Vollzeit Arbeit, Kind und Haushalt..Dem Mann noch nicht genug

    Hallo liebe Leute, ich schreibe hier leider unter Alias. Das tut mir leid.


    Ich bin verheiratet. Wir sind 13 Jahre zusammen. Haben ein Kind im Grundschulalter.


    Die letzten 3 jahre, mindestens, bin ich unglücklich.


    Es kam so nach und nach.


    Ich arbeite Vollzeit in einem stressigen Job, bin außerhalb der Arbeit Mutter. Organisiere da alles quasi alleine. Haushalt bleibt zu 80% auch an mir hängen.


    Das größte Problem ist, dass er das alles ganz anders sieht. Ich würde zu wenig im Haushalt machen. Da fängt er alle paar Wochen immer wieder den gleichen Streit an.


    Er sieht und begreift nicht, dass ich das alles mache und er fein raus ist.


    Dass ich mich hauptsächlich ums Kind kümmere wird als selbstverständlich angesehen. Weil ich ja die Frau bin und nicht der Mann.


    Ich hätte ja noch Glück mit ihm... Andere Männer seien schlimmer und ich würde nie wieder einen wie ihn bekommen.


    Ich bin sonst so selbstbewusst. Von außerhalb würde mir das alles gar keiner glauben... Aber im Streit hab ich einfach keine Chance gegen ihn anzukommen.


    Er hat mich schon als "egoistische, schlechte Mutter" bezeichnet :-( Weil ich auch gerne mal was ohne Kind unternehme. Was, denke ich, auch ganz normal sein sollte .... Mal mit ner Freundin Abends tanzen gehen. Oder ganz selten mal tagsüber am WE bummeln oder Brunchen.


    Nach so einem Streit schleimt er sich lange ein und tut so als wäre nichts gewesen. Geht plötzlich einkaufen oder putzt die Küche. Ist super lieb und sehr zuvorkommend.


    Ich bin harmoniebedürftig. Sage dann nichts mehr obwohl es in mir schrecklich brodelt und nur noch weg möchte (mit Kind natürlich).


    Kann man lernen, mehr für sich einzustehen??? Wenn ja, wie?


    Ich brauche dringend Tipps!


    Ich schaffe es irgendwie nicht.


    Ich weiß was ich tun müsste. Aber ich kann nicht. Aus Angst, er würde traurig werden?! Deshalb bin ich am Ende immer die einzige, die traurig ist.

  • 73 Antworten
    Zitat

    Ich hätte ja noch Glück mit ihm... Andere Männer seien schlimmer und ich würde nie wieder einen wie ihn bekommen.

    Ja, und andere Frauen sind auch noch schlimmer, lassen den Mann mit Kind sitzen und brennen mit ihrem reichen Zahnarzt durch ]:D - nein, mit solchen Vergleichen kommt keiner weiter. Dass es immer irgendwas und irgendwen Schlimmeres gibt, ist eine Binsenweisheit deines Mannes.

    Zitat

    Ich bin harmoniebedürftig. Sage dann nichts mehr obwohl es in mir schrecklich brodelt und nur noch weg möchte (mit Kind natürlich).

    Naja, aber wirklich Harmonie hast du so ja auch nicht.

    Zitat

    Kann man lernen, mehr für sich einzustehen ??? Wenn ja, wie?

    Sicher kann man das. Wie? Machen. Also üben. Wenn du mich fragst aber nicht zickig, dann bist du eh nur die keifende Olle, sondern ruhig und neutral. Auf kein dummes Gelaber eingehen, auch wenn es provoziert.



    Arbeit er gleich viele Wochenstunden? Und was macht er sonst so?


    Ist für Außenstehende natürlich immer schwer zu beurteilen, wenn man nur eine Seite kennt.

    Danke für deine Antwort.


    Ich wollte nicht so ins Detail gehen damit mein Beitrag nicht zu lang wird.


    Wir arbeiten beide vollzeit. Er ist ab mittags schon Zuhause. Während ich erst Abends da bin weil ich mich morgens ums Kind kümmere und erst los kann wenn die Schule startet.


    Dann gehe ich oft noch einkaufen und koche essen und mache was mit unserem Kind. Und dann ist meistens schon 20uhr bis ich mit allem fertig bin.


    Während ich das alles mache hat er Freizeit.


    Hat er auch nach der Arbeit, weil das Kind bis Nachmittags betreut ist bis er es abholt.


    Ich mag keinen Streit und lasse deshalb meistens alles einfach so über mich ergehen. :-/


    Deshalb denkt er wahrscheinlich immer, dass alles gut ist. Ach, ich könnte einfach heulen. Mir geht es so schlecht damit.


    Er sagt, ich sei überfordert mit allem. Arbeit und Haushalt und Kind. Es ist auch totaler Zeitstress für mich. Fast jeden Tag.(bekomme aber alles hin. Sehr guter Job, Wohnung fast immer sehr ordentlich und mein Kind ist sehr sehr gut geraten und liebt mich total)


    Aber als Lösung soll ich weniger arbeiten (als wäre das so einfach). Die Stunden die ich weniger arbeite, könnte ich dann mehr im Haushalt machen.

    Ruhig und neutral kann man mit ihm leider kein solches Gespräch führen :-|


    Vielleicht sollte ich wie früher einen Brief schreiben.


    Aber auch da hab ich Angst vor den negativen Reaktionen.


    Ich bin echt blöd in der Hinsicht. Ich ärgere mich so sehr über mich selbst

    Zitat

    Aber als Lösung soll ich weniger arbeiten (als wäre das so einfach). Die Stunden die ich weniger arbeite, könnte ich dann mehr im Haushalt machen.

    Nun, das könnte er ja auch tun? Seine Stunden reduzieren und den Haushalt in einen Zustand bringen, der seinen Ansprüchen genügt? ]:D


    Frau, mach mal die Schultern gerade. Kann ja wohl nicht wahr sein. Wenn ihm irgendwas nicht sauber genug ist, zeig ihm, wo der Lappen liegt.

    Doch, wie ruhig du bist ist deine Entscheidung. Wenn er aufbrausend wird, ist es auch deine Entscheidung, das Gespräch zu beenden.


    Ich weiß schon, was du meinst. Wenn einer leicht (oder stark) cholerisch ist und direkt ausflippt, schaukelt es sich eben hoch und es ist nicht leicht, da nicht mitzumachen ;-D Aber letztlich ist es deine Entscheidung ihn eben gegen eine Wand plärren zu lassen.



    Irgendeine Antwort muss er aber doch darauf finden, dass er am Mittags Freizeit hat und keinen Verpflichtungen mehr nachgeht?


    Das ist doch eine ganz einfache Rechnung, wer was macht, es ist nichtmal subjektiv :-/

    Zitat

    Vielleicht sollte ich wie früher einen Brief schreiben.

    Ja, auch keine schlechte Idee.

    Zitat

    Aber auch da hab ich Angst vor den negativen Reaktionen.

    Verständlich, aber so kann es ja nicht die nächsten 50 Jahre weitergehen. Egal wer jetzt wodurch genau schuld ist oder nicht schuld ist.

    Wenn ihr mit weniger Geld auskommen könnt (du kannst ja anscheinend Stunden reduzieren), warum stellt ihr dann nicht einfach eine Haushaltshilfe einmal die Woche ein????


    Ihr macht euch das Leben schwer.


    Und für den Rest gibts ab jetzt eben nen Plan.


    Der Lütte kann auch mitmachen... Müll rausbringen 2 mal die Woche kann man schon ab 7. Musste ich auch...


    und ansonsten, wenn er mich so anpflaumen würde a la "Ja du machst es nich richtig", würd ich zur Besenkammer gehen, den besen/Staubsauger rausholen, lächeln, ihm in die Hand drücken und sagen: Machs halt selbst.

    (Ist dir vor diesen 3 Jahren nie aufgefallen, dass er so ne leicht antiquierte Pascha-Einstellung hat? Lass mich raten, ER kann nicht weniger arbeiten und dafür den Haushalt so machen, dass sie seinen Qualitätsansprüchen entsprechen, ohne sich entmannt zu fühlen? Oder eine Putzfrau anstellen?)

    Hey Alias,


    Ich finde gar nicht das du blöd bist.


    Du hast lange Zeit alles, wie du schreibst über dich ergehen lassen - und hast nun den Eindruck den Frieden zu stören.


    Das mag dein erster Eindruck sein, aber umso wichtiger ist deine Feststellung das du selbst gar keinen lieben Frieden hast.


    Im Grunde musst du jetzt das offene Gespräch suchen und deine Grenzen klar machen, weil du es bisher nicht getan hast. Das ist, selbstverständlich, unangenehm - aber vielleicht hilft dir der Gedanke das dein Partner auch in einer gewissen Schuld steht. Nämlich in den letzten Jahren nicht auf dich geachtet zu haben ... und am Ende wird es das sein was ihm nicht schmeckt; Wozu du aber nichts kannst. Denn eine Beziehung ist keine Einbahnstraße.

    Zitat

    Ich weiß was ich tun müsste. Aber ich kann nicht. Aus Angst, er würde traurig werden?! Deshalb bin ich am Ende immer die einzige, die traurig ist.

    Er wird traurig und vielleicht sauer werden - aber das ist in der Situation auch nörig. Anders kommt man selten zur Selbstreflektion. Ich meine: Schau, du bist traurig und reflektierst und analysierst ... und genau so fängt man an nachzudenken. Nämlich dann wenn es ein Problem ist und nicht wenn alles ganz einfach ausschaut.


    Mach es ihm nicht weiter einfach, möchte ich damit sagen. @:)


    Dafür muss kein apokalyptischer Streit vom Zaun brechen. Aber für sich selbst einzustehen fängt beim kleinen Nein an. :)z


    Ich übe daran im übrigen auch noch.

    Zitat

    Irgendeine Antwort muss er aber doch darauf finden, dass er am Mittags Freizeit hat und keinen Verpflichtungen mehr nachgeht?

    Ja, ich bin die Mutter. Er nur der Vater. Also sei es ja wohl selbstverständlich, dass ich das alles machen muss. Sonst bin ich eine schlechte Mutter.


    Haushaltshilfen gibt es in unserer Region leider fast keine. Viele suchen hier eine. :-|


    Ich möchte auch keine Stunden reduzieren. Ich brauche meinen Job.

    Zitat

    nd ansonsten, wenn er mich so anpflaumen würde a la "Ja du machst es nich richtig", würd ich zur Besenkammer gehen, den besen/Staubsauger rausholen, lächeln, ihm in die Hand drücken und sagen: Machs halt selbst.

    Er wirft mir eher vor, ich mache zu wenige nicht falsch. Wenn das Handtuch vom Kind nach dem Baden auf dem Boden liegt, muss ich das aufheben. Weil ich mich ja drum gekümmert habe, dass sie badet. Wenn ich ihn bitte, dass er das machen können, wenn es ihn stört, dann ist das seine Antwort. Er hatte ja nichts mit dem Baden zu tun. Das nur als Beispiel. Oder wenn ich (für die Familie) koche, muss ich die Küche auch sauber machen. Weil ich es beim Kochen dreckig gemacht habe. Nicht er.


    Ich fühle mich einfach nicht wertgeschätzt. Ich opfere mich so auf ... Und trotzdem soll es einfach nie genug sein.

    Zitat

    Ist dir vor diesen 3 Jahren nie aufgefallen, dass er so ne leicht antiquierte Pascha

    Im Nachhinein schon. Aber er ist ansonsten überaus charmant nach Außen hin. Das hat mich lange Zeit verblendet, befürchte ich.


    Und Danke auch Eleonara, für deine Mut machende Antwort :-)


    Ich glaube wirklich, ich hab es ihm die Jahre viel zu einfach gemacht. Und jetzt bin ich selbst Schuld, dass ich den Salat habe

    Oh man. Vielleicht solltest du eine Mutter-Kind-kur machen. Damit er zu Hause mal sieht was du sonst so machst.


    Und ihm vielleicht auch mal klar sagen, das es auch sein Kind ist. Ihn mal mit ihm alleine lassen.

    Zitat

    Ich glaube wirklich, ich hab es ihm die Jahre viel zu einfach gemacht. Und jetzt bin ich selbst Schuld, dass ich den Salat habe

    An dem Punkt hast du mich falsch verstanden: Du bist es nicht Schuld! Er hätte auch mehr auf dich achten müssen.


    Du musst dich nicht ducken! Du leistest wahnsinnig viel und er wird seine Gewohnheiten ändern müssen (!!). :)z

    Oh mein Gott, das könnte ich ja keinem Tag aushalten.


    Der würde von mir nichts mehr zu Essen bekommen wenn er meint, dass Du ja gekocht und die Küche dreckig gemacht hast. Da fehlen mir echt die Worte.


    Auch diese Zuordnung "Du bist die Frau und dafür zuständig" - aber sonst geht's noch? :-o


    Ich bin sprachlos. Wird Zeit dass Du dagegen hälst.


    Ganz ehrlich - wenn ich Du wäre und sich nach einiger Zeit und entsprechende Verhalten Deinerseits (mit dem Du ihm die Grenzen aufzeigst) nichts ändern würde, danm wäre ich weg. Einfach weil ich allein besser dran wäre und ich den ganzen Aufwand dann "nur" für mich und mein Kind hätte.