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    Aber du findest das bzw so wie er sich äußert anstrengend. Findest du dieselbe Art Gefühlsäußerung bei Frauen weniger anstrengend?

    Also ich finde es schon anstrengend, aber es ist eigentlich das, was ich möchte. Nur der hat halt sehr früh damit angefangen, wo ich noch in der Beschnupperphase war. Keine Ahnung, wie das weitergeht. Aber ich komme mit sowas gut klar bzw. mag es. Bei Frauen kann ich das auch gut ab. Eine Freundin von mir ist auch so (ich bin ja auch so) und da knallt es dann auch regelmäßig. Ich mach auch um alles ein Drama ;-D Trotzdem lieben wir uns. ;-D

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    (Ich behaupte von mir, dass ich extreme Extrovertiertheit (mir fällt gerade kein besserer Begriff ein, um "Hysterie" oder "Pathos" zu vermeiden ;-D ) bei allen Menschen nervig finde

    Ich weiss ;-D ;-D Daher wäre der bestimmt auch der absolute Traumprinz für dich ;-) ;-D ;-D ;-D

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    Danke, CoteSauvage, ich hab immer noch das Gefühl, hier wird "reden" mit "Drama machen" gleichgesetzt.

    Das hatte ich jetzt zwar nicht gemacht (also Drama machen kann ja auch gleichzeitig Gefühle zulassen bedeuten und diese dann besprechen können, aber stimmt, da gibt es ja dann NOCH weitere Anstufungen: Dinge besprechen mit Drama und ohne Drama ;-D

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    Vielleicht solltem wir mal klären, was das bedeutet.


    (Monika65)

    Ja gerne, ich habe nämlich das Gefühl hier geht bisweilen einiges durcheinander, weil jeder etwas anders unter Schwäche zeigen versteht.


    Wenn man weint, weil man überfordert ist oder weil einem etwas misslungen ist, dann betrachte ich das als einen Ausdruck von Schwäche, den man als Mann gegenüber Frauen tunlichst unterlassen sollte.


    Einen zartfühlenden persönlichen Wunsch zu äußern, damit begibt man sich ebenfalls in eine Position der Schwäche, weil man sich dadurch angreifbar macht. Das lässt sich leider nicht vermeiden, deshalb meine ich, dafür braucht man erstmal Vertrauen.


    Wenn man weint, weil man beispielsweise einen Angehörigen verloren hat, würde ich das nicht Schwäche zeigen nennen, sondern Gefühle zeigen. Das halte ich in diesem Sinne auch bei Männern für gesellschaftlich akzeptiert.


    Etwas mit sich selbst ausmachen darunter verstehe ich noch ganz was anderes, was nichts mit Schwäche oder Gefühlen zu tun hat. Wenn ich mir beispielsweise ein neues Haushaltsgerät kaufen will, dann kann ich das mit mir selbst ausmachen, oder ich kann es mit jemanden besprechen.


    Das ist grundsätzlich etwas völlig undramatisches.


    In diesem Sinne habe ich hier diskutiert. Andere haben offensichtlich ganz andere Vorstellungen davon, was es bedeutet, Schwäche zu zeigen, Gefühle zu zeigen oder etwas mit sich selbst auszumachen.


    Auch was eigentlich mögliche Alternativen sind, wurde in dieser Diskussion nicht so richtig geklärt.

    @ CoteSauvage

    Zitat

    Mit jemandem über ein Problem diskutieren, heißt für mich nicht "Schwäche zeigen".

    Für mich auch nicht.


    Wenn ich Dich aus dem Zusammenhang richtig verstanden habe, verstehst Du unter etwas mit sich selbst ausmachen, ein Problem selbständig zu lösen. Die Alternative dazu wäre dann, ein Problem mit anderen zu diskutieren.

    Luis

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    Ich mach auch um alles ein Drama ;-D

    So krass ist mir das bei dir hier bisher gar nicht aufgefallen ;-D


    Mond+Sterne

    Zitat

    Wenn ich Dich aus dem Zusammenhang richtig verstanden habe, verstehst Du unter etwas mit sich selbst ausmachen, ein Problem selbständig zu lösen. Die Alternative dazu wäre dann, ein Problem mit anderen zu diskutieren.

    Ja, könnte man wohl so sagen. Überhaupt finde ich deine Definitionen in deinem vorangegangenen Beitrag aus meiner Sicht recht treffend.

    mond+sterne

    Stimme dir zu. Die Differenzierung von Schwäche würde ich genauso unterschreiben.

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    Etwas mit sich selbst ausmachen// darunter verstehe ich noch ganz was anderes, was nichts mit Schwäche oder Gefühlen zu tun hat.

    Es kann beides sein. Das Beispiel, das du gebracht hast, aber auch Entscheidungen oder einfach nur Stimmungen, die emotional geladen aufgeladen sind. Das kann mit dem Partner zu tun haben, muss aber nicht. Ich glaube genau das meinte die TE.

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    So krass ist mir das bei dir hier bisher gar nicht aufgefallen ;-D

    Naja ich habe ja verschiedene Persönlichkeitsanteile (wie alle). Und allein DAS macht es doch auch so unglaubwürdig, dass Männer NUR so sind und Frauen NUR so ":/ (Ich weiss, du sagst das nicht, aber einige halt schon).

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    Etwas mit sich selbst ausmachen// darunter verstehe ich noch ganz was anderes, was nichts mit Schwäche oder Gefühlen zu tun hat.

    Es kann beides sein. Das Beispiel, das du gebracht hast, aber auch Entscheidungen oder einfach nur Stimmungen, die emotional geladen aufgeladen sind. Das kann mit dem Partner zu tun haben, muss aber nicht. Ich glaube genau das meinte die TE.

    Es ist doch in einer Parnerschaft auch überhaupt nicht förderlich, wenn man grundsätzlich die Einstellung hat, dass man alles mit sich ausmacht. Natürlich kann das mal angebracht sein, trotzdem, wenn es Dinge sind, die die Beziehung betreffen, dann kann das ganz schön destruktiv sein, etwa wenn die Partnerschaft nicht so gut ist, dass man auch intimere wünsche äußern kann und darauf hoffen, dass die zumindest ernst genommen werden. (Ich glaube aber, dass das nicht gerade selten vorkommt).

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    Konkrete Rückfrage: Wer zwingt sie und wie?

    Na schon die Gesellschaft und auch gar nicht wenige Frauen. Man hört doch von Frauen oft, dass sie keine Memme wollen, ein Mann muss handwerlich begabt sein, er darf kaum heulen und muss einen guten Job haben und eine Familie versorgen können. Ich finde das furchtbar, aber viele Frauen sind so und wenn man von Frauen gemocht werden will muss man sich dem wohl beugen (ich als Mann würde vermutlich unter den Frauen ausschau halten, die nicht so sind, das wäre eine Möglichkeit). (Und dann wundern sich die Frauen mit diesem Beuteschema, dass sie einen handwerlich begabten und karriereorientierten Schweiger gekriegt haben...tja, selbst Schuld würde ich mal sagen).

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    dass man auch intimere wünsche äußern kann

    Ach so ja, und damit macht man sich natürlich verletzbarer als wenn man alles mit sich ausmacht. Und ja, nicht wenige wollen sich diese Blöße wohl nicht geben. (Es gitb aber auch Leute, die sind einfach offener mit ihren Wünschen und empfinden das nicht als Schwäche zeigen.)

    @ NotMichaelCaine

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    Konkrete Rückfrage: Wer zwingt sie und wie?

    Ich bin gezwungen, alles mit mir selbst auszumachen, weil sich praktisch niemand auf derartige Gespräche mit mir einlässt.


    Inwieweit man das jetzt auf andere Männer verallgemeinern kann, weiß ich nicht.

    @ Monika65

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    Das Beispiel, das du gebracht hast, aber auch Entscheidungen oder einfach nur Stimmungen, die emotional geladen aufgeladen sind. Das kann mit dem Partner zu tun haben, muss aber nicht. Ich glaube genau das meinte die TE.

    Ich weiß nicht, ob Du so etwas meinst. Mir geht es jedenfalls häufig so, dass ich mit jemandem darüber reden möchte, wenn mich etwas ärgert. Einfach um meinen Ärger zu verarbeiten. Das geht auch gar nicht.


    Ich habe mich beispielsweise schon über professionelle Helfer geärgert, von denen ich mir Hilfe erhofft hatte. Da kann ich mit niemandem drüber reden. Den größten Erfolg hatte ich da mal in einem Gespräch mit einem Mann. Er hat dazu ganz nüchtern gesagt: "Es gibt da nunmal keine Erfolgsgarantie". Das finde ich typisch Mann. Er hat etwas, was für mich ein Riesending ist, in einem Satz zusammengefasst. Ich müsste da eigentlich noch mehr drüber reden, obwohl es inhaltlich nicht mehr zu sagen gibt. So etwas verstehen Männer nicht. :-)


    Warum es nicht möglich ist, mit Frauen darüber zu reden, wenn ich mich über etwas ärgere, ist mir noch nicht ganz klar.

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    Ich bin gezwungen, alles mit mir selbst auszumachen, weil sich praktisch niemand auf derartige Gespräche mit mir einlässt.

    Ok. Woran es bei Dir speziell im einzelnen liegt - hattest Du dazu nicht einen anderen Faden?

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    "Es gibt da nunmal keine Erfolgsgarantie". Das finde ich typisch Mann. Er hat etwas, was für mich ein Riesending ist, in einem Satz zusammengefasst.

    Hat er, aber es ist ein Ausdruck von lapidarem Desinteresse. Die Diskussion ist damit beendet. Es geht ja um spezielle Probleme, die du mit der Therapie hast, die sich so nicht einfach abtun lassen. Der Satz gilt für absolut jede Art von ärztlicher Behandlung. Deshalb interessiert mich aber dennoch, wenn mir meine Freundin von ihrer missglückten Wurzelbehandlung oder einer komplizierten Operation erzählt.

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    Ich müsste da eigentlich noch mehr drüber reden, obwohl es inhaltlich nicht mehr zu sagen gibt. So etwas verstehen Männer nicht.

    Männer, oder Männer, die noch nie ein Therapie gemacht haben? Egal, mit wem man redet, die Erfahrung deines Gegenübers macht einen Großteil davon aus, wie deine Worte ankommen.

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    Warum es nicht möglich ist, mit Frauen darüber zu reden, wenn ich mich über etwas ärgere, ist mir noch nicht ganz klar.

    Mir auch nicht. ":/

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    Ich bin gezwungen, alles mit mir selbst auszumachen, weil sich praktisch niemand auf derartige Gespräche mit mir einlässt.

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    Warum es nicht möglich ist, mit Frauen darüber zu reden, wenn ich mich über etwas ärgere, ist mir noch nicht ganz klar.

    die aussagen finde ich ziemlich interessant!? mir selber kommt es eher immer auf die art des miteinander redens an. wenn ein mann eine problemorientierte yasmin-kerze anzündet und mit so einem (ich entschuldige mich schon im voraus) sozialpädagogen-betroffenheitston anschlägt, dann mache ich sehr schnell dicht! das verzeihe ich frauen schon nicht!


    und natürlich spielt das thema schon auch eine rolle. muss mein gegenüber eine entscheidung treffen und möchte meine einschätzung dazu, oder will er, dass ich seine probleme löse? das ist ein riesiger unterschied ;-)

    Ich bin selbst ein Mann und manchmal auch etwas stur. Ich würde generell mal sagen, dass Männer sich versuchen sich selbst durchzuschlagen, weil sie anderen gegenüber keine Schwäche zeigen wollen. Ich bin jetzt 40 gehöre also zur Generation X (welche laut Statistik von 1960 bis 1980 geboren wurde), damals kamen grade neue Erziehungsstile auf. Grossgezogen wurden wir aber von der Generation Babyboomer (laut Statistik von 1945 bis 1960 geboren) bei dieser Generation sass der Gehorsam tief und wurde auch so erwartet, daher musste man sich als Mann alleine "durchbeissen" können und nicht jammern.


    So erlebte ich das auch bei meinem Vater, welcher das teilweise noch an mich weitergab, aber auch selbst lernen musste, den Dialog zu suchen.


    Ich selbst war als Kind sehr scheu und vertraute nicht gerade vielen. Auch ich musste erst lernen, mich zu öffnen.

    Warum machen Männer alles mit sich selbst aus?


    Diese Frage beschäftigt mich noch immer.


    Deshalb ein weiterer Beitrag von mir zu diesem Thema:


    Auf Klischeeebene lässt sich diese Frage relativ einfach beantworten, finde ich. Frauen haben überragende sprachliche und soziale Fähigkeiten. Deshalb besprechen Frauen ihre Lebensentscheidungen genauso mit anderen, wie auch die kleinen Entscheidungen des Alltags.


    Das hilft ihnen nicht nur, zu besseren Entscheidungen zu kommen, sondern ihr Verhalten wird dadurch für andere klarer, verständlicher und nachvollziehbarer.


    Männer entscheiden am liebsten schnell, falsch und einsam, weil sie einfach gestrickt sind und nur das nötigste reden.


    Wenn sie überhaupt dazu in der Lage sind, Entscheidungen mit anderen zu besprechen, dann tun sie es dennoch höchst ungern, weil ihre sprachlichen Fähigkeiten auf einfache Sätze beschränkt sind, wie beispielsweise "Isnoch Bierda?"