Das ist mir aber jetzt auch zu pauschal. Es geht doch gerade häufig darum, dass man die Beziehung erhalten will, weil abgesehen vom Sex alles gut läuft. Manchmal sogar sehr gut. Es ist doch überhaupt nicht gesagt und entspricht auch ganz und gar nicht meiner Erfahrung, dass mit einem Mann, mit dem alles wunderbar ist im Bett, der Alltag mit Kind und Kegel gut klappt, ganz zu schweigen von gemeinsamen Interessen.


    Unter einer zerrütteten Ehe verstehe ich was Anderes, da liegt wirklich viel mehr im Argen als mangelnder Sex.

    Monika


    Eben. Und hier kann sich dann der Kreis schließen: Wenn alles stimmt, und einer von Beiden (oder auch Beide) mit dem Sex unzufrieden ist, darüber aber nicht geredet wird, bzw. der Eine abblockt (wie in Tiefseetauchers Beispiel) – gibt es eben noch andere Alternativen als fremdgehen.


    Doch Tiefseetaucher (und auch Andere hier) sagen pauschal: Nö, das ist der einzige Weg, bzw. absolut verständlich. Und das verstehe wiederum ich nicht: Warum werden andere Alternativen sofort zerschmettert, als unmöglich gesehen? Als "weltfremd" gesehen?

    Das zeigt die Empirie.


    In meinem Beispiel läuft zwischen A & B alles super.


    Nur gepoppt wird nicht mehr. Höchstens wenn Weihnachten und Ostern auf einen tag fallen, Ostwind weht und in China mal grade kein Sack Reis umkippt.


    Und wenn A & B auf Sex anpricht, blockt B ab und sagt, es ist alles OK, wie es ist.


    Was willste da noch machen?


    Ab ins Bordell, 50€ auf den Tisch und das Problem ist gelöst.

    Zitat

    Das ist mir aber jetzt auch zu pauschal. Es geht doch gerade häufig darum, dass man die Beziehung erhalten will, weil abgesehen vom Sex alles gut läuft. Manchmal sogar sehr gut. Es ist doch überhaupt nicht gesagt und entspricht auch ganz und gar nicht meiner Erfahrung, dass mit einem Mann, mit dem alles wunderbar ist im Bett, der Alltag mit Kind und Kegel gut klappt, ganz zu schweigen von gemeinsamen Interessen.


    Unter einer zerrütteten Ehe verstehe ich was Anderes, da liegt wirklich viel mehr im Argen als mangelnder Sex.

    Wobei zu beachten ist, ob es von vornherein bei einem der Partner weniger sexuelle Bedürfnisse gab oder sie sich erst im Laufe der Zeit eingestellt haben. Läßt der Wunsch nach Sex nach, weil die beruflichen Anforderungen gestiegen sind, weil kleine Kinder viel Kraft erfordern oder weil es einen anderen zeitlich begrenzten Stressfaktor gibt? Oder hat das Interesse am Partner generell nachgelassen? Gibt es Spannungen oder Verletzungen, weswegen man den Partner nicht an sich "heranlassen" möchte? Dann wäre die "Sexlosigkeit" doch ein Hinweis, dass eben doch nicht alles andere klappt... ;-)

    Zitat

    Und wenn A & B auf Sex anpricht, blockt B ab und sagt, es ist alles OK, wie es ist.


    Was willste da noch machen?

    Das Problem nicht nur ansprechen sondern besprechen oder eine Familientherapie versuchen, wo man in einem geschütztem Rahmen Dinge aussprechen kann, die schwer u/o unangenehm sind... :)*

    Ich kann da nicht von mir sprechen, ich gehe davon aus, dass sie deshalb die Alternative "reden" vom Tisch fegen, weil sie ihre Partner kennen. Weil sie sich zumindest gut ausmalen können, wie sie reagieren würden, wenn sie ihnen sagten, dass sie Sex außer Haus möchten. Ich habe das meinem Mann so gesagt und ich weiß, dass es in vielen Beziehungen nicht möglich ist, sowas zu sagen, wenn man nicht die Trennung oder zumindest – vielleicht schlimmer – die Zerrüttung riskieren will. Ich kenne nur ein Paar, die sich ähnlich verständigt hatten, aber nur deswegen, weil beide diese "außer Hauslust" verspürten und es dann aber – soweit ich weiß – nie umgesetzt haben.


    Wie gesagt, wenn man der Meinung ist, dass sei weltfremd, kann es durchaus auf der Erfahrung mit dem eigenen Partner und mit Gesprächen mit anderen, die ebenfalls dazu den Kopf schütteln, beruhen.


    Es ist doch so, derjenige, der dieses Gespräch suchen müsste, ist ja nicht ergebnisoffen. Er hat im Kopf, "ich will Sex, aber daheim nicht mehr" und er hat weiterhin im Kopf "ich will aber meine Ehe behalten" und das aus guten Gründen. Also gibts da wenig Verhandlungsspielraum, es sei denn, der Partner segnet das ab oder macht sogar was draus. Das ist bei uns passiert nach einer ziemlichen Krise, aber das was jetzt ist, ist nicht mehr das, wie ich mir ursprünglich mal eine Ehe vorgestellt habe.


    Ich glaube aber nicht, dass ich diesen Satz je ausgesprochen hätte, wenn ich gewusst hätte, dass mein Mann sich dann nur die Trennung vorstellen kann und das ist doch vermutlich meistens der Fall. Der dann die gesamte Beziehung in Frage gestellt hätte. Ich hätte den Mund gehalten und wäre vermutlich heimlich fremdgegangen, ziemlich sicher sogar. Deshalb kann ich das verstehen, wenn ich eben auch selber nicht so gehandelt habe, was ich eben NICHT nur mir verdanke.

    HM, dann kann man in diesem Fall auch gleich den Kram hinwerfen.


    B ist zu nichts zu überzeugen. B ist auch nicht bereit, irgendwas zu ändern.


    Eigentlich gehört B in die Geschlossene und nicht in eine Beziehung.

    Monika


    Ok, ich habe bei meinen Gedankengängen in diesem Faden meist schon eine Station vorher angesetzt: Dass überhaupt Probleme bestehen, darüber nicht gesprochen wird, sich alles verhärtet, dadurch der Sex eben auch leidet und dann einer der Partner Fremdgehen für sich als einzige Alternative sucht.


    Dennoch sage ich noch immer für mich selbst: In der von Dir beschriebenen Situation, selbst wenn ich mich nur allzugut vorstellen könnte wie mein Partner reagieren würde – ich könnte da nicht meinen Mund halten. Ich würde mich selber mit Heimlichtuerei/Lügerei nur noch mehr reinreiten, es würde mir noch schlechter gehen.

    Tiefseetaucher

    Zitat

    HM, dann kann man in diesem Fall auch gleich den Kram hinwerfen.


    B ist zu nichts zu überzeugen. B ist auch nicht bereit, irgendwas zu ändern.

    Ich habe das zuvor schon mal angesprochen: Wenn B sich wirklich so verhält, dann ist weitaus mehr im argen als fehlender Sex. Dann findet schon generell keine richtige Kommunikation mehr statt. Und ja, dann kann man tatsächlich alles hinschmeißen.

    Zitat

    Ich würde mich selber mit Heimlichtuerei/Lügerei nur noch mehr reinreiten, es würde mir noch schlechter gehen.

    Das glaube ich dir. Aber die Erfahrung zeigt, dass man sich auch daran gewöhnen kann, aber gut, ich kenn das nur ansatzweise, insofern kann ich da nur indirekt mitreden. Die Leute, die ich als Heimlichtuer kenne, kamen damit gar nicht mal so schlecht klar, mir wäre das auf Dauer auch zu blöd gewesen. Außerdem bin ich mir sicher, dass die jeweiligen Partner häufig einfach nur die Augen zumachen, anders kann ich mir das auch nicht vorstellen. Denn soo leicht ist es nicht, wirklich spurenlos heimlich eine echte Affäre zu haben, nicht nur einen Seitensprung. Letzteres ist ja eine ganz andere Kategorie.

    Sex hat doch letztendlich eine verschiedene Bedeutung bei Mann und Frau. Beim Mann hat er einen wesentlich höheren Rang, was Erfülltsein in der Beziehung und Selbstbestätigung betrifft. Das Bedürfnis danach, schätze ich, ist bei ihm ebenso hoch wie das Bedürfnis nach Respekt und Anerkennung.


    Bei einer Frau sind das jedoch eher untergeordnete Dinge bis auf den Respekt. Dagegen rangieren Bedürfnisse nach Sicherheit, Zärtlichkeit oder Aufmerksamkeit an oberster Stelle. Da kann eine Frau schon mit schmusen statt Sex zufrieden sein und das ständige Sexbedürfnis des Mannes missverstehen.


    Das Miteinander-reden soll dann auch nicht klären, wo man sich den Sex anderweitig holen kann, sondern aufklären, warum die Bedürnisse auseinandergehen und wie man einen Kompromiss findet, mit dem beide leben können. Wenn man jedoch gar nicht darüber redet, kann man den Partner auch nicht verstehen und riskiert das Ende der Beziehung, egal wie man mit dem Missverhältnis der Bedürfnisse umgeht.

    Zitat

    Sex hat doch letztendlich eine verschiedene Bedeutung bei Mann und Frau. Beim Mann hat er einen wesentlich höheren Rang, was Erfülltsein in der Beziehung und Selbstbestätigung betrifft.

    Wie kommst du darauf? Für Frauen hat Sex eine mindestens genauso große oder geringe Bedeutung wie für Männer. Für Menschen mit starker Libido besitzt der Sex eine wesentlich größere Bedeutung, als für Menschen mit geringer Libido. Das ist unabhängig vom Geschlecht. Das hat überhaupt nichts mit Selbstbestätigung zu tun.

    Zitat

    Bei einer Frau sind das jedoch eher untergeordnete Dinge bis auf den Respekt. Dagegen rangieren Bedürfnisse nach Sicherheit, Zärtlichkeit oder Aufmerksamkeit an oberster Stelle. Da kann eine Frau schon mit schmusen statt Sex zufrieden sein

    Wie unterschiedlich doch Frauen sein koennen. Wenn Sex eines Tages zu einer untergeordneten Rolle bei mir fuehren sollte, bin ich krank, halb oder ganz tot.


    Schmusen ist ja ganz schoen, aber den Sex ersetzt es nicht. Zaertlichkeit? Das wollen auch Maenner.


    Was versteht man jetzt unter Sicherheit?