@ mirsanmir:

    Zitat

    Black Gun, jetzt muss ich doch noch einmal schreiben. Ich möchte dir einfach in dem Punkt widersprechen, dass sich die Mühe nicht lohnt, weil es auf den ersten Blick uninteressante Menschen sind. Ich habe in meinem über 50jährigen Leben nur sehr wenige Menschen kennen gelernt, die nichts, aber auch gar nichts bieten konnten, was mich interessiert. Irgendein Punkt war immer.

    siehst du, da gehts mir (leider) ganz anders. ich kann mit der klaren mehrheit meiner mitmenschen rein gar nichts anfangen, und sie nicht mit mir. es mag schon sein, dass die meisten irgendeine story aus ihrem leben erzählen könnten, die ich interessant fände. dass die interessanteste story aus einem mehrere jahrzehnte alten leben interessant genug ist, reicht aber nicht als fundament für eine bekanntschaft. dazu müsste ich das leben der person oder wenigstens ihre sicht der dinge allgemein interessant finden. ist das nicht der fall, kann für mich ein regelmässiger austausch mit dieser person auf dauer keine bereicherung sein.


    das macht aber nichts, ich denke aus unser beider schilderungen hier im thread ist ziemlich klar ersichtlich, dass wir einfach grundverschiedene persönlichkeiten sind und diesbezüglich einfach unterschiedliche sichtweisen und erfahrungen haben und auf keinen gemeinsamen nenner kommen. *:)

    @ Black Gun *:) Alles klar,

    ich dachte nur, manchmal schadet auch die Sicht eines anderen nicht! Und siehst du, ich wäre schon neugierig auf dich, auch, weil ich schon Sachen von dir (zufällig) gelesen habe und ich weiß, dass du bei bestimmten Themen absolut anders tickst als ich, aber das schreibe ich jetzt nur um zu verdeutlichen, dass mich andere Menschen interessieren, egal ob ich mich mit ihnen verstehen würde oder nicht, mehr nicht!


    Ich habe in meinem Leben schon so manche Überraschung erlebt, die größte war mein Mann. Noch vor dem ersten Date beschwerte ich mich bei einer Freundin, dass ich mich idiotischerweise mit xy verabredet hätte und null Bock, hinzugehen, weil ich ihn nicht wirklich leiden könne und ihn langweilig fand. Das Ergebnis war ein ONS und eine inzwischen 30jährige Beziehung mit einem unglaublich wertvollen Menschen, der so ganz anders ist als ich und deshalb immer noch interessant...

    Das glaube ich zwar noch nicht (auch wenn mir nach dem Absenden die Mormonen eingefallen sind). Aber wenn es so sein sollte, dann tun mir die Frauen leid, die sich den Mann mehr oder weniger unwissentlich teilen müssten.

    Wenn ich mir meinen erweiterten Freundes- und Bekanntenkreis (Alter der meisten zwischen Mitte 30 und Mitte 40) so ansehe, dann stimmt die These dieses Fadens absolut nicht.


    1. Inzwischen sind fast alle seit Jahren in einer stabilen Beziehung, in der Mehrheit mit Kindern. Auch weniger hübschen Männer mit Nerd-Tendenzen. Die Entwicklung war bei den meisten so, dass "der" richtige Parter zwischen Mitte 20 und Anfang 30 kennen gelernt wurde. Vorher entweder häufiger Wechsel oder gar keine Beziehungen.


    2. Bei den Langzeitsingles waren mit einer Ausnahme ausschließlich nur FRAUEN. Die meisten der Damen (mich eingeschlossen) haben nach teilweise fast 10 männerlosen Jahren inzwischen doch noch den Richtigen kennen gelernt und sind etwas verspätet - Mitte/Ende 30 - in der festen Partnerschaft angelangt.


    3. Übrig geblieben sind 3 weibliche Langzeitsingles: die eine ist sehr lieb und klug, aber etwas schrullig. Obwohl sie viele Männer kennen lernt, sind leider nur sehr wenige dabei, die sich für sie als Frau interessieren. Die nächste hat fast 100 kg Übergewicht, schwere psychische Probleme und kann sich kaum noch bewegen. Es gibt bestimmt auch Männer, die Frauen dieses Formats attraktiv finden, aber bisher hat sie keinen davon getroffen. Die 3. hat seit Jahren eine Langzeit-Affäire mit einem verheirateten Mann und liebt diesen Kerl auch, so dass sie für andere Männer nicht offen ist.

    Das hat schon was mit der Emanzipation zu tun. Frauen brauchen keinen Ernährer mehr, was ja auch gut ist. So steigen halt die Ansprüche. Die Kehrseite: zu viele "Bewerberinnen" für zu "freien Stellen". Blöde Metapher, aber ich denke, das trifft den Nagel auf den Kopf.

    Zitat

    Das hat schon was mit der Emanzipation zu tun. Frauen brauchen keinen Ernährer mehr, was ja auch gut ist. So steigen halt die Ansprüche. Die Kehrseite: zu viele "Bewerberinnen" für zu "freien Stellen". Blöde Metapher, aber ich denke, das trifft den Nagel auf den Kopf.

    ich denke es hat auf beiden seiten mit weggefallenen zwängen zu tun. sowohl frauen als auch männer brauchen heute weder um versorgt zu sein (einkommen/haushalt) noch um gesellschaftlich akzeptiert zu werden eine partnerschaft oder gar ehe. daher ist auf beiden seiten die bereitschaft zu faulen kompromissen gesunken; männer wie frauen sind heute eher gewillt, längere zeit solo zu bleiben als sich auf eine beziehung mit jemandem einzulassen, bei dem die gefühle oder sonstige rahmenbedingungen (aussehen, gehalt, prestige, lebensziele) nicht hinreichend stimmen. ja, im vergleich zur situation in den 50er oder 60er jahren haben frauen durch diese entwicklung mehr an zusätzlicher handlungsfreiheit gewonnen als die männer, aber auch männer sind heute in ihrer partnerwahl freier als früher. die benachteiligten dieser entwicklung sind die männer und frauen, die am partnermarkt "unten" stehen, weil bei ihnen das risiko überproportional gestiegen ist, dass der "ihnen gemäße" gegenpart lieber solo bleibt bzw weiter sucht als sich auf eine beziehung mit ihnen einzulassen.