Von den Eltern abnabeln...

    Hallo zusammen!


    Ich hoffe der Titel passt einigermaßen zu meinem Anliegen und ich kann in etwa ausdrücken, was ich meine.


    Es geht um Folgendes:


    Ich bin sehr dankbar für alles, was meine Eltern für mich getan haben, was sie mir ermöglicht haben und ich liebe sie sehr. Das nur vorne weg.


    Aber ich bin jetzt 30 Jahre alt und eben kein Kind mehr. Ich bin offen für Ratschläge und Meinungen meiner Eltern über mein Leben, meine Arbeit, meine Beziehungen etc. Aber oft habe ich das Gefühl, dass diese Meinungen so oft wiederholt geäußert oder so verpackt werden, mit der Hoffnung, dass ich diese Meinung irgendwann einsehe oder Ratschläge auch umsetze. Als wäre jemand enttäuscht, wenn ich es nicht tue.


    Zum Beispiel, wer mich im Leben weiterbringt oder nicht, dass entscheide oder bewerte doch immer noch ich selbst, oder nicht?


    Garantiert haben sie sich in bestimmten Dingen etwas anderes für mich vorgestellt bzw. wünschen sich etwas in ihren Augen "Besseres" für mich. Aber das sind nunmal nicht MEINE Vorstellungen und Wünsche.


    Anders herum habe ich bei Ihnen selten Begeisterung und geteilte Freude erlebt, wenn ich einen Entschluss gefasst habe, der wichtig für mein Leben war. Es wurden immer nur Zweifel angemerkt, was mich auch verletzt hat teilweise. Hier fühlte ich mich dann eher durch meine Eltern ausgebremst.


    Ich habe nun nur nicht so die Ahnung, wie ich Ihnen das mal auf den Punkt beibringen soll, Ihnen quasi mal die Stirn bieten kann: "ICH will das so, weil ich es möchte und damit glücklich bin!"


    Mein Problem ist dabei noch, dass ich bei solchen Dingen ziemlich schnell anfangen muss zu weinen, was meine Eltern dann eher in meiner angeblichen Schwäche oder Unsicherheit noch bestärkt.


    Ich will aber nicht das ewige Kind bleiben, dass ständig an die Hand genommen wird…

  • 15 Antworten
    Zitat

    wie ich Ihnen das mal auf den Punkt beibringen soll, Ihnen quasi mal die Stirn bieten kann:

    In der Regel ist das nichts, was von heute auf morgen funktioniert. Genauso wie du, stecken auch deine Eltern in ihren Automatismen fest, und es dauert seine Zeit, bis sie hoffentlich weitestgehend verstanden haben, dass du eben keine 5 mehr bist. Eine deutliche Ansage bei ungewollter Einmischung könnte sein: Alles gut, zerbrecht euch nicht meinen Kopf, ich komme gut klar! Und dann Themawechsel.

    Zitat

    Ich bin offen für Ratschläge und Meinungen meiner Eltern über mein Leben, meine Arbeit, meine Beziehungen etc.

    Je weniger du deine Eltern in deine Entscheidungsprozesse einbeziehst desto besser. Du biestest ihnen so nur die Plattform, sich immer wieder einmischen zu können und dich von der Richtigkeit ihrer Sichtweise überzeugen zu wollen.


    Löse dich diesbezüglich von deinen Eltern, verzichte darauf, speziell von ihnen die Anerkennung für deine Lebensführung zu bekommen.

    Zitat

    Ich habe nun nur nicht so die Ahnung, wie ich Ihnen das mal auf den Punkt beibringen soll, Ihnen quasi mal die Stirn bieten kann: "ICH will das so, weil ich es möchte und damit glücklich bin!"

    Wieso besprichst du es denn überhaupt mit deinen Eltern?


    Solange du der Meinung bist alles mit deinen Eltern bereden zu müssen, bist du geistig noch auf dem Stand eines Kindes.


    Du willat erwachsen sein, bist es aber nicht.

    Zitat

    Ich bin offen für Ratschläge und Meinungen meiner Eltern über mein Leben, meine Arbeit, meine Beziehungen etc.

    Eben das ist der Unterschied zwischen dir und einem erwachsenem.


    Wieso wissen deine Eltern mit wem du Umgang hast z.b. :-)


    Solange du dich nicht abnabelst von deinen Eltern wirst du immer Kind bleiben. Auch geistig. Dein Text klingt auch wie jemand der 16 ist ohne dich anzugreifen. Ich bin in deinem Alter aber empfinde deine Text sehr kindlich.


    Deine Eltern werden nie deine Freunde sein und zur gesunden Entwicklung gehört, dass ein Kind irgendwann seine eigenen Wege geht und die Eltern nicht jedes Detail aus dem Leben mitbekommen und auf deren Meinung irgendwann nicht mehr juckt. Dann ist man erwachsen.


    Nochmals, solange du überhaupt das Bedürfnis hast, dir Rat für alle Lebenslagen von deinen Eltern einzuhohlen oder alles in deinem Leben ihnen erzählst, bist du noch ein Kind.


    Normalerweise behalten Kinder je älrer sie werden mehr und mehr für sich und gehen auch räumlich auf Distanz und schaffen sich ein Leben ohne die Eltern.


    In anderwn Kulturen und in der Vergangehheit ist und war das anderes, da bleibt man als Familie aufeinander hocken, aber gesund ist das selten für die Individuen und ihre Entwicklung.


    Wir haben hier im Westen den Wohlstand, dass man auf Abstabnd gehen kann und sich ein Stück Freiraum schafft von den Eltern.


    Zieh woanders hin. Rede nur über belangloses aus deinem Leben.


    Nabel dich ab von deinen Helikotpereltern.


    Schau dir mal die Doku 'Generation Weichei' an.


    Da musst du aber aktiv werden und dann gehen. Du biat 30 und kein kleines Kind, also hör auf rum zu schmollen und 'ich will, ich will, ich will' zu rufen.


    Dann zeig wie erwachsen du bist und nabel dich ab.

    Zitat

    Solange du der Meinung bist alles mit deinen Eltern bereden zu müssen, bist du geistig noch auf dem Stand eines Kindes.

    Zitat

    Zieh woanders hin. Rede nur über belangloses aus deinem Leben.

    Ok, da habe ich vielleicht ein Detail weggelassen. Also ich wohne schon seit 10 Jahren nicht mehr Zuhause, seit über 5 Jahren auch über 400 km weit weg. Trotzdem telefoniere ich ja alle paar Wochen mit meinen Eltern und besuche sie auch. Sie dürfen sich ja auch prinzipiell für mein Leben interessieren und fragen, wie es mir geht, ich interessiere mich ja auch für deren Leben.

    Zitat

    Wieso wissen deine Eltern mit wem du Umgang hast z.b. :-)

    Weil sie meine längjährigen Freunde und meinen Partner nunmal kennen...

    Zitat

    Nabel dich ab von deinen Helikotpereltern.

    Das finde ich jetzt selbst etwas hart. Ich habe noch vier jüngere Geschwister, musste früh Verantwortung für mich selbst tragen und hatte nie das Gefühl, sie würden permanent über mir schweben. Damals habe ich eher so mein Ding gemacht. Wenn ich ganz detailliert werden soll, geht es auch eher um meine Mutter und es wird irgendwie schlimmer je älter sie wird. Manchmal glaube ich, dass es sie mittlerweile eher ärgert, dass sie mich nicht so lenken konnten, wie sie vielleicht wollte und es sie stört, dass ich früher nicht mehr um Rat gefragt habe. Deswegen versucht sie vielleicht das jetzt nachzuholen und zweifelt jetzt eher alles an, als das sie mal sagen "Schön, freut mich für dich!" Keine Ahnung. ":/

    Sehr auffällig ist Deine eigene Positioniering, die Du zwischen den Zeilen kommunizierst.


    Es klingt alles so arg nach Entschuldigung. So als müsstest Du Dir erstmal Klarheit darüber verschaffen, ob es WIRKLICH Dein gutes, legitimes Recht ist, eine eigene (abweichende) Meinung und Lebensführung zu haben.


    Du scheinst noch sehr gefangen in den elterlichen Strukturen.


    (=> Das bestrehen Deiner Eltern, die Abnabelung zu verhindern, klappt bisher offenbar ganz gut ;-) )

    Kohlrabenschwarz

    Zitat

    Das finde ich jetzt selbst etwas hart. Ich habe noch vier jüngere Geschwister, musste früh Verantwortung für mich selbst tragen und hatte nie das Gefühl, sie würden permanent über mir schweben.

    Das hat sich nach Deinem Eingangsbeitrag nicht so angehört, sondern eben, als wären sie quasi in jeder Deiner Entscheidungen einbezogen.


    Worum geht es denn also? Wie oft kommt es vor, dass sie eine Entscheidung von Dir nicht hinterfragen und wie geht das vor sich? Hinterfragen sie nur oder respektieren sie Deine Entscheidungen auch nicht?

    Zitat

    Deswegen versucht sie vielleicht das jetzt nachzuholen und zweifelt jetzt eher alles an, als das sie mal sagen "Schön, freut mich für dich!" Keine Ahnung.

    Hast Du ein Beispiel?


    Egal, ob nun ihre Erziehung gut oder schlecht war, sie ist nicht mehr für Deine Erziehung verantwortlich. Hast Du ihr das mal versucht bewusst zu machen bzw. auch nachgefragt, warum sie in gewissen Dingen nicht locker lässt?

    Zitat

    Mein Problem ist dabei noch, dass ich bei solchen Dingen ziemlich schnell anfangen muss zu weinen, was meine Eltern dann eher in meiner angeblichen Schwäche oder Unsicherheit noch bestärkt.

    Meine Mutter kann ich ab und zu (wirklich nur ab und zu ]:D ) damit kriegen, wenn ich sie frage, ob sie mir denn nicht zutraut, also vertraut, dass ich selbständig genug bin und weiß, was ich will? Aber generell ist sie eben auch diese typische Mutter, die wenn ich ihr etwas erzählt habe und auch heute noch, wenn ich ihr etwas erzähle, dass sofort die Liste kommt, was denn nun alles schief laufen kann, warum etwas schlecht sein kann, etc. Zeigt natürlich ihre Erfahrung und ich höre mir das auch ab und zu gerne an, aber manchmal will ich es einfach nicht hören, okay, meistens will ich es nicht hören. Im Gegensatz zu Dir bin ich aber auch nicht ständig offen für irgendwelche Ratschläge und würge sie auch ab. Sie versteht es nicht - muss sie nicht. Sie hat es einfach zu akzeptieren und das heißt auch, dass ich keine Kommentare hören will. Ich habe es auch lernen müssen, wie ich das am besten mache und zwar für mich. Für sie wird es nie gut sein, es sei denn, ich höre mir das an und das ist keine Option. Früher habe ich das über mich ergehen lassen und habe getan, was ich wollte. Das hat sie dann auch immer gesagt: ......Predigt...Predigt...Predgt.....aber Du machst ja sowieso, was Du willst. Na, nona. ;-D Ich bin auch jemand, die je aufdringlicher jemand seine "Ratschläge" gibt, sich umso mehr verschließt.

    Zitat

    Ok, da habe ich vielleicht ein Detail weggelassen. Also ich wohne schon seit 10 Jahren nicht mehr Zuhause, seit über 5 Jahren auch über 400 km weit weg. Trotzdem telefoniere ich ja alle paar Wochen mit meinen Eltern und besuche sie auch.

    Das heißt, solche Vorkommnisse passieren 4-5x im Jahr?

    Zitat

    Sie dürfen sich ja auch prinzipiell für mein Leben interessieren und fragen, wie es mir geht, ich interessiere mich ja auch für deren Leben.

    Naja, es hängt ja davon ab, wie dieses Interesse gehandhabt wird. Ich interessiere mich auch für das Leben meiner Mutter, früher meiner Eltern, etc. Das heißt für mich, ich lasse erzählen, frage nach und nehme das Gesagte wertfrei an. Keine Kritik, keine Bewertung, Abwertung, Aufwertung. Ich höre zu. Das ist für mich Interesse.

    Zitat

    Ich will aber nicht das ewige Kind bleiben, dass ständig an die Hand genommen wird…

    Naja, dann wirst Du etwas ändern müssen. Was hast Du bisher probiert?

    Zitat

    Aber ich bin jetzt 30 Jahre alt und eben kein Kind mehr. Ich bin offen für Ratschläge und Meinungen meiner Eltern über mein Leben, meine Arbeit, meine Beziehungen etc. Aber oft habe ich das Gefühl, dass diese Meinungen so oft wiederholt geäußert oder so verpackt werden, mit der Hoffnung, dass ich diese Meinung irgendwann einsehe oder Ratschläge auch umsetze. Als wäre jemand enttäuscht, wenn ich es nicht tue.

    Das hört sich ja nicht unbedingt nach einem Konflikt an. Sie haben ja das Recht so zu denken, wie sie eben denken. Es ist ja Deine Entscheidung was Du mit ihnen besprichst und wie lange Du Dir Hinterfragungen und Ratschläge anhörst. Du könntest Dich ja abgrenzen, oder ist das ein Problem für Dich zu sagen, danke für den Ratschlag, aber ich habe da eine andere Einstellung und habe mich auch entschieden, also gibt es keinen Diskussionsbedarf mehr?

    Zitat

    Anders herum habe ich bei Ihnen selten Begeisterung und geteilte Freude erlebt, wenn ich einen Entschluss gefasst habe, der wichtig für mein Leben war. Es wurden immer nur Zweifel angemerkt, was mich auch verletzt hat teilweise. Hier fühlte ich mich dann eher durch meine Eltern ausgebremst.

    Naja, wenn sie nun einmal nicht begeistert sind, ist es schwer, sich begeistert zu zeigen. Klar, sie könnten sich trotzdem mit Dir freuen, aber sind sie solche Menschen? Wäre das eine realisitsche Erwartungshaltung ihnen gegenüber? Brauchst Du denn die geteilte Freude Deiner Eltern?

    Zitat

    Ich habe nun nur nicht so die Ahnung, wie ich Ihnen das mal auf den Punkt beibringen soll, Ihnen quasi mal die Stirn bieten kann: "ICH will das so, weil ich es möchte und damit glücklich bin!"

    Kommunizierst Du ihnen das denn nicht? Wie kann ich mir das vorstellen? Du sagst etwas und dann erzählst Du worum es geht, jeder gibt seinen Senf dazu und Du teilst mit, was Du nun machen wirst? Warum sonst würdest Du Dich so entscheiden, wie Du es tust, wenn Du es nicht wolltest? Wenn es Dir damit gut geht, dann teilt man das doch auch normalerweise mit, dass man damit glücklich ist. Tust Du das nicht auch? Also eine "Stirn bieten" ist das für mich so nicht unbedingt, aber ich kann mir halt die Situation auch nicht vorstellen. Wie läuft es denn ab?

    Zitat

    Das finde ich jetzt selbst etwas hart. Ich habe noch vier jüngere Geschwister, musste früh Verantwortung für mich selbst tragen und hatte nie das Gefühl, sie würden permanent über mir schweben. Damals habe ich eher so mein Ding gemacht.

    Das macht nichts. Das ist auch ein Grund warum man nicht erwachsen wird. :)z


    Ich habe selber kleinere Geschwister und musste Verantwortung übernehmen und war ansonsten auf mich gestellt.


    Aber da müsste ich dir einen Aufsatz schreiben um dir zu erklären, dass genau diese Missachtung der eigenen Bedürfnisse der Eltern einen in der Entwicklung zurück hält genauso wie Überbehütung.


    Helikoptereltern sind nicht das einzig fatale, sondern generell Eltern, die ihr Kind kontrollieren und in das Leben eingreifen, damit es zu ihren (der Eltern) zufriedenheit abläuft und dabei die individuelle Persönlichkeit des Kindes missachten, bis ins erwachsenen Alter.


    Das machen deine Eltern.


    Erwachsen werden hat eherwenig mit Verantwortung übernehmen zu tun, auch wenn das ein Teil davon ist.


    Es gibt da eine andere Komponente, die wichtig sind und das ist die geistige Abnabelung von den Eltern, mit der erst eine bestimmte Reifung eintreten kann.


    Ich spreche aus eigener Erfahrung und das wird dir auch jeder Psychologe erklären können, dass die Reifung zum erwachsenen erst eintritt, wenn man sich von den Eltern in gewisser weise löst und emanzipiert. Das nennt man Abnabelung.


    Mit 30 sich die Frage zu stellen, wie man den Eltern die Stirn bietet, ist eher apät aberist der erste Schritt zum Erwachsenwerden.


    Das Alter ist nur eine Zahl und sagt nichts über die Reife eines Menschen aus.


    Solange du das Bedürfnis verspürst nach einer Symbiose zu deinen Eltern, die deren Meinung zu deinem Leben eine emotionale Bedeutung und ein Mitteilungsbedürfnis beinhaltet, hast du eine wichtige entwicklung noch nicht gemacht.


    Vielleicht hast du eben weil du so alleine warst jetzt das Bedürfnis


    die Aufmerksamkeit, die du als Teenie brauchtest von deinen Eltern zu bekommen.


    Und da sind wir wieder bei dem Punkt! Du bist noch nicht erwachsen.


    Erst wenn du lernst unabhängig von deinen Eltern zu werden und sie die Leinen los lassen.


    Nun gut, vielleicht musst du den Prozess mit der Stirn bieten jetzt nach holen um da hin zu kommen. Dann ist ea auch gut so und richtig. :-)

    Zitat

    Hast Du ein Beispiel?

    Ein Beispiel ist das Thema Männer...Keiner meiner Freunde hat ihnen bisher gepasst. Da fallen echt so Sätze wie "Der bringt dich auch nicht so richtig weiter... Ist ja auch nicht so der Hauptgewinn...XY war ja schon speziell" etc. Das verletzt mich echt und das sage ich auch. Dann kommt aber nur "Ja, aber wir können ja wohl mal unsere Meinung äußern." Anstatt sich einfach zu freuen, dass ich glücklich bin oder einfach garnichts zu sagen. Ihnen wär am liebsten ein Mann mit solidem Beruf, der mitten im Leben steht und ordentich Geld verdient. Das sagen sie zwar nicht, ist aber so. Sie verstehen einfach nicht, dass das Werte sind die für mich nicht an erster Stelle stehen.

    Zitat

    oder ist das ein Problem für Dich zu sagen, //danke für den Ratschlag, aber ich habe da eine andere Einstellung und habe mich auch entschieden, also gibt es keinen Diskussionsbedarf mehr?

    Das sage ich durchaus. Dann wird aber weiter gebohrt "Was verbindet euch denn? Nenn mir drei Dinge, warum Du dich in ihn verliebt hast." Wenn ich dann wieder sage:" Das muss ich euch doch nicht erläutern", merkt man, dass sie sich insgeheim zufrieden zunicken (im übertragenen Sinne) und denken:" Siehste, ihr fällt nichts ein."

    Zitat

    bzw. auch nachgefragt, warum sie in gewissen Dingen nicht locker lässt?

    Das sollte ich definitiv mal tun, aber ich kenne die Antwort:" Ich habe aber nicht das Gefühl, dass du glücklich bist." "Doch, ich bin glücklich Punkt" würde nicht reichen, das weiß ich.


    Gilt übrigens auch für andere Bereiche (Arbeit, Wohnort).


    "Da wollt ihr hinziehen?"


    "Ist das nicht der falsche Zeitpunkt?"


    "Ich habe hier eine Stellenanzeige gelesen, da verdienst du sicher besser..."


    "Ins Ausland? Wieso das denn?"


    Und so weiter und so fort.

    Zitat

    Es klingt alles so arg nach Entschuldigung. So als müsstest Du Dir erstmal Klarheit darüber verschaffen, ob es WIRKLICH Dein gutes, legitimes Recht ist, eine eigene (abweichende) Meinung und Lebensführung zu haben.

    Woher kann das kommen? Ich bin sonst im Sozialleben eine recht selbstbewusste Person und habe auch kein Problem damit, mal gegen den Strom zu schwimmen.. ":/

    Zitat

    Solange du das Bedürfnis verspürst nach einer Symbiose zu deinen Eltern, die deren Meinung zu deinem Leben eine emotionale Bedeutung und ein Mitteilungsbedürfnis beinhaltet, hast du eine wichtige entwicklung noch nicht gemacht.


    Vielleicht hast du eben weil du so alleine warst jetzt das Bedürfnis


    die Aufmerksamkeit, die du als Teenie brauchtest von deinen Eltern zu bekommen.

    Interessant. Beantwortet im Ansatz meine Frage oben "Woher kann das kommen?"

    Zitat

    Ich spreche aus eigener Erfahrung und das wird dir auch jeder Psychologe erklären können, dass die Reifung zum erwachsenen erst eintritt, wenn man sich von den Eltern in gewisser weise löst und emanzipiert. Das nennt man Abnabelung.

    Ja, aber wie muss ich mir das vorstellen? Einfach nur noch sagen "Das geht euch nichts an, das ist mein Leben?"

    Zitat

    Ja, aber wie muss ich mir das vorstellen? Einfach nur noch sagen "Das geht euch nichts an, das ist mein Leben?"

    Das wäre ein Anfang. Aber sei auf Gegenwehr gefass. Aber das gehört zum Prozess dazu. :-)


    Es ist kein einfacher Weg, aber nur wenn du diese Erfahrung machst und lernst nicht einzuknicken und Angst vor nennen wir es mal Liebesentzug bekommst, kommst du weiter.


    Wenn man weiss, dass man das richtige tut, dann hat man auch nicht mehr das Gefühl anderen Rechenschaft leisten zu müssen. Dann verschwindet auch irgendwann das Bedürfnis den Eltern oder anderen bestimmte Dinge mitzuteilen. Das geht nicht in allen Bereichen und manchmal haben Eltern einfach generell das Bedürfnis dem Kind irgendeine Kritik entgegen zu bringen aus welchen Gründen auch immer unabhängig davon, ob das Kind das richtige macht oder nicht.


    Eltern sind auch nur Menschen mit Fehlern.


    Es ist in gewisserweise auch ein Lernen, dass man existieren und überleben kann ohne die Liebe der Eltern bzw. das Ideal wäre, wenn deine Eltern lernen, dich so zu lieben wie du bist unabhängig davon was du machst bis zu einer bestimmten Grenze und wenn sie lernen dir zu vertrauen, dass du deinen Weg gehst und dass es viele Wege zum Glück gibt. Dies eine individuelle Sache ist, die man nicht von sich auf andere Übertragen kann und da kommen wir wieder darauf: indem sie lernen dir zu vertrauen und dich deinen Weg gehen lassen und stolz auf dich sind.


    Auf der anderen Seite, musst du irgendwann lernen, dich emotional los zu lösen und glücklich zu sein, ohne den Segen deiner Eltern, wenn sie trotz Kampf dir das nicht geben können. Manchmal können das Eltern nicht, weil sie selber nicht erwachsen genug werden konnten aufgrund ihrer Vergangenheit. Aber das sollte dich nicht hindern.


    Nur so findest du heraus, ob die Eltern dich deinetwegen lieben oder nur aus narzisstischen/egoistischen Motiven.


    Und das ist doch das was du herausfinden willst, oder? Frag dich mal selber was da eigentlich hintersteckt.


    Ob deine Eltern sehen wer du eigentlich bist? Willst du endlich du sein? Nämlich ein Individium und nicht nur ihr Kind und ihre Vorstellung von dir?


    Denn jedesmal wenn du etwas machst, was nicht in ihr Bild passt vom idealen Kind und sie dich kritisieren, wird deutlich, dass sie dich noch als Kind sehen. Jedesmal wenn du nach gibst und weinst, machst du drei Schritte zurück ins Kindsein. Das was sie von dir möchten.


    Das schreibst du ja selber. Das sie dich dann als schwach sehen.


    Das ist übersetzt so als würden sie dir sagen: Siehst du. Du bist noch garnicht Erwachsen und brauchst unsere Hilfe.


    Deine Eltern interessiert dein biologisches Alter garnicht.


    Wenn deine Eltern dich lieben und gut zu dir sind, obwohl du deinen eigenen Weg gehst und es dir dabei gut geht, dann erfährst du echte Liebe.


    Diesen Weg bist du gerade dabei zu beschreiten. Du hast aber Angst davor, weil es auch bedeuten kann die Eltern zu verlieren.


    Aber wenn das passiert, waren sie nicht gut für dich.


    Bist du der Meinung sie seien gut, dann musst du auch keine Angst haben sie zu verlieren und du kannst dieses neue Kapitel für dich und deine Eltern eröffnen. Das ist Vortschritt und Emanzipation.


    Es leigt aber an dir, dich zu emazipieren.


    Und zu deinen kleineren Geschwistern. Du wirst sehen, bei ihnen werden sie viel gelassener sein und ihne mehr Freiheiten emotional geben als dir und du wirst dich irgendwann ärgern.


    Du bist die Erstgeborenen. Du musst mehr kämpfen um emotional frei zu sein.


    Das ist der Nachteil als Erstgeborene oder der älteren Geschwister. :-)

    Zieh einfach dein Ding durch. Wenn deine Eltern etwas dagegen sagen, erwidere, dass du ihre Meinung respektierst, aber du schon weißt was du tust. Mehr Worte braucht es nicht. Wenn sie nachbohren, sage z.B. "Ich habe gerade gesagt, dass ich weiß, was ich tu." Oder "Ich möchte nicht weiter darüber reden. Bitte respektiert das."


    Werde nicht emotional und fange nicht an dich zu rechtfertigen. Die Meinung deiner Eltern scheint für dich noch eine zu große Bedeutung zu haben sonst wärst du über ihre Äußerungen nicht so schnell verletzt. Du wünscht immer noch ihre Anerkennung, aber du erhälst sie kaum und das verletzt dich. Aber du bist nicht auf ihre Meinung und Anerkennung angewiesen, also distanziere dich emotional davon.

    Zitat

    Ich interessiere mich auch für das Leben meiner Mutter, früher meiner Eltern, etc. Das heißt für mich, ich lasse erzählen, frage nach und nehme das Gesagte wertfrei an. Keine Kritik, keine Bewertung, Abwertung, Aufwertung. Ich höre zu. Das ist für mich Interesse.

    Als Eltern ist man aber in einer etwas anderen Position.


    Egal wie alt die Kinder sind, man hört nie auf "Eltern" zu sein und sich um das Wohl des Nachwuchses zu sorgen.


    "Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß."


    Aber wenn unsere Kinder Details aus ihrem Leben erzählen, dann ist es äußerst schwierig, sich mit Einmischungen zurückzuhalten. Man hat einfach die Lebenserfahrung und weiß, was in der einen oder anderen Situation zu beachten ist bzw. was schiefgehen kann (wir kennen doch unsere Kinder und manche Ausgänge sind einfach unausweichlich).

    Zitat

    Ein Beispiel ist das Thema Männer...Keiner meiner Freunde hat ihnen bisher gepasst.

    Beim Thema Partner halten wir jegliche Wertung zurück, obwohl ich im Geheimen schon gelegentlich froh war, wenn es nicht hielt.

    Zitat

    Nach deinem letzten Beitrag nerven deine Eltern wohl einfach ab und an. Dickeres Fell und fertig.

    danke Dumal, fast das gleiche wollte ich auch gerade schreiben, nur hätte ich das niemals so auf den punkt gebracht ;-)


    ich habe nämlich auch nicht das gefühl, dass das ein abnabelungs-problem ist, sondern ein kommunikationsproblem. deine mutter scheint meiner sehr ähnlich zu sein, und mich hat es wahnsinnig gemacht, wenn sie immer alles von mir hinterfragt, bewertet, abgewertet und sonstwas hat. irgendwann ist mir aber aufgefallen, dass ich zum einen soooo entnervt war, dass ich die positiven sachen nicht mehr wahrgenommen habe und auch selber schuld daran war, alles so nah an mich ranzulassen. einen schritt zurück gehen, ruhig auch mal sagen interessant mama... danke für deine anregungen, lasse ich mir durch den kopf gehen und nicht alles als negative kritik auffassen - anerkennen, dass dahinter liebe und angst stecken :)_


    mit meinen kindern mache ich das meist so, dass ich - bvor ich was kommentiere einfach frage, ob sie sich nur ausrotzen, freuen, ärgern wollen, oder ob sie meine meinung dazu wissen wollen, oder gar gemeinsam mit mir lösungen finden wollen (okayokay... ganz selten platzt bei mir auch was raus, aber hey... ich bin die mama ;-D )


    (nebenbei: meine mutter hat auch immer an meiner männerwahl rumgemäkelt, auch sie wollte einen soliden mann, der geld heimbringt um mich zu versorgen... als sie mal fragte: was willst du denn mti xy? der verient doch bestimmt nicht so gut, der... und ich habe dann mal ganz ganz anders reagiert und gesagt: mir egal, ernähren kann ich mich selber, weiterkommen im leben kann ich auch selber - aber der sex mit ihm ist der hammer ich habe meine mutter selten so sprach los erlebt :=o )

    Zitat

    als sie mal fragte: was willst du denn mti xy? der verient doch bestimmt nicht so gut, der... und ich habe dann mal ganz ganz anders reagiert und gesagt: mir egal, ernähren kann ich mich selber, weiterkommen im leben kann ich auch selber - aber der sex mit ihm ist der hammer ich habe meine mutter selten so sprach los erlebt :=o )

    Witzig, genau das Gleiche habe ich mir jetzt auch vorgenommen ;-D

    Zitat

    Dickeres Fell und fertig.

    Stimmt wahrscheinlich. Ich muss einfach lernen, etwas direkter und klarer zu kontern.