• Völlig durcheinander

    Hallo zusammen *:), ich habe diesen Faden als Alias eröffnet, da einige Bekannte von mir hier ab und an unterwegs sind und ich nicht unbedingt erkannt werden möchte (auch aus Rücksicht auf meinen Partner). Ich hoffe das ist ok ;-D Ich bin mit meinem Freund schon sehr lange zusammen - mittlerweile seit 12 Jahren. Wir sind beide Anfang dreißig und hatten vor…
  • 82 Antworten
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    Finde ich auch, aber so kurz nach Annahme eines Heiratsantrags ist das strategisch vielleicht ein wenig schwierig ....

    Oder vielleicht auch ein Vorteil? Jetzt geht's um die Nüsse, vielleicht hört er ihr jetzt mal zu und nimmt sie ernst.

    Zitat

    Jetzt geht's um die Nüsse, vielleicht hört er ihr jetzt mal zu und nimmt sie ernst.

    Ach was, sie hat den Heiratsantrag doch angenommen; und er weiß haargenau, dass/wie er sie in der Hand hat und welche Knöpfe er drücken muss. Einen Monat sich ein wenig zusammenreißen ist da außerdem locker drin.

    Sie hat den Ehevertrag noch nicht unterschrieben, es ist also noch nicht zu spät, eine Bedingung nachzuschieben. Bsp.: "Ich heirate dich gerne, aber zuerst will ich eine Verbesserung sehen, die anhält. Ich will diese Ausbrüche nicht mehr ertragen." Würde natürlich heissen, dass sie ihn nicht sofort heiratet, auch nicht in einem halben Jahr.

    hallo Alias,


    wie ich finde hast jetzt schon einige wertvolle Meinungen und Erfahrungen der Mitleser hier bekommen.


    Mich beschäftigt etwas , was jetzt nicht unbedingt mit dem Thema zu tun hat.. Ich möchte dir , trotzdem eine Frage stellen und finde es auch ok, wenn du darauf nicht antwortest, würde mich aber freuen. Du schreibst in deinem Eingangspost:

    Zitat

    ich habe diesen Faden als Alias eröffnet, da einige Bekannte von mir hier ab und an unterwegs sind und ich nicht unbedingt erkannt werden möchte (auch aus Rücksicht auf meinen Partner)

    Dir ist aber schon klar , das alle die euch kennen auch wissen wer gemeint ist : (450 PS Auto / 12-jährige Beziehung / Partner macht Ferienfreizeiten mit Kinder , usw.)


    Was ich jetzt von Dir wissen möchte, warum schreibst du als Alias, doch nicht um deinen Partner zu schützen,oder?


    Wenn meine Überlegungen hier unangebracht sind , oder du denkst ,das hat nix mit dem Thema zu tun, bitte Post einfach ignorieren .

    so viele Antworten |-o lieben Dank an euch alle. Ich werde auf alle versuchen einzugehen, es kann aber etwas dauern, weil ich immer nur zwischendurch Zeit habe, da wir Besuch haben.

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    Da er mitunter ausrastet und in seiner Wut auch Sachen beschädigt, hat er Dich schon geschubst, getreten oder geschlagen?

    Nein, das hat er noch nie! und das würde ich auch nicht dulden. Wenn es zu solcher Art der Gewalt käme, wäre bei mir Schluss.

    @ LolaX5

    Genau das ist ja auch meine Hoffnung. Da sich schon mal etwas grundlegendes geändert hat, hoffe ich, dass sich dauerhaft auch etwas an der Streitkultur ändern lässt. Er macht da ja auch nicht dicht, sondern wir führen des öfteren Gespräche darüber.

    @ flo_eck

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    Für mich übt dein Partner eine Form von Gewalt aus, auch wenn er zwischendurch lieb sein kann. Zumindest würde es sich für mich gewalttätig anfühlen, wenn ich immer wieder so einstecken müsste.

    das ist ein interessanter aber auch krasser Gedanke, so habe ich es bisher nicht empfunden, - zumindest nicht bewusst. Ich muss darüber nachdenken, ob ich es tatsächlich als eine Art der Gewalt empfinde.

    @ katiafox

    danke für deine Worte. Interessant zu lesen, dass es dir ähnlich erging und du ähnliche Veränderungen an dir selbst festgestellt hast. Hattet ihr auch so eine intensive Beziehung? Hast du dich nach der Trennung dann befreit gefühlt und rückblickend bereut dich nicht schon früher getrennt zu haben?


    Ich frage mich natürlich auch, für den Fall dass ich es nicht mehr aushalte und mich trenne - was denke ich das rückblickend in einem Jahr? Fühle ich mich befreit und erleichtert? Oder zerreisst es mich innerlich weil er mir so sehr fehlt? Bereue ich zutiefst, den Menschen aus meinem Leben zu verbannen, der mir so unendlich viel bedeutet hat?

    @ sensibelmann99

    danke dir für deinen Bericht über eure Situation. Schön zu lesen, dass ihr einen Weg gefunden habt und gemeinsam daran arbeitet.

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    Es könnte helfen, wenn er nervlich angespannt erscheint, auf Widerrede zu verzichten und das zeitlich zu verschieben, wenn er von seiner nervlichen Anspannung herunter ist. Aber seinerseits sollten da auch Anstrengungen unternommen werden, das Hochschaukeln zu reduzieren.

    Ich habe immer Bedenken, wenn ich einfach den Mund des Friend willens halte und keine Widerworte gebe. Das lässt sich mit meinem Stolz nicht vereinbaren. Ich habe dann das Gefühl, dass ich mich unterbuttern lassen und das entspricht nicht meiner Natur. Aber es ist eine gute Idee, dass man die Sachen die man sagen will erst einmal unausgesprochen im Hinterkopf behält und später anspricht. Das werde ich versuchen. Auch die Sache mit dem Humor. Das hat er mir auch mal als Tipp gegeben. Das ich mich einfach über ihn lustig machen soll, wenn er wegen irgendwas sauer ist. Das klappt manchmal auch sehr gut. Aber leider nicht immer.

    @ ayasha

    Danke für deine Erzählung von deinem Ex. Da gibt es tatsächlich einige Parallelen. Ich denke, du kannst es sehr gut nachempfinden wie es mir geht. Hast du dich aufgrund der genannten Probleme von ihm getrennt?

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    Sieht er denn, dass seine Eskalationen ein Problem für eure Beziehung sind? Möchte er das ändern? Falls er sieht, dass das so absolut & gar nicht geht, würde ich euch dringend zu einer Paarberatung und ihm zu einer Therapie raten, damit er seine Impulskontrolle in den Griff bekommt.

    Ja das sieht er. Wie gesagt, ihm ist glaub ich nicht so richtig bewusst, wie heftig er teilweise dann ist. Aber größtenteils kann er es sich (auch aufgrund unserer vielen Gespräche) natürlich vorstellen bzw. merkt es selbst und er nimmt mich auch ernst. Er verspricht mir auch an sich zu arbeiten, ich merke dass er das auch aktiv tut bzw. versucht. Ich merke regelrecht wie er in manchen Situationen mit sich kämpft und dann die Kurve kriegt und ruhig bleibt, wo er sich früher aufgeregt hätte.


    Allerdings frage ich mich auch, ob er alleine in der Lage ist, diese Eigenschaften komplett und dauerhaft abzulegen oder ob das am Ende -wenn überhaupt- nur durch eine Therapie geschehen kann. Einer Paartherapie war er zwischenzeitlich nicht abgeneigt. Das Thema sollte ich nochmal auf den Tisch bringen.

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    Und was hast du zu dem Heiratsantrag gesagt? Eigentlich wäre das ein guter Anlass, ihm (nochmal?) nahezulegen, wie sehr dich seine Ausraster belasten und wie dringend da etwas passieren muss, wenn er dich auf Dauer in seinem Leben behalten will. Im Moment hat er ja alles - du bist da und liebst ihn, und dass er in regelmäßigen Abständen ein rücksichtsloses Arschloch mit krassen Ausrastern ist, ist kein Problem... außer für dich.

    Wie gesagt, ich habe ihn angenommen. Es hat sich gut und richtig angefühlt in dem Moment. Und wir sind 12 Jahre zusammen und ich war mir insgeheim schon sicher, wenn ich mal heirate, dann ihn. Aber nach dem Antrag kamen die Gedanken bei mir. So als würde es plötzlich ernst werden - obwohl das ja Quatsch ist. Und ich grübel seitdem unentwegt. Vergleiche, analysiere, klopfe meine Grenzen ab, frage mich wie belastbar ich bin und ob ich überhaupt so sehr an meine Grenzen gehen will, denke über die Alternativen nach - und es zerreisst alles in mir, wenn ich mir vorstelle, dass ich mich jetzt trennen würde. Es fühlt sich wie ein großer Fehler an, den ich nie wieder rückgängig machen könnte. Aber natürlich denke ich auch darüber nach, ja.


    So wie du den letzten Satz schreibst, klingt es so, als wäre es für ihn alles einfach und bequem. Das stimmt nicht. Auch er ist mega aufgewühlt von den Streits (auch wenn er rückblickend immer etwas positives daraus zieht >:( ), wir reden so viel über dieses Thema, das ist für einen Mann auch nicht leicht ;-) , und er will ja auch was ändern und versucht an sich zu arbeiten. Aber klar, unterm Strich ist er der Auslöser. Nicht ich.

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    Ich denke dass sein Job das 2. Gesicht hervorruft. Er arbeitet nicht so viel, weil er machtbesessen ist (wie du vorhin geschrieben hast), sondern weil es seine Firma ist und er sich verantwortlich für seine Mitarbeiter fühlt. Außerdem kann er gewisse Sachen schlecht aus der Hand geben und macht es dann lieber selber (etwas perfektionistisch würde ich sagen).

    Auch das ist eine wichtige Info, die vieles in einem anderen Licht erscheinen lässt. Jemand, der wie blöde für seine Karriere rackert, ist anders drauf als jemand, der Verantwortung für eine eigene Firma trägt.


    Es sind ja nicht nur die Mitarbeiter, sondern das ganze Unternehmen, was er geschaffen hat. Das ist ein ganz anderer Druck als nur angestellt zu sein. Aber dieser Druck wird für immer bleiben, vor allem solange er an der Verantwortung klammert. Jedes Nachlassen des Wachstums oder von Aufträgen macht einen da nervös, weil man ja eigentlich wachsen will. Nur bedeutet Wachstum auch wiederum mehr Arbeit und mehr Verantwortung.


    Da ist es mit einer kleinen Mentalitätsänderung nicht getan. Da gehören zum Charakter auch klare benennbare Ziele und Rahmenbedingungen. z.B. ob er sich mal einen Geschäftsführer gönnen kann und will, um sich selbst zu entlasten. Auch hat man naturgemäß als Selbständiger nie wirklich Feierabend und auch mit Urlaub und anderen Erholungsphasen ist es nicht so einfach, als könnte man seine 30 Tage Urlaub mal eben frei verplanen.


    Gibt es Möglichkeiten und Pläne, wie er beruflich kürzer treten kann?

    @ CoteSauvage

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    Das wirkt so als würdest du sein krasses Fehlverhalten entschuldigen wollen. Herumschreien, Sachen kaputt machen, im Affekt Schlussmachen etc hat aber rein gar nichts mit einem strengen Maßstab an wen auch immer zu tun.

    Nein, ich glaub das war ein Missverständnis. Ich möchte dadurch nichts entschuldigen. Ich versuche nur ein Gesamtbild aufzubauen, damit man etwas besser versteht wie er tickt. Um die meisten Probleme lösen zu könne, muss man erst einmal die Wurzel finden. Ich bin quasi bei der Ursachenforschung um dann abwägen zu können ob und in wie fern ich etwas machen kann um die Situation zu ändern, bzw. rauszufinden, wie er die Dinge vielleicht angehen kann um etwas zu ändern. Wobei das ja eigentlich komplett bei ihm liegt.

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    Hä? Es geht doch gar nicht darum wie er sich sieht sondern wie er auf dich wirkt bzw du ihn siehst. Wenn er es trotz deiner jahrelang wiederholten Erklärungen noch nicht gerafft hat, wird er es auch künftig nicht raffen. Wenn er nicht dumm ist, dann ist er komplett unempathisch

    Es ist ja nicht so, dass er es nicht rafft. Er versteht, dass mich dieses Thema unendlich belastet - ihn belastet es auch (wenn auch anders als mich, zumal er im Endeffekt immer etwas Positives aus dem Streit nimmt ":/ ). Und er versucht auch aktiv etwas zu ändern und konnte einige Sachen auch schon ändern (siehe meinen Text weiter oben). Sobald er wieder "er selbst" ist, tut es ihm wahnsinnig leid und wir versuchen Wege zu finden nicht mehr so zu streiten. Er sieht auch Fehler bei mir (ich rede auf ihn dann ein, lasse ihm keinen Raum etc.). Und ist dann zugänglich für meine Kritik an ihm. Er gibt mir Hilfen auf den Weg wie ich deeskalieren könnte wenn er so und so drauf ist. Klappt leider nicht immer. Und natürlich kann er von mir auch nur eingeschränkt etwas erwarten, weil das Grundproblem natürlich er ist.

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    Das hättest du vielleicht gleich dazu sagen sollen. Was wünschst du dir jetzt von der Diskussion hier?

    Wie gesagt, der Antrag was der Auslöser, alles komplett zu überdenken. Es ist nun mal ein wichtiger Schritt, der einige innerlichen Prozesse bei mir ausgelöst hat. Ich hatte mir etwas Input erhofft (was ich auch erhalten habe und dafür sehr sehr dankbar bin @:) ):

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    Der Antrag hat bei mir ausgelöst, dass ich sehr aufgewühlt bin und mich frage wie ich mir meine Zukunft vorstelle. Ich frage mich, ob sich meine oben genannten Probleme irgendwie lösen lassen oder ob ich einen Weg finde, damit in Zukunft besser umzugehen. Ich frage mich was ich ändern kann, oder ob am Ende nur er etwas ändern kann. Der Mensch neigt dazu, es immer perfekt haben zu wollen. Aber diese Beziehung ist nicht perfekt, weil Liebe nun mal leider nicht alles ist. Aber perfekt gibt es sicher nicht. Man kann nur abwägen, mit welchen Eigenschaften man klar kommt und mit welchen nicht. Ich weiß, dass ich das am Ende nur selber entscheiden kann


    Ich bin verwirrt. Frage mich ob unsere Probleme zu schwerwiegend sind und ich einfach die rosa Brille aufhabe. Habe Angst zu streng zu sein und meinen Glück nicht zu schätzen. Habe Angst irgendwann keine Kraft mehr für solche Auseinandersetzungen zu haben.

    @ sensiblemann

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    Selbstkritik wäre der erste Weg zur Besserung- fehlt sie, sehe ich kaum Aussichten auf Besserung.

    Selbstkritik ist bei ihm definitiv vorhanden! Ihm ist auch daran gelegen, etwas zu ändern. Und er hat wie bereits geschrieben auch schon einiges aktiv geändert. Wenn er pampig war, entschuldigt er sich später auch oft dafür. Trotzdem, belastend sind die Streits dennoch, und er ist (noch nicht?) in der Lage grundlegend und dauerhaft etwas zu ändern.


    Ich bin jedoch sehr gespannt, ob und wie er sich jetzt in diesem Monat ändern will. Den ernst der Lage hat er aber definitiv - besonders nach unserem letzten Gespräch und dem Brief - erkannt.


    Strategisch ungünstig ist es nicht, diese Gespräche mit ihm jetzt zu führen. Er hat sofort gemerkt, dass es nach dem Antrag in mir gebrodelt hat und ich habe ihm gesagt, was ich denke und fühle und dass ich unglücklich mit der Situation bin und ihm auch einen Brief dazu geschrieben. Er war ziemlich erschrocken, weil ich auch eine Aufstellung gemacht hatte, wie oft wir wann und wegen was in den letzten 3 Jahren gestritten hatte. In Laufe dieses Gespräches sagte er, dass er mit verspricht, innerhalb des nächsten Monats etwas zu ändern. Das ist der aktuelle Stand quasi.

    @ Aelixir

    Danke für deine Worte. Es ist schön zu lesen, dass auch du unsere Verbindung als etwas besonderes ansiehst, denn das ist es in meinen Augen einfach.


    Wenn du auch einige Züge von ihm an den Tag legst, kannst du dich sicher gut in ihn reinversetzen und verstehst, dass er kein Arschloch ist, sondern im Grunde ein ziemlich liebevoller und guter Mensch, der leider seine Emotionen nicht im Griff hat

    @ Ella71

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    Ach was, sie hat den Heiratsantrag doch angenommen; und er weiß haargenau, dass/wie er sie in der Hand hat und welche Knöpfe er drücken muss. Einen Monat sich ein wenig zusammenreißen ist da außerdem locker drin.

    Sorry, aber da musste ich trotz der ernsthaften Situation doch ein wenig lächeln ;-D @:) . Ich kenne diesen Menschen seit 12 Jahren - und so berechnend und eiskalt ist er ganz sicher nicht. Ich kenne ihn in und auswendig und wenn er sagt, dass er sich ändert, dann WILL er das auch. Klar ich bin nicht bescheuert und weiß, dass es nicht immer einen Weg gibt wo ein Wille ist. Aber ich weiß, dass er es versucht. Er hat schon bei einigen Dingen bewiesen, dass er sich ändern kann und will. Allerdings befürchte ich auch, dass es "eine Nummer zu groß" ist, dass er jetzt ganz alleine plötzlich anfängt alle Charakterzüge umzuwerfen. Wir heiraten aus anderen Gründen sowieso nicht vor 2018/2019. Im besten Falle wird er einige Dinge ändern und sich besser kontrollieren können. Aber sicher nicht immer. Und ich muss mir jetzt überlegen, wie und ob ich in Zukunft damit umgehen will/ kann. Wie gesagt, der Wille ist da und das sagt er 100% nicht einfach nur so. Aber klar, es besteht die Gefahr, dass er es nicht schafft.

    @ five- to- one

    na klar, das ist eine berechtigte Frage ;-D


    Ich bin damals über eine bestimmte Gruppe überhaupt erst auf dieses Forum aufmerksam gemacht geworden (stell es dir wie einen Verein vor- hierzu will es jetzt tatsächlich nichts genaueres sagen, weil ich dann wirklich erkannt werde)


    Die Menschen sind Bekannte, die ich ab und an zu einer bestimmten Sache treffe. Man kennt sich grob, und unterhält sich über ein bestimmtes Thema, aber nicht unbedingt über solche Dinge wie Beziehungen etc. Die kennen mich Privat und meinen Nickname hier. Wir schreiben hier sonst ab und an in einem anderen Unterforum. Daher der Alias :=o Ich hoffe ich konnte deine Frage beantworten @:)

    @ Comran

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    Gibt es Möglichkeiten und Pläne, wie er beruflich kürzer treten kann?

    Du hast es ziemlich gut aus den Punkt getroffen. Das alles ist eine sehr große Last für ihn. Wenn der Kunde unzufrieden ist, kann er es nicht einfach ausblenden.


    Er führt das Unternehmen nicht alleine, es gibt da noch jemanden. Und der Plan ist auch, jemanden einzustellen, der ihn in seiner derzeitigen Funktion unterstützen kann. Es ist leider in der Branche sehr schwer gute Leute zu finden, daher zieht sich das schon eine Weile hin. Zwischendurch war er kurz davor die Firma zu verkaufen - konnte es in Hinblick auf seine Mitarbeiter bisher aber nicht übers Herz bringen. Und natürlich ist es "sein Baby" - das gibt man nicht so einfach her. Aber er ist -gerade nach seinem Burn out- auch der Meinung, dass es so nicht weitergehen kann. Aber auch hier sind mir die Hände gebunden. Am Ende ist es seine Entscheidung ob und wann er etwas ändert und ich kann nur abwarten {:(

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    Ich habe immer Bedenken, wenn ich einfach den Mund des Friend willens halte und keine Widerworte gebe. Das lässt sich mit meinem Stolz nicht vereinbaren. Ich habe dann das Gefühl, dass ich mich unterbuttern lassen und das entspricht nicht meiner Natur.

    und wenn du bewusst aus der Situatin rausgehst, ihm sagst: du lasse ich mir nicht mehr bieten, kann und will ich nicht mehr ertragen....werde absofort in solchen Situationen den Raum verlassen und in ein anderes Zimmer gehen und wehe du kommst hinterher, ich erwarte du akzeptierst dann meine Entscheidung mir das nicht mehr anzu tun...ode so ähnlich...


    Dann bist du die die handelt und Grenzen setzt.

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    danke für deine Worte. Interessant zu lesen, dass es dir ähnlich erging und du ähnliche Veränderungen an dir selbst festgestellt hast. Hattet ihr auch so eine intensive Beziehung? Hast du dich nach der Trennung dann befreit gefühlt und rückblickend bereut dich nicht schon früher getrennt zu haben?


    Ich frage mich natürlich auch, für den Fall dass ich es nicht mehr aushalte und mich trenne - was denke ich das rückblickend in einem Jahr? Fühle ich mich befreit und erleichtert? Oder zerreisst es mich innerlich weil er mir so sehr fehlt? Bereue ich zutiefst, den Menschen aus meinem Leben zu verbannen, der mir so unendlich viel bedeutet hat?

    Ja, wir hatten eine sehr intensive Beziehung, teilweise auch als Fernbeziehung. Ich hab mich nach der Trennung alles andere als befreit gefühlt, auch nicht erleichtert. Ich habe das alles durchlebt, was du dir ausmalst. ;-)


    Mir war zwar klar, dass es richtig war und eine gewisse Last ist schon von mir abgefallen, aber ich war vorallem auch über mich schockiert, wie ich mich so verstricken konnte. Ich hatte vorher auch Beziehungen, die waren jetzt auch nicht so, wie ich mir das heute für mich wünsche (da war ich aber auch erheblich jünger), aber SO war das nicht. Nicht mal ansatzweise. Ich hatte immer die Rolle des Stabilisators, des Vermittlers, des Kraftgebers, aber in der letzten Beziehung bin ich selbst zum absoluten Pflegefall mutiert und damit bin ich nicht zurecht gekommen. Hab ich auch jetzt immer mal noch mitzukämpfen, aber wird besser.


    Irgendetwas wurde da in mir berührt, das mir nicht gut getan hat, aber so gar nicht gut. Vorallem wohl viel Schuldgefühle bedienen, emotional erpressen, psychische Gewalt ausleben (da gehören für mich verbale Ausraster auch dazu, auch wenn man sich hinterher schämt und sich reumütig entschuldigt), ignorieren, erziehen, Psychospiele spielen, manipulieren. Das schreib ich jetzt so und es hört sich fürchterlich an, aber trotzdem ist er kein Ungeheuer und leidet wohl selbst am meisten unter sich. Fakt ist aber, dass er das halt so tut, oft ohne es mitzuschneiden, wahrscheinlich ist er selbst einfach oft unglaublich hilflos. Ich weiß nicht, wie oft ich die Worte gehört habe: Ich werde an mir arbeiten. Ich weiß nicht, wie oft ich gedacht habe: Jetzt hat er es echt gerafft.


    Irgendwie musste ich darauf reagieren und ich hab richtig scheiße darauf reagiert. Ich war damit komplett überfordert. Eine Zeit lang hab ich mir ziemlich viel gefallen lassen, obwohl es mich verletzt hat, irgendwann dann selbst gestritten, mir den Mund fusselig geredet, versucht total erbärmlich den Spiegel vorzuhalten, geheult. Wahnsinn. Ich war wirklich nie irgendwie eine Dramaqueen oder für meine Ausbrüche bekannt. Echt nicht. Eigentlich war ich immer einigermaßen abgeklärt. Dieser Mensch hat die schlimmste Version meinerselbst zum Vorschein gebracht. {:( %:|


    Und dann hab ich mir das irgendwann mal angeguckt. Mein eigener Vater hat übrigens auch deutlich solche Tendenzen, schreibst du über deinen ja auch. Vielleicht ist das ein Muster, das du dir mal angucken könntest., wenn du selbst glaubst, dass es dir helfen kann.


    Ich weiß nicht, du wirkst jetzt nicht so als ob dich das alles fertig macht, belasten schon, aber geht das darüber hinaus? Vielleicht ist es auch nicht so heftig, wie es bei uns war. Mich hat es halt echt runtergerissen und ich hab mir das alles sehr zu Herzen genommen. Mittlerweile bin ich übrigens froh, dass es vorbei ist und drüber hinweg. Mir war das eine ziemliche Lehre, auf mich aufzupassen.


    Wenn du aber merkst, dass sich dein Wesen irgendwie negativ verändert (z.B. selbst viel streitest), dann solltest du da meiner Meinung nach schon ein Auge drauf haben. Gut ist das nicht.

    Ein kleiner Nachtrag noch:


    Ich finde es wichtig, dass du bei diesen Streitereien nicht deine Souveränität verlierst. Mir ist meine vollkommen abhanden gekommen und ich muss mir die bis heute wieder mühsam aufbauen, weil mich bestimmte Dinge immer noch sehr anfassen. Es muss ja nicht so schlimm bei dir kommen, aber denk mal an mich als Mahnmal, wenn es sich deutlich verschlimmert und zöger nicht dann endgültig auszusteigen. ;-)

    Sorry, ein allerletzter Nachtrag noch. ;-)


    Wir hatten übrigens auch unglaublich gute Zeiten und Spaß zusammen und haben tolle Urlaube zusammen verbracht, waren teilweise echt unzertrennlich und extrem harmonisch. Aber gerade das ist das perfide an solchen Beziehungen. Wenn es nur die dunkle Seite gegeben hätte, hätte ich ihm ganz sicher schon viel früher 'nen Vogel gezeigt. Ganz so leidensfähig bin ich dann doch nicht. :-)

    Ich habe etwas gestaunt, dass auch andere spontan äußerten, dass dein Lebensgefährte, Alias, etwas narzistisch veranlagt sein könnte. Das war nämlich auch mein erster Eindruck. Und ich habe das Gefühl, dass es mehr dieser Wesenszug ist, der sein Verhalten manchmal so besonders schwierig für dich macht, und weniger die Spätfolge seiner dominanten, ihn bevormundenden Mutter. Ich denke, dass das durchaus zweierlei Dinge sind, wobei die sich gewiss überlagern können. Genauer und kritisch könnte man beleuchten, ob ihm das mutmaßliche Trauma der mütterlichen Bevormundung nicht auch ein hervorragendes Alibi dafür abgibt, partout seinen Kopf durchsetzen zu wollen und dir eine Freizeichnung für sein Verhalten abzuverlangen. Das kann man nur aus der Nähe und nicht auf Grund von deinen Schilderungen beurteilen. Die Ursache seines Verhaltens ist auch für die Frage, die du dir stellst, eher sekundär.


    Was du geschildert hast, Alias, erinnert mich an Pärchen, die irgendwann feststellen, dass sie nicht ohne einander leben können, aber auch nicht gut miteinander. Auf der einen Seite Seelenverwandtschaft, sich blind verstehen, die besten Gespräche führen, tiefes Vertrauen, Verlässlichkeit, wenn es wirklich darauf ankommt, grenzenlose Anziehung, glühende Leidenschaft; andererseits Phasen, die einem alles abverlangen. Natürlich sind Menschen, die herausragende Eigenschaften haben und sehr leidenschaftlich sein können, faszinierend. Aber die Kehrseite der Medaille ist bei manchen, dass sie ihre Energie in unguten Momenten ebenso negativ einsetzen. Ich habe für mich die Erfahrung gemacht, dass eine Beziehung, die zwischen kaum steigerbaren Glücksgefühlen und schwerwiegenden Tiefs pendelt, langfristig sehr, sehr viel Energie zehrt.


    Was mir vor allem auffällt, ist, dass du sehr, sehr ausführlich deine Schwierigkeiten mit diesem Mann schilderst. Du beschreibst sogar eine Doppelgesichtigkeit bei ihm und stellst fest, dass die Beziehung mit ihm Verhaltensmuster bei dir entwickelt hat, die nicht deiner Natur entsprechen und dir missfallen. Du hast dir darüber schon sehr viele Gedanken gemacht, viel mit ihm gesprochen, teilweise mit Erfolg. Aber deine Bedenken sind so groß, dass du sie in diesem Forum so ausführlich darstellst. Ich denke, das ist eine große Last, wenn man erst noch vor einer Eheschließung steht. Denn die Erfahrung lehrt, dass Probleme, die man vor einer Ehe hatte, in der Ehe nicht geringer werden, sondern dass sie sich eher ausprägen und dass die Bereitschaft des anderen, daran zu arbeiten, um mit dem Partner wieder zu einer Harmonie zu kommen und ihn zu halten, mit der Dauer der Ehe nicht wächst.


    Kurzum: Es könnte sein, dass dein Bauchgefühl, das dich diesen Faden hat eröffnen lassen, dir einen sehr deutlichen Hinweis gibt.