Ich finde es verwunderlich, wie viel du dir von dieser Frau hast bieten lassen. Warum hast du dich von ihr als fett bezeichnen lassen und um sie vom Gegenteil zu überzeugen vor ihr die alten Hosen anprobiert?

    Zitat

    Wir waren nach einer Häufung von Streits verabredet, um uns mal auszusprechen, aber kaum hat sie Jacke und Schuhe ausgezogen, ging es los "hast du dies gemacht, jenes in ordnung gebracht, warum hast du nicht ..." und ich dann "doch, letzteres hab ich gestern, schau mal hier, und eigentlich wollten wir uns heute aussprechen" worauf sie dann fortfuhr und noch zig andere Dinge abgefragt hat und mich dann irgendwann anbrüllte, ich sei zu gar nichts gut.

    Auch hier, warum bist du überhaupt darauf eingegangen und hast dich ihr noch erklärt?

    Ich möchte dich mit meinen, im vorherigen post gestellten Fragen, dazu anregen, zu hinterfragen warum du dich in den jeweiligen Situationen genau so verhalten hast. Hinterfrage nicht nur das Verhalten deiner Ex, sondern hinterfrage dein eigenes Muster. Es wird dich weiterbringen und kann dir helfen, dass derartige Dinge in einer neuen Partnerschaft nicht auftreten.


    Du schreibst:

    Zitat

    Wenn meine Grenze erreicht ist, kann ich nämlich auch anders. Und da sind die Damen dann immer sehr schockiert und wünschen sich plötzlich den netten, friedlichen Typen zurück.

    Das deutet eigentlich darauf hin, dass du erst Grenzen aufzeigst, wenn diese bereits mehrfach überschritten wurden und sich eine gewisse Wut/Verletzung/Frustration angestaut hat. Somit zeigst du im Grunde deine Grenzen zu spät auf. Das ist menschlich und wird sicher sehr vielen Menschen ähnlich gehen. Die Gründe für ein solches Muster können vielfältig sein und werden oft bereits in der Erziehung/Kindheit gelegt. Die meisten Menschen haben ein Harmoniebedürfnis und vielen fällt es schwer Konflikte auszutragen. Besonders in der Partnerschaft ist dies nicht immer leicht, da Verlustängste davon abhalten können, Unangenehmes auszusprechen und einen Konflikt auszutragen.

    Ich_verstehs_nicht

    Zitat

    Was ist falsch daran daran, zu sagen, ich toleriere ihre Fehler, solange es nicht überhand nimmt, aber wenn es dann überhand nimmt kommt auch wirklich alles auf den Tisch ?

    Das wäre ja ok.


    Klang aber vorher ganz anders.

    Zitat

    Ganz ehrlich: Ich finde das ausgesprochen friedlich und tolerant und keineswegs hinterhältig oder "als Waffe benutzen", so wie das hier interpretiert wird.

    Ich habe den Eindruck, Du kritisierst sie nicht weil Dich etwas stört, sondern erst dann wenn Du es für nötig hälst weil Du meinst, mit der Kritik etwas zu erreichen.


    Das soll Alles nicht heißen, dass ich ihr Verhalten gut finde. Ich denke nur nach dem was ich hier so lese, dass Ihr Euch da Beide nichts gebt.

    Zitat

    Und warum darf ich mir nicht selber raussuchen, wann und wie ich mich dann irgendwann mal wehre ? (solange es keine körperliche Gewalt ist)


    Ich lasse mir kein "sag es gleich oder halt's Maul" vorschreiben. Ich sage es dann, wenn es mir danach ist. Sie nimmt schließlich auch keine Rücksicht darauf, ob es mir gerade passt, wenn sie mich überfällt. Also warum sollte ich?

    Natürlich sollst und mußt Du Dir es nicht gefallen lassen wie ein Fußabtreter behandelt zu werden. Nur sehe ich in Deinem eigenen Verhalten nichts, was zu einer guten Lösung führen könnte.


    Siehe auch was X schreibt.


    Du zeigst Deine Grenzen nicht auf, bist weiterhin "lieb und nett" ("friedlich und tolerant") bis zu einer weiteren Grenze. Und dann schlägst Du zu (natürlich verbal).


    Ganz unabhängig davon wie sie sich nun verhalten mag - Dein eigenes Verhalten gilt es auch zu reflektieren.


    Ich persönlich habe mit einem solchen Verhaltensmuster große Probleme bei einem Menschen. Sehr lange nichts sagen, so tun als ob es ok wäre und dann geht's auf ein Mal los. Ausgelöst durch irgendeine Situation. Und man wird erschlagen mit Kritik bezüglich irgendwelcher Dinge, die selbst auf Nachfrage bis dahin angeblich immer toleriert und akzeptiert wurden.


    Das ist keine Art von gesundem und lösungsorientiertem Umgang. Und es ist schon mal erst recht keine Toleranz, Akzeptanz. Denn mit Dingen die man aufrichtig toleriert und akzeptiert hat man keine Probleme, selbst im größten Streit nicht.

    Zitat
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    Was ist falsch daran daran, zu sagen, ich toleriere ihre Fehler, solange es nicht überhand nimmt, aber wenn es dann überhand nimmt kommt auch wirklich alles auf den Tisch ?

    Klang aber vorher ganz anders.

    Kann sein, dass ich mich da ungrlücklich ausgedrückt habe. Allerdings hätte ich gedacht, das das mit den Punkten in Flensburg erklärt, wie es gemeint ist. Denn das funktioniert auch genau so: Man kann sich eine Weile lang was leisten, aber nichts wirklich großes, und wenn es überhand nimmt, kriegt man einen Brief, in dem alle vergangenen (noch nicht verfallenen) Sünden aufgeführt sind.

    Zitat

    Das ist keine Art von gesundem und lösungsorientiertem Umgang.

    Hm ... darüber muss ich noch etwas nachdenken.


    Andererseits ... ich hatte ihr mehrmals sehr eindeutig gesagt, dass unser zusammenziehen genau daran hängt, dass sie damit aufhört. OK, das ist jetzt eher ein Ultimatum, aber damit habe ich (a) Grenzen aufgezeigt und (b) auch einen eindeutigen Hinweis auf die Lösung gegeben. Das hatte ich sogar schon im Eröffnungs-Post geschrieben.

    Zitat

    Und es ist schon mal erst recht keine Toleranz, Akzeptanz. Denn mit Dingen die man aufrichtig toleriert und akzeptiert hat man keine Probleme, selbst im größten Streit nicht.

    Und da muß ich vehement widersprechen. "Tolerieren" heißt laut Duden und Wikipedia sowas wie "ertragen, erdulden, durchgehen lassen" und nicht "es OK finden". Und so verstehe ich das auch. Da gibt es keine Unterscheidung zwischen aufrichtig und nicht.


    Von akzeptieren war keine Rede. Akzeptieren tut tman Dinge, die man auch nicht ganz ideal findet, für die der andere aber nichts kann.


    Im Unterschied zum Tolerieren, das sind Dinge, die der andere ändern kann.

    Ich_verstehs_nicht

    Zitat

    Man kann sich eine Weile lang was leisten, aber nichts wirklich großes, und wenn es überhand nimmt, kriegt man einen Brief, in dem alle vergangenen (noch nicht verfallenen) Sünden aufgeführt sind.

    Wie kann ich mir das vorstellen? Wie läuft es das erste Mal ab, wenn Du ihr das sagst? Bist Du ruhig? Wie vermittelst Du ihr das? Wie reagierst Du, wenn sie es wieder tut?

    Zitat

    Im Unterschied zum Tolerieren, das sind Dinge, die der andere ändern kann.

    Und Du gehst eine Beziehung ein, um die Partnerin dann zu ändern - bei den Dingen halt, die Du meinst tolerieren zu dürfen, weil es ja im Grunde genommen falsch ist, was sie da so tut?

    Nun, bei mir war es noch schlimmer.


    Sobald keine anderen Personen da waren, musste ich ihre cholerischen Anfälle und Launen ertragen. Beschimpfungen, Fäkalsprache, rüde Behandlung....irgendwann alles "normal". Ich war zum Schluss froh und nahezu dankbar um jede Situation, die eine dritte Person mit ins Spiel brachte. Erst dann riss sie sich zusammen und schaffte es, sogar zu mir freundlich zu sein. Sobald die wieder aus der Tür waren, änderte sich der Ton schlagartig.


    Bin froh, diesen Menschen nicht mehr täglich erleben zu müssen, auch wenn ich meine Kinder dadurch nur noch recht selten sehe. Ob das nun ein Frauenproblem ist, weiß ich nicht. Aber der Begriff des Hausdrachens kommt ja vielleicht auch nicht von ungefähr.

    Zitat

    Man kann sich eine Weile lang was leisten, aber nichts wirklich großes, und wenn es überhand nimmt, kriegt man einen Brief,

    Man kann sich was "leisten"? Warum sagst du nicht schon viel früher was dich stört? Und zwar bevor es sich summiert? Diese Frage hast du bis jetzt offen gelassen.


    Und von welchen "Sünden" reden wir hier eigentlich? Von offenen Zahnpastatuben oder von respektlosem Verhalten dem Partner gegenüber?

    Zitat

    ich hatte ihr mehrmals sehr eindeutig gesagt, dass unser zusammenziehen genau daran hängt, dass sie damit aufhört. OK, das ist jetzt eher ein Ultimatum, aber damit habe ich (a) Grenzen aufgezeigt und (b) auch einen eindeutigen Hinweis auf die Lösung gegeben

    Du hättest ihr lieber sagen sollen was ihr Verhalten mit DIR macht, wie DU dich fühlst ,wenn sie so mit dir umgeht und was es mit DEINEN Gefühlen für SIE und somit mit der Partnerschaft macht.


    Indem du nur ,vereinfacht gesagt ,drohst " Hör auf ,sonst ziehe ich nicht mit dir zusammmen" entsteht kein Lösungsansatz, bzw war dein Lösungsansatz nicht zielführend, denn wäre er es gewesen, wäret ihr jetzt nicht getrennt.

    Zitat

    Wie kann ich mir das vorstellen? Wie läuft es das erste Mal ab, wenn Du ihr das sagst? Bist Du ruhig? Wie vermittelst Du ihr das? Wie reagierst Du, wenn sie es wieder tut?

    Beim ersten mal sage ich gar nichts. Beim zweiten mal versuche ich so ruhig wie es mir gerade gelingt zu bleiben und zu erklären, dass (und warum) ich das nicht in Ordnung finde. Wenn sie dann (sinngemäß) so etwas erwidert wie "ein mal ist kein mal", weise ich darauf hin, dass es eben nicht "ein mal" war, worauf ich mich dann manchmal auch schon wieder gegen den Vorwurf, alte Sachen aufzuwärmen, wehren muß.


    Bei weiteren Vorkommnissen der selben Sache werde ich mit jedem mal etwas bestimmter und je nach dem, wie verletzend das ist, wehre ich mich dann auch irgendwann mal aggressiv und werfe ihr auch (sehr) verletzende Dinge an den Kopf.


    Klassische stufenweise Eskalation halt. Aber klein beigeben und deeskalieren funktionierte bei ihr nie ... da war ich dann nur noch mehr der Schwächling, kein richtiger Mann usw.


    Das (verbale) zurückschlagen mit voller Kraft und das Herstellen einer räumlichen Distanz (also gehen bzw. sie rauswerfen) hat als einziges immer funktioniert.


    Man mus dazu auch sagen, dass ich bei den ersten paar Streit-such-Überfällen auch nicht wußte, wie mir geschieht und irgendwie gelähmt war. Ich mußte erst lernen, dass ich jederzeit darauf vorbereitet sein muß. Und trotzdem ist es ihr oft gelungen, mich so zu erwischeh, dass es mir erst nach einiger Zeit so richtig gedämmert hat, was gerad wieder abgeht.


    Es gibt natürlich auch Sachen, die gehen so was von gar nicht, dass ich sie (nachdem ich mich von dem Tiefschlag erholt habe, ich brauche dazu immer ein Weilchen) gleich beim ersten mal sagen würde.


    Und es gibt Sachen, da würde ich sofort schluß machen (Femdgehen z.B.)

    Noch was vergessen ...


    Wie ruhig es mir gelingt zu bleiben, hängt natürlich stark davon ab, ob ich auf ein offenes Ohr treffe oder gegen eine Wand laufe. Im letzteren Fall kann die oben beschriebene Eskalation schneller gehen. Aber auch hier versuche ich immer, die Intensität auf das anzupassen und nur so weit hochzufahren, wie es mir notwendig erscheint, um durchzukommen.

    Zitat

    Man kann sich was "leisten"? Warum sagst du nicht schon viel früher was dich stört? Und zwar bevor es sich summiert? Diese Frage hast du bis jetzt offen gelassen.

    Weil ich nicht der Typ dazu bin, immer gleich eine Konfrontation zu suchen…


    Ich warte lieber ab und beurteile, ob es aus meiner Sicht notwendig ist oder sich von selber erledigt (einmalige Sachen).

    Ergänzung: Ich möchte auch nicht auf jeden (eventuell einmaligen, versehentlich passierten) Fehler hingewiesen werden. Nur wenn es ein großer Fehler ist oder ich aus einer Angewohnheit (oder einem Charakterzug) heraus etwas ständig mache, kann (und muss) man natürlich darüber reden.

    Ich_verstehs_nicht

    Tja, das kommt dabei heraus, wenn man sich zusammentut und einander ändern will. Dass diese Dynamik wie ein Sog ist, der die Beziehung zerstört, liegt auf der Hand. Allerdings finde ich Dein Verhalten auch alles andere als deeskalierend. Grenzuen zu setzen bedeutet noch lange nicht, in Konfrontation zu gehen.

    @ X

    Ja, habe ich, aber als Antwot nur "ich weiß nicht" bekommen.

    @ Kleio

    Zitat

    Grenzuen zu setzen bedeutet noch lange nicht, in Konfrontation zu gehen.

    Das hängt nun wider vom Gegenüber ab.


    Sagen wir's mal so ... kritiserien konnte sie, aber wenn sie kritisiert wurde, war das gleich ein Weltuntergang.