Ich habe bereits schon mehrfach den Satz von liierten Männern aus dem Bekanntenkreis gehört: "ich gehe nicht fremd, denn ich weiß, was ich dabei verlieren kann, und das ist die Sache nicht wert..o.ä. Diesen Männern glaube ich sogar, zumal ich auch weiß, dass sie ihre Partnerin unendlich lieben.

    Zitat

    "ich gehe nicht fremd, denn ich weiß, was ich dabei verlieren kann, und das ist die Sache nicht wert

    :)^ Wenn in der Beziehung Alles stimmt, auch der Sex, geht der Mann nicht fremd!


    Aber wie oft habe ich hier gelesen, dass es auch mal ohne gehen muss. Und das über Monate, Jahre?

    schnattergusche

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    Auf einer guten Vertrauensbasis kann man seinen Seitenspring beichten. Die Verletzung des Partners ist auf alle Fälle gegeben. Aber sie wird noch größer, wenn der es zufällig erfährt oder gar von anderen erzählt bekommt.

    Das passt zu den Gedanken die ich grade habe:


    "Betrug" ist ein großes Wort. Ist es denn wirklich "Betrug", wenn man(n) (oder frau) am Abend alleine weg ist, seitenspringt und dies sofort erzählt? Wie Du schon sagst, sicher ist es verletztend, aber das sind auch viele andere Dinge die nichts mit körperlichen Aktivitäten zu tun haben. Würde ich mich wirklich "betrogen" fühlen? Ganz klar: nein. Ich wäre verletzt, ja. Aber nicht zuletzt deswegen, weil es erst so passieren mußte, mein Partner scheinbar im Vorfeld, bzw. gar nicht mit mir sprechen konnte. Da würde ich ansetzen.


    Aber Betrug? Wo ist die Lüge, das Hintergehen? Die Intrige?


    Das ist bei einer länger dauernden Affäre gegeben. Oder bei ständigen ONS während man zu Hause nur Liebe vorsäuselt.

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    Warum gehen dann so viele Frauen mal eben so fremd?

    *lach*...Du erinnerst mich an mich. Ich versuche auch so oft in Fäden die Geschlechterbezüge rauszuschaffen – gelingt nur selten ;-D


    Leo73

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    Ich persönlich denke, wenn es tatsächlich stimmt in einer Beziehung gibt es kein fremdgehen. Damit meine ich nur das körperliche fremdgehen. Für seine Gedanken kann niemand etwas.

    Ich sehe es genau umgekehrt. Sicher kann niemand was für seine Gedanken, auch nicht für seine Gefühle. Aber für sein Handeln. Mein Partner kann körperlich treu sein wie sonst was, wenn er mir nach einem halben Jahr erzählen würde, dass er unseren Sex z.B. Scheiße findet und dabei immer an andere Frauen denken muß um ihn überhaupt zu ertragen (Achtung, extra übertrieben ;-)) – das wäre für mich 100 Mal mehr Betrug als wenn er wirklich mal seitenspringt. Denn DANN stimmt viel mehr in der Beziehung nicht, als wenn mein Partner mal "ausrutscht" aber mit mir darüber spricht.

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    gwendolynn schreibt


    Leute, die sowas schreiben, WOLLEN nämlich einfach gar nix verstehen. Wozu sich also die Mühe mit Erklärungen machen.

    Nun, als betroffener Betrogene(r) darf man das vielleicht doch mal so sehen, wenn man enttäuscht, wütend und hilflos ist.

    Sicher darf man.


    Nur tut man sich selber keinen Gefallen damit wenn man nicht versucht die Situation auch rational zu betrachten. Was genau wurde mir angetan? Was genau ist es, was mich so verletzt? Sicherlich verletzt mich die körperliche Nähe meines Partners zu einer anderen Person.


    ABER, und damit möchte ich Deine strikte Meinung "wenn alles in der Beziehung stimmt, dann passiert sowas icht" mal ein wenig ankratzen: Wenn in der Beziehung doch (vorher) alles stimmt, warum kann ich diese körperliche Außenaktivität, die mir mein Partner ja auch so ziemlich gleich anvertraut (!) nicht verzeihen?

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    Aber der überwiegende Teil, davon bin ich überzeugt, tut es aus reinem Egoismus, Neugierde, Sex- oder Jagdtrieb oder anderen narzisstischen Gründen.

    Das sind dann aber auch die, die ich auch als "Betrüger" bezeichnen würde. Denn ihre Partner sitzen zu Hause und ahnen nichts. Solche Menschen machen ihren Partner vor, sie würden eine monogame Beziehung führen wollen, weil sie meinen sie müssen das (oder weil die Partner das als Bedingung setzen) – dabei wollen sie es gar nicht (oder sie wollen es nur für sich selbst nicht, aber wehe der Partner tut es!!). Das ist für mich Heuchelei, Respektlosigkeit und Betrug....also hier brauchen wir von einer "Beziehung in der grundsätzlich alles stimmt" sowieso nicht mal ansatzweise zu reden.


    (sorry, schnattergusche, sehe ich jetzt erst : Ist dann die Beziehung zu so einem Menschen intakt? Es ging hier ursprünglich um die Männer (dann erweitert auf Menschen allgemein), die in ihrer Beziehung glücklich sind. – ich lasse es trotzdem stehen @:))

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    Wer richtig liebt, der betrügt nicht.

    Da sind wir uns einig. Aber siehe oben: Ich definiere "Betrug" ein wenig anders, konkreter als Du (oder andere). Und hier sehe ich eine Gefahr: Wenn man solche Begriffe sofort herausschreit und damit auch einen Schuldigen hat auf den man alles abladen kann, kann man auch leicht sich selbst etwas vormachen. Viel kann dahinterstecken: Eine bestehende Verlustangst z.b., die im Grunde mit dem Partner gar nichts zu tun hat. Deshalb meine ich, dass man ganz genau analysieren sollte was da geschehen ist.


    Wenn mein Partner eine solche Nacht hatte, dann nach Hause kommt und mir alles erzählt, mir auch erzählt wie er sich fühlt und solche Sprüche kommen wie "Oh man, hoffentlich denkt die jetzt nichts Falsches" – er also sein schlechtes Gewissen mit mir teilt, mir gegenüber, ihr gegenüber usw....oder so.....klar würde es mich noch immer verletzten, aber ich wüßte ich kann ihm noch immer vertrauen und vor allem vertraut er MIR, verstehst Du? Das ist für mich stimmig bezüglich der Beziehung. DAS ist für mich Vertrauen.


    (Und verstehe mich nicht falsch: Ich bin ein starker Verfechter der Monogamie in der Beziehung. Wenn ich wirklich liebe, dann will ich auch köperlich nur den einen Menschen. Und ich könnte auch nur mit Jemandem zusammensein, der das genauso sieht. Offene Beziehung käme für mich nicht in Frage.)

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    Ich sehe das anders. Sicher gehen jeden Tag viele Männer in den Puff. Aber in vielen Beiträgen, gerade hier lese ich, dass die Männer bei ihrer Frau keinen Sex bekommen. Und das oft über Monate, gar Jahre! Da muss sich die Partnerin doch nicht wundern, wenn er fremd geht.

    Na, dann ist mein Satz doch total richtig:

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    Es würde kein einziger Puff existieren, wenn Männer sooo glücklich wären. Sie lieben das F.cken aber so, dass sie es eben dauernd haben möchten, oder anders und nicht so brav wie zu Hause.

    Und manche Frauen haben eben von ungeschicktem, dusseligem Rein- und Rausgestocher, womöglich noch 5 x am Tag eingefordert, die Schnautze voll und diese angebliche Leibspeise des entsprechenden Herrn ist inzwischen ein K.tzmittel.


    Da ist zuerst Frau unglückglich, was Mann, der ja angeblich Liebe machen will, nicht verstehen kann, wenn sie sich verweigert. Aber er fordert im Grunde nur Sex. Und Frauen verweigern auch Sex, weil er nie zuhört, nie im Haushalt entlasten will. Wofür sich ihm für solche minderen Qualitätsgerammel auch noch zur Verfügung stellen???

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    Wieso mit so einem Mann zusammen sein?

    Eben, da gibt es viele, die haben so ein Exemplar zu Hause und reden sich gut zu, wie glücklich sie denn sein würden...


    Könnte mir echt nicht passieren, so etwas....

    Honigtau

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    Dann hast Du eben Gene, wo der Trieb nicht so ausgeprägt ist. Und wo Fremdgehen eben glücklich macht. Es würde kein einziger Puff existieren, wenn Männer sooo glücklich wären. Sie lieben das F.cken aber so, dass sie es eben dauernd haben möchten, oder anders und nicht so brav wie zu Hause.

    Das finde ich in allen Gedanken recht kurz gedacht. Ich weiß nicht, ob der Trieb durch Gene gesteuert wird. Aber ich weiß, daß er vom Kopf im Zaum gehalten werden kann.


    Bei Deiner Bemerkung zum Puff hattest Du offensichtlich sehr viele Männer völlig vergessen. Nur wenige sind als Single "sooo glücklich".


    Und auch Frauen mögen "es" sehr. Nicht alle. Aber doch die meisten. Das Bild vom sexsüchtigen Mann und seinem biederen Weibchen ist ein verstaubtes Klischee.

    _Tsunami_

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    Denn Liebe ist irgendwo eine Fähigkeit, und wenn man diese Fähigkeit, sich selbst Liebe entgegenzubringen, nicht hat, also gar keine Liebe in sich hat, dann ist es ein Ding der Unmöglichkeit, etwas nicht Vorhandenes einem anderen entgegenzubringen. Was dann als Liebe bezeichnet wird, ist eher sowas wie Vergötterung oder Abhängigkeit, was dann leicht mal in Eifersucht oder Minderwertigkeitskomplexe umschlägt.

    Ich denke, daß da die Minderwertigkeitskomplexe eher die Ursache sind. Sie suchen nach Befriedigung durch Vergötterung und versuchen, eine Abhängigkeit zu schaffen. Aus der eigenen Bindung an die vergötterte Person heraus versuchen viele dann, diese Person auch an sich zu binden. Das passiert häufig über den Versuch, das Gewissen des Gottes/der Göttin anzusprechen. Solche Dinge wie "ich brauche dich" und "ohne dich bin ich so einsam" sind dann keine romantisch übertriebenen Liebesbekundung mehr, sondern werden zum Druckmittel.


    Solche Menschen haben einfach noch nicht verstanden, daß man die Kraft für sein Leben nur in sich selbst mobilisieren kann. Sie versuchen, andere als Zapfsäule zu mißbrauchen. Und wenn der andere sich dann selbst schützt, indem er sich zurückzieht, wird aus der angeblichen Liebe erst Zwiespältigkeit und dann reiner Haß.


    Sie bemerken auch in den meisten Fällen nicht, daß sie damit sich selbst am meisten schaden. Denn dieses Muster manifestieren sie in sich und nehmen es fast immer auch in die nächste Beziehung mit. Irgendwann kommt dann die Klage: "Warum muß ich immer an die gleichen Typen geraten?" Sie bemerken nicht, daß sie selbst dieser immer gleiche Typ sind. Denn der schwierigste Weg ist das In-sich-gehen.

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    Und auch Frauen mögen "es" sehr. Nicht alle. Aber doch die meisten. Das Bild vom sexsüchtigen Mann und seinem biederen Weibchen ist ein verstaubtes Klischee.

    Auch das könnte ein Klischee sein.


    Ich habe in meinem Beruflsleben hauptsächlich Frauen (mindestens Tausend) beraten. Die glücklich "es mögenden" bei einfallslosen Männern oder fremdgehenden Männern sind überhaupt nicht vorgekommen....

    phoebe


    auch :)_ :)_ und *:)*:) – schön, Dir mal wieder zu begegnen @:)


    schnattergusche


    Ich sehe alles was Du schreibst grundsätzlich genauso. Problematisch ist es aber, einen Partner zu finden der auch inzwischen so weit ist. Oft ist man zu "kompliziert", "stellt zu hohe Ansprüche" (was so gesehen auch eigentlich gar nicht verkehrt ist ;-)), manchmal ist man sogar "zickig". Lediglich, weil man diesen Klischees die auch heute noch gang und gebe sind nicht entspricht. Weil man wahrhaftig "emanzipiert" ist. Und auch Emazipierung ist geschlechterunabhängig.


    Mit Verwunderung habe ich im Laufe der Jahre, im Laufe meines eigenen Prozesses festgestellt, dass es für einen Partner (aus meiner Sicht eben ein Mann ;-)) tatsächlich ein hoher Anspruch ist, wenn man nicht rummeckert weil er in die Kneipe geht, Männerabend/Fußballabend etc. hat.. Dann kommt ein: "Ich bedeute Dir nicht genug". Also die alten Spielchen: Meckert man, erfüllt man ein Muster mit dem der Andere umgehen kann. Meckert man nicht, was der Andere ja angeblich will, dann fällt für ihn ein großer Punkt weg von dem, was er unter einer "Beziehung" versteht. Und es irritiert ihn.


    Für mich läuft es inzwischen so: Lerne ich Jemanden kennen, verknalle mich, es entsteht was – dann schaue ich als nächstes, ob seine "Macken" (die ja oft keine sind) für mich tragbar sind, eben mich selbst nicht beeinträchtigen. Ist das so, kann man weitersehen. Problem dabei: Ich habe noch keinen potentiellen Partner getroffen, der das ebenso sieht. Irritation an allen Ecken und Enden....grob gesagt wird fast immer ein Verhaltensmuster "gefordert".


    Aber naja, da ich nicht zwingend suche, sondern einfach nur den Zufall spielen lasse – habe ich nichts zu verlieren, nur zu gewinnen ;-)

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    Ich denke, daß da die Minderwertigkeitskomplexe eher die Ursache sind. Sie suchen nach Befriedigung durch Vergötterung und versuchen, eine Abhängigkeit zu schaffen.

    kann es nicht einfach nur -in einigen fällen- die lust auf sex sein

    @ Isabell

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    Ich persönlich denke, wenn es tatsächlich stimmt in einer Beziehung gibt es kein fremdgehen. Damit meine ich nur das körperliche fremdgehen. Für seine Gedanken kann niemand etwas.

    Ich sehe es genau umgekehrt. Sicher kann niemand was für seine Gedanken, auch nicht für seine Gefühle. Aber für sein Handeln. Mein Partner kann körperlich treu sein wie sonst was, wenn er mir nach einem halben Jahr erzählen würde, dass er unseren Sex z.B. Scheiße findet und dabei immer an andere Frauen denken muß um ihn überhaupt zu ertragen (Achtung, extra übertrieben ;-)) – das wäre für mich 100 Mal mehr Betrug als wenn er wirklich mal seitenspringt. Denn DANN stimmt viel mehr in der Beziehung nicht, als wenn mein Partner mal "ausrutscht" aber mit mir darüber spricht.

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    Ich meinte damit, das ich oder auch jeder andere seine Gedanken nicht steuern kann, und damit meine ich nicht Dein (Extem-)Beispiel, sondern eine 22jährige in einem unverschämt kurzen Rock, die vor mir durch die Fußgängerzone wackelt.


    JEDER (heterosexuelle) Mann WÜRDE gerne mehr von dieser Schnitte sehen und wünscht sich vielleicht sogar für einen Bruchteil einer Sekunde "wär das doch meine".


    Was man aber daraus macht, gerade, wenn man noch die Gelegenheit dazu bekommt, das ist wieder etwas anderes.