• Völlig durcheinander

    Hallo zusammen *:), ich habe diesen Faden als Alias eröffnet, da einige Bekannte von mir hier ab und an unterwegs sind und ich nicht unbedingt erkannt werden möchte (auch aus Rücksicht auf meinen Partner). Ich hoffe das ist ok ;-D Ich bin mit meinem Freund schon sehr lange zusammen - mittlerweile seit 12 Jahren. Wir sind beide Anfang dreißig und hatten vor…
  • 82 Antworten
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    Ich bin jedoch sehr gespannt, ob und wie er sich jetzt in diesem Monat ändern will.

    Nachdem du ja geschrieben hast, dass die heftigen Ausraster (ja, für mich ist das Gewalt, weil du deswegen bei ihm ständig in Hab-Acht-Stellung bist, ob "es" wieder passieren könnte) "nur" alle paar Monate kommen, was willst du dann mit 1 Monat Abwarten erreichen?

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    Allerdings befürchte ich auch, dass es "eine Nummer zu groß" ist, dass er jetzt ganz alleine plötzlich anfängt alle Charakterzüge umzuwerfen.

    Das siehst du ganz realistisch. Es ist ein Charakterzug, der mit ihm als Mensch unmittelbar verknüpft ist. Ich denke, mit Therapie o.Ä. kann man allenfalls an den Ausprägungen schrauben.

    Zitat

    dass er kein Arschloch ist, sondern im Grunde ein ziemlich liebevoller und guter Mensch, der leider seine Emotionen nicht im Griff hat

    Er ist nicht "im Grunde ein liebevoller Mensch". Er ist meistens liebevoll und hat manchmal krasse Aussetzer, in denen er psychisch Gewalt ausübt.

    Zitat

    Das ich mich einfach über ihn lustig machen soll, wenn er wegen irgendwas sauer ist.

    Das wäre nicht so gut. Mit Humor meinte ich, das Thema zu verschieben. Das Lustigmachen wird für ihn nicht lustig sein. Passender Humor wäre es, wenn er darüber lachen kann und nicht nur du.

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    Ich habe immer Bedenken, wenn ich einfach den Mund des Friend willens halte und keine Widerworte gebe.

    Naja, du sollst ja deine Widerworte nicht weglassen- das auf keinen Fall- deine Kritik muss erhalten bleiben. Es geht nur darum, das zeitlich so zu verschieben, wenn er nervlich gesehen dazu auch aufnahmefähig ist. In einer Phase des Aufgebrachtseins ist sein Denkvermögen eingeschränkt- seine Emotionen lassen es nicht zu, klar und ruhig zu denken- also: Erst nervlich runterkommen lassen und dann Kritik üben. In einer aufgeheizten Situation bringt das eher nicht viel, auch weil auf Argumente- so richtig sie sein mögen, nicht richtig eingegangen wird. Manchmal kann es auch helfen, erst mal ein wenig zu essen oder zu trinken (z.B. Pfefferminztee).

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    Es ist ein Charakterzug, der mit ihm als Mensch unmittelbar verknüpft ist.

    Das lässt sich durch Training erheblich dämpfen.

    Zitat

    Das lässt sich durch Training erheblich dämpfen.

    Das meinte ich ja mit meinem zweiten, von dir nicht zitierten Satz:

    Zitat

    Ich denke, mit Therapie o.Ä. kann man allenfalls an den Ausprägungen schrauben.

    Es ist eben Ansichtssache ob man als Partner abwarten will, ob sich da was schrauben lässt. Ich warte sowas nicht ab. Die TE wartet es ab.

    @ wintersonne 01

    Zitat

    und wenn du bewusst aus der Situatin rausgehst, ihm sagst: du lasse ich mir nicht mehr bieten, kann und will ich nicht mehr ertragen....werde absofort in solchen Situationen den Raum verlassen und in ein anderes Zimmer gehen und wehe du kommst hinterher, ich erwarte du akzeptierst dann meine Entscheidung mir das nicht mehr anzu tun...ode so ähnlich...


    Dann bist du die die handelt und Grenzen setzt.

    das ist eine gute Idee. Das werde ich in Zukunft mal probieren

    @ katiafox

    danke für deine Worte @:)

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    Das schreib ich jetzt so und es hört sich fürchterlich an, aber trotzdem ist er kein Ungeheuer und leidet wohl selbst am meisten unter sich. Fakt ist aber, dass er das halt so tut, oft ohne es mitzuschneiden, wahrscheinlich ist er selbst einfach oft unglaublich hilflos. Ich weiß nicht, wie oft ich die Worte gehört habe: Ich werde an mir arbeiten. Ich weiß nicht, wie oft ich gedacht habe: Jetzt hat er es echt gerafft.

    Ja, die Beschreibungen klingen fürchterlich, aber der Partner hat nun mal auch eine andere, wundervolle Seite - das beschreibst du sehr schön. Und ja, er ist ebenso hilflos, und möchte die Dinge ändern. Das finde ich wichtig, das nochmal zu betonen.

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    Irgendwie musste ich darauf reagieren und ich hab richtig scheiße darauf reagiert. Ich war damit komplett überfordert. Eine Zeit lang hab ich mir ziemlich viel gefallen lassen, obwohl es mich verletzt hat, irgendwann dann selbst gestritten, mir den Mund fusselig geredet, versucht total erbärmlich den Spiegel vorzuhalten, geheult. Wahnsinn. Ich war wirklich nie irgendwie eine Dramaqueen oder für meine Ausbrüche bekannt. Echt nicht. Eigentlich war ich immer einigermaßen abgeklärt. Dieser Mensch hat die schlimmste Version meinerselbst zum Vorschein gebracht

    ich kann das so gut nachempfinden. man ist in diesen Momenten so überfordert. ich hab auch alles versucht, mit Humor, mit Gleichgültigkeit, hab mir den Mund fusselig geredet, hab ihn ignoriert. Manchmal klappte es, manchmal mit. aber es ist unberechenbar und macht mir einmal mehr deutlich, dass es am Ende nicht in MEINER Hand liegt, ob ein Streit eskaliert oder nicht. Und ja, wie schon angedeutet, bin ich auch teilweise von mir selber erschrocken. Hab geschrien, und auch Sachen kaputt gemacht, ein Verhalten welches bisher nur mein Vater in mir zum Vorschein gebracht hatte. Soll möchte ich nicht sein :( Das tut mir auch nicht gut.


    Interessant was du über deinen Vater schreibst. Ja, vielleicht ist es ein Muster.

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    Ich weiß nicht, du wirkst jetzt nicht so als ob dich das alles fertig macht, belasten schon, aber geht das darüber hinaus? Vielleicht ist es auch nicht so heftig, wie es bei uns war. Mich hat es halt echt runtergerissen und ich hab mir das alles sehr zu Herzen genommen.

    Es belastet mich schon sehr, aber ich kann mich in solchen Momenten innerlich oft ganz gut abgrenzen. Aber ich nehme es mir auch sehr zu Herzen und denke tagelang über alles Gesagte nach.

    @ Uomo 3

    auch an dich natürlich, danke für deine Worte. Nach deinem Bericht, habe ich mich bzgl. Narzissmus/ persönliche Persönlichkeitsstörung ein bisschen eingelesen. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass das bei ihm zutrifft.


    Mein Freund wäre der letzte, den ich als "selbstverliebt" empfinden würde. Im Gegenteil, ich finde, dass er sich selber mehr wert sein könnte. Er achtet sehr wenig auf sich (z.B. was regelmäßiges Essen, Schlafen, etc. angeht), und "liebt" sich meiner Meinung nach nicht genug. Er stellt sein Licht immer unter den Scheffel, und hat oft das Gefühl nicht "genug" für die Firma zu tun. Nach allem was ich gelesen habe, stellen Narzissten sich immer besser da als sie sind und wollen ständig Bestätigung. So ist er überhaupt nicht. Auch ist er nicht empathielos oder versucht mich mit irgendwelchen Emotionen zu täuschen. Nach 12 Jahren kennt man sich sehr gut, und ich würde von mir behaupten eine hohe emotionale Intelligenz zu besitzen. Mich täuscht man nicht, und er erst recht nicht ;-)


    Er hat diese beschrieben Züge (kaltherzig etc) ja nur in diesen Momenten. Sonst nicht. Narzissten weisen diese Verhaltensweisen doch immer auf?!


    aber ich kenne mich auch kaum bis gar nicht mit dem Thema aus. Was zeichnet denn Narzissten ansonsten noch aus, wo Parallelen zu meiner Situation zu finden wären?

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    Mich täuscht man nicht, und er erst recht nicht ;-)

    Vor solchen Einschätzungen warne ich immer. Aus Erfahrung ;-)

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    Und ja, er ist ebenso hilflos, und möchte die Dinge ändern. Das finde ich wichtig, das nochmal zu betonen.

    Ja, aber versteif dich nicht so sehr darauf, dass dieser Wunsch auch umgesetzt werden kann. Ich persönlich bin da so, dass ich mir um meine Probleme bewusst bin und wenn sie mir mal wirklich bewusst geworden sind, dann kann ich das auch nicht mehr verdrängen und geh da recht pragmatisch ran und gucke, was ich machen muss, um die Probleme irgendwie in den Griff zu kriegen oder im besten Fall sogar zu lösen.


    Bei meinem Exfreund war es aber so, dass das Problembewusstsein in regelmäßigen Abständen wieder abhanden gekommen ist. Ich kann das gar nicht so richtig beschreiben. Irgendwie hatte er "vergessen", dass es da mal ein Problem gab und man hat immer wieder bei Null angefangen. Ich weiß nicht, ob das typisch für Persönlichkeitsstörungen ist, bei ihm war es aber so. Es ging hin und her zwischen: "Oh gott, das schockiert mich total, wenn ich mal mit meinen Verhaltensweisen konfrontiert werde" und "ach benehm ich mich heute doch wieder wie der letzte A..., ICH hab doch kein Problem, alle anderen sind bescheuert". Das war echt schwierig. Mein Ex ist auch immer davon ausgegangen, dass er das hinbekommt und dass es irgendwann von alleine besser wird (so viel zum Thema: gib mir nur einen Monat Zeit). Ich bin davon sehr desillusioniert, muss ich leider so sagen.

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    Es belastet mich schon sehr, aber ich kann mich in solchen Momenten innerlich oft ganz gut abgrenzen.

    Das ist auf jeden Fall gut und da bist du mir wohl einen Schrit voraus. ;-)


    Wenn ich ein wirklich beeinträchtigendes Problem habe, dann ist es meine mangelnde Abgrenzungsfähigkeit. Und das war natürlich fatal in der Kombination.


    Aber sowas kann man ja zum Glück lernen und üben.

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    Mein Freund wäre der letzte, den ich als "selbstverliebt" empfinden würde. Im Gegenteil, ich finde, dass er sich selber mehr wert sein könnte. Er achtet sehr wenig auf sich (z.B. was regelmäßiges Essen, Schlafen, etc. angeht), und "liebt" sich meiner Meinung nach nicht genug. Er stellt sein Licht immer unter den Scheffel,

    Trifft auch alles auf meinen Exfreund zu. Der hat überhaupt kein gutes Händchen für sich.


    Ich bin diese Phase: hat er eine Persönlichkeitsstörung (ich glaube schon, unter Vorbehalt) und welche Persönlichkeitsstörung hat er denn nun wirklich? zwar auch durchlaufen und will dich davon nicht abhalten, dich da einzulesen, allein schon, weil es ein spannendes Thema ist, aber ich würde trotzdem versuchen den Fokus nicht zu sehr von dir abzulenken. Aus Erfahrung: Guck lieber, was das alles mit dir macht, wo es dir zu sehr zusetzt, was du aushalten kannst, was du nicht mitmachen willst. Und das setzte dann auch durch. @:)

    Zitat

    hat er eine Persönlichkeitsstörung (ich glaube schon, unter Vorbehalt)

    Sorry, das war auf meinen Ex bezogen. Bei deinem Freund würde ich mir da ganz sicher kein Urteil wagen. War mir noch wichtig, zu sagen.

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    will dich davon nicht abhalten, dich da einzulesen, allein schon, weil es ein spannendes Thema ist, aber ich würde trotzdem versuchen den Fokus nicht zu sehr von dir abzulenken. Aus Erfahrung: Guck lieber, was das alles mit dir macht, wo es dir zu sehr zusetzt, was du aushalten kannst, was du nicht mitmachen willst. Und das setzte dann auch durch. @:)

    Ich finde die Tips von katiafox sehr wertvoll für dich.


    Mir wäre es egal, wie das heißt, was ein anderer hat, wenn es was bei mir zerstört. Wenn man versucht, herauszufinden wie es heißt, gibt man sich selber nur die Möglichkeit auf Hoffnung, das zu ändern. Aber du kannst es nicht ändern, du bist nicht seine Therapeutin.

    Nachdem der Heiratsantrag angenommen ist (

    ), sollten die Ratschläge vor allem konstruktiv in die Richtung gehen, wie sie die Hochzeit nutzen kann, um ihm die nötigen Änderungen ins Bewusstsein zu bringen.


    Wobei nach einem "Ja" die Druckmittel natürlich schon sehr sanft sind ;-)


    Alias, ich habe insgesamt im Verlauf des Fadens nicht den Eindruck, als würdest du deine Annahme des Antrags ernsthaft widerrufen wollen. Sehe ich das richtig? Aber unangenehm ist dir das Gefühl dennoch, weil die Entwicklung ungewiss ist und eure Bindung auf gewisse Weise durch die Hochzeit zementiert wird. Wie siehst du es im Nachhinein, wenn du jetzt deinen Eröffnungsbeitrag liest? Bist du immer noch so aufgewühlt?


    Nun liegt es an dir, wie du die Zeit konsequent nutzen kannst. Solange du dich nicht doch noch umentscheidest, solltest du nicht warten, bis es wieder zum Konflikt kommt. Sondern mit ihm konstruktiv reden, wie ihr an diesen Dingen arbeiten könnt. Wenn du schon so eine Entscheidung triffst und bereit bist, mit ihm eine Ehe einzugehen, dann nur deswegen, weil du daran glaubst, dass ihr dahin kommen könnt, dass diese Streitigkeiten der Vergangenheit angehören. Und diese Arbeit sollte sofort aufgenommen werden und viel wichtiger sein als die Farbe des Kleides.

    was ich ganz interessant finde, dass hier in der hauptsache er "analysiert" wird ;-)


    mir ist beim lesen deiner beiträge aufgefallen - liebe Alias - dass du sehr akribisch beobachtest, dass du viele dinge zerpflückst, drehst und wendest, weil du sie (be)werten können möchtest, dass du sehr viel nach/-zerdenkst und sehr bedacht bist!?


    kann es sein, dass du sehr viel auf dich beziehst, was gar nichts mit dir oder euch zu tun hat? dass du vieles als persönlichen angriff siehst, wo er einfach nur mal luft rauslassen musste? dass du dir viele dinge viel zu lange im hirn rumschwurbeln lässt, anstatt etwas abzuhaken? dass du soooo harmoniebedürftig bist, dass ihr es gar nicht gewohnt seid, die unterschiede zwischen thema, unterschiedlicher meinung, problem, konflikt zu sehen und euch konstruktiv zu "hackeln"?


    an manchen passagen wirkt es nämlich fast so, als würdest du fast schon kleinlich gerade alles suchen, was die perfekte harmonie auch nur ein klitzekleines bisschen trübt :)_

    Zitat

    was ich ganz interessant finde, dass hier in der hauptsache er "analysiert" wird ;-)

    Ist das nicht normal in Beziehungsfäden, wo man über den jeweils abwesenden Partner schreibt? ;-)


    Aber in der Tat versuche ich, ihren Anteil daran nicht zu vergessen. Deswegen schrieb ich absichtlich auch "wie ihr daran arbeiten könnt" und "ihr die Streits beilegen könnt".


    Alias ist sich ihres Beitrags zu den Konflikten durchaus bewusst, denn sie hat direkt schon geschrieben

    Zitat

    Ich fange an, auf diese Dingen bei ihm aus Prinzip auch rumzureiten. Es ist eine Dynamik die sich da im laufe der Jahre entwickelt hat, die nicht meiner Natur entspricht und mir nicht gefällt

    war ja auch nicht gegen irgendjemand speziellen gerichtet (also, insgesamt nicht "gegen"), sondern das fiel mir nur auf ;-)

    Ich finde es immer wieder erstaunlich, was hier oft so als "mal eben Luft rauslassen" bewertet wird. Wo fängt denn eurer Meinung nach pathologisches Verhalten an? Ernstgemeinte Frage, nicht polemisch gedacht!


    Zitate aus dem Eingangsbeitrag:

    Zitat

    Ich hasse die Wortklauberei und finde, es grenzt an Psycho Spielchen. Er schreit dann total rum, meinte ich wäre wie alle anderen, beschimpft mich übelst, macht Sachen kaputt, macht Schluss, verlässt die Wohnung, kommt nach 30 Minuten wieder, schreit rum, will die Wohnung kündigen, packt seine Sachen, geht. - dann kommt er nach max. einer Stunde wieder und entschuldigt sich.

    Zitat

    Er lässt sich jedoch leicht aus der Ruhe bringen. Sei es jemand fährt 5 Minuten auf der linken Spur, obwohl rechts alles frei ist, oder jemand schneidet ihn, jemand fährt 30 obwohl 50 ist, etc. - dann kommt das 2. Gesicht. Dann fährt er wie ein Arschloch. Und ich hab Angst. Tierisch sogar. Ich fühl mich dann nicht mehr sicher in dem Auto, fühl mich ausgeliefert und pampe ihn an oder weine. Oder er fährt links 250- rechts ist viel Verkehr- und ich hab tierisch Angst, dass jemand rüberzieht, weil jemand vielleicht seine Geschwindigkeit unterschätzt. Dann sage ich, dass ich Angst habe. Sobald ich was sage, wird er sauer. Fühlt sich bevormundet, sagt, ich solle dann halt nicht mitfahren. Oder kackt mich an, warum ich IHN jetzt vollmache, wenn die anderen doch so kacke fahren. Er sieht mich so, dass ich immer total viel Angst hätte und ihn damit nerve.

    Ich denke, jede Beziehung hat ihre Höhen und Tiefen und jede Person so ihre Macken. Nach 12 Jahren sollte man ausreichend festgestellt haben, ob man mit den Macken des Partners leben kann oder nicht. Jetzt ausgerechnet nach dem Ja-Wort zur Hochzeit das ganze in Frage zu stellen, kommt etwas spät...


    Eine wunderbare, liebevolle Beziehung nutzt nichts, wenn Du in permanenter Angst lebst, Dein Partner könnte wieder ausrasten. Die Ausraster erodieren stetig aber langsam die Basis in Eurer Beziehung, wenn Du vor Deinem Partner Angst hast, Angst um Dein Leben hast, wenn Du im Auto sitzt, gespannte Vorsicht, wenn Du ständig darauf achten musst, was und wie Du etwas sagst, nur damit dein Partner nicht aus der Haut fährt.


    Ich würde eigentlich raten, gemeinsam mit Deinem Freund daran zu arbeiten, das Verhalten abzustellen. Aber Du schreibst, er wäre sehr reflektiert, bedauert das jeweils sehr, was er da getan hat und es hilft trotzdem nichts. Auch in Therapie war er schon, ohne Erfolg offenbar. Da schwindet langsam die Hoffnung, dass es etwas geben könnte, was Deinen Freund nachhaltig ändert.


    Er muss an den Ursachen etwas ändern und wenn er festgestellt hat, dass der stressige Job da ganz extrem zu beiträgt, dann muss er da etwas ändern. Nicht eben einfach, aber machbar. Er muss das wollen, muss sich um seiner Partnerschaft willen von dem Stress im Job ein ganzes Stück frei machen. Gelingt das nicht, heißt es dann irgendwann zu wählen: Job oder Ehefrau. Mit beliebig viel Ärger bis dahin. Der Stress wird ja im Leben nicht weniger. Eigene Kinder sind ein Stressfaktor sondergleichen.


    Du kannst auch einiges tun, indem Du konsequent bis ihm gegenüber Grenzen zu setzen. Wenn ich Angst hätte als Beifahrer und würde da nicht ernst genommen, würde ich nicht einsteigen. Wenn er vor einem schönen Abend ausrastet würde ich den Abend absagen. Seine Spielchen solltest Du nicht mitspielen. Und zur Not zieh mal zwei drei Tage aus. Aus Deinen Beiträgen sieht es so aus, als sei die Initiative voll bei ihm, wenn er sich beruhigt hat, ist alles wieder ok. Und Du? Spielt es eine Rolle, ob Du Dich wieder gefangen hast, oder ist das für ihn selbstverständlich? Er wird sich erst dann ändern, wenn für ihn so etwas wie Leidensdruck entsteht. Den Druck hast Du gerade mit dem Ja zur Hochzeit komplett abgebaut. Aber das ist ja nicht die einzige Möglichkeit.