Eben. Diese generelle Heulerei und das Eröffnen eines Geschlechterkampfs ist bei Männern und Frauen gleichermaßen nervtötend und abstoßend. Ja, es gibt bestimmte gesellschaftliche Erwartungen, nein, die sind nicht bindend - weder erwartet es dann jeder Mensch von einem, noch muss man dem Bild entsprechen, weil man sonst sofort verhaftet wird.

  • Dieser Beitrag wurde gelöscht, Informationen über den Löschvorgang sind nicht verfügbar.
    Zitat

    ich persönlich will einen mann an meiner seite - aber eben keinen unterdrückenden macho

    Eben, zwischen "unterdrückender Macho" und "verweichlichte Pussy" liegt soviel, da findet fast jeder ne Nischee. Sicher, wenn man jetzt wirklich nah am Wasser gebaut, weich und extrem feminin ist dann macht das die Sache schwerer. Macht es bei ner gefühlskalten, harten und sehr maskulinen Frau aber auch. Sicher kann man so sein, es ist aber für beide Geschlechter schwerer dann den entsprechenden Partner zu finden.

    Zitat

    Warum bleibt denn nicht der Mann nach der Geburt Zuhause und macht einen auf Hausmann ? "Standard" ist nunmal das Frauen Zuhause bleiben und der Mann dann häufig für mehrere Jahre der Alleinverdiener ist. Steigt die Frau dann wieder in den Beruf ein ist das häufig nur Teilzeit bzw. sie wird ohnehin schlechter bezahlt. Bleibt also am Ende garnicht viel anderes übrig als das der Mann die Ernährerrolle übernimmt.

    Genau so sehe ich das auch. Bei uns zuhause ist es so, dass wir beide zwar verheiratet aber trotzdem unabhängig voneinander sind. Wir verdienen beide Geld, niemand ist auf den anderen angewiesen. Das wird sich ändern sobald das erste Kind kommt. Ich werde dann nicht mehr vollzeit arbeiten gehen können, zumindest nicht die erste Zeit. Er ist nicht bereit in Elternzeit zu gehen.


    Wenn mehr Männer die Elternzeit beanspruchen würden als es aktuell der Fall ist, wären zwei Probleme gelöst: Das von dir Beschriebene und die Diskriminierung von kinderlosen Frauen zwischen Mitte 20 und Mitte 30 bei Bewerbungsgesprächen.


    Als ich 25 war hatte ich mehrere Bewerbungsgespräche und es gab keines in dem nicht vorkam: "Ich weiß, diese Frage darf ich eigentlich nicht stellen, aber wie sieht Ihre Familienplanung aus?"

    Zitat

    Das liegt aber nicht an den Frauen, sondern meistens an den Vätern und anderen Männern, welche in den Betrieben die Führungskräfte stellen.

    Zitat

    Warum bleibt denn nicht der Mann nach der Geburt Zuhause und macht einen auf Hausmann ? "Standard" ist nunmal das Frauen Zuhause bleiben und der Mann dann häufig für mehrere Jahre der Alleinverdiener ist. Steigt die Frau dann wieder in den Beruf ein ist das häufig nur Teilzeit bzw. sie wird ohnehin schlechter bezahlt. Bleibt also am Ende garnicht viel anderes übrig als das der Mann die Ernährerrolle übernimmt.

    Das ist leider noch so, allerdings gibt es da schon einen Wandel. Sowas ändert sich nicht innerhalb von ein paar Jahren, vielleicht nicht einmal innerhalb einer Generation. Der klassische Weg ist etabliert und so ist die Gesellschaft darauf eingestellt und bietet viele Lösungen an, neue Wege müssen erst mit einiger Mühe erschlossen werden. Glücklicherweise scheint mir der Boden dafür heute sehr fruchtbar zu sein - organisierte Bemühungen in diese Richtung kann man z.B. unter dem Stichwort "Care Revolution" finden.


    Wer das sucht, wird feststellen, dass diese Anstrengungen maßgeblich von feministischer Seite unterstützt und vorangetrieben werden - ich finde es sehr bedauerlich, dass einige Männer, die sich als Kämpfer für die Emanzipation verstehen, dieses mithilfe von noch stärker teilendem Geschlechterdenken und dem Zeichnen "der Frauen" als Feindbild voranzubringen versuchen. Wem es wirklich um die Auflösung einengender Geschlechterrollen und gesellschaftlicher Zwänge geht, der wird unter Feministen und Feministinnen bereits gut organisierte und erfahrene Verbündete finden.

    Zitat

    Inwieweit Männer diesen Vorgang unterstützt haben, mag ich nicht zu beurteilen, gefühlt hält es sich aber in Grenzen.

    Das war und ist wohl leider so, wobei es natürlich auch viele engagierte Verbündete von männlicher Seite gab und heute auch viel mehr gibt, aber das ist ja kein Grund, das weiterhin so zu halten. Die Bekämpfung von Geschlechterrollen zum Geschlechterkrieg zu machen, erscheint mir sinnwidrig und verschwendete Energie (nicht, dass ich Dir unterstelle, das gemeint zu haben).

    Zitat

    da findet fast jeder ne Nische

    Eben, aber das erfordert sicher mehr Einfühlungsvermögen und Kompromissbereitschaft, als wenn es ein klares Leitbild für die Rollenverteilung gibt und alle sich fügen. Wird ja von manchen Menschen (vor allem hier im Forum ;-D ) auch immer mal wieder gewünscht.


    Wie eine Beziehung gestaltet wird, das muss jedes Paar für sich selbst überlegen, ausprobieren und gegebenenfalls auch mit der Zeit anpassen. Und Augenhöhe lässt sich ja nicht nur dadurch herstellen, wenn alle Aufgaben exakt 50/50 aufgeteilt werden. Ein Paar oder eine Familie muss sich mit der individuellen, freiwillig getroffenen Vereinbarung wohl fühlen, was der Rest der Menschen darüber denkt, das ist letzten Endes doch herzelich egal.

    Zitat

    warum erwarten Frauen heutzutage von Männern noch immer, dass sie den starken Beschützer & Versorger spielen?

    Die meisten Frauen finden es wohl gut, einen Beschützer und Versorger zu haben, und deswegen möchten sie so einen Mann.


    Außerdem möchten sie natürlich tun, was sie wollen und sich nichts von einem Mann sagen lassen.

    Zitat

    Haben Männer nicht auch ein Recht darauf sich aus veralteten Rollenbildern auszuklinken?

    Ja.


    Aber sie haben kein Recht darauf, dass Feministinnen dazu Beifall klatschen. Wenn sie, wie man es erwarten kann, aufschreien, musst Du dann damit schon leben.

    Zitat

    Finden Frauen Männer nur dann attraktiv, wenn Männer sich als klassische antiquierte "Gentlemen" des 19. Jahrhunderts geben?

    Nein. Es gibt wohl einige Frauen die auf Gentlemen stehen. Aber ich schätze, sie sind deutlich in der Minderheit. Zu einem Gentleman gehört schließlich auch eine Lady.


    Das scheint mir auf die Dauer doch ein eher anstrengendes Rollenverständnis zu sein.

    Zitat

    Warum gestehen Frauen dann den Männern nicht ebenfalls zu sich aus Rollenklischees zu befreien? (Klar könnte man jetzt sagen, dass keiner den Männern das verbietet, aber ein Ausbruch aus dem Rollenklischee kommt mit vielen gesellschaftlichen Nachteilen daher. Und man(n) möchte kein qualvolles Leben, daher ergibt man(n) sich den gesellschaftlichen Konventionen)

    Weil sie davon ausgehen, es geht uns gut mit der Rollenaufteilung so wie sie ist.


    Das heißt nicht unbedingt, dass sie sich Gedanken darüber machen, wie es uns geht. Und es schließt nicht auf, dass sie Dir im Namen eines modernen Rollenverständnisses ein paar zusätzliche Aufgaben zuschieben.

    Zitat

    Kommen Frauen mit der (faktisch nicht vorhandenen) Männeremanzipation weniger klar als Männer mit der Frauenemanzipation?

    Ja, gut, eine eher hypothetische Frage. Ich würde vermuten, wenn es emanzipierte Männer gäbe, würden Frauen es durchaus begrüßen.


    Nur der Weg dahin ist schwer. Wenn Du versuchst, diesen Weg zu gehen und dafür gesperrt wirst, wärst Du nicht der erste User, dem das widerfährt.

    Zitat

    Haben Frauen Nachholbedarf, was ihre Toleranz hinsichtlich alternativer männlicher Lebensmodelle angeht? Braucht es jetzt die Emanzipation 2.0, unter dem Titel: "Jetzt auch für Männer".

    Nein, Frauen haben keinen Nachholbedarf, Männer müssen lernen, Intoleranz zu ertragen. und ja, ich persönlich möchte mich zumindest schon emanzipieren.

    Zitat

    Wie seht ihr das?

    Schwarz. ]:D


    ;-)

    Zitat

    Eben, aber das erfordert sicher mehr Einfühlungsvermögen und Kompromissbereitschaft, als wenn es ein klares Leitbild für die Rollenverteilung gibt und alle sich fügen. Wird ja von manchen Menschen (vor allem hier im Forum ;-D ) auch immer mal wieder gewünscht.

    Ich habe oft den Eindruck, dass es genau darum recht vielen Leuten geht, die sich so bitter, pauschal und vor allem einseitig über die momentanen Gegebenheiten beklagen und unterstellen, ihr Geschlecht sei am allerärmsten dran: Sehr häufig sind das Leute, die eben nicht sagen, Mensch, da muss sich etwas/noch mehr tun, sondern die im Gegenteil eigentlich sehr gern feste, verlässliche Rollen hätten - nur eben bitte welche, die ihre eigenen Settings als ultimativen Archetypus ihres Geschlechts feiert, statt sie eher an den Rand zu stellen, wo man sich mit so lästig komplizierten Widrigkeiten wie zwischenmenschlichen Interaktionen auseinandersetzen muss, statt, wie es in ihrer Wahrnehmung dann oft ist, einfach so alles zu kriegen, ohne was dafür zu tun.

    Man muss sich jedoch auch eingestehen, dass der Großteil der verfügbaren Berufe sich gar nicht mit Teilzeitstellen vereinbaren lässt. Besonders in Kleinbetrieben ist das kaum möglich, da reichen meistens schon 42h Wochen nicht ohne Überstunden aus.


    Ich wollte die Diskussion jetzt aber nicht komplett auf den Bereich der Arbeitssoziologie lenken. Das fiel mir nur spontan als erster Gedanke ein.

    shojo

    Zitat

    nur eben bitte welche, die ihre eigenen Settings als ultimativen Archetypus ihres Geschlechts feiert, statt sie eher an den Rand zu stellen, wo man sich mit so lästig komplizierten Widrigkeiten wie zwischenmenschlichen Interaktionen auseinandersetzen muss, statt, wie es in ihrer Wahrnehmung dann oft ist, einfach so alles zu kriegen, ohne was dafür zu tun.

    wohooo... schreib für mich... spiele mit den wörtern... mach sie fertig ;-D

    Zitat

    Ein Paar oder eine Familie muss sich mit der individuellen, freiwillig getroffenen Vereinbarung wohl fühlen, was der Rest der Menschen darüber denkt, das ist letzten Endes doch herzelich egal.

    Ganz so einfach ist es dann wohl aber leider doch nicht, oder? Ich sehe es auch gerade bei mir im Freundes- und Bekanntenkreis: der Wille zu individueller Gestaltung ist da, aber wenn beide Elternteile in klassischen Angestelltenverhältnissen arbeiten, schränken die Umstände die individuelle Freiheit am Ende dann doch ein. Hier müssen alternative Modelle erst noch richtig etabliert werden - so ganz egal ist der Rest der Menschen dann nicht, weil alle zusammen gesellschaftliche Konventionen bilden. Ob man einen Körper hat, der schwanger werden kann oder nicht, hat durchaus noch Einfluss auf die Lebensgestaltung, die Überlegungen, die man anstellen muss, die Entscheidungen, die getroffen werden müssen.

    @ Schildkröte007

    Zitat

    So lange wie keine Kinder vorhanden sind, empfinde ich das überhaupt nicht so. Ab diesem Zeitpunkt kommt zumindest bei den Menschen in meinem Freundeskreis häufig ein Knacks.

    In Deutschland werden doch kaum noch Kinder gemacht.


    Wir sind Schlusslicht.


    Von meinen weiblichen BekanntInnen hat kaum eine Kinder.

    Zitat

    Kindererziehung ist zum großen Teil immer noch Frauensache. Die lange Elternzeit wird kaum von Männern genutzt und so drängeln sie sich zwangsläufig in die Rolle des (Haupt-)Ernährers, während Frauen fast wie selbstverständlich schön daheim bleiben und sich der Hausfrauenrolle widmen:

    Finden Frauen Männer in der Erzieherrolle denn überhaupt attraktiv oder verlieren sie den Respekt vor ihm, weil er dann nicht mehr "männlich" genug ist!?


    Gab es nicht erst vor kurzem eine großangelegte Studie, in der herauskam, dass Männer die Erzieherrolle fürchten, weil sie glauben dass Frauen sie dann nicht mehr attraktiv finden...!?

    @ clairet

    Zitat

    Wie würdest du denn gern anders sein? Und warum tust du es nicht einfach?

    Sachen, die mich vom Prototyp-Mann des 19. Jahrhunderts unterscheiden:


    # mir geht Karriere am Arsch vorbei. Ich bin froh, wenn ich meine Arbeit ableiste und nach Hause darf.


    # Zukünftig möchte ich nur noch 30 Std/Woche arbeiten um mehr Freizeit zu haben.


    # Ich würde sehr gerne in Elternzeit, wenn Kinder vorhanden wären.


    # Ich habe durchaus einen Modetick und bin "femininerer" Kleidung nicht abgeneigt. Ich finde es blöd als Mann nur auf Jeans + Hemd oder Anzug beschränkt zu sein.


    # bin durchaus emotional und sensibel veranlagt.


    # bin eher schüchtern und zurückhaltend, kein Hengst


    Klar kann man(n) das leben, aber welche "emanzipierte" Frau findet das attraktiv? ;-) :-D

    @ Die Seherin

    Zitat

    ich persönlich will einen mann an meiner seite - aber eben keinen unterdrückenden macho


    mein mann will eine frau an seiner seite - aber kein am herd wartendes weibchen

    Was ist deiner Definition nach ein Mann?


    Und ist eine Frau nicht per se ein am Herd wartendes Weibchen? Nach klassischer Definition!?

    1. Geht mir auch so.


    2. Würde ich auch gerne, geht allerdings in meinem Job nicht.


    3. Ist bei mir auch geplant, wie lange kA.


    4. Ich hab für Mode garnichts übrig und kleide mich auch nicht wirklich "modisch", verkleide mich allerdings auch nicht.


    5. Bin ich auch. Die Frage ist halt ob man das bei jeder sich bietenden Gelegenheit zeigt oder nicht.


    6. Bin ich auch.


    Und trotz allem habe ich eine stabile Beziehung und bin (wahrscheinlich) auch attraktiv für meine Freundin. Wie schon erwähnt, es kommt alles darauf an wie sehr man sowas raus hängen lässt oder ob es eine Balance z.B. bei der Sensibilität oder der femininen Kleidung gibt. Nen Typ der tatsächlich in Frauenklamotten rumläuft und/oder bei jeder Liebesschnulze ne Packung Taschentücher verbraucht ist aber definitiv unattraktiv für die allermeisten Frauen (aber auch wieder nicht für alle).


    Und nochmal: Das gilt auch für ne Frau die z.B. mit komplett kurzen Haaren und Männerklamotten rumläuft während sie rülpsend und furzend Actionfilme oder Fussball guckt.

    Ich würde sagen, damit bist Du ein 08/15-Mann von heute und dürftest von daher keine Schwierigkeiten haben.


    Ich habe allerdings den Eindruck, Du brauchst eine Frau, die Du für alles um Erlaubnis fragst.


    Das macht es Dir schwer.

    @ :)