Man könnte ganz allgemein fragen: Wo bleibt die Emanzipation des Mannes? Unterstützen Frauen den Mann in der androgynen Emanzipation?


    Was ich damit meine?


    Es gab eine ganze Weile klare Rollenbilder für Frauen und Männer, in denen die Frau oberflächlich betrachtet schlechter dran war als der Mann. Sie durften nicht wählen, nicht studieren, nur Geld verdienen, wenn ihr Mann es ihnen erlaubte etc. Deshalb haben sich die Frauen zurecht gewehrt und die Rechte der Männer für sich erkämpft. Viele Männer haben sie dabei tatkräftig unterstützt.


    Aber die Konsequenz für die Männer ist, dass sie mit ihrem alten Rollenbild ziemlich schlecht dran sind, weil Frauen jetzt AUCH alles auch können/dürfen, was Männer können/dürfen, Männer aber immer noch komisch angeguckt werden, wenn sie


    * als Erzieher arbeiten wollen.


    * als Hausmann zuhause bleiben wollen.


    * keine Karriere machen wollen.


    * Röcke und Make up tragen wollen.


    * nicht ständig Lust auf Sex haben


    und und und...


    Ich persönlich lerne in letzter Zeit immer mehr Männer kennen, die in einer Sinnkrise sind, weil sie einfach nicht wissen wo ihr Platz in der Gesellschaft jetzt eigentlich sein soll. Trifft auf mich übrigens auch zu.

    @ Nordi84

    Zitat

    Warum bleibt denn nicht der Mann nach der Geburt Zuhause und macht einen auf Hausmann ? "Standard" ist nunmal das Frauen Zuhause bleiben und der Mann dann häufig für mehrere Jahre der Alleinverdiener ist.

    Warum? Hör dich mal in den typischen Weiberforen (Brigitte, urbia, gofeminin etc.) um wie da die Meinung zu Hausmännern und Männern@Elternzeit ist. Ein Tipp: sehr negativ.


    Klar wollen Männer für Frauen weiterhin attraktiv bleiben.

    Zitat

    Und natürlich haben Männer das Recht aus ihrer Geschlechterrolle auszubrechen, kannst du jederzeit machen. Du musst allerdings auch mit der Konsequenz leben das du dann für Frauen oft schlicht unattraktiv wirst.

    Das ist das Problem. Verständlich, oder?

    Zitat

    Ist aber anders rum auch nicht viel anders, ne Frau die aus ihrer weiblichen Rolle ausbricht wird doch auch oft als "Mannsweib / Hardcore Emanze / Kampflesbe" lächerlich gemacht.

    Ich dachte Frauen sind bereits aus ihrer weiblichen Rolle ausgebrochen? ???


    Oder welche Frau ist heutzutage noch Hausmutti und gehorsame Gebärmaschine, die am Herd steht und ihren hart arbeitenden Mann bekocht und sich um das Haus kümmert?

    Zitat

    In Deutschland werden doch kaum noch Kinder gemacht.


    Wir sind Schlusslicht.


    Von meinen weiblichen BekanntInnen hat kaum eine Kinder.

    Und die haben Beschützer, welche sie trotzdem durchfüttern und das machen diese Männer dann freiwillig mit? Wo leben diese Männer, ich werde schwul :-X

    Zitat

    Finden Frauen Männer in der Erzieherrolle denn überhaupt attraktiv oder verlieren sie den Respekt vor ihm, weil er dann nicht mehr "männlich" genug ist!?


    Gab es nicht erst vor kurzem eine großangelegte Studie, in der herauskam, dass Männer die Erzieherrolle fürchten, weil sie glauben dass Frauen sie dann nicht mehr attraktiv finden...!?

    Wenn ich Frau und Kinder habe, ist es doch ziemlich egal, wie attraktiv ich auf andere Frauen wirke. Als frischer Vater in Elternzeit mache ich mir doch keine Gedanken über andere Frauen.

    Zitat

    Oder welche Frau ist heutzutage noch Hausmutti und gehorsame Gebärmaschine, die am Herd steht und ihren hart arbeitenden Mann bekocht und sich um das Haus kümmert?

    Wo gibt es denn diesen "hart arbeitenden Mann der sich ums Haus kümmert" noch ? Viele Männer haben mit Heimwerkerei nix mehr am Hut und viele Männer würden ihre Arbeitszeit auch lieber reduzieren um mehr von ihrer Freizeit zu haben bzw. machen nach ihrer täglichen Arbeitszeit relativ pünktlich Feierabend.


    Achja, und das sich in "Weiberforen" besondere Meinungen finden lassen ist kein Wunder, eben so wenig wie das du im Internet immer mehr Männer findest die das selbe Problem wie du haben. Stimmen die die eigene Meinung bestätigen findet man eher bzw. merkt man sich eher als Stimmen die was anderes sagen.

    Solche Listen gibt es bei Frauen ebenfalls, könnte man beliebig fortführen. Das ist kein Männerproblem.

    Zitat

    Ich persönlich lerne in letzter Zeit immer mehr Männer kennen, die in einer Sinnkrise sind, weil sie einfach nicht wissen wo ihr Platz in der Gesellschaft jetzt eigentlich sein soll. Trifft auf mich übrigens auch zu.

    Ja, das kann ich verstehen, und es geht mir auch so.


    Wir Männer sind nunmal überflüssig geworden. Selbst in unserer ureigensten Aufgabe sind wir inzwischen ersetzbar geworden - durch eine Samenbank. Auch wenn viele Frauen sich immer noch Kinder auf konventionellem Wege machen lassen.

    Zitat

    Finden Frauen Männer in der Erzieherrolle denn überhaupt attraktiv oder verlieren sie den Respekt vor ihm, weil er dann nicht mehr "männlich" genug ist!?

    Es gibt doch nicht "die Frauen". Manchen wird es nicht gefallen, anderen wiederum sehr.

    Zitat

    Warum? Hör dich mal in den typischen Weiberforen (Brigitte, urbia, gofeminin etc.) um wie da die Meinung zu Hausmännern und Männern@Elternzeit ist. Ein Tipp: sehr negativ.

    Das mag sein. Aber mal im Ernst - wer treibt sich denn freiwillig in solchen Foren rum? Ich würde fast lieber in Kotze baden, als mich dort blicken zu lassen. Solche Foren sind nicht repräsentativ, weil sie ein bestimmtes Klientel ansprechen, also eine deutliche Vorauswahl treffen.

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    Ich dachte Frauen sind bereits aus ihrer weiblichen Rolle ausgebrochen? ???


    Oder welche Frau ist heutzutage noch Hausmutti und gehorsame Gebärmaschine, die am Herd steht und ihren hart arbeitenden Mann bekocht und sich um das Haus kümmert?

    Na komm - welcher Mann ist denn heutzutage noch Alleinernährer der Familie? Von solchen festgelegten und uralten Rollen sprechen wir doch gar nicht mehr. Aber auf Frauen lastet ebenso gesellschaftlicher Druck wie auf Männern - unsichtbare, schwer zu fassende Erwartungen und auch einige Konkretere. Eine Freundin beispielsweise ist sechs Wochen nach der Geburt wieder arbeiten gegangen, der Vater kümmert sich ums Kind. Zack, kriegt sie an den Kopf geballert, sie sei eine Rabenmutter, wie sie das tun könne, bei ihr würde doch was nicht stimmen. Zum Glück ist sie kein Hohlkopf und hat daraus nicht geschlossen, dass "die Gesellschaft" es ihr verbieten würde, sondern sie hat gesagt: "Aber Frau Biedermeier-Altmann, die Welt ändert sich nun mal, und ich liebe meine Arbeit fast ebenso sehr wie unser Kind - außerdem bin ich Hauptverdienerin bei uns, es wäre sehr albern, wenn ich zu Hause bleiben und mein Mann arbeiten würde." Sie bezieht solche Bemerkungen (die gelegentlich mal kommen, es war nicht nur einmal) eben nicht auf die gesamte Gesellschaft, sondern schließt daraus nur, wo sich ihr jeweiliges Gegenüber aufgrund des jeweiligen Geschlechts in der Welt verortet.


    Die Sache ist die: Vermutlich wird es noch sehr, sehr, sehr lange Geschlechterklischees geben. Möglicherweise sogar so lange es Menschen gibt - nur sind es dann eben neue, nicht mehr die alten. Vielleicht wird Dein Urururenkel dereinst sagen: "Bah, ich hasse es, mich immer hübsch zu machen, ich mach das jetzt nicht mehr, ich schmink mich nicht mehr, und die nachtleuchtende Perücke, die alle so männlich finden, setze ich auch nicht mehr auf. Nur ... ob sich dann noch eine Frau für mich interessiert?"


    Seinen eigenen Weg finden durch das Gewirr und die Widerstände all der individuellen Versuche, sich selbst zu verorten, die immer wieder zu gesellschaftlichem Konsens gerinnen, der dem einen mehr zupass kommt, dem anderen weniger - das ist etwas, das niemals einem Menschen auf dieser Welt erspart bleiben wird, der in größerer Gemeinschaft lebt. Und in kleinerer ist es tendenziell noch viel schlimmer. Es liegt daran, dass der Mensch sich unabdingbar auch in der Abgrenzung von anderen und im Vergleich verortet. Unsere Identitätsbildung als soziale Wesen hängt damit zusammen. Ob es Vorteile hat, steht gar nicht zur Diskussion, es ist einfach, wie es ist. Nachteile hat es vielfach, ja. Ich bin trotzdem ganz zufrieden - zum Beispiel damit, dass immerhin keiner mehr mit offizieller Duldung gesteinigt wird, wenn er etwas ganz anders macht als andere, ohne dabei jemandem zu schaden.

    Zitat

    Wir Männer sind nunmal überflüssig geworden. Selbst in unserer ureigensten Aufgabe sind wir inzwischen ersetzbar geworden - durch eine Samenbank. Auch wenn viele Frauen sich immer noch Kinder auf konventionellem Wege machen lassen.

    Schreib Dir diesen Satz bitte rechts als Motto in Deine Visitenkarte :-o

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    "Aber Frau Biedermeier-Altmann, die Welt ändert sich nun mal, und ich liebe meine Arbeit fast ebenso sehr wie unser Kind - außerdem bin ich Hauptverdienerin bei uns, es wäre sehr albern, wenn ich zu Hause bleiben und mein Mann arbeiten würde."

    Hat Frau Biedermeier-Altmann wirklich einen Doppelnamen? Das ist aber sehr merkwürdig :-/

    @ mond+sterne

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    Ja, das ist so. Frauen wollen manchmal den gleichgestellten Mann und manchmal den Macho, je nachdem was gerade besser passt. (Dafür muss man nicht Feministin sein)


    Männer sind da im Prinzip nicht anders.


    Kannst Du ja sagen zur Realität?

    Fällt mir schwer ;-D


    Ich flüchte mich lieber in Tagträume %-|

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    Warum drängen Frauen die Männer in die Beschützer-/Ernährerolle?

    Machen doch gar nicht alle Frauen. Es gibt viele Frauen, die in ihrem Selbstverständnis und Männerbild schon deutlich weiter sind. :)z Es steht jedem Mann frei, als Partnerin ausschließlich Frauen mit modernem Frauen- und Männerbild in Betracht zu ziehen. :)^

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    Warum bleibt denn nicht der Mann nach der Geburt Zuhause und macht einen auf Hausmann ? "Standard" ist nunmal das Frauen Zuhause bleiben und der Mann dann häufig für mehrere Jahre der Alleinverdiener ist. Steigt die Frau dann wieder in den Beruf ein ist das häufig nur Teilzeit bzw. sie wird ohnehin schlechter bezahlt. Bleibt also am Ende garnicht viel anderes übrig als das der Mann die Ernährerrolle übernimmt.

    Nö, ich kenne ein Paar mit Kind wo es anders läuft: sie blieb genau 1 Jahr zuhause und stieg wieder zu 100% in ihren Beruf ein. Beide haben den gleichen Job, aber sie verdient in ihrer Firma besser. Deswegen arbeitet sie wieder VZ und er blieb dann, bis das Kind in die Krippe kam zuhause (nochmal so 6 Monate). Er arbeitet jetzt Teilzeit damit er um 15 Uhr das Kind vom Kiga abholen kann. Sie ist erst gegen 18h zuhause.