• Warum bemühen sich Männer irgendwann nicht mehr ?

    Das ist mir in den ganzen Jahren an Beziehungen aufgefallen, das der Mann irgendwann einen als Selbstverständlich ansieht,und alles was man macht ,selbstverständlich ist . Das sich je ein Mann wirklich mal länger bemüht hat nein, noch nie passiert , und irgendwann sieht man es auch nicht mehr ein , manche Grundlegende dinge , kann man einfach nicht…
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    Ich sehe es so wie Caramala. Ich glaube, wenn beide dafür sorgen, dass es ihnen jeweils gut geht - sie sich um sich selbst kümmern und sorgsam mit sich umgehen - ist es auch nicht mehr schwer, sich umeinander zu kümmern. Im Eingangsbeitrag

    , glaube ich, stand ja schon, dass oft Stress und eigene Sorgen den Blick für das Wesentliche verstellen. Wenn man sich also bemüht, sein Leben möglichst schön und gut zu gestalten, hat man auch Lust und Energie, am Leben des anderen teilzuhaben. So meine Erfahrung. Darüber hinaus würde ich auch keinen Partner wollen, der sich so sehr um mich kümmert, dass er sich selbst vergisst. Ich will ja ein Gegenüber spüren, auch mal in den Dissenz gehen, damit ich spüre, wer ich bin und wer er ist. Das macht auch geil ]:D ! Also mich zumindest. Und wenn der andere dann mal einen Kompromiss für einen eingeht, weiß man, dass es von Herzen kommt, und das ist dann ein wahres Geschenk :-) !

    Ich glaube Verliebtheit und Liebe sind zwei paar Stiefel während die meisten Menschen glauben es wäre dasselbe Ding. Ich glaube die Verliebtheit ist ein "Trick der Natur" oder auch "Trick der Schöpfung" die Menschen einander eine gewisse Zeit so nahe zu bringen, dass sie sich in der Zeit zu lieben beginnen. Und zwar einander so nahe zu bringen, wie es ohne die Verliebtheit gar nicht möglich wäre. Verliebtheit ist hormoneller Ausnahmezustand. Dieser hormonelle Ausnahmezustand macht Dinge möglich, die ohne die Hormone gar nicht möglich wären und zwar im sexuellen als auch im übrigen zwischenmenschlichen Bereich.


    Wer das mit dem hormonellen Ausnahmezustand von euch nicht glaubt und eine Frau ist, die schon mindestens einmal schwanger war, soll sich doch bitte mal an diesen Zustand zurückerinnern. Dann wißt ihr was Hormone mit einem Menschen machen können.


    Diese Verhaltensänderung kann, muß nicht, aber kann dazu führen, dass während der Verliebtheitsphase im sexuellen Bereich z.B. sexuelle Praktiken ausgeübt werden, die im "Nicht-Verliebtheitszustand" nicht, zumindest nicht freiwillig ausgeübt werden. (Z.B. Oralsex etc.) Genauso bezieht es sich aber auch auf den übrigen zwischenmenschlichen Bereich. Es wird irgendein Verhalten, z.B. das ansonsten nicht toleriert wird, plötzlich tolerabel, unter Umständen sogar für "süß" gehalten.


    Und dann kommt unweigerlich die Phase in der die Hormone langsam wieder verschwinden und das Verhalten wieder auf den jeweiligen Normalzustand zurückfällt. Aber genau in der der Zeit ist dann zwischen diesen beiden Menschen das entstanden, was wir Liebe nennen.


    Ich möchte mal ein technisches Beispiel für diesen Vorgang bringen. Wenn ich zwei Teile aus Kunststoff habe, kann ich diese zwar mit den Händen an zwei Kontaktstellen zusammenhalten, aber dadurch kommt keine Verbindung zustande. Sobald ich eine Hand wegnehme fallen die Teile wieder auseinander. Wenn ich nun aber einen Kunststoffkleber verwende, dann ist der wie ein Weichmacher, er löst den Kunststoff an den Klebeflächen so an, dass der Kunststoff weich wird. In diesem Zustand verschmelzen beide Teile miteinandern. Dann bleibt der Kunstsstoff für eine gewisse Zeit weich und flexibel. Aber er härtet nach und nach aus. Aber es besteht jetzt zwischen den Teilen eine feste Verbindung. Aber nach der Aushärtung ist die Klebestelle nicht mehr so flexibel, sondern der Kunstsstoffe haben wieder ihre alten Materialeigenschaften erreicht. Und je nachdem wie diese Materialeigenschaften geschaffen sind, davon hängt es dann ab ob und wie lange die Verbindung hält. Sie kann dann brechen oder auch ein Leben lang halten. Die Hormone sind die Weichmacher und die Liebe ist die Verbindung, die in der weichen Phase zustande kommt.


    Und das "Aushärten" ist dann die Phase, in der die Liebenden sich dann vorwerfen: "Du hast dich verändert.", "Du liebst mich nicht mehr.", "Sei bitte wieder so wie früher." etc. Oder man nimmt diesen "Aushärtevorgang" so wahr, wie du, StarkeLöwin, es eben wahrnimmst. Meiner Meinung nach kann diese Erfahrung auch von Männern gemacht werden. Will damit sagen, dass das kein typischen "Frauending" ist, sondern für beide Geschlechter gelten kann.

    Zitat

    Wer das mit dem hormonellen Ausnahmezustand von euch nicht glaubt und eine Frau ist, die schon mindestens einmal schwanger war, soll sich doch bitte mal an diesen Zustand zurückerinnern. Dann wißt ihr was Hormone mit einem Menschen machen können.

    Das Problem ist aber, dass Menschen eben nicht einfach nur hormongesteuert denken und Handeln, sondern dass die Hormone zwar das Denken und Handeln beeinflussen, aber nicht dominieren müssen. Das menschliche Bewusstsein, die Ratio können mindestens genauso wirksam sein, und sogar hormonelle Wirkungen unterstützen oder bremsen/unterdrücken. Menschen, die sich überwiegend von ihren Gefühlen/Hormonen steuern lassen, sind oft Menschen, deren Leben wesentlich schicksalhafter verläuft, d.h. deren Leben wesentlich weniger selbst- und viel stärker fremdbestimmt/umweltbestimmt ist.


    Klar kann man sich von seinen Gefühlen und seinen Hormonen treiben lassen. Das funktioniert auch relativ gut, wenn man wenigstens hin- und wieder die Ratio ganz bewusst hinzunimmt, um sein Leben etwas zu steuern, zu prüfen- um Gefühle zu mäßigen oder gar zu verstärken. Es ist sogar möglich, den Hormonhaushalt über das Bewusstsein/die Ratio zu verändern. Wer sich rein von Hormonen/Gefühlen leiten lässt, muss sich nicht wundern, wenn man dann irgendwann hart aufschlägt, weil sich hormon-/gefühlsgesteuerte Entscheidungen eben wesentlich häufiger irren. Die Wahrnehmung, gerade auch des Partners/der Partnerin erfolgt, rein gefühlsmäßig verzerrt, idealisiert, ungeprüft- das macht es guten Schauspielern wenigstens in der Anfangsphase einer Beziehung leichter.


    Männer, die sich für eine Beziehungsanbahnung stärker verstellen und dann auf eine übermäßig gefühls- oder hormongesteuerte Frau treffen, halten ihre Verstellung eben auch nur eine Weile durch- nach und nach tritt dann der wirkliche Charakter wieder stärker hindurch, gerade auch im Zusammenhang mit dem Sicherheitsgefühl für die Beziehung.


    Oft hängt es vermutlich mit dem Glauben zusammen, man müsse die Frau nur einmal für sich gewinnen und hat dann die Frau sozusagen in der Tasche.


    Ich habe meine Frau nie als "Sicherheit" gesehen- sie ist ein eigenständig handelnder, denkender und fühlender Mensch, sie ist verletzlich- sowohl über die Gefühls- als auch über die Denkwelt.

    Zitat

    Das Problem ist aber, dass Menschen eben nicht einfach nur hormongesteuert denken und Handeln, sondern dass die Hormone zwar das Denken und Handeln beeinflussen, aber nicht dominieren müssen. Das menschliche Bewusstsein, die Ratio können mindestens genauso wirksam sein, und sogar hormonelle Wirkungen unterstützen oder bremsen/unterdrücken. Menschen, die sich überwiegend von ihren Gefühlen/Hormonen steuern lassen, sind oft Menschen, deren Leben wesentlich schicksalhafter verläuft, d.h. deren Leben wesentlich weniger selbst- und viel stärker fremdbestimmt/umweltbestimmt ist.

    Erzähl das mal Menschen mit Depressionen.


    Wenn bestimmte Hormone (nicht) mehr vorhanden sind, verändert sich das Verhalten im Mittel immer irgendwie. In sofern verhält sich JEDER ausserhalb einer Verliebtheitsphase anders - und das ist im übrigen auch gut so. Weil personengebundener Altruismus kurzfristig nützlich und schön ist, langfristig aber selbstzerstörerisch und Beziehungsgefährdend.

    Ich finde auch, dass "Bemühen" schon anzeigt, dass da was nicht stimmt.


    Jedenfalls gibt es Menschen, die reflektieren können und sogar sprechen. Dann kann man schauen.


    Und manchmal ist bekanntlich das Ende einer Beziehung die Chance, endlich den Richtigen oder die Richtige zu finden.


    Kleben ist auf die Dauer für die Gesundheit nicht gut.

    Zitat

    Erzähl das mal Menschen mit Depressionen.

    Es soll Psychologen geben, die Depressionen vorwiegend auf nichtmedikamentöser Basis heilen oder Erscheinungen reduzieren. Dennoch ist eine Krankheit, die organisch (Hirn) bedingt ist, nicht mit gesunden Menschen vergleichbar.


    Trotzdem:


    Ein Diabetiker beispielsweise hat in den Therapiemöglichkeiten auch Grenzen. Dennoch kann ein Diabetiker in gewissen Maßen die Ausprägung seiner Krankheit durch bewusstes Handeln (Bewegung, Ernährung, Stress) vermindern oder gar verstärken. Mitunter soweit, dass er auf die Insulinspritze verzichten kann. Auch der Bluthochdruckpatient kann seine Krankheit erheblich mildern, indem er bewusst sein Leben gestaltet: Bewegung, Ernährung (Körperfettreduzierung), Stressvermeidung, ...


    Auch die Bedingungen für die Beziehungen lassen sich bewusst gestalten ...- es kann die Beziehung angenehmer, schöner und anstrebsamer werden lassen, die Liebe verstärken oder es kann die Beziehung durch entsprechendes Handeln unangenehmer, hässlicher oder ablehnenswerter werden.

    Zitat

    Es soll Psychologen geben, die Depressionen vorwiegend auf nichtmedikamentöser Basis heilen oder Erscheinungen reduzieren.

    ... Exakt. Und diese Heilung basiert maßgeblich auf der Sichtbarmachung von Gefühlen.


    Die Trennung die Du zwischen Gefühlswelt, Hormonen und "Ratio" ziehst ist selbst im Rahmen aktueller wissenschaftlicher Arbeit im Bereich Psychologie und Neurologie völlig passé. Zu Recht: Wir menschlichen Wesen lassen uns nicht in solche von uns selbst festgelegten Kategorien dekonstruieren. Und nicht wenige Menschen haben massive Probleme weil sie nicht auf ihre "Gefühle" hören sondern über den "Verstand" Dinge rationalisieren.


    So kann man auch nicht von "der" Ratio sprechen, sondern wenn überhaupt von der individuellen Ratio.

    Zitat

    Die Trennung die Du zwischen Gefühlswelt, Hormonen und "Ratio" ziehst

    Ich habe keine Trennung gezogen- vielmehr deutlich gemacht, dass sie ineinander greifen.

    ein Ansatz wie ich da ran gehen würde ist, das jeder immer 50% für die Situation verantwortlich ist und aus der Perspektive nach Lösungen suchen. Klingt oft hart, weil man dann den anderen nicht mehr so beschuldigen kann als Verursacher.


    Was mir aufgefallen ist, ist das die Angebote der Paarberatung und Paarcoaching heute annehmbar und lustig uns auch sexy sind und ich finde diesen Weg interessant persönlich.


    Die bekanntesten sind z.B. Zurhorst, Anne Marlene Henning, Dr. phil Jochen Meyer, ...

    Zitat

    Einem Mann fällt es irgendwann nicht mal mehr auf wenn die Haare anders sind oder man mal Geschminkt ist .

    Wenn meine Frau keine langen, blonden Haare mehr hätte, würde es mir sehr wohl auffallen- mir fallen schon wenige Zentimeter kürzer auf. Und wenn sich meine Frau schminken würde (das hat sie noch nie), würde es mir auch sofort auffallen- also die Verallgemeinerung für alle Männer kann so nicht stimmen.

    Starke Löwin, fällt es Dir denn umgekehrt immer auf (Friseur, Schminken ja eher nicht ;-D )? Und wenn ja, sagst Du dann was?