mit den Beschwerden schon einmal in ärztlicher Behandlung. Wie sehr schränken Dich diese wiederkehrenden Depressionen im Alltags- und Familienleben ein? Wann traten diese für Dich bewusst erkannt zum ersten Mal auf? Eventuell als Folge einer Deiner beiden Geburten?


    Wenn die Kinder den Papa abgöttisch lieben, kann er emotional doch eigentlich kein Komplettausfall sein, oder?

    Zitat

    mein mann ist leider sehr launisch und kann wegen kleinigkeiten ausflippen bzw. ist immer wieder kalt

    Wie stellt sich sein Verhalten und seine "Macken" im Umgang mit den Kindern dar?


    Wie organisiert euch als Paar daheim? Gibt es von ihm Unterstützung bei der Erziehung der Kinder, im Haushalt und den wiederkehrenden Aufgaben im Familienallltag?


    Wie teilt die Aufgaben untereinander auf?


    Hast Du schon mal darüber nachgedacht eine Kur anzutreten? Wie sehen eure Kontakte zu anderen Familienmitgliedern aus, gibt es von dort aktive Unterstützung?


    Wann fing eure Beziehung an sich in Deiner Wahrnehmung deutlich negativ zu verändern? Wie lange wart ihr vor der Geburt der Kinder zusammen?


    Traust Du Dir überhaupt zu mit den Kindern allein zu leben, wenn es depressive Schübe gibt?


    Aktuell sehe ich an jeder Front Verlierer, wie Du eure Situation beschreibst. Ihr habt beide noch nicht angefangen aktiv etwas gegen eure Eheprobleme zu unternehmen. Da ist noch einiges an Potential, was ihr unangetastet vor euch her schiebt.


    In Deiner momentanen Situation sehe ich es als vordergründig das Du für Dein eigenes Wohlbefinden aktiv wirst. Dir ärztlichen Rat und Unterstützung suchst. Eventuell auch kompetente Hilfe über Deine Krankenkasse.


    Jemand der depressiv belastet ist hat es viel schwerer Energie und Kraftreserven zu aktivieren, um Probleme zu verarbeiten und zu deren Lösung beizutragen.


    Vielleicht trägt eins zum anderen bei, wmöglich fühlt auch Dein Mann fühlt sich von den Problemen überfordert und überrollt.


    Mit Schulden im Rücken, Berufsanfänger mit gerade reichendem Einkommen um alle Finanzen zu stemmen ist ein Mann nicht immer der liebevolle und zuwendungsfähige Partner.


    Darum wäre zu prüfen, wo man durch sinnvolle Einsparungen und Hilfe von außen Abhilfe schaffen kann.


    Werft die Flinte nicht zu früh ins Korn, dass kann sich für euch beide rächen.


    Vielleicht ergibt sich durch die Beantwortung der obigen Fragen ein deutlich klares Bild eurer aktuellen Situation.

    vielen dank für all eure kommentare, bis auf den von kantenmechaniker, den ich so dumm finde, dass ich ihn nicht kommentieren möchte.


    vorhin haben wir nochmal geredet und ich habe versucht, ihm klarzumachen, wie schlecht es mir gerade geht.


    ja, wir sind teilweise auch von finanziellen problemen bzw. beruflichem stress gebeutelt. ich habe immerhin gemerkt, dass ich ihn noch liebe und keine sofortige trennung möchte. ich bin leider momentan nervlich ziemlich am ende, das kommt auch durch den extremn schlafmangel. ich denek auch, dass es ein depressiver schub sein könnte.


    der vorschlag, mich vorerst um meine gesundheit zu kümmern, ist der beste, danke.

    @ oldie:

    ja, ich nehme ein antidepressivum. ich war zweimal in einer klinik, aber seit drei jahren ging es mir gut. eine therapie war vor eineinhalb jahren von meiner therapeutin beendet worden, weil ich stabil war.


    nein, keine gewalt, nur übertriebene vorwürfe und auch mal genervte flüche, aber alles nur verbal.

    Um deine Gesundheit und um Perspektiven!


    Such mal in deiner Stadt/in eurem Kreis nach entsprechenden Beratungsstellen ??Caritas, Diakonie, AWO, Elternberatungsstellen oder Erziehungsberatungsstellen in freier Trägerschaft etc.??. Dort könntest du durchsprechen, welche Punkte anständen, solltest du dich wirklich zur Trennung entscheiden. Du könntest so sortieren: Was sind emotionale Befürchtungen, die aber vielleicht nicht in Realität sooo schlimm sein müssen (beispielsweise Kindergartenwechsel)? Was sind finanzielle Umstände, die wirklich schwer zu händeln sein werden (Hauskredit etc.)?


    Man wird dir dort vielleicht helfen können, diesen Vorhang aus Angst vor den Augen zu lichten. So dass du dich nachher in einer freien Entscheidung für oder gegen die Beziehung entscheiden würdest, nicht, weil das Haus noch abgezahlt werden muss oder so. Du hättest dann vielleicht eine Liste an Punkten, die es im Fall X oder Y anzugehen hieße und auch schon erste Ideen, wie du das machen könntest. Dann muss es zwar immer noch nicht so kommen, aber du hättest die Sicherheit, dass du dann nicht ideen- und beistandslos wärst.

    Ich würde auch sagen, nicht die Flinte ins zu Korn werfen. Die meisten Beziehungen machen eine Härtephase durch. Da hilft es oft nicht davon zu laufen. So wie du dich anhörst, hast du evtl eine Fetzen Depression. Und in Phasen einer Depression sind schon viele Paare gescheitert. Das du wieder zu dir finden musst, scheint mir unbestritten.


    Was Kantenmechaniker gepostet hat, war sicherlich gut gemeint und könnte auch hilfreich sein. Nur muss man für solch einen Schritt bereit sein. Du verlierst ja die Kinder nicht, wenn du dich um dich kümmerst. Anders herum könntest du dich aber selbst verlieren, wenn du nichts für dich tust.

    Sie spricht ja nicht von einer Phase, sondern von einem jahrelangen Prozess. Das hört sich für mich schon ein wenig anders an als eine übergangsweise und depressionsbedingte Entfremdung.


    Ich hab die TE auch grundsätzlich gar nicht so verstanden, dass sie total überfordert wäre. Sondern, dass er halt mit seinem Verhalten ihre Liebe zu ihm beschädigt hat. Das ist in meinen Augen etwas ganz anderes als eine Situation, in der eine Mutter total angestrengt ist und mal ne weile aus allem raus dürfen muss.