schnattergusch

    Jaa, eben, ich suche ja gerade verzweifelt nach den angeblich nur weiblichen Urtrieben, mit denen die Männer schließlich leben, weshalb sie ihre Urtriebe auch den Frauen zumuten können... so war doch die Argumentation.


    Und der einzige Trieb der mir da einfiele wäre das Schwangerwerden, das hab ich zumindest als Trieb erlebt, ganz unabhängig davon, ob man jetzt wirklich ein KIND will oder nicht, ich hätte x-Mal schwanger sein können, wenns danach gegangen wäre. Aber von diesem Trieb sind nun auch nicht alle Frauen befallen, im Gegenteil.


    Also ich sag jetzt mal so, es gibt aus meiner Sicht keine URTRIEBE...

    monika 65


    ich liebe und verehre sowieso die ältere weibliche generation ,da hat sich das thema nestbauen und kinder kriegen schon erledigt, weil sie meistens beides schon haben und jetzt nur noch geliebt werden wollen ,


    aber in meinem umfeld sehe ich jeden tag wie mann durch süsse versprechungen zum nestbauen animiert wird


    ohne nestbauen und trauschein lebt und liebt es sich viel besser ,da ist der euro noch ein euro wert ]:D

    Zitat

    Nestbau und "klammern" würde ich als Urtrieb der Frau bezeichnen.

    Das sind schon Ausdrucksformen des eigentlichen Triebes. Der Trieb umfaßt den Nestbau, die Sauberhaltung des Nestes (typisch, wenn auch nicht ausschließlich weiblich, besonders in extremen Ausdruckformen). Klammern ist ebenso wie "Sammeln" (Messies sind auch meist weiblich) Ausdruck des Bedürfnisses nach Sicherheit. Auch das aus männlicher Sicht übersteigerte Mitteilungsbedürfnis würde ich darunter einordnen. Eine Frau fühlt sich einsam, wenn sie sich nicht regelmäßig austauschen kann. Einen Mann kümmert das weniger.

    Zitat

    Die Abenteuerlust des Mannes ist kein Urtrieb, der sein Fremdgehen entschuldigt.

    Ein entlarvender Satz. Denn wer sagt, daß es da was zu entschuldigen gäbe, setzt bereits eine Schuld voraus. Das zeigt, daß es sich hier um angelerntes Verhalten handelt; einen Trieb kann man damit weder be- noch widerlegen.

    @ schnattergusche *:)

    Zitat

    Die Abenteuerlust des Mannes ist kein Urtrieb, der sein Fremdgehen entschuldigt. Wo er dieser Lust frönt ist eine bewußte Entscheidung. Es kann auch bei seiner Frau sein. Die Fähigkeit des Denkens unterscheidet ihn vom Tier. Oder sie sollte..

    Dazu gibt es ein sehr gutes Buch, das heisst "Das Tier Mensch" von Desmond Morris, da ist es sehr gut beschrieben dass es da sehr wohl Punkte im Sexualverhalten gibt die sich beim Tier und Mensch überschneiden. Es ist auch ein Punkt dass das Sexualverhalten der Frau sich im Laufe der Evolution stärker verändert hat als das vom Mann, allein das ist ein Grund warum es hier Differenzen geben kann.


    Ich denke daß es auch Männer gibt die fremdgehen weil sie eine extrem starke Libido haben und ihre Liebste damit nicht zu sehr plagen wollen. ;-) Den Trieben genuss-und respektvoll nachzugehen ist mMn nichts schlechtes aber man sollte dadurch nicht asozial werden. Man muss dem Partner auch nicht alles was ihn verletzen könnte auf die Nase binden.

    natürlich sind die Triebe und Urtriebe verwaschen nicht mehr völlig ausgeprägt, beim einen mehr und beim anderen weniger und bei vielen auch "vergesellschaftet". Eben das unterscheidet uns doch vom Tier. Und doch manchmal kommen sie raus.


    Und ich kenn auch genug Frauen die lassen keinen Mann von der Bettkante, egal ob Beziehung oder nicht.


    Aber von nem Mann der seine Frau schwängert obwohl sie das gar nicht will (also mit Tricks z.b. Kondom kaputt machen) hab ich nie gehört, umgekehrt jedoch sehr wohl

    Haserl

    Zitat

    Dazu gibt es ein sehr gutes Buch, das heisst "Das Tier Mensch" von Desmond Morris, da ist es sehr gut beschrieben dass es da sehr wohl Punkte im Sexualverhalten gibt die sich beim Tier und Mensch überschneiden.

    Ganz ohne Frage. Menschen sind ja auch nur Tiere. ;-) Nur eben mit teilweise höher entwickelten Fähigkeiten. Dazu zählt im allgemeinen das Denken.

    Zitat

    Ich denke daß es auch Männer gibt die fremdgehen weil sie eine extrem starke Libido haben und ihre Liebste damit nicht zu sehr plagen wollen. ;-) Den Trieben genuss-und respektvoll nachzugehen ist mMn nichts schlechtes aber man sollte dadurch nicht asozial werden. Man muss dem Partner auch nicht alles was ihn verletzen könnte auf die Nase binden.

    Wenn sie ihre Liebste mit ihrer stärkeren Libido nicht plagen wollen, und dafür in Kauf nehmen, sie seelisch zu verletzen, haben sie zwei Fehler auf einmal gemacht. Zum einen haben sie nicht verstanden, daß Liebe auch den Anspruch bzw. das Recht auf Wahrheit enthält. Dazu zählt auch die Wahrheit über die eigenen Gefühle. Zum anderen haben sie die Libido als Ausrede für eine bewußt getroffene Entscheidung mißbraucht, die sie selbst as falsch einschätzen. Respektvoller Umgang sollte nicht nur mit den eigenen Trieben sein, sondern auch mit dem Partner. Und Genuß natürlich auch. ;-)


    Ich finde es wichtig, daß man in einer Partnerschaft klare Entscheidungen trifft. Und das gemeinsam. Wenn die Libido sehr verschieden ausgeprägt ist, kann man entweder dem Partner mit dem höheren Verlangen den Freiraum gewähren, dem an anderer Stelle nachzugehen. Oder man beendet die Partnerschaft und bleibt evtl. freundschaftlich verbunden. Dazu braucht es Vertrauen. Wer fremdgeht und das dann auch noch geheimzuhalten versucht ("nicht auf die Nase binden"), hat bereits das Vertrauen gebrochen. Denn die Verletzung ist um so größer, wenn der Partner vom Seitensprung auf anderen Wegen erfährt. Dann ist oft nichts mehr an der Beziehung zu kitten. Sie zerbricht dann weniger am Seitensprung als am Vertrauensbruch.

    Zitat

    Aber von nem Mann der seine Frau schwängert obwohl sie das gar nicht will (also mit Tricks z.b. Kondom kaputt machen) hab ich nie gehört,

    Doch, das gabs früher, also in den 50iger Jahren, wenn ein Mann eine Frau an sich binden wollte, zumindest hab ich das schon gelesen. Also zu Zeiten, als man noch geheiratet hat, wenn eine Frau schwanger wurde. Und es gibt durchaus Männer und nicht gerade wenig, die auf Bindung aus sind.


    Heute hätte ein Mann nichts mehr davon, selbst wenn er einen Kind wollte, ist nicht gesagt, dass er sich so diesen Wunsch erfüllen könnte, alles in allem würde er nur zahlen müssen.

    Zitat

    Aber von nem Mann der seine Frau schwängert obwohl sie das gar nicht will (also mit Tricks z.b. Kondom kaputt machen) hab ich nie gehört,

    Och, ich schon. Und zwar schon mehrfach.


    Schnattergusche


    Ich kann mich mal wieder nur voll anschließen :)^ ;-)


    Vor allem auf das hier:

    Zitat

    Sie zerbricht dann weniger am Seitensprung als am Vertrauensbruch.

    Wollte ich heute Mittag hinaus. Wenn mein Partner Triebe nach anderen Frauen hat und mit mir darüber redet, dann zeigt er mir Vertrauen und Respekt. Und er gibt mir damit eine Möglichkeit zu entscheiden wie ich damit umgehen möchte.

    Zitat

    Wenn mein Partner Triebe nach anderen Frauen hat und mit mir darüber redet, dann zeigt er mir Vertrauen und Respekt.

    Ist das nicht ein bißchen weltfremd? Im Normalfall sage ich meiner Frau, daß ich eben keine Triebe nach anderen Frauen habe. Wie sollte das sonst aussehen? "Du, ich würde morgen gern bei unserer Nachbarin schlafen – ich gebe Dir jetzt die Möglichkeit, zu entscheiden, wie Du damit umgehst" ??? Das Thema ist eins zwischen Frau und ihrer besten Freundin oder zwischen dem Mann und seinem besten Freund. Die sind objektiv genug, da einen Rat zu geben. Die eigene Frau/Freundin ist dafür viel zu involviert, um damit klaren Kopfes umgehen zu können. Zumal es sich ja nur um einen (evtl. nur vorübergehenden) Wunsch (Trieb) handelt und nicht um eine bereits geschehene Handlung. Somit würde man nur schlafende Hunde wecken und Disharmonien in der Beziehung erzeugen.


    Hier scheinen immer noch stark idealisierende Vorstellungen mitzuspielen. Beziehungen, die man darauf aufbaut, werden über kurz oder lang von der Wirklichkeit eingeholt.

    ceterum censeo


    Für mich ist im Gegenteil immer wieder erstaunlich, wie verzerrt (um bei Deinen Worten zu bleiben: irrational) manche Aussagen wahrgenommen werden.

    Zitat

    Ist das nicht ein bißchen weltfremd? Im Normalfall sage ich meiner Frau, daß ich eben keine Triebe nach anderen Frauen habe. Wie sollte das sonst aussehen? "Du, ich würde morgen gern bei unserer Nachbarin schlafen – ich gebe Dir jetzt die Möglichkeit, zu entscheiden, wie Du damit umgehst"

    Es geht nicht um einen ein Mal aufkommenden Trieb weil die neue Nachbarin scharf ist. Es geht darum wenn einer der Partner (und das muß noch nicht mal der Mann sein) merkt, dass ihm generell etwas fehlt und er damit zusehends unglücklicher wird.

    Zitat

    Das Thema ist eins zwischen Frau und ihrer besten Freundin oder zwischen dem Mann und seinem besten Freund. Die sind objektiv genug, da einen Rat zu geben. Die eigene Frau/Freundin ist dafür viel zu involviert, um damit klaren Kopfes umgehen zu können.

    Mein Partner IST mein bester Freund. Anders kann ich gar keine Beziehung führen. Auch wie bei freundschaftlichen Beziehungen kann, aber muß ich ihm nicht alles erzählen. Doch wenn es um eine Sache geht, durch die es mir mehr und mehr schlecht geht – dann rede ich mit ihm darüber. Das ist für mich eine Selbstverständlichkeit, egal um was es sich handelt.


    Aber dann lautet meine Aussage bestimmt nicht "Du, ich möchte mal beim Nachbarn schlafen, ist das ok?", sondern dann ist es ja auch für mich ein Problem und wir auch so angegangen.

    Zitat

    Zumal es sich ja nur um einen (evtl. nur vorübergehenden) Wunsch (Trieb) handelt und nicht um eine bereits geschehene Handlung.

    Siehe oben. Ein vorrübergehender Trieb/Wunsch wird immer mal wieder auftauchen in einer langjährigen Beziehung und die meisten kann man wirklich mit sich selbst abmachen. Aber wie gesagt, wenn sie die Beziehung und einen selbst belasten – dann sollte man handeln. Eben in der Form, dass man mit dem Partner darüber spricht. Das Risiko, dass der partner dann damit nicht umgehen kann muß man eingehen – die anderen Optionen wären sofortige Trennung oder Betrug. Somit ist es gehupft wie gesprungen, dass die Beziehung scheitert. Es sei denn, man findet gemeinsam eine Lösung.


    Was daran irrational sein soll weiß ich nicht. Für eine vertrauensvoll und solide Basis einer Beziehung gehört das für mich unbedingt dazu.

    Zitat

    Es geht darum wenn einer der Partner (und das muß noch nicht mal der Mann sein) merkt, dass ihm generell etwas fehlt und er damit zusehends unglücklicher wird.

    Ja, genau, bei uns hat es diese Gespräche gegeben. Ich empfinde es nicht als weltfremd, aber man muss den Partner dafür haben, der nicht sofort in die Defensive geht.

    Zitat

    um bei Deinen Worten zu bleiben: irrational...Was daran irrational sein soll weiß ich nicht.

    Äh... ich verwendete das Wort gar nicht ":/

    Zitat

    Somit ist es gehupft wie gesprungen, dass die Beziehung scheitert. Es sei denn, man findet gemeinsam eine Lösung.

    Auf gut deutsch: es gibt keine Lösung, außer eine gemeinsame? Eben das meinte ich mit weltfremd.

    Zitat

    Das Risiko, dass der partner dann damit nicht umgehen kann muß man eingehen – die anderen Optionen wären sofortige Trennung oder Betrug.

    Nein, das wären nicht die anderen Optionen – das wäre ein ziemlich sicheres Ergebnis, wenn der andere damit nicht umgehen kann. Und daß er damit nicht umgehen kann, halte ich für sehr wahrscheinlich. Die meisten wollen an so eine Situation nicht mal denken. Und Du willst mit dem Partner ein Gespräch unter Freunden? Manche Sachen sagt man dem einen und dem anderen nicht. Genauso, wie man manches den Eltern nie sagen würde, aber problemlos der besten Freundin.

    Zitat

    Und Du willst mit dem Partner ein Gespräch unter Freunden?

    Selbstverständlich geht das. :-/ Wo ist denn dein Problem? Natürlich nicht mit jedem, aber mit wem man sich zusammetut, kann man ja wählen.

    ceterum censeo

    Zitat

    Äh... ich verwendete das Wort gar nicht

    sorry, keine Ahnung wie ich darauf kam. Aber es entstellt den Sinn nicht.

    Zitat

    Auf gut deutsch: es gibt keine Lösung, außer eine gemeinsame? Eben das meinte ich mit weltfremd.

    Habe ich nicht gesagt.


    Es gibt viele Dinge, die man auch mit sich alleine abmachen kann. Oder auch mit einem anderen Menschen als dem Partner. Wenn man aber innerhalb der Beziehung zusehends unglücklicher wird, kommt man an einem Gespräch einfach nicht vorbei.


    Es sei denn: Man handelt indem man lügt und betrügt oder man trennt sich.


    Und somit meinte ich bezüglich beziehungsbezogenen Problemen gibt es diese drei Optionen:


    A) Lügen/betrügen


    B) Trennen


    C) Mit Partner sprechen.


    Und wenn im Falle C der Partner nicht damit umgehen kann, war die Beziehung sowieso nicht mehr zu retten – was sie im Falle A und B ebenfalls nicht mehr ist.

    Zitat

    Nein, das wären nicht die anderen Optionen – das wäre ein ziemlich sicheres Ergebnis, wenn der andere damit nicht umgehen kann.

    Also dann doch lieber Optionen A oder B? Dem Partner also gar keine Chance geben sich damit auseinanderzusetzen?

    Zitat

    Und daß er damit nicht umgehen kann, halte ich für sehr wahrscheinlich. Die meisten wollen an so eine Situation nicht mal denken.

    Menschen, die so denken sind für mich keine potentiellen Partner. Damit meine ich Menschen, die in dem Glauben leben, dass eine Beziehung jahrelang ohne Krise ohne emotionale Spannung, Verwirrungen funktioniert.

    Zitat

    Und Du willst mit dem Partner ein Gespräch unter Freunden? Manche Sachen sagt man dem einen und dem anderen nicht. Genauso, wie man manches den Eltern nie sagen würde, aber problemlos der besten Freundin.

    Bitte nicht pauschalisieren. DU machst das vielleicht so. Ich nicht. Mir wäre es zu anstrengend, das meine ich ernst. Ich möchte einen Partner mit dem ich genauso sprechen kann wie mit meiner Freundin oder Mutter.


    Und ob Du es glaubst oder nicht: In den drei langen Beziehungen die ich hatte, konnte ich das auch.


    Und bevor jetzt die Frage kommt wieso sie dann gescheitert sind: jedenfalls nicht an fehlendem Vertrauen oder eigenen Problemen die ich nicht hätte mit ihnen besprechen können – das Zusammenspiel hat auf Dauer nicht funktioniert. Ich habe zu allen Dreien noch heute mehr oder weniger Kontakt. Und zu allen Dreien ebenfalls noch sehr viel Vertrauen – trotz allem. Und das schon seit über 20, bzw. über 10 Jahren.

    PS: Was mir dabei einfällt: Ich hatte sicher auch noch Beziehungen dazwischen, nur lagen diese unter einem Jahr, was für mich mehr unter den Begriff "Affäre" fällt. Da war es das tatsächliche Problem, dass diese Männer im Großen und Ganzen so dachten wie Du. Damit konnte ich nicht umgehen.