Warum drängen Frauen die Männer in die Beschützer-/Ernährerolle?

    Hallo,


    warum erwarten Frauen heutzutage von Männern noch immer, dass sie den starken Beschützer & Versorger spielen? Der Fels in der Brandung, ein Mann, keine Pussy! Haben Männer nicht auch ein Recht darauf sich aus veralteten Rollenbildern auszuklinken? Wenn Mann von Frau erwartet, dass sie einen auf 19. Jahrhundert macht, dann gibt es einen Aufschrei. Wenn Frau von Mann erwartet, dass er einen auf 19. Jahrhundert macht (Beschützer | Ernährer | Gentlemen), dann ist das gesellschaftlich akzeptiert. Finden Frauen Männer nur dann attraktiv, wenn Männer sich als klassische antiquierte "Gentlemen" des 19. Jahrhunderts geben?


    Männer verlangen von Frauen heutzutage ja auch nicht mehr, dass sie (die Frauen) an den Herd gehören und möglichst viele Kinder zu werfen haben, Hausmädchen sein sollen, ausschließlich Röcke & Kleider zu tragen haben etc.


    Warum gestehen Frauen dann den Männern nicht ebenfalls zu sich aus Rollenklischees zu befreien? (Klar könnte man jetzt sagen, dass keiner den Männern das verbietet, aber ein Ausbruch aus dem Rollenklischee kommt mit vielen gesellschaftlichen Nachteilen daher. Und man(n) möchte kein qualvolles Leben, daher ergibt man(n) sich den gesellschaftlichen Konventionen)


    Kommen Frauen mit der (faktisch nicht vorhandenen) Männeremanzipation weniger klar als Männer mit der Frauenemanzipation? Haben Frauen Nachholbedarf, was ihre Toleranz hinsichtlich alternativer männlicher Lebensmodelle angeht? Braucht es jetzt die Emanzipation 2.0, unter dem Titel: "Jetzt auch für Männer".


    Wie seht ihr das?

    Zitat

    Neben die äußere tritt die innere Emanzipation: als Befreiung aus eigener Unmündigkeit und den Fesseln von Tradition, gesellschaftlichen Normen und vorgegebener Weltanschauung. Ziel emanzipatorischen Bestrebens ist ein Zugewinn an Freiheit oder Gleichheit, meist durch Kritik an Diskriminierung oder hegemonialen z. B. paternalistischen Strukturen, oder auch die Verringerung von z. B. seelischer, ökonomischer Abhängigkeit, etwa von den Eltern. Heutzutage steht der Begriff häufig synonym für die Frauenemanzipation.


    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Emanzipation

  • 666 Antworten

    Weil die das so brauchen?


    Und vielleicht nicht die Frauen drängen die Männer – sondern die Männer bieten sich (gerne) an?


    Es gibt auch wohl verschiedene, Männer wie auch Frauen..


    Warum das so ist? Das ist so, als ob man versucht, die Gravitation zu erklären.. :-)

    So lange wie keine Kinder vorhanden sind, empfinde ich das überhaupt nicht so. Ab diesem Zeitpunkt kommt zumindest bei den Menschen in meinem Freundeskreis häufig ein Knacks.


    Kindererziehung ist zum großen Teil immer noch Frauensache. Die lange Elternzeit wird kaum von Männern genutzt und so drängeln sie sich zwangsläufig in die Rolle des (Haupt-)Ernährers, während Frauen fast wie selbstverständlich schön daheim bleiben und sich der Hausfrauenrolle widmen:


    http://www.sueddeutsche.de/karriere/elternzeit-die-meisten-vaeter-bleiben-nur-zwei-monate-zu-hause-1.2409510


    Das liegt aber nicht an den Frauen, sondern meistens an den Vätern und anderen Männern, welche in den Betrieben die Führungskräfte stellen.

    @ bdak

    Zitat

    Warum das so ist? Das ist so, als ob man versucht, die Gravitation zu erklären.. :-)

    Klar kann man:

    Zitat

    "Ein grundlegend anderes Verständnis der Gravitation ergibt sich aus der allgemeinen Relativitätstheorie nach Albert Einstein. Hierbei wirkt die Gravitation nicht in Form einer Kraft auf die Körper, sondern durch eine Krümmung der vierdimensionalen Raumzeit, wobei die Bahnen der Körper, auf die keine weiteren Kräfte wirken, einer kürzesten Linie (im gekrümmten Raum), d. h. einer Geodäte, entsprechen."


    https://de.wikipedia.org/wiki/Gravitation

    Zitat

    Warum das so ist? Das ist so, als ob man versucht, die Gravitation zu erklären..

    Naja, die Gravitation ist hinreichend gut verstanden, abgesehen von der Quantengravitation.


    Davon ist man im zwischenmenschlichen Bereich noch arg weit entfernt.

    Ich glaube nicht dass ALLE Frauen das so wollen, genau so glaube ich nicht, dass ALLE Männer die gleiche Art Frau wollen. Es gibt auch Männer, die gerne die Ernährer und Beschützer Rolle spielen, es gibt Frauen, die das gut finden und es gibt Frauen, die sich aufregen, wenn ein Mann denkt, er müsste für sie den Beschützer machen. Also jeder hat eben seine speziellen Vorlieben und die einzige Schwierigkeit ist halt, dass sich Frauen und Männer finden müssen, die da zusammen passen und sich das Gleiche in einer Beziehung wünschen. Also einfach weiter suchen, nach einer Frau, die die gleichen Vorstellungen hat wie du.

    Ich sehe das wie Schildkröte:

    Zitat

    Kindererziehung ist zum großen Teil immer noch Frauensache. Die lange Elternzeit wird kaum von Männern genutzt und so drängeln sie sich zwangsläufig in die Rolle des (Haupt-)Ernährers, während Frauen fast wie selbstverständlich schön daheim bleiben und sich der Hausfrauenrolle widmen:

    Warum bleibt denn nicht der Mann nach der Geburt Zuhause und macht einen auf Hausmann ? "Standard" ist nunmal das Frauen Zuhause bleiben und der Mann dann häufig für mehrere Jahre der Alleinverdiener ist. Steigt die Frau dann wieder in den Beruf ein ist das häufig nur Teilzeit bzw. sie wird ohnehin schlechter bezahlt. Bleibt also am Ende garnicht viel anderes übrig als das der Mann die Ernährerrolle übernimmt.


    Und natürlich haben Männer das Recht aus ihrer Geschlechterrolle auszubrechen, kannst du jederzeit machen. Du musst allerdings auch mit der Konsequenz leben das du dann für Frauen oft schlicht unattraktiv wirst. Ist aber anders rum auch nicht viel anders, ne Frau die aus ihrer weiblichen Rolle ausbricht wird doch auch oft als "Mannsweib / Hardcore Emanze / Kampflesbe" lächerlich gemacht.

    Männer brauchen aus genau demselben Grund keine Emanzipation, aus dem Frauen auch keine brauchen: Es ist schon alles geregelt, der verbleibende Rest an Ungleichheit ist einzig dem freien Willen geschuldet.


    Wenn du den freien Willen nicht abschaffen möchtest (ging es nicht genau um den bei dieser Emanzipationskiste?), dann finde dich damit ab, daß Frauen und Männer so wählen, wie sie möchten und dabei die Kompromisse eingehen, die sie möchten oder auch müssen.


    Oder auch kurz: Leben kein Wunschkonzert.

    Es hat lange, sehr lange gedauert und viel Kraft gekostet, bis sich das Bild über "so hat eine Frau zu sein" geändert hat. Nun anzunehmen, dass es ganz einfach und in kurzer Zeit auf Männer zu übertragen ist, scheint mir daher ein Wunschdenken zu sein. Viele Frauen haben hart dafür gekämpft, um etwas zu verändern. Inwieweit Männer diesen Vorgang unterstützt haben, mag ich nicht zu beurteilen, gefühlt hält es sich aber in Grenzen. Wenn Du nun das Gefühl hast, es muss sich etwas ändern, dann unternimm etwas! Setze Dich für Deine Ziele ein, andere haben es vorgemacht.


    Für mich wäre der erst Schritt generell nicht immer in Kategorien "Frauen" und "Männer" zu denken.


    Shojo hat es aber auch gut auf den Punkt gebracht.

    Zitat

    Warum gestehen Frauen dann den Männern nicht ebenfalls zu sich aus Rollenklischees zu befreien?

    geht es dir denn wirklich um rollenklischees? ich habe das gefühl, da stecken andere dinge dahinter!


    ich persönlich will einen mann an meiner seite - aber eben keinen unterdrückenden macho


    mein mann will eine frau an seiner seite - aber kein am herd wartendes weibchen


    und das ist doch wohl das, was die meisten menschen in einer beziehung suchen - eine partnerschaft auf augenhöhe :)z