Zitat

    Wenn ihm irgendwas nicht sauber genug ist, zeig ihm, wo der Lappen liegt.

    Genau so.


    Der Mann hat offenbar von Hilfsbereitschaft und Gleichberechtigung noch nicht allzuviel gehört und nicht gelernt. Das "Charmante" scheint reines Schleimen zu sein.


    Lasse Arbeiten einfach liegen und fordere ihn auf, das bitte mal zu erledigen. Ihr wohnt zusammen, da hat jeder den gleichen Beitrag im Haushalt zu leisten. Und wenn er nochmal meint, du könntest ja deine Arbeitszeit im Beruf kürzen, mache ihm einfach deutlich, dass er das genauso kann.


    Im Übrigen halte ich Kinderbetreuung für den Vater genauso wichtig wie für die Mutter. Beide Eltern können das gleich verteilen, da diese Aufgabe von beiden Elternteilen gleichartig erfüllt werden kann. Die einzige Aufgabe, die der Mann bei der Kinderbetreuung geschlechtsbedingt nicht erfüllen kann, ist das Stillen. Ich halte im Übrigen eine Kinderbetreuung durch den Vater und nicht nur durch die Mutter für sehr wichtig.


    Im Ernstfall setze ihm ein Ultimatum: "Entweder du beteiligst dich gleichwertig an Haushalt und Kinderbetreuung oder wir sind in X-Monaten geschiedene Leute." - jemand, der Gleichberechtigung nicht annimmt, dem fehlt es an Liebe (nein, nicht an Eigenliebe) .

    Liebe Alias,

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    Aber ein Mitglied hier verglich meine Beziehung mit der zu einem physisch gewalttätigen Partner. Ich hab mich beim Lesen irgendwie darin wieder erkannt.

    Das war CoteSauvage. Auch ich habe mir beim Lesen ihres Beitrags gedacht, diesen Absatz

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    Das was dein Mann da macht ist psychische Gewalt. Die Mechanismen sind ganz ähnlich wie bei physischer Gewalt. Der, der in gewissen Abständen geschlagen wird, ist in einer ständigen Habachtstellung. Er nimmt sich extrem zurück damit der andere nicht austickt. Wenn der andere austickt, fühlt er sich schuldig und nimmt sich künftig noch mehr zurück. Er sagt "Im Grunde ist es eine schöne Beziehung, wenn er mich gerade nicht schlägt ist er ein ganz lieber Mann". Man verlässt den Typen nicht, weil man Angst vor dem Alleinsein hat (hast du nicht, das ist gut!), weil er einem noch mehr leid tut als man selber (ein Zeichen dafür dass die Selbstschutzmechanismen des "Opfers" nicht funktionieren), weil man die Reaktionen der Außenwelt befürchtet (die können sich überhaupt nicht vorstellen dass das ein Schläger ist) usw.

    möchte ich mir ausdrucken und an die Wand hängen!


    Ich bin genauso aufgewachsen - in ständiger Habachtstellung vor den Wutausbrüchen meiner Mutter. Sie hat mich zu einem Menschen gemacht, dessen Selbstbewusstsein, das Bewusstsein über die eigene positive Wirkungsfähigkeit in der Welt und die Macht über das eigene Leben, extrem unterdurchschnittlich angelegt ist. Das hat mein ganzes Leben entscheidend geprägt, unter anderem. Willst Du, dass Deine Kinder so aufwachsen??


    Ich will Dir noch was sagen: Mein Vater ist genau wie Du - Harmonie, Harmonie, Harmonie oder was er dafür hält. Früher, wenn meine Mutter mal wieder gebrüllt hat und keiner wusste, was er tun soll (da konnte man auch nichts tun, war die nackte Wahrheit), kam er dann zu mir und hat mich gedrängt, ich soll "friedlich" sein, sprich, den Mund halten, egal wie ungerecht meine Mutter ist.


    Willst Du Deine Kinder zu Menschen erziehen, die sich nicht trauen, selbstbewusst zu sein - weil sie gar nicht lernen, was Selbstbewusstsein ist? Willst Du, dass Deine Kinder Menschen werden oder sind, die sich nicht beschützt fühlen, sondern verletzbar der Aggressivität eines unberechenbaren Elternteils ausgeliefert sind, wenn der mal wieder wütet?


    Weißt Du, was ich meinen Vater (zumindest im Geiste) heute frage? Ich frage ihn: Warum hast Du Dich nie vor mich gestellt? Warum hast Du mich nie beschützt? Warum hast Du mich ganz alleine gelassen? Ja, er hört schon zu und guckt traurig, aber er TUT NICHTS!!! NIE! Ich könnte heute noch schreien ob dieser Ungerechtigkeit und ich muss wirklich darum kämpfen, mir jeden Tag erneut bewusst zu machen, dass ich u.a. in Arbeit und Freundeskreis wirklich geschätzt und ernst genommen werde. Von Haus aus fühle ich mich wie ein Mensch zweiter Klasse, was bedeutet, dass ich mir dieses Geschätztwerden, was manchen so selbstverständlich zu sein scheint, immer wieder bewusst machen muss!


    Willst Du das, willst Du, dass es Deine Kinder so schwer haben? Dass sie nicht an ihre Talente glauben, selbst wenn diese offensichtlich sind?


    Zum Abschluss noch ein Tipp: Google mal das Stichwort Narzissten. Ich gehe davon aus, dass Dir das meiste bekannt vorkommen dürfte.... Das Problem ist auch, dass man mit dieser Sorte Mensch nicht "normal" reden kann. Einem einigermaßen normalen Menschen kann man mitteilen, wie man sich fühlt und der nimmt das dann auch zur Kenntnis. Nicht so ein Narzisst, der fasst das dann nur als Angriff auf. (Das schreibe ich jetzt vor allem für die anderen hier, die sich das vielleicht nicht vorstellen können. Die meisten Menschen kennen das so nicht und reagieren dann nach dem Motto: "Wenn man das und das macht, dann muss er das doch verstehen..." Nun, ein Narzisst nicht. Da gibt's diesen Kanal einfach nicht.) Wenn dieser - dieses Subjekt tatsächlich ein Narzisst ist, dann gibt es nur die Trennung oder die Unterwerfung. Und ja, natürlich kennt er alle Knöpfe, die er (noch) drücken kann. Sicher ist das, was er Dir einzutrichtern versucht, sehr anders als das, was alle anderen Leute sagen (z.B. über Deinen Haushalt etc.), richtig? Und ich wette, die meisten Leute sehen Dich positiv, anders als er. Versuch ihnen zu glauben! Das ist der Anfang, der Anfang vom Abmontieren der Knöpfe, die er immer noch bei Dir drückt!


    Meine Mutter hat mich zwar entscheidend geprägt - aber immerhin glaube ich heute kein Wort mehr von ihrem Unsinn und ihren Gemeinheiten! Man könnte auch sagen, ich kenne mich selber in mancher Hinsicht viel besser und meine Wirkung - wenigstens ein bisschen. Das wünsche ich Dir auch und noch viel mehr.


    Beste Grüße :)*

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    Trennung ist aber das Gegenteil von Harmonie.

    Was m.M.n. freilich nur im unmittelbaren Kontext zu sehen ist. Echte Harmonie kann's erst dann geben, wenn das Damoklesschwert mit dem Titel "Wann tickt der Kerl wohl wieder aus" weg ist.

    Vielleicht konnte die TE jetzt mal die Kurve kriegen und Nägel mit Köpfe machen.


    Ansonsten ist ihr auch nicht mehr zu helfen, wenn sie meint alles auf sich selber nehmen zu müssen.


    Wenn man versucht ihr die Augen zu öffnen (nicht nur einmal)und sie weiterhin vor der Realität verschließt, dann kann man auch nicht helfen :|N

    Hallo Joschi, ich verschließe bei weitem meine Augen nicht @:)


    Ich hab meinen Eingangsbeitrag Freitag geschrieben. Manches muss ich auch erst mal verinnerlichen.


    Ich melde mich heute Abend nochmal zu anderen Antworten. Bin beruflich tagsüber meist stark eingebunden und kann daher tagsüber schwierig antworten. @:)

    Das verstehe ich, das du nicht gleich zurück schreiben kannst, war ja zu lesen.


    Wenn du soviel zu tun hast muss der Kopf auch dafür noch frei bleiben.

    Also, da ich schon länger über eine Trennung nachdenken konnte, weiß ich, dass es finanziell und betreuungstechnisch kein Problem wäre. Das beruhigt schon mal. Mit ein Grund warum ich vollzeit arbeite. Damit ich finanziell unabhängig sein kann.


    Der angebrachte Punkt hier, dass ich meiner Tochter etwas falsches vorlebe, kam mir vorher so gar nicht richtig in den Sinn. Man denkt ja oft, die Kinder kriegen sowas gar nicht mit. Aber klar...doch.


    Wenn er heim kommt und ich noch schnell ab und zu was wegräume, damit er nicht meckert, genau dann nimmt sie das ja als "normal" auf. Und das will ich nicht :-o


    Oldie: ich werde meine Argumente jetzt aufs Papier bringen. Ganz in Ruhe.


    Wenn sie da stehen, kann ich sie nicht aus meinem Kopf weg simulieren. Und auch nicht im "Gespräch" vergessen.


    Er wird es klein reden. Versuchen, mich als total übertreibend und egoistisch da stehen zu lsssen.


    Ich möchte versuchen, dann dran zu denken, dass er da auch kein Mitgefühl für mich und meine Probleme hat. Warum sollte ich es dann also?


    Puh, das wird schwer.


    Vielen Dank schon mal an alle eure Tipps.


    Ich denke sehr viel über alle nach.

    Ach, wegen des Narzissten, ja das hatte ich auch schon mal gelesen. Es passt nicht alles. Aber vieles :-/

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    Sicher ist das, was er Dir einzutrichtern versucht, sehr anders als das, was alle anderen Leute sagen (z.B. über Deinen Haushalt etc.), richtig? Und ich wette, die meisten Leute sehen Dich positiv, anders als er.


    Ja das stimmt leider haargenau :-/

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    Wenn er heim kommt und ich noch schnell ab und zu was wegräume, damit er nicht meckert, genau dann nimmt sie das ja als "normal" auf. Und das will ich nicht

    Und auch nimmt sie es schon lange als normal auf, dass die Mama alles macht, der Papa trotzdem meckert und dies jahrelang so laufen kann. Ich bin sicher, sie würde im Falle einer Trennung, genau wie Du, glücklicher als zuvor sein, kein Kind möchte eine unglückliche Mutter. Einen unglücklichen Vater zwar auch nicht, aber dessen Unglück wird nicht von Dauer sein und er wird sich irgendwann fangen. Von wirklich "Liebe" im klassischen Sinne, oder so wie es sein sollte, würde ich bei ihm sowieso nicht reden. Dann würde ihm daran gelegen sein, dass es Dir gut geht. Das ist definitiv nicht so.


    Schau mal in Deine eigene Kindheit zurück... Hat Deine Mutter es vielleicht auch versucht, dem Mann immer Recht zu machen?


    Wünsche Dir ganz viel Kraft, dass Du es schaffen wirst, für Deine Werte und Bedürfnisse einzustehen.

    Nein, meine Eltern haben völlig gleichberechrigt gelebt.


    So möchte ich das auch. So hab ich das immer erwartet. Und sage ihm das auch schon immer.


    Dass es keine echte Liebe sein kann...da hast du wohl Recht :-(

    Unsere Tochter ist 8. Sie ist sehr sensibel.


    Ich weiß nicht wieviel sie davon wirklich aufnimmt.


    Sie hängt nicht sooo sehr an ihm.


    Er macht auch quasi nie was alleine mit ihr. Auch nicht einkaufen oder sowas. Also eher selten zumindest.