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    Auch wieder ein Satz, den ich nicht verstehe. Wer ist der schwaechere Part? Ist er es automatisch, weil der andere ihn dafuer haelt?

    Da gehts um Machtverhältnisse in einer Beziehung. Derjenige, der zum Beispiel mehr verliebt ist, ist in der schwächeren Position, deshalb ist er natürlich nicht automatisch ein charakterlich schwächerer Mensch, das ist damit nicht gemeint. Es geht ausschließlich um die Dynamik in einer bestimmten Beziehung.

    schnattergusche

    Danke für deinen umfangreichen Kommentar zu

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    "ich zuerst, und der Rest der Welt nach mir"

    Ich stimme dir vollkommen zu, und denke, dass ich es recht ähnlich handhabe.

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    Ich stehe im Mittelpunkt meines Lebens, und bekenne mich in diesem konkreten Sinn des Wortes als Egozentriker. Andere Menschen kann ich da mit reinnehmen. Aber ich selbst werde meinen Mittelpunkt nicht freiwillig verlassen.

    Das ist meines Erachtens sehr gut bzw. sinnvoll. Die Problematik ist wahrscheinlich, wenn ein strenger Egozentrismus nicht das

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    Er ist die Quelle meiner Kraft, Ruhe, Ausgeglichenheit und Gelassenheit.

    auslöst, sondern eher gegenteilig eine Unzufriedenheit. Egozentrismus und die Effekte auf einen selbst sowie andere sind schließlich nicht per se positiv oder negativ. Es kommt wohl sehr stark auf die Qualität des Egozentrismus an.

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    Für mich ist es wichtig, daß meine Bedürfnisse erfüllt werden, ohne die Bedürfnisse meiner Partnerin zu vernachlässigen. Denn daß die erfüllt werden liegt auch in meinem Interesse. Es sichert mir die Harmonie, die ich für mich beanspruche. Deshalb ist es wichtig, mit ihr offen über meine Bedürfnisse zu sprechen. Denn ich kann von niemandem etwas erwarten, wenn er gar nicht weiß was ich erwarte oder wünsche. (Das gilt immer, nicht nur in der Partnerschaft.) Menschen, die ich liebe, haben einen uneingeschränkten Anspruch auf meine absolute und schonungslose Wahrheit. Ich werde auch immer dazu stehen und es aussprechen, wenn mir etwas nicht gefällt, eine Bemerkung mir wehgetan hat, oder was auch immer. Denn nur so können wir gemeinsam es lösen oder einen Kompromiß finden. Würde ich aus falsch verstandener Rücksichtnahme alles in mich reinfressen, wäre ich bald eine lebende Zeitbombe und die Ursache für tiefe Konflikte, die ich zwar nicht ursprünglich ausgelöst, aber deren Verhinderung ich zu verantworten hätte.

    Das ist meiner Meinung nach eine sehr gute bzw. hochwertige Ausformung von Egozentrismus. Man könnte das aber auch einfach als "Ehrlichkeit und Wahrheit gegenüber sich selbst und anderen" bezeichnen. Allerdings spiele ich da nur mit Worten. ;-)

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    Ich kann einen anderen Menschen nicht mehr lieben als mich selbst.

    Das ist für mich der Klassiker, und ein wichtiger dazu. Denn Liebe ist irgendwo eine Fähigkeit, und wenn man diese Fähigkeit, sich selbst Liebe entgegenzubringen, nicht hat, also gar keine Liebe in sich hat, dann ist es ein Ding der Unmöglichkeit, etwas nicht Vorhandenes einem anderen entgegenzubringen. Was dann als Liebe bezeichnet wird, ist eher sowas wie Vergötterung oder Abhängigkeit, was dann leicht mal in Eifersucht oder Minderwertigkeitskomplexe umschlägt.

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    Es gibt Menschen, die Nächstenliebe ohne Eigenliebe praktizieren wollen, sich aufopfern. Manche so sehr, daß sie der Heiligenschein schon fast erdrückt. Auch sie machen das nur nach außen für den oder die anderen. Tatsächlich wollen sie sich damit etwas verdienen, also erkaufen. Lob, Anerkennung, Liebe, einen Platz im Himmel, oder auch ein erleichtertes Gewissen nach einer schlechten Tat.

    Ich denke, es gibt auch – vielleicht nicht viele – Menschen, die einfach ein wenig oder sogar viel Zeit übrig haben, und anderen öfter mal unter die Arme greifen, weil sie einfach Spaß daran haben, zu sehen, wie sie behilflich sein können, wie ein anderer wächst und sich weiterentwickelt. Der Lohn ist dann einfach nur die Freude daran.


    Und ich stimme dir zu, dass das ohne Eigenliebe nicht wirklich möglich ist.


    Ich denke, es ist eine Eigenart der wahren Liebe, dass sie in alle Richtungen wirkt. Soll heißen, wenn man Liebe in sich hat bzw. sich selbst liebt, dann fällt es schwer, einen anderen zu hassen. Wenn man sich selbst jedoch nicht liebt, dann wird es unendlich schwer, einen anderen zu lieben. Und wenn man sich hasst, dann ist es ganz und gar unmöglich, einen anderen zu lieben.


    Das mag jetzt nach einem Universalprinzip klingen, aber mit genügen Zeit und Aufwand kann man es auf jede Beziehung und jede Einzelperson herunterbrechen – sofern es denn tatsächlich um Liebe geht.


    Es ist eine interessante Frage, warum man sich selbst liebt oder nicht liebt, denn:


    Der Grund, warum man sich selbst nicht liebt, ist genau derselbe Grund, warum man einen anderen nicht lieben kann.


    (vice versa)




    Deinem zweiten Beitrag stimme ich übrigens auch vollkommen zu, wobei "man(n) immer ist, wie man(n) ist", auch wenn man sich ver-stellt. Und oftmals führt der Weg zur Authentizität über ein oftmaliges Ver-stellen. ;-)


    aus eigener erfahrung :|N kann man einfach nicht pauschalisieren!




    ich finde treue ist irgendwo auch ein bisschen definitionssache. wenn mein freund mir rein aus triebhaften gründen etc. (nicht aus beziehungsproblemen usw) mit einer anderen frau sex haben würde, dann würde ichs verzeihen, weil wir uns einfach auf ganz anderer ebene treu sind (gut, auf körperlicher auch). ich würde es auch gar nicht wissen wollen, wenn es ihm passieren würde und fänd es egoistisch, wenn er es mir beichten würde, um sein gewissen zu erleichtern. wie gesagt, wenns um reinen sex geht. viel schlimmer fänd ich es, wenn mein freund sich in eine andere verlieben würde und dann vielleicht noch eine enge emotionale bindung mit ihr eingehen würde. da wäre für mich schluss.


    ich finde treue wird oft viel zu engstirnig definiert...ein mann, dem mal ein ausrutscher passiert ist und der mich aber liebt und sein leben nur mit mir teilen will, ist mir viel mehr wert als ein mann, der zwar körperlich treu ist, aber in gedanken ständig bei anderen frauen ist.


    es gibt ja auch menschen, die eine offene beziehung führen...dh nicht, dass sie ihre partner nicht lieben oder unglücklich sind, was fehlt oder ähnliches. sie sind sich eben auf emotianer ebene quasi treu und das find ich viel wichtiger.


    lg

    Ich finde es schlimm, wenn "der Fremdgeher" seinem Gegenüber, ohne gefragt zu werden, noch Gründe angibt, warum er dies jetzt tut bzw.getan hat, weil zum Beispiel der Partner so langweilig im Bett ist und blablabla.Dies tun erfahrungsgemäß einige Leute.Das treibt die Respektlosigkeit noch an die Spitze.

    Aber man will doch wissen was Sache ist. Ich denke nämlich auch fremdgehen tut man nicht ohne Grund, also sollte man über sein Problem auch sprechen.. und wenn es wirklich der Sex ist, dazu gehören IMMER 2... ;-)


    Ein "Schatz es hatte nix mit dir zu tun"... würde mir da sicher nicht helfen, dann könnte ich ja nichts ändern und hätte immer Angst er macht es wieder, weil es ja nichts mit mir zu tun hat.

    aber dann weißt du als Fremdgehobjekt doch auch gar nicht, warum das passiert ist, was man in der Beziehung evtl ändern muss, was im Partner vorgeht etc...


    Dann kann man auch sagen, ich will gar nicht wissen was du treibst und wenn du fremdgehst, erzähl es mir bloß nicht.

    Hi beetlejuice :-) :-)


    ich glaube, wir reden jetzt aneinander vorbei. Also ich meinte: wenn ich einen liierten Mann kennenlerne, in einem Cafe, Disco o.ä. und lasse mich z.B. als Single auf eine Affaire oder One Night Stand mit ihm ein, möchte ICH nicht wissen, warum er jetzt fremdgeht mit mir. Mich interessieren nicht seine partnerschaftlichen Probleme.

    Tsunami

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    Ich denke, es ist eine Eigenart der wahren Liebe, dass sie in alle Richtungen wirkt. Soll heißen, wenn man Liebe in sich hat bzw. sich selbst liebt, dann fällt es schwer, einen anderen zu hassen. Wenn man sich selbst jedoch nicht liebt, dann wird es unendlich schwer, einen anderen zu lieben. Und wenn man sich hasst, dann ist es ganz und gar unmöglich, einen anderen zu lieben.

    DANKE für diese tiefgründige Wahrheit!!! @:) @:) @:)


    Den Satz habe ich mehrmals hintereinander gelesen und ihn mir dabei auf der Zunge zergehen lassen. Vielleicht rahme ich ihn mir sogar ein... einfach genial, wie du mit ganz einfachen Worten ausgedrückt hast, was zu erkennen mich Jahre gekostet hat! :-D


    Ich würde es lediglich noch um einen Gedanken erweitern: diese Wahrheit betrifft nicht nur zwischenmenschliche Beziehungen, sondern auch die Beziehung zu Gott! ;-) Genau deshalb sind mir gläubige Menschen, denen es an Selbstliebe mangelt, sehr suspekt... :-/

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    Warum gehen Männer fremd wenn sie angeblich glücklich sind?

    und

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    **Tun sie nicht ;-)**


    **Wer glücklich ist geht nicht fremd.**

    Dann hast Du eben Gene, wo der Trieb nicht so ausgeprägt ist. Und wo Fremdgehen eben glücklich macht. Es würde kein einziger Puff existieren, wenn Männer sooo glücklich wären. Sie lieben das F.cken aber so, dass sie es eben dauernd haben möchten, oder anders und nicht so brav wie zu Hause.


    Dieses Fremdgehen, was hier gemeint ist, ist aber rein triebgesteuert und die kleinste aufreizende Gelegenheit läßt eben jucken.... Und mit Liebe hat es eben nicht die Bohne zu tun, es bedeutet wirklich nichts. Dass dies aber die Partnerin kränkt und dass damit die Partnerschaft in die Brüche gehen kann, ist in dem Moment dem Mann nicht bewußt. Denn er empfindet doch gar nichts unrechtes, da in seiner Gehirnregion kein Betrug stattfindet. Es hat nichts, rein gar nichts mit der Frau zu Hause zu tun....


    Es gibt auch einige wenige Frauen, die reinen Sex haben können ohne Gefühle einzuschalten. Ist aber selten...


    Man sollte für sich entscheiden: entweder: Männe geht triebgesteuert fremd und tut es trotz zahlreicher Beteuerungen, es nie wieder zu tun, trotzdem wieder – und man ist unglücklich mit ihm, vielleicht lebenslang...


    Oder aber man entscheidet sich eben für einen Mann, der eben eine Treueschiene lebt und auch dafür einsteht. Dem Untreue sogar ein Fremdwort ist....

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    Es würde kein einziger Puff existieren, wenn Männer sooo glücklich wären. Sie lieben das F.cken aber so, dass sie es eben dauernd haben möchten, oder anders und nicht so brav wie zu Hause.

    Ich sehe das anders. Sicher gehen jeden Tag viele Männer in den Puff. Aber in vielen Beiträgen, gerade hier lese ich, dass die Männer bei ihrer Frau keinen Sex bekommen. Und das oft über Monate, gar Jahre! Da muss sich die Partnerin doch nicht wundern, wenn er fremd geht.


    Wenn die Beziehung aber stimmt, und der Mann den Sex zu Hause bekommt, hat er keinen Grund fremd zu gehen.


    Das ist so wie mit meinem Lieblingsessen. Wenn es mir meine Frau kocht, esse ich zu Hause. Wenn sie es aber nie kocht, weil sie es nicht mag, gehe ich irgendwann auswärts essen.