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    Bei uns klappt das mit der fifty/fifty Kinderbetreuung seit 25 Jahren wunderbar. Flexible Arbeitszeiten machen das bei uns möglich, wir haben den gleichen Job und verdienen auch gleich.

    Ja, Lian, bei sehr, sehr vielen Menschen klappt das einfach so, schon lange, ohne großen Bohei darum zu machen...aber das sind viel zu normale Geschichten, sowas wollen der TE und seine Kumpane nicht hören, die wollen einfach unterdrückt und unglücklich sein! ;-D


    Langweilig. Langweilig deswegen, weil diese Fäden vom immer gleichen Männertyp aufgemacht werden. Mein Gott, dieses Geflenne, ich kann es nicht mehr hören. Ich bin nur froh, dass ich im Alltagsleben genügend mit jungen Männern dieses Alters zu tun habe, ich kann also sagen, dass das hier nicht repräsentativ ist. Diese Heulfäden über die bösen Frauen nehmen hier ja momentan buschfeuerartig zu. Wenn ich sowas hier nur lese:

    denke ich, ohmann, Häschen, heul doch. Ernsthaft? Das kann heutzutage doch jeder Mann tun? Ohne schief angesehen zu werden? Wenn man sich natürlich als Traumfrau die Kunstblondine aus dem Lieblingsporno mit den gemachten Möpsen aussucht, könnte das problematisch werden, das ist wohl wahr. Die haben ein anderes Beuteschema. ;-D


    Und wenn man all diese Dinge so dringend tun möchte, dass man dafür Fäden aufmacht, dann macht man das einfach, dann fragt man nicht lange nach Erlaubnis des anderen Geschlechts.


    Glaubt ihr eigentlich, unsere Väter und Großväter hätten die Anfänge der Emanzipationsbewegung toll gefunden? Habt ihr mal darüber nachgedacht, was damals für unglaubliche Kämpfe in den Ehen und Familien stattgefunden haben? Habt ihr mal nachgefragt, was damals los war, als die Frauen anfingen, berufstätig zu werden, sich die Haare abschnitten, ihre BHs verbannten und sich sehr entschieden für das Recht auf Gleichberechtigung einsetzten?


    Denkt ihr, diese Frauen hätten sich damals permanent ängstlich gefragt, ob sie immer noch beim anderen Geschlecht ankommen, gar darüber rumgejammert? - Nein, haben sie nicht, dazu war ihnen ihr Anliegen zu wichtig.


    Und genau das unterscheidet diese Frauen offensichtlich von der hier vertretenen Männerliga. Wenn mir bestimmte Dinge für mein Leben so wichtig sind, dann setze ich die durch, scheißwas auf Konventionen. Dann trage ich halt MakeUp und werde Erzieher, dann gehe ich in Elternzeit. All diese Dinge sind nicht unmännlich. Unmännlich ist es, rumzujammern.


    Ihr habt es selbst in der Hand, die Akzeptanz der Gesellschaft zu ändern. Fangt einfach damit an. Oder setzt endlich fort, was eure Väter in den 80ern bereits ziemlich erfolgreich gelebt haben, vielleicht fragt ihr die mal, das waren ziemlich entspannte Zeiten, was den Umgang der Geschlechter miteinander betraf.


    Mich beschleicht bei diesen heul-böse-Frauen-Fäden immer wieder das Gefühl, man wolle sich die Erfolglosigkeit beim anderen Geschlecht irgendwie schönquatschen. Das wird nichts.


    Um es ganz kurz zu machen: wenn ihr nicht zum Stich kommt, könnt ihr nicht dauernd alle anderen, die Gesellschaft und die Frauen dafür verantwortlich machen. Wird schon andere Gründe haben, ziemlich sicher sogar.

    Zitat

    Beschützer-/Ernährerolle?

    Ich bin doch eh schon völlig verwirrt von diesen ganzen neuen, komplizierten, undurchschaubaren und Unruhe stiftenden Rollen, die Männer und Frauen einnehmen können, sollen, müssen. Und nun auch noch diese Variante: Frauen drängen Männer in die Beschützer- und Ernährer-Olle. Der Mann soll also zur Ollen seiner Ollen werden und diese beschützen und ernähren? Ich will das alles nicht mehr, da steig ich nicht mehr durch.

    @ gauloise

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    Ernsthaft? Das kann heutzutage doch jeder Mann tun? Ohne schief angesehen zu werden?

    Ohne schief angeschaut zu werden, denke ich eher nicht. Vor allem Röcke und Make Up tragen, geht - wenn man sich die Straf- und Gewalttaten gegen Trans*Menschen anschaut - schon mit einem realen Risiko einher. Ganz so easy-peasy läuft's ja leider nicht überall, werden auch immer mal wieder Leute für weniger angegriffen oder mal tot gehauen. Oder wenn man z.B. den Hass, der sich über eine so völlig harmlose Figur wie Conchita Wurst ergossen hat, als Gradmesser für die Toleranz unserer Gesellschaft nimmt (nicht die institutionelle, sondern die in den Köpfen der Menschen) haben wir mMn noch einen langen Weg vor uns, bevor man wirklich sagen kann: mach doch, was Du willst. Verhaftet oder öffentlich gehangen wird man nicht mehr, aber Urteile verhängt ja nicht nur der Staat und im Alltag sind die der Mitmenschen doch meist die relevanteren.


    Wobei das natürlich jetzt etwas weiter geht als wie smexy einen die Frauen finden, und dem Rest Deines Beitrags stimme ich vollkommen zu. :-)




    quacksalberei - des ist ERNST hier, bitte!


    ;-D

    gauloise

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    Langweilig deswegen, weil diese Fäden vom immer gleichen Männertyp aufgemacht werden.

    9 von 10 Fäden zu dem Thema werden seit 3/4 Jahren von ein und derselben Person eröffnet. Dieser Person ist langweilig. So richtig langweilig.

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    Mich beschleicht bei diesen heul-böse-Frauen-Fäden immer wieder das Gefühl, man wolle sich die Erfolglosigkeit beim anderen Geschlecht irgendwie schönquatschen. Das wird nichts.


    Um es ganz kurz zu machen: wenn ihr nicht zum Stich kommt, könnt ihr nicht dauernd alle anderen, die Gesellschaft und die Frauen dafür verantwortlich machen. Wird schon andere Gründe haben, ziemlich sicher sogar.

    Exakt.

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    9 von 10 Fäden zu dem Thema werden seit 3/4 Jahren von ein und derselben Person eröffnet. Dieser Person ist langweilig. So richtig langweilig.

    Und zwar, weil die Frauen so schweinegemein sind und ihm nicht reihum Mitleidsficks spendieren, so siehts aus.

    ;-D


    Ist ja bezeichnend, dass viele Frauen hier sich nicht anders zu helfen wissen als auf die persönliche Ebene abzugleiten...

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    Und zwar, weil die Frauen so schweinegemein sind und ihm nicht reihum Mitleidsficks spendieren, so siehts aus.

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    Um es ganz kurz zu machen: wenn ihr nicht zum Stich kommt, könnt ihr nicht dauernd alle anderen, die Gesellschaft und die Frauen dafür verantwortlich machen. Wird schon andere Gründe haben, ziemlich sicher sogar.

    @ NotMichaelCaine

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    Sehr guter Ted-Talk!

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    Ist ja bezeichnend, dass viele Frauen hier sich nicht anders zu helfen wissen als auf die persönliche Ebene abzugleiten...

    Na, falls Du Dich wirklich gerade erst angemeldet hast und dies nicht Dein x-ter Faden zum Thema ist, nur unter anderem Namen: Genau solche Fäden schießen hier wie Pilze aus dem Boden, und es verläuft immer nach ähnlich irrationalem Schema. Da Du bisher nicht ernstlich auf irgendwas eingegangen bist, was sachlich ist, aber Deiner Linie nicht zustimmt, musst Du Dir da ordentlich an die eigene Nase packen, was den Fadenverlauf betrifft.

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    Sehr guter Ted-Talk!

    dann leb danach und Du wirst Dich wundern wieviele Frauen Du damit beeindruckst sobald Du das wirklich umsetzen kannst. Es gibt Männer, die das können. Die sind begehrt.


    Das Problem ist doch: Ich kenne keinen Mann - wirklich keinen - der sich Männlichkeit wirklich und tatsächlich von einer Frau definieren lassen will. Damit würde er Männlichkeit ja immer von Weiblichkeit abhängig machen?!


    Er will natürlich wissen was Frauen männlich finden, aber was am Ende Männlichkeit tatsächlich ausmacht, das will er doch selbst bestimmen oder von männlichen Vorbildern übernehmen. Wenn da familiär bedingt nicht viel da ist, ist das in einem bestimmten Alter nicht einfach. Spätestens mit dem erwachsen werden zieht das " es ist aber so schwierig" nicht mehr, weil wir bis dahin gelernt haben sollten wie wir anderweitig als nur aus der Familienbindung heraus Entscheidungen treffen und unser Leben gestalten. Nicht nur Frauen müssen sich von ihren Eltern emanzipieren, sondern auch Männer. Emanzipieren bedeutet eben auch Erziehungsmethoden in Frage zu stellen, Vorbilder auf Tauglichkeit zu prüfen und gegebenenfalls, wenn man sie denn nicht mag, eigenverantwortlich anders zu leben.


    Weibliche Vorbilder können nun mal keine Männlichkeit vorleben. Wie soll das gehn? Deshalb ist es auch Schwachsinn Mütter zwischenmenschlich für das Versagen ihrer Söhne verantwortlich zu machen. Mütter können allgemeingültige menschliche Werte mitgeben, genau wie Väter das für Töchter tun können. Sie tun das auf ihre weibliche Weise. Aber keine Tochter "lernt" von einem Vater wie Weiblichkeit sich anfühlt genausowenig wie kein Sohn von einer Mutter "lernen" kann wie Männlichkeit sich anfühlt. Töchter haben die Möglichkeit durch Väter zu verstehen wie Männer unsexuell Weiblichkeit betrachten, genau wie Söhne durch Mütter verstehen können wie Frauen unsexuell Männlichkeit betrachten, aber wie die jeweilige Geschlechtlichkeit selbst mit Leben gefüllt wird das kann einem nur das eigene Geschlecht vorleben.


    Deshalb ist es auch Schwachsinn wenn Väter wenig Zeit mit ihren Kindern verbringen ( können). Kinder brauchen Vorbilder. Vorbilder werden aber naturgemäss auch irgendwann in Frage gestellt und aus dem was Kinder gelernt haben entwickeln sie dann als erwachsene neue Formen des zusammenlebens.


    Wenn Du Detlev22 Dich jetzt "beklagst" dass die Emanzipation des Mannes Dir keine Extrapunkte bei Frauen beschert, dann frag Dich mal ehrlich, ob die Emanzipation der Frauen den Frauen bei Männern Extrapunkte beschert hat. Du wirst feststellen, das sie das nicht hat. Frauen haben sich nicht für Männer emanzipiert. Sie haben sich in erster Linie für sich selbst emanzipiert, damit sie die Möglichkeit haben authentischer nach ihren eigenen Werten zu leben. Damit gehen eben auch Aspekte einher, die von manchen Frauen als negativ empfunden werdern - keine Frage.


    Und so geht es Dir als Mann eben auch. Du würdest gern Rosinen picken, aber es geht nicht. Die Freiheit selbst zu definieren wer wir sind bringt die Verantwortung mit sich, dass auch zu tun! Es macht keiner für Dich. Freiheit zieht immer Eigenverantwortung nach sich. Du bestimmst Deinen Sinn für Dein Leben selbst und setzt Deine eigenen Prioritäten!


    Oder wie Ram Dass es ausdrücken würde:


    "If you think you're free, there's no escape possible.”