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    Die Zielgruppe Mann ist eine bestehende Größe in der Werbewirtschaft, der genauso viel Aufmerksamkeit gewidmet wird wie jeder anderen. Und in letzter Zeit sogar recht viel, da sich die Ansprache der Werbebotschaften zusammen mit dem Rollenverständnis verändern muss. Aber dass Männer allgemein auf andere Werbebotschaften und -strategien reagieren als Frauen allgemein (so die Annahme der Werbewirschaft) bedeutet nicht, dass sie weniger aggressiv und weniger erfolgreich umworben werden als Frauen.

    Da hast Du natürlich absolut recht, die Männer springen wohl eher auf bspw. Technik an und werden bestimmt nicht weniger aggressiv umworben. Trotzdem denke ich sind Frauen wohl trotzdem einfacher zu erreichen, den sogar in Shops für Männerkleidung sind mehr Frauen anzutreffen als Männer. Dafür geben Männer beim shoppen mehr Geld aus....(Autos, High-Tech etc.)

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    Wenn Du meintest, dass es weniger Produkte gibt, auf denen ausdrücklich "Für Männer" steht, dann ist das en gros sicher immer noch richtig,

    Nein, daran habe ich dabei eigentlich nicht gedacht, da ich nur bei Parfüm auf diesen Hinweis acht gebe. Bei sonstigen Pflegeartikeln zahlt Mann nur unnötig mehr...Nivea for men ist so ein Beispiel...wozu brauche ich eine Feuchtigkeitscreme "for men"...aber das ist ein anderes Thema.


    Um zum Rollenbilder-Thema des mittlerweile gesperrten TE zurückzukommen...

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    Hätten die meisten Frauen das Gesamtpaket der Emanzipation angenommen und nicht nur die Vorzüge daraus, wäre eine Diskussion über veraltete Rollenbilder vermutlich überflüssig.

    Klar, es liegt allein an den Frauen.

    Die Frauen sind eine von zwei Bevölkerungsgruppen, die in der westlichen Welt nicht mehr kritisiert werden dürfen, ohne das man dabei gleich zum Frauenhasser abstempelt wird und womöglich mit Konsequenzen zu rechnen hat. Die Feministinnen haben das mit entsprechenden Organisationen geschickt eingefädelt und es traut sich heutzutage kaum noch jemand nicht weibliches sich kritisch zu äussern, wenn es im Anschluss nachweisbar ist (geschrieben oder aufgezeichnet). So veröffentlicht bspw. die Polizei jährlich eine offizielle Statistik über die Personengruppen, welche im vergangenen Jahr die meisten Verkehrsunfälle verursacht haben. Daraus war in % zu vernehmen, dass dies hauptsächlich Junglenker, Rentner und Frauen sind. In einem Bericht im Fernsehen zu dem Thema, wurde ebenfalls diese Statistik verwendet, jedoch ohne die Personengruppe Frauen zu erwähnen. Für Rentner gibt es neuerdings spezielle Refresher-Kurse, Junglenker haben mehr Hürden zu überwinden, aber was ist mit den Frauen? Müsste es hier nicht auch etwas geben?


    So erstaunt es auch kaum, dass wenn ich hier Frauen kritisiere, dass darauf sofort vehement reagiert wird, wie dies u. a. Waterfly sogleich mit Polemik und persönlichen Attacken getan hat. Das stört mich aber kaum, ich lasse mir keinen Maulkorb verpassen, wie dies bei den Medien etc. schon geschehen ist.


    Auch ist es heutzutage so, dass wenn es bspw. um Technik oder Handwerk/Mechanik geht, viele Frauen sogleich die Arme verwerfen und dies als "Männeraufgaben" bezeichnen. Bei diesen Themen diskriminieren sich Frauen häufig gleich selbst und stellen dann das "Frau sein" als Grund dar, wieso sie sich darum nicht zu kümmern brauchen. Andererseits kann ein Mann dasselbe nicht über Putzen und Kochen sagen, das gilt dann als schwere Diskriminierung.


    Wie man an diesen Beispielen sieht, kommen wir der Gleichberechtigung und somit der Aufhebung der Rollenbilder nicht näher, im Gegenteil, es wird eher versucht Vorteile herauszuholen. Das ist auch wenig erstaunlich, denn eine Feministin wäre eine schlechte Feministin, würde sie dies nicht versuchen. Schlagwörter wie "Diskriminierung" und "Unterdrückung" sind effektive Mittel die restlichen Frauen ins Boot zu holen. Es ist im Bezug auf Rollenbilder jetzt mehr als offensichtlich, dass in dieser unseren Gesellschaft etwas nicht stimmt und ja, es sind m. E. vorallem die Frauen, die darauf reagieren und sich vom rollentypischen "Frau sein" noch mehr distanzieren sollten, als sie es schon getan haben. Männer und Frauen haben ein gemeinsames Ziel und das heisst "Gleichberechtigung" im wahrsten Sinne des Wortes und nicht "Frauenförderung".

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    traut sich heutzutage kaum noch jemand nicht weibliches sich kritisch zu äussern

    Warum denn nicht? Ich habe kein Problem damit, so manche Frau und deren Haltung zu kritisieren- das ist aber etwas anderes, als sie zu Herabzuwürdigen (OK, passiert mir manchmal in heißen Diskussionen, was ich aber nicht nett und richtig finde).

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    Auch ist es heutzutage so, dass wenn es bspw. um Technik oder Handwerk/Mechanik geht, viele Frauen sogleich die Arme verwerfen und dies als "Männeraufgaben" bezeichnen.

    Hast du dir mal überlegt evtl. dein Umfeld zu ändern. Ich kenne wirklich keine einzige Frau, die das tun würde ":/ Evtl. auch, weil das wohl auch eines der letzten Male wäre, dass ich mit dieser Person zu tun hätte..

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    So veröffentlicht bspw. die Polizei jährlich eine offizielle Statistik über die Personengruppen, welche im vergangenen Jahr die meisten Verkehrsunfälle verursacht haben. Daraus war in % zu vernehmen, dass dies hauptsächlich Junglenker, Rentner und Frauen sind. In einem Bericht im Fernsehen zu dem Thema, wurde ebenfalls diese Statistik verwendet, jedoch ohne die Personengruppe Frauen zu erwähnen. Für Rentner gibt es neuerdings spezielle Refresher-Kurse, Junglenker haben mehr Hürden zu überwinden, aber was ist mit den Frauen? Müsste es hier nicht auch etwas geben?

    Je nach Statistik können die Ergebnisse allerdings ganz verschieden ausfallen. Je nach dem ob man nur Unfälle mit Personenschäden berücksichtigt (da liegen Männer vorn) oder auch Parkrempler etc. Jedenfalls gibt keine Statistik her, dass Frauen grundsätzlich sehr viel schlechter Autofahren und Maßnahmen ergriffen werden müssen. Im Gegensatz z.B. zu Fahranfängern, da sind die Zahlen sehr eindeutig. Bei Rentnern kommt es wieder stark auf die jeweils verwendete Statistik an. Bei über 80jährigen sieht es nicht so gut aus, 65jährige Rentner hingegen sind eher unauffällig.

    Dazu kommt, dass jemand der sich so einer Argumentation bedient ja gleichzeitig ein grundsätzliches Antiagressionstraining für Männer einfordern müsste, weil die meisten statistisch erfassten körperlichen Gewaltaten wie vor von Männern ausgehen?! Den Aufschrei dazu will ich gar nicht hören?! Und er wäre ja auch völlig berechtigt oder etwa nicht?

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    Die Frauen sind eine von zwei Bevölkerungsgruppen, die in der westlichen Welt nicht mehr kritisiert werden dürfen, ohne das man dabei gleich zum Frauenhasser abstempelt wird und womöglich mit Konsequenzen zu rechnen hat.

    Ganze Bevölkerungsgruppen, die nur irgendein biologisches Merkmal gemeinsam haben, macht nuneinmal einfach keinen Sinn. Weil es nunmal immer reichlich Ausnahmen gibt, die sich nicht so verhalten. Wenn man eine Gruppe für ihr Verhalten kritisiert, dann sollte man tunlichst die Gruppe über genau dieses Merkmal definieren. Es macht sehr viel Sinn, die große Guppe an Frauen (und Männern) zu kritisieren, die noch immer sehr sexistisch denken und handeln. "Die Frauen" für irgendwas zu kritisieren macht dagegen keinerlei Sinn, weil es immer reichlich Ausnahmen gibt.

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    Die Feministinnen haben das mit entsprechenden Organisationen geschickt eingefädelt und es traut sich heutzutage kaum noch jemand nicht weibliches sich kritisch zu äussern, wenn es im Anschluss nachweisbar ist (geschrieben oder aufgezeichnet).

    Siehe oben. Pauschale Kritik qua Geschlecht ist einfach Unsinn. Solche Sätze nicht zu formulieren, gebietet die Vernunft, nicht die imaginäre feministische Verschwörung.

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    Auch ist es heutzutage so, dass wenn es bspw. um Technik oder Handwerk/Mechanik geht, viele Frauen sogleich die Arme verwerfen und dies als "Männeraufgaben" bezeichnen. Bei diesen Themen diskriminieren sich Frauen häufig gleich selbst und stellen dann das "Frau sein" als Grund dar, wieso sie sich darum nicht zu kümmern brauchen.

    So eine Haltung finde ich auch fürchterlich. Da hilft nur bei jeder Gelegenheit zu widerspechen und zu hoffen, dass die Leute das irgendwann endlich einsehen.

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    Andererseits kann ein Mann dasselbe nicht über Putzen und Kochen sagen, das gilt dann als schwere Diskriminierung.

    Ja, und das zurecht! Man muss nur anfangen zu sehen, dass analoge Aussagen über Männer genauso sexistisch und diskriminierend sind!

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    Wie man an diesen Beispielen sieht, kommen wir der Gleichberechtigung und somit der Aufhebung der Rollenbilder nicht näher, im Gegenteil, es wird eher versucht Vorteile herauszuholen. Das ist auch wenig erstaunlich, denn eine Feministin wäre eine schlechte Feministin, würde sie dies nicht versuchen.

    Hier würde ich massiv widersprechen. Die Rosinsinenpicker doch gerade die Frauen, weiterhin sexistisch denken. Für mich ist das kein Feminismus, jedenfalls nicht die Art Feminismus die ich wichtig und richtig finde.

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    Schlagwörter wie "Diskriminierung" und "Unterdrückung" sind effektive Mittel die restlichen Frauen ins Boot zu holen. Es ist im Bezug auf Rollenbilder jetzt mehr als offensichtlich, dass in dieser unseren Gesellschaft etwas nicht stimmt und ja, es sind m. E. vorallem die Frauen, die darauf reagieren und sich vom rollentypischen "Frau sein" noch mehr distanzieren sollten, als sie es schon getan haben. Männer und Frauen haben ein gemeinsames Ziel und das heisst "Gleichberechtigung" im wahrsten Sinne des Wortes und nicht "Frauenförderung".

    Das stimmt leider nicht, dass alle Männer und Frauen Gleichberechtigung wollen. Wenn dem so wäre, wären wir schon längst viel weiter.

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    Warum erwarten Frauen heutzutage von Männern noch immer, dass sie den starken Beschützer & Versorger spielen? Der Fels in der Brandung, ein Mann, keine Pussy! Haben Männer nicht auch ein Recht darauf sich aus veralteten Rollenbildern auszuklinken?

    Nein, haben sie nicht. Das wäre ja noch schöner! Männer mit Rechten? Wo denkst du hin... Dann wäre die seit Jahrzehnten mühsam aufgebaute feministische Propaganda und deren Früchte ja völlig umsonst gewesen... Nee, wir Frauen wollen jetzt ernten! Wir die Früchte, und ihr den Sturm, habt ihr doch Wind gesät, ihr Unglückseligen!


    Angefangen hat das ja Alles schon im Mittelalter, als Frauen begannen, Männer zu verwünschen, ihre sexuelle Potenz zu stehlen... Leider wurde das enttarnt und diese Frauen als Hexen verbrannt. Gott sei Dank konnte dieses lästige Prozedere mit Intrigen auf Seiten der Frauenschaft ((erst!) ernsthaft) im 19. Jahrhundert endgültig abgeschafft werden. Zumindest wird hierzulande niemand mehr verbrannt. Da war dann der Weg frei für die Machtergreifung des weiblichen Geschlechts, des einzig wahren Geschlechts, muhahahahaha! Ha! Ha...


    Ernsthaft?

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    Wie seht ihr das?

    Ich kriege schon langsam Krämpfe in der Hand von den ganzen Wiederholungen:


    Es gibt nicht DIE Frauen und auch nicht DIE Männer.


    Ich - zufälligerweise anatomisch weiblich - freue mich zwar, wenn mein Partner hin und wieder Relikte alter Zeiten aufkommen lässt und mir mal die Tür aufhält, mir aus dem Auto hilft, den Stuhl zurechtrückt oder mich wärmt, wenn mir kalt ist. Ich finde das süß. Das hat bei mir aber eher einen emotionalen/sexuellen Touch, wo ich diese Art von "Gentleman-Tum" schätze. Ich mag es auch, wenn Männer Frauen den Vortritt lassen, geht es gedrängt zu beim Einstieg in die S-Bahn. Das sind aber alles Kleinigkeiten und darüber hinaus meine persönlichen Präferenzen. Bei den großen Dingen bin ich da schon offen. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass mein Mann später Zuhause bleibt und die Kinder hütet, während ich arbeiten bin. Am Liebsten wäre es mir wohl, wir gehen beide einfach reduziert arbeiten und teilen uns den Rest. Mein Freund darf weinen und Gefühle haben, er darf auch frech oder hart sein - je nachdem, wonach ihm in dem Moment ist. Genauso wie ich. Ich finde das völlig normal. Ich halte - abgesehen von dem schon genannten Reiz des "alten Gentleman" - nicht viel von Rollenklischees. Von mir aus könnten Männer auch Kleider und High Heels tragen und sich die Nägel lackieren. Und Frauen gingen ungeschminkt und strubbelig aus dem Haus. Das wäre mir echt egal.

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    Nein, haben sie nicht. Das wäre ja noch schöner! Männer mit Rechten? Wo denkst du hin... Dann wäre die seit Jahrzehnten mühsam aufgebaute feministische Propaganda und deren Früchte ja völlig umsonst gewesen... Nee, wir Frauen wollen jetzt ernten! Wir die Früchte, und ihr den Sturm, habt ihr doch Wind gesät, ihr Unglückseligen!


    Angefangen hat das ja Alles schon im Mittelalter, als Frauen begannen, Männer zu verwünschen, ihre sexuelle Potenz zu stehlen... Leider wurde das enttarnt und diese Frauen als Hexen verbrannt. Gott sei Dank konnte dieses lästige Prozedere mit Intrigen auf Seiten der Frauenschaft ((erst!) ernsthaft) im 19. Jahrhundert endgültig abgeschafft werden. Zumindest wird hierzulande niemand mehr verbrannt. Da war dann der Weg frei für die Machtergreifung des weiblichen Geschlechts, des einzig wahren Geschlechts, muhahahahaha! Ha!

    Ich finde Polemik und Ironie bei dem Thema nicht wirklich hilfreich. Führt m.E. nur dazu, dass sich einige in ihren Aussagen nicht ausreichend ernst genommen fühlen und sich darin bestätigt sehen, dass die Debatte gemieden werden soll.

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    Reiz des "alten Gentlemans"

    Ich finde daran überhaupt nichts reizvoll. Mich nervt sowas viel eher. So eine pseudobevorzugte Behandlung aus Zeiten, in denen Frauen nichts selbst entscheiden durften, finde ich sogar ziemlich blöd. Und: Auch dieses Gentlemangetue ist Alltagssexismus. Und je weniger es davon gibt, desto besser. :-) Und nein, dass heißt nicht, dass man Menschen die Tür nicht mehr aufhält. Nur der die geschlechtsspezifische Unterscheidung ist unnötig wie ein Kropf. :=o


    (Mir ist aber durchaus bewusst, dass einige Menschen Alltagssexismus durchaus mögen und nicht missen wollen würden. Nur gut finden muss ich das nicht.)

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    Ich finde Polemik und Ironie bei dem Thema nicht wirklich hilfreich. Führt m.E. nur dazu, dass sich einige in ihren Aussagen nicht ausreichend ernst genommen fühlen und sich darin bestätigt sehen, dass die Debatte gemieden werden soll.

    Tja... wer mit Ironie nicht umgehen kann... Zeigt sie doch am Besten, was man wirklich denkt. Und das Thema: "ALLE Frauen sind so, ALLE Männer so." wurde hier im Forum wirklich schon bis zum Erbrechen diskutiert und ich habe bestimmt 100 Mal, gefühlt eher 1.000 Mal, etwas vollkommen Unironisches dazu gesagt. Wenn es dann immernoch nicht angekommen ist, ist es auch nicht meine Schuld.


    Und wo du in meinem Text Polemik findest, kann ich beim besten Willen nicht verstehen. Ich wollte zumindest niemanden angreifen.


    Eine Debatte auf med1 ist darüber hinaus ja keine Polit-Talkshow mit Übertragung im Fernsehen.


    Es ist steht dir natürlich frei, meinen Beitrag trotzdem unangemessen zu finden. Ich denke auch nicht, dass ich mich da nochmal verteidigen oder rechtfertigen muss, habe ich doch jetzt zu Genüge dargestellt, weswegen ich da keine Unangemessenheit sehe.

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    Ich finde daran überhaupt nichts reizvoll. Mich nervt sowas viel eher. So eine pseudobevorzugte Behandlung aus Zeiten, in denen Frauen nichts selbst entscheiden durften, finde ich sogar ziemlich blöd. Und: Auch dieses Gentlemangetue ist Alltagssexismus. Und je weniger es davon gibt, desto besser. :-)

    Findest du. Ich empfinde das genannte Gentleman-Handeln nicht als "Alltagssexismus" im negativen Sinne. Ich empfinde es als eine Höflichkeit, die ich mag. Ich habe aber auch klar herausgestellt, dass das eine persönliche Vorliebe von mir ist, der niemand nachkommen muss.

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    Und nein, dass heißt nicht, dass man Menschen die Tür nicht mehr aufhält. Nur der die geschlechtsspezifische Unterscheidung ist unnötig wie ein Kropf. :=o

    Stell dir vor - ich halte auch Männern die Tür auf ;-) .

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    (Mir ist aber durchaus bewusst, dass einige Menschen Alltagssexismus durchaus mögen und nicht missen wollen würden. Nur gut finden muss ich das nicht.)

    Nee, man muss ja auch nicht bei jedem Thema auf einen gemeinsamen Nenner kommen.

    Ach ja - ich fände es übrigens traurig, wenn solche Gesten der Höflichkeit vollkommen aus dem Alltag verschwinden würden. Ich werde halt gerne manchmal hofiert und wie deutlich wurde, ist Sexismus nichts, womit ich mich identifiziere. Das ist ein bisschen so, wie die Leute, die "Neger" sagen, aber alle Menschen gleich behandeln, zu korrigieren, statt sich auf die zu konzentrieren, die Menschen ausländischer Abstammung bei der Jobsuche diskriminieren oder ihnen keine Wohnung vermieten.

    @ Cinnamon4

    Ich wollte dich nicht angreifen, falls es so rüber gekommen ist. Ich wollte einfach nur Festhalten, dass ich diese Art Beitrag nicht für sehr vorteilhaft für die inhaltliche Qualität einer Diskussion halte.

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    Tja... wer mit Ironie nicht umgehen kann...

    Damit umgehen zu können heißt noch nicht zwangsläufig, dass Ironie immer produktiv ist. ;-)

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    Zeigt sie doch am Besten, was man wirklich denkt.

    Nein, tut sie eigentlich nicht. Man kann sich zwar in etwa zusammenreimen, was gemeint ist. Aber verstanden wird man primär von denen, die eh schon ähnlich denken.

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    Und das Thema: "ALLE Frauen sind so, ALLE Männer so." wurde hier im Forum wirklich schon bis zum Erbrechen diskutiert und ich habe bestimmt 100 Mal, gefühlt eher 1.000 Mal, etwas vollkommen Unironisches dazu gesagt. Wenn es dann immernoch nicht angekommen ist, ist es auch nicht meine Schuld.

    Wenn einen ein Thema genug interessiert, um einen Faden zu lesen, dann sollte es einem m.E. auch eine ernsthafte Diskussion wert sein. Und damit meine ich nicht, dass man das schreibt, was schon zig mal irgendwo geschrieben wurde. Ich würde mir vielmehr wünschen, dass die Diskussion jeweils mit den Details und Feinheiten fortgesetzt wird, bei denen man selbst noch am Nachdenken ist. Gerade an diesen Punkten kann die Diskussion und der Austausch interessent werden.


    Statt mit den Augen zu rollen, über die (vermeintlich oder tatsächlich) immer gleichen/ähnlichen Aussagen und dann ironisch zu kommentieren, könnte man auch ganz ernsthaft mit den Aspekten fortsetzen, die einen aktuell bei dem Thema beschäftigen. Die Punkte, mit denen man "noch nicht durch ist".

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    Findest du. Ich empfinde das genannte Gentleman-Handeln nicht als "Alltagssexismus" im negativen Sinne.

    Fast nichts hat nur negative Seiten bzw. wird von allen Menschen als negativ empfunden. Mit deiner Ergänzung "im negativen Sinne" räumst du ja schon quasi selbst ein, dass es durchaus Alltagssexismus ist. Selbstverständlich nicht die schlimmste Form, aber eben doch: Alltagssexismus: Eine unterschiedliche Behandlung von Menschen, basierend auf ihrem Geschlecht. Das ist Sexismus.

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    Ich empfinde es als eine Höflichkeit, die ich mag.

    Höflichkeit braucht keine Geschlechtsunterscheidung.

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    Ich habe aber auch klar herausgestellt, dass das eine persönliche Vorliebe von mir ist, der niemand nachkommen muss.

    Schon klar. Aber genau diese persönlichen Vorlieben sind ja das Spannende. :)z Genau sie sind der Ort, wo Geschlechterrollen wirksam werden / eingefordert werden. Und wenn nicht eingefordert, so doch positiv aufgenommen. So wie du eben beispielsweise positiv auf Gentleman-Gesten reagierst.

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    Ach ja - ich fände es übrigens traurig, wenn solche Gesten der Höflichkeit vollkommen aus dem Alltag verschwinden würden. Ich werde halt gerne manchmal hofiert und wie deutlich wurde, ist Sexismus nichts, womit ich mich identifiziere.

    Naja, in der Form des "Hofierens" kannst du dich offensichtlich doch damit identifizieren.


    Wie gesagt: Wenn Sexismus nicht auch ein freundlicheres/harmloseres Gesicht hätte, wäre er schon längst ausgestorben.


    Genau diese Feinheiten sind es, die mich am Thema interessieren. Es sind die subtilen Erwartungen, die Geschlechterrollen heute ausmachen. Und da macht es auch meiner Sicht viel Sinn, noch genauer hinzusehen und noch genauer darüber nachzudenken.


    Je differenzierter die Diskussion desto besser.

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    Das ist ein bisschen so, wie die Leute, die "Neger" sagen, aber alle Menschen gleich behandeln, zu korrigieren, statt sich auf die zu konzentrieren, die Menschen ausländischer Abstammung bei der Jobsuche diskriminieren oder ihnen keine Wohnung vermieten.

    Naja, wenn hinter der Begriffsverwendung nichts dahinter steckt, sollte es doch ein leichtes sein, auf Begriffe zu verzichten, die sonst meist abwertend verwendet werden und auch so verstanden werden.

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    Ich finde Polemik und Ironie bei dem Thema nicht wirklich hilfreich. Führt m.E. nur dazu, dass sich einige in ihren Aussagen nicht ausreichend ernst genommen fühlen und sich darin bestätigt sehen, dass die Debatte gemieden werden soll.

    Selbstverständlich soll die Debatte vermieden werden. Deshalb werden User wie Detlev22 rigoros gesperrt.

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    So wie du eben beispielsweise positiv auf Gentleman-Gesten reagierst.

    Wenn ich so darüber nachdenke, wofür diese Gentleman-Gesten gut sein sollen, dann keimt in mir die Vermutung, dass da eine gewisse Sehnsucht nach Aufmerksamkeit und Anerkennung sichtbar wird. Fehlt eventuell gegen- oder einseitige Aufmerksamkeit im normalen Alltag, so dass solche Symbolik (Gentleman-Taten) an Wert gewinnt?

    Aufmerksamkeit wurde in der Vergangenheit stark formalisiert und in unterschiedlichen Ausprägungen zur "offiziellen" Charaktereinschätzung bestimmter Bevölkerungsschichten verwendet. Solange man sich an die Anstandsregeln hielt ( wie auch immer die aussahen), die formale Abläufe der Aufmerksamkeits zur Schau Stellung z.B. auch zur Beziehungsfindung verlangten, galt man offiziell als charakterlich einwandfrei, egal was für ein Arschloch man tatsächlich hinter geschlossenen Türen war. Kam es zu Missachtung dieser Regeln galt der Regelbrecher als eingeschränkt gesellschaftsfähig was mit Vermögens und Einflussverlust einherging.


    Davon sind wir heute meilenweit weg. Zum Glück. Warum? Weil Menschen durch Erfahrungen gelernt haben, dass positive Aufmerksamkeit nicht erzwungen werden kann. Wer widerwillig seine Aufmerksamkeit zur Verfügung stellt zeigt keinen positiven Charakter sondern nur dass er eigentlich gerne was anderes täte. Wer Aufmerksamkeit zweckgebunden zur Verfügung stellt, zeigt einen zweckgebundenen Charakter ( muss nicht zwangsläufig negativ sein, kann aber). Wer Aufmerksamkeit freiwillig und aus echtem Interesse zur Verfügung stellt zeigt einen offenen weiterentwicklungsfähigen Charakter. Und so weiter.


    Die Formalisierung die zur Vereinfachung von sozialen Zusammenhängen führen sollte, schränkte die Menschen so stark ein, dass sie Phase für Phase immer weiter zurück gedrängt wurde, weil ihre Verlässlichkeit für die tatsächliche Charaktereinschätzung eines Einzelnen am Ende doch nicht taugt: Jeder kann die Tür aufhalten. Langfristig entscheidend ist die Absicht mit der er oder sie das tut.


    Abgelöst wird das ganze heute durch unbewusst oder bewusste Hinterfragung von Intentionen und entsprechendem Umgang mit nicht nur der tatsächlichen Aktion (Sachebene) sondern auch Motivationen (z.B. in der Kommunikationspsychologie) und daraus folgend dann eben authentisches situationsbezogenes handeln.


    Die meisten Menschen sind sich dessen nicht verbal bewusst, aber das berühmte "Bauchgefühl" ist nichts anderes als eine innerliche unbewusste Intentionseinschätzung des Gegenübers und läuft in der Kommunikation standartgemäss unbewusst ab. Getroffen wird diese Einschätzung aufgrund von Erfahrungen und deshalb kann sie je nach Erfahrungsraum realitätsnah oder fern sein. Wenn jemand sehr schlecht darin ist Intentionen einzuschätzen würde demjenigen natürlich helfen es gäbe formal korrekte Handlungsabläufe, die von allen Beteilligten charakterunabhängig eingehalten werden müssten.


    Dadurch entsteht eine Leistungsgap zwischen den guten und schlechten Intentionseinschätzern. Für die schlechten Intentionseinschätzer würden die Formalien zumindest eine bestimmte Sicherheit von "Sachleistungen" bieten. Meist sind deren Vertreter solche, die einen Sachleistungsaustausch anstreben. Das funktioniert in der Sachwelt prima - in der Gefühlswelt gar nicht.


    Die guten Intentionseinschätzer dagegen können ohne Formalienzwang frei agieren und schneller leistungsstärkere Bindungen bilden, haben also in Folge dessen kein Interesse daran zu formalisieren.


    Aber - könnte jemand einwenden- das erklärt doch nicht, dass Frauen wie Benutzerin gentlemen Gesten immer noch positiv finden?


    Tja - doch schon. Gentleman Gesten waren in der Vergangenheit Formalien, die es Männern ermöglichten sich auf ein Standartrepartoire von Aktionen zurückzuziehen, die gesellschaftlich definiert aussagten: ich achte Frauen.


    Heute kann jeder Mann das ausdrücken wie er will oder auch nicht.


    Wenn mir mein Partner die Tür aufhält bin ich davon garantiert nie genervt, weil ich seine Intention dazu kenne. Er tut das nicht um einer Formalie zu entsprechen, auch nicht weil er mich zu irgendetwas kriegen will, auch nicht weil sonst etwas negatives dahinter steckt, sondern weil er mich kennt und weiss wann mir das passt und wann eher nicht. Er hat einfühlungsvermögen und das demonstriert er gerne mal wenn er sich danach fühlt. Nicht immer. Sondern wenn er gerade möchte. Und dann freu ich mich meistens auch dran. Genau wie Benutzerin. Erwarten würde ich das aber nie von ihm. Und was ein fremder Dritter macht - ist für mich völlig situationsabhängig entweder Gentleman Geste ( wenn ich den Eindruck habe er ist einfach nur höflich) oder Schmierenkomödie ( wenn ich den Eindruck habe seine Haltung dabei ist sarkastisch / negativ und so weiter).


    Es geht um die Intention. Egal wie bewusst uns das ist. Wir handeln danach.


    people don't care what you do they care why you do it